Schweinswale 2016 - Überraschungen, Freude und Trauer
Über 600 Schweinswal-Sichtungen sind dieses Frühjahr per Online-Formular oder direkt über WhatsApp gemeldet worden – eine wunderbare, dankenswerte Unterstützung unseres "Citizen Science"-Projekts durch die Bevölkerung! Erneut konnte belegt werden, dass die kleinen Wale im Frühjahr weit in Elbe und Weser flussaufwärts ziehen, den Stinten folgend, die zum Ablaichen aus der Nordsee ins Süßwasser schwimmen. Viele Schweinswale bezahlten ihre Reise...
Appell an alle Kapitäne zum Hamburger Hafengeburtstag: Bitte auf Schweinswale achten!
Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) appelliert an alle Schiffsführer, die während der morgen beginnenden 827-ten Geburtstagsfeier im Hamburger Hafen mit Schiffen oder Booten unterwegs sein werden, auf Schweinswale zu achten. Schweinswale im Hafen Mehr als 300 Schiffe werden zum Hafengeburtstag vom 5. bis 8. Mai erwartet. Derzeit halten sich aber immer noch zahlreiche Schweinswale im Gebiet des Hamburger Hafens auf. 2012 und...
Sie sind wieder da – Schweinswale in der Elbe und im Hamburger Hafen
In den vergangenen zwei Wochen wurden mehrfach Schweinswale in der Elbe gesichtet: bei Brunsbüttel, Brokdorf und Glückstadt, aber auch wieder wie 2012 und 2013 vermehrt bei Blankenese, Övelgönne, Teufelsbrück und mitten im Hamburger Hafen, in der Norderelbe sogar beim Anleger Entenwerder. 20 Meldungen sind seit Ende Februar bereits eingegangen. Meist konnten die Kleinen Tümmler von Land aus beobachtet werden. Es wurden Dreiergruppen, Duos und...
Zwergblauwale sterben vor Sri Lanka durch Schiffskollisionen
Das Schicksal der vor Sri Lanka im Indischen Ozean lebenden Zwergblauwale (Balaenoptera musculus brevicauda) hängt an nur 15 Seemeilen. Die Verlegung einer Schiffsroute um diese Distanz könnte die Rettung für die Population dieser eng mit den großen Blauwalen verwandten, immerhin aber auch noch stolze 24 m groß werdenden Bartenwale bedeuten. Denn jedes Jahr kommt es vor der Südküste Sri Lankas zu über 1.000 Zusammenstößen zwischen bis zu 300...
Zu viel Lärm im Mittelmeer gefährdet Wale und Delfine
Im Mittelmeer herrscht zu viel Lärm. Dies wird besonders für die sich vornehmlich akustisch orientierenden Delfine und Wale zu einer immer bedeutender werdenden Überlebensfrage. In vielen Lebensräumen herrscht ein infernalisch hoher Lärmpegel. Die Ursachen sind hausgemacht: Seismische Untersuchungen für die Suche nach Erdöl- und Erdgaslagerstätten, der stark gestiegene Schiffsverkehr sowie Marinemanöver, bei denen Hoch- und...
US-Marine muss Rücksicht auf Delfine und Wale nehmen
In den kommenden drei Jahren muss die US-Marine bei Marinemanövern zum Schutz von Meeressäugern auf den Einsatz von Sonarsystemen und Übungsmunition in bestimmten Gebieten im Pazifik verzichten oder zumindest stark einschränken. US-Naturschutzorganisationen, darunter der Natural Ressource Defense Council (NRDC), hatten geklagt und haben sich jetzt außergerichtlich mit der Navy geeinigt. Die Schutzzonen umfassen wichtige Lebensräume für...
Delfinmutter trauert um totes Baby – Todesursache: Schraubenverletzung?
Nahe der vor Istrien liegenden Insel Cres wurde am 10. August eine Delfinmutter beobachtet, die ihr totes Kleines auf dem Rücken balancierend sich schwerfällig durch die Wellen bewegte. Die kroatische Zeitung 24sata veröffentlichte darüber einen Bericht nebst Video mit dem Titel "Beerdigung eines Delfins". Immer wenn der bereits erste Verwesungsspuren zeigende Körper des Babys der Mutter vom Rücken rutscht, nimmt sie den kleinen Delfin wieder...
Hongkong: Neue Flughafenlandebahn gefährdet rosa Delfine
Der geplante Bau der dritten Landebahn des Hongkong International Airport gefährdet das Überleben der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis) in den Gewässern der Millionenmetropole. Seit Jahren warnen Experten vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong. Eine sehr küstennah lebende DelfinartDas Verbreitungsgebiet der auch als...
Taiwan etabliert erstes Schutzgebiet für Chinesische Weiße Delfine
An der Westküste von Taiwan wird das erste Schutzgebiet für die bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis), die auch Buckeldelfine genannt werden, entstehen, wie "Taiwan Today" berichtet. Die 763 Quadratkilometer große Schutzzone umfasst das Meeresgebiet zwischen dem im zentralen Westen der Insel gelegenen Fischereihafen von Longfeng (Miaoli Distrikt) und dem Leuchtturm auf der Waisanding Sandbank (Chiayi Distrikt) im Süden, auf...
Trauriger Fund: Weißer Ostsee-Schweinswal auf Fehmarn tot angestrandet
Pressemitteilung, 19.09.2013 - Am 08. September wurde bei der Marienleuchte auf Fehmarn gegen 12:00 Uhr ein toter weißer Schweinswal bei einem Spaziergang von Niels Ristau gefunden, der dies an die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und den für die Bergung Zuständigen meldete. Noch im Januar erfreute die Meldung in den Medien über die extrem seltene Sichtung eines weißen Schweinswals bei Fehmarn die Öffentlichkeit. Mit einiger...
Massaker auf Raten: US-Marine wird Hunderte Wale und Delfine töten
Laut einer von der US-Marine veröffentlichten Umweltverträglichkeitsstudie muss damit gerechnet werden, dass in den kommenden Jahren bei Waffentests und Marinemanövern Hunderte Delfine und Wale getötet, über 10.000 schwer und fast zwei Millionen leicht verletzt werden. Schwerpunkt des Abschlachtens mit Ansage sind ausgerechnet Meeresgebiete, die sich durch eine hohe marine Artenvielfalt auszeichnen: die US-Ostküste, der Golf von Mexiko,...
Vor Hongkong sterben die rosa Delfine
In den verschmutzten Gewässern vor der Millionenmetropole Hongkong treiben immer mehr tote Jungtiere der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis). Experten warnen vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong. Die Ursachen für das jetzt beobachtete Sterben von so vielen Jungtieren sind unklar, am ehesten kommen wohl die starke...
Schweinswale in Jade, Weser und Elbe
Pressemitteilung, 21.08.2012 - Nach jahrzehntelanger Abwesenheit schwimmen Schweinswale wieder regelmäßig im Frühjahr in die Flüsse an der deutschen Nordseeküste, das hat die Datenerhebung der Biologin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) ergeben. 2007 initiierte die GRD aufgrund wiederholter Schweinswalsichtungen in der Weser ein Meldeprogramm. "Die ersten Daten zeigten, dass sich die Schweinswale vor allem im...
Meeres-Bioinvasoren reisen in Wasserballasttanks von Schiffen
Um 1980 tauchte im Schwarzen Meer die recht harmlos aussehende Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi), eine räuberische Rippenquallenart, auf. Wie andere Meeres-Bioinvasoren auch, verdankte auch die in fast allen Ozeanen heimische Mnemiopsis die Eroberung ihres neuen Lebensraums einer Fernreise als "blinder Passagier" in Wasserballasttanks von Schiffen. Explosionsartige Vermehrung bringt das Ökosystem an den Rand des KollapsBedingt durch die seit...
Schiffssonare lassen Blauwale verstummen
San Diego/Kiel, 01.03.2012 - Bootslärm stört auch in mittleren Frequenzen das Walverhalten - Der Lärm, den der Mensch im Meer verursacht, stört Blauwale in ihrem Verhalten - auch wenn er nicht in Frequenzen der Walgesänge dringt. Das berichten Biologen der University of California in San Diego im Open-Access-Journal "PLoS ONE". Je nach der Art des Geräusches stoßen die Wale selbst weniger oder mehr Töne aus, so das Ergebnis ihrer Studie. Ihre...
Wichtiger Erfolg für Delfine, Wale und Walhaie im Süden Mosambiks!
Pressemitteilung, 05.12.2011 - Gegen Ende November 2011 erließ die mosambikanische Regierung weitreichende Regelungen für einen besseren Schutz von Delfinen, Walen und Walhaien im Süden Mosambiks. Dieser wichtige Erfolg ist nicht zuletzt unserer Partnerorganisation DolphinCare-Africa (DCA) zu verdanken, die sich seit Jahren für bessere Schutzmaßnahmen einsetzt. Der in den vergangenen Jahren immer stärker gewordene "Tourismus-Wildwuchs" droht...
Koalition stimmt gegen GRD-Petition zum Verbot von Speedbootrennen in der Ostsee
Berlin, 27.10.2010 - Enttäuschung beim Schutz der Schweinswale - Koalition stimmt gegen GRD-Petition zum Verbot von Speedbootrennen in der Ostsee - Kein Schutz für bedrohte einheimische Schweinswale Speedbootrennen werden auch zukünftig die vom Aussterben bedrohten Schweinswale in der Ostsee gefährden. Die Koalitionsparteien haben mit ihrer Mehrheit die GRD-Petition abgewiesen, die sich dafür einsetzte, die Rennen auf der Ostsee in den...
Spanien verhängt Tempolimit für Pottwale vor Gibraltar
Im März 2007 verhängte die Spanische Regierung für ein Gebiet in der Straße von Gibraltar, in dem 25 Pottwale leben, ein Tempolimit von 13 Knoten. Diese für Europa beispiellose Entscheidung soll in der viel befahrenen Wasserstraße Kollisionen schnell fahrender Schiffe mit den Walen verhindern. Der Meeresbiologe Sven Koschinski, nationale Kontaktperson der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum Thema Kollisionen, erklärt dazu: "Ein...

Toter Brydewal liegt quer auf dem Bugwulst eines Containerschiffs

Das Schicksal der vor Sri Lanka im Indischen Ozean lebenden Zwergblauwale (Balaenoptera musculus brevicauda) hängt an nur 15 Seemeilen. Die Verlegung einer Schiffsroute um diese Distanz könnte die Rettung für die Population dieser eng mit den großen Blauwalen verwandten, immerhin aber auch noch stolze 24 m groß werdenden Bartenwale bedeuten. Denn jedes Jahr kommt es vor der Südküste Sri Lankas zu über 1.000 Zusammenstößen zwischen bis zu 300 m langen Containerschiffen und den schätzungsweise 300 Zwergblauwalen, die sich dort in ihren Nahrungsgründen aufhalten. Für etwa 50 der seltenen Wale enden die Kollisionen tödlich.

Karte zur Verlegung der Schifffahrtsrouten vor Sri Lanka.

Verlegung um 15 Seemeilen verringert Kollisionsgefahr um 95%
Leider konnten sich die Regierung von Sri Lanka und der World Shipping Council (Interessenvertretung der Container-Linienreedereien) bislang nicht darauf einigen, einen Antrag auf Verlegung der Schifffahrtsrouten um 15 Seemeilen bei der International Maritime Organization (IMO) zu stellen. Der Seeweg würde dadurch um durchschnittlich nur 5 Seemeilen länger und nach Ansicht von Experten die Kollisionsgefahr um 95 % verringern.

Auch Kleinfischer und die für den regionalen Tourismus bedeutende Whale-Watching-Industrie würden profitieren, die Verschmutzung der Küsten könnte reduziert werden.

Unsere Partner von Friend of the Sea (FOS) haben am 11. Februar die IMO und die wichtigsten angeschlossenen Reedereien aufgefordert, zum Schutz der Zwergblauwale im Gebiet zwischen dem 80° und 81° Längengrad Ost wenigstens die Geschwindigkeit von Containerschiffen auf 10 Knoten (18,52 km) zu reduzieren.

 

Weitere Informationen:

⇒ Schiffskollisionen – Neue Gefahr für Meeressäuger

⇒ Spanien verhängt Tempolimit für Pottwale

Toter Wal hängt auf dem Bugwulst eines Containerschiffs.Im März 2007 verhängte die Spanische Regierung für ein Gebiet in der Straße von Gibraltar, in dem 25 Pottwale leben, ein Tempolimit von 13 Knoten. Diese für Europa beispiellose Entscheidung soll in der viel befahrenen Wasserstraße Kollisionen schnell fahrender Schiffe mit den Walen verhindern.

Der Meeresbiologe Sven Koschinski, nationale Kontaktperson der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum Thema Kollisionen, erklärt dazu: "Ein Tempolimit von 13 Knoten (24 Stundenkilometer) ist eine sinnvolle Maßnahme, Großwale vor tödlichen Kollisionen zu bewahren. Leider gilt dieses Limit nur in einem sehr begrenzten Meeresgebiet. Rundherum fahren Schnellfähren nach wie vor mit Geschwindigkeiten bis zu 38 Knoten."

Um das Problem wirkungsvoll zu lösen, müssen Geschwindigkeitsbegrenzungen für alle Gebiete erlassen werden, in denen es regelmäßig zu Unfällen mit Walen kommt. Die IWC benennt vor allem den Ärmelkanal, Skagerrak, die Ostsee, Kattegat und Belte und die Straße von Dover als Risikogebiete. Dazu kommen die Gebiete rund um die Kanarischen Inseln, wo Schnellfähren häufig Wale rammen.

Von Schiffskollisionen betroffen sind nach derzeitiger Kenntnis mindestens 17 verschiedene Walarten, vor allem Großwale wie Pottwal, Finnwal, Buckelwal, Nordkaper oder Südkaper. Unter den Delfinen werden Großer Tümmler und Blau-Weißer Delfin gelistet. Auch Chinesische Weiße Delfine (Indo-Pazifische Buckeldelfine) sind stark gefährdet. In den letzten 10 Jahren ist ihr Bestand um 40 % zurückgegangen. Beifang und Kollisionen gelten als die Hauptursachen.

In dem schwarz umgrenzten Bereich gilt das Tempolimit, in Pink dargestellt sind Hauptverbreitungsgebiete einer lokalen Pottwalpopulation
Quelle: INSTITUTO HIDROGRÁFICO DE LA MARINA (2006)

Karte der Straße von Gibraltar, in enem schwarz umgrenzten Bereich gilt das Tempolimit, in Pink dargestellt sind Hauptverbreitungsgebiete einer lokalen Pottwalpopulation

Berlin, 27.10.2010 - Enttäuschung beim Schutz der Schweinswale - Koalition stimmt gegen GRD-Petition zum Verbot von Speedbootrennen in der Ostsee - Kein Schutz für bedrohte einheimische Schweinswale

Speedbootrennen werden auch zukünftig die vom Aussterben bedrohten Schweinswale in der Ostsee gefährden. Die Koalitionsparteien haben mit ihrer Mehrheit die GRD-Petition abgewiesen, die sich dafür einsetzte, die Rennen auf der Ostsee in den deutschen Hoheitsgewässern zu verbieten.

"Es ist sehr enttäuschend, dass die Koalition einen Rückzieher macht, wenn es um wirkungsvollen Schutz der bedrohten Tiere geht", sagt Valerie Wilms, die in der grünen Bundestagsfraktion für maritime Fragen zuständig ist. "Ein Verzicht auf solche Spaßveranstaltungen würde den enormen Lärmanstieg in der Ostsee wenigstens etwas dämpfen. Leider sind die Auflagen für die Veranstalter nicht ausreichend, denn Boote mit riesigen Motoren machen immer riesigen Lärm" so die Bundestagsabgeordnete.

Die Petition war im August letzten Jahres von der GRD im Zuge der Protestaktion gegen die Speedboot-Rallye "4 Elements Challenge" eingereicht worden und wurde heute im Petitionsausschuss verhandelt. Die grüne Bundestagsfraktion hatte sich für einen aktiven Schutz der Schweinswale eingesetzt und wollte mit einem entsprechenden Mehrheitsbeschluss die Petition dem Bundesverkehrsministerium weiter leiten, um ein Verbot von Speedbootrennen zu erreichen. Bedauerlicherweise stimmten die Koalitionäre jedoch für einen Abschluss der Petition. Damit wird sie folgenlos bleiben.

Noch im Sommer hatte es einen vielversprechenden Ansatz gegeben, als man sich fraktionsübergreifend auf eine Walschutzinitiative verständigte, mit der am Ende die internationale Einführung von Walfangquoten verhindert werden konnte. Deswegen war man jetzt optimistisch, auch beim Schutz der stark bedrohten heimischen Ostsee-Schweinswale weiter zu kommen.

Die Ostsee ist eines der am meisten befahrenen Meere. Die Lärmbelastung für die empfindlichen Tiere ist enorm und hat dazu beigetragen, dass sich die Population in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert hat. Speedbootrennen finden auch in der Nähe von Schutzgebieten statt und stören vor allem durch die große Reichweite des Lärms die Meeressäuger. Sie verursachen Gehörschäden und verändern damit das Sozial- und Jagdverhalten.

Luxusjacht "Queen-M" in der kroatischen AdriaSan Diego/Kiel, 01.03.2012 - Bootslärm stört auch in mittleren Frequenzen das Walverhalten - Der Lärm, den der Mensch im Meer verursacht, stört Blauwale in ihrem Verhalten - auch wenn er nicht in Frequenzen der Walgesänge dringt.

Das berichten Biologen der University of California in San Diego im Open-Access-Journal "PLoS ONE". Je nach der Art des Geräusches stoßen die Wale selbst weniger oder mehr Töne aus, so das Ergebnis ihrer Studie. Ihre Gesänge brauchen die Meeresriesen für entscheidende Verhaltensweisen, die von der Nahrungssuche bis zur Paarung reichen.

Mehr Störfrequenzen als vermutet
Die Forscher um Mariana Melcon zeichneten im Pazifik zwei Sommer lang typische Futtersuch-Rufe der Blauwale auf. Erhoben wurden zudem Umgebungsgeräusche wie Wind und Regen, jedoch auch menschenverursachter Schall wie Schiffslärm sowie Sonarsignale in mittlerem Frequenzbereich zwischen ein und acht Kilohertz. Blauwale verständigen sich selbst mit deutlich tieferen Tönen von unter 100 Hertz, wobei der enorme Schalldruck von bis zu 180 Dezibel eine Kommunikation mit Artgenossen über hunderte Kilometer erlaubt.

Die kalifornischen Forscher konnten erstmals zeigen, dass Blauwale auch auf Frequenzen reagieren, die sie selbst nicht nutzen. Je mehr sich die Säuger einem Sonar näherten, desto seltener stießen sie selbst Laute aus, wobei dieser Effekt in einem großen Umkreis eintrat. Bei normalem Schiffslärm zeigte sich das Umgekehrte, denn die Wale waren in dessen Nähe am kommunikativsten. Die Tageszeit spielte dabei keine Rolle. Welche langfristigen Auswirkungen dieser Effekt bringt, bleibt weiterhin ungeklärt.

Ortung auf Kosten der Tierwelt
Schon früher zeigten die Forscher, dass Blauwale lautere Rufe ausstoßen, sobald Schiffe an ihnen passieren. "Der Effekt dürfte ähnlich sein wie bei Singvögeln, die in der Stadt lauter singen müssen, um sich zu verständigen", berichtet der Fischereibiologe Rainer Froese vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften GEOMAR http://www.ifm-geomar.de , im pressetext-Interview. Schiffe seien durch ihren Lärm nach heutigem Wissensstand kein großes Problem für Wale - abgesehen davon, dass sie bei Kreuzungen mit Walwanderrouten ab und zu mit an der Oberfläche schlafenden Walen zusammenstoßen.

Als weitaus gefährlicher bezeichnet Froese die Schiffssonare. "Militärische Ortungssignale sind teils so stark, dass sie das Hörzentrum und damit auch die Orientierung von Walen beschädigen können. Auffällig ist, dass Massenstrandungen von Walen gehäuft in jenen Regionen vorkommen, in denen es zuvor militärische Übungen etwa zum Aufspüren von U-Booten gab."

Doch auch die Suche nach Erdöl- und Gasfeldern auf dem Meeresboden durch die Industrie dürfte ähnlich verheerende Wirkung haben, verwendet sie doch starke Explosionen unter Wasser.

⇒ Bericht im Open-Access-Journal "PLoS ONE"

Quelle/Autor:
pressetext.redaktion - Johannes Pernsteiner
Website: www.pressetext.com

Meerwalnuss-Quallen im New England AquariumUm 1980 tauchte im Schwarzen Meer die recht harmlos aussehende Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi), eine räuberische Rippenquallenart, auf. Wie andere Meeres-Bioinvasoren auch, verdankte auch die in fast allen Ozeanen heimische Mnemiopsis die Eroberung ihres neuen Lebensraums einer Fernreise als "blinder Passagier" in Wasserballasttanks von Schiffen.

Explosionsartige Vermehrung bringt das Ökosystem an den Rand des Kollaps
Bedingt durch die seit 1970 im Schwarzen Meer zunehmende Salinität des Meerwassers sowie Überfischung und Meeresverschmutzung fand Mnemiopsis nicht nur ideale Lebensbedingungen, sondern hatte auch keine natürlichen Fressfeinde. In den folgenden Jahren entwickelten die nur etwa 10cm großen Quallen einen ungeheuren Appetit auf Zooplankton, Fischeier und Krebslarven. Um 1989 betrug die Biomasse der glibberigen Räuber bereits etwa 1 Milliarde Tonnen, während die Zahl wertvoller Speisefische wie Anchovis oder Sprotten dramatisch gesunken war. Zeitweilig erwogen Wissenschaftler sogar, einen der natürlichen Feinde von Mnemiopsis, die mit ihr verwandte räuberische Melonenqualle (Beroe ovata), im Schwarzen Meer anzusiedeln. Angesichts verschiedener ökologischer Desaster bei der Ansiedlung von Fremdorganismen wie bei der Zuckerrohrkröte in Australien oder mit Mungos auf den hawaiianischen Inseln erschien die Idee jedoch zu riskant.

Weiterer hungriger Einwanderer rettet das Schwarze Meer
Eine Beroe-RippenqualleAber die Melonenqualle kam von ganz alleine. 1997 tauchten die ersten Exemplare auf, wahrscheinlich ebenfalls eingeschleppt über abgepumptes Ballastwasser. Eine gnadenlose Jagd, Raubqualle gegen Raubqualle begann. Zwischen drei und fünf Stunden braucht eine Melonenqualle, um eine Mnemiopsis zu verdauen, die Mnemiopsis-Population geriet auf die Verliererstraße und schmolz deutlich zusammen, während das Zooplankton wieder gedeihen konnte. Seitdem haben sich beide Quallenarten in einer Art Gleichgewicht des Schreckens im Schwarzen Meer etabliert, ohne dort größere Schäden im Ökosystem zu verursachen.

Die Meerwalnuss erobert jetzt auch die Ostsee
In der westlichen Ostsee wurde die Meerwalnuss im Oktober 2006 zum ersten Mal nachgewiesen und vermehrt sich seitdem rasant. In ihrer eigentlichen Tropenheimat leben die Rippenquallen bei Wassertemperaturen von über 25 Grad, in der Ostsee erweien sie sich als erstaunlich anpassungsfähig und kommen auch mit Temperaturen von unter 10 Grad zurecht – erst bei weniger als 2 Grad ist Schluss. Angesichts stetig wärmer werdender Winter könnte die Population der Meerwalnuss auch in der Ostsee bald bedrohliche Ausmaße annehmen.
U.Karlowski

Dobro Jutro braucht Hilfe

Adria Patendelfin DOBRO JUTRO (guten Morgen) in einer Gruppe von 4 Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen.

Dobro Jutro (Guten Morgen) war der erste Delfin, den unsere kroatischen Partner eines Morgens bereits um 6.30 Uhr sichteten (zweiter von vorne).

⇒ Patenschaft für Dobro Jutro (Adria/Kroatien) ⇒ Patenschaft verschenken

Ihre Hilfe für bedrohte Delfine

Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler spielt mit einem Kugelfisch.