Fünf bis sechs Rauzahndelfine schwimmen langsam und sehr dicht beieinander an der Wasseroberfläche. Begeben sich Orcas oder Rauzahndelfine auf Reisen, dann schweigen viele Mitglieder der Reisegruppe lieber als ständig die Umgebung mit ihrem Ultraschallsonar zu scannen. Beim Schwimmen in der Gruppe herrscht eher Ruhe.

Zahlreiche Tiere orientieren sich nämlich an den Rufen ihrer Artgenossen, statt sich selbst mit der Navigationsarbeit zu beschäftigen. Dies jedenfalls glauben Wissenschaftler aus Tübingen herausgefunden zu haben.

Die Meeressäuger sparen durch den geringen Sonareinsatz einerseits Energie, vermeiden es andererseits, unnötig Aufmerksamkeit auf sich zu lenken oder bedingt durch ein Durcheinander von Orientierungsscans, Navigationsfehler zu begehen. Für ihre Studien analysierten die Forscher den Sonareinsatz bei verschiedenen Rauzahndelfingruppen vor der Kanareninsel La Gomera.

Rauzahndelfine pflegen auf zwei Arten zu reisen: Einzelne Tiere schwimmen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in einem losen Verbund oder man bildet eine Gruppe, in der Reisegeschwindigkeit und Richtung der Reise aufeinander abgestimmt werden – sie bilden eine Reisegemeinschaft.

Während im ungeordneten und losen Zusammenschluss immer mehrere Tiere gleichzeitig und durcheinander die Umgebung scannen, geht es in der synchron schwimmenden Reisegemeinschaft vergleichsweise sehr diszipliniert und viel ruhiger zu. Hier, so stellen die Wissenschaftler fest, übernahm sehr oft ein Delfin als Führungsaufgabe die Funktion des Navigators und sorgte mit seinem akustischen Einsatz für die Orientierung der ganzen Gruppe. Bereits früher hatte es ähnliche Hinweise bei Orcas, der größten Delfinart, gegeben. Auch sie setzen ihr Sonar sehr viel sparsamer ein, wenn sie gemeinsam in einer großen Gruppe schwimmen.

Verlassen sich mehrere Delfine auf ein einziges Echo zur Orientierung, dann ist es wichtig, dass der gesamte Verband sich sehr eng zueinander und synchron bewegt. Bei identischer Schwimmrichtung und der sehr geringem Abstand zum nächsten Artgenossen, treten nur geringe Echoartefakte- und Verzerrungen auf. Man kann sich also - in der Regel - auf seinen Navigator verlassen.

Macht dieser jedoch einen Fehler, kann dies fatal für die ganze Gruppe sein. So könnten viele Strandungsereignisse z.B. bei Pilot- oder Grindwalen (ebenfalls eine Delfinart) mit Fehlern des Navigators zu tun haben, dem die ganze Gruppe blindlings und schweigend in den Tod folgt.
© U. Karlowski, Dezember 2005

Der Familientyp braucht Hilfe

Drei Grindwale oder Pilotwale schwimmen ganz eng zusammen im tiefblauen Meer vor La Gomera.

Indische Grindwale sind Delfine. Sie leben in Familienverbänden. Die Körperlänge variiert von 3,5 bis 6,5 m, Männchen sind deutlich größer als Weibchen.

⇒ Pilotwal-Patenschaft (La Gomera) ⇒ Patenschaft verschenken

Ihre Hilfe für bedrohte Delfine

Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

Delphinpost

Unser Vereins-Magazin mit vielen interessanten Informationen rund um Delfine und die Arbeit der GRD zur Rettung bedrohter Delfinpopulationen und ihrer Lebensräume.