| Peru: Delfin-Massensterben durch Dynamitfischerei? |
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Weitaus weniger eindeutig sieht es bei den seit Jahresbeginn mehreren Hundert toten Delfinen aus, die gleichfalls im Norden Perus an die Strände gespült wurden. Nicht nur, dass die Zahl der gestorbenen Meeressäuger recht spekulativ ist – so sprach die peruanische Umweltorganisation ORCA (Organization for Research and Conservation of Aquatic Animals) ursprünglich von über 3500 toten Delfinen. Auch über Todesursache herrscht weitgehend Unklarheit, allerdings gibt es eine starken Verdacht, was so viele Delfine mit den beschriebenen Verletzungen getötet haben könnte! Rätsel um Ursache des Delfin-Massensterbens Zusätzlich könnte der starke Unterwasserlärm auch direkt innere Verletzungen bei den Tieren verursacht haben. Spiegel-Online berichtet, dass Firmen in der betroffenen Region nach Ölvorkommen unterm Meeresboden suchen und dabei auch Sonare einsetzen. Peruanische Forscher haben einige der Kadaver untersucht. Doch wichtige Spuren gingen dabei verloren. Jetzt müssen erneut Gewebeproben entnommen werden, um der Todesursache auf die Spur zu kommen. Die in Peru tätigen Energieunternehmen bestreiten denn auch, für das Massensterben der Delfine verantwortlich zu sein. Zwar gab die amerikanische BPZ Energy zu, die berüchtigten 3-D-Seismik zur Suche nach Erdölvorkommen eingesetzt zu haben, doch die ersten Delfinkadaver wurden schon vor deren Einsätzen an die Strände geschwemmt. Der Präsident von ORCA wies zusätzlich darauf hin, dass eine derart große Zahl toter Meeressäuger auch ursächlich auf eine Morbillivirus-Epidemie oder eine andere virale Infektion zurückzuführen sein könnte. Anfang der 1990er-Jahre starben im Mittelmeer mindestens 1.200 Blau-Weiße Delfine (Stenella coeruleoalba) durch eine Infektion mit dem gefährlichen Morbillivirus. Die Opfer: Langschnäuzige Gemeine Delfine und Burmeister-Schweinswale Nach Angaben von ORCA soll es in den vergangenen 100 Jahren noch nie so viele gestrandete Delfine in Peru gegeben haben. Fraglich bleibt dabei, ob solche Daten in Peru derart weit in die Vergangenheit reichend überhaupt erhoben wurden. Allerdings hat es noch nirgendwo auf der Welt jemals eine so gewaltige Zahl gestrandeter toter Meeressäuger, wie jetzt in Peru, gegeben - falls es wirklich über 3000 gewesen sind, denn es handelt sich bei dieser Zahl lediglich um eine Hochrechnung! Zweifel an der Darstellung von ORCA Mittlerweile geht man von 900 bis 1000 toten Delfinen aus, die an den Stränden der Regionen Tumbes, Piura und Lambayeque gestrandet sind. Große Verwirrung Haben rücksichtslos operierende Dynamitfischer die Delfine getötet? So ist man denn auch im peruanischen Umweltministerium sicher, dass es keinen Zusammenhang gibt, zwischen dem Sterben der Seevögel und jenem der Delfine. Die Vögel sind wohl verhungert, weil sich in kurzer Zeit das Meerwasser an der Küste um bis zu 8 Grad erwärmte. Als Folge tauchten Sardellenschwärme in tiefere Gewässer ab oder schwammen weiter in den Süden. Den Pelikanen ist die Nahrung davongeschwommen, und zwar so schnell, dass sie keine Chance hatten, sich umzuorientieren. Wenn sich die wahrscheinlich von dem Wetterphänomen El Niño ausgelöste Situation nicht ändert, könnte es auch andere Arten hart treffen, vor allem die Pinguine. Ihr Bestand in Peru soll sich zuletzt auf über 11.000 vergrößert haben. Bei den Delfinen dagegen gibt es immer noch mehr Fragen als Antworten, allerdings einen ganz starken Verdacht: Rücksichtlose Dynamitfischer haben die Delfine getötet! Dynamitfischerei ist in Peru nach wie vor ein großes Problem. Ihre Bekämpfung ist wichtiger Schwerpunkt unseres Peru-Delfinschutzprojekts im Süden des Landes bei der Paracas-Halbinsel. Weitere Informationen auf stern.de: |