Auch im Ärmelkanal sind Delfine durch Schadstoffe gefährdet
Britische Forscher hatten Anfang 2016 eine groß angelegte Studie veröffentlicht, die die großflächige Vergiftung von Delfinen in europäischen Gewässern mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) dokumentierte. Jetzt haben die französische Ökotoxikologin Cyrielle Zanuttini und ihre Kollegen vergleichbare Werte bei Delfinen aus dem Ärmelkanal festgestellt. Besorgniserregend hohe Konzentrationen von Quecksilber und PCBLaut der Studie, die am 2....
Offshore-Ölförderung in der kroatischen Adria vom Tisch?
Geht es nach den Aussagen des derzeitigen kroatischen Wirtschaftsministers Tomislav Panenić, dann wird es keine Offshore-Förderung von Öl und Gas geben, wie er auf Nachfrage kroatischer Medien erklärte. "Ich kann bestätigen, dass die Ölförderung in der Adria nicht erwünscht ist", wird Panenić in der kroatischen Tageszeitung "Poslovni dnevnik" zitiert. Wir danken allen, die ihre Stimme für den Schutz der Adria erhoben haben!Neben dem niedrigen...
Umweltgift PCB gefährdet Überleben von Delfinen in Europa
Große Tümmler, Orcas und andere Delfinarten in europäischen Gewässern sind hochgradig mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) vergiftet, und zwar so stark wie nirgendwo sonst. Zu diesem erschreckenden Fazit kommt der neue Scientific Report des Zoologen Paul Jepson und seiner Kollegen von der Zoologischen Gesellschaft in London. Über 25 Jahre hinweg untersuchten Jepson und sein Team 1.081 Große Tümmler, Streifendelfine, Orcas und Schweinswale. Es...
Geisternetze töten sinnlos weiter ...
Sogenannte Geisternetze werden zu einer immer größeren Gefahr für Meerestiere und das marine Ökosystem. Reste zerstörter Netze, von Fischern nicht wiedergefundene oder weggeworfene Netze fangen fast endlos weiter, da sie meist aus extrem langsam verrottenden Kunststoffen bestehen. Fische, Krabben, Meeresschildkröten, Seevögel, Delfine, Haie und sogar Wale verheddern sich ihnen, sterben langsam und qualvoll. Irgendwann sinkt das Netz durch das...
Offshore-Windkraft mit hochexplosiven Folgen
Pressemitteilung, 04.06.2015 - Der forcierte Aufbau von Offshore-Windkraftparks in Nord- und Ostsee führt zu massiven Umweltschäden durch die Sprengung von versenkten Munitionsaltlasten. Davor warnt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). Experten schätzen, dass während und nach dem 2. Weltkrieg rund 1,6 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten in deutschen Gewässern versenkt wurden. Heute, siebzig Jahre später, ist die vor sich hin...
GRD setzt sich bei Ostseeschutzkonvention HELCOM für den Schutz von Schweinswalen ein
Ein gewaltiges Umweltproblem: Verrottende Munition in deutschen Gewässern Auf der Tagung der SUBMERGED-Arbeitsgruppe der Ostseeschutzkonvention HELCOM, die vom 22.-23. April 2015 in Bonn stattfand, konnte der Meeresbiologe Sven Koschinski für die GRD wichtige Fortschritte für den Schweinswalschutz erreichen. HELCOMDas Helsinki-Abkommen für den Schutz der Ostsee (HELCOM) aus dem Jahr 1974 sollte das Einbringen von Schad- und Nährstoffen in die...
Kurze Atempause für die Adria: Kroatien verschiebt Ölförderung
Nach übereinstimmenden Berichten verschiedener kroatischer Medien verzögert sich der Beginn der für dieses Jahr geplanten Offshore-Probebohrungen nach Öl in der Adria mindestens bis 2016. Als Grund werden Verstöße gegen EU-Umweltrichtlinien genannt. Kroatien habe es versäumt, Anrainerstaaten wie Slowenien, Italien und Montenegro in die derzeit laufenden Umweltverträglichkeitsprüfungen einzubeziehen. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine...
Ölkonzern OMV beteiligt an der Ausrottung von Delfinen
Ein vom österreichischen Mineralölkonzern OMV vor der Küste Neuseelands verursachter Ölunfall bedroht nach Angaben von NABU International Naturschutzstiftung das Überleben der weltweit letzten Maui-Delfine. OMV gehört auch zu den "Dreckigen 5", zu den Energiekonzernen, die eine Konzession für Erdöl-Probebohrungen in der kroatischen Adria erworben haben. Der neuseeländische OMV-Ölunfall ereignete sich am bereits am 20. Februar etwa 70...
Rettet die Adria! Referendum gegen Offshore Öl- und Gasförderung
Pressemitteilung 21.01.2015 - In Kroatien wächst der Widerstand gegen die Pläne der Regierung, in der Adria in großem Stil Erdöl und Erdgas zu fördern. Die Umweltorganisation "Eko Kvarner" hat ein Referendum angekündigt, falls die Regierung nicht auf die Öl- und Gasförderung in dem sensiblen Meeresgebiet verzichtet, berichtet die kroatische Zeitung 24sata. Sollte die Regierung das Projekt nicht bis zum 16. April, dem Ende der öffentlichen...
Ölpest in Bangladesch: Delfine und andere Tiere in Gefahr
Im größten Mangrovenwald der Welt droht eine massive Umweltkatastrophe. Am 9. Dezember sank der Öltanker "Southern Star-7" im Delta des Flusses Shela, zwischen Bangladesch und Indien, nach einer Havarie. Ein 70 Kilometer langer Ölteppich gefährdet jetzt das Überleben der seltenen Irawadi- und Ganges-Flussdelfine, von Bengalischen Tigern, Krokodilen, Pythons, rund 260 Vogelarten, Fischen, Krebsen und des Mangrovenwaldes. Der...
Projektbesuch in Peru 2012
Im Februar dieses Jahres war ich in Peru-Paracas, besuchte unser Delfin- und Meeresschutzprojekt, das die GRD seit 1999 mit der peruanischen Organisation ACOREMA durchführt. Es war mein vierter Projektbesuch und wieder einmal habe ich einen sehr guten Eindruck von der Arbeit unserer peruanischen Partnerorganisation vor Ort gewonnen. Ich habe viele Plätze und Leute besucht und wir konnten gemeinsam neue Pläne für das weitere Vorgehen...
Ölpest im Golf von Mexiko: Das große Delfinsterben
780 tote Delfine: Der Tod zahlreicher Delfine im Golf von Mexiko ist auf die Ölkatastrophe durch die Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" im vergangenen Jahr zurückzuführen. Laut einer Studie von US-Wissenschaftlern und nach Angaben der US-Behörden wurden seit Jahresanfang bereits 84 tote Delfine gefunden, 2011 starben 362 Delfine und von Februar bis Dezember 2010 fand man 260 tote Tiere an den Küsten von Florida, Labama,...
Vierbeiniger Walhelfer in der Walforschung
Mit einem mehr als ungewöhnlichen Teammitglied wollen Forscher im Nordwesten der USA dem kontinuierlichen Rückgang der Schwertwale im Puget Sound auf die Spur kommen. "Tucker", so der Name des achtjährigen Labradormischlings, verfügt über eine außergewöhnliche Fähigkeit: Er ist einer von wenigen Hunden weltweit, der die Exkremente von Meeressäugern aufspüren kann und das auf eine Entfernung von ein bis zwei Kilometern! Hat der begeisterte...
Das Meer ertrinkt! Rettet es!
Das Projektjahr 2010 stand ganz im Zeichen einer Kampagne gegen Müll und Meeresverschmutzung mit dem Slogan "Das Meer ertrinkt! Rettet es!". Die Verschmutzung und Vermüllung der Meere ist ein weltweites Problem, das gerade in Pisco und Umgebung sehr greifbar ist: Weggeworfener Plastikmüll säumt Straßen und Strände, Kläranlagen gibt es kaum, weder für die privaten Haushalte noch für Industrieabwässer, die einfach ins Meer eingeleitet werden....

Ein toter Delfin treibt in der Adria.Britische Forscher hatten Anfang 2016 eine groß angelegte Studie veröffentlicht, die die großflächige Vergiftung von Delfinen in europäischen Gewässern mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) dokumentierte. Jetzt haben die französische Ökotoxikologin Cyrielle Zanuttini und ihre Kollegen vergleichbare Werte bei Delfinen aus dem Ärmelkanal festgestellt.

Besorgniserregend hohe Konzentrationen von Quecksilber und PCB
Laut der Studie, die am 2. September 2016 im nordfranzösischen Cherbourg vorgestellt wurde, sind die Ärmelkanal-Delfine durch hohe Konzentrationen hoch giftiger PCBs und Quecksilber belastet. Bei rund 400 untersuchten Tieren stellten die Wissenschaftler 1,4 Mal mehr PCB fest als eine vergleichbare Untersuchung aus dem USA gezeigt hatte. Auch die gemessenen Quecksilber-Konzentrationen seien besorgniserregend hoch, warnte Zanuttini.

Umweltgift PCB gefährdet Überleben von Delfinen in Europa
Zanuttini kommt damit zu ähnlichen Ergebnissen wir die der britische Zoologe Paul Jepson und sein Team von der Zoologischen Gesellschaft in London. Sie hatten im Rahmen einer 25-jährigen Studie bei Großen Tümmlern, Streifendelfinen, Orcas und Schweinswalen aus ganz Europa erschreckend hohe PCB-Werte gemessen. Als besonders belastet erwiesen sich Delfinarten im Mittelmeer. Die Konzentrationen lagen hier von 50 bis zu 350 Milligramm PCB pro Kilo Körpergewicht. Selten lagen die Messwerte darunter. Spätestens ab 40 Milligramm pro Kilo wird es für den betroffenen Organismus gefährlich.

Lautloser Killer
PCB verringert u.a. die Fruchtbarkeit. Die Tiere haben wesentlich seltener Nachwuchs, der dann auch noch mit einer lebensbedrohlichen, schleichenden Vergiftung zu kämpfen und kaum Überlebenschancen hat. Als Säugetiere geben Delfinmütter über die Muttermilch bis zu 90 Prozent aller gespeicherten Schadstoffe an ihren Nachwuchs weiter. Zusätzlich führen hohe PCB-Belastungen zu einem erhöhten Infektionsrisiko durch Schwächung des Immunsystems und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Das "Dreckige Dutzend" hochgefährlicher Umweltgifte
BiohazardPCBs, oder Polychlorierte Biphenyle, sind organische Chlorverbindungen. Sie gehören zum sogenannten "Dreckigen Dutzend" krebserregender und hochgiftiger Umweltgifte. Seit 2001 ist ihre Verwendung weltweit verboten, in Europa kamen sie schon seit den 1980er-Jahren kaum noch zum Einsatz. Sie waren beispielsweise in Weichspülern, Flammschutzmitteln oder Farben enthalten. PCB in der Natur nur sehr langsam abgebaut werden, reichern sie sich in den Nahrungsnetzen an. Man findet sie folglich auch in Gebieten, wo sie niemals zum Einsatz kamen, wie im arktischen Eis.

Trotz Verbots gelangen PCB weiterhin in die Umwelt
Ein Gemeiner Delfin springt aus dem Wasser.Erschreckend an beiden Studien ist, dass PCB, obwohl ihr Einsatz seit 15 Jahren verboten ist, in Europa offensichtlich immer noch in großen Mengen in die Umwelt gelangen. Die Forscher vermuten, dass durch unsachgemäße Entsorgung kontaminierter Altlasten große Mengen des Giftes in die Meeresumwelt gelangen. So soll es in der EU rund 1,1 Millionen Tonnen mit PCB kontaminiertes Material geben, das noch entsorgt werden muss, vor allem in Spanien und Frankreich.

Bei Orcas und Delfinen, die an den Küsten Nordamerikas leben, sind die PCB-Werte bereits gesunken. Dagegen gibt es für Europa keinen Grund zur Entwarnung, im Gegenteil.

Wissenschaftler und Meeresschützer fordern jetzt dringend Maßnahmen, die den PCB-Eintrag in europäische Gewässer reduzieren, damit Delfine in Europa langfristig eine Überlebenschance haben.
Ulrich Karlowski, September 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Umweltgift PCB gefährdet Überleben von Delfinen in Europa

⇒ Gesundheitsbehörde der Färöer rät dringend vom Grindwalfleischverzehr ab!

⇒ Themenseite Meeresverschmutzung

SchwertwaleGroße Tümmler, Orcas und andere Delfinarten in europäischen Gewässern sind hochgradig mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) vergiftet, und zwar so stark wie nirgendwo sonst. Zu diesem erschreckenden Fazit kommt der neue Scientific Report des Zoologen Paul Jepson und seiner Kollegen von der Zoologischen Gesellschaft in London.

Über 25 Jahre hinweg untersuchten Jepson und sein Team 1.081 Große Tümmler, Streifendelfine, Orcas und Schweinswale. Es handelte sich zum Großteil um gestrandete Tiere, 150 Meeressäuger wurden lebend untersucht.

Das "Dreckige Dutzend" hochgefährlicher Umweltgifte
BiohazardPCBs, oder Polychlorierte Biphenyle, sind organische Chlorverbindungen. Sie gehören zum sogenannten "Dreckigen Dutzend" krebserregender und hochgiftiger Umweltgifte. Seit 2001 ist ihre Verwendung weltweit verboten, in Europa kamen sie schon seit den 1980er-Jahren kaum noch zum Einsatz. Sie waren beispielsweise in Weichspülern, Flammschutzmitteln oder Farben enthalten und beeinträchtigen das Immunsystem, die Fortpflanzung und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Da PCBs in der Natur nur sehr langsam abgebaut werden, reichern sie sich in den Nahrungsnetzen an. Man findet sie folglich auch in Gebieten, wo sie niemals zum Einsatz kamen, wie im arktischen Eis.

Besondere Gefahr für Meeressäuger
Die im Fettgewebe der Meeressäuger festgestellten PCB-Werte liegen weit über den als giftig geltenden Konzentrationen. Als besonders belastet erwiesen sich Orcas, Große Tümmler und Streifendelfine aus dem Mittelmeer. Die Konzentrationen lagen hier von 50 bis zu 350 Milligramm PCB pro Kilo. Selten lagen die Messwerte darunter. Spätestens ab 40 Milligramm pro Kilo wird es für den betroffenen Organismus gefährlich. Nur bei Schweinswalen fanden sich meist deutlich niedrigere Werte.

Adria-Patendelfin Crta mit Nachwuchs.PCB verringert die Fruchtbarkeit. Die Tiere bekommen wesentlich seltener Nachwuchs, der dann auch noch mit einer lebensbedrohlichen, schleichenden Vergiftung zu kämpfen und kaum Überlebenschancen hat. Als Säugetiere geben Delfinmütter über die Muttermilch bis zu 90 Prozent aller gespeicherten Schadstoffe an ihren Nachwuchs weiter. Zusätzlich führen hohe PCB-Belastungen zu einem erhöhten Infektionsrisiko durch Schwächung des Immunsystems.

Besonders fatal ist dies für Tierarten mit einer sowieso schon niedrigen Reproduktionsrate, wie bei Meeressäugern oder Haien. Für die Forscher ist PCB damit ein Top-Kandidat bei der Ursachensuche nach Populationsrückgängen vieler Meeressäugerarten und die ausbleibende Erholung der Bestände.

Trotz Verbots gelangen PCBs weiterhin in die Umwelt
Erschreckend an der Studie ist, dass PCBs, obwohl ihr Einsatz seit 15 Jahren verboten ist, in Europa offensichtlich immer noch in die Umwelt gelangen. Die Forscher vermuten, dass auch heute noch durch unsachgemäße Entsorgung kontaminierter Altlasten große Mengen des Giftes in die Meeresumwelt gelangen. So soll es in der EU rund 1,1 Millionen Tonnen mit PCB kontaminiertes Material geben, das noch entsorgt werden muss, vor allem in Spanien und Frankreich.

Bei Orcas und Delfinen, die an den Küsten Nordamerikas leben, sind die PCB-Werte bereits gesunken. Dagegen gibt es für Europa keinen Grund zur Entwarnung, im Gegenteil. Hier fanden sich besonders im westlichen und zentralen Mittelmeer, im Golf von Cadiz, in der Straße von Gibraltar und im Atlantik südwestlich der Iberischen Halbinsel wahre PCB-Hotspots, mit Messwerten, die alles bisher von Meeressäugern Bekannte in den Schatten stellten.

Jepson und seine Kollegen fordern von der EU jetzt dringend Maßnahmen, die den PCB-Eintrag in europäische Gewässer reduzieren, um die Delfine im Mittelmeer und im Nordost-Atlantik vor dem Aussterben zu bewahren.
Ulrich Karlowski, Januar 2016

Weitere Informationen:

⇒ Auch im Ärmelkanal sind Delfine durch Schadstoffe gefährdet

⇒ Gesundheitsbehörde der Färöer rät dringend vom Grindwalfleischverzehr ab!

⇒ Scientific Reports: PCB pollution continues to impact populations of orcas and other dolphins in European waters

Ein Irawadi-Delfin schaut neugierig aus dem Wasser. Im größten Mangrovenwald der Welt droht eine massive Umweltkatastrophe. Am 9. Dezember sank der Öltanker "Southern Star-7" im Delta des Flusses Shela, zwischen Bangladesch und Indien, nach einer Havarie. Ein 70 Kilometer langer Ölteppich gefährdet jetzt das Überleben der seltenen Irawadi- und Ganges-Flussdelfine, von Bengalischen Tigern, Krokodilen, Pythons, rund 260 Vogelarten, Fischen, Krebsen und des Mangrovenwaldes.

Der Sundarbans-Mangrovenwald, in dem sich das Unglück ereignete, befindet sich in einem tief gelegenen Mündungs- und Überschwemmungsgebiet von mehreren Flüssen, darunter Ganges und Brahmaputra. Der Nationalpark ist UNESCO-Weltnaturerbe.

Erst vor wenigen Jahren wurde in dem gigantischen Mangrovenwald eine bis dahin unbekannte Population von fast 6.000 Irawadi-Delfinen entdeckt. Diese Tiere sind nun unmittelbar bedroht. Jetzt wurde, berichtet die "Dhaka Tribune", bereits ein toter Irawadi-Delfin 25 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt entdeckt.

Flussabschnitt im Sundarban-Mangrovenwald. Dorfbewohner kämpfen mit einfachsten Mitteln gegen 200.000 Liter Öl
Die "Southern Star-7", die mit 350.000 Litern Öl an Bord nach der Kollision mit einem Frachtschiff gesunken war, konnte zwar wenige Tage später gehoben und ein Teil des an Bord befindlichen Heizöls geborgen werden. Der Großteil jedoch, etwa 200.000 Liter, lief aus und strömte in abzweigende Flussarme und –Kanäle.

Nachdem die Behörden angekündigt hatten, gesammeltes Öl könnte an ein staatliches Unternehmen verkauft werden, kämpfen Dorfbewohner in den betroffenen Flussabschnitten zum Teil mit bloßen Händen gegen den zähen, schwarzen Schleim.

Zum Auffangen und Abschöpfen des Öls kommen Kübel, Töpfe, Jutesäcke und Kleidungsstücke zum Einsatz.

Seit der Havarie wurde allen kommerziellen Schiffen die Passage durch den 140.000 Hektar großen Mangrovenwald verboten.

Naturschützer spricht von "nationalem Desaster"
Noch ist es zu früh, um das Ausmaß der Umweltschäden abschätzen zu können. Mehrere Expertenteams sind vor Ort. Das Risiko langfristiger negativer Auswirkungen auf die biologische Vielfalt in dem einmaligen Naturparadies sei aber hoch, hieß es.

Das Öl hat sich breitflächig auf der Wasseroberfläche verteilt und schneidet die Sauerstoffzufuhr in den betroffenen Flussabschnitten ab. Ein Sprecher der Naturschutzorganisation Wildlife Conservation Society (WCS) spricht von einem "nationalen Desaster".
U.Karlowski, 13.12.2014

Weitere Informationen:

⇒ Selten und Bedroht: Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins

 

Ein Gestrandeter Großer Tümmler liegt tot auf einem vermüllten Sandstrand.780 tote Delfine: Der Tod zahlreicher Delfine im Golf von Mexiko ist auf die Ölkatastrophe durch die Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" im vergangenen Jahr zurückzuführen.

Laut einer Studie von US-Wissenschaftlern und nach Angaben der US-Behörden wurden seit Jahresanfang bereits 84 tote Delfine gefunden, 2011 starben 362 Delfine und von Februar bis Dezember 2010 fand man 260 tote Tiere an den Küsten von Florida, Labama, Mississippe und Lousiana. Auffällig waren die vielen toten Delfinbays. Es wurden zehn Mal so viel tote Delfin-Babys angespült wie in den Jahren vor der Ölkatastrophe.

In den Jahren vor der Explosion der"Deepwater Horizon" lag der Durchschnittswert bei 74 toten Delfinen im Jahr. Allein in Louisiana, dem am stärksten betroffenen Gebiet, stieg die Zahl tot angeschwemmter Meeressäuger von einem Jahresdurchschnitt von 20 vor der Katastrophe auf 138 in 2010 und 159 in 2011. Insgesamt verendeten vor der Küste Lousianas in den letzten zwei Jahren damit fast 16-mal so viele Delfine wie sonst in einem Jahrzehnt.

Mittlerweile sehen Experten einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im vergangenen Jahr einerseits und dem massiven Einsatz chemischer Dispersionsmittel, die zur Zersetzung des ausgelaufenen Öls eingesetzt wurden. Die toten Delfine wurden in Gebieten gefunden, die besonders stark von der Ölpest betroffen waren.

Bei dem Versuch das Öl zu binden wurden große Mengen hochgiftiges Corexitin eingesetzt. Kritiker hatten vor dem Einsatz dieses Bindemittels wegen seiner Toxizität gewarnt. Das Gift könnte sich bei den Delfinmüttern über die Nahrungskette angereichert und die wachsenden Embryos langsam vergiftet haben.

Im Golf von Mexiko leben nach Angaben des Institute for Marine Mammal Studies zwischen 2000 und 5000 Delfine. Im Frühjahr ist die Fortpflanzungszeit und in diesen Zeitraum fällt auch die Explosion der"Deepwater Horizon" (20.04.2010). Die Tragzeit der Meeressäuger liegt bei elf bis zwölf Monaten und dementsprechend kamen bis in den April 2011 hinein ihre Jungen zur Welt. Und so begann fast ein Jahr nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ein großes Delfinsterben.

Das aus dem leckgeschlagenen Bohrloch ausgetretene Öl, man schätzt, dass es 780 Millionen Liter waren, war in dichten Schwaden durch den Golf von Mexiko gezogen und so auch in die Buchten und in flachen Gewässer gelangt, in denen die Delfine ihre Jungen gebären.
© U.Karlowski, 01.04.2012

Ein fuchsfarbener Hund blickt neugierig mit beiden Vorderbeinen auf dem Schlauchkörper eines Zodiac sich abstützend ins WasserMit einem mehr als ungewöhnlichen Teammitglied wollen Forscher im Nordwesten der USA dem kontinuierlichen Rückgang der Schwertwale im Puget Sound auf die Spur kommen. "Tucker", so der Name des achtjährigen Labradormischlings, verfügt über eine außergewöhnliche Fähigkeit: Er ist einer von wenigen Hunden weltweit, der die Exkremente von Meeressäugern aufspüren kann und das auf eine Entfernung von ein bis zwei Kilometern!

Hat der begeisterte Bootsfahrer mit seiner Supernase etwas erschnüffelt, wedelt er vor Aufregung mit dem Schwanz und schaut in die Richtung seines Funds, erklärt die Forscherin Elizabeth Seely. Die Wissenschaftler müssen ihr Boot nur nach Tuckers Schnauze steuern und schon ist die eher zähe, nach einem Gemisch aus Schleim und Algen aussehende Hinterlassenschaft, die sonst extrem schwer zu finden, aber bei Walforschern heiß begehrt ist, aufgespürt und kann analysiert werden.

Mit Tuckers Hilfe können die Forscher um Sam Wasser, den Leiter des Center for Conservation Biology an der University of Washington, diese behutsame, nicht invasive Forschungsmethode sehr effektiv einsetzen. Für sie ist ein „Walhaufen“ ein wahrer Informationscluster: "Er enthält Informationen über die Nahrung des Tieres, über Giftstoffe, anhand der DNS lässt sich Identität, Nahrung und Geschlecht eines Tieres feststellen – all das im Walkot", erklärt Wasser.

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Der meterhone Blas eines Orcas kondensiert in der kalten LuftNahrungsmangel, Schiffsverkehr und Meeresverschmutzung könnten die Ursachen dafür sein, vermuten Wissenschaftler anhand bisheriger Untersuchungen. In früheren Studien fanden Wasser und sein Team bereits heraus, dass zu Zeiten von starkem Schiffsverkehr – beispielsweise am Wochenende des 4. Juli, des amerikanischen Nationalfeiertags – der Orcakot eine höhere Konzentration an Stresshormonen enthält. Zu Ferienzeiten tummeln sich besonders viele "Walbeobachter" in der Gegend, die ein beliebtes Ziel für Whale Watcher ist.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Orca-Sterblichkeit am höchsten war, wenn ihre Schilddrüsenhormonkonzentration am niedrigsten war, was auf einen Nahrungsmangel hinweisen könnte. Unter den Walen und Delfinen weltweit haben diese Schwertwale die höchste toxische Belastung, vor allem mit Pestiziden und Flammschutzmitteln. "Diese stören den Hormonhaushalt und schädigen so die körpereignen Mechanismen zur Regulierung von Fortpflanzung und Stoffwechsel", erklärt Wasser.

Ob sie unterernährt sind und deswegen möglicherweise weniger Nachwuchs zur Welt bringen, ob die Giftkonzentrationen in ihrem Körper sich nachteilig auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit auswirken oder ob der durch den Schiffsverkehr ausgelöste Stress negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Orcas hat – das wollen die Forscher mithilfe der Walkotanalysen herausfinden – und "Walhelfer" Tucker bringt sie dabei auf die richtige Spur.
Ulrike Kirsch, Januar 2012
Foto Orca: © K.Wothe

Shine braucht Hilfe

Der kleine Peru Patendelfin SHINE schwimmt in rauer See vor einem anderen Tümmler von dem nur die Rückenfinne zu sehen ist.

Shine (hinten) wurde 2002 geboren. Das Baby leuchtete hell aus der Gruppe hervor. Die Geburt war ein Lichtblick für die Delfinschutzarbeit - Shine war das erste Baby seit über drei Jahren!

⇒ Patenschaft für Shine (Supay/Peru) ⇒ Patenschaft verschenken

Ihre Hilfe für bedrohte Delfine

Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

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