Fischkutter liegen im Hafen von Zadar.Es ist die ewig gleiche Klage. Nein, nicht das eigene rücksichtslose Tun – hemmungsloses Überfischen – ist schuld am mangelnden Fangerfolg. Schuld sind natürlich andere. So jedenfalls sehen das die Fischer, die im Fanggebiet um die Äolischen Inseln nördlich von Sizilien, nach Kalmaren fischen. Sie verzeichnen dramatische Umsatzeinbußen, um bis zu 70 Prozent, angeblich weil sich in dem Gebiet Delfine stark vermehrt hätten, berichtet ORF.at. Jetzt wollen die Kalmarfänger für zwei Tage streiken, da muss man auch erst mal drauf kommen.

Angebliche Nahrungskonkurrenten
Mit dramatischen Worten schildern die Fischer der Archipels ihren tagtäglichen "Kampf ums Überleben". Fischer gegen Delfine, die Beute aus den Netzen stibitzen und selbige dabei beschädigen. Für die Meeressäuger allerdings birgt diese Jagdtechnik höchste Lebensgefahr. Immer wieder verheddern sie sich, ertrinken in den Netzen.

Regierung soll finanzielle Unterstützung leisten
Wie in derart gelagerten Fällen üblich, soll nun der Steuerzahler einspringen und mangelnden wirtschaftlichen Erfolg nach eigenem eklatantem Fehlverhalten ausgleichen. Liegt doch das eigentliche Problem bei den Fischern selbst: Überfischung hat zu allgemein sinkenden Fischbeständen geführt. Da ist ein Streik im Grunde keine schlechte Idee und ein zielführender Ansatz. Der müsste allerdings über viele Monate gehen, damit die erschöpften Bestände eine Chance hätten, sich zu erholen.

Pinger sollen die Delfine von den Netzen fernhalten
Eine Blume blüht auf aufgerolltem Fischernetz.Fischernetze zu Blumenwiesen - So sollte es sein!Von zu vielen Delfinen kann jedenfalls keine Rede sein. Sie leiden gleichfalls unter den Folgen der Überfischung und gehen deshalb das hohe Risiko der Netz-Jagd ein. Wie ORF.at berichtet, will man jetzt Pinger – akustische Vergrämer – testen, die die Delfine von den Netzen fernhalten sollen. Erfahrungen mit diesen Warngeräten sind widersprüchlich. Immer wieder gibt es Beispiele, dass die Signalgeber Delfine erst recht anlocken. Denn die lernen schnell, wo es derart tönt, gibt es Beute zu machen.

Welche großartige Kunstfertigkeit gerade Große Tümmler beim Jagen in der Nähe von Fischernetzen entwickeln können, zeigen die "Trawler-Delfine von Westaustralien". Einige Tiere aus der dort lebenden Population haben gelernt, todesmutig gezielt in Grundschleppnetze hineinzuschwimmen, um dort zu jagen. Ein hoch riskantes Verhalten, das nur wenige Delfine beherrschen.

Im Grunde können die sizilianischen Fischer froh sein, dass es keinen dieser hochspezialisierten "Trawler-Delfine" jemals in Mittelmeer verschlagen wird. Die könnten ihren Artgenossen sicherlich noch so manchen cleveren Trick beibringen, wie man geschickt Beute aus den Netzen holt.
Ulrich Karlowski, März 2017

 

⇒ Trawler-Delfine: Todesmutige Fischzüge vor Westaustralien

 

MUNJA braucht Hilfe

Adria Patendelfin MUNJA (Blitz) schwimmt direkt vor einem anderen, kleineren Delfin.

Munja (Blitz), im Bild rechts, ist ein Männchen und erhielt seinen Namen aufgrund eines dicken Schrägstrichs auf der Finne.

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Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler spielt mit einem Kugelfisch.

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