Sprengung eine Seemine vor Heidkate erzeugt eine pyramidenförmige WasserfontänePressemitteilung, 11.12.2012 - Die Umweltverbände NABU, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) kritisieren die Ablehnung eines Antrags der Grünen im Schweriner Landtag zum Umgang mit Altmunition im Meer durch die Regierungsfraktionen der CDU und SPD (Drucksache 6/1347).

"Diese Entscheidung zeigt das andauernde Unverständnis der Politik über die Tragweite der Problematik und stellt die Handlungsfähigkeit des Landes bei zukünftigen Munitionsfunden in Frage", so NABU-Landesvorsitzender Stefan Schwill.

In der deutschen Ostsee lagern nach einem aktuellen Bericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe mehr als 360.000 Tonnen konventioneller und chemischer Altmunition. Die Fraktion der GRÜNEN hatte beantragt, dem Problem der Altmunition eine stärkere Bedeutung in der Landespolitik beizumessen und dem Landtag einmal im Jahr über die Aktivitäten des zuständigen Innenministeriums zu berichten. Weiterhin sollte geprüft werden, ob durch eine Zusammenarbeit der Kampfmittelräumdienste der Küstenbundesländer Kosten eingespart werden könnten. Alle Vorschläge wurden abgelehnt.

Munitionsproblem hat bei der Landesregierung keine Dringlichkeit
Ein toter Schweinswal treibt im Wasser"Der Vorgang zeigt, dass das Munitionsproblem in der Landesregierung noch nicht mit der Dringlichkeit wahrgenommen wird, wie es angesichts der Bedeutung für Umwelt, Tourismus und Wirtschaft nötig wäre", so NABU-Meeresexperte Kim Cornelius Detloff. In der Vergangenheit hatten die Umweltverbände NABU, GSM und GRD wiederholt den Umgang des Landes mit Munitionsaltlasten kritisiert. Erst Ende April 2012 sei in einem Schweinswalschutzgebiet vor dem Darß eine Mine gesprengt worden, ohne die Umweltbehörden in Kenntnis zu setzen, geschweige denn technische Schallschutzmaßnahmen einzusetzen.

Phosphorverbrennungen treten an Usedoms Stränden mittlerweile regelmäßig auf
Die Verbände betonten, dass die Gefährlichkeit der hunderttausenden Tonnen Munitionsaltlasten nicht allein darin liegt, dass Meeressäugetiere durch unkontrollierte Detonationen oder gezielte Sprengungen zu Tode kommen können, sondern auch in der weit fortgeschrittenen Korrosion der Munitionshüllen. Nach und nach können so hochgiftige, Krebs erregende und Erbgut schädigende Inhaltsstoffe der Munition freigesetzt werden. TNT (Trinitrotuluol) oder RDX (Hexogen) gefährden dabei die Meerestiere und setzen Touristen einem hohen Kontaminationsrisiko aus. Auch Phosphorverbrennungen treten an Usedoms Stränden mittlerweile regelmäßig auf.

Zuletzt erlitten ebenfalls im April 2012 am Strand von Karlshagen zwei Strandbesucherinnen schwere Verbrennungen an Oberschenkeln und Händen. Laut einem MDR-Bericht wurden die Opfer mit einem Blumenstrauß "entschädigt".

Mit der Ablehnung des Antrags verzichtet das Land auch auf potenzielle Kosteneinsparungen durch eine engere Kooperation mit den Küstenbundesländern und verspielt große wirtschaftliche Chancen. Schon jetzt behindert Munition in Windpark-Baufeldern und auf Kabeltrassen den Ausbau der Offshore-Windenergie.

Mecklenburg-Vorpommern verspielt leichtfertig Chance auf fünf Millionen Euro Forschungsgelder
Die in Mecklenburg-Vorpommern ansässige maritime Wirtschaft könnte von der Entwicklung innovativer Bergeverfahren wie Unterwasserrobotik, Wasserstrahlschneidtechniken oder mobilen Detonationskammern stark profitieren. Gerade erst hat die Bundesregierung signalisiert, fünf Millionen Euro Forschungsgelder zur Entwicklung innovativer Munitionsbergetechniken zu vergeben. Diese Chance scheint jetzt an Mecklenburg-Vorpommern vorbeizugehen, so die Verbände.

⇒ Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 6/1347) v. 21.11.2012 (PDF)

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Adria Patendelfin POVELIKI (ziemlich groß) in einer Gruppe mit 4 anderen Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen. POVELIKI ist der mit Abstand größte Delfin in der Gruppe und hat eine markante hell gefärbte Finnenspitze.

Poveliki (ziemlich groß), vierter von vorne, ist an seiner markanten Finne gut zu erkennen. Hier ist er u.a. mit Crta unterwegs.

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener