April 2009 - "Wir wünschten, wir hätten mehr Preise zu vergeben", lautete die einhellige Meinung der Jury, denn die Resonanz auf unseren Wettbewerb war überwältigend.
Die "Ahs" und "Ohs" wollten fast kein Ende nehmen angesichts der vielen wunderschönen Motive. Wer sich schon einmal am Delfinfotografieren versucht hat weiß, dass dies sowohl über als auch unter Wasser kein leichtes Spiel ist. Neben dem fotografischen Können gehört dazu auch eine gute Portion Glück: Das Wetter muss passen, die Lichtverhältnisse und natürlich das "Motiv" selbst, kurz: Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein… und zum richtigen Zeitpunkt auf den Auslöser drücken!
Am häufigsten vertreten war der Große Tümmler, eine weit verbreitete Art. An zweiter Stelle rangierte der Spinnerdelfin, im Deutschen auch als Ostpazifischer Delfin bekannt, obwohl er nicht nur im Pazifik, sondern auch im Atlantik und Indischen Ozean vorkommt. Außerdem waren Schwarzdelfine vor Neuseeland und Rundkopfdelfine von den Azoren dabei und sogar der nur vor der Westküste Südafrikas und Namibias vorkommende seltene Heaviside-Delfin.
Die Jury, darunter der bekannte Tier- und Naturfotograf Konrad Wothe sowie die GRD-Gründer, Weltumsegler und Dokumentarfilmer Rollo und Angelika Gebhard, hatte die Qual der Wahl. Die prämierten Aufnahmen sehen Sie unten. Darüber hinaus möchten wir Ihnen ein paar Fotos aus der engeren Auswahl vorstellen.
Wir gratulieren den Gewinnern ganz herzlich und bedanken uns vielmals bei allen Delfinfreunden, die uns ihre Bilder zugesandt haben.
Die Fotos zeigen die Schönheit und Eleganz dieser Meeressäugetiere und gewähren uns einen kleinen Einblick in ihre "Gesellschaft" und ihr soziales Verhalten. Diese Porträts sollten uns einmal mehr Ansporn sein, die vielen Gefahren nicht zu vergessen, die diesen wundervollen Lebewesen durch Lebensraumzerstörung, Meeresverschmutzung, Beifangtod in der Fischerei, Überfischung ihrer Nahrungsressourcen und direkte Tötung drohen.
Ulrike Kirsch
Ein ganz großes Dankeschön auch an unsere Preissponsoren, durch den unser Wettbewerb noch attraktiver wurde:
an Rewe Touristik, die den Hauptpreis, eine Reise nach Teneriffa für 2 Personen inkl. Flug und einer Whale-Watching-Tour, zur Verfügung stellte,
an die Zeitschrift natur+kosmos, die ein Jahresabo als 2. Preis beisteuerte, sowie
an den Online-Shop Marleen’s Boutique 39, von dem wir 2 Schmuckstücke für die Plätze 3 und 4 erhielten.
Die Gewinner der Plätze 5 bis 10, der im Übrigen gleich dreimal vergeben wurde, erhielten jeweils ein handsigniertes Buch "Unter falscher Flagge" von Rollo Gebhard.
Wir gratulieren den Gewinnern!
Anklicken der Bilder öffnet größere Formate
1. Preis: Olivier Notz, Große Tümmler in El Quseir, Ägypten
Eine durch und durch gelungene Komposition mit viel Tiefe und Intensität, bei der einfach alles stimmt. Sie hat unsere Jury in jeder Hinsicht überzeugt.
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2. Preis: Dirk Kleinhans, Großer Tümmler, La Palma/Kanarische Inseln
Für den Bruchteil einer Sekunde erscheint der Delfin über Wasser: Dieser Augenblick wurde in aller Schärfe und Brillanz festgehalten.
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3. Preis: Andreas Schmidt, Spinnerdelfin, Marsa Alam, Ägypten
Eine wunderbare Momentaufnahme, die die Bedeutung von Geselligkeit und "Körpernähe" in Delfingesellschaften widerspiegelt.
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4. Preis: Andreas Schmidt, Spinnerdelfin, Marsa Alam, Ägypten
Ein gelungenes Gruppenbild. Im offenen Meer bildet diese Art gelegentlich Schulen mit bis zu 1000 Tieren.
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5. Preis: Melanie Krause, Spinnerdelfine, Sataya, Ägypten
Diese Aufnahme besticht durch ihre Harmonie und die wunderbaren Lichtreflexe.
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6. Preis: Olivier Notz, Große Tümmler in El Quseir, Ägypten
Diese "Delfinprozession" fanden wir sehr beeindruckend.
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7. Preis: Andreas Schmidt, Spinnerdelfin, Marsa Alam, Ägypten
Die Mehrheit der Jury war von dem Porträt direkt unter der Wasseroberfläche und den schönen Lichtspielen fasziniert.
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8. Preis: Olivier Notz, Große Tümmler in El Quseir, Ägypten
Perfekte Formationsstaffel im Gegenlicht.
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9. Preis: Urs Ackermann, Marsa Alam, Ägypten
Ein wunderschönes Porträt eines Spinnerdelfins, bei dem die Zeichnung der Art deutlich zur Geltung kommt. Der Name stammt übrigens vom englischen "to spin", sich drehen, und bezieht sich auf die "geschraubten" Sprünge dieser Art. Dabei drehen sie sich in der Luft mehrmals um die eigene Achse.
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10. Preis: Dania Vifian, Große Tümmler, Irland
Eine stimmige und harmonische Naturaufnahme.
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10. Preis: Rolf Molzahn, Großer Tümmler, Teneriffa
Eine schöne Komposition aus der Vogelperspektive. Noch vor dem Auftauchen atmet der Delfin aus und erzeugt neben dem eigentlich "Blas" eine kleine Wasserfontäne.
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10. Preis: Helmut Westerdorf, Großer Tümmler, Ios, Griechenland
Ein aussagekräftiges Bild, das viel über die ambivalente Beziehung zwischen Mensch und Delfin erkennen lässt.
Immer wieder kommt es vor, dass einzelgängerische Delfine sich bestimmte Häfen oder Buchten als „Domizil“ wählen und den Kontakt zu Menschen suchen. Durch zusätzliche Fütterung wird mitunter versucht, diesen Gast mit oft grenzüberschreitendem Ruhm als Attraktion an den Ort zu binden. Den Tieren tut man damit keinen Gefallen, da man dadurch ihr natürliches Verhalten verändert. Das Schicksal dieses Großen Tümmlers verdeutlicht auch ein weiteres Problem in der schwierigen Beziehung zwischen Mensch und Delfin. Er wurde 1990 anscheinend von Fischern der Nachbarinsel getötet. Auch heute noch sehen viele Fischer weltweit in den Meeressäugern Nahrungskonkurrenten, die es zu eliminieren gilt.
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Hier noch einige der Fotos, die es bis ins Finale, aber nicht auf einen der Plätze geschafft haben:

Gernot Disselhoff: Weißstreifendelfin in der Johnstone Strait, Kanada
Eine sehr lebhafte, bis zu 2,4 m große Art, die nur im nördlicheren Teil des Nordpazifiks vorkommt. Im offenen Meer soll sie mitunter Schulen mit bis zu 2000 Tieren bilden. Er gehört der gleichen Gattung (Lagenorhynchus) an wie sein Vetter von der Südhalbkugel, der Schwarzdelfin.
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Manfred Marschner: Heaviside-Delfin vor Lüderitz, Namibia
Eine seltene Art, die ausschließlich an der Südwestküste Afrikas (Südafrika, Namibia und evtl. Südangola) vorkommt. Von den aktiven, bis zu 1,7 m großen Meeressäugern soll es nur noch 800-1000 Individuen geben. Er gehört der gleichen Gattung (Cephalorhynchus) an wie der Hector-Delfin. Dieser bewohnt nur die Gewässer vor Neuseeland und ist ebenfalls stark gefährdet.
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Frank Seifert: Schwarzdelfin vor Kaikoura, Neuseeland
Die gesellige und neugierige Art ist dem Weißstreifendelfin (siehe oben) sehr ähnlich, kommt aber nur auf der Südhalbkugel (Neuseeland, Südamerika, Südafrika) vor. Der bis zu 2,1 m große Delfin gilt als toller Akrobat.
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Monika Graf: Rundkopfdelfin vor den Azoren, Portugal
Dieses Exemplar ist so zerkratzt, das die eigentliche von dunkel- bis hellgrau und braun reichende Grundfarbe des Rückens kaum mehr zu erkennen ist. Das „verkratzte“ Erscheinungsbild ist eines der Bestimmungsmerkmale dieser weit verbreiteten, bis zu 3,8 m großen Art. Die Narben stammen von Auseinandersetzungen mit Artgenossen, bei denen sie ihre Zähne als "Waffen" einsetzen.
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Mario Angehrn: Gemeine Delfine vor den Azoren
Kind im "Windschatten" der Mutter. Die charakteristische Sanduhrzeichnung der bis zu 2,4 großen Art ist schön zu sehen.
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Kathrin Wohlrab: Große Tümmler, Ägypten
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Claudia Hautumm: Große Tümmler, Teneriffa
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Jürgen Hartung: Streifen- oder Blau-Weißer Delfin im Mittelmeer
Die filigrane Zeichnung der bis zu 2,5 m großen Art ist deutlich zu erkennen.
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Friedrich Koller: Spinnerdelfine, Rotes Meer, Ägypten
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