SAFE: 25 Jahre delfinsicherer Thunfisch
Vor 25 Jahren wurde das umfassendste und wirkungsvollste Delfinschutzprogramm der Welt gegründet: SAFE, das internationale Kontrollprogramm für delfinsicher gefangenen Thunfisch des Earth Island Institute aus Kalifornien (EII). Mehr als 7 Millionen tote Delfine in 40 Jahren beim ThunfischfangEs war die größte Massenvernichtung von Meeressäugern in der Geschichte der Menschheit: Beginnend in den späten 1950er-Jahren bis Anfang der 1990er-Jahre...
Jagd auf Delfine in Peru – Patendelfine nicht in Gefahr
Seit mehr als 10 Jahren kämpft die GRD, gemeinsam mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA gegen die Jagd auf Delfine vor der Küste des Andenstaates Peru. Skrupellose Fischer harpunieren dabei Dusky-Delfine, das Blut der verwundeten Meeressäuger soll Haie anlocken. Anschließend werden die Delfine an Bord der Fischerboote getötet und zerlegt, um ihr Fleisch als Köder für den Fang der angelockten Haie einzusetzen. Die Jagd auf Delfine...
Wissenschaftler: Fischerei in internationalen Gewässern beenden
Für ein Ende der Fischerei in internationalen Gewässern – also außerhalb der 200-Meilen-Zonen vor den Küsten – plädiert eine Gruppe Wissenschaftler in einem Beitrag der Zeitschrift Scientific Reports, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19.02.2015. Die radikal klingende Maßnahme würde, so die Forscher, den weltweiten Fischereiertrag sogar steigern, auch die Verteilung der Fangmengen würde gerechter sein....
Schleswig-Holstein: Freiwillige Netzreduktion klappt nicht
Pressemitteilung, 21.11.2014 - Die Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband vereinbart hat, erweist sich als umweltpolitischer Rohrkrepierer. Mit der Regelung soll die Todesrate von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen vor der Küste Schleswig-Holsteins gesenkt werden. Bereits im März dieses Jahres hatten GRD und der NABU...
Siebzig neue Meeresschutzgebiete in der EU
In Europa sollen über 70 neue marine Schutzgebiete entstehen. Auch die Lebensräume zahlreicher Delfin- und Walarten werden damit einen besseren Schutzstatus erhalten. Im Anschluss an die diesjährige Tagung der Nordostatlantik-Staaten, auch Oslo-Paris-Konvention (OSPAR) genannt, haben Schottland, Spanien und Portugal über 70 neue Meeresschutzgebiete ausgerufen beziehungsweise angekündigt. In den jetzt ausgerufenen Schutzzonen leben zahllose,...
Obama will weltweit größtes Meeresschutzgebiet einrichten
Es scheint ein Faible von aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten zu sein, ökologisch bedeutende Fußabdrücke im Meeresschutz zu hinterlassen. So hat US-Präsident Barack Obama angekündigt, das einst von seinem Vorgänger eingerichtete, in der Nähe von Hawaii im südzentralen Pazifik gelegene Pacific Remote Islands Marine National Monument Schutzgebiet um fast das Neunfache auszuweiten. Es wäre damit das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Obama...
Mehr Schutz für Meerestiere: Kiribati zeigt Fischern die Rote Karte
Die Regierung des Inselstaats Kiribati hat in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete, der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten verboten und damit das gesamte Schutzgebiet zur "No Take Zone" erklärt. PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien. Der mitten im Pazifik, auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien gelegene...
Taiwan etabliert erstes Schutzgebiet für Chinesische Weiße Delfine
An der Westküste von Taiwan wird das erste Schutzgebiet für die bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis), die auch Buckeldelfine genannt werden, entstehen, wie "Taiwan Today" berichtet. Die 763 Quadratkilometer große Schutzzone umfasst das Meeresgebiet zwischen dem im zentralen Westen der Insel gelegenen Fischereihafen von Longfeng (Miaoli Distrikt) und dem Leuchtturm auf der Waisanding Sandbank (Chiayi Distrikt) im Süden, auf...
Schweinswale und Seevögel: Opfer verheerender grüner Umweltpolitik in Schleswig-Holstein
Pressemitteilung, 18.03.2014 - Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) und der NABU Schleswig-Holstein warnen vor massiven Verlusten von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen entlang der Küsten Schleswig-Holsteins in diesem Jahr. Der Grund: Die Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband im vergangenen Jahr...
Grüner Umweltminister setzt Schweinswal-Schutz auf Null
Eine einschneidend negative Entscheidung für das Schicksal unserer heimischen bedrohten Schweinswale fällte zum Jahresende 2013 ausgerechnet ein grüner Umweltminister: Robert Habeck aus Schleswig-Holstein. Habeck unterzeichnete eine freiwillige Vereinbarung mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband Schleswig-Holstein. Statt Schweinswale wirkungsvoll vor dem grausamen Beifangtod in Fischernetzen zu bewahren, setzt man an...
Peru: Erfolgreiche Aktion gegen Delfinjäger
Durch ein prahlerisches Foto auf seiner Facebook-Seite ist den peruanischen Behörden einer der skrupellosen Fischer ins Netz gegangen, die Delfine töten, um ihr Fleisch als Köder zum Fang von Haien zu benutzen. Der Fischer konnte von den peruanischen Behörden jetzt identifiziert werden. Ihm droht nun strafrechtliche Verfolgung. Dass Delfine in Peru nicht mehr gefangen und gegessen werden dürfen, dazu haben maßgeblich unsere peruanischen...
Trauriger Fund: Weißer Ostsee-Schweinswal auf Fehmarn tot angestrandet
Pressemitteilung, 19.09.2013 - Am 08. September wurde bei der Marienleuchte auf Fehmarn gegen 12:00 Uhr ein toter weißer Schweinswal bei einem Spaziergang von Niels Ristau gefunden, der dies an die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und den für die Bergung Zuständigen meldete. Noch im Januar erfreute die Meldung in den Medien über die extrem seltene Sichtung eines weißen Schweinswals bei Fehmarn die Öffentlichkeit. Mit einiger...
Shark-Finning
Jährlich werden über 38 Millionen Haie wegen ihrer Flossen abgeschlachtet: Bei der gezielten Haiflossen-Fischerei, dem sogenannten "Shark Finning", schneiden Fischer den Haien direkt nach dem Fang die Flossen ab, dann werfen sie die schrecklich verstümmelten und nicht mehr schwimmfähigen Tiere zurück ins Meer, wo sie langsam verenden. Wissenschaftler schätzen, dass jährlich 38 Millionen Haifische nur wegen ihrer Flossen getötet werden....
Überfischung großer Haiarten bringt Meeresökosysteme aus den Fugen
Seit vielen Jahren warnen Meeresschützer vor der massiven Überfischung großer Haiarten, meist mit relativ wenig Erfolg - die eleganten Knorpelfische haben leider eine schlecht Lobby. Selbst wenn gravierende Auswirkungen Hai-Überfischung auf das Ökosystem bekannt werden, hat dies kaum ein Umdenken zu Folge. Wissenschaftler von der Dalhousie-Universität im kanadischen Halifax konnten durch die Auswertung von über einen Zeitraum von 35 Jahren...
Europas Fischereipolitik: Eine ökologische Katastrophe
06.07.2011/Kiel - Ökologisch katastrophal, wirtschaftlich unsinnig, aus demokratischer Sicht fragwürdig – so beschreibt der Fischereibiologe Dr. Rainer Froese vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) im international renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature" die europäische und deutsche Fischereipolitik der vergangenen Jahrzehnte. Dabei sind Alternativen schon lange bekannt. Wirtschaftlicher Erfolg mit hohen...
Der teuerste Fisch der Welt: 1,3 Millionen Euro für einen Thunfisch
05.01.2013 - Eine japanische Sushi- Restaurantkette hat bei einer Auktion auf dem Tsukiji-Fischmarkt (Tokio) einen 222 Kilogramm schweren Blauflossen-Thunfisch für umgerechnet etwa 1,3 Millionen Euro ersteigert. Ein Kilogramm von diesem einen Thunfisch kostet über 6000 Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Kilogramm Thun vom bisherigen Rekordhalters aus dem vergangen Jahr als ein Bluflossenthun auf dem Tsukiji-Fischmarkt für...
Dringend: Besserer Schutz für unsere Schweinswale!
Ertrunken, vergrämt und ausgestorben – Schicksal unserer Schweinswalpopulationen Kiemen- und Verwickelnetze sind die Haupttodesursache für Schweinswale. Von 1987 bis 2001 sind nach Schätzungen als Beifänge in der dänischen Fischerei in der Nordsee allein jährlich zwischen 5500 und 5800 Schweinswale in den Netzen als Beifang ertrunken. Aktuelle Zahlen liegen von vielen Ländern nicht vor oder die offiziellen Statistiken enthalten nur die von...
EU fördert Piratenfischerei vor Westafrika
11.10.2012 – Die vor den Küsten Westafrikas in großem Maßstab fischenden Piratenfischer dürfen ihre Fänge ganz legal in die EU exportieren. Dies enthüllte die britische Umweltorganisation Environmental Justice Foundation (EJF) Anfang Oktober mit ihrem Bericht "Pirate Fishing Exposed". Laut EJF, die zwei Jahre lang die Situation vor Westafrika untersuchte, ist der Anteil der IUU-Fischerei (illegale, unregulierte und ungemeldete Fischerei) in...
Delfine und Wale fallen durchs Forschungsnetz
17.09.2012 - Weltweit werden die Populationen von Delfinen und Walen zu wenig beobachtet, was ihren Schutz erschwert. Eine von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Freiburg und St. Andrews/Schottland erstellte Weltkarte deckt auf, dass in den vergangenen Jahrzehnten lediglich ein Viertel der Meeresfläche auf Wale und Delfine untersucht wurde. Nur wenn regelmäßig Daten über die Meeresbewohner erhoben werden, können...
Kambodscha: Letzte Chance für bedrohte Mekong-Delfine
Kambodscha will die hochgradig vom Aussterben bedrohte Population der Mekong-Irawadi-Delfine besser schützen und hat auf einem 180 Kilometer langen Mekongabschnitt zwischen der östlichen Provinz Kratie und der Grenze zu Laos ein Schutzgebiet eingerichtet. Hier sollen zukünftig fischereiliche Aktivitäten mit Stellnetzen und Fischkäfigen verboten sein, gänzlich verboten wird der Fischfang im Schutzgebiet allerdings nicht. Ob die Maßnahmen noch...
Die letzten 55 Maui-Delfine stehen kurz vor der Ausrottung
Die nördliche Unterart des neuseeländischen Hectordelfins, die Maui-Delfine (Cephalorhynchus hectori maui), steht unmittelbar vor der Ausrottung. Jüngste Zählungen in den Küstengewässern der Nordinsel Neuseelands ergaben, dass ihre Populationsgröße auf nur noch 55 Exemplare gesunken ist. Hauptgrund für den dramatischen Bestandsrückgang sind vor allem durch Hobbyfischer verursachte Beifangverluste. In den von ihnen eingesetzten Stell- und...
Eigentlich war das schon lange klar: Delfine sind so schlau wie Primaten
Juli 2012 - Immer wieder gerne wird der eigentlich schon längst gelösten Frage nachgegangen: Wie schlau sind eigentlich Delfine? Besonders dann, wenn die Schlagzeile "Delfine sind genau so schlau wie Menschaffen" weltweite Aufmerksamkeit garantiert und nur bereits bekannte Antworten auf Fragen gibt, die niemand mehr gestellt hat. Im Grunde müsste es auch heißen "Große Tümmler und einige andere Delfinarten sind so schlau wie Primaten", denn in...
UN warnen vor Überfischung der Meere
09.07.2012 - Angesichts überfischter Weltmeere und der damit bedrohten Lebensgrundlage von Millionen Menschen hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrem Jahresbericht zur Fischerei die Regierungen zu einer nachhaltigen Fischereipolitik aufgerufen. Nach wie vor sind nahezu 30 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt, 57 Prozent befinden sich an der Grenze ihrer maximaler Ausbeutung....
Delfine helfen sich gegenseitig aus Fischernetz
Pressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen. Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch Quietschlaute auf seine gefährliche Situation aufmerksam. Daraufhin kam ihm ein in der Nähe schwimmender Delfin zu Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen,...
Fast 200 Delfine und Schweinswale verenden im Schwarzen Meer
18.05.2012 - Nach dem immer noch rätselhaften Delfin-Massensterben an der Nordküste von Peru, bei dem bislang etwa 1000 Langschnäuzige Gemeine Delfine und Burmeister-Schweinswale ums Leben kamen, ist jetzt auch im Schwarzen Meer ein schlimmes Delfin-Massensterben aufgetreten. Nach Angaben ukrainischer Biologen sollen in den vergangenen zwei Wochen fast 200 Delfine und Schweinswale verendet und an der südöstlichen Krim-Küste gestrandet sein....
Peru: Delfin-Massensterben durch Dynamitfischerei?
14.05.2012 - Erst waren es Hunderte Delfine, dann starben Tausende Pelikane und Seelöwen. Doch warum massenhaft Tierkadaver an Strände vom Norden Perus bis zur Hauptstadt Lima angespült werden, ist immer noch weitgehend rätselhaft, zumindest was den Tod der Delfine betrifft. Mindestens 5000 Pelikane und andere Seevögel sind offensichtlich verhungert. Meist waren es junge Tiere, ihre Mägen mit nichts als Sand und Müll gefüllt, für Experten ein...
Falscher Fisch auf dem Tisch: Importware und Billigfisch nehmen zu
In der Europäischen Union verkaufter Fisch stammt immer öfter aus Importen und ist zunehmend von minderwertiger Qualität. Verantwortlich dafür ist die Erschöpfung vieler europäischer Fischbestände durch Überfischung. Zu dieser Erkenntnis kommt ein am 26.04.2012 von OCEAN2012 veröffentlichter Bericht. Dieser kritisiert darüber hinaus, dass in einigen Fällen Arten mit geringem Wert als höherwertige Fischprodukte vermarktet und gekennzeichnet...
EDEKA verzichtet auf delfintödlichen Dosen-Thunfisch
Pressemitteilung, 18.04.2012 - Als großen Erfolg für den Delfinschutz wertet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) die jetzt von EDEKA getroffene Entscheidung, keine "delfin-tödlichen" Dosenthunfischprodukte mehr zu beziehen. Die GRD hatte seit dem vergangenen Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher vor dem Verzehr des EDEKA-Thunfischs, bei dessen Fang jährlich etwa 1.200 Delfine als Beifang grausam getötet werden, gewarnt: "An...
Bambi-Preisträger Ric O’Barry verdammt EDEKA-Thunfisch als "blutige Schande"
Pressemitteilung, 29.03.2012 - Richard O'Barry (Held des Oscar-prämierten Dokumentarfilms "Die Bucht" 2010, Bambi-Preisträger 2011, Ex-TV-"Flipper"-Trainer) aus Miami warnt eindringlich vor "delfintödlichem" Dosenthunfisch, der von EDEKA verkauft wird: "Es ist schändlich und verdammenswert, dass sich einer der größten deutschen Lebensmitteldiscounter an grausamen Delfinmorden beteiligt und bereichert. Damit stellt sich EDEKA moralisch auf...
Was uns EDEKA und WWF verschweigen
GRD-Stellungnahme zu den Aussagen von EDEKA und WWF zum Thema delfintödlicher Thunfisch aus dem Ostpazifik: Fakten zu den Behauptungen von EDEKA und WWF in Bezug auf den bei EDEKA mit WWF-Empfehlung erhältlichen delfintödlichen Thunfisch aus dem Ostpazifik. Kurz gefasst kann man sagen, dass alles, was die Fischerei im Ostpazifik anbelangt, auch für das Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch/SAFE gilt. Mit einem gravierenden...
Neue Fangtechniken sollen Schweinswale und Seevögel retten
Pressemitteilung, 12.08.2010 - Studie "Vermeidung von Beifang von Meeressäugetieren und Seevögeln in der Ostseefischerei - Neue Fangtechniken sollen Schweinswale und Seevögel retten" Stellnetze sindweltweit für den Tod von rd. 600.000 Meeressäugetieren und Millionen von Seevögeln verantwortlich. In der Ostsee werden sie vor allem für den Fang von Dorsch, Plattfisch, Lachs oder Meerforelle eingesetzt und fordern auch hier ihren tödlichen...
Traurige Bilanz des "UN-Jahr des Delfins 2007/2008"
Pressemitteilung, 06.01.2009 - Das mit großem Mediengewitter eingeläutete und um ein Jahr verlängerte "UN-Jahr des Delfins" (2007 und 2008) ist nach Ansicht der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) weit hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben. "Die Bilanz ist mehr als enttäuschend, für die Delfine wurde nichts erreicht. Der Chinesische Flussdelfin gilt seit 2007 als ausgestorben. Weitere Arten stehen kurz davor, so die...
IATTC-Fischerei im östlichen Pazifik gefährdet Delfinbabys
Delfin-Bestände erholen sich nicht: Im Tropischen Ostpazifik (ETP / Eatsern tropical Pacific) sind Thunfischschwärme oft mit Delfinschulen vergesellschaftet (die Delfine schwimmen an der Wasseroberfläche, der Thunfischschwarm bis zu 150 m darunter). Ein bis heute rätselhaftes und nur in dieser Meeresregion zu beobachtendes biologisches Phänomen, das die Fischer ausnutzen, indem sie gezielt Delfinschulen jagen und einkreisen. Nach...
Großer US-Fischereiverband verpflichtet sich dem Kontrollprogramm SAFE
Dem Earth Island Institute (EII), der amerikanischen Partnerorganisation der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD), ist es gelungen, einen weiteren großen Fischereiverband für das Internationale Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch zu gewinnen. Die Western Fishboat Owners Association (WFOA) ist einer der größten Fischereiverbände der USA. Der Verband umfasst eine Flotte von insgesamt etwa 300 Schiffen, die in den Gewässern vor...
Delfine zerstückelt als billiger Hai-Köder
Wie wir befürchtet hatten, werden immer noch Delfine entlang der peruanischen Küste getötet, obwohl dies per Gesetz verboten ist. Fischer in Peru harpunieren Delfine und benutzen ihr Fleisch als billigen Köder zum Fang von Haien. Dies deckte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Zusammenarbeit mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA (Areas Costeras y Recursos Marinos) auf. Eine von der GRD finanzierte umfassende...
Wie Sandaale Schweinswal- und Seevogelpopulationen beeinflussen
Dieses Problem für die Schweinswale hatte keiner erwartet. Und es zeigt, wie komplex die Zusammenhänge des marinen Lebens sind: Eine Gruppe britischer Wissenschaftler hat herausgefunden, dass wegen der Klimaerwärmung die Zahl der Sandaale an den schottischen Küsten drastisch zurückgeht. Und dass deswegen in dieser Region die Schweinswale verhungern. Der Meeresbiologe Colin D. McLeod aus St. Andrews in Schottland ist sehr besorgt. In den...
ISO-9001 Zertifizierung
Qualitätssicherung des Internationalen Thunfisch-Kontrollprogramms: Die seit 2006 bestehende ISO-9001-Zertifizierung unterstreicht die Qualität und Glaubwürdigkeit des internationalen Kontrollprogramms für "delfinsicheren" Thunfisch des Earth Island Institute (EII). Diese internationale Norm zur Planung und Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems gibt Maßnahmen vor, um optimale Arbeitsabläufe und einen hohen Standard zu garantieren....

Tiefgefroner Thunfisch wird auf See mit einem Ladekran verladen. Für ein Ende der Fischerei in internationalen Gewässern – also außerhalb der 200-Meilen-Zonen vor den Küsten – plädiert eine Gruppe Wissenschaftler in einem Beitrag der Zeitschrift Scientific Reports, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19.02.2015.

Die radikal klingende Maßnahme würde, so die Forscher, den weltweiten Fischereiertrag sogar steigern, auch die Verteilung der Fangmengen würde gerechter sein. Meeresschutzorganisationen wie die GRD fordern seit vielen Jahren strikte Beschränkungen der Hochseefischerei und insbesondere ein weltweites, kategorisches Verbot der für die Meeresumwelt desaströsen Fischerei mit Grundschleppnetzen.

Totmacher der Meere
Die industrielle Fischerei ist heutzutage die mit Abstand gefährlichste Bedrohung nicht nur für Delfine, sondern für das gesamte Leben in den Meeren. Jedes Jahr sterben über 300.000 Delfine und Wale einen grausamen Tod als ungewollter Beifang in Fischernetzen. Der Großteil davon in den Netzen der Hochseefangflotten.

Die Plattmacher
rafik Herings-Grundschleppnetz, charakteristisch sind die nach vorne geöffneten Flügel, die das Netz wie ein riesiges Fischmaul aussehen lassen. Neben den mittlerweile fast nur noch von Piratenfischern eingesetzten und seit 1991 von der UN geächteten Treibnetzen, sind Grundschleppnetze weltweit die mit Abstand zerstörerischte Fischfangmethode. Die wie ein Bulldozer arbeitenden Fanggeräte verwandeln Meeresboden-Ökosysteme in leblose Wüsten. Besonders in der Tiefsee ist dies fatal - es braucht dort Jahrzehnte bis Jahrhunderte zur Regeneration.

Küstennahes Fischen bringt Vorteile für alle
Da Fische sich nicht an 200- Meilen-Zonen halten, könne man sie auch dort fangen. Was die Trawler der Industriefischerei auf hoher See wegfischen, entgeht den Fischereien der Küstenländer. Unterm Strich würden die Fangergebnisse - bei gerechterer Verteilung – um 42 Prozent steigen, da die Fische bei einem Fangstopp auf der hohen See genügend Regenerations- und Rückzugsräume hätten, lautet das verblüffende Fazit der Studie der Forschergruppe um den Fischerei-Ökonomen Rashid Sumaila von der University of British Columbia in Vancouver.

Übermächtige Fischereilobby auch in der EU
Wie schwierig es ist, selbst kleinste Einschränkungen der Fangmengen und Fangmethoden zu erreichen, zeigt die quälende Reform der EU-Fischereipolitik. Ein auch von der GRD unterstütztes EU-Verbot der Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee wurde von der Fischfanglobby erfolgreich verhindert. Auch wenn es nur wenige und dazu noch hoch subventionierte EU-Trawler gibt, die von einem Verbot betroffen gewesen wären.

Ende der Fischerei in Sicht – so oder so
Bereits 2012 warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dass nahezu 30 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt seien, 57 Prozent befänden sich an der Grenze ihrer maximaler Ausbeutung. Lediglich 13 Prozent der Bestände sollen zum damaligen Zeitpunkt noch nicht voll ausgebeutet gewesen sein.

Experten schätzen, dass – sollte sich an der gängigen Praxis nichts ändern –, der kommerzielle Fischfang spätestens 2050 zum Erliegen kommt.
U.Karlowski, Februar 2015

 

Weitere Informationen:

⇒ Strategien zur Beifangreduzierung in der Ostsee (PDF)

⇒ Europas Fischereipolitik: Eine ökologische Katastrophe

⇒ EU fördert Piratenfischerei vor Westafrika

⇒ UN warnen vor Überfischung der Meere

⇒ Falscher Fisch auf dem Tisch: Importware und Billigfisch nehmen zu

Ein Schweinswal hängt tot im Stellnetz.Pressemitteilung, 21.11.2014 - Die Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband vereinbart hat, erweist sich als umweltpolitischer Rohrkrepierer. Mit der Regelung soll die Todesrate von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen vor der Küste Schleswig-Holsteins gesenkt werden.

Bereits im März dieses Jahres hatten GRD und der NABU Schleswig-Holstein nach der Analyse einer Wasservogelzählung zwischen Neuland und Hohwacht gewarnt, dass die freiwillige Vereinbarung nicht greift und weiterhin massive Verluste von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen entlang der Küsten Schleswig-Holsteins zu befürchten sind.

Sechs Stellnetze direkt neben Tausenden rastender Wasservögel
Eine männliche Eiderente in der OstseeWährend einer erneuten Wasservogelzählung zwischen Neuland und Hohwacht wurden am 17. November neben vielen Tausend Eiderenten, über 1.400 Trauerenten, 172 Eisenten, 11 Sterntaucher, hunderte fischende Kormorane und sechs ausgebrachte Stellnetze beobachtet.

Laut der freiwilligen Vereinbarung sollen zwischen November und März keine Stellnetze ausgebracht werden, wenn große Wasservogelansammlungen rasten.

Bis heute hat sich offenbar auch noch keine der Vertragsparteien Gedanken gemacht, wie eine erhöhte Rastvogelkonzentration zu definieren ist. Das Ostseeinformationscenter soll dazu Warnmeldungen an die Fischer herausgeben. Doch ist es weder personell noch logistisch in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen.

"Die Fischer halten sich nicht an die Vereinbarung, müssen sie auch nicht. Bei Verstößen drohen keine Sanktionen. Die hohen Tierverluste in Stellnetzen gehen ungemindert weiter", betont Ulrich Karlowski, Diplom-Biologe bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). "Die Regelung geht völlig an den objektiven Schutzbedürfnissen für Seevögel und Schweinswale vorbei".

Mehr zum Thema:

⇒ Schweinswale und Seevögel: Opfer verheerender grüner Umweltpolitik in Schleswig-Holstein

⇒ Grüner Umweltminister setzt Schweinswalschutz auf Null

⇒ Strategien zur Vermeidung von Beifang von Seevögeln und Meeressäugetieren in der Ostseefischerei (PDF)

Glasklares Wasser einer einsamen flachen Bucht mit sandigem Meeresgrund, umrahmt von grün bewachsenen wenig hohen Felsen.Es scheint ein Faible von aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten zu sein, ökologisch bedeutende Fußabdrücke im Meeresschutz zu hinterlassen.

So hat US-Präsident Barack Obama angekündigt, das einst von seinem Vorgänger eingerichtete, in der Nähe von Hawaii im südzentralen Pazifik gelegene Pacific Remote Islands Marine National Monument Schutzgebiet um fast das Neunfache auszuweiten. Es wäre damit das größte Meeresschutzgebiet der Welt.

Obama macht seinen bedeutsamen Wurf im Meeresschutz bereits zur Mitte seiner letzten Amtszeit, während es bei George W. Bush eine der letzten Amtshandlungen war. Er hatte im Januar 2009 das damals weltweit größte Meeresschutzgebiet (MPA) rund um US-Besitzungen im Südpazifik errichtet.

Bush stellte ein Gebiet von der Größe Spaniens unter Schutz
Zu den von Bush eingerichteten drei Reservaten mit einer Fläche von 500.000 km2 gehören neben dem Pacific Remote Islands Marine National Monument das Marianas Trench Marine National Monument und das Rose Atoll Marine National Monument. Das Schutzgebiet umfasst damit auch den 2400 km langen Marianengraben mit dem tiefsten Punkt der Erde, Inseln der Nördlichen Marianen, das Rose-Atoll in Amerikanisch-Samoa und eine Kette abgelegener Inseln im Zentralpazifik, die sogenannten Remote Islands.

Obama übertrumpft Bush
Das für den Erhalt der Biodiversität in den Meeren erfreuliche Muskelspiel der beiden US-Präsidenten führt dazu, dass das Schutzgebiet "Pacific Remote Islands Marine National Monument" jetzt von derzeit knapp über 225.000 km2 auf eine Größe von mehr als zwei Millionen Quadratkilometer ausgedehnt werden soll.

Millionen für den Meeresschutz
Schattenhaft im tiefen Abendrot versinkende Küstenlinie. Als flankierende Maßnahmen will die US-Regierung zusätzlich noch umgerechnet gut 75 Millionen Euro für den Schutz der sensiblen Küstenregionen bereitstellen.

Der entsprechende Erlass könnte bereits Ende 2014 in Kraft treten, falls der zu erwartende Widerstand der Fischereilobby das Ganze nicht doch noch zu Fall bringt. Erst vor Kurzem hatte die industrielle Fischerei eine schmerzhafte Niederlage verkraften müssen, als die Regierung des Inselstaats Kiribati bekannt gab, in der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten zu verbieten.

Damit wird eines der größten Meeresschutzgebiete der Welt zur "No Take Zone". PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien.
U. Karlowski, Juli 2014

Ein Schwarm Blauflossenthunfische im tief blauen Meer, gegen die weiß leuchtende Meeresoberfläche fotografiert. Die Regierung des Inselstaats Kiribati hat in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete, der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten verboten und damit das gesamte Schutzgebiet zur "No Take Zone" erklärt. PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien.

Der mitten im Pazifik, auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien gelegene Inselstaat hatte bislang Lizenzen auch an Fischereien aus Japan, China oder Taiwan verkauft.

Mit der neuen "No Take Zone" sind nun elf Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszone des aus einer Vielzahl von Inseln bestehenden Kleinstaates unter Schutz gestellt.

Meilenstein für den Schutz mariner Biodiversität
Logo PIPA. Die zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärte PIPA ist ein extrem artenreiches Meeresgebiet mit acht Atollen und zahlreichen kleineren Koralleninseln. Die umfangreichen Riffe sind noch weitgehend intakt. Mehr als 120 Korallenarten, 514 Arten Rifffische sowie Raubfischarten wie Thune, Haifische oder Makrelen wurden hier bislang identifiziert.

Meeresschildkröten suchen die Strände der in der PIPA liegenden Inseln zur Eiablage auf, Delfine und große Ansammlungen von Seevögeln werden hier regelmäßig beobachtet.

Fischerei in deutschen Schutzgebieten an der Tagesordnung
Ein kleiner toter Schweinswal liegt im feuchten Sand. Die mutige Entscheidung der Regierung von Kiribati gegen die kommerzielle Fischerei und damit gegen nicht unerhebliche Geldflüsse aus dem Verkauf der Fischereilizenzen ist bemerkenswert und ungewöhnlich.

Viele Industrie- und Wohlstandsnationen wie leider auch Deutschland, zeigen sich unfähig zu solch konsequentem Eintreten für den Meeresschutz.

In den wenigen und im Vergleich zur PIPA winzigen deutschen Meeresschutzgebieten darf munter ohne wirksame Beschränkungen weitergefischt werden – das Todesurteil für unsere vom Aussterben bedrohten Ostseeschweinswale und viele andere Meerestiere.
U. Karlowski, Juli 2014

Weitere Informationen:

⇒ Phoenix Islands Protected Area

⇒ Phoenix Islands Protected Area auf Facebook

⇒ UNESCO World Heritage List

Ein kleiner toter Schweinswal liegt im feuchten SandPressemitteilung, 18.03.2014 - Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) und der NABU Schleswig-Holstein warnen vor massiven Verlusten von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen entlang der Küsten Schleswig-Holsteins in diesem Jahr.

Der Grund: Die Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband im vergangenen Jahr getroffen hat, geht an den Schutzbedürfnissen völlig vorbei. Wiederholt hatten Umwelt- und Naturschutzorganisationen Umweltminister Robert Habeck scharf wegen der Vereinbarung angegriffen und sie als "umweltpolitische Bankrotterklärung eines grünen Umweltministers" bezeichnet.

Tödliche Stellnetze zur falschen Zeit am falschen Ort
Die Beobachtung auf einer Wasservogelzählung Mitte März zwischen Neuland und Hohwacht bestätigt die Befürchtungen der Umweltschützer. Vom Hohwachter Steilufer aus waren ca. 7.000 Eiderenten, 11.700 Trauerenten, 19 Sterntaucher und 4 Gruppen mit Schweinswalen zu beobachten. Die seltenen Kleinen Tümmler waren im flachen Wasser etwa 100m bis 1500m vor der Küste auf der Jagd nach Fischen.

Doch ausgerechnet in diesem Gebiet, wo sich von Oktober bis Anfang April zahlreiche Wasservögel und aktuell auch Schweinswale aufhielten, hatten Fischer 7 Stellnetze ausgebracht, 3 davon im Bereich von Lippe bis Hohwacht, wo die Schweinswale jagten.

Erste Erfahrungswerte sind niederschmetternd
Eine männliche Eiderente in der OstseeBereits diese eine Wasservogelzählung hat gezeigt, dass die Rahmenbedingungen, die in der freiwilligen Vereinbarung festgehalten sind, nicht ausreichen, um das Ertrinken von Walen und Wasservögeln zu reduzieren, solange Zeiten mit großen Wasservogelbeständen und größeren Schweinswalvorkommen nicht unter ein umfassendes Stellnetzverbot fallen.

"Stellnetze dürften derzeit auf der Gesamtstrecke von Neuland über Hohwacht bis Weißenhaus gar nicht stehen", fordert Ingo Ludwichowski, Geschäftsführer des NABU Schleswig-Holstein.

Ein CDU-Minister hätte das auch nicht schlechter hinbekommen
So endet die Vereinbarung zwischen Umweltministerium und Fischereiverbänden für den Schutz von Seevögeln einerseits bereits am 1. März, zu einer Zeit, in der rastende Wasservögel ihr Maximum erst erreichen, während sie andererseits für Schweinswale offenbar willkürlich nur auf die Sommermonate Juli und August beschränkt ist.

"Es ist erschütternd, dass ausgerechnet ein grüner Umweltminister eine für Meerestiere derart fatale Entscheidung getroffen hat. Die freiwillige Vereinbarung zur Reduktion von Tierverlusten in Stellnetzen ist eine umweltpolitische Katastrophe. Sie wird unweigerlich zu massiven Verlusten an Seevögeln und Schweinswalen führen. Ein CDU-Minister hätte das auch nicht schlechter hinbekommen", meint der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.
München, Kiel – NABU / GRD

Mehr zum Thema:

⇒ Grüner Umweltminister setzt Schweinswalschutz auf Null

⇒ Strategien zur Vermeidung von Beifang von Seevögeln und Meeressäugetieren in der Ostseefischerei (PDF)

Ein vor toter Schweinswal liegt auf einer orangen Plane, keine Verweseungsspuren erkennbarEine einschneidend negative Entscheidung für das Schicksal unserer heimischen bedrohten Schweinswale fällte zum Jahresende 2013 ausgerechnet ein grüner Umweltminister: Robert Habeck aus Schleswig-Holstein.

Habeck unterzeichnete eine freiwillige Vereinbarung mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband Schleswig-Holstein.

Statt Schweinswale wirkungsvoll vor dem grausamen Beifangtod in Fischernetzen zu bewahren, setzt man an der Küste nun darauf, dass Fischer freiwillig die Anzahl ihrer Netze beschränken. Selbst in Schutzgebieten dürfen todbringende Stellnetze weiterhin benutzt werden!

Mitunterzeichner ist das Ostsee-Info-Center Eckernförde, das die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen koordinieren soll. Vorangegangen war eine Vielzahl von Gesprächen des Ministers mit Fischern und schleswig-holsteinischen Naturschutzverbänden.

Vielversprechende Ankündigungen erweisen sich als heiße Luft
Grafik von einem Stellnetz, tödliche Gefahr für SchweinswaleNoch im Juli 2013 sah es so aus, als würde der Minister die Küstenfischereiordnung (KüFO) ändern und in einigen für Schweinswale wichtigen Meeresnaturschutzgebieten die Fischerei mit Stellnetzen zumindest zeitweise untersagen. So sollten in einem Teil der Flensburger Förde und einem Gebiet bei Fehmarn im Sommer vier Monate lang keine Stellnetze gestellt werden dürfen. Andere Gebiete sollten im Winter zum Schutz von tauchenden Seevögeln gesperrt werden. Dies wäre ein erster Schritt zu einem wirkungsvollen Schweinswal- und Seevogelschutz in der Ostsee gewesen. Leider kam es anders.

Grüner Eiertanz
Im August 2013 von Naturschutzverbänden vorgelegte Stellungnahmen zur KüFO-Änderung wurden vollkommen ignoriert. Zunächst begründete der Minister seine Kehrtwendung damit, die Koalitionspartner SPD und SSW würden eine KüFO-Änderung nicht mittragen. Die wussten davon jedoch nichts, und so wurde später nachgeschoben, eine KüFO-Änderung wäre durch die EU rechtlich zu beanstanden gewesen.

Bankrotterklärung eines grünen Ministers
Im Fischernetz ertrunkener und von den Fischern verstümmelter Schweinswal auf Seziertisch (Kopf bis Rückenfinne, Flipper wurden abgetrennt)Umweltminister Habeck, der gleichzeitig Fischereiminister ist, hat sich nicht getraut, gegen die Fischer gerichtete Maßnahmen umzusetzen. Die Lobbyarbeit der Fischer hat sich voll ausgezahlt. Sie hatten sogar eine Notgemeinschaft gegründet und auf ihren Kuttern Habeck-feindliche Sprüche zur Schau gestellt. Auch suchten sie Verbündete im Tourismus, denn Häfen ohne Fischkutter mit ihren bunten Fähnchen möchten sich viele Schleswig-Holsteiner genau wie der Minister nicht vorstellen.

Dabei kennzeichnen die schönen bunten Fischerfähnchen die kilometerlangen Todeswände und sind somit die Grabsteine des Meeres.

Eine grüne Farce: Freiwilliger Verzicht gerät zur Nullnummer
Statt Schweinswalschutz haben wir nunmehr eine freiwillige Vereinbarung, die vorsieht, dass im Juli und August die Fischer freiwillig die Anzahl ihrer Netze beschränken. Dies ist abhängig von der Größe ihrer Kutter. So sollen nach der Vereinbarung Fahrzeuge über 8 Meter Länge ihre Netze auf 4 km, Fahrzeuge unter 8 Metern auf 3 km und Fahrzeuge unter 6 Metern auf 1,5 km begrenzen. Laut EU-Ostseefischereiverordnung dürfen Fahrzeuge unter 12 m derzeit 9 km lange Stellnetze verwenden.

Da gibt es natürlich auch viel Beifall von der CDU
Ob die freiwillige Reduzierung tatsächlich eine ist, ist jedoch auch dem Ministerium nicht bekannt, da es keine verlässlichen Daten zum tatsächlichen Fischereiaufwand gibt. Die in einer Pressemitteilung des Ministeriums genannte Reduzierung um "je nach Fahrzeuggröße 60 bis 85 Prozent gegenüber der EU-rechtlich erlaubten Stellnetzlänge" ist also eine Mogelpackung. Das weiß auch der Minister, nur sagt er es nicht so laut.

Auch mit der Kürzung der "Schonzeiten" von vier auf zwei Monate im Sommer und dem Schutz von Seevögeln ausschließlich in Gebieten, die von den Fischern selbst (!) aufgrund eigener Beobachtungen von Seevögeln oder Schweinswalen benannt werden, stößt der grüne Minister seine Wähler und alle Wal- und Vogelfreunde vor den Kopf. Er wurde jedoch von Landtagsabgeordneten der CDU sehr für die Vereinbarung gelobt.

Schlimm ist auch die Signalwirkung für andere Bundesländer. So wird sich auf absehbare Zeit keine große Koalition für den Schweinswalschutz formieren.

Und das Geld fliegt zum Fenster raus
Nutznießer der Vereinbarung ist neben den Fischern das Ostsee-Info-Center Eckernförde, das für die Koordinierung und Umsetzung der freiwilligen Vereinbarung 95.000 € vom Minister erhält. Man fragt sich wofür, denn umzusetzen gibt es hier recht wenig. Bitter ist, dass diese Mittel für tatsächlichen und wirkungsvollen Schweinswalschutz nun nicht mehr zur Verfügung stehen.
München/Kiel, GRD-Presse, 15.01.2014

Nahaufnahme des des toten Weißen Schweinswals, der auf Fehmarn gefunden wurdePressemitteilung, 19.09.2013 - Am 08. September wurde bei der Marienleuchte auf Fehmarn gegen 12:00 Uhr ein toter weißer Schweinswal bei einem Spaziergang von Niels Ristau gefunden, der dies an die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und den für die Bergung Zuständigen meldete.

Noch im Januar erfreute die Meldung in den Medien über die extrem seltene Sichtung eines weißen Schweinswals bei Fehmarn die Öffentlichkeit. Mit einiger Wahrscheinlichkeit könnte es sich um das gleiche Individuum handeln.

Auch der GRD war im Vorjahr die Sichtung eines "weißen Wals oder Delfins in der Ostsee" - die Seglerin war sich nicht sicher - gemeldet worden. Weltweit wurden in den letzten 100 Jahren nur 14 Sichtungen von weißen Schweinswalen bekannt!

Der Köper des toten Weißen Schweinswals liegt zwischen größeren Steinen auf dem Kiesstrand auf FehmarnOpfer einer Schiffskollision?
"Mehrere tiefe Einschnitte vor allem im Schwanz des weißen Schweinswals könnten von einer Schiffsschraube herrühren. Doch ob die Kollision mit einem Schiff und die Verletzungen die Todesursache waren oder erst nach dem Tod passierten, ist noch nicht geklärt. Der Wal wurde aber wie alle Totfunde in Schleswig-Holstein für weitere Untersuchungen geborgen", erklärt Denise Wenger, Biologin der GRD. Es kann dann auch festgestellt werden, ob es sich um eine sehr helle Variante handelt oder um einen richtigen Albino, was aber bei Walen und Delfinen extrem selten ist.

Kein Schutz für unsere heimischen Wale
Die Schweinswale in der Ostsee sind stark gefährdet, eine genetisch unterschiedliche Population im Osten umfasst sogar nur noch etwa 300 Individuen und steht kurz vor dem Aussterben. Doch verenden viele der Wale als ungewollter Beifang in Grundstellnetzen. Auch der zunehmende Schiffsverkehr, die Verlärmung, der Bau von Offshore-Windparks und Munitionssprengungen bei der Verlegung von Unterwasserkabeln beeinträchtigen ihren Lebensraum und gefährden ihr Überleben. Die dringend notwendigen Schutzmaßnahmen für die Wale werden unverständlicherweise bislang nicht umgesetzt.

"Dass nun auch dieser seltene weiße Schweinswal tot aufgefunden wurde, ist sehr traurig und zeigt eigentlich, wie stark die Bedrohungssituation, wie hoch die Todesrate wirklich sein muss, zudem da seit dem Auffinden des weißen Wals weitere drei tote Schweinswale auf Fehmarn geborgen wurden. Es müssen dringend effektive Schutzmaßnahmen und selektive Fischereimethoden eingeführt werden, die Anrainerstaaten müssen endlich handeln!", fordert Denise Wenger.
Fotos Copyright: Niels Ristau

Netzmarken an der Schwanzfluke eines weniger als 12 Stunden toten Schweinswalkalbs aus der OstseePressemitteilung, 12.08.2010 - Studie "Vermeidung von Beifang von Meeressäugetieren und Seevögeln in der Ostseefischerei - Neue Fangtechniken sollen Schweinswale und Seevögel retten"

Stellnetze sindweltweit für den Tod von rd. 600.000 Meeressäugetieren und Millionen von Seevögeln verantwortlich. In der Ostsee werden sie vor allem für den Fang von Dorsch, Plattfisch, Lachs oder Meerforelle eingesetzt und fordern auch hier ihren tödlichen Tribut.

Die drei Naturschutzverbände NABU, GRD und GSM zeichnen in einem aktuellen Bericht "Strategien zur Vermeidung von Beifang von Seevögeln und Meeressäugetieren in der Ostseefischerei" ein düsteres Bild der Situation des Schweinswals und verschiedener Seevogelarten in der Ostsee, zeigen aber auch Lösungsmöglichkeiten auf.

"Der Beifang ist beim Schweinswal die häufigste Todesursache. 50 bis 86 % der an deutschen Ostseestränden tot gefunden Tiere weisen Netzmarken auf der Haut auf, die ein deutliches Anzeichen für einen Beifang im Netz sind", erläutert Sven Koschinski, Meereszoologe und einer der Autoren der Studie. Totfunde von Schweinswalen haben sich hier seit dem Jahr 2000 etwa versechsfacht. In den letzten 3 Jahren schwankte die Zahl zwischen 140 und 170 Tieren pro Jahr. Das sind 4 bis 15 % der zuletzt ermittelten Vorkommen. Als noch tolerierbar gilt bei Schweinswalen eine durch Beifang bedingte jährliche Sterblichkeit von nur 1 bis 1,7 % des Bestandes.

"Bei den Seevögeln sieht es nicht besser aus. Zwar wird der einzelne Fischer nur selten einen bedrohten Prachttaucher oder Ohrentaucher in seinem Netz finden, aber bezogen auf die Zahl der überwinternden Populationen ist der Beifang erheblich zu hoch", stellt Ingo Ludwichowski, Geschäftsführer des NABU Schleswig-Holstein fest. Besorgnis erregend ist die Situation für viele Vogelarten mit abnehmenden Beständen oder geringer Reproduktionsrate. Für die in der deutschen Ostsee überwinternden Pracht-, Stern-, Ohren- und Rothalstaucher, Eis-, Samt- und Trauerenten, Tordalk und Trottellumme ist der Beifang in Stellnetzen eine wesentliche Gefährdungsursache.

Blutüberströmter toter Ostseeschweinswal, Beifangopfer im Fischernetz, auf einer Plane liegend, mit deutlich erkennbaren Netzmarken auf der Haut Fischer stellen den Tieren nicht absichtlich nach. Offizielle Statistiken über den Beifang gibt es bis heute nicht. Die im Gutachten dargestellten wissenschaftlichen Daten über Netzbeifänge zeigen trotz Lücken aber deutlich, dass durch Beifang Schweinswal und Seevögel gefährdet und ihre Bestandserholung verhindert wird.

In der von der Umweltlotterie Bingo! geförderten Studie der drei Naturschutzverbände wird der Ersatz von Stellnetzen durch andere Fangmethoden wie Fischfallen, Langleinen oder "Jiggermaschinen" gefordert. NABU, GRD und GSM gehen davon aus, dass sich Ostsee-Fischer finden, die bereit sind, die vorgeschlagenen Methoden zu testen und für ihre speziellen Bedürfnisse weiterzuentwickeln. In Schweden kommen diese neuen Methoden der Fischerei bereits zum Einsatz. Gemeinsam mit den Fischern wollen die Naturschützer konstruktiv nach Lösungen suchen.

"Ohne Beifang gefangener Kutterfisch dürfte bei entsprechendem Marketing einen höheren Preis erzielen. In Fischfallen gefangener oder geangelter Fisch ist zudem frischer und von höherer Qualität als Stellnetzware – für die von Preisverfall und Überfischung gebeutelten Fischer sicher eine attraktive Alternative", konstatiert Ulrich Karlowski, Biologe der GRD.

Die Studie befasst sich zudem mit den rechtlichen Grundlagen von Fischerei und Naturschutz. "Gesetze und Abkommen zum Schutz der Meeressäuger und Seevögel sind in großer Zahl vorhanden, jedoch werden andere Bestimmungen, wie die Rechtsverordnungen zur Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik oft über den europäischen Artenschutz gestellt, dessen Umsetzung daher die Note "mangelhaft" verdient", erklärt der Jurist Rüdiger Strempel und Mitautor der Studie.

NABU, GRD und GSM engagieren sich gemeinsam mit 74 anderen Verbänden aus Europa in der Verbändekoalition OCEAN 2012, die sich zum Ziel gesetzt hat, die derzeit anstehende Reform der europäischen Fischereipolitik nach dem Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzip mitzugestalten.

⇒ Studie: "Strategien zur Vermeidung von Beifang von Seevögeln und Meeressäugetieren in der Ostseefischerei (PDF)

Tiefgefroner Thunfisch wird auf See mit einem Ladekran verladenIn der Europäischen Union verkaufter Fisch stammt immer öfter aus Importen und ist zunehmend von minderwertiger Qualität. Verantwortlich dafür ist die Erschöpfung vieler europäischer Fischbestände durch Überfischung.

Zu dieser Erkenntnis kommt ein am 26.04.2012 von OCEAN2012 veröffentlichter Bericht. Dieser kritisiert darüber hinaus, dass in einigen Fällen Arten mit geringem Wert als höherwertige Fischprodukte vermarktet und gekennzeichnet werden, um den Verbraucher zu täuschen.

"Indem man falsch gekennzeichnete Fischprodukte als am Markt wertvollen oder sogar als nachhaltig gefangenen Fisch verkauft, täuscht man bewusst die nichts ahnende Öffentlichkeit", sagt Nina Wolff, Meeresschutz-Expertin bei der Deutschen Umwelthilfe und Koordinatorin von OCEAN2012 in Deutschland.

"Unsere Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten wächst, während die Verfügbarkeit von lokal gefangenem Fisch aufgrund der Überfischung sinkt. So gelangen immer größere Mengen des preiswerteren Importfischs auf den EU-Markt, wo Billigfisch oft durch Verwendung falscher Bezeichnungen ,aufgewertet' wird."

Verpackung des delfintödlichen Dosentunfischs, der von EDEKA verkauft wurdeZwar liegt der jährliche Fischkonsum pro Person in Deutschland mit aktuell knapp 16 Kilogramm unter dem EU-Durchschnitt. Doch auch hierzulande steigt die Nachfrage von Fischprodukten langfristig an. Das führt bei der Versorgung mit Seefisch zu Engpässen, die mit Aquakulturprodukten oder Fischimporten ausgeglichen werden.

Besonders der permanente Druck auf den Fischerei- und Verarbeitungssektor sowie den Einzelhandel, neue Quellen für Frischfisch zu finden und steigende Gewinne zu erzielen, schafft einen Anreiz, billigen Fisch falsch auszuweisen und als höherwertige Ware zu verkaufen.

Das nicht vorhandene Wissen der Verbraucher über verschiedene Fischarten erleichtert die bewusst falsche Etikettierung zusätzlich. Viele verarbeitete Produkte, etwa Fischgerichte oder panierter Fisch aus dem Tiefkühl-Bereich, unterliegen nicht einmal der EU-weiten Kennzeichnungspflicht.

Für Erzeugnisse der Fischerei umfasst diese die Handelsbezeichnung (Fischart), die Produktionsmethode (Meer/Binnengewässer/Aquakultur) und das Fanggebiet der Ware.

"Um nachzuvollziehen, ob es sich um ein naturverträgliches Fischprodukt handelt, sollte künftig zusätzlich die Angabe der Fangmethode verpflichtend sein", erklärt Nina Wolff. "Vor allem aber muss die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik für einen Wiederaufbau unserer lokalen Bestände sorgen."

⇒ OCEAN2012-Bericht: "Das ist Fisch, Käpt'n, aber nicht wie wir ihn kennen"

Toter Großer Tümmler gestrandet auf einem Kiesstrand liegend14.05.2012 - Erst waren es Hunderte Delfine, dann starben Tausende Pelikane und Seelöwen. Doch warum massenhaft Tierkadaver an Strände vom Norden Perus bis zur Hauptstadt Lima angespült werden, ist immer noch weitgehend rätselhaft, zumindest was den Tod der Delfine betrifft.

Mindestens 5000 Pelikane und andere Seevögel sind offensichtlich verhungert. Meist waren es junge Tiere, ihre Mägen mit nichts als Sand und Müll gefüllt, für Experten ein klares Zeichen, dass die Tiere verzweifelt und vergeblich nach Nahrung gesucht haben, bis sie keine Kraft mehr hatten und elendig starben.

Weitaus weniger eindeutig sieht es bei den seit Jahresbeginn mehreren Hundert toten Delfinen aus, die gleichfalls im Norden Perus an die Strände gespült wurden. Nicht nur, dass die Zahl der gestorbenen Meeressäuger recht spekulativ ist – so sprach die peruanische Umweltorganisation ORCA (Organization for Research and Conservation of Aquatic Animals) ursprünglich von über 3500 toten Delfinen. Auch über Todesursache herrscht weitgehend Unklarheit, allerdings gibt es eine starken Verdacht, was so viele Delfine mit den beschriebenen Verletzungen getötet haben könnte!

Rätsel um Ursache des Delfin-Massensterbens
ORCA vermutete, nach Untersuchungen einiger Kadaver, dass Tiefsee-Sonare, die zur Suche von Erdölfeldern eingesetzt wurden, für den Tod der Delfine verantwortlich sind. Die Delfine sollen an der Taucherkrankheit gestorben sein, so ein Vertreter von ORCA. Steigt ein Mensch beim Tauchen zu schnell auf, kommt es zu Gas- und Fettembolien.

Eigentlich tritt die Taucherkrankheit bei Walen und Delfinen nicht auf, es wurden aber auch bei Walen, insbesondere bei Strandungen nach militärischem Sonareinsatz, ähnliche Symptome wie bei der Taucherkrankheit festgestellt.

Zusätzlich könnte der starke Unterwasserlärm auch direkt innere Verletzungen bei den Tieren verursacht haben. Spiegel-Online berichtet, dass Firmen in der betroffenen Region nach Ölvorkommen unterm Meeresboden suchen und dabei auch Sonare einsetzen. Peruanische Forscher haben einige der Kadaver untersucht. Doch wichtige Spuren gingen dabei verloren. Jetzt müssen erneut Gewebeproben entnommen werden, um der Todesursache auf die Spur zu kommen.

Die in Peru tätigen Energieunternehmen bestreiten denn auch, für das Massensterben der Delfine verantwortlich zu sein. Zwar gab die amerikanische BPZ Energy zu, die berüchtigten 3-D-Seismik zur Suche nach Erdölvorkommen eingesetzt zu haben, doch die ersten Delfinkadaver wurden schon vor deren Einsätzen an die Strände geschwemmt.

Der Präsident von ORCA wies zusätzlich darauf hin, dass eine derart große Zahl toter Meeressäuger auch ursächlich auf eine Morbillivirus-Epidemie oder eine andere virale Infektion zurückzuführen sein könnte. Anfang der 1990er-Jahre starben im Mittelmeer mindestens 1.200 Blau-Weiße Delfine (Stenella coeruleoalba) durch eine Infektion mit dem gefährlichen Morbillivirus.

Die Opfer: Langschnäuzige Gemeine Delfine und Burmeister-Schweinswale
Hauptsächlich sind zwei Arten von dem Massensterben betroffen: Langschnäuzige Gemeine Delfine (Delphinus capensis) und Burmeister-Schweinswale (Phocoena spinipinnis), wobei ganz überwiegend Langschnäuzige Gemeine Delfine gefunden wurden. Bei den angeschwemmten Delfinen waren alle Altersstufen beiderlei Geschlechts vertreten (neugeborene Kälber, Jungtiere, Erwachsene), während bei den Burmeister-Schweinswalen nur Weibchen mit ihren Jungtieren gefunden wurden. Die Kadaver wiesen ganz unterschiedliche Stadien der Verwesung auf, manche Tiere waren offensichtlich nur wenige Stunden, bevor sie gefunden wurden, gestorben. Einige Tiere wurden, so ORCA, von der lokalen Bevölkerung ausgeweidet und das Fleisch als Nahrung genutzt, entsprechend zugerichtete Delfinleichen fand man im Sand vergraben am Strand.

Nach Angaben von ORCA soll es in den vergangenen 100 Jahren noch nie so viele gestrandete Delfine in Peru gegeben haben. Fraglich bleibt dabei, ob solche Daten in Peru derart weit in die Vergangenheit reichend überhaupt erhoben wurden. Allerdings hat es noch nirgendwo auf der Welt jemals eine so gewaltige Zahl gestrandeter toter Meeressäuger, wie jetzt in Peru, gegeben - falls es wirklich über 3000 gewesen sind, denn es handelt sich bei dieser Zahl lediglich um eine Hochrechnung!

Zweifel an der Darstellung von ORCA
Wenige Tage nach den ersten Meldungen wurden begründete Zweifel an der Darstellung von ORCA laut. So stellt David Williams von der Deafwhale Society (deafwhale.com) nicht nur die Zahl von über 3000 getöteten Delfinen in Frage - er schätzt, dass es höchstens 300 gewesen sind - sondern auch die Ursache für die Massenstrandung. "Es gibt nichts, das über 3.000 Delfine in derart kurzer Zeit töten und die Kadaver dann auf einen Küstenabschnitt von 200 Meilen Länge verteilen kann", erklärt Williams.

Mittlerweile geht man von 900 bis 1000 toten Delfinen aus, die an den Stränden der Regionen Tumbes, Piura und Lambayeque gestrandet sind.

Große Verwirrung
Die Bevölkerung soll sich, so der Rat lokaler Behörden, von den Stränden fernhalten und möglichst auf den Verzehr von Fisch verzichten – was fatale Folgen für den Tourismus hat. Doch Perus stellvertretender Umweltminister Gabriel Quijandrìa beschwichtigt, es gäbe keine Probleme mit den Fischen, auch eine Virusbelastung des Meerwassers läge nicht vor, das Essen von Meerestieren sei sicher, es gäbe keinen Grund zur Panik, man müsse jetzt auf die Ergebnisse der Untersuchungen warten. Allerdings rät das Gesundheitsministerium Lima von einem Bad im Pazifik vorläufig ab, die Verwirrung im Land ist groß.

Haben rücksichtslos operierende Dynamitfischer die Delfine getötet?
Am ehesten dürfte Dynamitfischerei durch lokale Fischer als Ursache für das Massensterben der Delfine in Frage kommen, denn bei einem sich nähernden Seismik-Explorationsschiff hätte sich der Großteil der Meeressäuger durch Flucht retten können. Auch andere mögliche Ursachen wie Meeresbeben, militärische Sonare oder ein Meteoriteneinschlag kommen als Ursache nicht in Frage. Die beschriebenen Verletzungen der Delfine und die große Zahl gleichzeitig getöteter Tiere lässt sich am ehesten durch den Einsatz von Dynamit schlüssig erklären.

So ist man denn auch im peruanischen Umweltministerium sicher, dass es keinen Zusammenhang gibt, zwischen dem Sterben der Seevögel und jenem der Delfine. Die Vögel sind wohl verhungert, weil sich in kurzer Zeit das Meerwasser an der Küste um bis zu 8 Grad erwärmte. Als Folge tauchten Sardellenschwärme in tiefere Gewässer ab oder schwammen weiter in den Süden. Den Pelikanen ist die Nahrung davongeschwommen, und zwar so schnell, dass sie keine Chance hatten, sich umzuorientieren.

Wenn sich die wahrscheinlich von dem Wetterphänomen El Niño ausgelöste Situation nicht ändert, könnte es auch andere Arten hart treffen, vor allem die Pinguine. Ihr Bestand in Peru soll sich zuletzt auf über 11.000 vergrößert haben.

Bei den Delfinen dagegen gibt es immer noch mehr Fragen als Antworten, allerdings einen ganz starken Verdacht: Rücksichtlose Dynamitfischer haben die Delfine getötet!

Dynamitfischerei ist in Peru nach wie vor ein großes Problem. Ihre Bekämpfung ist wichtiger Schwerpunkt unseres Delfinschutzprojekts im Süden des Landes bei der Paracas-Halbinsel.
U.Karlowski

Viele tote Haie liegen auf einem Haufen aufeinandergestapelt, Süd-Afrika. 09.07.2012 - Angesichts überfischter Weltmeere und der damit bedrohten Lebensgrundlage von Millionen Menschen hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrem Jahresbericht zur Fischerei die Regierungen zu einer nachhaltigen Fischereipolitik aufgerufen.

Nach wie vor sind nahezu 30 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt, 57 Prozent befinden sich an der Grenze ihrer maximaler Ausbeutung. Lediglich 13 Prozent der weltweiten Fischbestände sind derzeit noch nicht voll ausgebeutet.

Hinzu kommt, dass etwa 40 Prozent aller weltweiten Fänge sogenannter unerwünschter "Beifang" sind (darunter Hunderttausende Wale und Delfine), der tot wieder im Meer entsorgt wird. Die industrielle Fischerei ist die mit Abstand größte Gefahr für das Überleben der Delfine in den Weltmeeren.

Typisches Beispiel: Der EDEKA/WWF-Thunfisch-Skandal
Verpackung des EDEKA-Thunfischs, bei dessen Fang jährlich etwa 1.200 Delfine als Beifang grausam getötet werden. Ein typisches Beispiel hierfür war der EDEKA/WWF-Skandal um angeblich nachhaltig gefangenen Thunfisch, bei dessen Fang jedes Jahr über 1.000 Delfine einen grausamen Beifangtod starben, wobei Experten von einer weit höheren Dunkelziffer sprechen. Die intelligenten Meeressäuger ertrinken langsam und äußerst qualvoll in den Ringwadennetzen der Fangschiffe, deren Thunfisch-Filets dann nett etikettiert als "naturschonend und selektiv gefangen" von EDEKA in Deutschland verkauft wurden.

Erst nach massiven Protesten der GRD erklärte sich EDEKA im April 2012 bereit, die Ware mit den unsäglichen "in Kauf zu nehmenden Delfinbeifängen beim Thunfischfang" nicht mehr zu beziehen.

Neuer Jahresfangrekord trotz schrumpfender Bestände
Zwar hat die Fischfangindustrie mit 128 Millionen Tonnen Fisch einen Jahresfangrekord aufgestellt und ermöglicht etwa 55 Millionen Menschen ein Einkommen, doch die Fischereiindustrie steht vor massiven Problemen: ungenügende Steuerung des weltweiten Fangs, Schwächen im Management oder Streit über die Nutzung der vorhandenen Fisch-Ressourcen.

Tiefgefrorener Thunfisch wird auf See mit einem Ladekran verladen. "Überfischung hat aber nicht nur negative ökologische Folgen, sie verringert auch die Produktion, was auch negative soziale und wirtschaftliche Auswirkungen hat", so die FAO. Für den alle zwei Jahre erscheinenden Weltfischereibericht wertete die FAO Daten zu 395 Beständen aus, die 70 Prozent des Weltfischfangs repräsentieren.

Nur durch ein wirksames Fisch-Management hätten die erschöpften und überfischten Bestände eine Chance, sich erholen zu können, sagt Arni M. Mathiesen, Chef der FAO-Abteilung für Fischerei und Fischzucht.

Besonders die EU steht hier in der Verantwortung. Nirgendwo sonst auf der Welt werden die Meere derart stark ausgebeutet, drei von vier wirtschaftlich genutzten Fischbeständen in der EU sind überfischt.

Der Bedarf für Fisch wächst weltweit
Laut den Analysen der FAO stieg der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch auf die höchste je ermittelte Menge von 18,4 Kilogramm. Diese ständig wachsende Nachfrage wird in Zukunft nicht mehr gestillt werden können, zu viele Fischbestände befinden sich am Rande der Erschöpfung und drohen zusammenzubrechen. Meeresschützer fordern seit Langem einen Paradigmenwechsel in der Fischereipolitik. Mehr Schutzgebiete und fischereifreie Zonen, umweltfreundliche und nachhaltige Fangtechniken und eine massive Verkleinerung der Fangflotten sind erforderlich, um der Krise zu begegnen, die in Europa besonders drastisch ist.

Weniger Fisch für mehr Leben in den Meeren
Zum Schutz von Delfinen und anderen Meeressäugetieren sollte man generell weniger Fisch essen und auf Fischarten verzichten, deren Fischerei unselektiv und mit einer hohen Beifangrate verbunden ist.

Logo SAFELogo FoS, Friend of the SeaGreifen Sie unbedingt auf nachhaltig gefangene Produkte, z.B. von Friend of the Sea (FoS) oder bei Dosenthunfisch auf delfinsichere Produkte mit dem Label SAFE zurück.

 

⇒ State of World Fisheries and Aquaculture 2012

11.10.2012 – Die vor den Küsten Westafrikas in großem Maßstab fischenden Piratenfischer dürfen ihre Fänge ganz legal in die EU exportieren. Dies enthüllte die britische Umweltorganisation Environmental Justice Foundation (EJF) Anfang Oktober mit ihrem Bericht "Pirate Fishing Exposed".

Laut EJF, die zwei Jahre lang die Situation vor Westafrika untersuchte, ist der Anteil der IUU-Fischerei (illegale, unregulierte und ungemeldete Fischerei) in Westafrika mit bis zu 37 Prozent der in den dortigen Küstengewässern gefangenen Fischmenge am höchsten. Die skrupellosen Piratenfischer dringen unerlaubt in die Küstengebiete vor, greifen dort lokale Fischer an, verweigern die Zahlung von Strafen und plündern hemmungslos die Fischbestände einiger der ärmsten Länder Welt.

Dass ausgerechnet Westafrika besonders stark unter der IUU-Fischerei leidet, ist nicht erstaunlich. Den staatliche Institutionen fehlt es an allem, um eine angemessene Kontrolle ihrer Fanggebiete und den Schutz der eigenen Fischerboote sicherzustellen oder lassen sich nur allzu gerne korrumpieren.

EJF kritisiert die EU-Regelung, welche seit 2010 den Import von illegal gefangenem Fisch verhindern soll und die Tatenlosigkeit der Behörden, scharf. "Die EU verlässt sich allzu gutgläubig auf die Versicherungen der Staaten, unter deren Flagge illegal gefischt wird", beklagt EJF-Geschäftsführer Steve Trent. "Die Behörden, die in europäischen Häfen angelandeten Fisch kontrollieren, haben nur sehr wenige verlässliche Informationen über das was wirklich dort passiert, wo der Fisch gefangen wurde".

Ein Sprecher von EU-Fischereikommisarin Maria Damanaki zeigte sich angesichts der EJF-Enthüllungen besorgt. Falls sich die Informationen des Berichts bewahrheiten, würden die betreffenden Fangschiffe keinen Fisch mehr in europäischen Häfen anlanden und diese auch nicht mehr anlaufen dürfen.
U.Karlowski

Ein Blauflossenthun auf einem Fischmarkt in Japan05.01.2013 - Eine japanische Sushi- Restaurantkette hat bei einer Auktion auf dem Tsukiji-Fischmarkt (Tokio) einen 222 Kilogramm schweren Blauflossen-Thunfisch für umgerechnet etwa 1,3 Millionen Euro ersteigert.

Ein Kilogramm von diesem einen Thunfisch kostet über 6000 Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Kilogramm Thun vom bisherigen Rekordhalters aus dem vergangen Jahr als ein Bluflossenthun auf dem Tsukiji-Fischmarkt für umgerechnet etwa 540.000 Euro versteigert wurde.

Blauflossenthune, zu denen auch der im Mittelmeer noch vorkommende Rote Thun (Thunnus thynnus) zählt, werden fast ausschließlich für den japanischen Markt gefangen, als Frischfisch für Sushi oder Sashimi.

Die gravierende Überfischung dieser Thunarten hat dazu geführt, dass alle drei Arten stark gefährdet und vom Aussterben bedroht sind. Der Südliche Blauflossenthunfisch (Thunnus maccoyii) ist dabei die am stärksten überfischte Thunfischart überhaupt. Die Art steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Critically Endangered" (extrem hohes Risiko des baldigen Aussterbens).
U.Karlowski

Viele tote Haie liegen auf einem Haufen aufeinandergestapelt, Süd-AfrikaJährlich werden über 38 Millionen Haie wegen ihrer Flossen abgeschlachtet: Bei der gezielten Haiflossen-Fischerei, dem sogenannten "Shark Finning", schneiden Fischer den Haien direkt nach dem Fang die Flossen ab, dann werfen sie die schrecklich verstümmelten und nicht mehr schwimmfähigen Tiere zurück ins Meer, wo sie langsam verenden.

Wissenschaftler schätzen, dass jährlich 38 Millionen Haifische nur wegen ihrer Flossen getötet werden.

Meeresschützer und Wissenschaftler befürchten schon lange, dass angesichts der stark gestiegenen Fänge und der sehr langsamen Reproduktionsrate dieser Knorpelfische – Haie haben nur wenig Nachwuchs und bei vielen dauert es bis zu 25 Jahre bis sie geschlechtsreif sind – den vollständigen Zusammenbruch der Bestände bestimmter Arten.

Erstes Opfer könnte der Blauhai sein. Durch seinen hohen Harnstoffgehalt riecht und schmeckt ihr Fleisch stark nach Ammoniak, wenn es nicht unmittelbar nach dem Fang verarbeitet wird. Da dies den Fischern zu mühselig ist, schneiden sie stets nur die Flossen ab, fast 99 % eines jeden Blauhais verschwinden so ungenutzt wieder im Ozean.

Haiflossen gehören bei Preisen von über 200 Dollar pro Kilo zu den teuersten Fischprodukten überhaupt. Doch die Nachfrage übertrifft das Angebot bei weitem. In über 125 Länder werden Haiflossen verkauft, größter Absatzmarkt ist Hong Kong, wo die Flossen als Delikatesse und Statussymbol gelten. Dort kann eine Schale Haifischflossensuppe von bestimmten Arten bis zu 400 Euro kosten. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung der letzen Jahre können immer mehr Menschen Haiflossenprodukte kaufen, während dies früher nur einer kleinen wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten war.

Auch Heilmittel aus Haiknorpel werden immer beliebter und heizen die Nachfrage weiter an, obwohl eine Wirkung der als Wundermittel gegen Krebs angepriesenen Pülverchen bis jetzt nicht bewiesen werden konnte.

Bereits 1994 warnten Experten auf der neunten Internationalen Artenschutzkonferenz in Fort Lauderdale vor der drohenden Ausrottung vieler Hai-Arten, geschehen ist seitdem allerdings herzlich wenig. Und so kämpfen diese den Delfinen in Sachen Unterwassermanövrierfähigkeit in nichts nachstehenden Knorpelfische heute, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, weiter um ihr Überleben.
© U. Karlowski
© Foto: Fiona Ayerst/Marine Photobank

Getötete Haie und Teile von Haikörpern stapeln sich in einem großen FassSeit vielen Jahren warnen Meeresschützer vor der massiven Überfischung großer Haiarten, meist mit relativ wenig Erfolg - die eleganten Knorpelfische haben leider eine schlecht Lobby.

Selbst wenn gravierende Auswirkungen Hai-Überfischung auf das Ökosystem bekannt werden, hat dies kaum ein Umdenken zu Folge.

Wissenschaftler von der Dalhousie-Universität im kanadischen Halifax konnten durch die Auswertung von über einen Zeitraum von 35 Jahren geführten Statistiken nachweisen, dass es im Nordatlantik einen direkten Zusammenhang zwischen der Überfischung großer Haiarten und dem Rückgang von Muschelpopulationen an der nordamerikanischen Ostküste gibt.

Mit dem vom Menschen verursachten Rückgang der großen Haiarten, gewinnen deren Beutetiere, kleinere Haiarten aber auch Rochen, die Überhand, was wiederum deren Beutetiere wie Muscheln in Bedrängnis bringt. Eine Kettenreaktion, das Dilemma wird ans schwächste Glied weitergereicht mit der Folge, dass das gesamte Ökosystem aus den Fugen gerät.

Seit 1970 sinken die Bestände vieler großer Haiarten, zum Teil derart stark, dass es verwundert, dass sie den Raubbau überhaupt überlebt haben. So sollen die Bestände der Bullenhaie und der Glatten Hammerhaie bereits um 99 Prozent zusammengeschmolzen sein.

Haie sterben dabei nicht nur als sinnloser Beifang in der industriellen Fischerei, sonder werden vielerorts ganz gezielt befischt wegen ihres Fleisches und ganz besonders wegen der heiß begehrten Haiflossen, die sich besonders im wirtschaftlich aufstrebenden China großer Beliebtheit erfreuen und die sich – trotz zum Teil horrender Preise für Haiflossensuppe – immer mehr Chinesen leisten können.

Einer der Hauptprofiteure des Niedergangs der großen Haiarten ist der Kuhnasenrochen, dessen Population jährlich um acht Prozent zulegt. Man schätzt, dass über 40 Millionen heute im Bereich der Ostküste Nordamerikas leben. Zur Lieblingsspeise der bis zu zwei Meter langen Rochen zählen Muscheln.

Und so verwundert es nicht, dass es zum Beispiel an der Küste von North Carolina nur noch so wenig Muscheln gibt, das sich die Muschelernte nicht mehr lohnt.
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© Foto: Fiona Ayerst/Marine Photobank

Ein Dorsch im Kieler Aquarium06.07.2011/Kiel - Ökologisch katastrophal, wirtschaftlich unsinnig, aus demokratischer Sicht fragwürdig – so beschreibt der Fischereibiologe Dr. Rainer Froese vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) im international renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature" die europäische und deutsche Fischereipolitik der vergangenen Jahrzehnte. Dabei sind Alternativen schon lange bekannt.

Wirtschaftlicher Erfolg mit hohen Umweltschutzstandards – die EU und speziell Deutschland sehen sich in diesem Bereich gern als globale Vorreiter. Dr. Rainer Froese, Fischereibiologe am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und Mitglied im Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft", kommt in Bezug auf die Fischereipolitik jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis.

Eine starre Allianz aus Lobbygruppen, Landwirtschaftsministerien und nationalen Fischereiverwaltungen habe seit Jahrzehnten echte Reformen verhindert, schreibt Froese im weltweit renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature". Darin stellt er Ergebnisse der fachübergreifenden Forschungen im "Ozean der Zukunft" zum Fischereimanagement in Europa vor. Sein Fazit: Die gemeinsame Fischereipolitik Europas hält die Fischbestände vorsätzlich an der Grenze zum Kollaps. "Das schadet letztendlich allen: Fischbestände stehen vor dem Zusammenbruch, Fischer haben Mühe, die wenigen verbleibenden Fische zu fangen, und Verbraucher zahlen für ihren Speisefisch doppelt, weil ohne hohe Subventionen aus Steuergeldern Fischerei nicht mehr rentabel wäre", erläutert Froese.

Nicht nur mit der Fischereipolitik der EU, sondern auch mit der deutschen geht Froese hart ins Gericht. "Den ,deutschen’ Fischen geht es oft noch schlechter als ihren Nachbarn", sagt der Fischereibiologe. "Kabeljau und Hering in der deutschen Bucht geht es beispielsweise schlechter als dem Kabeljau in der Barentssee oder dem Hering vor der norwegischen Küste. Und Dorsch und Hering an der deutschen Ostseeküste geht es schlechter als dem Dorsch in der restlichen Ostsee und dem Hering in der Bothnischen See. Die Ursache liegt in dem weit überhöhten Fischereidruck auf die deutschen Bestände, den Deutschland Jahr für Jahr auf Drängen der Fischereilobby in Brüssel durchgesetzt hat."

Dabei hatte Froese zusammen mit Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern des "Ozeans der Zukunft" bereits in den vergangenen Jahren Pläne vorgelegt, die eine Erholung der Fischbestände mit einem gesteigerten Ertrag für die Fischer verbinden. "Beispiele aus Neuseeland, Australien und den USA zeigen, dass es funktioniert", betont Froese.

Am 13. Juli 2011 wird die Europäische Kommission ihre Vorstellungen zur Reform dieser Fischereipolitik vorlegen. Nach Einschätzung von Froese ist der Reformvorschlag ein großer Schritt in die richtige Richtung, da er auf eine Erholung der Bestände und die Abschaffung unsinniger Vorschriften zielt. So sollen die Fischer nicht mehr gezwungen werden, gute Speisefische aus rein bürokratischen Gründen tot über Bord zu werfen.

Allerdings geht Froese die Reform nicht weit genug: "Eine vollständige Erholung der Bestände und Gesundung der Fischerei wird mit den vorgeschlagenen Fangregeln nicht möglich sein. Man hat es versäumt, von den gelungenen Fischereireformen in Neuseeland, Australien und USA zu lernen." Froese befürchtet, dass die positiven Elemente des Reformvorschlags der EU-Kommission von den Landwirtschaftsministern entkräftet werden. "Denn es ist der Ministerrat, der die europäische Fischereipolitik bestimmt, die bisherige und die zukünftige."
IFM-GEOMAR | Foto: Gulyas/Paasch, IFM-GEOMAR

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