Delfine sind hochintelligente Wesen mit Ich-Bewusstsein, Persönlichkeit und Einfühlungsvermögen, die in hoch komplexen sozialen Verbänden leben. Sie benutzen Werkzeuge, geben sich individuelle Namen, trauern um ihre Toten, können Verhaltensweisen, sogar artübergreifend, z.B. auch von Menschen, nachahmen und an ihre Nachfahren weitergeben, zeigen also Ansätze zur Entwicklung von Kultur.

Immer wieder überraschen die flinken Meeressäuger mit ihren erstaunlichen Fähigkeiten und die Art und Weise, wie sie ihr Zusammenleben gestalten. Dennoch hat die Forschung bislang erst einen Bruchteil dessen, was es alles noch zu entdecken gibt, herausgefunden. Doch das, was man jetzt schon weiß, reicht für viele Wissenschaftler aus, Delfinen den Status von "nichtmenschlichen Personen" zuzusprechen. Wegen ihrer großen Menschenähnlichkeit werden Delfine auch als "unser Ebenbild im Meer" bezeichnet, Forscher plädieren für eine eigene "Delfin-Ethik".

Im August 2012 erklärten die Fischer der etwa 160 Kilometer vor Tokio gelegen Insel Toshima sämtliche Delfine, die sich rund um die Insel aufhalten, zu Mitbürgern.

 

Das Delfinbaby mit seiner leiblichen Mutter (links) und mit der Adoptivmutter (rechts).Ein Delfinbaby, das im Alter von knapp 2 Monaten seine Mutter verlor, wurde durch ein ihm fremdes und genetisch nicht verwandtes Delfinweibchen, das selbst keinen Nachwuchs hatte, adoptiert. Eine Gruppe japanischer Wissenschaftler um Mai Saki vom Fischereiinstitut der Kindai-Universität machte diese sehr seltene und ungewöhnliche Beobachtung während des Langzeitmonitorings von Indopazifischen Großen Tümmlern (Tursiops aduncus), die vor der etwa 200 km südlich von Tokio im Pazifischen Ozean gelegenen Vulkanisel Mikura leben. Sie berichten über ihre Forschungsergebnisse im Onlineportal "Scientific Reports 6".

Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanKüstennah lebende Delfinarten haben es schwer. Umweltfolgen menschlicher Eingriffe treffen sie besonders hart. Von Wasserverschmutzung, intensiver Küstenfischerei, Bautätigkeiten im Küstenbereich, erhöhtem Schiffsverkehr, Förderung von Öl oder Erdgas bis hin zu intensiver touristischer Nutzung durch zudringliche Schwimmer, Surfer und Freizeitkapitänen auf allerlei Wasserfahrzeugen. Da bleibt den Meeressäugern oft zu wenig Ruhe und Nahrung zum Leben, besonders, wenn man selbst eher scheu und zurückhaltend ist und nicht robust und neugierig wie der größere Verwandte, der Große Tümmler.

Doch lassen sich die Auswirkungen all dieser Störungseffekte wissenschaftlich überhaupt quantifizieren? Dieser Frage gingen Forscher der Universitäten von Groningen, Hongkong, der Nelson Mandela Universität aus Port Elisabeth und des South African Institute for Aquatic Biodiversity (SAIAB) aus Grahamstown von 2010 bis 2011 nach.

Buckelfin traegt totes Baby, das quer auf seinem Rücken vor der Finne liegt. Ob es Wunder gibt, vermag ich wirklich nicht zu sagen. Märchen und Mythen sind voll davon, doch ihre Erzähler sind längst verblichen. Geblieben sind ihre Schilderungen. Keiner wird sie mehr fragen können, ob es auch wahr ist, was sie zu berichten hatten. Trotzdem, ich war einmal Zeuge eines Wunders.

An einem wunderschönen Morgen tuckerte ich zusammen mit unserem Bootsfahrer Ali gemütlich über das friedvolle Meer, als sich ein Boot mit hoher Geschwindigkeit unserem Ankerplatz näherte. Issa drosselte den Motor, als er mich erkannte, und rief aufgeregt meinen Namen. "Horst, komm, Du musst unbedingt kommen" und gestikulierte so aufgeregt, dass er fast ins Wasser gefallen wäre.

Sechs Große Tümmler vollführen im Roten Meer nahe des sandigen Meeresbodens eng zusammen aneinander geschmiegt einen Tanz, ein Delfin-Unterwasserballet.Vor der Nordküste von Westaustralien machten Wissenschaftler von der Universität Murdoch eine sensationelle Verhaltensbeobachtung: Große Tümmler nutzen straff gespannte Grundschleppnetze, um darauf unter Wasser wie auf einem Trampolin zu springen.

Handelte es sich nicht um eine Veröffentlichung des Fachmagazins "Marine Mammal Science", würde man dem wohl kaum Glauben schenken können.

Eigentlich wollte das Forscherteam um Vanessa F. Jaiteh und Simon J. Allen das Verhalten von Großen Tümmlern bei der Jagd in Grundschleppnetzen mit Hilfe innerhalb der Fangnetze installierter HD-Camcorder dokumentieren.

Was vielfach vermutet, bislang wissenschaftlich aber nicht nachgewiesen war, ist jetzt geklärt: Delfine wissen, wer sie sind und können sich folglich auch in einem Spiegel selbst erkennen.

Dahinter verbirgt sich die Annahme, dass Selbst-Erkennen im so genannten Spiegeltest ein erstes Anzeichen für ein höheres Bewusstsein ist. Bislang wurde dieses Ich-Bewusstsein nur Menschen und Menschenaffen wie Gorillas oder Schimpansen und seit November 2006 - was nicht weiter verwundert - auch Elefanten zugesprochen.

Zwei Delfine jagen durchs Meer einer springt hoch in die Luft.Intelligenten, sozial lebenden Tieren, wie Elefanten, Papageien, Primaten oder Delfinen, wird auch die Fähigkeit zum Humor nachgesagt.

Humor ist ein sehr komplexer gedanklicher Vorgang, bei dem man sich in die Gefühls- und Gedankenwelt des Gegenübers versetzen können muss – die sogenannte "Theory of Mind". Doch bei Delfinen sind Beispiele selten gesät, da diese anspruchsvolle soziale Fähigkeit bei ihnen schwer zu beobachten und zu interpretieren ist.

Vergleichsweise sehr viel leichter lässt sich Humor bei intelligenten Landsäugetieren wie Elefanten beobachten. So berichtete der Psychologe und Wissenschaftsjournalist Benjamin Mee in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung von einer humorigen Elefantendame. Sie legte, wann immer sie konnte, ihren Rüssel von hinten um den Kopf eines anderen Elefanten, um ihn dann am Ohr zu zupfen. Dann drehte sie sich schnell um und tat so, als hätte sie nichts damit zu tun, derweil der ohrgezupfte Dickhäuter sich suchend umsah - ganz so wie wir Menschen es zigfach auch schon bei unseresgleichen praktiziert haben.

Trauerverhalten in Delfingesellschaften ist mehrfach dokumentiert, auch wenn es nur schwer zu beobachten ist.

So wissen wir, dass Delfine sogar gemeinschaftliches Fürsorge- und Trauerverhalten zeigen, neben Beobachtungen von Einzel-Interaktionen, bei denen z.B. eine Delfinmutter um ihr totes Baby trauert.

Beim Trauerverhalten zeigen die Tiere ausgeprägte Fürsorge- und Abschiedsgesten, wie man sie sonst nur z.B. von Gorillas, Schimpansen, Elefanten oder Menschen kennt. Delfine zeigen auch hier, dass sie eine "Theory of Mind" haben, sie sind sich ihrer selbst bewusst und können sich in die Gefühls- und Gedankenwelt ihres Gegenübers versetzen - bis in den Tod.

 

Trinity mit ihrem dritten Baby im Juli 2012, von Trinitiy ist nur die Finne zu sehen, ihr Baby schwimmt ganz dicht hinter der Finne und streckt gerade den Kopf aus dem Wasser, seine Finne ist noch halb unter Wasser.Delfinweibchen der Art Großer Tümmler, die sich Jungenaufzucht und Erziehung mit erfahrenen Delfinmüttern teilen, haben bessere Chancen, ihren Nachwuchs durchzubringen, als Mütter, die mehr oder weniger auf sich selbst gestellt sind.

Gute soziale Kontakte sind wichtig, um den Fortpflanzungserfolg sicherzustellen und ein Delfinbaby über die kritischen ersten drei Lebensjahre zu bringen, denn der Erfolg bei Jungenaufzucht hängt nicht allein von genetischen, sondern auch stark von sozialen Faktoren ab.

Ein israelischer Weltraumingenieur hat herausgefunden, wie kleine Delfinbabys es schaffen, stetig nah bei ihrer Mutter zu schwimmen und nicht den Kontakt zu ihr und den anderen schnell schwimmenden Artgenossen zu verlieren.

Die kleinen Delfine werden vom Sog des Kielwassers der Mutter quasi angesaugt, sparen auf diese Weise wichtige Energien und können nur so überhaupt mit der Geschwindigkeit der ganzen Gruppe mithalten.

Ein Großer Tümmler zeigt beim Tail-Walking, dem rückwärts Gleiten auf der Schwanzflosse, seinen Bauch, im Hintergrund ist ein Absperrgitter zum offenen Meer zu erkennen.Wilde Delfine, die vor der Küste der südaustralischen Stadt Adelaide freiwillig das aus Delfinarien bekannte "Tail Walking" (rückwärts Gleiten auf der Schwanzflosse) - ein Verhalten, das in freier Natur nicht vorkommt - vollführen, stellten Wissenschaftler vor ein Rätsel. Dieses scheint nur gelöst.

Forscher fanden 2008 heraus, dass ein weiblicher Delfin der Gruppe, "Billie", als dreijährige Delfin-Waise in den 80er Jahren drei Wochen in einem Delfinarium verbrachte. "Billie" war in die Schleuse eines Jachthafens geraten und fand nicht mehr den Weg zurück ins Meer. Man brachte sie zur Behandlung einer Krankheit in ein Delfinarium, allerdings ohne sie dort zu trainieren. Bevor "Billie" wieder in die Freiheit entlassen wurde, markierte man ihre Rückenfinne mit einer "3", so dass sie leicht wiederzuerkennen war.

Sie lebte mit rund 30 anderen Delfinen überwiegend in der Port-River-Mündung, nur 15 Kilometer vom Stadtzentrum von Adelaide entfernt. Offensichtlich hat sich "Billie", die 2007 starb, das "auf der Schwanzflosse gehen" bei den in Gefangenschaft im Delfinarium lebenden Delfinen abgeschaut und dann wiederum ihren wild lebenden Artgenossen vorgeführt.

Der Delfin kam aus dem tiefen Blau des Ozeans, war plötzlich da, verletzt und in seinen Bewegungen behindert durch eine um den Flipper geschnürte Angelschnur. Er suchte Hilfe.

Was eine Gruppe von Tauchern vor der Küste von Hawaii erlebte, verschlägt einem die Sprache. Gäbe es nicht ein Video darüber, niemand würde diese Geschichte glauben:

Ein wilder Großer Tümmler sucht von sich aus die Nähe von Menschen, in der Hoffnung, dass diese Unterwasserwesen ihn von seiner gefährlichen Verhedderung mit einer Angelschnur und einem tief im Fleisch sitzenden Angelhaken befreien können!

Bei einer Gemeinschaft Großer Tümmler, die vor der Küste Neuseelands lebt, stieß der schottische Ökologe David Lusseau auf ebenso komplexe wie fragile soziale Gesellschaftsstrukturen: Sozial-Integratoren halten eine Delfingesellschaft zusammen.

Acht Jahre lang beobachtete Lusseau eine aus 62 Individuen bestehende Delfingemeinschaft. Durch die wie bei einem Fingerabdruck individualtypischen Markierungen an den Rückenfinnen, konnte er die einzelnen Tiere identifizieren und so ihr Verhalten mittels eines mathematisches Modells, das den Aufbau komplexer Netzwerke beschreibt, analysieren.

Verräterische Rückenfinnen: Viele Narben, große Finne - das muss ein Männchen sein!

Um den Zustand einer bedrohten Population und das für ihr Überleben mitentscheidende Fortpflanzungspotenzial beurteilen zu können, ist es wichtig, das Verhältnis von Männchen zu vermehrungsfähigen Weibchen zu kennen. Doch das ist bei Delfinen ein sehr schwieriges Unterfangen.

Delfine tragen gerne Seegras, Meeresschwämme aber auch Plastiktüten und andere Gegenstände in oder auf ihrer Schnauze.Delfine tragen gerne Seegras, Meeresschwämme aber auch Plastiktüten und andere Gegenstände in oder auf ihrer Schnauze oder am Köper. Dies ist einerseits Teil des Spielverhaltens der Meeressäuger, kann aber andererseits auch zum Einsatz der Gegenstände als Werkzeug zur Nahrungssuche geschehen.

Bei den Amazonasdelfinen (Inia geoffrensis), auch Boto genannt, kommt vielleicht eine weitere Ursache für das Schmücken des Körpers mit Gegenständen hinzu.

Forscher aus Großbritannien und Brasilien, die mehr als 6.000 Gruppen der bis zu 2,80 Meter langen und bis zu 150 kg schweren Flussdelfine im Amazonas beobachteten, meinen, dass männliche Inias Büschel von Wasserpflanzen auf ihrem Körper tragen, um damit die Weibchen zu beeindrucken, der Einsatz von Gegenständen geschieht hier also im Rahmen des Balzverhaltens.

Koreanischen Wissenschaftlern des Walforschungsinstituts ICR ist es erstmals gelungen, eine Gruppe Gemeiner Delfine beim Versuch zu filmen, einem verletzten Artgenossen zu helfen und das Leben zu retten.

Unter Großen Tümmlern gibt es echte Männerfreundschaften.

Dabei bestehen die innigsten Freundschaften nur aus einer Gruppe von zwei, maximal drei Tieren und können bis zu zwanzig Jahre halten - gemessen am Lebensalter eines wild lebenden Tümmlers von durchschnittlich rund 25 Jahren also gut ein Leben lang.

Warum töten Delfine in Moray Firth ihre Kinder? Gerade einmal ein Jahr waren sie alt, die fünf Babydelfine, die zwischen 1992 und 1996 tot an die Strände der an Schottlands Ostküste gelegenen Bucht von Moray Firth gespült wurden.

Nach einer von britischen Wissenschaftlern veröffentlichten Studie über die Todesursache der jungen Großen Tümmler (Tursiops truncatus) starben sie an gebrochenen Rippen, perforierten Lungen, ausgerenkten Brustwirbeln und schweren inneren Blutungen. Und ihre Haut war von Bissspuren überzogen, die exakt mit dem Zahnabstand des Gebisses eines erwachsenen Tümmlers übereinstimmen.

Vitali braucht Hilfe

Peru Patendelfin VITALI, dümpelt ruhig im Wasser, Kopf, Blasloch, Finne und sein linkes Auge sind sichtbar.

Vitali steckt voller Lebenskraft. Er hat keine Schwanzfluke, kommt aber dennoch zurecht - nicht zuletzt Dank seines Freundes Viatli-Pal.

⇒ Patenschaft für Vitali (Paracas/Peru) ⇒ Patenschaft verschenken

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Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener