Offshore-Windkraft mit hochexplosiven Folgen
Pressemitteilung, 04.06.2015 - Der forcierte Aufbau von Offshore-Windkraftparks in Nord- und Ostsee führt zu massiven Umweltschäden durch die Sprengung von versenkten Munitionsaltlasten. Davor warnt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). Experten schätzen, dass während und nach dem 2. Weltkrieg rund 1,6 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten in deutschen Gewässern versenkt wurden. Heute, siebzig Jahre später, ist die vor sich hin...
GRD setzt sich bei Ostseeschutzkonvention HELCOM für den Schutz von Schweinswalen ein
Ein gewaltiges Umweltproblem: Verrottende Munition in deutschen Gewässern Auf der Tagung der SUBMERGED-Arbeitsgruppe der Ostseeschutzkonvention HELCOM, die vom 22.-23. April 2015 in Bonn stattfand, konnte der Meeresbiologe Sven Koschinski für die GRD wichtige Fortschritte für den Schweinswalschutz erreichen. HELCOMDas Helsinki-Abkommen für den Schutz der Ostsee (HELCOM) aus dem Jahr 1974 sollte das Einbringen von Schad- und Nährstoffen in die...
"Sprengstoff geladener" Antrag im Schweriner Landtag abgelehnt
Pressemitteilung, 11.12.2012 - Die Umweltverbände NABU, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) kritisieren die Ablehnung eines Antrags der Grünen im Schweriner Landtag zum Umgang mit Altmunition im Meer durch die Regierungsfraktionen der CDU und SPD (Drucksache 6/1347). "Diese Entscheidung zeigt das andauernde Unverständnis der Politik über die Tragweite der Problematik und stellt...
Kampfdelfine wieder auf dem Vormarsch
Tiere für militärische Zwecke einzusetzen, ist ethisch verwerflich und barbarisch. Dies gilt in besonderem Maße für hoch entwickelte Tiere, wie Delfine, für die zahlreiche Wissenschaftler eine eigene "Delfin-Ethik" und die Anerkennung eines besonderen Status als "nichtmenschliche Personen" fordern. Und doch bewegen sich einige Nationen nach wie vor auf diesem weiteren Tiefpunkt menschlichen Denkens und Handelns. Anfang Oktober begann eine...
Junge an der Ostsee mit Sprengstoff kontaminiert?
Pressemitteilung, 06.08.2012 - Naturschutzverbände warnen davor, unbekannte Gegenstände oder Substanzen am Strand zu berühren. Anlass ist der Sprengstoff-Fund am 31. Juli 2012 durch einen Jungen am Ausgang der Kieler Förde und die Entdeckung eines Torpedosprengkopfes durch einen Urlaubsgast auf Wangerooge vor zwei Wochen. Munitionsaltlasten stellen in deutschen Küsten- und Binnengewässern eine latente Gefahr dar. Durchgerostete Munitionsteile...
Konferenz umweltfreundliche Munitionsbeseitigung in der Nord- und Ostsee
Pressemitteilung, 03.11.2010 - Vom 16. bis 18. November 2010 veranstalten der NABU, die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Neumünster den internationalen Kongress MIREMAR (Minimizing Risks for the Environment in Marine Ammunition Removal in the Baltic and North Sea) zur schonenden und damit die Umwelt weniger belastenden Beseitigungsmaßnahmen von Munition in Nord- und...
Kampf-Delfine im Irak-Krieg
Wer dachte, die militärische Verwendung von Tieren im Krieg sei ein Relikt aus den Zeiten Hannibals, sah sich beim letzten Irak-Krieg getäuscht. Die US-Navy setzte vier sogenannte Kampf-Delfine sowie Seelöwen im Hafen von Um Kasar zur Minenräumung ein. Die als "Soldaten der Meere" ausgebildeten Kampf-Delfine können feindliche Taucher töten und See-Minen aufspüren. Abgesehen von dem mehr als fragwürdigen militärischen Wert derartiger "Waffen"...

Ein gewaltiges Umweltproblem: Verrottende Munition in deutschen Gewässern

HELCOM-LogoAuf der Tagung der SUBMERGED-Arbeitsgruppe der Ostseeschutzkonvention HELCOM, die vom 22.-23. April 2015 in Bonn stattfand, konnte der Meeresbiologe Sven Koschinski für die GRD wichtige Fortschritte für den Schweinswalschutz erreichen.

HELCOM
Das Helsinki-Abkommen für den Schutz der Ostsee (HELCOM) aus dem Jahr 1974 sollte das Einbringen von Schad- und Nährstoffen in die Ostsee vermindern und dazu beitragen, sie von militärischen und anderen Altlasten zu befreien.

Dem Abkommen gehören alle neun Ostsee-Anrainerstaaten und die Europäische Union an. HELCOM kann nur Empfehlungen aussprechen, aber keine Beschlüsse oder Richtlinien verabschieden. SUBMERGED ist eine von mehreren Arbeitsgruppen und beschäftigt sich mit verborgenen Risiken unter Wasser wie Schiffswracks und Munition.

Tödliche Gefahren durch den Ausbau der Offshore-Windkraft
Siebzig Jahre nach dem 2. Weltkrieg ist die in Nord- und Ostsee vor sich hin rottende Munition (1,6 Millionen Tonnen in deutschen Gewässern) ein gewaltiges Umweltproblem. Neben der offensichtlichen Gefahr einer großflächigen toxischen Belastung mit Munitionsinhaltsstoffen ergibt sich für Schweinswale eine ganz besondere Gefahr durch Munitionssprengungen.

Der forcierte Ausbau der Offshore-Windenergie hat jetzt auch zur Folge, dass wieder verstärkt nach Munition gesucht wird, damit marine Großmunition wie Minen, Torpedos und Wasserbomben die teure Infrastruktur nicht gefährdet. Insbesondere alte Minensperren sind außerhalb der bekannten Versenkungsgebiete fast überall zu erwarten.

Ein toter Schweinswal liegt auf einer orangenen Plane, das Tier sieht völlig unverletzt aus und hat noch keine Verwesungserscheinungen.Marine Großmunition wird heute üblicherweise gesprengt. Noch in einer Entfernung mehrerer Kilometer kann dies für einen Schweinswal tödlich sein: Lungenrisse, Blutungen in Ohr oder Gehirn oder Hörschäden werden durch die Schockwelle einer Unterwasserexplosion hervorgerufen.

Heftige Unterwasserdetonationen bald auch vor Warnemünde?
Wurden 2012 in der Nordsee noch 10 "Vernichtungssprengungen" registriert, waren es 2014 in den Windpark-Baufeldern oder auf den Kabeltrassen bereits 25. In diesem Jahr hat es allein in den ersten vier Monaten schon über zwanzig Sprengungen gegeben. Weitere sollen in Kürze folgen. Da die Explosionen fernab der Küste stattfinden, berichten die Medien nicht darüber.

Ein derartiges Umweltdesaster droht auch der Ostsee, z.B. im Zusammenhang mit dem heftig umstrittenen Bau eines Windparks vor dem Ostseebad Warnemünde bei Rostock. Im Entwurf des Landesraumentwicklungsprogramms M-V (LEP) ist die Nutzung der küstennahen Bereiche innerhalb der 12-Meilen-Zone für Offshore-Windkraftanlagen vorgesehen.

Vor Warnemünde sollen gewaltige Windenergieanlagen mit einer Bauhöhe von fast 200 Metern, höher als der Kölner Dom, in den Grund der Ostsee gerammt werden - ungeachtet der damit einhergehenden massiven Vernichtung von Meereslebewesen, so den vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswalen.

Die Genehmigungsbehörde BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg) fordert für Sprengungen in Windpark-Baufeldern zwar (immerhin) zur Verringerung der Schockwelle die Verwendung eines Blasenschleiers, aber eine Kontrolle wie bei den ebenfalls lauten Rammarbeiten für Offshore-Windkraftanlagen gibt es nicht.

Auch existieren keine Handlungsanweisungen, wie ein Blasenschleier konstruiert sein muss. Somit ist zu befürchten, dass auch nutzlose Blasenschleier eingesetzt werden, nur um die Auflage des BSH zu erfüllen.

HELCOM-SUBMERGED erkennt Wichtigkeit von Schallminderungsmaßnahmen bei Sprengungen an
Die Sprengung einer Seemine erzeugt eine gewaltige Wasserfontäne.Es ist als Erfolg zu werten, dass - neben der reinen Kartierung von Unterwasserrisiken – jetzt ein Kapitel zu Minderungsmaßnahmen bei Sprengungen in den Bericht der Arbeitsgruppe aufgenommen werden soll.

Sven Koschinski, der sich seit vielen Jahren mit dem Schutz von Schweinswalen und Unterwassermunition beschäftigt, wird einen Entwurf einreichen, der auf der nächsten Tagung in Göteborg diskutiert werden wird.

Naturschutzverbände fordern Bergung und Vernichtung an Land. Wir bleiben am Ball, damit es weiter vorangeht. Nach Auffassung der GRD ist die Sprengung von Altmunition unter Verwendung eines Blasenschleiers nur eine absolute Minimallösung. Die Bergung und unschädliche Vernichtung an Land ist eine unserer zusammen mit anderen Naturschutzverbänden immer wieder vorgetragene Forderung.
GRD-Presse (Bericht von Sven Koschinski), April 2015

 

Weitere Informationen:

⇒ Die Energiewende wird das Ende unserer Küste sein - Die Welt v. 24.03.2015

⇒ Die Helsinki-Kommission (HELCOM)

⇒ Fakten und Infos zur Helsinki-Kommission (HELCOM)

⇒ HELCOM Expert Group on Environmental Risks of Hazardous Submerged Objects (SUBMERGED)

⇒ HELCOM - Baltic Marine Environment Protection Commission: Chemical Munitions Dumped in the Baltic Sea (PDF)

Logo von MIREMARPressemitteilung, 03.11.2010 - Vom 16. bis 18. November 2010 veranstalten der NABU, die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Neumünster den internationalen Kongress MIREMAR (Minimizing Risks for the Environment in Marine Ammunition Removal in the Baltic and North Sea) zur schonenden und damit die Umwelt weniger belastenden Beseitigungsmaßnahmen von Munition in Nord- und Ostsee.

Die Konferenz knüpft an eine Veranstaltung aus dem Jahr 2007 in Kiel an, bei der erstmals auf die Gefahren von Altmunition aufmerksam gemacht und neue Methoden zur Beseitigung diskutiert wurden. Diese sind bereits die Grundlage für aktuelle Versuche in der Kieler Außenförde, mit Hilfe mit Blasenschleiern Meeressäugetiere vor Sprengungen zu schützen.

Hunderttausende Tonnen konventioneller Munition und chemischer Waffen sind in der Nord- und Ostsee während und nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg versenkt worden. Nach über 60 Jahren sind die Munitionshüllen oft durchgerostet und entlassen ihre giftige Ladung in die Meeresumwelt. Auch Schleswig-Holstein ist davon betroffen: Aktuell bemüht sich das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, vor der Küste der Probstei in der Kieler Außenförde die gefährlichen Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkrieges zu beseitigen.

Dazu kamen zum Schutz von Schweinswalen in den letzten Jahren bei Sprengungen zur Beseitigung von Altmunition Blasenvorhänge zum Einsatz, deren Optimierung in enger Abstimmung mit dem NABU seit einigen Jahren erprobt wird. Mittelfristiges Ziel ist es, Altmunition gefahrlos zu heben und an Land füür die Umwelt schadfrei zu entsorgen. Noch immer ist nämlich unklar, welche Gefahren für die Umwelt und für die Menschen von nicht gehobener Munition ausgehen.

Sprengung einer Seemine vor HeidkateZiel der dreitägigen Konferenz ist es, mit der Hilfe internationaler Experten einen Überblick über die aktuelle Situation und neue Entwicklungen bei der die Umwelt schonenden Beseitigung von nicht explodierter Altmunition zu gewinnen. Die Identifizierung der besten Praxisbeispiele ist dabei ein zentrales Anliegen. An den ersten beiden Konferenztagen stehen eine Bestandsaufnahme, die Diskussion über Auswirkungen auf die Umwelt und Erfahrungsberichte über erfolgreiche Methoden zur Beseitigung von konventionellen wie chemischen Kampfmitteln im Meer im Vordergrund der Tagung.

Am dritten Tag sollen Workshops die Grundlage für ein Netzwerk legen mit dem Ziel, weitere Forschungen zu initiieren, die Erprobung neuer Technologien voranzubringen und erste Pilotprojekte zur Bergung zu befördern. Geplant ist, im Rahmen der Konferenz auf Einladung des schleswig-holsteinischen Innenministeriums die Arbeitsstätte des Munitionsbeseitigungsdienstes des Landes Schleswig-Holstein in Groß Nordsee zu besichtigen. Erwartet werden zudem Aussteller, die über ihre Arbeit an Messeständen berichten. Auch praktische Vorführungen neuer Technologien sind geplant.

Erwartet werden in der Stadthalle Neumünster rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Vortragende aus den Ost- und Nordsee-Anrainerstaaten, Kanada, den USA und Italien. Eine formelle Anmeldung für die Teilnahme an der Tagung ist bis zum 31. Oktober 2010 auf der Webseite möglich. Der Beitrag für die Teilnahme an der Konferenz beträgt 90 Euro. Konferenzsprache ist Englisch. Kooperationspartner der Veranstalter sind das Amt für Katastrophenschutz Schleswig-Holstein, Marine Services, UXB International (Kanada) und International Dialogue on Underwater Munitions (Kanada).

Die Konferenz wird gefördert von der Umweltlotterie BINGO sowie den Unternehmen ANT Applied New Technologies, HydroTechnik Lübeck, UTM Umwelt Technik Metallrecycling sowie der Okeanos-Stiftung für das Meer.

⇒ MIREMAR - Lectures and all Presentations

Der sechsjährige Junge mit orange verfärbten Händen, durch Kontakt mit SchieswollePressemitteilung, 06.08.2012 - Naturschutzverbände warnen davor, unbekannte Gegenstände oder Substanzen am Strand zu berühren. Anlass ist der Sprengstoff-Fund am 31. Juli 2012 durch einen Jungen am Ausgang der Kieler Förde und die Entdeckung eines Torpedosprengkopfes durch einen Urlaubsgast auf Wangerooge vor zwei Wochen.

Munitionsaltlasten stellen in deutschen Küsten- und Binnengewässern eine latente Gefahr dar. Durchgerostete Munitionsteile geben mittlerweile ihre hochgiftigen Inhalte frei. Sprengungen zur Munitionsbeseitigung führen offensichtlich zur weiträumigen Verteilung von Munitionsteilen, statt zu ihrer vollständigen Vernichtung.

Nach Ansicht von NABU, Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) muss in Zukunft auf Sprengungen verzichtet werden. Alternative Bergungsverfahren sind anzuwenden, die heute bereits technisch entwickelt sind.

Beim Strandbesuch während seines Urlaubs in Kalifornien bei Schönberg fand ein sechsjähriger Junge aus Baden-Württemberg am 31. Juli 2012 einen unbekannten "Stein" von der Größe eines Ziegels, den er mit in den Garten der Ferienwohnung nahm. Der Vater des Jungen berichtete dem NABU, dass sich anschließend Hände, T-Shirt, Jacke und Hose orange verfärbten und sich die Farbe nicht entfernen ließ. Es folgte langes Rätselraten und Befragen von Rettungsschwimmern, Kurverwaltung und Polizei.

Erst das Ordnungsamt kam der Substanz schließlich auf die Spur und verständigte den Kampfmittelräumdienst. Dieser bestätigte, dass es sich um Schießwolle handelt, ein Gemisch u. a. aus TNT und Hexanitrodiphenylamin.

Die beiden Substanzen sind schon bei Berührung mit bloßer Haut extrem giftig. Leberschäden und Veränderung von Blutkörperchen sind möglich. Die Explosivstoffe gelten darüber hinaus als krebserregend, reproduktionstoxisch und erbgutschädigend. Eine erste Blutuntersuchung des Jungen an der Uniklinik in Kiel lässt jedoch hoffen, dass der Kontakt für ihn glimpflich verlaufen ist.

Naturschutzverbände warnen
Wiederholt hatten NABU, GSM und GRD davor gewarnt, dass aufgrund der küstennahen Lage einiger Versenkungsgebiete hochbrisante und extrem giftige Munitionsteile an die Stränden gespült werden. Eine Detonation des gefährlichen Fundstücks in der Schönberger Ferienhaussiedlung hätte sicher drastische Auswirkungen gehabt.

Auf zwei Symposien der Verbände im Jahr 2007 und 2010 wurden Methoden zur umweltfreundlicheren Beseitigung vorgestellt. "Der aktuelle Fall sollte Anlass genug geben, das Abwiegeln zu beenden und endlich zu handeln“, fordert Ingo Ludwichowski vom NABU Schleswig-Holstein. Laut Bund-Länder Arbeitsgruppe "Munition im Meer" soll „... eine Gefährdung strandnaher Küstenbereiche … aufgrund der Strömungsverhältnisse in Nord- und Ostsee unwahrscheinlich" sein. "Der Vorfall macht amtlicherseits aber eine komplette Neueinschätzung notwendig", ergänzt Ludwichowski.

Keine Warnung durch die Behörden

Angesichts von rd. 1,6 Millionen Tonnen konventioneller, oftmals korrodierender Munition, die allein in deutschen Küstengewässern vermutet werden, wird ein Kontakt mit den hochgiftigen Sprengstoffen in Zukunft immer wahrscheinlicher.

Zuletzt wurden im März 2012 sechs Minen vor Heidkate/Ostsee gesprengt, im April eine Mine vor Ahrenshoop/Ostsee und im Juli zwei Minen bei Borkum/Nordsee. Dort sind zudem aktuell drei weitere Sprengungen geplant. Bei Sprengungen wird der Sprengstoff jedoch nicht vollständig zerstört. Giftige Substanzen und Sprengstoffpartikel werden im Meer weit verteilt.

Verstärkte Aufmerksamkeit, aber kein Urlaubsverzicht
Nach Auffassung der Verbände besteht jedoch kein Anlass dazu, generell auf einen Urlaub an der Küste zu verzichten. Mit Altmunition ist auch an Land zu rechnen.

Urlauber sollten jedoch ausdrücklich durch die Behörden auf die besonderen Risiken hingewiesen werden. Dazu sind auch die Mitarbeiter im Tourismus entsprechend zu sensibilisieren und zu schulen, bekannte Belastungsbereiche sind zu erkunden und zu bewerten. In den gefährdeten Gebieten sind entsprechende Bergungsarbeiten vorzunehmen.

NABU, GRD und GSM fordern speziell die Entwicklung und Anschaffung von Bergungsrobotern zur Hebung alter Munition, da sich deren Zustand weiter verschlechtert. Diese wären auf Jahrzehnte hinaus beschäftigt, wie auch jüngste Munitionsfunde bei Vorbereitungsmaßnahmen zur Kabelverlegung für Offshore-Windparks gezeigt haben.

Sprengung eine Seemine vor Heidkate erzeugt eine pyramidenförmige WasserfontänePressemitteilung, 11.12.2012 - Die Umweltverbände NABU, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) kritisieren die Ablehnung eines Antrags der Grünen im Schweriner Landtag zum Umgang mit Altmunition im Meer durch die Regierungsfraktionen der CDU und SPD (Drucksache 6/1347).

"Diese Entscheidung zeigt das andauernde Unverständnis der Politik über die Tragweite der Problematik und stellt die Handlungsfähigkeit des Landes bei zukünftigen Munitionsfunden in Frage", so NABU-Landesvorsitzender Stefan Schwill.

In der deutschen Ostsee lagern nach einem aktuellen Bericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe mehr als 360.000 Tonnen konventioneller und chemischer Altmunition. Die Fraktion der GRÜNEN hatte beantragt, dem Problem der Altmunition eine stärkere Bedeutung in der Landespolitik beizumessen und dem Landtag einmal im Jahr über die Aktivitäten des zuständigen Innenministeriums zu berichten. Weiterhin sollte geprüft werden, ob durch eine Zusammenarbeit der Kampfmittelräumdienste der Küstenbundesländer Kosten eingespart werden könnten. Alle Vorschläge wurden abgelehnt.

Munitionsproblem hat bei der Landesregierung keine Dringlichkeit
Ein toter Schweinswal treibt im Wasser"Der Vorgang zeigt, dass das Munitionsproblem in der Landesregierung noch nicht mit der Dringlichkeit wahrgenommen wird, wie es angesichts der Bedeutung für Umwelt, Tourismus und Wirtschaft nötig wäre", so NABU-Meeresexperte Kim Cornelius Detloff. In der Vergangenheit hatten die Umweltverbände NABU, GSM und GRD wiederholt den Umgang des Landes mit Munitionsaltlasten kritisiert. Erst Ende April 2012 sei in einem Schweinswalschutzgebiet vor dem Darß eine Mine gesprengt worden, ohne die Umweltbehörden in Kenntnis zu setzen, geschweige denn technische Schallschutzmaßnahmen einzusetzen.

Phosphorverbrennungen treten an Usedoms Stränden mittlerweile regelmäßig auf
Die Verbände betonten, dass die Gefährlichkeit der hunderttausenden Tonnen Munitionsaltlasten nicht allein darin liegt, dass Meeressäugetiere durch unkontrollierte Detonationen oder gezielte Sprengungen zu Tode kommen können, sondern auch in der weit fortgeschrittenen Korrosion der Munitionshüllen. Nach und nach können so hochgiftige, Krebs erregende und Erbgut schädigende Inhaltsstoffe der Munition freigesetzt werden. TNT (Trinitrotuluol) oder RDX (Hexogen) gefährden dabei die Meerestiere und setzen Touristen einem hohen Kontaminationsrisiko aus. Auch Phosphorverbrennungen treten an Usedoms Stränden mittlerweile regelmäßig auf.

Zuletzt erlitten ebenfalls im April 2012 am Strand von Karlshagen zwei Strandbesucherinnen schwere Verbrennungen an Oberschenkeln und Händen. Laut einem MDR-Bericht wurden die Opfer mit einem Blumenstrauß "entschädigt".

Mit der Ablehnung des Antrags verzichtet das Land auch auf potenzielle Kosteneinsparungen durch eine engere Kooperation mit den Küstenbundesländern und verspielt große wirtschaftliche Chancen. Schon jetzt behindert Munition in Windpark-Baufeldern und auf Kabeltrassen den Ausbau der Offshore-Windenergie.

Mecklenburg-Vorpommern verspielt leichtfertig Chance auf fünf Millionen Euro Forschungsgelder
Die in Mecklenburg-Vorpommern ansässige maritime Wirtschaft könnte von der Entwicklung innovativer Bergeverfahren wie Unterwasserrobotik, Wasserstrahlschneidtechniken oder mobilen Detonationskammern stark profitieren. Gerade erst hat die Bundesregierung signalisiert, fünf Millionen Euro Forschungsgelder zur Entwicklung innovativer Munitionsbergetechniken zu vergeben. Diese Chance scheint jetzt an Mecklenburg-Vorpommern vorbeizugehen, so die Verbände.

⇒ Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 6/1347) v. 21.11.2012 (PDF)

Dobro Jutro braucht Hilfe

Adria Patendelfin DOBRO JUTRO (guten Morgen) in einer Gruppe von 4 Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen.

Dobro Jutro (Guten Morgen) war der erste Delfin, den unsere kroatischen Partner eines Morgens bereits um 6.30 Uhr sichteten (zweiter von vorne).

⇒ Patenschaft für Dobro Jutro (Adria/Kroatien) ⇒ Patenschaft verschenken

Ihre Hilfe für bedrohte Delfine

Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler spielt mit einem Kugelfisch.