Grausame Delfinschlachtung in Japan

Die GRD protestierte bei der Japanischen Botschaft und dem Weltzooverband WAZA gegen die grausame Delfinschlachtung in dem Fischerdorf Taiji. Unterstützen Sie unseren Protest und schreiben Sie an die Japanische Botschaft in Deutschland.


Einen vorbereiteten Protestbrief finden Sie hier.

Etwa 2500 Delfine kommen jedes Jahr bei der sogenannten „dolphin drive fishery“ im japanischen Taiji qualvoll zu Tode. Ein Delfinmassaker, dessen Brutalität sich in Worten nur schwer beschreiben lässt, begangen von 26 Fischern aus Taiji. Kaum jemand wird die schockierenden Bilder, die anlässlich der "Eröffnung" der Delfintreibjagd im Herbst 2008 in den Tagesthemen der ARD gezeigt wurden, vergessen. (Vorsicht: das Video enthält sehr brutale und grausame Szenen, für Kinder absolut ungeeignet!!!)

Erst im Frühjahr ist Schluss mit dem Gemetzel. Bis zu dreimal pro Woche treiben die Fischer Delfine, zumeist Große Tümmler, aber auch andere Arten wie Rundkopf- oder Weißstreifendelfine, mit Motorbooten in eine Bucht. Wild stechen sie mit Messern und Harpunen auf die wehrlosen Tiere ein, die aus der abgesperrten Bucht nicht fliehen können.
Panische Sprünge und das schrille Kreischen der Tiere vermitteln nur ansatzweise das unsägliche Leid, das ihnen angetan wird.

Wie auch Walfleisch landet das Delfinfleisch in japanischen Kochtöpfen. Sogar Schulen werden für ihren Mittagstisch damit beliefert. Dass durch die Verschmutzung der Meere das Delfinfleisch hochgradig mit dem toxischen Quecksilber und anderen Umweltgiften verseucht ist, interessiert die Regierung wenig. Sie verheimlicht der Bevölkerung die mit dem Verzehr des Fleisches verbundenen Gefahren für die Gesundheit ebenso wie das Gemetzel an der Küste von Taiji.

Die als Begründung zitierte "alte Tradition" ist jedoch nur ein Deckmantel. Den Fischern geht es in Wirklichkeit darum, unliebsame Nahrungskonkurrenten aus dem Weg zu räumen. Sie machen – entgegen aller Vernunft und wissenschaftlichen Erkenntnissen – Delfine, und auch Wale, für überfischte Fischbestände verantwortlich.

Ric O’Barry, der ehemalige Flipper-Trainer, der sich jetzt dem Schutz der Delfine verschrieben hat. Mit diesen Metallstangen erzeugen die Fischer unter Wasser infernalischen Lärm, durch den die Delfine in Panik geraten.Ein weiterer, gewichtigerer Grund ist der lukrative Erlös aus dem Verkauf von lebenden Delfinen. Denn die schönsten der zusammengetriebenen Tiere bleiben verschont und werden an Delfinarien in der ganzen Welt verkauft. Begehrt sind die Meeressäuger u.a. in den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, China, Thailand, Südkorea sowie in der Karibik. Das japanische Taiji gilt dabei als erste Beschaffungsadresse. Bis zu 200.000 US-Dollar werden für einen Delfin auf den Tisch gelegt. "Das ist viel Geld, wenn man bedenkt dass ein toter Delfin nur 600 Dollar einbringt", erklärt Ric O’Barry, ehemaliger "Flipper"-Trainer und bekehrter Delfinschützer sowie Vorstand der Organisation "Save Japan Dolphins Coalition". Mit gefährlichen Undercover-Aktionen ist es ihm gelungen, das Blutbad zu filmen und die Bilder weltweit zu veröffentlichen. Denn die Verwaltung der Hafenstadt sperrt die Zugänge zur "Schlachterbucht", die Delfinmassaker sind strikte Geheimsache, Fotografieren und Filmen bei Strafe verboten.

Solange die internationale Delfinariumsindustrie die japanischen Delfinkiller durch den Ankauf von Tieren aus Taiji unterstützt, wird das Gemetzel weitergehen. Ohne diese Nachfrage käme das grausame Treiben zum Erliegen. Deshalb forderten wir den Weltzooverband WAZA (World Association of Zoos and Aquariums) auf, die Einhaltung seines eigenen Ethikcodes durchzusetzen und die japanische Zoovereinigung sowie alle Zoos und Parks, die Delfine aus Taiji erworben haben, aus ihrem Verband auszuschließen.

Unterstützen Sie unsere Forderungen nach einem sofortigen Verbot der Delfinmassaker und protestieren Sie beim japanischen Botschafter in Deutschland Dr. Takahiro Shinyo.
Ulrike Kirsch

Copyright Fotos: Ric O’Barry (oben); Helene O’Barry (unten)

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