Delfine tragen gerne Seegras, Meeresschwämme aber auch Plastiktüten und andere Gegenstände in oder auf ihrer Schnauze.Delfine tragen gerne Seegras, Meeresschwämme aber auch Plastiktüten und andere Gegenstände in oder auf ihrer Schnauze oder am Köper. Dies ist einerseits Teil des Spielverhaltens der Meeressäuger, kann aber andererseits auch zum Einsatz der Gegenstände als Werkzeug zur Nahrungssuche geschehen.

Bei den Amazonasdelfinen (Inia geoffrensis), auch Boto genannt, kommt vielleicht eine weitere Ursache für das Schmücken des Körpers mit Gegenständen hinzu.

Forscher aus Großbritannien und Brasilien, die mehr als 6.000 Gruppen der bis zu 2,80 Meter langen und bis zu 150 kg schweren Flussdelfine im Amazonas beobachteten, meinen, dass männliche Inias Büschel von Wasserpflanzen auf ihrem Körper tragen, um damit die Weibchen zu beeindrucken, der Einsatz von Gegenständen geschieht hier also im Rahmen des Balzverhaltens.

Zwar konnten die Wissenschaftler bei insgesamt 6.026 beobachteten Iniagruppen nur bei 221 das Tragen von Objekten in der Schnauze feststellen, doch handelte es sich bei den Trägern sonderbarerweise fast ausnahmslos um erwachsene Männchen. Genetische Analysen ergaben zudem, dass ausgerechnet die Iniamännchen, die den größten Ehrgeiz beim Tragen entwickelten, auch zu den fruchtbarsten Vätern gehörten.

Nach Ansicht des internationalen Forscherteams spricht also viel dafür, dass das Herumtragen der Wasserpflanzenbüschel bei den Inias Bestandteil des Balzverhaltens ist, auch wenn sicherlich genauso viel dagegen spricht, und es sich hier schlichtweg um recht verspielte Delfinmännchen handelt, die einfach Spaß an der Sache mit den Wasserpflanzenbüscheln entwickelt haben.

Was auch immer der Grund für den ungewöhnlichen Körperschmuck sein mag, beim Herumtragen muss es sich jedoch um eine alte, tradierte Verhaltensweise handeln, denn sie wurde auch bei von der Gesamtpopulation isolierten Iniagruppen beobachtet. Dies könnte ein weiterer Hinweis für die Ausprägung einer nicht genetisch bedingten durch Überlieferung und Lernleistung tradierten Verhaltensweise, die nur in bestimmten Regionen, Gruppen oder Familien auftritt - also Kultur - bei Delfinen sein.
Ulrich Karlowski

Der Spaßmacher braucht Hilfe

Zwei Flecken- oder Zügeldelfine schwimmen dicht unter der glasklaren Wasseroberfläche fast nebeneinander von rechts ins Bild, das hintere Tier ist leicht versetzt.

Zügeldelfine (Stenella frontalis) sind mit ihren etwa 2 Metern Länge relativ klein. Jungtiere sind ungefleckt, erst mit dem Alter nimmt die Fleckung immer mehr zu. Zügeldelfine sind nicht selten in Schulen von mehreren Hundert Tieren anzutreffen!

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener