Pressemitteilung, 06.01.2009 - Das mit großem Mediengewitter eingeläutete und um ein Jahr verlängerte "UN-Jahr des Delfins" (2007 und 2008) ist nach Ansicht der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) weit hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben.

Logo von TUI auf einem Tourbus"Die Bilanz ist mehr als enttäuschend, für die Delfine wurde nichts erreicht. Der Chinesische Flussdelfin gilt seit 2007 als ausgestorben. Weitere Arten stehen kurz davor, so die knapp 600 in deutschen Gewässern heimischen Ostsee-Schweinswale, der Vaquita aus Mexiko oder die etwa 100 vor Neuseeland lebenden nördlichen Hector-Delfine. Dafür wurde kräftig die Werbetrommel für den Tourismuskonzern TUI geschlagen", sagt der GRD-Biologe Ulrich Karlowski.

Die unter Führung der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) stehende Kampagne hüllte sich zu fast allen Kernthemen des Delfinschutzes in Schweigen, angefangen vom Delfin-Beifang in Fischernetzen, über die Grindwal-Abschlachtung bei den Färöer-Inseln– eine Schande für Europa – bis hin zu den barbarischen Delfin-Massakern vor der japanischen Küste. Dagegen übte man auf Konferenzen gegenseitiges Schulterklopfen und produzierte eine Unmenge von bunten Broschüren, Kalendern, Postern und anderen Materialien.

Trauriger Höhepunkt war nach Ansicht der GRD dabei sicherlich, dass ausgerechnet im "Jahr des Delfins" das einzige Schutzabkommen für unsere heimischen Schweinswale, ASCOBANS, faktisch zerschlagen und handlungsunfähig gemacht wurde.

Mehrere, schwer verletzte Große Tümmler werden auf der offenen Ladefläche eine Kleinlasters zur Fischfabrik gekarrtJedes Jahr schlachten japanische Fischer etwa 23.000 Delfine und Kleinwale ab, einige wenige überlebende werden für Delfinarien aussortiert. Bei den Färöer-Inseln ereilt Tausende Grindwale, eine Delfinart, das gleiche Schicksal. Organisationen, die diese Missstände anprangern wollten, wurden, mit Rücksicht auf den Sponsor TUI, kurzerhand vom "Jahr des Delfins" ausgeschlossen. TUI bietet Reisen in Delfinarien an, z.B. in den "Ocean World Adventure Park" in der Dominikanischen Republik, in denen Tiere aus den japanischen Delfin-Treibjagden gehalten werden.

Auch beim Schutz der bedrohten heimischen Schweinswale gab es seitens des "Jahr des Delfins" keinerlei konkrete Maßnahmen oder Unterstützung bestehender Projekte wie z.B. umweltschonende Beseitigung von Munitionsaltlasten aus dem Zweiten Weltkrieg, Reduzierung von Beifängen in Fischernetzen oder Lärmschutzmaßnahmen beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen.

"In den beiden Jahren des Delfins wurde viel Geld für Konferenzen und Aufklärungskampagnen ausgegeben, aber dort, wo es für die Meeressäuger um Überleben oder Aussterben geht, fehlen nach wie vor die Mittel. Die Kampagne war gekennzeichnet von einem für die Delfine schrecklichen, weil tödlichen Missklang zwischen Theorie und Praxis", bedauert Karlowski. "Es ist schon fast zynisch, dass das ursprünglich für ein Jahr konzipierte Jahr des Delfins um ein weiteres Jahr verlängert wurde"

Das Jahr 2009 wurde zum "UN-Jahr des Gorillas" erklärt. "Es ist zu hoffen, dass es den vom Aussterben bedrohten Großaffen besser ergehen wird als den Delfinen", so Karlowski.

Ferdinand-Destiny braucht Hilfe

Unterwasseraufnahme des Hurghada Patendelfins Ferdinand-Destiny, die schräg in der Wassersäule steht, ihr Baby FRODO schwimmt dicht über ihr.

Ferdinand-Destiny überlebte 2001 einen Haiangriff. Schwer verwundet suchte sie Schutz bei Tauchern. Erst als die Wunden heilten, kehrte sie zu ihrer Gruppe zurück, doch ihr Interesse an Menschen blieb. Mit 14 bekam sie 2012 ihr erstes Kalb: Frodo.

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener