Großer Tümmler mit Basketball 11.05.2012 - Wurden die beiden Großen Tümmler "Shadow" und "Chelmers", die im Schweizer Vergnügungspark Connyland Ende November 2011 binnen einer Woche starben, durch Drogen vergiftet? Laut einem ersten Gutachten des Instituts für Veterinärpathologie der Universität Zürich sollen die beiden Tümmler an Gehirnschädigungen, ausgelöst durch Antibiotika, gestorben sein.

Gegen die zwei Tierärzte, die die Antibiotika den Tieren verabreicht hatten, wurde eine Untersuchung eingeleitet. Doch ein Untersuchungsbericht des Instituts für Rechtsmedizin in St. Gallen benennt jetzt Opiate als mögliche Todesursache. Im Urin der beiden Delfine wurde das Opium-Derivat Buprenorphin festgestellt.

Die Luft fürs Connyland wird immer dünner
Gegen die Antibiotika-These gab es von Anfang an starke Zweifel, denn Antibiotika können unter normalen Umständen nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und somit Schädigungen im zentralen Nervensystem verursachen. Damit geraten jetzt doch wieder durchgeknallte Raver, die sich vielleicht einen tödlichen Scherz mit den Delfinen erlaubten, ins Fadenkreuz.

Denn kurz vor dem Tod von "Shadow" und "Chelmers" hatte das Connyland eine Rave-Party veranstaltet, die von Delfinschutzorganisationen aus Deutschland und der Schweiz wegen möglicher Gefährdungen für die Delfine heftigst kritisiert worden war.

Das rezeptpflichtige Opiat Buprenorphin wirkt wie Heroin oder Morphin und wird in der Humanmedizin als starkes Schmerzmittel verwendet. Bei in Gefangenschaft gehaltenen Meeressäugern wird es nicht eingesetzt. Laut NZZ wurde zusätzlich noch Benzodiazepin nachgewiesen. In Verbindung mit Buprenorphin kann es zur Atemlähmung führen.

Derzeit "leben" im Connyland nur noch drei Delfine - ein erwachsenes Weibchen mit ihrem Nachwuchs, einem männlichen Jungtier im Alter von 9 Monaten, sowie ein 7 Jahre altes Männchen - zu wenig, für eine langfristige Profit-Perspektive auf Kosten der Delfine. Und diese könnte sich bald endgültig in Luft auflösen, wenn sich die beiden Kammern des Schweizer Parlaments tatsächlich auf das bereits anvisierte Delfin-Importverbot einigen. Dies könnte dann endlich der Anfang vom längst überfälligen Ende der Delfinhaltung im Connyland sein.

Nationalratskommission für Delfin-Importverbot
Zwar sollen Delfine in der Schweiz auch künftig gehalten werden, aber nicht mehr importiert werden dürfen. Für diese Version sprach sich Anfang Mai nach dem Ständerat auch die vorberatende Kommission des Nationalrates aus. Dieser hatte sich ursprünglich sogar dafür ausgesprochen, die Delfin-Haltung in der Schweiz gänzlich zu verbieten. Doch der Ständerat votierte nur für das Importverbot, auf das es jetzt hinauszulaufen scheint.

Connyland kündigt Widerstand an
Das Ende vor Augen, haben die Betreiber ein letztes Aufbegehren angekündigt. Sie wollen ein Referendum gegen die Revision des Tierschutzgesetzes ergreifen. Die Delfinkiller aus der Schweiz wollen einfach nicht von ihrem mörderischen aber sicher sehr einträglichen Geschäft lassen. Ungeachtet dessen, dass sie in gerade nur vier Jahren den Tod von acht Delfinen zu verantworten haben!
U.Karlowski

Dobro Jutro braucht Hilfe

Adria Patendelfin DOBRO JUTRO (guten Morgen) in einer Gruppe von 4 Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen.

Dobro Jutro (Guten Morgen) war der erste Delfin, den unsere kroatischen Partner eines Morgens bereits um 6.30 Uhr sichteten (zweiter von vorne).

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener