Zwei tote Pilotwale liegen mit durchtrenntem Rückgrat im flachen Wasser, das wie ein See aus Blut aussieht. Weitere tote Delfine liegen etwas entfernt, bei ihnen stehen einige Menschen. Gegen Ende Juli 2015 fanden während zweier Treibjagden auf den Färöer-Inseln über 250 den Tod. Die Tiere wurden grausam abgeschlachtet und verbluteten bei lebendigem Leib.

Während in Australien oder Neuseeland Rettungsnetzwerke für Meeressäuger existieren und regelmäßig Hunderte von freiwilligen Helfern bei Strandungen von Grindwalen oder Delfinen herbeieilen, um aufopferungsvoll Hilfe zu leisten, finden vor den Toren Europas, auf den Färöer-Inseln, ebenso regelmäßig gnadenlose Hetzjagden statt.

In der Bucht von Bøur starb eine Gruppe von 111 dieser zu den Delfinen gehörenden Meeressäuger, nur wenige Stunden später endete vor den Toren der Hauptstadt Tórshavn eine zweite Treibjagd, bei der 142 Pilotwale ihren Reise zu der zu Dänemark gehörenden, im Nordatlantik gelegenen Inselgruppe mit dem Leben bezahlen mussten.

Damit sind in diesem Jahr bereits mehr als 400 Grindwale von Bewohnern der Färöer-Inseln abgeschlachtet worden.

Mordritual mit Volksfestcharakter
Einst diente die Jagd auf die bis zu knapp acht Meter langen Grind- oder Pilotwale (Globicephala melas) und andere Arten wie Große Tümmler, Atlantische Weißseitendelfine oder Nördliche Entenwale der Nahrungsbeschaffung. Doch heute ist sie zu einem alljährlichen Mordritual mit Volksfestcharakter geworden.

"Das blutige Mordspektakel ist Ausdruck der Entmenschlichung und Verrohung weiter Teile der färingischen Gesellschaft", erklärt Ulrich Karlowski, Biologe bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) aus München. "Es geht hier nur noch um den Spaß am Quälen und Töten anderer Lebewesen".

Dabei warnt die Gesundheitsbehörde der Färöer schon seit 2008 davor, das Fleisch von Grindwalen zu verzehren, da es aufgrund der hohen Konzentration an Giftstoffen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist.

Noch lebend verbluten die Meeressäuger langsam und sehr qualvoll
Bei den grausamen Treibjagden werden ganze Grindwalfamiliengruppen mit vielen kleinen, hoch motorisierten Booten in enge, flache Buchten gehetzt und dort zusammengetrieben.

Dann rammen die Jäger ihnen Eisenhaken ins Blasloch, um sie orientierungslos zu machen und an Land ziehen zu können, anschließend werden Rückgrat und Kopfarterien mit Messern durchgeschnitten.

Karte der 24 Whaling-Bays auf den Färöer InselnZum sogenannten "Grindadrap" oder "Grind" sind 24 Buchten mit flachen, sandigen Stränden auf verschiedenen der 18 Färöer Inseln freigegeben.

Kein Tier hat eine Chance zu entkommen, selbst neugeborene Kälber und ihre Mütter werden gnadenlos getötet
Von April bis Juli gebären weibliche Grindwale in den Gewässern bei den Färöer-Inseln ihre Jungen und richten "Kinderstuben" ein.

Die Populationsgröße der Nordatlantischen Grindwale ist unbekannt. Sie sind durch internationale Abkommen, wie die Berner Konvention zum Erhalt der europäischen wild lebenden Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume sowie die Bonner Konvention zum Schutz wandernder Arten streng geschützt.

Dänemark entzieht sich der Verantwortung
Beide Abkommen wurden auch von Dänemark unterzeichnet und ratifiziert. Dänemark entzieht sich der Verantwortung, indem es auf den autonomen Status der Färöer unter der dänischen Krone hinweist. Doch ist Dänemark für das färöische Justizsystem zuständig, repräsentiert die Färöer auf internationaler Ebene und stellt jährlich Millionen von Kronen als Subventionen zur Verfügung.

Wenn das Meer sich rot färbt - Grindwal-Massaker auf den Färöer-Inseln: ein kleines Dorf in einer Bucht, das Wasser am Ende der Bucht ist großflächig rot verfärbt vom Blut der abgeschlachteten Delfine. Das grausame Ritual findet das ganze Jahr über statt
Indem sie hunderte Tiere auf einmal töten, löschen die Färinger ganze Familien und soziale Gruppen aus. Abgesehen von der Grausamkeit dieser Methode vernichten sie damit Bausteine des Genpools und zerstören die genetische Vielfalt dieser Art.

Das grausame Ritual findet das ganze Jahr über statt, Schwerpunkt ist allerdings der Sommer, wenn das Wetter für den Einsatz der Boote geeigneter ist und sich die Grindwale während ihrer Paarungszeit dann mehr in Küstennähe aufhalten.

Im Jahr 2013 starben nach Angaben der britischen Organisation "Campaign Whale" insgesamt 1534 Delfine, darunter 1104 Grindwale.

Die GRD appelliert an die Verbraucher, keine Produkte der Färöer zu kaufen und die Inseln als Reiseziel zu meiden
Wichtigster Erwerbszweig ist neben dem Export von Fischprodukten der Tourismus. Fischprodukte wie z.B. Lachs machen mehr als 95% der Exportwaren der Inseln aus.
GRD-Presse, Juli 2015

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Laura braucht Hilfe

Patendelfin Laura aus dem Roten Meer.

Laura wurde Anfang 2010 identifiziert, als sie etwa 8 Jahre alt war. Sie spielt gerne mit ihren Artgenossen oder mit Quallen, Korallenstücken oder Muscheln, die sie auf ihrem Schnabel balanciert und zwischen Korallenblöcken versteckt.

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener