Ein Großer Tümmler transportiert ein Stück einer Wasserpflanze im Maul. Delfine befassen sich eingehend damit, Interessantes in ihrer Umwelt zu entdecken und zu nutzen. Bekannt ist der Einsatz von weichen Schwämmen, die, auf die empfindliche Schnauze gesetzt, diese beim Stöbern nach in spitzkantigem Fels verborgener Nahrung vor Verletzungen schützen, scheinbar zielloses Herumtragen von Algen auf dem Kopf, wohl spielerisches Herumwerfen von erbeutetem Fisch oder das geschickte Wiedereinsammeln von Plastikteilen mit den Flippern, die vorher im Maul transportiert wurden.

Jetzt haben japanische Wissenschaftler erstmals beobachtet, dass Große Tümmler (Tursiops truncatus) beim objektbezogenen Spiel ihr Umweltmedium verändern.

Drei Große Tümmler aus dem "Suma Aqualife"-Delfinarium in Kobe haben sich die Fähigkeit des "berührungslosen Aufhebens" angeeignet. Sie erzeugen unter Wasser gezielt Wasserströmungen, um am Boden liegende Futterbrocken in Bewegung zu versetzen, aufsteigen zu lassen und wieder aufzunehmen.

Alles nur ein Spiel
Sehr geschickt setzen sie die verglichen mit Luft über 800-mal höhere Dichte von Wasser bei dieser Tätigkeit, bei der scheinbar kein Ziel, wie z.B. Nahrungsaufnahme, verfolgt wird, ein. Erstaunlich ist, dass die Tiere verschiedene Techniken entwickelt haben. So lassen sie einen Futterbrocken seitlich aus ihrem Maul auf den Beckenboden sinken, um diesen dann entweder mittels gezielter drehender oder nickender Kopfbewegungen oder durch wiederholtes Öffnen und Schließen des Mauls vom Beckenboden aufsteigen zu lassen.

Nur Menschen setzen bislang verschiedene Techniken zur Veränderung ihres Umweltmediums ein
Bislang gab es keine Beobachtungen, dass ein Säugetier, ausgenommen der Mensch, verschiedene Techniken der Veränderung seines Umweltmediums einsetzt, um Objekte in Bewegung zu versetzen.

Die Beobachtungen der japanischen Wissenschaftler könnten ein erster Hinweis darauf sein, dass Delfine ein Verständnis für die physikalischen Hintergründe der Erzeugung von Wasserströmungen und deren Auswirkungen auf unbelebte Objekte, also über ein gewisses Physik-Verständnis, verfügen.

Bestnote in Physik: Neukaledonische Krähen
Spitzenreiter in der Tierwelt beim Verständnis physikalischer Vorgänge sind derzeit ausgerechnet Rabenvögel. Neukaledonische Krähen verstehen das Prinzip der Verdrängung. Sie zeigten sich in Experimenten in der Lage korrekt einzuschätzen, wie viel Wasser ein Gegenstand verdrängt.
© U.Karlowski, Oktober 2014

Vitali braucht Hilfe

Peru Patendelfin VITALI, dümpelt ruhig im Wasser, Kopf, Blasloch, Finne und sein linkes Auge sind sichtbar.

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener