Delfine, vor allem die Tümmler-Arten der Gattung Tursiops (Tursiops truncatus, Tursiops aduncus und den Burrunan Delfin, Tursiops australis), können sich sehr flexibel veränderten Umweltbedingunen anpassen. Besonders deutlich wird dies bei der Entwicklung ganz unterschiedlicher Jagdstrategien bei einer bestimmten Gruppe oder Populationen einer Art. Die jeweiligen, meist tradierten Jagdstrategien können dabei derart unterschiedlich sein, dass man meinen könnte, es hier mit verschiedenen Arten zu tun zu haben. Dies gilt in besonderem Maße für die weltweit am besten erforschte Arten, Großer Tümmler (Tursiops truncatus) und Indopazifischer Große Tümmler (Tursiops aduncus).

Man kann hier vom Vorhandensein von Kultur und der Entstehung von Sub-Kulturen sprechen.

 

Delfin wirft Krake durch die Luft. Foto: Kate SprogisEine aufwendige Jagdmethode, bei der viel Energie verbraucht wird. Foto: Kate SprogisEinem Forscherteam um Kate R. Sprogis von der Cetacean Research Unit der Murdoch Universität (Westaustralien) gelang ein weiterer Nachweis für die extreme Lern- und Anpassungsfähigkeit von Delfinen, wenn es darum geht, Beute zu machen.

Schleudern und Schlagen bis zur Bewußtlosigkeit
Einige der vor der Küste von Bunbury in Westaustralien lebenden Indopazifischen Großen Tümmler (Tursiops aduncus) wenden eine ganz besondere Technik an, um z.B. die nicht unproblematisch zu erbeutenden, über 10 kg schweren und mit acht über 3 m langen, wehrhaften Armen ausgerüsteten Maori Kraken (Macroctopus maorum) zu jagen.

Sie schlagen den großen und kräftigen Oktopus mehrfach kräftig auf die Wasseroberfläche oder schleudern ihn wiederholt einige Meter weit durch die Luft, bis der Tintenfisch sein Bewußtsein und seine Wehrhaftigkeit verliert. Ohne den Einsatz dieser Technik ist die Jagd auf die Kopffüßer für die Delfine lebensgefährlich. Über ihre verblüffenden Forschungsergebnisse berichten die australischen Biologen im Fachblatt "Marine Mammal Science".

Ein Sponger-Tümmler aus der Shark Bay trägt einen Schwamm auf der Schnauzenspitze.Seit vielen Jahren gaben die vor allem weiblichen Indopazifischen Großen Tümmler, die in der westaustralischen Meeresbucht Shark Bay als sogenannte "Schwammstrategen" berühmt wurden, Rätsel auf. Warum machen die das?

Die sogenannten "Sponger" setzen bei der Nahrungssuche ein Werkzeug ein: Sie nehmen mit ihrer Schnauze einen Meerschwamm vom Meeresgrund auf, um damit im sandigen Boden nach Fischen oder anderer Nahrung zu wühlen. Mit ihren schwammbewehrten Nasen sind sie einem geringeren Verletzungsrisiko durch scharfe Muschelschalen oder Korallenbruchstücke ausgesetzt, dachte man. Doch diese Erklärung allein griff zu kurz.

Erst der Werkzeuggebrauch eröffnet eine ökologische Nische
Wissenschaftler um Sina Kreicker und Michael Krützen von der Universität Zürich konnten das "Sponger-Rätsel" jetzt lösen. Ihre vergleichende Analyse von Fettsäuren aus dem Gewebe von "Spongern" und "Nicht-Spongern" zeigte, dass sich mit der ungewöhnlichen Jagdtechnik auch die Ernährung der Delfine erheblich wandelt, schreiben die Forscher im Fachjournal "Proceedings B" der britischen Royal Society."

Sechs Delfine verharren fast senkrecht übereinanderVor der Nordküste von Westaustralien haben sich einige Große Tümmler darauf spezialisiert, in über den Meeresboden gezogene Grundschleppnetze hinein zu schwimmen, um dort Fische zu jagen und ein wenig herumzutollen. Sie sind die Super-Spezialisten in der spezialisierten Gruppe der westaustralischen Trawler-Delfine. Das gefährliche, aber vergleichsweise bequeme "Stehlen" von in Fischernetzen zappelnder Beute ist bei Delfinen recht beliebt und aus vielen Küstengebieten bekannt - ein Verhalten, dass die intelligenten Meeressäuger bei Fischern nicht gerade beliebt macht.

Doch was genau dabei an den Netzen passiert und wie die Delfine dort Fische jagen, wurde wissenschaftlich bislang kaum untersucht.

Zwei Kleine Schwertwale schwimmen rasant nebeneinander, beide sind mit ihrem halben Körper aus dem Wasser, beim unteren Tier ist die Finne deutlich zu erkennen.Gemeinsam schaffen wir das besser, mögen sich die etwa 150 Kleinen Schwertwale, eine Delfinart, und die etwa 150 Großen Tümmler vielleicht gedacht haben, die im Hauraki-Golf, einer großen Bucht im Nordwesten der Nordinsel Neuseelands, gemeinsam einen großen Schwarm Australischer Lachse oder Kahawai auf raffinierte Weise sich gegenseitig unterstützend einkreisten und verspeisten.

Über Jagdgemeinschaften aus unterschiedlichen Delfinarten weiß man recht wenig. Nur sehr selten kann man dieses gleichermaßen faszinierende wie spektakuläre Verhalten beobachten, über das neuseeländische Wissenschaftler im Fachmagazin "Marine Mammal Science" berichten.

Ein Beispiel für kulturelle Entwicklungen bei Meeressäugern konnten Wissenschaftler bei einer Population von Indopazifischen Großen Tümmlern, die in der westaustralischen Shark Bay beheimatet sind, beobachten: In der Shark Bay lernen nur die Töchter von ihren Müttern. Die Forscher werteten dazu Aufzeichnungen über einen Zeitraum von 14 Jahren aus und konnten insgesamt 11 verschiedene Strategien, die die Delfine bei ihrer Nahrungssuche einsetzen, identifizieren.

Bei einer davon setzen die Tiere ein Werkzeug ein: Sie nehmen mit ihrer Schnauze einen Schwamm vom Meeresgrund auf, um damit im sandigen Boden nach Fischen oder anderer Nahrung zu wühlen. Mit ihren derart schwammgeschützten Nasen sind die "Sponger", wie sie genannt werden, einem geringeren Verletzungsrisiko durch scharfe Muschelschalen oder Korallenbruchstücken ausgesetzt, wenn sie im Meeresboden nach Nahrung stöbern.

Delfingesellschaften sind sehr komplex. Ihre Struktur und ihr soziales Gefüge passen sich nicht nur sich verändernden Umweltbedingungen an. Auch das Beherrschen bestimmter Fähigkeiten kann in einer Delfingesellschaft zur Bildung von sozialen Gruppen und Netzen führen.

So scheint die Gruppe der weiblichen Indopazifischen Großen Tümmler, die in der westaustralischen Shark Bay als sogenannte "Schwammstrategen" auf die Jagd geht, in einer sozialen Gruppe zusammen zu leben und tendenziell weniger mit Tümmlern zu interagieren, die die Schwammstrategie nicht beherrschen.

Adria Patendelfin KUKA (Haken) schwimmt sehr schnell mit zwei anderen Tümmlern.An der Küste von Florida lebende Große Tümmler teilen sich ihre Aufgaben bei der gemeinsamen Jagd auf Fischschwärme klar ein.

Diese Aussage gilt zumindest für die beiden Delfingruppen, denen Biologen von der Universität von Massachusetts in Dartmouth drei Monate lang bei ihrer Jagd in unterschiedlichen Habitaten auf die Flipper schauten.

Die Biologen stellten fest, dass immer ein ganz bestimmter Delfin aus einer Gruppe die schwierige Aufgabe des Treibers übernimmt, während der Rest der Gruppe versucht, eine Barriere zu bilden, die für die Beute nicht so einfach zu durchschwimmen ist.

POVELIKI braucht Hilfe

Adria Patendelfin POVELIKI (ziemlich groß) in einer Gruppe mit 4 anderen Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen. POVELIKI ist der mit Abstand größte Delfin in der Gruppe und hat eine markante hell gefärbte Finnenspitze.

Poveliki (ziemlich groß), vierter von vorne, ist an seiner markanten Finne gut zu erkennen. Hier ist er u.a. mit Crta unterwegs.

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