Meerwalnuss-Quallen im New England AquariumUm 1980 tauchte im Schwarzen Meer die recht harmlos aussehende Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi), eine räuberische Rippenquallenart, auf. Wie andere Meeres-Bioinvasoren auch, verdankte auch die in fast allen Ozeanen heimische Mnemiopsis die Eroberung ihres neuen Lebensraums einer Fernreise als "blinder Passagier" in Wasserballasttanks von Schiffen.

Explosionsartige Vermehrung bringt das Ökosystem an den Rand des Kollaps
Bedingt durch die seit 1970 im Schwarzen Meer zunehmende Salinität des Meerwassers sowie Überfischung und Meeresverschmutzung fand Mnemiopsis nicht nur ideale Lebensbedingungen, sondern hatte auch keine natürlichen Fressfeinde. In den folgenden Jahren entwickelten die nur etwa 10cm großen Quallen einen ungeheuren Appetit auf Zooplankton, Fischeier und Krebslarven. Um 1989 betrug die Biomasse der glibberigen Räuber bereits etwa 1 Milliarde Tonnen, während die Zahl wertvoller Speisefische wie Anchovis oder Sprotten dramatisch gesunken war. Zeitweilig erwogen Wissenschaftler sogar, einen der natürlichen Feinde von Mnemiopsis, die mit ihr verwandte räuberische Melonenqualle (Beroe ovata), im Schwarzen Meer anzusiedeln. Angesichts verschiedener ökologischer Desaster bei der Ansiedlung von Fremdorganismen wie bei der Zuckerrohrkröte in Australien oder mit Mungos auf den hawaiianischen Inseln erschien die Idee jedoch zu riskant.

Weiterer hungriger Einwanderer rettet das Schwarze Meer
Eine Beroe-RippenqualleAber die Melonenqualle kam von ganz alleine. 1997 tauchten die ersten Exemplare auf, wahrscheinlich ebenfalls eingeschleppt über abgepumptes Ballastwasser. Eine gnadenlose Jagd, Raubqualle gegen Raubqualle begann. Zwischen drei und fünf Stunden braucht eine Melonenqualle, um eine Mnemiopsis zu verdauen, die Mnemiopsis-Population geriet auf die Verliererstraße und schmolz deutlich zusammen, während das Zooplankton wieder gedeihen konnte. Seitdem haben sich beide Quallenarten in einer Art Gleichgewicht des Schreckens im Schwarzen Meer etabliert, ohne dort größere Schäden im Ökosystem zu verursachen.

Die Meerwalnuss erobert jetzt auch die Ostsee
In der westlichen Ostsee wurde die Meerwalnuss im Oktober 2006 zum ersten Mal nachgewiesen und vermehrt sich seitdem rasant. In ihrer eigentlichen Tropenheimat leben die Rippenquallen bei Wassertemperaturen von über 25 Grad, in der Ostsee erweien sie sich als erstaunlich anpassungsfähig und kommen auch mit Temperaturen von unter 10 Grad zurecht – erst bei weniger als 2 Grad ist Schluss. Angesichts stetig wärmer werdender Winter könnte die Population der Meerwalnuss auch in der Ostsee bald bedrohliche Ausmaße annehmen.
U.Karlowski

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener