Tiefgefroner Thunfisch wird auf See mit einem Ladekran verladen. Für ein Ende der Fischerei in internationalen Gewässern – also außerhalb der 200-Meilen-Zonen vor den Küsten – plädiert eine Gruppe Wissenschaftler in einem Beitrag der Zeitschrift Scientific Reports, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19.02.2015.

Die radikal klingende Maßnahme würde, so die Forscher, den weltweiten Fischereiertrag sogar steigern, auch die Verteilung der Fangmengen würde gerechter sein. Meeresschutzorganisationen wie die GRD fordern seit vielen Jahren strikte Beschränkungen der Hochseefischerei und insbesondere ein weltweites, kategorisches Verbot der für die Meeresumwelt desaströsen Fischerei mit Grundschleppnetzen.

Totmacher der Meere
Die industrielle Fischerei ist heutzutage die mit Abstand gefährlichste Bedrohung nicht nur für Delfine, sondern für das gesamte Leben in den Meeren. Jedes Jahr sterben über 300.000 Delfine und Wale einen grausamen Tod als ungewollter Beifang in Fischernetzen. Der Großteil davon in den Netzen der Hochseefangflotten.

Die Plattmacher
rafik Herings-Grundschleppnetz, charakteristisch sind die nach vorne geöffneten Flügel, die das Netz wie ein riesiges Fischmaul aussehen lassen. Neben den mittlerweile fast nur noch von Piratenfischern eingesetzten und seit 1991 von der UN geächteten Treibnetzen, sind Grundschleppnetze weltweit die mit Abstand zerstörerischte Fischfangmethode. Die wie ein Bulldozer arbeitenden Fanggeräte verwandeln Meeresboden-Ökosysteme in leblose Wüsten. Besonders in der Tiefsee ist dies fatal - es braucht dort Jahrzehnte bis Jahrhunderte zur Regeneration.

Küstennahes Fischen bringt Vorteile für alle
Da Fische sich nicht an 200- Meilen-Zonen halten, könne man sie auch dort fangen. Was die Trawler der Industriefischerei auf hoher See wegfischen, entgeht den Fischereien der Küstenländer. Unterm Strich würden die Fangergebnisse - bei gerechterer Verteilung – um 42 Prozent steigen, da die Fische bei einem Fangstopp auf der hohen See genügend Regenerations- und Rückzugsräume hätten, lautet das verblüffende Fazit der Studie der Forschergruppe um den Fischerei-Ökonomen Rashid Sumaila von der University of British Columbia in Vancouver.

Übermächtige Fischereilobby auch in der EU
Wie schwierig es ist, selbst kleinste Einschränkungen der Fangmengen und Fangmethoden zu erreichen, zeigt die quälende Reform der EU-Fischereipolitik. Ein auch von der GRD unterstütztes EU-Verbot der Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee wurde von der Fischfanglobby erfolgreich verhindert. Auch wenn es nur wenige und dazu noch hoch subventionierte EU-Trawler gibt, die von einem Verbot betroffen gewesen wären.

Ende der Fischerei in Sicht – so oder so
Bereits 2012 warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dass nahezu 30 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt seien, 57 Prozent befänden sich an der Grenze ihrer maximaler Ausbeutung. Lediglich 13 Prozent der Bestände sollen zum damaligen Zeitpunkt noch nicht voll ausgebeutet gewesen sein.

Experten schätzen, dass – sollte sich an der gängigen Praxis nichts ändern –, der kommerzielle Fischfang spätestens 2050 zum Erliegen kommt.
Ulrich Karlowski, Februar 2015

Weitere Informationen:

⇒ Strategien zur Beifangreduzierung in der Ostsee (PDF)

⇒ Europas Fischereipolitik: Eine ökologische Katastrophe

⇒ EU fördert Piratenfischerei vor Westafrika

⇒ UN warnen vor Überfischung der Meere

⇒ Falscher Fisch auf dem Tisch: Importware und Billigfisch nehmen zu

Dobro Jutro braucht Hilfe

Adria Patendelfin DOBRO JUTRO (guten Morgen) in einer Gruppe von 4 Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen.

Dobro Jutro (Guten Morgen) war der erste Delfin, den unsere kroatischen Partner eines Morgens bereits um 6.30 Uhr sichteten (zweiter von vorne).

⇒ Patenschaft für Dobro Jutro (Adria/Kroatien) ⇒ Patenschaft verschenken

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

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