Seit fast hundert Jahren wurde keine neue Art von Flussdelfinen mehr entdeckt. Jetzt haben Forscher im brasilianischen Amazonasbecken den (Inia araguaiensis) als neue Art klassifiziert. Die eng mit dem bekannten Rosa Flussdelfin (Inia geoffrensis) oder Inia verwandten Delfine haben allerdings eine sehr unsichere Zukunft.

Wahrscheinlich gibt nicht einmal mehr tausend Exemplare. Die neue Art, der Araguaia-Delfin, zeichnet sich durch einen längeren Schädel und weniger Zähne im Vergleich zum Inia aus. Sein Lebensraum ist, soweit bislang bekannt, auf den Rio Araguaia in der Region Tucuruí (Bundesstaat Pará) auf rund tausend Quadratkilometer beschränkt. Viele Tiere der neuen Art leben in der Nähe eines Wasserkraftwerk-Staudamms.

Die fünfte bekannt Flussdelfinart
Die Forscher der staatlichen Amazonas-Universität (Ufam) und des Nationalen Amazonas-Forschungsinstitut (Inpa), die die neue Art identifizierten, vermuten, dass sie vor etwa zwei Millionen Jahren entstand. Durch eine Verschiebung tektonischer Platten kam es zu einer Abspaltung von den im Amazonas lebenden Inia-Populationen und zur Isolation der im Gebiet des Rio Araguaia lebenden Flussdelfine, aus denen sich im Lauf der Zeit die neue Art entwickelte.

Der Schnabel des Araguaia-Delfin hat sich im Zuge der evolutionären Entwicklung verlängert, da der Fluss einen sehr schlammigen Untergrund hat. Mit ihrem langen Schnabel wühlen die Delfine im Schlamm, um dort Fische und andere Beute aufzuspüren.

Beliebter Köder bei Fischern
Das fettreiche Fleisch der Delfine ist bei Fischern beliebt, die es als Köder zum Fang von Welsen benutzen. Mit der Folge, dass die seit 17 Jahren vom Amazonas-Forschungsinstitut in einem bestimmten Flussabschnitt beobachtete Population dieser Delfine jedes Jahr um 7 Prozent schrumpft. Die Zukunft des neuen Flussdelfins ist somit mehr als ungewiss.

Zuletzt war 1918 eine neue Süßwasserdelfin-Art entdeckt worden. Von den jetzt bekannten fünf Flussdelfinarten leben nur noch vier, der Baiji oder Chinesische Flussdelfin gilt seit 2010 als ausgestorben.
U. Karlowski, Februar 2014

Kuka braucht Hilfe

Adria Patendelfin KUKA (Haken) schwimmt sehr schnell mit zwei anderen Tümmlern.

Kuka (Haken), im Bild rechts: Die hakenförmige Einkerbung an der Finne ist sein Erkennungsmerkmal.

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