Australischer Umweltminister opfert Delfine für den Tourismus
Josh Frydenberg, neuer australischer Umweltminister, hat mit einer Sondererlaubnis das Stellen von bis zu 10 Hainetzen an fünf Stränden entlang der Nordküste des Bundesstaates New South Wales ermöglicht. Frydenberg, der mit seiner Entscheidung die lokale Tourismusindustrie stützen möchte, verurteilt damit unzählige bedrohte Meerestierarten, darunter Delfine, Haie, und Meeresschildkröten, zu einem sinnlosen und grausamen Tod. Wir haben Josh...
Schwangeres Delfinweibchen im Glück: Aus Hai-Falle gerettet
Die verheerende Wirkung sogenannter "Haischutzvorrichtungen" bekam ein schwangeres Delfinweibchen vor Queensland, Australien, zu spüren. Es war wohl recht hungrig und verbiss sich in den Köderhaken einer "Drumline", mit der für den Menschen potenziell gefährliche Haie von Bade- und Surfstränden ferngehalten werden sollen. Meist überleben sie dies ebenso wenig wie andere Meerestiere, die von den Ködern angelockt werden. Doch das Delfinweibchen...
Adria-Delfine gesucht und gefunden!
Großartige Beteiligung beim Citizen-Science-Projekt! Wir freuen uns sehr über die diesjährige Beteiligung bei unserem Citizen-Science-Projekt "Adria-Delfine gesucht". "Über 400 Sichtungsmeldungen sind bislang eingetroffen. So viele gab es noch nie", fasst Projektleiterin Ulrike Kirsch die diesjährige Bilanz des Bürgerforschungsprogramms zusammen. Ein knappes Viertel der eingegangenen Beobachtungen aus der kroatischen Adria wurde von Land aus...
Paracas- und Supay-Delfine aus Peru: Monitoring 2016
Die Langzeitbeobachtung der Supay-Delfine, in ihrem eng umrissenen Lebensraum, sowie der vielen Großem Tümmler, die regelmäßig die Paracas-Bucht frequentieren oder sich sogar dauerhaft dort aufhalten, erlaubt uns einen besonderen Einblick in das komplexe Sozialgefüge von Delfingesellschaften, die Entwicklung der Population und das Leben einzelner Delfine. Paracas-TümmlerWährend vier Monitoringfahrten wurden 19 bereits bekannte Delfine...
IWC beschließt Schutzmaßnahmen für stark bedrohte Kleinwale
Vaquitas (Phocoena sinus), auch Hafenschweinswale genannt, gehören zur Familie der Schweinswale (Überfamilie Delfinartige). Aufgrund ihres geringen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) verbunden mit dem enorm hohen Nutzungsdruck in ihrem Lebensraum gelten sie als eine der am stärksten bedrohten Kleinwalarten der Welt. Die nur bis etwa 1,5 Meter groß werdenden Vaquitas gehören zu den kleinsten Delfinartigen. Gibt es...
Namibia: Protestaktion gegen Delfinfänge für Delfinarien
Ein chinesisches Unternehmen will in namibischen Gewässern Delfine, Orcas, Haie, Robben und andere Meerestiere fangen und für asiatische Aquarien und Delfinarien exportieren. Davor warnen die britische Organisation Marine Connection und die Earth Organisation Namibia. Wir haben den namibischen Staatssekretär Dr. Moses Maurihungirire vom Ministerium für Fischerei und Meeresressourcen (MFMR) Namibia aufgefordert, keine Fang- und Exporterlaubnis...
Hainetze bedrohen das Überleben seltener Delfinart
Im Meer baden oder surfen ist an den Küsten von Südafrika oder Australien ein Massenvergnügen. Weniger vergnüglich wird dort der Ausflug in die Nähe beliebter Küstenabschnitte für Meerestiere wie Delfine, Haie, Meeresschildkröten und größere Fische. "Bather protection": Stellnetze zum Schutz vor HaienEtwa 400 Meter vor der Küste lauern tödliche Fallen aus jenseits der Brandung parallel zur Küste ausgebrachten Stellnetzen. Sie sind jeweils...
Delfine im Roten Meer besser vor Massentourismus geschützt!
Einen wichtigen Erfolg für die vor Hurghada lebenden Indopazifischen Großen Tümmler konnte das von der GRD geförderte Projekt "Delfinschutz im Roten Meer" der Dolphin Watch Alliance (DWA, Schweiz) erzielen. Der Gouverneur für das Rote Meer, Generalmajor und Minister Ahmed Abdullah, stimmte einem von der DWA in Zusammenarbeit mit den ägyptischen Behörden und Umweltschutzorganisationen erarbeiteten Verhaltenskodex für Delfinbeobachtungs-Touren...
Kieler Schleusen-Delfin jetzt auf Besuch in Eckernförde
Der zu überregionaler Berühmtheit gelangte Große Tümmler, der sich seit dem 10. September in der Kieler Bucht aufhielt, ist jetzt in der Eckernförder Bucht aufgetaucht. Am 03. Oktober lockte der nach wie vor gutgelaunte und verspielte Delfin Hunderte Menschen im Eckernförder Hafen an den Strand beim Kiosk am Vogelsang. Doch nach einigen wilden Sprüngen war das Spektakel schnell wieder vorbei. Ist es der Delfin aus Kiel?Meeressäuger-Experte...
Sind die Irawadi-Delfine in Laos wirklich ausgestorben?
Sie sollen es also nicht geschafft haben, die letzten Irawadi-Delfine im laotischen Teil des Mekongs. Es ist zwar an der IUCN (Weltnaturschutzorganisation), Arten oder Populationen für ausgestorben zu erklären, doch angesichts angeblich nur noch drei überlebender Exemplare besteht nur wenig Hoffnung, dass sich die Population noch einmal erholen wird. Wenn es denn tatsächlich nur noch drei sind... Weiß man es wirklich so genau?Noch vor wenigen...
Schon wieder ein Delfin auf Stippvisite in der Kieler Bucht
Erneut ist ein ungewöhnlich zutraulicher Großer Tümmler vor Kiel aufgetaucht. Der sehr verspielte Delfin schwamm am 10. September gleich mehrmals in die Schleuse Kiel-Holtenau, als wollte er durch den Nord-Ostsee-Kanal eine Abkürzung in die Nordsee nehmen. Der Schiffsverkehr in der Schleuse wurde für 20 Minuten gestoppt, bis der Tümmler die Schleuse dann doch wieder den Weg zurück in die Ostsee nahm. In der Förde angekommen, spielte er dann...
Auch im Ärmelkanal sind Delfine durch Schadstoffe gefährdet
Britische Forscher hatten Anfang 2016 eine groß angelegte Studie veröffentlicht, die die großflächige Vergiftung von Delfinen in europäischen Gewässern mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) dokumentierte. Jetzt haben die französische Ökotoxikologin Cyrielle Zanuttini und ihre Kollegen vergleichbare Werte bei Delfinen aus dem Ärmelkanal festgestellt. Besorgniserregend hohe Konzentrationen von Quecksilber und PCBLaut der Studie, die am 2....
Freudiges Wiedersehen mit schwer verletztem Delfin Košara
Niemand hätte zu hoffen gewagt, dass er es ohne Hilfe schaffen würde.Košara im September 2013: Dramatische Szenen spielten sich im September 2013 in Nähe der kroatischen Insel Pašman ab, als unsere Projektpartner um den Tierarzt Tom Gomerčić versuchten, einen schwer verletzten Delfin einzufangen, um ihn medizinisch zu versorgen. Tiefe Wunden, Entzündungen und Wucherungen überzogen Maul, Rücken und Brust des Großen Tümmlers, verursacht von...
Schwimmen mit Delfinen vor Hawaii soll verboten werden
Die Wetter- und Ozeanographiebehörde der USA (NOAA) will laut eines Berichts von Volksblatt.li das bei Touristen sehr beliebte Schwimmen mit Delfinen in Hawaii verbieten. Die Meeressäuger stünden von den Menschen unter zu "intensivem Druck" und fänden nicht genügend Zeit, sich von der nächtlichen Jagd zu erholen. Hawaii-Delfine finden keine Ruhe und nicht genügend SchlafZukünftig sollten sich Menschen nicht näher als bis auf 45 Meter den...
Schutzprojekt Mosambik: Neuigkeiten von den Patendelfinen
Unsere residenten Indopazifischen Großen Tümmler aus dem Schutzgebiet Ponta do Ouro zeigen sich auch in diesem Jahr sehr zutraulich und interessiert. Während unserer bislang in diesem Jahr durchgeführten 15 Monitoringfahrten trafen wir sie fast jedes Mal an. Nur wenn Buckelwale in der Nähe waren, blieben sie lieber in Deckung. Insgesamt hatten wir 2016 bereits 155 Delfin-Sichtungen. Patendelfine und ihr NachwuchsAuch die Patendelfine sind...
Kampagne gegen Plastikmüllflut am und im Meer und Einführung von Recycling in Peru-Paracas
Plastikmüll und Mikroplastik in den Gewässern und Ozeanen ist weltweit ein ernst zu nehmendes Problem. Plastikmaterialien, die in den Meeren treiben, bergen ein hohes Gefährdungspotenzial für viele Meerestiere. Sie bringen langsamen und qualvollen Tod durch: Verheddern der Tiere in ring- und schlingenförmigen Verpackungen oder Netzresten, Verschlucken von Plastikteilen, die mit Nahrung verwechselt oder mit ihr aufgenommen werden. Folgen sind...
Jaenicke meets "Ferdinand": Im Einsatz für Delfine
In der neuen Folge seiner preisgekrönten ZDF-Tierdoku-Reihe "Im Einsatz für…" trifft der Schauspieler und Tierschützer Hannes Jaenicke diesmal auf Delfine. Er berichtet u.a. über die Auswirkungen unserer modernen Industriegesellschaft auf das Leben der faszinierenden Meeresbewohner und ihren Kampf ums Überleben. Sendetermin ist der 2. August von 22:15 - 23:00 Uhr im ZDF"Ich setze mich privat schon lange für den Schutz von Delfinen ein. Diesen...
Bulgarien untersagt Fischerei wegen zu vieler toter Delfine
Wie "MDR Wissen" berichtet, hat die bulgarische Regierung die Fischerei in Gebieten, in denen sich viele Delfine aufhalten, vorsorglich untersagt. Sofia setzte diese Sondermaßnahme in Kraft, weil in diesem Jahr bereits mehr als 108 Delfine tot an Bulgariens Küsten strandeten. An einigen Stränden hat es aber auch Lebend-Strandungen gegeben. So sollen allein an den Stränden des beliebten Urlaubsortes Burgas bereits 77 tote Delfine gefunden...
Hurghada-Patendelfin Ferdinand hat Nachwuchs bekommen!
Ferdinand-Destiny, einer unserer Patendelfine aus dem Roten Meer, hat Nachwuchs bekommen! Gegen Ende Juni traf die Biologin Angela Ziltener von unserer Partnerorganisation DWA Ferdinand bei einem Tauchgang. Und das jetzt 18 Jahre alte Delfinweibchen wartete mit einer faustdicken Überraschung auf: seinem gerade erst ein paar Tage alten Jungtier. Babysitter Anouk passt gut auf das Kleine aufIn Begleitung von Ferdinand war auch das Weibchen...
Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung in Hurghada
Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sind entscheidende Projektmodule, um auf die Gefährdung der Indopazifischen Großen Tümmler und der Spinnerdelfine vor Hurghada durch den aus dem Ruder gelaufenen, rücksichtslosen Delfinbeobachtungstourismus aufmerksam zu machen und Missstände abzustellen. Endlich: Verbindliche Regeln für die Anbieter von DelfinbeobachtungstourenErfreulich ist, dass es jetzt endlich neue und verbindliche Regeln für die...
Jagd auf Delfine in Peru – Patendelfine nicht in Gefahr
Seit 1999 kämpft die GRD, gemeinsam mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA gegen die Jagd auf Delfine vor der Küste des Andenstaates Peru. Skrupellose Fischer harpunieren dabei Dusky-Delfine, das Blut der verwundeten Meeressäuger soll Haie anlocken. Anschließend werden die Delfine an Bord der Fischerboote getötet und zerlegt, um ihr Fleisch als Köder für den Fang der angelockten Haie einzusetzen. Die Jagd auf Delfine ist in Peru...
Geliebte Delfine - Schüler in Paracas kommen Delfinen näher
Artenschutz kann heutzutage fast nur erfolgreich sein, wenn er fest in der lokalen Bevölkerung verankert ist. Deshalb besteht unsere Arbeit auch in der Umsetzung von Strategien, die die Integration der Bevölkerung zum Ziel haben. Wir pflanzen jetzt kleine Gedanken und Ideen, die in der Zukunft eine große Ernte für den Delfin- und Meeresschutz einbringen sollen. Wir tragen unser Wissen in die Schulen des Paracas-DistriktsUnsere...
Neues von den Patendelfinen - Gilly und Bo im Flegelalter
Im Juli begegnete ich unserem Patendelfin Herme, einem Buckeldelfin, mit zwei Artgenossen, wahrscheinlich handelte es sich um Hermes Mutter mit einem neuen Jungtier. Obwohl die Sichtverhältnisse im Wasser sehr bescheiden waren, gelang es mir, die Dreiergruppe im trüben, grünen Wasser zu fotografieren. Gulliver (das erste Junge von Patendelfin Gilly und – anders als der Name vermuten lässt - ein Weibchen) und ihre beste Freundin Rocha (eine...
Wir nehmen Abschied von Mark Berman
Wir trauern um unseren lieben Freund und Kollegen Mark Berman vom amerikanischen Earth Island Institute (EII), der am 13. Mai 2016 plötzlich und unerwartet aufgrund postoperativer Komplikationen im Krankenhaus verstarb. Wir verlieren mit ihm einen leidenschaftlichen Delfinschützer und liebenswerten Weggefährten und Mitstreiter. Seit über 25 Jahren setzte sich Mark Berman beim EII für den Schutz von Delfinen einMark war zuständig für das...
Ungewöhnliche Adoption: Ein verwaister Delfin findet Ersatzmutter
Ein Delfinbaby, das im Alter von knapp 2 Monaten seine Mutter verlor, wurde durch ein ihm fremdes und genetisch nicht verwandtes Delfinweibchen, das selbst keinen Nachwuchs hatte, adoptiert. Eine Gruppe japanischer Wissenschaftler um Mai Saki vom Fischereiinstitut der Kindai Universität machte diese sehr seltene und ungewöhnliche Beobachtung während des Langzeitmonitorings von Indopazifischen Großen Tümmlern (Tursiops aduncus), die vor der...
Wir begrüßen unseren ersten "Adriatic Dolphin Observer"
Mit unserem neuen Citizen-Science-Programm / Freiwilligen-Programm "Adriatic Dolphin Observer" bieten wir die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei unserem Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" in Kroatien. Ein Adriatic Dolphin Observer unterstützt mit seinen Delfinbeobachtungen sowie Foto- und/oder Videoaufnahmen die wissenschaftliche Arbeit unserer kroatischen Partner, Tierärzte der Universität Zagreb, in besonderem Maße....
Delfine – bitte melden! Aufruf an alle Kroatienurlauber
Auch dieses Jahr ruft die GRD Kroatienurlauber wieder zur Mithilfe bei ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" auf und bittet darum, Delfinsichtungen in der Adria zu melden. Man muss dafür noch nicht einmal in See stechen, denn häufig halten sich die geschickten Schwimmer auch dicht an der Küste auf. Bereits seit 2001 erhebt die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät in Zagreb diese...
Buckeldelfine reagieren empfindlich auf Störungen in ihrem Lebensraum
Küstennah lebende Delfinarten haben es schwer. Umweltfolgen menschlicher Eingriffe treffen sie besonders hart. Von Wasserverschmutzung, intensiver Küstenfischerei, Bautätigkeiten im Küstenbereich, erhöhtem Schiffsverkehr, Förderung von Öl oder Erdgas bis hin zu intensiver touristischer Nutzung durch zudringliche Schwimmer, Surfer und Freizeitkapitänen auf allerlei Wasserfahrzeugen. Da bleibt den Meeressäugern oft zu wenig Ruhe und Nahrung zum...
Gefahr für "Selfie" und "Delfie": Stellnetze in der Kieler Bucht
Die beiden Großen Tümmler "Selfie" und "Delfie", die in den vergangenen Wochen auf ihrer Ostsee-Rundreise die Herzen der Menschen an der Küste von Schleswig-Holstein und weit darüber hinaus erfreut hatten, könnten ihren Aufenthalt in der Kieler Bucht mit dem Leben bezahlen. Nach Informationen der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) wurden dort über viele Kilometer Stellnetze ausgebracht. Freiwillige Vereinbarung zur Netzreduktion...
"Selfie" und "Delfie" jetzt auf Besuch in der Kieler Bucht
Kaum waren sie Richtung Apenrade in Dänemark entschwunden, sind sie auch schon wieder da: "Selfie" und "Delfie", die beiden Großen Tümmler, die mit ihrer unbändigen Spielfreude und Lebenslust in den vergangenen Wochen die Herzen der Menschen an der Flensburger Förde und weit darüber hinaus im Sturm erobert hatten, sind jetzt in der Kieler Bucht aufgetaucht. Seit dem 13. März tummeln sie sich in der Kieler Förde und sorgen dort für gewohnt...
Sind die Ostsee-Delfine "Selfie" und "Delfie" in Gefahr?
Seit einigen Wochen erfreuen die beiden auf den Namen "Selfie" und "Delfie" getauften Delfine Bewohner und Touristen an der deutschen Ostseeküste. Zur Zeit halten sie sich in der Flensburger Förde auf, davor sorgten sie im Warnemünder Seekanal bei Rostock und im Jachthafen des Ostseebads Grömitz bei Travemünde für reichlich Aufregung. Ihre Namen erhielten sie übrigens in Schweden, wo sie vor Kalmar den letzten Sommer verbrachten. Die beiden...
Seenotretter retten erschöpften Großen Tümmler vor Amrum
Deutsche Küstengebiete scheinen bei Großen Tümmlern derzeit recht beliebt zu sein. Nicht nur bei den beiden zutraulichen Ostsee-Tümmlern, die seit einigen Tagen für viel Aufmerksamkeit in der Flensburger Förde sorgen. Jetzt geriet auch noch ein Großer Tümmler vor der Nordseeinsel Amrum zwar nicht in Seenot, aber in Gefahr zu stranden. Eine Strandspaziergängerin hatte beobachtet, wie der Delfin auf der dem Festland zugewandten Wattseite der...
Adriatic Dolphin Observer – Neues Citizen-Science-Programm
Unterstützen Sie die wissenschaftliche Arbeit unserer Projektpartner in Kroatien. Worum geht es?Mit diesem Citizen-Science-Programm bieten wir die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei unserem Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" in Kroatien. Ein Adriatic Dolphin Observer kann mit seinen Delfinbeobachtungen sowie Foto- und/oder Videoaufnahmen die wissenschaftliche Arbeit unserer kroatischen Partner, Tierärzte der Universität...
Chile: Humboldt-Pinguine und Delfine durch Bau von Industriehäfen bedroht!
In Nordchile bei La Higuera und rund um die Insel Chañaral liegt ein besonderes Meeresgebiet, das zahlreiche bedrohte Arten beherbergt und zu einem der wichtigsten Biodiversität-Hotspots der Welt zählt. Hier leben auch rund 80% der Humboldt-Pinguine, die in den fischreichen Gewässern des kalten Humboldtstromes vor der Pazifikküste nach Anchovis tauchen. Diese kleine Pinguin-Art wurde von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als gefährdet...
Erstmals Delfine in der Flensburger Förde
Zum ersten Mal gibt es Große Tümmler in der Flensburger Förde. Seit einer Woche sind sie dort Stars und locken mit ihren Sprüngen und ihrer puren Lebensfreude Kajakfahrer, Delfin-Fans und Wassersportler aufs kalte Wasser und an die Uferpromenade. Einem völlig verblüfften Feuerwehr-Berufstaucher flitzten sie unter Wasser kurz vor die Kamera. Jetzt werden bereits Ausflugsfahrten zu den zutraulichen Delfinen angeboten. Sie sind zu einer sehr...
Umweltgift PCB gefährdet Überleben von Delfinen in Europa
Große Tümmler, Orcas und andere Delfinarten in europäischen Gewässern sind hochgradig mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) vergiftet, und zwar so stark wie nirgendwo sonst. Zu diesem erschreckenden Fazit kommt der neue Scientific Report des Zoologen Paul Jepson und seiner Kollegen von der Zoologischen Gesellschaft in London. Über 25 Jahre hinweg untersuchten Jepson und sein Team 1.081 Große Tümmler, Streifendelfine, Orcas und Schweinswale. Es...
Eine Begegnung voller Magie im Roten Meer
Manchmal hat man einfach Glück. Wie F. Wachsmann, der Ende September 2015 während eines Tauchausflugs am Shaab Tiffany in der Nähe der Giftigen Inseln bei Hurghada drei Indopazifischen Großen Tümmlern (Tursiops aduncus) begegnete, die seelenruhig an ihm vorbeizogen. "Wenn uns Delfine unter Wasser begegnen, machen wir manchmal eine Rolle oder einen Purzelbaum. Ab und zu, wenn sie in Spiellaune sind, machen sie es nach. Diesmal schauten sie nur...
Ostsee-Tümmler entsenden Neujahrsgrüße an Seenotretter
Die beiden Delfine, die seit Anfang Dezember regelmäßig entlang der deutschen Ostseeküste gesichtet werden, begrüßten zum Jahresbeginn 2016 im Grömitzer Jachthafen die Besatzung des Seenotrettungskreuzers Hans Hackmack, berichtet die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die Seenotretter zeigten sich bass erstaunt über die ungewöhnlichen Gäste, die gegen 6 Uhr morgens durch Schnauben und Platschen auf sich aufmerksam...
Neues von den Patendelfinen Little Tree and Sun aus Peru
Little Tree und Sun sind noch immer Teil der Supay-Gruppe, die isoliert im Süden der Paracas-Bucht lebt. Die beiden sowie auch alle anderen Mitglieder konnten im August 2015 in ihrem Lebensraum während einer für das Langzeitmonitoring der Paracas-Delfine von ACOREMA durchgeführten Patrouillenfahrt beobachtet werden. Es ist so beruhigend zu wissen, dass auch nach 16 Jahren die Gruppe stabil ist und die Individuen nach der ersten Beobachtung...
Geisternetze töten sinnlos weiter ...
Sogenannte Geisternetze werden zu einer immer größeren Gefahr für Meerestiere und das marine Ökosystem. Reste zerstörter Netze, von Fischern nicht wiedergefundene oder weggeworfene Netze fangen fast endlos weiter, da sie meist aus extrem langsam verrottenden Kunststoffen bestehen. Fische, Krabben, Meeresschildkröten, Seevögel, Delfine, Haie und sogar Wale verheddern sich ihnen, sterben langsam und qualvoll. Irgendwann sinkt das Netz durch das...
Schwimmen mit Delfinen auf den Azoren
Immer schon gilt den Delfinen meine ganz besondere Liebe. Sie vermitteln das Gefühl von Freiheit. Leichtigkeit und bedingungsloser Liebe. Frei lebenden Delfinen ganz nah zu sein – das war immer mein Herzenswunsch. Im Juli 2015 habe ich mir diesen Lebenstraum erfüllt. Wichtig war mir, jemanden zu finden, der großen Wert auf einen respektvollen Umgang mit diesen sensitiven Lebewesen legt. Als ich Michelle Naumann von "RUF DER WALE"...
TTIP lässt grüßen … Welthandelsorganisation schwächt Delfinschutz in den USA
Pressemitteilung, 08.12.2015 - Nach einer aktuellen Entscheidung der Welthandelsorganisation (WTO) soll delfintödlicher Thunfisch aus Mexiko nun auch in den USA als "delfinsicher" verkauft werden dürfen. Bisher war diese Bezeichnung dort per Gesetz streng geschützt. Anders als in Deutschland durfte in den USA Thunfisch bisher nur dann als "delfinsicher" bezeichnet werden, wenn er weder mit Treibnetzen noch durch Setzen von Netzen um...
Meeressäuger durch Klimawandel nur wenig beeinflusst
Ob Robben, Wale oder Delfine: Die Artenvielfalt von Meeressäugetieren ist vor allem in der gemäßigten Zone der Südhalbkugel hoch – und daran wird auch der Klimawandel in den kommenden 40 Jahren wahrscheinlich wenig ändern. In Hinblick auf die verschiedenen Arten ist das Bild uneinheitlich: Während es für knapp die Hälfte durch den Verlust von Lebensraum enger werden könnte, vergrößern sich die Verbreitungsgebiete der anderen Hälfte um bis zu...
Mosambik-Patendelfine: Neues Video
Fantastische Aufnahmen mit unseren Patendelfinen Gulliver und Gilly beim Spiel mit Artgenossen … und einem Kugelfisch. Gulliver ist das erste Junge von Gilly und - anders als der Name es vermuten lässt - ebenfalls ein Weibchen. Die Indopazifischen Großen Tümmler leben in den Gewässern des Indischen Ozeans vor Ponta do Ouro in Mosambik, wo sich unsere Partner von DolphinCare Africa für einen naturverträglichen Delfintourismus einsetzen. ⇒...
Bimini (Bahamas): "Sanfter Delfintourismus" ist möglich!
Was ist es, das mich jedes Jahr Ende Mai antreibt, mit freilebenden Delfinen zu schwimmen? Es ist das Gefühl, welches ich als "immerwährende Sehnsucht" nach Freiheit, Glück und bedingungsloser Liebe von Seiten der Meeressäuger bezeichnen kann und die Begegnung hilft mir bei meiner persönlichen (Weiter-) Entwicklung. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin der GRD ist es mir eine Herzensangelegenheit einen Reisebericht über das Schwimmen mit...
Ostsee-Schnabelwal hat es leider nicht geschafft
Der Schnabelwal, der seit einigen Wochen die Ostseeküste nahe Wismar unsicher machte, hat vermutlich nicht überlebt. Das 4 Meter lange Tier war Ende September in der Wohlenberger Wiek gestrandet und von Anglern wieder zurück ins Wasser gehievt worden. Wissenschaftler vom Meeresmuseum Stralsund haben ihn eindeutig als Sowerby-Zweizahnwal (Mesoplodon bidens) identifiziert, eine im Nordatlantik lebende Art, die hauptsächlich von Strandungen...
Vor Neuseeland entsteht ein gigantisches Meeresschutzgebiet
Die Regierung von Neuseeland hat die Einrichtung eines riesigen Meeresschutzgebiets angekündigt. Die "Kermadec Ocean Sanctuary" genannte Meeresregion umfasst eine Fläche von 620.000 km² und ist damit größer als das territoriale Frankreich. In der noch weitestgehend unberührten Region sind für die Meeresumwelt negative Aktivitäten wie Fischfang und die Suche nach Bodenschätzen verboten. In den Gewässern rund um die im südwestlichen Pazifik...
Erfolg gegen Offshore-Ölförderung in der Adria: Regierung zieht Reißleine
Pressemitteilung 01.10.2015 - Mit großer Erleichterung quittiert die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) zwei wichtige Entscheidungen gegen die Förderung von Öl in der Adria. So hat Shell, nach dem Rückzug aus der Arktis vor wenigen Tagen, jetzt bekannt gegeben, geplante Offshorebohrungen vor der Küste von Bosnien und Herzegowina nicht durchzuführen. Und vor einer Woche musste die kroatische Regierung die eigentlich für September...
Reisebericht: Nachhaltige Wal- und Delfinexkursionen Azoren
Am 1. September begann unsere Wal- und Delfinexkursion auf der Insel Pico. Ein perfekter Ort, um Wale und Delfine in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten. Bis zum 11. September hatten wir genügend Zeit, um viel über das Verhalten der Meeressäugetiere zu erfahren und sie hautnah in ihrem Lebensraum zu erleben. Die Delfine entscheiden, ob sie Kontakt zu den Menschen aufnehmen wollenErlaubte es die Situation, konnten wir auch mit wilden...
US-Marine muss Rücksicht auf Delfine und Wale nehmen
In den kommenden drei Jahren muss die US-Marine bei Marinemanövern zum Schutz von Meeressäugern auf den Einsatz von Sonarsystemen und Übungsmunition in bestimmten Gebieten im Pazifik verzichten oder zumindest stark einschränken. US-Naturschutzorganisationen, darunter der Natural Ressource Defense Council (NRDC), hatten geklagt und haben sich jetzt außergerichtlich mit der Navy geeinigt. Die Schutzzonen umfassen wichtige Lebensräume für...
Vortrag Schweinswale beim Symposium Säugetierschutz in Jena
Vom 18. bis 19. September 2015 fand in Jena das "Symposium Säugetierschutz - Schutzbemühungen um die heimische Säugetierfauna" statt. Veranstalter waren u.a. die Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V., die Universität Osnabrück, Fachbereich Ethologie und die Senckenberg Naturhistorische Sammlungen, Dresden Am Eröffnungstag hielt die GRD-Biologin Denise Wenger einen Vortrag zum Thema "Die Wale und Delphine an unseren Küsten: Neues zu...
Kein neues Delfinarium in Polen!!!
Der polnische Umweltminister Maciej H. Grabowski hat den geplanten Bau des ersten Delfinariums in Polen gestoppt. Sein Ministerium werde keine Einfuhrerlaubnis für die Delfine erteilen. Fast 1000.000 UnterschriftenDas ist ein großartiger Erfolg der Plattform "NIE! dla delfinarium" und andere polnische Umweltgruppen, die zu Protesten gegen die im 44 km südwestlich von Warschau gelegenen Mszczonów geplante Anlage aufgerufen haben. Zusammen...
Schwere Rückschläge für Offshore-Öl- und Gasförderung in Kroatien
Pressemitteilung 04.08.2015 - "Sie verlassen das sinkende Schiff", kommentiert der Biologe Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) den Ausstieg mehrerer Energiekonzerne aus der geplanten Öl- und Gasförderung in der kroatischen Adria. So gaben OMV aus Österreich und Marathon Oil aus den USA vor einigen Tagen ihre Bohrlizenzen zurück, was am 29. Juli 2015 schließlich auch von der "Kroatischen Agentur für...
Färinger im Blutrausch: Über 250 Grindwale abgeschlachtet
Gegen Ende Juli 2015 fanden während zweier Treibjagden auf den Färöer-Inseln über 250 den Tod. Die Tiere wurden grausam abgeschlachtet und verbluteten bei lebendigem Leib. Während in Australien oder Neuseeland Rettungsnetzwerke für Meeressäuger existieren und regelmäßig Hunderte von freiwilligen Helfern bei Strandungen von Grindwalen oder Delfinen herbeieilen, um aufopferungsvoll Hilfe zu leisten, finden vor den Toren Europas, auf den...
SUP-Erstumrundung des Genfer Sees für den Delfinschutz
Kein Lüftchen weht auf dem Genfer See und das Thermostat klettert auf bis zu 37 Grad. Nicht unbedingt ideale Bedingungen für eine kraftraubende Expedition, die über mehrere Tage gehen soll. Unbeeindruckt dessen, bestückten drei Paddel-Pioniere am Ufer von Montreux ihre SUP-Bretter und bereiteten sich mental auf ihre anstehende Expedition vor. Das Ziel: in knapp drei Tagen (vom 02.07 – 05.07.2015) einmal per Stehpaddel rundum Europas...
Requiem für einen kleinen toten Delfin
Delfine gehören neben den großen Primaten, Elefanten und dem Menschen zu den wenigen Tierarten, von denen wir seit einigen Jahren wissen, dass sie um ihre Toten trauern. Aber bereits vor fast 20 Jahren erlebte Horst Liebl im Persischen Golf etwas, das noch viel weiter zu gehen scheint als gemeinschaftliche Trauer. Haben Delfine so etwas wie Beerdigungsplätze, zu denen sie ihre Toten bringen? Der Autor selbst spricht von einem Wunder, dessen...
Warnung vor skrupellosem Delfin-Tourismus in Ägypten
Ägypten-Reisende beklagen traurige und deprimierende Erlebnisse bei Delfinbeobachtungstouren im Roten Meer. Der meist völlig unregulierte Massentourismus wird für die betroffenen Delfine immer mehr zur ernsthaften Bedrohung und gefährdet ihr Überleben. An vielen Orten ist der Delfintourismus bereits völlig aus dem Ruder gelaufen, wie zum Beispiel in Hamata, von wo aus Ausflüge zum beliebten Sataya-Riff angeboten werden. Bei Hurghada sieht es...
Seltene Gäste in der Ostsee: Große Tümmler bei Fehmarn gesichtet
Das ist wirklich selten: In der Zeit um Pfingsten wurden zwischen der Hohwachter Bucht und der Insel Fehmarn mehrfach zwei Große Tümmler gesichtet, die ihre mehr als erstaunten Beobachter mit munteren Sprüngen unterhielten. Große Tümmler kommen in der Ostsee eigentlich gar nicht vor. Am Pfingstsonntag tauchten die beiden Tümmler beim Weißenhäuser Strand auf und wurden dabei von zwei Anglern gefilmt, die ihren Augen und Ohren nicht trauten....
Japan: Teilerfolg im Kampf gegen die Delfinmassaker in Taiji!
Der japanische Verband der Zoos und Aquarian JAZA verzichtet künftig darauf, Delfine aus Taiji zu beziehen. Dort werden jedes Jahr hunderte Delfine zum menschlichen Verzehr grausam getötet, nur ein paar Tiere am Leben gelassen und an Delfinarien weltweit verkauft. Der Weltverband der Zoos und Aquarien WAZA hatte JAZA mit Ausschluss gedroht, sollte man weiterhin Delfine aus Taiji an japanische Zoos ausliefern. In Japan soll es nach...
SAFE: 25 Jahre delfinsicherer Thunfisch
Vor 25 Jahren wurde das umfassendste und wirkungsvollste Delfinschutzprogramm der Welt gegründet: SAFE, das internationale Kontrollprogramm für delfinsicher gefangenen Thunfisch des Earth Island Institute aus Kalifornien (EII). Mehr als 7 Millionen tote Delfine in 40 Jahren beim ThunfischfangEs war die größte Massenvernichtung von Meeressäugern in der Geschichte der Menschheit: Beginnend in den späten 1950er-Jahren bis Anfang der 1990er-Jahre...
Keine Delfinjagd auf den Salomoninseln seit 2014
Nach Informationen unserer US-Partnerorganisation Earth Island Institute (EII) wurden von den Bewohnern der Salomoninseln weder 2014 noch 2015 Delfine gejagt. Anders lautende Meldungen entsprechen nicht den Fakten! Das EII hatte 2010 auf den Salomoninseln ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Dörfer finanzielle Ausgleichszahlungen erhalten, wenn sie die traditionelle Jagd und den Fang von Delfinen für Delfinarien einstellen. Mit den...
Aktuelles von unseren Patendelfinen in Peru-Paracas
Trinity, Ghost, Sharpy, Old Hat, PBD 074 und noch etwa 15 weitere Große Tümmler und Paten-Delfine konnte ich erst kürzlich vor einigen Wochen bei meinem Besuch in Paracas in der gleichnamigen Bucht ganz nah sehen, darunter auch mindestens drei Babys! Es ist so wunderbar, es geht den Delfinen gut und sie sind wohlgenährt! Kein Fischer richtet eine Harpune auf sie, nein, im Gegenteil, sie sind geschützt durch ihre Bekanntheit in der gesamten...
GRD setzt sich bei Ostseeschutzkonvention HELCOM für den Schutz von Schweinswalen ein
Ein gewaltiges Umweltproblem: Verrottende Munition in deutschen Gewässern Auf der Tagung der SUBMERGED-Arbeitsgruppe der Ostseeschutzkonvention HELCOM, die vom 22.-23. April 2015 in Bonn stattfand, konnte der Meeresbiologe Sven Koschinski für die GRD wichtige Fortschritte für den Schweinswalschutz erreichen. HELCOMDas Helsinki-Abkommen für den Schutz der Ostsee (HELCOM) aus dem Jahr 1974 sollte das Einbringen von Schad- und Nährstoffen in die...
Auf Augenhöhe mit Delfinen - Im Seekajak Delfine erforschen
Im Seekajak Delfine erforschen und die herrliche Inselwelt Kroatiens genießen. Lernen Sie unsere Delfinschutzarbeit in Kroatien kennen – auf eine sehr sanfte und umweltfreundliche Art und Weise! "Adriatic Dolphin Research" gewährt einen spannenden Einblick: Eine Seekajaktour entführt Sie in die Gewässer vor der norddalmatinischen Insel Molat, wo Sie auch Ausschau nach den Meeressäugern halten. Das Gebiet ist einer der Schwerpunkte der...
Wenn die Meere sterben, dann sterben auch wir
Nicole und Markus Kappelhoff, begeisterte Taucher und im Meeres- und Delfinschutz auch für die GRD aktiv, nahmen 2015 als "Cove Guardians" im Rahmen der Operation "Infinite Patience" von Sea Shepherd teil. Hier ihr erschütternder Bericht über die grausamen Delfintreibjagden in der Todesbucht von Taiji (Japan). Wir möchten unser Möglichstes dafür tun, dass die Aufklärung über die Grausamkeiten vorangetrieben wird, damit die schrecklichen...
Kurze Atempause für die Adria: Kroatien verschiebt Ölförderung
Nach übereinstimmenden Berichten verschiedener kroatischer Medien verzögert sich der Beginn der für dieses Jahr geplanten Offshore-Probebohrungen nach Öl in der Adria mindestens bis 2016. Als Grund werden Verstöße gegen EU-Umweltrichtlinien genannt. Kroatien habe es versäumt, Anrainerstaaten wie Slowenien, Italien und Montenegro in die derzeit laufenden Umweltverträglichkeitsprüfungen einzubeziehen. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine...
Ölkonzern OMV beteiligt an der Ausrottung von Delfinen
Ein vom österreichischen Mineralölkonzern OMV vor der Küste Neuseelands verursachter Ölunfall bedroht nach Angaben von NABU International Naturschutzstiftung das Überleben der weltweit letzten Maui-Delfine. OMV gehört auch zu den "Dreckigen 5", zu den Energiekonzernen, die eine Konzession für Erdöl-Probebohrungen in der kroatischen Adria erworben haben. Der neuseeländische OMV-Ölunfall ereignete sich am bereits am 20. Februar etwa 70...
Spaß für Urlauber – Qual für Tiere
München, 03.03.2015 - Verbände fordern Reisebranche zu Verbesserungen im Tier- und Artenschutz auf: Anlässlich der Internationalen Tourismus-Börse (ITB), die vom 4. bis 8. März 2015 in Berlin stattfindet, fordern elf deutsche und internationale Tier- und Artenschutzorganisationen von den Reiseveranstaltern, Wildtiere vor Missbrauch als Touristenattraktion zu schützen. Ob Delfine, Tiger oder Elefanten – noch immer müssen Wildtiere zur...
Wissenschaftler: Fischerei in internationalen Gewässern beenden
Für ein Ende der Fischerei in internationalen Gewässern – also außerhalb der 200-Meilen-Zonen vor den Küsten – plädiert eine Gruppe Wissenschaftler in einem Beitrag der Zeitschrift Scientific Reports, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19.02.2015. Die radikal klingende Maßnahme würde, so die Forscher, den weltweiten Fischereiertrag sogar steigern, auch die Verteilung der Fangmengen würde gerechter sein....
Rettet die Adria! Referendum gegen Offshore Öl- und Gasförderung
Pressemitteilung 21.01.2015 - In Kroatien wächst der Widerstand gegen die Pläne der Regierung, in der Adria in großem Stil Erdöl und Erdgas zu fördern. Die Umweltorganisation "Eko Kvarner" hat ein Referendum angekündigt, falls die Regierung nicht auf die Öl- und Gasförderung in dem sensiblen Meeresgebiet verzichtet, berichtet die kroatische Zeitung 24sata. Sollte die Regierung das Projekt nicht bis zum 16. April, dem Ende der öffentlichen...
Rettet die Adria! Kampagne gegen kroatische Offshore-Ölförderung
Pressemitteilung, 08.01.2015 - 2015 könnte den Beginn vom Ende des Ökosystems der kroatischen Adria markieren, befürchtet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). „Mit der Vergabe von 10 Probebohrlizenzen an 5 Energiekonzerne hat die kroatische Regierung grünes Licht für die nachhaltige Zerstörung des gesamten Ökosystems und die Ausrottung der letzten Adria-Delfine und vieler anderer Meerestiere gegeben“, kritisiert der...
Peru: Neuigkeiten von den Patendelfinen
Delfine der Paracas-Bucht: Die Sichtungsrate für die Paracas-Delfine war dieses Jahr etwas niedriger, was aber nicht unbedingt einen Rückgang der Population bedeutet, sondern wahrscheinlich auf das Klima-Phänomen "El Niño" zurückzuführen ist, das dieses Jahr wieder ausgeprägt aufgetreten ist und die Wasseroberflächentemperatur hat ansteigen lassen. Häufig ist Fischsterben an der Küste die Folge oder die Fischschwärme bleiben weiter von der...
Ölpest in Bangladesch: Delfine und andere Tiere in Gefahr
Im größten Mangrovenwald der Welt droht eine massive Umweltkatastrophe. Am 9. Dezember sank der Öltanker "Southern Star-7" im Delta des Flusses Shela, zwischen Bangladesch und Indien, nach einer Havarie. Ein 70 Kilometer langer Ölteppich gefährdet jetzt das Überleben der seltenen Irawadi- und Ganges-Flussdelfine, von Bengalischen Tigern, Krokodilen, Pythons, rund 260 Vogelarten, Fischen, Krebsen und des Mangrovenwaldes. Der...
Kroatienurlaub ade? Ölpest in der Adria
Pressemitteilung, 04.12.2014 -Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) warnt vor der Gefahr einer massiven Ölpest in der kroatischen Adria. In nur wenigen Jahren sollen unzählige Ölplattformen und Gasförderanlagen in dem sensiblen Meeresgebiet errichtet werden. Eine Katastrophe, vergleichbar mit der Ölpest im Golf von Mexiko 2010, ist nach Ansicht der GRD nur eine Frage der Zeit. Die kroatische Regierung hat die Adria für die...
Artenschutzkonferenz endet mit positiven Signalen für Delfine und Wale
Für Delfine, Wale und weitere 31 Tierarten brachte die elfte Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS), die am 09.11.2014 im ecuadorianischen Quito endete, einige erfreuliche Ergebnisse. Größte und wichtigste Gruppe der neu in die CMS-Schutzlisten aufgenommenen Tiere sind 21 Hai-, Rochen- und Sägefischarten. Auf der...
Neckermann-Touristen bei Delfin-Tour in Ägypten in Lebensgefahr
Pressemitteilung, 07.10.2014 - Der völlig aus dem Ruder gelaufene Delfin-Beobachtungstourismus im Roten Meer in Ägypten gefährdet nicht nur das Überleben wild lebender Delfine. Kunden, die ihre Reise über Neckermann gebucht hatten, berichten der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), wie sie während einer Delfinbeobachtungstour zum Sataya-Riff in Lebensgefahr gerieten. "Wir schwammen ca. 20 Sekunden mit den Delfinen und mussten ca....
"Magic" und "Laura" – Neue Patendelfine aus dem Roten Meer
Und dann waren es drei: Wir freuen uns, zwei neue Patendelfine des Hurghada-Schutzprojekts (Rotes Meer, in Kooperation mit Dolphin Watch Alliance, DWA) vorstellen zu können: Die kleine "Magic" und "Laura". Beide sind Weibchen der Art Indopazifischer Großer Tümmler (Tursiops aduncus). Sie leben gemeinsam mit ihren Artgenossen vor Hurghada im Roten Meer, Ägypten. Manchmal geschehen auch Wunder: "Magic" überlebt tödliche VerletzungDas Schicksal...
Skrupelloser Delfin-Tourismus in Ägypten gefährdet Delfine
Pressemitteilung, 29.09.2014 - Ägypten-Reisende beklagen gegenüber der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) traurige und deprimierende Erlebnisse bei Delfinbeobachtungstouren im Roten Meer. Der meist völlig unregulierte Massentourismus wird für die betroffenen Delfine immer mehr zur ernsthaften Bedrohung und gefährdet ihr Überleben. Auch deutsche Reiseveranstalter wie FTI-Touristik verdienen an der touristischen Delfinquälerei...
Patendelfine stellen sich vor: "Trinity" aus Peru
Eine, Delfingeschichte, die uns besonders berührt hat: "Trinity" - ein tapferes und abenteuerlustiges Delfinweibchen Die dreifache Mutter gehört zu den am längsten im Rahmen unseres Peru-Projekts beobachteten Großen Tümmlern. Erstmals dieses identifiziert wurde sie im August 2004. Seitdem hat sie dreimal Nachwuchs bekommen. Im März 2005 brachte sie ihr erstes Baby, das den Namen NEO erhielt, zur Welt. Von da an wurden die beiden regelmäßig...
Siebzig neue Meeresschutzgebiete in der EU
In Europa sollen über 70 neue marine Schutzgebiete entstehen. Auch die Lebensräume zahlreicher Delfin- und Walarten werden damit einen besseren Schutzstatus erhalten. Im Anschluss an die diesjährige Tagung der Nordostatlantik-Staaten, auch Oslo-Paris-Konvention (OSPAR) genannt, haben Schottland, Spanien und Portugal über 70 neue Meeresschutzgebiete ausgerufen beziehungsweise angekündigt. In den jetzt ausgerufenen Schutzzonen leben zahllose,...
Färinger töten 33 Pilotwale auf der Insel Sandoy
Das Leben von 33 Pilotwalen endete am 30. August auf einem Sandstrand der färöischen Insel Sandoy. Die Tiere wurden von den barbarischen Inselbewohnern abgeschlachtet. Sie starben einen langsamen und grauenvollen Tod. Die Bewohner der Inseln nutzen das Fleisch der Delfine zum Eigenverzehr. Das Massaker von Sandoy geht als zweite Pilotwaljagd oder "Grind" in die Todesstatistik für 2014 ein. Insgesamt sollen 2014 "erst" 46 dieser großen Delfine...
Delfinmutter trauert um totes Baby – Todesursache: Schraubenverletzung?
Nahe der vor Istrien liegenden Insel Cres wurde am 10. August eine Delfinmutter beobachtet, die ihr totes Kleines auf dem Rücken balancierend sich schwerfällig durch die Wellen bewegte. Die kroatische Zeitung 24sata veröffentlichte darüber einen Bericht nebst Video mit dem Titel "Beerdigung eines Delfins". Immer wenn der bereits erste Verwesungsspuren zeigende Körper des Babys der Mutter vom Rücken rutscht, nimmt sie den kleinen Delfin wieder...
Bergung vom Meeresgrund: Skelettfund in der Adria
Einen sehr seltenen Fund machte die Urlauberin Kathrin Zimmermann beim Schnorcheln vor der kroatischen Insel Šolta. Ende Juni entdeckte die Schweizerin auf dem Meeresgrund Reste eines Tierskeletts. Anhand von Fotos ließ sich rasch feststellen, dass es sich um einen Wal oder Delfin handeln musste, denn die Schwanzflosse stand quer zum Rückgrat und nicht wie bei Fischen senkrecht dazu. Nach Meinung unserer kroatischen Projektleiterin, der...
Hongkong: Neue Flughafenlandebahn gefährdet rosa Delfine
Der geplante Bau der dritten Landebahn des Hongkong International Airport gefährdet das Überleben der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis) in den Gewässern der Millionenmetropole. Seit Jahren warnen Experten vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong. Eine sehr küstennah lebende DelfinartDas Verbreitungsgebiet der auch als...
Obama will weltweit größtes Meeresschutzgebiet einrichten
Es scheint ein Faible von aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten zu sein, ökologisch bedeutende Fußabdrücke im Meeresschutz zu hinterlassen. So hat US-Präsident Barack Obama angekündigt, das einst von seinem Vorgänger eingerichtete, in der Nähe von Hawaii im südzentralen Pazifik gelegene Pacific Remote Islands Marine National Monument Schutzgebiet um fast das Neunfache auszuweiten. Es wäre damit das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Obama...
Mehr Schutz für Meerestiere: Kiribati zeigt Fischern die Rote Karte
Die Regierung des Inselstaats Kiribati hat in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete, der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten verboten und damit das gesamte Schutzgebiet zur "No Take Zone" erklärt. PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien. Der mitten im Pazifik, auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien gelegene...
Stand up and Paddle for the Dolphins! – Ein großer Erfolg
Vier Stehpaddler vollbrachten mit der Erstumrundung des Gardasees am Pfingstwochenende nicht nur eine grandiose sportliche Erstleistung. Andy Dressler, Arnd Dünzinger sowie die Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher konnten auch mit ihrer Spendenaktion für den Schutz der Adria-Delfine einen großartigen Erfolg erzielen. "Ich habe jahrelang als Skipper in der Adria gearbeitet, daher liegen mir die Meeressäuger dort besonders am Herzen",...
Taiwan etabliert erstes Schutzgebiet für Chinesische Weiße Delfine
An der Westküste von Taiwan wird das erste Schutzgebiet für die bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis), die auch Buckeldelfine genannt werden, entstehen, wie "Taiwan Today" berichtet. Die 763 Quadratkilometer große Schutzzone umfasst das Meeresgebiet zwischen dem im zentralen Westen der Insel gelegenen Fischereihafen von Longfeng (Miaoli Distrikt) und dem Leuchtturm auf der Waisanding Sandbank (Chiayi Distrikt) im Süden, auf...
Mythos Kampfdelfine
Um kaum einen Aspekt der langen Geschichte der Delfin-Mensch-Beziehung ranken sich derart viele Mythen und Legenden wie um Kampfdelfine. Was können diese hoch spezialisierten und gedrillten Tiere, was können sie nicht? Können sie feindliche Kampftaucher töten oder feindliche Schiffe und U-Boote durch das Anbringen von Haftminen versenken? Oder lassen sie sich doch "nur" als Meeres-Wachhunde und geschickte Minensucher einsetzen? Den vielen...
Neue Studie zu den Großen Tümmlern der Kanarischen Inseln
Schon lange wurde vermutet, dass die um die Kanaren ansässigen Großen Tümmler nicht jeweils nur einer Insel treu sind. Eine Studie der Universität La Laguna auf Teneriffa, die in Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern entstand, belegt nun zum ersten Mal, wie weitläufig Große Tümmler ihren Lebensraum nutzen. Die Forschergruppe bediente sich dabei der Methode der Foto-Identifikation, die auf der individuellen Erkennung anhand spezieller...
Spanien: Erstes Rettungsfloß für gestrandete Wale und Delfine
Pressemitteilung, 19.02.2014 – Die Delfinretter von PROMAR Equinac (Spanien) freuen sich über ihr neues Rettungsfloß für gestrandete Wale und Delfine. Es ist das einzige derartige Rettungsgerät an der gesamten spanischen Mittelmeerküste. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) hat maßgeblich bei der Finanzierung dieser fast 4.500 € teuren Spezialanfertigung mitgeholfen. Das aufblasbare und sehr mobile Rettungsfloß stammt von der...
Trauer um einen toten Artgenossen
Anfang August trafen unsere Partner während einer Beobachtungsfahrt auf eine Gruppe von 15-20 Grindwalen. Einer der Wale, vermutlich ein Weibchen, trug einen toten Artgenossen mit sich. Das tote Tier zeigte schon einige Spuren der Verwesung, es soll sich aber nicht um ein Neugeborenes gehandelt haben. Grindwale gehören zur Gruppe der Schwert- und Grindwale, die samt und sonders zu den Delfinen zählt - trotz des irreführenden Gruppennamens. Es...
Ein kleiner Delfin befreit sich selbst aus tödlicher Gefahr
Manchmal geschehen auch Wunder! Lange sah es nicht gut aus für die kleine Tümmlerdame aus Hurghada (Rotes Meer), die sich mit ihrer Schwanzfluke in einer Angelschnur verheddert hatte. Doch jetzt ist die tödliche Einschnürung aus reißfestem Nylon plötzlich verschwunden! Tief hatte sich die Angelschnur bereits ins Fleisch des kleinen Delfins eingegraben. Versuche, sich ihm zu nähern, scheiterten regelmäßig. Mit Bangen beobachtete unsere...
Uruguay: Schutzzone für Wale und Delfine
05.09.2013 - Das Parlament der Republik Uruguay, des zweitkleinsten Landes Südamerikas, hat ein Gesetz für einen besseren Schutz von Walen und Delfinen in seinen Küstengewässern verabschiedet. Jagd, Besitz und Transport von Walen und Delfinen sind jetzt verboten. Das Verbot gilt sowohl für inländische als auch ausländische Schiffe. Man will so die Tiere auf ihren Wanderungen besser schützen und ein Anwachsen der Populationen erreichen. Das...
Massaker auf Raten: US-Marine wird Hunderte Wale und Delfine töten
Laut einer von der US-Marine veröffentlichten Umweltverträglichkeitsstudie muss damit gerechnet werden, dass in den kommenden Jahren bei Waffentests und Marinemanövern Hunderte Delfine und Wale getötet, über 10.000 schwer und fast zwei Millionen leicht verletzt werden. Schwerpunkt des Abschlachtens mit Ansage sind ausgerechnet Meeresgebiete, die sich durch eine hohe marine Artenvielfalt auszeichnen: die US-Ostküste, der Golf von Mexiko,...
Morbillivirus verantwortlich für Delfin-Massensterben an US-Ostküste
Jetzt ist der Grund für das mysteriöse Delfinsterben entlang der US-amerikanischen Ostküste zwischen New Jersey und Virginia bekannt. Ein Morbillivirus soll für den Tod der etwa 330 Großen Tümmler verantwortlich sein, die seit Anfang Juli tot an die US-Ostküste angespült wurden. Dies teilte die Wetter- und Ozeanographiebehörde der USA (NOAA) jetzt mit. Die tatsächliche Zahl der an der Infektion gestorbenen Delfine dürfte weitaus höher sein,...
Indien erkennt Delfine als nicht-menschliche Personen an
Nachdem im August 2012 die Bewohner der japanischen Insel Toshima den weltweit bis dahin einmaligen Schritt wagten, die in den Gewässern um die kleine Insel lebenden Delfine zu Mitbürgern zu erklären und sie damit als nicht-menschliche Personen anzuerkennen, ist jetzt ein ganzes Land diesem Schritt gefolgt: In Indien wurden Delfine offiziell als nicht-menschliche Personen anerkannt, deren Rechte und Lebensbedürfnisse respektiert werden...
Vor Hongkong sterben die rosa Delfine
In den verschmutzten Gewässern vor der Millionenmetropole Hongkong treiben immer mehr tote Jungtiere der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis). Experten warnen vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong. Die Ursachen für das jetzt beobachtete Sterben von so vielen Jungtieren sind unklar, am ehesten kommen wohl die starke...
Italien: Rätselhaftes Delfinsterben
An den Stränden der italienischen Westküste wurden 2013 ungewöhnlich viele Delfine tot aufgefunden. Bereits Anfang April waren nach Angaben der Umweltbehörde Arpat so viele Delfine gestrandet wie sonst im Jahresdurchschnitt. So fand man allein an der Stränden der Toskana 25 tote Streifendelfine, die auch Blau-Weiße Delfine genannt werden. Die Suche nach den Ursachen des mysteriösen Delfinsterbens verlief bislang ergebnislos. Besonders...
Sind Delfine so schlau wie Menschen?
Die Frage ist eigentlich so nicht zulässig. Delfine sind genauso schlau, wie sie es als Delfine sein müssen, sonst hätte sich ihre heutige Artenvielfalt nicht in dieser Weise im Laufe ihrer fast 60 Millionen Jahre langen Evolution durchsetzen können. Wenn Delfine "nur" so schlau wie Menschen wären, gäbe es sie in den Weltmeeren schon lange keine mehr. Und doch ziehen Menschen immer wieder gerne diese falschen Vergleiche zwischen der...
Ungewöhnliche Liaison auf den Azoren: Pottwale "adoptieren" missgebildeten Delfin
25.01.2013 - Eine ungewöhnliche Entdeckung machten die Verhaltensbiologen Alexander Wilson und Jens Krause vom Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin in den Atlantikgewässern vor den Azoren: Ein – anscheinend nicht lebensbedrohlich - missgebildeter Delfin war von einer Pottwalgruppe adoptiert worden. Wie auf Fotos und Videoaufnahmen zu sehen ist, versucht der Große Tümmler immer wieder "Streicheleinheiten" von...
Peru: Erneut tote Delfine und Seelöwen gestrandet
Nach Informationen von latina-press.com sollen in der peruanischen Region Lambayeque (Distrikte San José und Santa Rosa) vier Delfine sowie neun Seelöwen tot angeschwemmt worden sein. Der Vorfall erinnert an den Beginn eines mysteriösen Meerestiere-Massensterbens im Norden Perus im Frühsommer 2012, bei dem 900 bis 1000 Delfine und mehrere Tausend weiterer Meerestiere starben. Erst waren es nur wenige, dann Hunderte Delfine, dann begann das...
Hoffnung für Delfine in Japan: Auf der Insel Toshima erhalten Delfine Bürgerstatus
Mehr als erstaunliche Nachrichten gibt es aus Japan. Während einerseits in der Todes-Bucht bei Taiji am 1. September Fischer erneut mit ihren brutalen Delfinmassakern beginnen werden, erklärten die Fischer der kleinen, etwa 160 Kilometer vor Tokio gelegenen Insel Toshima ihre Delfine zu Mitbürgern. Dies ist einmalig auf der Welt. Die Meeressäuger genießen jetzt den vollen Schutz in den Gewässern rund um die Insel, zu deren Einwohnern...
Der mit dem Delfin tanzt – Die Geschichte von Dean und JoJo
Im Mai 2012 stellte der Amerikaner Dean Bernal im Münchner Sealife sein jetzt erschienenes Buch "JoJo und ich" vor, die Geschichte einer tiefen und außergewöhnlichen Freundschaft zwischen ihm und einem Großen Tümmler. In einem persönlichen Gespräch mit der GRD erzählt er mehr über diese wundersame Beziehung und seine Vision. Fünfzig bis sechzig Angebote zur Verfilmung "seiner" Geschichte von ihm und JoJo habe er schon aus Hollywood erhalten....
Tümmler sind auch im Schlaf sehr wachsam
Die Erkenntnis, dass Delfine, speziell die Art Großer Tümmler, nie vollständig einschlafen, ist weder neu noch erstaunlich. Da die Meeressäuger ihre Atmung bewusst steuern, wäre ein vollständiger Tiefschlaf beider Gehirnhälften, wie beim Menschen, tödlich und so wechseln sich bei Delfinen beide Gehirnhälften beim Schlafen ab. US-Forscher haben jetzt in Versuchen herausgefunden, dass Große Tümmler (Tursiops truncatus) auch während der...
Kampfdelfine wieder auf dem Vormarsch
Tiere für militärische Zwecke einzusetzen, ist ethisch verwerflich und barbarisch. Dies gilt in besonderem Maße für hoch entwickelte Tiere, wie Delfine, für die zahlreiche Wissenschaftler eine eigene "Delfin-Ethik" und die Anerkennung eines besonderen Status als "nichtmenschliche Personen" fordern. Und doch bewegen sich einige Nationen nach wie vor auf diesem weiteren Tiefpunkt menschlichen Denkens und Handelns. Anfang Oktober begann eine...
Delfine und Wale fallen durchs Forschungsnetz
17.09.2012 - Weltweit werden die Populationen von Delfinen und Walen zu wenig beobachtet, was ihren Schutz erschwert. Eine von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Freiburg und St. Andrews/Schottland erstellte Weltkarte deckt auf, dass in den vergangenen Jahrzehnten lediglich ein Viertel der Meeresfläche auf Wale und Delfine untersucht wurde. Nur wenn regelmäßig Daten über die Meeresbewohner erhoben werden, können...
Kambodscha: Letzte Chance für bedrohte Mekong-Delfine
Kambodscha will die hochgradig vom Aussterben bedrohte Population der Mekong-Irawadi-Delfine besser schützen und hat auf einem 180 Kilometer langen Mekongabschnitt zwischen der östlichen Provinz Kratie und der Grenze zu Laos ein Schutzgebiet eingerichtet. Hier sollen zukünftig fischereiliche Aktivitäten mit Stellnetzen und Fischkäfigen verboten sein, gänzlich verboten wird der Fischfang im Schutzgebiet allerdings nicht. Ob die Maßnahmen noch...
Die letzten 55 Maui-Delfine stehen kurz vor der Ausrottung
Die nördliche Unterart des neuseeländischen Hectordelfins, die Maui-Delfine (Cephalorhynchus hectori maui), steht unmittelbar vor der Ausrottung. Jüngste Zählungen in den Küstengewässern der Nordinsel Neuseelands ergaben, dass ihre Populationsgröße auf nur noch 55 Exemplare gesunken ist. Hauptgrund für den dramatischen Bestandsrückgang sind vor allem durch Hobbyfischer verursachte Beifangverluste. In den von ihnen eingesetzten Stell- und...
China: Neues Forschungsinstitut für gefährdete Delfinart
In der südchinesischen autonomen Region Guangxi hat ein Forschungsinstitut, zu dessen Zielen besonders der Schutz der seltenen Chinesischen Weißen Delfine oder Buckeldelfine (Sousa chinensis) gehört, seine Arbeit aufgenommen. Dies meldet CRIonline. Das Institut ist eine gemeinsame Einrichtung der regionalen Ämter für Wissenschaft und Technik und dem Institut für Ozeanographie unter der staatlichen Meeresverwaltung. Spielende schneeweiße...
Delfine helfen sich gegenseitig aus Fischernetz
Pressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen. Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch Quietschlaute auf seine gefährliche Situation aufmerksam. Daraufhin kam ihm ein in der Nähe schwimmender Delfin zu Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen,...
Fast 200 Delfine und Schweinswale verenden im Schwarzen Meer
Nach dem immer noch rätselhaften Delfin-Massensterben an der Nordküste von Peru, bei dem bislang etwa 1000 Langschnäuzige Gemeine Delfine und Burmeister-Schweinswale ums Leben kamen, ist jetzt auch im Schwarzen Meer ein schlimmes Delfin-Massensterben aufgetreten. Nach Angaben ukrainischer Biologen sollen in den vergangenen zwei Wochen fast 200 Delfine und Schweinswale verendet und an der südöstlichen Krim-Küste gestrandet sein. Ein Tier...
Peru: Delfin-Massensterben durch Dynamitfischerei?
Erst waren es Hunderte Delfine, dann starben Tausende Pelikane und Seelöwen. Doch warum seit Jahresbeginn 2012 massenhaft Tierkadaver an Strände vom Norden Perus bis zur Hauptstadt Lima angespült werden, ist immer noch weitgehend rätselhaft, zumindest was den Tod der Delfine betrifft. Mindestens 5000 Pelikane und andere Seevögel sind offensichtlich verhungert. Meist waren es junge Tiere, ihre Mägen mit nichts als Sand und Müll gefüllt, für...
EDEKA verzichtet auf delfintödlichen Dosen-Thunfisch
Pressemitteilung, 18.04.2012 - Als großen Erfolg für den Delfinschutz wertet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) die jetzt von EDEKA getroffene Entscheidung, keine "delfin-tödlichen" Dosenthunfischprodukte mehr zu beziehen. An diesem Thunfisch klebt das Blut von DelfinenDie GRD hatte seit dem vergangenen Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher vor dem Verzehr des EDEKA-Thunfischs, bei dessen Fang jährlich etwa 1.200 Delfine als...
Ölpest im Golf von Mexiko: Das große Delfinsterben
780 tote Delfine: Der Tod zahlreicher Delfine im Golf von Mexiko ist auf die Ölkatastrophe durch die Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" im vergangenen Jahr zurückzuführen. Laut einer Studie von US-Wissenschaftlern und nach Angaben der US-Behörden wurden seit Jahresanfang bereits 84 tote Delfine gefunden, 2011 starben 362 Delfine und von Februar bis Dezember 2010 fand man 260 tote Tiere an den Küsten von Florida, Labama,...
Vierbeiniger Walhelfer in der Walforschung
Mit einem mehr als ungewöhnlichen Teammitglied wollen Forscher im Nordwesten der USA dem kontinuierlichen Rückgang der Schwertwale im Puget Sound auf die Spur kommen. "Tucker", so der Name des achtjährigen Labradormischlings, verfügt über eine außergewöhnliche Fähigkeit: Er ist einer von wenigen Hunden weltweit, der die Exkremente von Meeressäugern aufspüren kann und das auf eine Entfernung von ein bis zwei Kilometern! Hat der begeisterte...
Hunderte erweisen totem Delfin die letzte Ehre
16.07.2010 Wellington/Neuseeland - Der Große Tümmler "Moko" wurde im März 2008 weltweit durch eine beispiellose Rettungsaktion bekannt. Er nahm Kontakt zu zwei gestrandeten Zwergpottwalen auf und geleitete sie sicher aufs offene Meer. Warum "Moko" dies tat, ist völlig rätselhaft. Jahrelang war "Moko" eine Attraktion an den Stränden der neuseeländischen Stadt Gisborne, Surfern und Kajakfahrern ging er allerdings immer wieder auf die Nerven. Am...
Fast 6000 Irawadi-Delfine entdeckt
Nur wenige Tage nach der beunruhigenden Nachricht über das drohende Aussterben der etwa 70 noch im Mekong lebenden Irawadi-Delfine (Orcaella brevirostris) wurde die ebenso sensationelle wie kaum glaubliche Nachricht bekannt, dass Forscher der angesehenen Wildlife Conservation Society (WCS) im Süßwasser der Sundarbans, eines gigantischen Mangrovenwalds im Mündungsgebiet mehrerer Flüsse, und davor im Golf von Bengalen fast 6000 Irawadi-Delfine...
Traurige Bilanz des "UN-Jahr des Delfins 2007/2008"
Pressemitteilung, 06.01.2009 - Das mit großem Mediengewitter eingeläutete und um ein Jahr verlängerte "UN-Jahr des Delfins" (2007 und 2008) ist nach Ansicht der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) weit hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben. "Die Bilanz ist mehr als enttäuschend, für die Delfine wurde nichts erreicht. Der Chinesische Flussdelfin gilt seit 2007 als ausgestorben. Weitere Arten stehen kurz davor, so die...
Dramatische Delfinrettung in der Krka
Mai 2007 - Immer wieder verirren sich in Kroatien Delfine in Flüssen und finden nicht mehr den Weg zurück. Meist bezahlten sie den Ausflug in die unbekannten Gewässer mit dem Tod, weil sie im für sie ungeeigneten Brack- und Süßwasser nicht genug Nahrung finden. In diesem Jahr jedoch gelang unseren Projektpartnern eine spektakuläre Rettungsaktion eines Delfinweibchens, das sich fast bis zu den Krka-Wasserfällen verirrt hatte. Anfang Mai...
Verbot von Militär-Sonaren bei den Kanaren nach Massenstrandungen
Eine ungewöhnliche Häufung von Delfin- und Walstrandungen führte im April 2006 auf den Kanarischen Inseln zum Tod von mindestens fünf Tieren. Nach ähnlichen Vorkommnissen in der Vergangenheit fiel der Verdacht sofort auf mögliche militärische Manöver im Gebiet der Kanaren. Innerhalb weniger Tage strandeten zwei der seltenen Gervais-Zweizahnwale (Mesoplodon europaeus), ein Pottwal (Physeter macrocephalus) und ein Rundkopfdelfin (Grampus...
Kampf-Delfine im Irak-Krieg
Wer dachte, die militärische Verwendung von Tieren im Krieg sei ein Relikt aus den Zeiten Hannibals, sah sich beim letzten Irak-Krieg getäuscht. Die US-Navy setzte vier sogenannte Kampf-Delfine sowie Seelöwen im Hafen von Um Kasar zur Minenräumung ein. Die als "Soldaten der Meere" ausgebildeten Kampf-Delfine können feindliche Taucher töten und See-Minen aufspüren. Abgesehen von dem mehr als fragwürdigen militärischen Wert derartiger "Waffen"...

Schädel eines Grossen Tümmlers.Josh Frydenberg, neuer australischer Umweltminister, hat mit einer Sondererlaubnis das Stellen von bis zu 10 Hainetzen an fünf Stränden entlang der Nordküste des Bundesstaates New South Wales ermöglicht. Frydenberg, der mit seiner Entscheidung die lokale Tourismusindustrie stützen möchte, verurteilt damit unzählige bedrohte Meerestierarten, darunter Delfine, Haie, und Meeresschildkröten, zu einem sinnlosen und grausamen Tod.

Wir haben Josh Frydenberg aufgefordert, die Sondererlaubnis aus Artenschutzgründen unverzüglich rückgängig zu machen und sich stattdessen für nicht-tödliche Haischutzmaßnahmen einzusetzen.

Hainetze töten unterschiedslos
Toter Bullenhai in Hainetz.Toter Bullenhai in Hainetz.
Foto: Fiona Ayerst/Marine Photobank
Mit sogenannten Hainetzen wird in Australien, Südafrika oder Brasilien versucht, Schwimmer oder Surfer vor Angriffen großer Haie zu schützen. Es handelt sich um vor der Küste angebrachte tödliche Fallen aus jenseits der Brandung parallel zur Küste ausgebrachten Stellnetzen. In Australien sind sie jeweils ca. 150 Meter lang, vier bis sechs Meter hoch und unter der Wasseroberfläche treibend in 7 bis 10 Meter tiefem Wasser verankert.

Meist fangen die Netze jedoch für den Menschen völlig harmlose Tiere (in Australien bis zu 80 Prozent), wie Delfine, kleinere Haie, Rochen, Meeresschildkröten oder Seekühe – und das in großer Zahl, darunter auch vom Aussterben bedrohte und geschützte Arten.

Entscheidung im "nationalen Interesse"
Das Stellen neuer Hainetze ist nach den Bestimmungen des australischen Surf- und Badestrand New South Wales.Umweltschutz- und Biodiversitätsschutzgesetzes nicht erlaubt. Frydenberg ermöglichte es nun mit einer Sondererlaubnis im "nationalen Interesse", wie "The Guardian Australia" berichtet, um die lokale Tourismusindustrie und die beliebten "Nipper Clubs" zu schützen.

"Nippers" sind ein in Australien und Südafrika beliebter Sport, bei dem Kinder zwischen 5 und 14 Jahren von Rettungssportclubs in Wettbewerben spielerisch an den Stränden einerseits als Lebensretter angelernt und andererseits mit den Gefahren von Wetter, Brandung, Quallen und Felsen vertraut gemacht werden.

Negative Auswirkungen auf bedrohte Arten werden in Kauf genommen
Das neue Hainetz-Programm wurde gegen starke lokale Proteste nach dem dritten tödlichen Haiangriff vor New South Wales in den letzten 12 Monaten von Niall Blair, Minister für Industrie, Land und Wasser des Bundesstaates, initiiert, wie "The Guardian" schreibt.

Laut Umweltminister Frydenberg spült die Tourismusindustrie jährlich viele Millionen Dollar ins Land, dies sei auch durch den starken Widerhall, den Haiangriffe in den Medien finden, gefährdet. Nach Hai-Angriffen mussten einige Strände in New South Wales mehrere Tage geschlossen werden. Es habe bereits Rückgänge bei den Buchungen für die "Nipper Clubs" und Strandurlaubern gegeben. Frydenberg nimmt in Kauf, so "The Guardian", dass das Stellen der Hainetze auch Auswirkungen auf bedrohte Arten, wie Sandtigerhaie und Delfine haben wird.

Wirkungsloser Schutz?
Karte mit Hainetz vor Bondi Beach.Das Hainetz (weiße Markierung) vor Bondi Beach konnte den Haiangriff nicht verhindern (roter Punkt).In New South Wales stehen derzeit an 51 Stränden Hainetze. Haiangriffe können sie dennoch nicht gänzlich verhindern, denn es ist nur allzu leicht, seitlich an den Stellnetzen vorbei oder unterhalb von ihnen durchzuschwimmen.

Die neuen Todesstrände in New South Wales für Delfine, Seekühe, Haie, Rochen oder Meeresschildkröten sind: Lighthouse Beach, Sharpes Beach, Shelly Beach nahe Ballina, Seven Mile Beach bei Lennox Head and Evans Head Beach.
Ulrich Karlowski, 05. Dezember 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Commonwealth of Australia - Statement of reasons for granting an exemption under section 158 of the Environment Protection and Biodiversity Conservation Act 1999 (Cth)

⇒ Australien: Schwangeres Delfinweibchen im Glück - Aus Hai-Falle gerettet

⇒ Südafrika: Hainetze bedrohen das Überleben seltener Delfinart

 

Der betäubte Delfin mit dem Köderhaken im Maul wird in die Tierklinik transportiert.Die verheerende Wirkung sogenannter "Haischutzvorrichtungen" bekam ein schwangeres Delfinweibchen vor Queensland, Australien, zu spüren.

Es war wohl recht hungrig und verbiss sich in den Köderhaken einer "Drumline", mit der für den Menschen potenziell gefährliche Haie von Bade- und Surfstränden ferngehalten werden sollen. Meist überleben sie dies ebenso wenig wie andere Meerestiere, die von den Ködern angelockt werden. Doch das Delfinweibchen hatte Glück. Mitarbeiter des "Shark Control Program" fanden es gerade noch rechtzeitig und alarmierten ein Rettungsteam der "Sea World Research & Rescue Foundation".

Der schwere Stahlhaken muss chirurgisch entfernt werden
Der Delfin mit Köderhaken im Mund liegt auf dem Operationstisch.Der betäubte Delfin auf dem Operationstisch.
Foto: Sea World Research & Rescue Foundation
Eine manuelle Entfernung des Köderhakens erwies sich als unmöglich, zu tief saß das massive Teil im Schlund des Delfins fest. Mitarbeiter des Rettungsteams betäubten das Tier und brachten es in die "Sea World"-Tierklinik.

Dort konnten Tierärzte den Haken schließlich operativ entfernen. Nach anschließender Antibiotikabehandlung und drei Tagen Aufenthalt im Rehabilitations- und Quarantänebecken fand die Aktion ihr glückliches Ende: Das Delfinweibchen wurde Ende November in der Bucht, in der sie gerettet wurde, freigelassen.

Glück muss man haben
"Wir glauben, dass einige unserer residenten Delfine gelernt haben, Köderfische von Drumlines zu stehlen", erklärt Trevor Long, wissenschaftlicher Direktor der "Sea World Research & Rescue Foundation", das Missgeschick mit beinahe tödlichen Ausgang.Delfin kurz vor Freilassung auf Trage im Rettungsboot liegend.Das Delfinweibchen wird nach gelungener Operation wieder in der Bucht von Queensland ausgesetzt.
Foto: Sea World Research & Rescue Foundation

Long hofft, dass das Weibchen sich wieder ihrer Gruppe anschließt und dann ihr Junges zur Welt bringen wird.

Drumlines und Hainetze: Tödliche Fallen für Meerestiere
Eigentlich dienen "Drumlines", an einer Boje befestigte Köderhaken, als eine Alternative zu den sogenannten Hainetzen (etwas über 200 Meter langen und sechs Meter hohen Stellnetzen) dazu, Delfinbeifänge im Rahmen von "Haischutzmaßnahmen" von Bade- und Surfstränden zu senken. Das klappt nicht immer.

Nur dem Umstand, dass Australien ein aufwendiges Beobachterprogramm der "Haischutzeinrichtungen" betreibt, und dem erfahrenen Rettungsteam der "Sea World Research & Rescue Foundation" ist es zu verdanken, dass das Weibchen überlebt hat.

Im Grunde dienen "Drumlines" ebenso wie Hainetze der Vernichtung von großen Haiarten, auch wenn vor Australien oder entlang der südafrikanischen Küste mittlerweile sämtliche noch lebend in den Fallen vorgefundenen Tiere wieder befreit werden. Es sterben nach wie vor zu viele potenziell für den Menschen gefährliche Haie und viel zu viele für den Menschen völlig ungefährliche Arten, wie kleinere Haie, Rochen, Meeresschildkröten oder eben Delfine.

Längst nicht alle haben so viel Glück wie das hungrige Delfinweibchen aus Queensland.
Ulrich Karlowski, 02. Dezember 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Australischer Umweltminister opfert Delfine für den Tourismus

⇒ Südafrika: Hainetze bedrohen das Überleben seltener Delfinart

 

Dean Bernal und JoJo.Die mit den Menschen schwimmen 
Dass – meist einzellebende – Delfine mitunter den Kontakt zu Menschen suchen, ist zwar nicht außergewöhnlich, aber dennoch kein sehr häufiges Phänomen.

Doch 2016 hat sich an der deutschen Ostseeküste die Anwesenheit solcher kontaktfreudiger Großer Tümmler geradezu "gehäuft". Nachdem die von den Schweden auf die Namen "Delfie" und "Selfie" getauften Delfine sich nach einigen Wochen Richtung Dänemark verzogen hatten, erschien kurz darauf ein weiterer sehr kontaktfreudiger Großer Tümmler in der Kieler Förde, der "Menschenflüsterer Freddy".

Einzelgänger – Lone Rangers
Delfine, die lieber mit oder in Nähe von Menschen leben als mit Artgenossen, gibt es weltweit immer wieder. Die Gründe sind hierfür sind unbekannt, die Spekulationen vielfältig. In Kroatien tauchten in den letzten 3 Jahren unabhängig voneinander zwei verschiedene Große Tümmler auf, die den Kontakt zu Schwimmern suchten.

"JoJo" aus der Karibik gelangte dank seiner innigen Freundschaft mit Dean Bernal zu internationalem Ruhm, der seine berührenden und erstaunlichen Erlebnisse in seinem Buch "Jojo und ich" schildert.

Über die irischen Landesgrenzen hinaus bekannt wurde "Fungie", der sich bereits 1984 in der Dingle Bay "ansiedelte", wie die britische Naturschutzorganisation Marine Connection in ihrem Bericht "Lone Rangers" beschreibt. Die Wissenschaftler untersuchen darin etliche der weltweit bekannten Fälle von einzellebenden Delfinen, bei denen es sich in der Mehrzahl um Große Tümmler handelt, und dokumentierten die verschiedenen Phasen der Gewöhnung an Menschen.

Artübergreifende Sozialkontakte mir wilden Raubtiere
Die Habituierung verläuft in vielen Fällen ähnlich in mehreren Stufen vom Aufenthalt z. B. in einem Hafen oder in Nähe einer Boje, über das Folgen von Booten und schließlich der engere Kontakt mit Schwimmern.

Verletzungsgefahr
Fungie aus Irland.Fungie mit Besuchern.
Foto: Philip Loos
Mit zunehmender "Berühmtheit" häufen sich diese artübergreifenden Begegnungen und damit auch das Verletzungsrisiko für den Delfin. Er wird in Gegenwart von Wasserfahrzeugen unvorsichtig, Verletzungen durch Propeller werden wahrscheinlicher. Auch die Menschen werden durch das generell "freundliche" Verhalten eines geselligen Delfins unvorsichtiger, stören ihn beispielsweise in Ruhe- oder Jagdphasen oder missinterpretieren aggressives Verhalten.

So sehen z. B. etliche Boot- oder Jetskifahrer auch keine Notwendigkeit, in Anwesenheit des oder der Delfine die Geschwindigkeit zu drosseln, da dies dem in der Bug- oder Heckwelle mitschwimmenden Tier gefalle.

"Wir dürfen nicht annehmen, dass Delfine, weil sie im Meer leben, an Boote etc. gewöhnt sind. Sie werden leicht durch Propeller verletzt. (…) Ich habe das bei vielen einzellebenden Delfinen immer wieder beobachtet: Es fängt alles wunderbar an Einzelgäanger Delfin Griechenland. Durch Fütterung wird mitunter versucht, einzelgängerische Delfine als touristische Attraktion an einen Ort zu binden. Das ist nicht nur verboten, sondern greift massiv in das natürliche Verhalten wild lebender Tiere ein. Dieser Große Tümmler bei der griechischen Insel Ios wurde 1990 vermutlich von Fischern einer Nachbarinsel getötet. Auch heute noch betrachten viele Fischer weltweit die Meeressäuger als Nahrungskonkurrenten.
Foto: Helmut Westerdorf
und dann kommt es zu Verletzungen, mitunter sogar tödlichen, weil die Menschen vergessen, dass sie es mit einem wild lebenden verletzlichen Tier zu tun haben", erklärt Liz Sandemann, Mitgründerin der "Marine Connection".

GRD regt Verhaltenscodex für Deutschland an
Es zeichnet sich ab, dass einige "Lone Rangers" die Ostsee als neuen Lebensraum auserkoren haben. "Selfie" und "Delfie" sind jetzt schon über anderthalb Jahr hier und fühlen sich offensichtlich pudelwohl.

Wir haben daher beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) wir angeregt, einen generellen Verhaltenskodex für Begegnungen mit wild lebenden Walen und Delfinen zu veröffentlichen, etwa nach dem Vorbild kroatischer oder US-amerikanischer Behörden.

Dies wäre eine gute Basis und Richtschnur für die Bevölkerung, aber auch für Behörden, Polizei und Veterinärämter, um Auswüchse und schlimmstenfalls Verletzungen von Menschen und/oder Meeressäugern bei artübergreifenden Kontakten zu vermeiden.
Ulrike Kirsch, November 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Der mit dem Delfin tanzt – Die Geschichte von Dean und JoJo

⇒ Ostsee-Tümmler: Gekommen, um zu bleiben?

⇒ Kieler Schleusen-Delfin jetzt auf Besuch in Eckernförde

⇒ "Selfie" und "Delfie" auf Besuch in der Kieler Bucht

⇒ Ostsee-Schnabelwal hat es leider nicht geschafft

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

 

Lesetipp:

Buch JoJo und Ich von Dean Bernal.JoJo und ich: Die Geschichte einer tiefen Freundschaft"

von Dean Bernal
Das Buch gewährt einen faszinierenden Einblick in das Leben und die Gefühlswelt von Delfinen und die Kommunikation mit ihnen.
Preis: 18,99 EUR zzgl. Versand

⇒ "JoJo und ich" im GRD-Delphin-Shop bestellen

 

Ein Vaquita Golf von Kalifornien.Vaquitas (Phocoena sinus), auch Hafenschweinswale genannt, gehören zur Familie der Schweinswale (Überfamilie Delfinartige). Aufgrund ihres geringen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) verbunden mit dem enorm hohen Nutzungsdruck in ihrem Lebensraum gelten sie als eine der am stärksten bedrohten Kleinwalarten der Welt. Die nur bis etwa 1,5 Meter groß werdenden Vaquitas gehören zu den kleinsten Delfinartigen.

Gibt es überhaupt noch eine Überlebenschance?
Im Mai 2016 teilte die mexikanische Regierung mit, dass der Bestand auf etwa 63 Individuen gesunken sei, darunter etwa 25 fortpflanzungsfähige Weibchen. Damit hat sich die Population der kleinen Wale nach Angaben des WWF pro Jahr um 18,5 Prozent verringert. Wenn es keine effektiven Schutzmaßnahmen gibt, wird der Vaquita mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2018 ausgestorben sein.

Internationale Walfangkommission beschließt Schutzmaßnahmen – zu spät?
Gegen Ende der 66. Tagung der Vertragsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) im slowenischen Portorož wurden nunmehr Schutzmaßnahmen für die stark bedrohten Kleinwale beschlossen. Doch ob dies das Aussterben der Mini-Wale wird verhindern können, erscheint fraglich. Denn ein Bestand von mindestens 100 Tieren wäre nötig, damit die Art sich erholen kann und eine Überlebenschance hat.

Eine am 27. Oktober angenommene IWC-Resolution nennt mehrere Maßnahmen, wie eine konsequentere Umsetzung des Verbots von Stellnetzfischerei im Lebensraum der Vaquitas sowie die Unterstützung für Monitoringprogramme.

Hauptursache für den dramatischen Bestandsrückgang ist die illegale Stellnetzfischerei, bei der Vaquitas als Beifang in den Netzen ertrinken. Die Stellnetzfischer haben es dabei hauptsächlich auf den gleichfalls bedrohten Totoaba (Totoaba macdonaldi), einen Umberfisch, der über 2 m Länge erreichen und über 100 kg schwer werden kann, abgesehen. Seine Schwimmblase wird in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet.

Deklarierung der Lebensräume von Vaquita und Totoaba als "Welterbe in Gefahr"
Die GRD hatte im vergangenen Jahr eine an das UN-Welterbekomitee gerichtete Petition des "Animal Welfare Institute" und des "Center for Biological Biodiversity" unterstützt, die Inseln und Schutzgebiete im Golf von Kalifornien in die "Liste des gefährdeten Welterbes" aufzunehmen. Damit sollten verbesserte Schutzmaßnahmen für Vaquitas und Totoabas ermöglicht werden. Diese und andere Petitionen führten schließlich dazu, dass Mexiko im Herbst 2015 einen Etat von 13 Millionen US-Dollar für Marine-Patrouillen gegen die illegale Fischerei bereitstellte.

Das Überleben einer der kleinsten Meeressäugerarten der Ozeane steht auf des Messers Schneide.
Ulrich Karlowski, 27. Oktober 2016
Foto Vaquita: Paula Olson | NOAA | public domain

 

Zwei der seltenen Heaviside-Delfine vor der Küste Namibias.Ein chinesisches Unternehmen will in namibischen Gewässern Delfine, Orcas, Haie, Robben und andere Meerestiere fangen und für asiatische Aquarien und Delfinarien exportieren. Davor warnen die britische Organisation Marine Connection und die Earth Organisation Namibia. Wir haben den namibischen Staatssekretär Dr. Moses Maurihungirire vom Ministerium für Fischerei und Meeresressourcen (MFMR) Namibia aufgefordert, keine Fang- und Exporterlaubnis zu erteilen.

Fangaktionen sollen über mehrere Jahre stattfinden
Derzeit prüft das Fischerei-Management-Komitee des MFMR einen entsprechenden Antrag, um dann eine Empfehlung an Fischereiminister Bernhard Esau zu geben. Das chinesische Unternehmen "Welwitschia Aquatic and Wildlife Scientific Research" will angeblich zunächst 30 Millionen namibische Dollar (umgerechnet knapp 2 Millionen Euro) investieren, mit denen u. a. Ausrüstung und Boote für die Fangaktion finanziert werden sollen.

Kleine Tümmler-Population in großer Gefahr
An der namibischen Küste leben mehrere Meeressäugerarten, darunter auch eine geschützte, nur noch etwa 100 Exemplare umfassende Population Großer Tümmler. Ihr Überleben ist durch die geplanten Fangaktionen hochgradig in Frage gestellt. Die Fang- und Exportpläne müssen gestoppt werden!
GRD-Presse, 04. Oktober
Fotos: Heaviside-Delfine vor der Küste Namibias von Manfred Marschner

Bitte unterstützen Sie die internationale Petition der Earth Organisation Namibia

⇒ Englische Petition avaaz.org

Oder schreiben Sie eine eigene E-Mail an Staatssekretär Dr. Moses Maurihungirire vom Ministerium für Fischerei und Meeresressourcen (MFMR):
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Weitere Informationen:

Video "Save Our Marine Life March and Petition" - 14. Oktober 2016

"I think you will feel like you were right there with us! I can see it has really helped that you have shared this and alerted people in Germany. Thanks so much again for your support!!"

Marcia A. Fargnoli
Director, The Earth Organization Namibia

 

 

 

 

 

 

Allgemeine Zeitung Namibia - 18.10.2016: ⇒ Demonstration gegen Plünderei - Petition mit tausenden Unterschriften an Fischereiministerium überhändigt

Allgemeine Zeitung Namibia - 10.10.2016: ⇒ Protest schlägt jetzt Wellen - Umstrittenene Fangpläne erregen international Aufmerksamkeit

Allgemeine Zeitung Namibia - 07.10.2016: ⇒ Proteste gegen Fanggenehmigung - Chinesisches Unternehmen brüstet sich, geschützte Arten weltweit zu fangen

 

Übersetzung des Petitionsbriefs der Earth Organisation Namibia auf avaaz:

Brief an Fischereiminister Bernhard Esau: Bitte stoppen Sie den Fang unserer Meerestiere

Warum dies wichtig ist
Danke, dass wir hier ein Forum bekommen, um unsere Sorge über die marine Umwelt zu äußern.

Heaviside-Delfin im Sprung vor der Küste von Namibia.Wir beziehen uns auf den Antrag des chinesischen Unternehmens "Welwitschia Aquatic and Wildlife Scientific Research" an die Regierung von Namibia, mit dem diese sich den jährlichen Fang und Export von wild lebenden Orcas, Südafrikanischen Seebären, Brillenpinguinen, Großen Tümmler, Haien und anderen nicht veröffentlichen Arten in namibischen Gewässern genehmigen lassen will.

Wir haben große Vorbehalte gegen diesen Antrag. Alle dort genannten Arten sind auf Anhang I bzw. II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES gelistet. Es handelt sich um wandernde Arten, die nicht allein Namibia gehören. Sie stehen unter internationalem Schutz und jeglicher Handel unterliegt strengen CITES-Vorschriften. Gemäß CITES-Artikel III(2)(b) und IV(2)(b) darf der Fang dieser Wildtiere nicht gegen namibische Gesetze verstoßen. Im Einklang mit namibischen Gesetzen muss sich das Ministerium für Fischerei und Meeresressourcen verfassungsgemäß verhalten und Abschnitt 3 des Umweltmanagementgesetzes (2007) anwenden, wenn es eine Entscheidung entsprechend dem Gesetz über Meeresressourcen (2000) trifft.

Nach der namibischen Verfassung muss der Bestand von Wildtieren für gegenwärtige und zukünftige Generationen auf nachhaltigem Niveau erhalten bleiben. Nachhaltigkeit bedeutet, dass eine Art langfristig auch zukünftigen Generationen zur Verfügung steht und nicht dezimiert werden darf. Gemäß Abschnitt 3 des Umweltmanagementgesetzes (2007) bitten wir als Betroffene und Interessierte darum, dass unsere Interessen, Bedürfnisse und Werte bei der Entscheidung über die Entnahme von Lebendtieren aus dem Meer berücksichtigt werden.

Wir weisen darauf hin, dass die Entnahme maßgeblicher Meerestiere die funktionelle Unversehrtheit des marinen Ökosystems schwer schädigen kann. Jede Art spielt eine wichtige Rolle für das gute Funktionieren eines Ökosystems. Entnahmen können das gesamte Nahrungsnetz unumkehrbar zerstören. Es ist unsere Auffassung, dass die Entnahme zahlreicher maßgeblicher Arten aus dem Ökosystem nicht nachhaltig ist und zu einem Kollaps führen kann. Die biologische Vielfalt des marinen Ökosystems muss zum Wohle gegenwärtiger und künftiger Generationen geschützt und respektiert werden.

Im namibischen Umweltmanagementgesetz (2007) ist das Vorsorgeprinzip gesetzlich verankert, um sicherzustellen, dass mit Hinsicht auf wild lebende Tiere vorsichtige Entscheidungen getroffen werden. Um die Nachhaltigkeit des gesamten marinen Ökosystems sicherzustellen, bitten wir das Ministerium für Fischerei und Meeresressourcen dringend, Vorsicht walten zu lassen und sich vor einem unbeabsichtigten Kollaps durch die Entnahme von Wildtieren aus dem Ökosystem vorzusehen. Schaden für marine Lebewesen und das Ökosystem muss verhindert werden.

Wir danken Ihnen im Voraus, dass Sie unsere ernsten Sorgen über unsere marine Umwelt und die funktionelle Unversehrtheit des Meeresökosystems berücksichtigen. Wir bitten Sie nachdrücklich, keine Genehmigung für den Fang und Export von lebenden Meerestieren zu erteilen.

Wir vertrauen darauf, dass unsere Vorbehalte im Rahmen des öffentlichen Konsultationsprozesses Gehör finden werden.

 

Heaviside-Delfin im Sprung vor der Küste von Namibia.

Im Meer baden oder surfen ist an den Küsten von Südafrika oder Australien ein Massenvergnügen. Weniger vergnüglich wird dort der Ausflug in die Nähe beliebter Küstenabschnitte für Meerestiere wie Delfine, Haie, Meeresschildkröten und größere Fische.

"Bather protection": Stellnetze zum Schutz vor Haien
Toter Bullenhai in Hainetz, Provinz KwaZulu Natal.Etwa 400 Meter vor der Küste lauern tödliche Fallen aus jenseits der Brandung parallel zur Küste ausgebrachten Stellnetzen. Sie sind jeweils etwas über 200 Meter lang, sechs Meter hoch und sollen, knapp unter der Wasseroberfläche verankert, Menschen vor Haiangriffen schützen. Und schützen heißt hier, dass die in diese Kiemennetze schwimmenden Haie, darunter auch immer wieder Exemplare vom Aussterben bedrohter Arten, sterben müssen - wenn sie nicht rechtzeitig befreit werden.

Auch viele küstennah lebende Delfine sterben in Hainetzen
Doch nicht nur Haie zahlen einen hohen Preis. Wobei dieser sowohl beim Zuschwimmen auf die Küste als auch beim Verlassen zu zahlen ist, denn es ist nur allzu leicht, seitlich an den Stellnetzen vorbei oder unterhalb von ihnen durchzuschwimmen.

In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin aus der Richards Bay, Südafrika.Für küstennah lebende Delfinarten, wie z. B. die vier Arten Buckeldelfine, die samt und sonders als bedroht gelten, können Hainetze sogar zum Zusammenbruch einer Population, vielleicht sogar zum Verschwinden der Art, beitragen.

Dies haben die Meeresbiologin Shanan Atkins vom Endangered Wildlife Trust aus Johannesburg und Kollegen in einer 8-jährigen Langzeitstudie festgestellt. Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei auf die bei Badenden und Surfern sehr beliebte Richards Bay in der Provinz KwaZulu-Natal in Südafrika, in der jedes Jahr besonders viele Bleifarbene Delfine (Sousa plumbea) in Hainetzen sterben.

 

Richards Bay hat eine hohe Attraktivität für Bleifarbene Delfine
Das 6-köpfige Team aus südafrikanischen und einem australischen Wissenschaftler konnte während der Untersuchung 109 Bleifarbene Delfine mittels Fotoidentifikation individuell identifizieren. Insgesamt fanden im Untersuchungszeitraum 417 Monitorings statt, bei 272 von ihnen wurden 384 Delfingruppen gesichtet.

Die Forscher konnten so den Großteil der Bleifarbenen Delfine erfassen, die während des Untersuchungszeitraums entweder die Richards Bay regelmäßig auf ihren Wanderungen durchschwammen oder sich ständig dort aufhielten. Wobei die Zahl residenter Tiere sehr klein im Vergleich zur Zahl durchwandernder blieb. Meist verweilten die Delfine nur für ein oder zwei Tage, bevor sie weiterzogen. Aber: Sie kommen immer wieder! Die Bucht hat eine sehr hohe Attraktivität für Bleifarbene Delfine mit fatalen Folgen für die gesamte Küstenpopulation dieser Art in der Provinz KwaZulu-Natal.

Todesfallen auch für Delfine
Hainetze vor Richards Bay, Südafrika.In der Provinz KwaZulu-Natal sind 37 Strände mit Hainetzen ausgerüstet, doch 60 Prozent des Beifangs von Bleifarbenen Delfinen tritt in nur einer einzigen Bucht auf, der Richards Bay. Obwohl hier nur 5 Prozent der 23,4 Kilometer Stellnetzlänge des 320 Kilometer langen Küstenstreifens von KwaZulu-Natal stehen.

So starben während der Studie von Shanan Atkins mindestens 35 Delfine in der Bucht (25 Männchen, 9 Weibchen, bei einem war das Geschlecht nicht mehr feststellbar), darunter auch 9 Tiere, die das Forscherteam individuell identifiziert hatte. "Die Hainetze in der Richards Bay führen zu einer kontinuierlichen Schwächung der Population," schreibt Shanan Atkins.

Hainetze - Eine Sonderform der Fischerei zur Haibekämpfung
In KwaZulu-Natal werden Anti-Haimaßnahmen vom "KwaZulu-Natal Sharks Board" (KZNSB) koordiniert, das auch die Fangrate der Hainetze akribisch dokumentiert. Die Aufzeichnungen zeigen, dass sich ein Drittel der Tiere auf strandseitigem Weg in den Netzen verfangen, also dann, wenn sie die Bucht eigentlich wieder verlassen wollen!

Die Haischutz-Stellnetze agieren wie eine kommerzielle Fischerei, nur, dass der Fang nicht genutzt wird. Besonders schlimm an dieser Fangmethode ist deren Beifangrate. Stellnetze haben eine doppelt so hohe Beifangrate wie Schleppnetze oder anderes Fanggerät, schreibt Shanan Atkins. Dies spiegelt sich auch in den offiziellen KZNSB-Statistiken gefangener und verendeter Meeresstiere aus den letzten 30 Jahren wider. Die Zahlen sind erschreckend: 33 000 Haie (darunter 25 000 für Menschen völlig harmlose Tiere), über 2200 Schildkröten, fast 8500 Rochen und 2500 Delfine! Neben Bleifarbenen Delfinen verenden auch viele Indopazifische Große Tümmler (Turisops aduncus) sowie Langschnäuzige Gemeine Delfine (Delphinus capensis).

Weniger Haie = Weniger Haiangriffe
Toter Bullenhai in Hainetz Provinz KwaZulu Natal.De facto handelt sich um Haifallen, mit denen die Populationen der großen Haiarten geschwächt werden sollen. Die Delfinbeifänge sowie Beifänge kleiner und für den Menschen harmloser Hai- und Rochenarten werden als bedauerlicher Kollateralschaden in Kauf genommen. Die Rechnung ist einfach: Weniger große Haie bedeuten weniger Haiangriffe.

Immerhin lässt das KZNSB seit 1989 mittlerweile alle Haie, die noch lebend in den Netzen gefunden werden, wieder frei. Darunter auch potenziell für Menschen gefährliche Arten wie Sambesi- oder Bullenhaie (Carcharhinus leucas), Weiße Haie (Carcharodon carcharias) und Tigerhaie (Galeocerdo cuvier). Nach Angaben des KZNSB kommen so jedes Jahr durchschnittlich 15,7 Prozent der von Hainetzen gefangenen Haie mit dem Leben davon. Seit 2010 soll die durchschnittliche jährliche Fangrate in KwaZulu-Natal bei 524 Haien liegen.

Auch die Statistiken des australischen "Shark Meshing (Bather protection) 2014-2015 Annual Performance Report" lesen sich wie ein "Who‘s who" bedrohter oder geschützter Arten:

Von insgesamt 189 Meerestieren, die sich binnen eines Jahres in australischen Hainetzen verhedderten, stammten 145 (77 %) von Nicht-Zielarten. Bei 23 Beifängen handelte es sich um geschützte (3 Gemeine Delfine, alle tot) oder bedrohte Arten: 10 Weiße Haie, 4 Suppenschildkröten (3 ertrunken, eine befreit), 4 Sandtigerhaie (tot), 1 Echte Karettschildkröte (tot) und eine nicht identifizierte Meeresschildkröte, die befreit wurde. Australien unterhält ein aufwendiges Beobachterprogramm, sodass auch immer wieder Tiere lebend aus den Netzen befreit werden können. Das war im Zeitraum 2014 bis 2015 bei 73 Gelegenheiten der Fall. Fast die Hälfte aller Fänge waren für den Menschen völlig harmlose Rochen (45%).

Delfine in der ökologischen Falle
Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanIn der Richards Bay schwimmen die Bleifarbenen Delfine geradewegs in ein Dilemma. Die Bucht ist, wahrscheinlich wegen ihres guten Nahrungsangebots, sehr attraktiv, birgt gleichzeitig ein enorm hohes Gefahrenpotenzial. Die KwaZulu-Natal-Population erleidet hier kontinuierlich, durch natürliche Vermehrung nicht zu kompensierende Verluste, die eines Tages zu ihrem Verschwinden führen könnten.

Denn es ist ja nicht nur die Richards Bay, die diesen scheuen und stark auf Küstenlebensräume angewiesenen Delfinen das Überleben erschwert: Überfischung, Beifangverluste in der kommerziellen Küstenfischerei, Störungen durch Wassersportler oder die Zerstörung der Lebensräume kommen als zusätzliche Faktoren hinzu.

Die letzten ihrer Art in Südafrika
Bleifarbenener Delfin Nach Angaben von sousaproject.org (SouSA - Protecting South Africa’s humpback dolphins) leben nur noch weniger als 1000 Bleifarbene Delfine entlang der Küste des Landes. Damit sind sie die am stärksten vom Aussterben bedrohte Meeressäugerart ganz Südafrikas! Man unterscheidet zwei Populationen, die sich genetisch leicht voneinander unterscheiden. Die eine hält sich vornehmlich in einem Gebiet auf, das von der Ostseite der am Kap der Guten Hoffnung gelegenen False Bay bis in die Algoa-Bucht bei Port Elizabeth reicht. Die zweite lebt entlang der Küste von KwaZulu-Natal. Man schätzt, dass es dort nicht mehr als 200 von ihnen gibt.

Lösungsansätze
Shanan Atkins und ihre Kollegen untersuchten auch, wie sich die Delfinbeifänge in der Richards Bay vermindern ließen. Der Königsweg ist hier schwierig zu finden. Zur Senkung von Beifängen in der Fischerei werden allgemein 4 Strategien angewandt: (1) Verminderung der Fangaktivitäten, dauerhaft oder zeitlich begrenzt; (2) Versetzung der Netze an andere Standorte; (3) Einsatz von Vergrämungstechnologie (z. B. Pinger); (4) Änderung der Fangmethode.

Die Länge aller Stellnetze in der Richards Bay beträgt 1,1 Kilometer. Das ist vergleichsweise viel. Nur an drei anderen derart geschützten Stränden in KwaZulu-Natal gibt es noch mehr Stellnetze. "Die Netze zu reduzieren oder sie zu bestimmten Zeiten abzubauen sind für die Delfine, die die Bucht das ganze Jahr über anschwimmen, keine langfristig wirksamen Optionen", schreiben die Wissenschaftler.

Bleifarbenener Delfin Herme sprudelt Luftblasen, Ponta do Ouro, Mosambik.Eine Versetzung der Netze, weg von den Nahrungsgründen der Delfine, kommt aufgrund von Infrastrukturproblemen nicht in Frage.

Auch von Pingern (akustischen Signalgebern) - es wurden 10- und 3-kHz-Geräte in der Bucht getestet - zeigten sich die Bleifarbenen Delfine weitgehend unbeeindruckt. Die Signale scheinen sie eher in die Netze zu locken, denn sie davon abzuschrecken. Ebenfalls wirkungslos blieb der Versuch mit versteiften Netzen, da diese ihre Steifigkeit nach 24 Stunden Einsatz verlieren. Hainetze bleiben jedoch 10 Tage im Wasser, bevor sie ausgetauscht werden.

Köderhaken: Ein zweischneidiges Schwert
Mit sogenannten Drumlines, an einer Boje befestigten, beköderten Haken konnte vor Australien und Brasilien die Delfinbeifangrate im Vergleich zu Stellnetzen gesenkt werden. Auch in der Richards Bay wurde ein Stellnetz, in dem besonders viele Bleifarbene Delfine starben, halbiert und durch einige Drumlines ergänzt. Doch locken die Köder gerade die Tiere an die Küste, die man hier nicht haben will: Haie - und diese sterben am Köderhaken einen langsamen und grausamen Tod, wenn sie nicht rechtzeitig befreit werden.

Elektrozäune und Shark-Spotter
Hai Warnschild Muizenberg, Südafrika, mit Hai Spotter Hinweis."Um Haiangriffe zu vermeiden, muss man die Haie nicht töten. Es gibt umweltverträglichere Methoden", plädieren Shanan Atkins und ihre Kollegen für den Einsatz von "Elektrozäunen", am Meeresgrund verankerten Elektrokabeln, von denen unter schwachem Strom stehende Drähte ausgehen, die bis an die Oberfläche reichen und die elektrosensiblen Haie abschrecken. Diese werden vom KZNSB bereits erprobt. Auch der Einsatz von "Shark Spottern", die die Menschen rechtzeitig vor nahenden Haien warnen, hat sich z. B. vor Kapstadt bereits bewährt.

Ob diese Methoden auch in der Richards Bay eingesetzt werden können, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Hohe, sich kreuzende Wellen und sandiger Untergrund erschweren Verankerungen am Meeresgrund, das trübe Wasser behindert die Sicht für "Shark Spotter".

Das Forscherteam plädiert daher dringend für die schnelle Bildung einer Evaluierungsgruppe, die Maßnahmen untersuchen soll, wie man in der Bucht allen Beteiligten gerecht werden kann. Als erste Reaktion auf die Studie hat das KZNSB zugesagt, zwei weitere Hainetze, die durch ihre hohen Delfinbeifangraten aufgefallen sind, zu entfernen und dafür Drumlines anzubringen. Ziel muss aber sein, in der Richards Bay, aber auch an anderen "geschützten" Stränden entlang der Küste von KwaZulu-Natal schnellstmöglich nicht-tödliche Vergrämungsmethoden zu installieren.

Haiangriffe sind extrem selten
Waren Haiangriffe bereits vor der Installation der Hainetze in den 1960er-Jahren ein sehr seltenes, wenn auch natürlich in jedem Fall ein sehr tragisches Ereignis, so wurden seit 1999 an den geschützten Stränden keinerlei Angriffe mehr registriert. Für das KZNSB ein klarer Erfolg der Hainetze. Für Meeresschützer ist dies allerdings eher ein Indiz für bereits drastisch reduzierte Bestände der großen Haiarten. Es gibt einfach nicht mehr genug von ihnen.

Natürlich müssen Menschen weiterhin vor Haiangriffen geschützt sein, gleichzeitig aber dürfen Delfine, Haie und andere Meerestiere diesen Schutz nicht länger mit dem Leben bezahlen müssen.

Viel Zeit bleibt weder den vom Aussterben bedrohten Weißen Haien
noch den stark bedrohten Bleifarbenen Delfinen!
Ulrich Karlowski, 2016
Fotos:
Tote Bullenhaie in Hainetzen, Provinz KwaZulu-Natal: Fiona Ayerst/Marine Photobank
In Hainetz in der Richards Bay ertrunkener Bleifarbener Delfin: Shanan Atkins
Bleifarbene Delfine vor der Küste Omans: Kurt Rätz
Bleifarbener Delfin mit Schwimmer | Bleifarbener Delfin mit Luftblasen: Angie Gullan/DCA (Mosambik)
Hai-Warnschild am Strand von Muizenberg, Südafrika, mit Hai-Spotter-Hinweis. Foto: Kathleen Reaugh/Marine Photobank

 

Weitere Informationen:

⇒ Australischer Umweltminister opfert Delfine für den Tourismus

⇒ Australien: Schwangeres Delfinweibchen im Glück - Aus Hai-Falle gerettet

⇒ Buckeldelfine vertragen allzu viel menschliche Nähe nicht

⇒ Es gibt vier Buckeldelfinarten: Neue Delfinart bestätigt alte Evolutionstheorie

⇒ Requiem für einen Delfin

⇒ SouSA - Protecting South Africa’s humpback dolphins

⇒ Endangered Wildlife Trust

Delfin springt vor Kajak schaut über die Kaimauer.Dieses Jahr ist ein ungewöhnliches Meeressäuger-Jahr für die Ostsee. Neben mindestens drei, vielleicht auch fünf oder mehr Großen Tümmlern (Tursiops truncatus), die für gewöhnlich in der Nordsee und im Atlantik leben, gab es noch andere seltene Gäste.

Ein Buckelwal vor Rügen
Ende Juli tauchte ein Buckelwal vor Rügen auf und hielt sich dann mehrere Wochen im Greifswalder Bodden auf. Am 6. September kollidierte der etwa zehn Meter große Koloss bei Rügen mit einem Segelboot. Seither gab es keine weitere Sichtungsmeldungen.

Ein Pottwal im Öresund
Am 9. Mai 2016 wurde ein ca. 15 m langer Pottwal im Öresund, der Meeresenge zwischen Dänemark und Schweden, gesichtet. Sein Schicksal ist unklar.

Sowerby-Zweizahnwal vor Wismar
Der Schnabelwal in der Ostsee im Sprung.Nicht ganz ins Jahr 2016 schaffte es ein junges, 4 m großes Schnabelwalweibchen, das Ende September 2015 in der Wohlenberger Wiek strandete, von Anglern gerettet wurde und sich dann mehrere Wochen nahe Wismar aufhielt. Ende Oktober wurde das Tier an der schwedischen Küste bei Karlskrona tot angespült. Es hatte in der Ostsee keine Nahrung gefunden.

Ostsee-Tümmler: Gekommen, um zu bleiben?
Als einziger Art unter den Meeressäuger-Irrgästen werden dem Großen Tümmler gute und dauerhafte Überlebenschancen eingeräumt. Genügend Nahrung in Form von Heringen oder Dorsch ist vorhanden. Und harte Ostseewinter sind kein Thema, wie "Selfie" und "Delfie" unter Beweis gestellt haben.

Was fehlt sind Weibchen. Dann könnten Große Tümmler dauerhaft in der Ostsee eine eigene Population gründen und hätten sich somit einen neuen Lebensraum erobert.
Ulrich Karlowski, 12. Oktober 2016
Foto Delfin und Kajakfahrer: Michael Schulz
Foto Sowerby-Zweizahnwal: Birgit Ischner

 

Weitere Informationen:

⇒ Kieler Schleusen-Delfin jetzt auf Besuch in Eckernförde

⇒ "Selfie" und "Delfie" auf Besuch in der Kieler Bucht

⇒ Ostsee-Schnabelwal hat es leider nicht geschafft

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

 

Der zu überregionaler Berühmtheit gelangte Große Tümmler, der sich seit dem 10. September in der Kieler Bucht aufhielt, ist jetzt in der Eckernförder Bucht aufgetaucht.

Am 03. Oktober lockte der nach wie vor gutgelaunte und verspielte Delfin Hunderte Menschen im Eckernförder Hafen an den Strand beim Kiosk am Vogelsang. Doch nach einigen wilden Sprüngen war das Spektakel schnell wieder vorbei.

Ist es der Delfin aus Kiel?
Meeressäuger-Experte Dr. Andreas Pfander aus Kappeln geht sehr stark davon aus, dass es sich bei dem Eckernförder Delfin um den Großen Tümmler aus Kiel handelt. "Nachdem er vorübergehend in die Bucht geschwommen ist, konnte er ab ca. 16:30 wieder zwischen Vogelsang und der Schiffbrücke beobachtet werden. Zwei Jachten, ein SUP-Paddler, und drei Motorboote waren ständig in seiner Nähe, jedoch ohne ihn weiter zu bedrängen. Er blieb teilweise bis zu zwei Minuten unter Wasser", teilte uns Dr. Pfander mit.

Auf den Spuren von "Selfie" und "Delfie"
Der Tümmler aus Kiel, von manchen Fans auch "Freddy" genannt, zeigt damit ein ähnliches Wander- und Erkundungsverhalten wie die Großen Tümmler "Selfie" und "Delfie", die sich seit dem Sommer 2015 auf einer Art "Ostsee-Rundreise" befinden. Man darf gespannt sein, ob sich die drei einmal begegnen werden…

GRD-Presse, 03. Oktober 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Sensation in der Ostsee - Tauchgang in Eckernförde: Wenn ein Delfin die Menschen sucht | shz.de v. 05.10.2016

⇒ Schon wieder ein Delfin auf Stippvisite in der Kieler Bucht

⇒ Erstmals Delfine in der Flensburger Förde

⇒ "Selfie" und "Delfie" auf Besuch in der Kieler Bucht

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

Ein Irawadi-Delfin schaut aus dem WasserSie sollen es also nicht geschafft haben, die letzten Irawadi-Delfine im laotischen Teil des Mekongs. Es ist zwar an der IUCN (Weltnaturschutzorganisation), Arten oder Populationen für ausgestorben zu erklären, doch angesichts angeblich nur noch drei überlebender Exemplare besteht nur wenig Hoffnung, dass sich die Population noch einmal erholen wird. Wenn es denn tatsächlich nur noch drei sind...

Weiß man es wirklich so genau?
Noch vor wenigen Monaten soll es, laut WWF, in dem an der Grenze zu Kambodscha gelegenen laotischen Teil des hier sehr verästelten Mekong-Flusses sechs Irawadi-Delfine gegeben haben. Doch das Beispiel des 2007 nach langer und intensiver Suche als wahrscheinlich ausgestorben eingestuften Chinesischen Flussdelfins Baiji zeigt, wie schwer es ist, das tatsächlich "letzte" Tier gezählt zu haben und die Hoffnung begraben zu müssen. Noch immer wird nicht gänzlich ausgeschlossen, einzelne Baijis übersehen zu haben.

Noch 70 bis 80 Irawadi-Delfine leben im kambodschanischen Teil des Mekong
Auf einem 180 Kilometer langen Mekongabschnitt zwischen der östlichen Provinz Kratie und der Grenze zu Laos wurde 2012 ein Schutzgebiet eingerichtet. Die Fischerei mit Stellnetzen und Fischkäfigen ist hier verboten, gänzlich eingestellt wurde der Fischfang im Schutzgebiet allerdings nicht.

Fischerei, Umweltgifte und Inzucht
Die Mekong-Populationen der Irawadi-Delfine sind hauptsächlich durch die Flussfischerei mit Stellnetzen, durch Inzucht und die Schwächung ihres Immunsystems durch Pestizide und Giftstoffe (DDT und PCB) gefährdet. Besonders das Immunsystem der Delfinkälber, die die gefährlichen Substanzen über die Muttermilch aufnehmen, wird zunehmend geschwächt. Das Insektizid DDT ist in Kambodscha zwar offiziell verboten, kommt jedoch immer noch zum Einsatz und gelangt so in das Ökosystem. PCB findet sich vor allem in Schiffsanstrichen, wo es Algenbewuchs verhindern soll. Es gibt keine Hoffnung, die Einleitung der Giftstoffe rechtzeitig zu stoppen.

Wanderer zwischen den Wasserwelten
Irawadis (Orcaella brevirostris) stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN mit dem Status "gefährdet" (mittelfristig hohes Risiko des Aussterbens). Die bis 2,6 m großen, hell gefärbten und äußerlich einem Belugawal ähnelnden Delfine sind in seichten Küstengewässern des tropischen Indopazifiks und großen Flusssystemen, wie Ganges oder Mekong, verbreitet. Irawadi-Delfine können bis zu 1300 Kilometer flussaufwärts wandern, manche wiederum leben vermutlich zeitlebens im Salzwasser. Sie halten sich nur wenige Kilometer von der Küste entfernt auf. Wie viele Exemplare es überhaupt noch gibt, ist nicht bekannt.

Irawadi-Delfine können ihren Gesichtsausdruck ändern
Irawadi-Delfine gehören zur Gruppe der Meeresdelfine. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit Belugas werden sie, als ihr tropisches Äquivalent, oft auch zur Familie der Monodontidae (Gründelwale) gezählt. Beluga und Irawadi sind die einzigen Cetaceen, die ihren Gesichtsausdruck ändern können. Ähnlich wie der Beluga und der Narwal hat der Irawadi ein bewegliches Genick.

Gelegentlich sind Irawadi-Delfine mit Chinesischen Weißen Delfinen (Sousa chinensis) zu sehen, können aber mit diesen kaum verwechselt werden. Sehr häufig wird der Irawadi dagegen mit dem allerdings deutlich kleineren und finnenlosen Indischen Schweinswal oder mit wiederum deutlich größeren und schwereren Seekühen (Dugongs) verwechselt.

Irawadis sind immer für eine Überraschung gut
2005 wurde die Irawadi-Population vor Australien und Papua Neuguinea als eigene Art (Orcaella heinsohni), Australischer Stupsfinnendelfin, eingestuft. 2009 entdeckten Forscher der Wildlife Conservation Society (WCS) im Süßwasser der Sundarbans (Bangladesch), eines gigantischen Mangrovenwalds im Mündungsgebiet mehrerer Flüsse, und davor im Golf von Bengalen völlig überraschend fast 6000 Irawadi-Delfine.
Ulrich Karlowski, 03. Oktober 2016
Foto: © Department of Fishery of Thailand

 

Weitere Informationen:

⇒ Kambodscha: Letzte Chance für bedrohte Mekong-Delfine

⇒ ntv - Traurige Mutmaßung: Baiji ausgestorben

Erneut ist ein ungewöhnlich zutraulicher Großer Tümmler vor Kiel aufgetaucht. Der sehr verspielte Delfin schwamm am 10. September gleich mehrmals in die Schleuse Kiel-Holtenau, als wollte er durch den Nord-Ostsee-Kanal eine Abkürzung in die Nordsee nehmen.

Der Schiffsverkehr in der Schleuse wurde für 20 Minuten gestoppt, bis der Tümmler die Schleuse dann doch wieder den Weg zurück in die Ostsee nahm.

In der Förde angekommen, spielte er dann intensiv mit badenden Kindern und bescherte ihnen ein unvergessliches Erlebnis.

Immer wieder suchte er Kontakt zu Menschen, stupste sie sogar an, drehte sich auf den Rücken und ließ sich streicheln. Nach einem weiteren Ausflug in den Nord-Ostsee-Kanal hält er sich seit dem 13. September wieder in der Kieler Förde aus, wie von aufmerksamen Beobachtern über das Internet dokumentiert wird.

Immer mehr Große Tümmler in der Ostsee!
Ein Delfin springt vor zwei Kajakfahrern, Flensburger FördeSeit gut einem Jahr scheint die Ostsee zunehmend als Lebensraum für Große Tümmler interessant zu werden. Den Anfang machten die beiden mittlerweile berühmten und gleichfalls sehr zutraulichen Tümmler "Selfie" und "Delfie", die vor über einem Jahr in Schweden auftauchten und auf einer mehrmonatigen Ostsee-Rundreise die Herzen der Menschen an der Küste von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erfreuten und nun die dänischen Küstenbewohner begeistern.

Es folgte ein weiterer Delfin, der im Juni vor Weissenhäuser Strand auftauchte und wegen seiner unauffälligen Finne identisch mit dem Tier sein könnte, das 2015 vor der schwedischen Küste gesichtet wurde und den Namen "Vilse" (Deutsch: verirrt) erhielt. Nach den bislang vorliegenden Informationen handelt sich bei dem "Schleusen-Tümmler" um einen neuen Gast, jedenfalls nicht um eines der Tiere aus der "Selfie-und-Delfie"-Gruppe. Der Neuankömmling ist ein Männchen, das gut an einer nierenförmigen Zeichnung mit zwei Löchern an der rechten Körperseite zu identifizieren ist.

Ostseeaufenthalt birgt hohes Risiko für Delfine
Heringsstellnetze in der Kieler Förde.Abgesehen von zu viel Zuneigung seitens begeisterter Menschen, der sich ein Großer Tümmler allerdings leicht entziehen kann, wenn es ihm zu viel wird, ist der Aufenthalt in der Ostsee für die Meeressäuger riskant. Hauptbedrohung für Delfine und die in der Ostsee heimischen Schweinswale sind unzählige Stellnetze die entlang der deutschen und dänischen Küste lauern und eine tödliche Gefahr darstellen. Die Lungenatmer verheddern sich und ertrinken qualvoll.

Während des Aufenthalts von "Selfie" und "Delfie" in der Kieler Bucht hatten wir an die Vorsitzenden des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein und des Fischereischutzverbandes Schleswig-Holstein e.V. appelliert, sich für ein Stellnetz-Moratorium in Gebieten einzusetzen, in denen sich die beiden Delfine aufhalten.

Genießen ja, anfassen bitte nicht!
Von Holtenauer Fischern getöteter Delfin aus 1929.Auch wenn der Kieler "Schleusen-Delfin" - wie auch "Selfie" und "Delfie" - aktiv und fordernd den Kontakt zu Menschen suchte, sollte man die Tiere nicht anfassen. Es besteht hier immer die Gefahr der Krankheitsübertragung von Mensch zu Tier und umgekehrt.

Vor 87 Jahren gab es schon einmal einen Delfin im Nord-Ostsee-Kanal
Nach Informationen des Meeressäugerexperten Dr. Andreas Pfander ließ sich schon einmal ein Großer Tümmler in den Nord-Ostsee-Kanal einschleusen. Im Herbst 1929 durchschwamm er den Kanal und wurde am 12. Oktober schließlich von Holtenauer Fischern getötet.

Es hatte sich um ein sehr großes, altes männliches Individuum gehandelt, das die eigentliche Ostsee nie erreichte.
Ulrich Karlowski, 12. September 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Kieler Schleusen-Delfin auf Besuch in Eckernförde

⇒ Gefahr für "Selfie" und "Delfie": Stellnetze in der Kieler Bucht

⇒ Gesundheitsaspekte im Zusammenhang mit Krankheiten bei Meeressäugetieren

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

⇒ Kieler Nachrichten - Ein Erlebnis: Baden mit Delfin in Kiel-Holtenau

⇒ NDR.de - Lust auf Schleusen: Delfin begleitet Boote

⇒ Kieler Nachrichten - Walexperte: Delfin in Kiel ist "abgebrühter Bursche"

⇒ Hamburger Morgenpost - Das Flipper-Märchen in Kiel Darum lieben Delfine plötzlich die Ostsee

 

Schwimmer krault auf ruhende Spinnerdelfine zu.Die Wetter- und Ozeanographiebehörde der USA (NOAA) will laut eines Berichts von Volksblatt.li das bei Touristen sehr beliebte Schwimmen mit Delfinen in Hawaii verbieten. Die Meeressäuger stünden von den Menschen unter zu "intensivem Druck" und fänden nicht genügend Zeit, sich von der nächtlichen Jagd zu erholen.

Hawaii-Delfine finden keine Ruhe und nicht genügend Schlaf
Zukünftig sollten sich Menschen nicht näher als bis auf 45 Meter den Meeressäugern nähern dürfen. Schwimmen mit Delfinen wird dadurch verunmöglicht. Mir der Regel soll erreicht werden, dass die Tiere während ihrer Ruhezeiten am Tag nicht mehr zu gestört werden. Bootsausflüge zu den zutraulichen und verspielten Delfinen sind in Hawaii eine sehr beliebte Touristenattraktion.

Sollte das Verbot kommen, wäre dies ein schwerer Schlag für die Ausflugsveranstalter. Die NOAA verwies darauf, dass die Delfine nachts jagen und tagsüber ruhen - was durch die vielen Besucher aber erschwert wird.

Endgültige Entscheidung erst in einem Jahr
Jetzt sollen aber erst einmal Anhörungen der Bürger und Gespräche mit den betroffenen Veranstaltern stattfinden. Die Entscheidung über ein Verbot soll dann in einem Jahr fallen.

Im Roten Meer gibt es bereits Schutzbestimmungen für das Schwimmen mit Delfinen
Eine vergleichbare Problematik existiert auch bei Hurghada im Roten Meer. Auch dort finden die Delfine zu wenig Schlaf, werden viel zu oft von zu vielen Menschen gestört und sind zunehmend erschöpft.

Einen wichtigen Erfolg für die Delfine konnte hier das von der GRD geförderte Projekt "Delfinschutz im Roten Meer" der Dolphin Watch Alliance (DWA, Schweiz) jetzt im August erzielen. Der Gouverneur für das Rote Meer, Generalmajor und Minister Ahmed Abdullah, stimmte einem von der DWA in Zusammenarbeit mit den ägyptischen Behörden und Umweltschutzorganisationen erarbeiteten Verhaltenskodex für Delfinbeobachtungs-Touren und der Einrichtung von zwei Schutzzonen im nördlichen Roten Meer vor Hurghada zu.

Die neuen Regularien sind für die Tourenanbieter verbindlich. Die Einhaltung der Schutzzonen, die im September 2016 eingerichtet werden, soll durch Ranger des "Red Sea" Nationalparks durch verstärkte Patrouillen kontrolliert werden.
GRD-Presse, 26. August 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Delfine im Roten Meer besser vor Massentourismus geschützt!

⇒ Rotes Meer: Warnhinweise zum Schwimmen mit Delfinen

⇒ DWA-Verhaltenskodex Hurgahda - Passive Interaktion, halte eine respektvolle Distanz und lasse die Tiere entscheiden!

 

Zwei Kleine Schwertwale springen nah beiander gleichzeitig aus dem Wasser, DominicaVor Neuseeland machten Biologen eine sensationelle Beobachtung. Große Tümmler und Kleine Schwertwale hatten eine Jagdgemeinschaft gebildet und dabei setzten sie gemeinsam die Luftblasen-Technik ein, um einen Fischschwarm einzukreisen.

Über Jagdgemeinschaften aus unterschiedlichen Delfinarten weiß man recht wenig. Noch niemals zuvor wurden diese beiden Delfinarten bei der gemeinschaftlichen Jagd beobachtet, und dass Kleine Schwertwale Blasenvorhänge bei der Jagd bilden, war bislang ebenfalls unbekannt.

Gemeinsame Kultur zweier Arten
Falls Luftblasen-Technik einsetzende Jagdgemeinschaften in dieser Region häufiger auftreten und daran regelmäßig die gleichen Individuen beider Arten beteiligt sind, wäre dies ein weiteres Beispiel für das Entstehen einer Kultur unter Delfinen. In diesem Fall allerdings sogar für das mehr als erstaunliche Beispiel einer artübergreifenden Kultur.

⇒ Lesen Sie mehr ...

 

Ein Kleiner Schwertwal schaut aus dem Wasser

Ein Delfinbaby, das im Alter von knapp 2 Monaten seine Mutter verlor, wurde durch ein ihm fremdes und genetisch nicht verwandtes Delfinweibchen, das selbst keinen Nachwuchs hatte, adoptiert.

Eine Gruppe japanischer Wissenschaftler um Mai Saki vom Fischereiinstitut der Kindai Universität machte diese sehr seltene und ungewöhnliche Beobachtung während des Langzeitmonitorings von Indopazifischen Großen Tümmlern (Tursiops aduncus), die vor der etwa 200 km südlich von Tokio im Pazifischen Ozean gelegenen Vulkanisel Mikura leben.

Die Wissenschaftler sind verblüfft, dass die Adoptivmutter weder mit der verstorbenen Mutter verwandt war, noch im gesamten fünfjährigen Beobachtungszeitraum jemals viel Kontakt mit ihr hatte. Adoptivmutter und adoptiertes Baby waren sich genetisch und sozial völlig fremd.

 

⇒ Weiterlesen: Ungewöhnliche Adoption: Delfin-Baby findet Ersatzmutter

 

Das adoptierte Delfinbaby: (a) mit leiblicher Mutter. Foto: Nana Takanawa | (b) mit Adoptivmutter. Foto: Mai Sakai

Das Delfinbaby mit seiner leiblichen Mutter (links) und mit der Adoptivmutter (rechts).

 

Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanKüstennah lebende Delfinarten haben es schwer. Umweltfolgen menschlicher Eingriffe treffen sie besonders hart. Von Wasserverschmutzung, intensiver Küstenfischerei, Bautätigkeiten im Küstenbereich, erhöhtem Schiffsverkehr, Förderung von Öl oder Erdgas bis hin zu intensiver touristischer Nutzung durch zudringliche Schwimmer, Surfer und Freizeitkapitänen auf allerlei Wasserfahrzeugen. Da bleibt den Meeressäugern oft zu wenig Ruhe und Nahrung zum Leben, besonders, wenn man selbst eher scheu und zurückhaltend ist und nicht robust und neugierig wie der größere Verwandte, der Große Tümmler.

Doch lassen sich die Auswirkungen all dieser Störungseffekte wissenschaftlich überhaupt quantifizieren? Dieser Frage gingen Forscher der Universitäten von Groningen, Hongkong, der Nelson Mandela Universität aus Port Elisabeth und des South African Institute for Aquatic Biodiversity (SAIAB) aus Grahamstown von 2010 bis 2011 nach.

⇒ Weiterlesen: "Buckeldelfine vertragen allzu viel menschliche Nähe nicht"

 

 Der kleine Buckeldelfin Herme hüpft aus dem Wasser.

Heringsstellnetze in der Kieler Förde.Die beiden Großen Tümmler "Selfie" und "Delfie", die in den vergangenen Wochen auf ihrer Ostsee-Rundreise die Herzen der Menschen an der Küste von Schleswig-Holstein und weit darüber hinaus erfreut hatten, könnten ihren Aufenthalt in der Kieler Bucht mit dem Leben bezahlen. Nach Informationen der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) wurden dort über viele Kilometer Stellnetze ausgebracht.

Freiwillige Vereinbarung zur Netzreduktion auf dem Prüfstand
"Wieder einmal zeigt sich, dass die freiwillige Vereinbarung zur Netzreduktion, die der Grüne Umweltminister Robert Habeck mit den Fischereiverbänden getroffen hat, völlig an den Schutzbedürfnissen für Meeressäuger vorbei geht", kritisiert der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.

Die Vereinbarung gelte zwar "nur" für Schweinswale, soll aber auch den berechtigen Interessen des Naturschutzes Rechnung tragen.

Appell an Fischereiverbände
"Gibt es ein größeres Naturschutzanliegen, als angesichts der absoluten Ausnahmesituation, der Anwesenheit zweier Großer Tümmler an der Küste, auf das Ausbringen gefährlicher Fischereinetze zu verzichten?", fragt Ulrich Karlowski.

Delfin springt vor Kajak schaut über die Kaimauer.Die GRD hat an die Vorsitzenden des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein und des Fischereischutzverbandes Schleswig-Holstein e.V. appelliert, sich für ein Stellnetz-Moratorium in Gebieten einzusetzen, in denen sich "Selfie" und "Delfie" aufhalten.

Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die beiden Tümmler meist nach nicht allzu langer Zeit wieder weiterziehen, da sollte es auch für Fischer eine Selbstverständlichkeit sein, in diesem Zeitraum kurzfristig auf das Ausbringen von potenziell gefährlichen Netzen zu verzichten.
GRD-Presse, 17.03.2016

Weitere Informationen:

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

⇒ "Selfie" und "Delfie" jetzt auf Besuch in der Kieler Bucht

⇒ Sind die Ostsee-Delfine "Selfie" und "Delfie" in Gefahr?

⇒ Erstmals Delfine in der Flensburger Förde

 

Ein beeindruckendes Video mit "Selfie" und "Delfie", gefilmt von einer Drohne aus Luft:

 

 

Kaum waren sie Richtung Apenrade in Dänemark entschwunden, sind sie auch schon wieder da: "Selfie" und "Delfie", die beiden Großen Tümmler, die mit ihrer unbändigen Spielfreude und Lebenslust in den vergangenen Wochen die Herzen der Menschen an der Flensburger Förde und weit darüber hinaus im Sturm erobert hatten, sind jetzt in der Kieler Bucht aufgetaucht.

Seit dem 13. März tummeln sie sich in der Kieler Förde und sorgen dort für gewohnt viel Aufmerksamkeit.

Der Heikendorfer Wal-Forscher Prof. Boris Culik konnte die beiden Großen Tümmler aus Kiel eindeutig als "Selfie" und "Delfie" identifizieren. Alles andere wäre auch mehr als sonderbar. Die Chance, dass es sich nicht um die beiden sehr verspielten Delfine handeln konnte, war verschwindend gering. Schon auf Grund ihres Verhaltens musste es sich um "Selfie" und "Delfie" handeln.

Wir freuen uns sehr, dass die beiden die nicht ungefährliche Reise durch die Gebiete der dänischen Stellnetzfischer unbeschadet überstanden haben. Und vielleicht schauen sie dann auch mal wieder in der Flensburger Förde vorbei, wer weiß...
GRD-Presse, 15.03.2016

Weitere Informationen:

⇒ Gefahr für "Selfie" und "Delfie": Stellnetze in der Kieler Bucht

⇒ Sind die Ostsee-Delfine "Selfie" und "Delfie" in Gefahr?

⇒ Erstmals Delfine in der Flensburger Förde

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

 

Ein beeindruckendes Video mit "Selfie" und "Delfie", gefilmt von einer Drohne aus Luft:

 

 

Delfin springt vor Kajak schaut über die Kaimauer.Seit einigen Wochen erfreuen die beiden auf den Namen "Selfie" und "Delfie" getauften Delfine Bewohner und Touristen an der deutschen Ostseeküste. Zur Zeit halten sie sich in der Flensburger Förde auf, davor sorgten sie im Warnemünder Seekanal bei Rostock und im Jachthafen des Ostseebads Grömitz bei Travemünde für reichlich Aufregung. Ihre Namen erhielten sie übrigens in Schweden, wo sie vor Kalmar den letzten Sommer verbrachten.

Die beiden Großen Tümmler locken mit ihren Sprüngen und ihrer puren Lebensfreude Kajakfahrer, Delfin-Fans und Wassersportler aufs kalte Wasser und an die Uferpromenade und zeigen beim Kontakt mit den Menschen keinerlei Scheu.

Genau das macht die von den Delfinen ausgehende Faszination aus:
Diese spielerische Neugier, mit einer anderen Art friedlich und ganz ohne Scheu "Kontakt" aufzunehmen. Natürlich ist nicht jeder Vertreter so gesellig, doch wurde ähnliches Verhalten bei Großen Tümmlern auch schon in anderen Gebieten der Welt beobachtet. Immer wieder kann man es in freier Wildbahn erleben, wie Delfine in den Bugwellen kleiner und großer Schiffe, aber auch in denen von Bartenwalen schwimmen – eine energiesparende Weise des Weiterkommens, die ihnen vielleicht auch noch viel Spaß bereitet!

Delfine sind in Deutschland streng geschützt
Große Tümmler gelten in deutschen Gewässern als ausgestorben, sie schauen lediglich noch als "Gäste" vorbei. Sie sind in Deutschland, wie alle anderen Klein- und Großwale gesetzlich geschützt. Das heißt, sie dürfen nicht absichtlich getötet, verletzt oder belästigt werden. Grundsätzlich sind die Überlebenschancen für die beiden "Gäste" in der Ostsee sehr gut, da reichlich Hering vorhanden ist.

Sind sie auf der Suche nach Sozialkontakten?
Ein Delfin springt vor zwei Kajakfahrern, Flensburger FördeVielleicht suchen "Selfie" und "Delfie" sich mangels Artgenossen andere "Spielkameraden", vielleicht sind es einfach auch nur zwei besonders kontaktfreudige Exemplare. Auf den im Internet kursierenden Bildern und Videoaufnahmen ist zu sehen, dass die Kontaktaufnahme von den Delfinen ausgeht und nicht vom Menschen.

Beeinträchtigung oder Gefährdung derzeit nicht erkennbar
"Eine Störung oder Belästigung der Tiere ist derzeit nicht erkennbar", erklärt der Biologe Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine. "Sollten sich die beiden entschließen, auch die wärmere Jahreszeit an der deutschen Küste zu verbringen, werden Maßnahmen zu ergreifen sein, die die Meeressäuger vor zu viel menschlicher, vor allem rücksichtsloser Neugier schützen."
Ulrike Kirsch, 22.02.2016
Fotos: "Delfin und Kajakfahrer in der Flensburger Förde" mit freundlicher Genehmigung von Michael Schulz

⇒ Gefahr für "Selfie" und "Delfie": Stellnetze in der Kieler Bucht

⇒ Erstmals Delfine in der Flensburger Förde

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

Geretteter Delfin wird transportiert und mit Wasser gekühlt.Deutsche Küstengebiete scheinen bei Großen Tümmlern derzeit recht beliebt zu sein. Nicht nur bei den beiden zutraulichen Ostsee-Tümmlern, die seit einigen Tagen für viel Aufmerksamkeit in der Flensburger Förde sorgen. Jetzt geriet auch noch ein Großer Tümmler vor der Nordseeinsel Amrum zwar nicht in Seenot, aber in Gefahr zu stranden.

Eine Strandspaziergängerin hatte beobachtet, wie der Delfin auf der dem Festland zugewandten Wattseite der Insel immer weiter Richtung Strand schwamm, und alarmierte sofort die für derartige Ereignisse zuständigen Seehundjäger. Diese konnten dem Tier aber nicht helfen.

Schließlich kamen Seenotretter des Seenotkreuzers "Ernst Meier-Hedde" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu Hilfe, um den offensichtlich orientierungslosen Delfin aus seiner ebenso misslichen wie gefährlichen Lage zu befreien, und transportierten ihn, fixiert auf einer Trage an Bord des Tochterbootes "Lotte" des Seenotkreuzers aufs offene Meer zurück.

Auf der Westseite der Insel ließen sie den Delfin dann wieder ins Wasser, der sich nach einer kurzen Orientierungsphase, nach Angaben der DGzRS, dann schnell mit einigen Sprüngen in Richtung offene Nordsee verabschiedete. Die GRD gratuliert den Seenotrettern zu ihrer beherzten und gelungenen Rettungsaktion!

Das Foto zeigt eine Rettungsaktion für einen Delfin, der sich im Fluss Krka (Kroatien) verirrt hatte, und von unseren Partnern vom Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" zurück ins Meer gebracht wurde. Auf ähnliche Weise wurde auch der Delfin von Amrum transportiert.
Ulrich Karlowski, 20.02.2015

 

⇒ Erstmals Delfine in der Flensburger Förde

⇒ Delfinrettungsaktion vor der Insel Rava (Kroatien) - Patenschaften für einen echten "Glückspilz"

⇒ Tragische Delfinrettung auf der kroatischen Insel Pasman

⇒ Dramatische Delfinrettung in der Krka

⇒ Sensationelle Delfin-"OP" vor Hawaii: Verletzter Tümmler sucht Hilfe bei Tauchern

 

Delfin springt vor Kajak schaut über die Kaimauer.Zum ersten Mal gibt es Große Tümmler in der Flensburger Förde. Seit einer Woche sind sie dort Stars und locken mit ihren Sprüngen und ihrer puren Lebensfreude Kajakfahrer, Delfin-Fans und Wassersportler aufs kalte Wasser und an die Uferpromenade. Einem völlig verblüfften Feuerwehr-Berufstaucher flitzten sie unter Wasser kurz vor die Kamera.

Jetzt werden bereits Ausflugsfahrten zu den zutraulichen Delfinen angeboten. Sie sind zu einer sehr gefragten Touristenattraktion geworden - was nicht verwundert.

Zu Jahresbeginn hatten die beiden Tümmler, die während ihres Aufenthalts in Schweden "Selfie" und "Delfie" getauft wurden, im Jachthafen des Ostseebads Grömitz bei Travemünde für reichlich Aufregung gesorgt und den Seenotrettungskreuzer Hans Hackmack bei der ersten Kontrollfahrt 2016 ein Stück weit begleitet.
Foto: "Delfin und Kajakfahrer in der Flensburger Förde" mit freundlicher Genehmigung von Michael Schulz

⇒ Sind die Ostsee-Delfine "Selfie" und "Delfie" in Gefahr?

Am 18. Januar hatte Rüdiger E. Funke aus Willich das Glück, die Tümmler in der Bugwelle seines Bootes filmen zu können:

"Wir waren am Montag, 18.1.2016 um ca. 13.30 Uhr unterwegs. Vom kleinen Hafen in Niendorf, das ist ein paar Kilometer östlich vom Timmendorfer Strand. Diese Delfine haben uns außerhalb des Hafens mehrere Minuten begleitet. […] Auf dem Rückweg haben sie uns dann wieder ein Stück begleitet, als wenn sie sich in einem bestimmten Gebiet aufgehalten haben."
Mit freundlicher Genehmigung von Rüdiger E. Funke

 

 

Seltene Gäste mit guten Überlebenschancen
Laut Informationen des Deutschen Meeresmuseums Stralsund gab es bisher nur fünf Sichtungen von Großen Tümmlern vor der deutschen Ostseeküste, die erste am 6. Mai 1842 vor Stralsund. Die Überlebenschancen der Großen Tümmler sind in der Ostsee gut, anders als bei dem jungen Schnabelwal-Weibchen, das im Oktober 2015 über mehrere Wochen Ostseeurlauber bei Wismar in Erstaunen versetzte. Es strandete am 23. Oktober 2015 an der schwedischen Küste bei Karlskrona.

Für die Tümmler dagegen gibt es in der Ostsee reichlich Hering zu erbeuten. Der junge Schnabelwal hatte da kaum eine Chance, für ihn bot die Ostsee keine ausreichende Nahrungsgrundlage.
U.Karlowski, 14. Februar 2016

⇒ Gefahr für "Selfie" und "Delfie": Stellnetze in der Kieler Bucht

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

⇒ Ostsee-Schnabelwal hat es leider nicht geschafft

Adria Patendelfin Veseljak bei einem gewaltigen Sprung.Die beiden Delfine, die seit Anfang Dezember regelmäßig entlang der deutschen Ostseeküste gesichtet werden, begrüßten zum Jahresbeginn 2016 im Grömitzer Jachthafen die Besatzung des Seenotrettungskreuzers Hans Hackmack, berichtet die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Die Seenotretter zeigten sich bass erstaunt über die ungewöhnlichen Gäste, die gegen 6 Uhr morgens durch Schnauben und Platschen auf sich aufmerksam machten. Auch als der Seenotrettungskreuzer zu seiner ersten Kontrollfahrt 2016 aufmachte, wichen die ungewöhnlichen Neujahrsboten keineswegs aus, sondern begleiteten das Schiff noch eine ganze Weile, nachmittags wurden sie dann wieder im Grömitzer Jachthafen beim wilden Herumtollen beobachtet.

Eine ganz besondere Begegnung
Für die Seenotretter hatte die Begegnung zum Jahresbeginn besondere Symbolkraft, denn auch die intelligenten Meeressäuger stehen für Rettung, Sicherheit und Geborgenheit. So gibt es seit der Antike zahlreiche Berichte von Delfinen, die ertrinkende Menschen retten und sicher an Land geleiten.

Seltene Gäste mit guten Überlebenschancen
Laut Informationen des Deutschen Meeresmuseums Stralsund gab es bisher nur fünf Sichtungen von Großen Tümmlern vor der deutschen Ostseeküste. Delfine schwimmen zwar auf Nahrungssuche auch in die Ostsee, doch halten sie sich dann meist entlang der dänischen Küste auf. Vielleicht handelt es sich sogar um dieselben Tümmler, die im Juni bei Fehmarn gesichtet wurden und dann Ende November vor der schwedischen Küste auftauchten.

Die Überlebenschancen von Delfinen in der Ostsee sind gut, anders als bei dem jungen Schnabelwal-Weibchen, das im Oktober über mehrere Wochen Ostseeurlauber bei Wismar in Erstaunen versetzte. Es strandete am 23. Oktober an der schwedischen Küste bei Karlskrona. Für Delfine dagegen gibt es in der Ostsee reichlich Hering zu erbeuten. Der junge Schnabelwal hatte da kaum eine Chance, für ihn bot die Ostsee keine ausreichende Nahrungsgrundlage.
Ulrich Karlowski, 2. Januar 2016

⇒ Ostsee-Schnabelwal hat es leider nicht geschafft

Ein Gemeiner Delfin springt aus dem Wasser.Immer schon gilt den Delfinen meine ganz besondere Liebe. Sie vermitteln das Gefühl von Freiheit. Leichtigkeit und bedingungsloser Liebe. Frei lebenden Delfinen ganz nah zu sein – das war immer mein Herzenswunsch. Im Juli 2015 habe ich mir diesen Lebenstraum erfüllt. Wichtig war mir, jemanden zu finden, der großen Wert auf einen respektvollen Umgang mit diesen sensitiven Lebewesen legt.

Als ich Michelle Naumann von "RUF DER WALE" kennenlernte, wusste ich sofort, dass ich mit ihr diese Reise machen werde, denn Michelle widmet seit fast 20 Jahren ihr Leben ganz den Walen und Delfinen, und uns verbindet diese gemeinsame Liebe zu den Meeressäugern. Deshalb werde ich auch 2016 wieder mit ihr reisen.

Die Begegnungen mit den Delfinen im Ozean sind nicht planbar und die Delfine entscheiden selbst, ob sie den Kontakt mit uns wünschen. Erst wenn sie die Nähe des Menschen suchten und uns ihre Bereitschaft signalisierten, gingen wir zu ihnen ins Wasser. Wir hatten das Glück, mit weißen Delfinen, Großen Tümmlern, Gemeinen Delfinen und Fleckendelfinen schwimmen zu können.

Es kommt zu keinerlei physischen Berührungen mit den Delfinen, dafür jedoch zu tiefen Herzens-Berührungen. Der Blickkontakt, die Magie, die sie ausstrahlen und die Liebe, die sie uns entgegenbringen, sind einzigartig und mit Worten nicht zu beschreiben.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Kapitäne den gesichteten Müll aus dem Meer aufsammeln und mitnehmen. Ein besonderes Highlight der Reise: Wir konnten eine Delfin-Geburt miterleben, was einen großen Vertrauensbeweis ihrerseits darstellt. Meine Liebe zu den Delfinen ist durch diese Begegnungen noch stärker geworden.
Lydia Martin, Unterstützerin der GRD, Dezember 2015

RUF DER WALE arbeitet ausschließlich mit azorianischen Einheimischen zusammen und unterstützt diese dadurch. Als Dankeschön, dass sie das lukrative Geschäft mit dem Walfang beendet haben.

⇒ Nachhaltiger Delfin-Tourismus ist möglich! Reisebericht: Wal- und Delfinexkursion Azoren, September 2015

⇒ Reisetipps - Delfine erleben: mit verantwortungsvoll operierenden Veranstaltern

⇒ Schwimmen mit Delfinen - Was Sie beachten sollten...

Der Mosambik-Patendelfin HERME ist ein Chinesischer Weißer Delfin, auch Buckeldelfin genannt. Hier springt er mit halbem Köper aus dem Wasser, an seiner Finne perlt viel Wasser herunter.Ob Robben, Wale oder Delfine: Die Artenvielfalt von Meeressäugetieren ist vor allem in der gemäßigten Zone der Südhalbkugel hoch – und daran wird auch der Klimawandel in den kommenden 40 Jahren wahrscheinlich wenig ändern.

In Hinblick auf die verschiedenen Arten ist das Bild uneinheitlich: Während es für knapp die Hälfte durch den Verlust von Lebensraum enger werden könnte, vergrößern sich die Verbreitungsgebiete der anderen Hälfte um bis zu 40 Prozent.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ein Forscherteam um die Meeresbiologin Dr. Kristin Kaschner, Gastwissenschaftlerin am Institut für Biologie I der Universität Freiburg, in dem Internet-Fachportal PlosOne veröffentlicht hat.

Am stärksten beeinflusst der Klimawandel die derzeit vergleichsweise artenarmen Polarregionen, in denen gebietsweise ein Verlust von mehr als 80 Prozent der ursprünglichen Arten zu erwarten ist. Gleichzeitig könnte sich die Artenvielfalt dort mehr als verzehnfachen, weil Meeressäuger aus subpolaren und gemäßigten Gebieten zuwandern.

Auch in tropischen Gewässern steht ein Artenverlust bevor, jedoch in geringerem Ausmaß.

⇒ Lesen Sie mehr: Klimawandel und Meeressäuger: Gewinner und Verlierer

Schnorchler taucht parallel mit Delfin Bimini.

Was ist es, das mich jedes Jahr Ende Mai antreibt, mit freilebenden Delfinen zu schwimmen? Es ist das Gefühl, welches ich als "immerwährende Sehnsucht" nach Freiheit, Glück und bedingungsloser Liebe von Seiten der Meeressäuger bezeichnen kann und die Begegnung hilft mir bei meiner persönlichen (Weiter-) Entwicklung.

Als ehrenamtliche Mitarbeiterin der GRD ist es mir eine Herzensangelegenheit einen Reisebericht über das Schwimmen mit freilebenden Delfinen auf den Bahamas, genauer gesagt auf der Insel Bimini, zu verfassen.

Negativbeispiel Ägypten: Touristen quälen Delfine und geraten selbst in Lebensgefahr
In vielen Regionen, wie z.B. in Ägypten im Roten Meer, ist das touristische Schwimmen mit Delfinen mittlerweile völlig aus dem Ruder gelaufen. Es besteht die unmittelbare Gefahr, dass die betroffenen Delfinpopulationen aus Ihren Lebensräumen vertrieben werden. Rücksichtlos operierende Reiseveranstalter, darunter auch große deutsche Konzerne wie FTI oder Neckermann, streichen gewaltige Profite auf Kosten der Tiere ein und bringen ihre meist ahnungslosen Kunden auch immer wieder in lebensgefährliche Situationen.

⇒ Rotes Meer: Warnhinweise zum Schwimmen mit Delfinen

Es geht auch anders!
Zwei Fleckendelfine schwimmen eng zusammen neben einem Schnorchler.Schon viele Jahre reise ich alljährlich nach Bimini und die Reise schenkt mir nicht nur Erholung sondern auch magische Erlebnisse mit freilebenden Delfinen. "Wildquest" ist die Organisation, welche in einer besonderen Art und Weise, eben auf sanfte Art, Menschen zu den Delfinen bringt. Bevor die Urlauber täglich von erfahrenen Crewmitgliedern auf dem Katamaran aufs offene Meer hinausgefahren werden, haben die Touristen die Möglichkeit, sich mental durch Yogaübungen auf die Delfine vorzubereiten, es wird viel Wissenswertes über Delfine und den Umgang mit ihnen vermittelt.

Begegnungen zwischen Mensch und Tier mit großem, gegenseitigem Respekt
Alle Mitarbeiter von Wildquest üben ihren Job mit viel Leidenschaft, Einfühlungsvermögen, Liebe und Respekt zu den Delfinen aus. Die Begegnungen mit den Delfinen sind in keiner Weise planbar, denn es kann nicht garantiert werden, dass jeden Tag Delfinschulen gesichtet werden. Manchmal sind es nur wenige Minuten am Tag, die wir mit den Delfinen zusammen verbringen, manchmal auch ein oder zwei Stunden. Das Wasser ist kristallklar, ca. 10 m tief und hat angenehme 28-30 Grad Celsius, die Lufttemperatur beträgt über 30 Grad. Eine Schnorchelausrüstung genügt.

Das Schwimmen mit den Meeressäugern ist echt und beglückend weil die Begegnung zwischen Mensch und Tier mit großem, gegenseitigem Respekt abläuft. Es kommt zu keinerlei Berührungen, die Tiere werden nicht beim Schlafen gestört, nur wenn die Delfine die Nähe des Menschen suchen, sie unser Boot umkreisen, gleiten wir ruhig ins Wasser und warten ab, was geschieht. Wir schwimmen nicht auf die Delfine zu oder hinter ihnen her sondern warten, bis sie auf uns zukommen und wir mit ihnen Seite an Seite schwimmen oder gar abtauchen.

Die Delfine laden uns ein in ihr Reich und wir nehmen respektvoll die Einladung an
Drei Tümmler liegen dicht beieinander ruhig im Wasser.Enger Blickkontakt zum Tier ist gegeben und von ihm sogar erwünscht. Die Delfine sind neugierig und manchmal zum Spielen aufgelegt. Immer wieder sind während der Bootstouren Jubelschreie von Urlaubern an Bord zu hören, wenn Delfine sich dem Katamaran nähern. Da die Delfine um die Insel Bimini "ortsansässig" sind, kommt es immer wieder zu Begegnungen mit "bekannten" Delfinen. Auch ich habe in den vergangenen Jahren schon "alte Bekannte" getroffen.

Die Delfine laden uns ein in ihr Reich und wir nehmen respektvoll die Einladung an. Beachtet man die Grundverhaltensregeln gegenüber Delfinen, so stellen sie für uns Menschen keine Gefahr dar und wir nicht für sie, im Gegenteil, sie sind unsere Freunde, bereichern unser Leben, erfüllen uns mit Glück, Freude und Energie.

"Wildquest" hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese wundervollen, magischen Momente mit Delfinen in ihrer natürlichen Umgebung zu ermöglichen. Ich bin sehr dankbar dafür!
Traudel Nierle, November 2015 | Fotos: Atmo Kubesa, Wildquest

⇒ Nachhaltiger Delfin-Tourismus ist möglich! Reisebericht: Wal- und Delfinexkursion Azoren, September 2015

⇒ Reisetipps - Delfine erleben: mit verantwortungsvoll operierenden Veranstaltern

⇒ Schwimmen mit Delfinen - Was Sie beachten sollten...

Der Schnabelwal in der Ostsee im Sprung.Der Schnabelwal, der seit einigen Wochen die Ostseeküste nahe Wismar unsicher machte, hat vermutlich nicht überlebt. Das 4 Meter lange Tier war Ende September in der Wohlenberger Wiek gestrandet und von Anglern wieder zurück ins Wasser gehievt worden. Wissenschaftler vom Meeresmuseum Stralsund haben ihn eindeutig als Sowerby-Zweizahnwal (Mesoplodon bidens) identifiziert, eine im Nordatlantik lebende Art, die hauptsächlich von Strandungen bekannt ist.

Am Morgen 23.10.2015 wurde nun ein Schnabelwal an der schwedischen Küste bei Karlskrona tot angespült. Harald Benke, Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, sagte, dass die ersten äußeren Merkmale des toten Tieres identisch mit dem Wal aus der Wohlenberger Wiek seien. Die Todesursache des ist noch unklar. Der Kadaver des soll jetzt im Naturhistorischen Museum in Stockholm untersucht werden.

Die letzten Lebendsichtungen des Schnabelwals, die dem Meeresmuseum gemeldet wurden, stammten vom 17. und 18. Oktober, als er mehrfach nahe der Insel Poel gesehen wurde. Dann hatte er wohl den Weg in tiefere Gewässer Richtung Nordatlantik gefunden, es dann leider aber doch nicht mehr dorthin geschafft. Um den Weg wieder den Nordatlantik und tiefere Meeresbereiche mit ausreichender Nahrung zu finden, hätte die junge Walkuh durch die enge Beltsee und den Kattegat in Richtung Skagerrak schwimmen müssen.

In der deutschen Ostsee wurde diese Walart laut Dr. Harald Benke, dem Direktor des Deutschen Meeresmuseums, bislang erst einmal entdeckt: 1913 hatte man auf der Greifswalder Oie ein totes Tier gefunden.
Ulirke Kirsch, 14.10.2015

⇒ Sowerby-Zweizahnwal in der Wohlenberger Wiek

Der Ostsee-Schnabelwal springt nahe der Küste hoch in die Luft.

Die Regierung von Neuseeland hat die Einrichtung eines riesigen Meeresschutzgebiets angekündigt. Die "Kermadec Ocean Sanctuary" genannte Meeresregion umfasst eine Fläche von 620.000 km² und ist damit größer als das territoriale Frankreich. In der noch weitestgehend unberührten Region sind für die Meeresumwelt negative Aktivitäten wie Fischfang und die Suche nach Bodenschätzen verboten.

In den Gewässern rund um die im südwestlichen Pazifik gelegenen, unbewohnten Kermadecinseln leben zahlreiche seltene und bedrohte Arten, darunter mindestens 35 Delfin- und Walarten, Meeresschildkröten und Vögel. Der im gesamten Südpazifik beheimatete Kermadec-Sturmvogel ist nach diesen Inseln benannt und kann in den Gewässern rund um die Inselgruppe ganzjährig beobachtet werden. Regierungschef John Key stellte die Pläne Ende September am Rande einer UN-Vollversammlung in New York vor.

Offensichtlich überrascht wurde die Fisch- und Bergbauindustrie Neuseelands, der keinerlei "Vorwarnung" gegeben wurde.
GRD-Presse, 05.10.2015

Karte der Kermadec Inseln bei Neuseeland

Gemeine Delfinen surfen in den Wellen vor der Azoreninsel Pico.

Am 1. September begann unsere Wal- und Delfinexkursion auf der Insel Pico. Ein perfekter Ort, um Wale und Delfine in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten. Bis zum 11. September hatten wir genügend Zeit, um viel über das Verhalten der Meeressäugetiere zu erfahren und sie hautnah in ihrem Lebensraum zu erleben.

Die Delfine entscheiden, ob sie Kontakt zu den Menschen aufnehmen wollen
Erlaubte es die Situation, konnten wir auch mit wilden Delfinen schnorcheln! Doch dies entschieden die wild im weiten offenen Ozean lebenden Tiere. Sie werden hier nicht von Touristenboote gehetzt - das Wohl der Tiere hat erste Priorität!

Organisiert wurde die Reise durch Pico Sport, stationiert in Madelena. Wissenschaftlich begleitete die Biologin Angela Ziltener von unserem Projektpartner "Delfinschutz im Roten Meer" Dolphin Watch Alliance (DWA) die Reisegruppe. Sie vermittelte viel Wissenswertes über die Biologie und den Schutz der Meeressäugetiere.

Auf den Azoren werden die Richtlinien vorbildlich und strikt kontrolliert
Einweisung von Angela Ziltener fuer Gäste der Azoren-Delfinexkursion.Für einen nachhaltigen Tourismus ist es wichtig, dass Richtlinien (Code of Conduct) bestehen und auch angewandt werden. Unzählige wissenschaftliche Studien zeigen, dass "Wale Watching" und "Schwimmen mit Delfinen-Programme" ein hohes Maß an Stress für wilde Delfine darstellen können. Begegnungsgarantien setzen die Veranstalter unter Druck und führen zu Hetzjagden, die nicht zum Wohle der Tiere und der Natur sind. Deshalb haben wir uns für die Azoren entschieden.

Auf den Azoren werden die Richtlinien vorbildlich und strikt kontrolliert. Wer sich nicht daran hält, muss hohe Geldstrafen zahlen und/oder verliert seine Lizenz. Nur so kann nachhaltiger Tourismus betrieben werden! Es werden auch "Landspotters" eingesetzt, welche die Tiere (und die Boote) von der Ferne aus beobachten und den Touren Bescheid geben, wo welche Tiere zu finden sind.

Delfinschulen von über 200 Gemeinen Delfinen
Auf unseren Touren konnten ortstreue Arten wie Gemeine Delfine, Atlantische Fleckendelfine, Atlantische Große Tümmler, Rundkopfdelfine und Pottwale hervorragend beobachtet werden. An manchen Tagen hatten wir Delfinschulen von über 200 Gemeinen Delfinen. Auch trafen wir auf eine grössere Gruppe von über 100 Atlantischen Grossen Tümmlern.

Delfine schwimmen auch während des Schlafs - einäugig
Schnorcheln mit Atlantischen Großen Tümmlern vor Pico.Es war für alle Teilnehmer sehr beeindruckend, diese Tiere über und unter Wasser zu beobachten. Was viele nicht wussten: Delfine schwimmen auch während des Schlafs. Oft eng zusammen in Gruppenformation kommen sie in regelmäßigen Abständen an die Wasseroberfläche um zu Atmen und tauchen dann wieder ab. Eine Gehirnhälfte schläft dabei, die andere ist wach. Das gegenüberliegende Auge der schlafenden Hälfte ist zu, das andere offen.

Dieses Schlafverhalten konnte für den Atlantischen Großen Tümmler an einem Tag vom Boot aus sehr schön beobachtet werden. Es wurde auch ein "Hydrophon" eingesetzt, um die Tiere unter Wasser zu hören. Bei einer Sonnenuntergang-Ausfahrt hatten wir das Glück, drei ausgewachsene Pottwalweibchen und ein Jungtier zu sichten. Von weitem konnten wir das Kalb sogar springen - sogenanntes breaching - sehen!

Nachhaltiger Delfin-Tourismus ist möglich!
Die Richtlinien der Azoren sind vorbildlich und zeigen, dass nachhaltiger Tourismus möglich ist. Wir konnten mit „gutem Gewissen“ eindrückliche Sichtungen erleben und diesen wundervollen Meeressäugetieren den Respekt entgegenbringen, den sie verdienen.

Ganz herzlichen Dank für die tolle Organisation von Pico Sport! Vom Reisepreis fließen 10 Prozent in das von uns unterstützte DWA-Projekt „Delfinschutz im Roten Meer“ - ganz herzlichen Dank dafür!
GRD-Presse, nach Informationen von Angela Ziltener, September 2015

Organisation: Pico Sport | Wissenschaftliche Begleitung: Dolphin Watch Alliance

Delfinexkursion Azoren 2016
Die nächste Delfinexkursion ist im Juni 2016 geplant (18.6. bis 28.6.2016):

⇒ Vollständiger Bericht: Wal- und Delfinexkursion Azoren, 1.-11. September 2015 (PDF)

⇒ Reisetipps - Delfine erleben: mit verantwortungsvoll operierenden Veranstaltern

⇒ Delfinschutz im Roten Meer

Buckelfin traegt totes Baby, das quer auf seinem Rücken vor der Finne liegt. Delfine gehören neben den großen Primaten, Elefanten und dem Menschen zu den wenigen Tierarten, von denen wir seit einigen Jahren wissen, dass sie um ihre Toten trauern.

Aber bereits vor fast 20 Jahren erlebte Horst Liebl im Persischen Golf etwas, das noch viel weiter zu gehen scheint als gemeinschaftliche Trauer. Haben Delfine so etwas wie Beerdigungsplätze, zu denen sie ihre Toten bringen?

Der Autor selbst spricht von einem Wunder, dessen Zeuge er werden durfte, und welch tiefe Dankbarkeit er noch heute verspürt, dass die Delfine ihn zumindest eine Zeit lang Teil haben ließen an dieser Offenbarung - wie er es nennt:

"Die Szene erfüllte mich mit mehr Ehrfurcht, Achtung und Bewunderung, als ich sie je in einer dunklen Kathedrale gespürt hatte. Ich war völlig sprachlos. Deutlich konnte man die stille Trauer dieser einzigartigen Geschöpfe spüren, wie sie ihr kleinstes Mitglied auf seiner letzten Reise begleiteten..."

⇒ Weiterlesen: Requiem für einen Delfin

Das ist wirklich selten: In der Zeit um Pfingsten wurden zwischen der Hohwachter Bucht und der Insel Fehmarn mehrfach zwei Große Tümmler gesichtet, die ihre mehr als erstaunten Beobachter mit munteren Sprüngen unterhielten.

Große Tümmler kommen in der Ostsee eigentlich gar nicht vor.

Am Pfingstsonntag tauchten die beiden Tümmler beim Weißenhäuser Strand auf und wurden dabei von zwei Anglern gefilmt, die ihren Augen und Ohren nicht trauten. Für Schweinswale waren sie viel zu groß, zudem machten die seltenen Ostseegäste auch noch Geräusche, die so gar nicht nach Schweinswal klangen.

Filme und Fotos bestätigen die Identität des Delfin-Duos
Die Analyse der von einer ganze Reihe Seglern und Touristen gemachten Fotos und Videos beseitigte schnell alle Zweifel: Es handelt sich um zwei Große Tümmler (Tursiops truncatus). Die Art kommt zwar in der Nordsee vor, aber nicht in der Ostsee.

Eine weite Reise in unbekannte Gewässer
Wahrscheinlich sind die beiden, die zuletzt am 25. Mai vor Fehmarn von zwei Seglern gesichtet wurden, über Skagerrak und Kattegat in die Ostsee geschwommen. Mit Hilfe ihres ausgezeichneten Orientierungssinns sollten sie es auch wieder zurück in die Nordsee schaffen - wenn ihnen die Ostsee irgendwann zu langweilig geworden sein sollte.

Todesfalle Stellnetz
Ein wenig Daumendrücken, dass sie ihren Ausflug heil überstehen, kann allerdings nicht schaden. Die vielen in der Ostsee ausgebrachten Stellnetze sind für sie, wie auch für ihre kleineren Verwandten, die Schweinswale, eine tödliche Gefahr.
U. Karlowski, 01.06.2015
Video mit freundlicher Genehmigung von Stefan Schipper

Drei im türkischen Delfinarium Sealanya gefangene Große Tümmler dümpeln traurig an der Wasseroberfläche vor einer Absperrung zu einem anderen Becken. Ein Delfin befindet sich direkt mit dem Maul an der Absperrung.Für Delfine, Wale und weitere 31 Tierarten brachte die elfte Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS), die am 09.11.2014 im ecuadorianischen Quito endete, einige erfreuliche Ergebnisse.

Größte und wichtigste Gruppe der neu in die CMS-Schutzlisten aufgenommenen Tiere sind 21 Hai-, Rochen- und Sägefischarten. Auf der Konferenz wurde unterstrichen, dass diesen Arten, die auch kommerziell befischt werden, bessere Überlebenschancen gewährt werden sollen.

Für Mantas und Teufelsrochen gilt sogar ein absolutes Fangverbot. Bedauerlicherweise gehören allerdings große Fischereinationen wie Russland, China und Japan nicht zu den 120 Mitgliedsländern der CMS.

Auch die Cuvier-Schnabelwale (Ziphius cavirostris) im Mittelmeer haben jetzt den höchsten CMS-Schutzstatus. Diese besonders lang und tief tauchende Art (bis zu 40 Min. mit Tauchtiefen von über 1000 m) ist besonders durch akustische Meeresverschmutzung gefährdet, wie sie z.B. im Zusammenhang mit militärischen Sonarübungen oder seismischen Messungen zur Erkundung von Erdgas- und Erdöllagerstätten auftritt, gefährdet.

Resolution gegen Lebendfänge von Delfinen und Walen für Delfinarien
CMS-Mitgliedsländer sind jetzt gefordert, nationale Gesetze zu schaffen, die den Fang wild lebender Delfine und Wale zu kommerziellen Zwecken verbieten. Außerdem sollen CMS-Länder den Import und internationalen Transit von Delfinen und Walen zu kommerziellen Zwecken unterbinden und Staaten, die sich nach wie vor an Fangaktionen für kommerzielle Zwecke beteiligen, zur Einstellung der Fänge auffordern.

Resolution zur Bedeutung von Kultur bei intelligenten Säugetierarten
In einer weiteren Resolution erkannten die über 900 CMS-Delegierten an, dass einige hoch entwickelte Säugetierarten wie z.B. verschiedene Delfin- und Walarten aber auch Menschenaffen und Elefanten eine nicht-menschliche Kultur entwickelt haben. Von der Erforschung derartiger nicht-menschlicher kultureller Entwicklungen erhofft man sich wichtige Argumente für den Schutz dieser Tierarten.

So hat der Verlust oder die Entnahme bestimmter, bedeutender Individuen bei diesen Arten weit über die bloße Reduzierung der Bestandszahl hinausgehende Folgen für die betroffene Gruppe oder Population. Der Verlust von Individuen mit speziellem kulturellem Wissen, wie z.B. einer speziellen Jagdtechnik, kann verheerende Auswirkungen haben.

Leider kein zusätzliches Geld für den Tier- und Artenschutz
Ein ganz entscheidender Punkt wurde auf der Konferenz jedoch abgeschmettert. Mit Verweis auf die Finanzkrise lehnten die Mitgliedsstaaten eine Erhöhung des CMS-Etats leider ab.
U.Karlowski, 10.11.2014

Weiterführende Informationen:

⇒ Indien erkennt Delfine als nicht-menschliche Personen an

⇒ Traurige Bilanz des "UN-Jahr des Delfins 2007/2008"

Ein Paracas-Tümmler lugt aus dem Wasser und schwimmt dabei langsam auf uns zu, seine Rückenfinne ist gerade dabei die Wasseroberfläche zu durchbrechen. In Europa sollen über 70 neue marine Schutzgebiete entstehen. Auch die Lebensräume zahlreicher Delfin- und Walarten werden damit einen besseren Schutzstatus erhalten.

Im Anschluss an die diesjährige Tagung der Nordostatlantik-Staaten, auch Oslo-Paris-Konvention (OSPAR) genannt, haben Schottland, Spanien und Portugal über 70 neue Meeresschutzgebiete ausgerufen beziehungsweise angekündigt.

In den jetzt ausgerufenen Schutzzonen leben zahllose, zum Teil seltene und bedrohte Meerestierarten, die nicht es aber noch nicht auf die Liste der schützenswerten Arten und Lebensräume der EU geschafft haben, wie Tiefseehaie, Korallengärten oder Schwämme. Jetzt wurden erstmals zusätzliche Kriterien der Roten Liste des OSPAR-Abkommens angewandt, um auch von der EU nicht geschützte Arten zu erfassen.

Werden Tiefseegebiete jetzt endlich vor der Fischerei geschützt?
Die faszinierende Tiefsee ist der größte Lebensraum unseres Planeten und dem Menschen noch weitgehend unbekannt. Und doch dringt die Fischerei weiter in die Tiefsee vor, Bodenschleppnetze, die den Meeresboden wie einen Acker umpflügen zerstören innerhalb kurzer Zeit unwiederbringlich tausende Jahre alte Tiefseekorallenriffe bis in Tiefen von 2000 Metern. Auch die Erschließung von Rohstoffen aus der Tiefsee birgt enorme Gefahren für diesen fragilen Lebensraum.

Schottland: 30 neue Meeresschutzgebiete
Bereits im Juli 2014 hatte die schottische Regierung 30 neue Meeresschutzgebiete ausgerufen, die Meeresgebiete, die zu Schottland gehören, sind die viertgrößten der EU. Hier leben viele seltene und teilweise stark bedrohte Arten wie Kaltwasserkorallen, Delfine, Wale, Riesenhaie und zahlreiche Seevogelarten.

Spanien und Portugal schützen Seeberge
Spanien meldete 43 neue Schutzzonen an. Portugal hatte bereits im Juli 2014 die Ausweisung von zwei großen Seebergkomplexen angekündigt. Darin liegen die Große Meteorbank und die Gorringebank, die sich durch ihre Größe auszeichnen. Zusammen umfassen sie eine Fläche von rund 250.000 Quadratkilometern, was in etwa der Fläche Großbritanniens entspricht.

Seeberge, mit ihren vielen unterschiedlichen Lebensräumen, sind wahre Schatzkammern der Unterwasserwelt. Auch eine der von Spanien erklärten Schutzzonen ist ein Seeberg, die so genannte Galizienbank, die etwa 200 Kilometer westlich der spanischen Küste liegt.

Ausgestaltung der Schutzgebiete wird entscheidend sein
Jetzt gilt es allerdings, die neuen Schutzgebiete im Sinne eines effektiven und vorsorglichen Meeresschutzes auszugestalten. Verbote für Fischerei, Schifffahrt, oder die Nutzung von Bodenschätzen und seismischen Explorationen zur Gas- und Ölsuche müssen folgen.

Die GRD sieht in den neuen Schutzgebieten eine große Chance für den Erhalt der marinen Artenvielfalt in der EU.

Der berühmte australische Buckeldelfin "Mystique" war deutlich rosa gefärbt. Hier liegt er im klaren sehr flachen Wasser und streckt seine lang gezogene Schnauzenspitze vorsichtig dem Betrachter entgegen ein wenig aus dem Wasser. Der geplante Bau der dritten Landebahn des Hongkong International Airport gefährdet das Überleben der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis) in den Gewässern der Millionenmetropole.

Seit Jahren warnen Experten vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong.

Eine sehr küstennah lebende Delfinart
Das Verbreitungsgebiet der auch als Indopazifischer Buckeldelfin bekannten Art erstreckt sich auf die Küstengewässer des Indischen und Westpazifischen Ozeans. Man findet sie z.B. in der Straße von Taiwan, vor der afrikanischen Ostküste, vor Australien und China. Gelegentlich werden sie auch im Mündungsbereich von Flüssen gesichtet.

Küstennahe menschliche Aktivitäten stellen diese Delfinart vor große Probleme, da sie ganz überwiegend in Küstennähe und flachen Gewässern lebt. Selten halten sich die Tiere in Wassertiefen von mehr als 20 Metern auf. Nach Schätzungen der Chinesischen Akademie für Fischereiwissenschaften sollen nur noch rund 2000 dieser Meeressäuger in den Meeresgebieten rund um China leben.

Rätselhafter Anstieg der Jungensterblichkeit
Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanSeit mehr als einem Jahr wird in den Gewässern vor Hongkong ein besorgniserregender Anstieg der Jungensterblichkeit unter den Delfinen beobachtet. Vermutungen, dass die kleinen Delfine an kontaminierter Muttermilch sterben, konnten bislang allerdings nicht bestätigt werden.

Landgewinnung für neue Landebahn
Für den Bau der dritten Landebahn des Hongkong International Airport werden 672 Hektar Land trockengelegt. Die Kapazität des Flughafen soll so bis 2030 auf jährlich 102 Millionen Passagiere erweitert und die Frachtkapazität auf 8,9 Millionen Tonnen pro Jahr ausgebaut werden.

Für die Delfine wäre besonders die Bauphase durch Unterwassersprengungen und –ausbaggerungen und zusätzlichem Schiffsverkehr mit erheblichen zusätzlichen Belastungen wie Verschmutzung, Lärm sowie Gefahr durch Schiffskollisionen verbunden. Zusätzlich verkleinert die neue Landebahn ihren Lebensraum. Professor Lam Chiu-ying von der Chinesischen Universität von Hongkong schlägt deshalb vor, die Auslastung der beiden bestehenden Landebahnen zu erhöhen.

Nur noch knapp 1100 Delfine leben vor Hongkong
Im Rahmen eines Langzeitsprojekts des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Umweltschutz Hongkongs wurden vom April 2012 bis zum März 2013 die in den Gewässern um Hongkong lebenden Chinesischen Weißen Delfine von Schiffen, Helikoptern, mit Hydrophonen und von Beobachtungsstationen an Land aus gezählt. Dabei fand man 345 Gruppen mit insgesamt 1097 Delfinen – der niedrigste Stand seit 10 Jahren.

Besonders in den Gewässern um die Insel Lantau, der größten Insel Hongkongs, stellten die Wissenschaftler einen starken Rückgang der Bestände fest. Diese waren auf den niedrigsten Stand innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 10 Jahren gefallen.

Ihre Beliebtheit hilft ihnen nicht
Zwei Chinesische Weiße Delfine vor der Küste von Mosambik, Mutter mit Jungtier, das gerade direkt neben ihrer Rückenfinne auftaucht und dabei den Kopf aus dem Wasser streckt. Es hilft den oft rosa gefärbten langschnabeligen Tieren mit ihrem charakteristischen Buckel offenbar wenig, dass sie als eine Art Maskottchen für die Giga-Metropole gelten und sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen. Zu groß sind Landhunger und wirtschaftlicher Wachstumsdruck der drittgrößten Metropolregion der Volksrepublik China.

Delfinmutter "bestattet" ihr totes Baby
Im Juli 2012 sorgte ein sehr bewegendes Video über einen weiblichen Chinesischen Weißen Delfin weltweit für Aufsehen. Es zeigte wie die Delfinmutter ihr durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer brachte. Aus menschlicher Perspektive gesehen, hatte dieses Verhalten fast schon den Anschein eines Bestattungsrituals.
U. Karlowski, Juli 2014

Zwei Chinesische Weiße Delfine vor der Küste von Mosambik, Mutter mit Jungtier, das gerade direkt neben ihrer Rückenfinne auftaucht und dabei den Kopf aus dem Wasser strecktAn der Westküste von Taiwan wird das erste Schutzgebiet für die bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis), die auch Buckeldelfine genannt werden, entstehen, wie "Taiwan Today" berichtet.

Die 763 Quadratkilometer große Schutzzone umfasst das Meeresgebiet zwischen dem im zentralen Westen der Insel gelegenen Fischereihafen von Longfeng (Miaoli Distrikt) und dem Leuchtturm auf der Waisanding Sandbank (Chiayi Distrikt) im Süden, auf Höhe der in der Formosa- oder Taiwanstraße liegenden Penghu- oder Pescadoreninselgruppe.

Effektiver Schutz einer sensiblen Küstenregion
Nach Aussagen der staatlichen Landwirtschaftsbehörde sollen in der Schutzzone fortan Baumaßnahmen an der Küste und Fischereiaktivitäten strengen Restriktionen unterliegen. Ziel sei es, die besonders sensiblen und für die Delfine aber auch einheimische Fischpopulationen wichtigen Überflutungsbereiche zu schützen.

Rettung einer stark bedrohten Delfinpopulation in letzter Minute?
Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanDas Verbreitungsgebiet der Chinesischen Weißen Delfine erstreckt sich auf die Küstengewässer des Indischen und Westpazifischen Ozeans. Man findet sie z.B. in der Taiwanstraße, vor der afrikanischen Ostküste, vor Australien und China. Gelegentlich werden sie auch im Mündungsbreich von Flüssen gesichtet.

Die in der Taiwanstraße lebende Population hat stark unter menschlichen Aktivitäten wie Überfischung, Lärm, Wasserverschmutzung und baulichen Eingriffen an der Küste gelitten. Nur noch etwa 100 Tiere sollen heute dort leben.

Taiwan will seine Delfine vor der Ausrottung bewahren
In 2008 wurden Chinesische Weiße Delfine in Taiwan zur bedrohten Art erklärt, seit 2009 gibt es eine Task-Force, die sich für eine Erholung des Bestands einsetzt. Im September 2010 verabschiedete das Landwirtschaftsministerium einen umfassenden Schutz- und Managementplan, der neben direkten Schutzmaßnahmen auch Umweltbildungskampagnen für die Bevölkerung enthält.

Auch Fischer beteiligen sich und nehmen Einschränkungen in Kauf
Nach intensiven Gesprächen mit der Fischfangindustrie und lokalen Fischern, stimmten diese schließlich zu, dass im Schutzgebiet nur noch selektiver Fischfang möglich ist, Trawler, die unterschiedslos fangende Netzte, wie z.B. Schleppnetze, einsetzen, dürfen sich der Küste nicht näher als bis auf 3 Seemeilen nähern. Zudem wollen die Fischer sich beim Delfinmonitoring beteiligen und Patrouillenfahrten durchführen.

Was in Taiwan geht, geht in Deutschland leider nicht
Was den Taiwanesen gelingt, gemeinsam mit allen Beteiligten einen effektiven Rettungsplan für eine hochgradig bedrohte Meeressäugerpopulation auf den Weg zu bringen, ist in Deutschland offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit.

So geht die halbseidene Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion in Schleswig-Holstein, die der grüne Umweltminister Robert Habeck zum angeblichen Schutz unserer vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswale als großen Erfolg proklamiert, völlig an den eigentlichen Schutzbedürfnissen vorbei und wird nach Ansicht von Experten keinerlei positive Wirkung für das Überleben der Schweinswale entlang der deutschen Ostseeküste zeitigen.

Rätselhaft, beliebt und bedroht: Chinesische Weiße Delfine
Der berühmte australische Buckeldelfin "Mystique" war deutlich rosa gefärbt. Hier liegt er im klaren sehr flachen Wasser und streckt seine lang gezogene Schnauzenspitze vorsichtig dem Betrachter entgegen ein wenig aus dem WasserObwohl Chinesische Weiße Delfine extrem küstennah leben, sind sie bislang kaum erforscht. Die zwischen 2m und 3m großen und bis zu 200kg schweren Delfine zeichnen sich durch ihren charakteristischen längsgezogenen Rücken-Buckel in der Mitte ihres massigen Körpers, eine lange, schlanke Schnauze und die Farbvariationen ihrer Krperfarbe (Braungrau, Hellgrau, Pink oder Weiß) aus und werden z.B. auch "pink dolphins" genannt.

Die Tiere bevorzugen Mangrovensümpfe, Lagunen und Mündungen aber auch Areale mit Riffen, Sand- und Schlammbecken wo sie Fische, Krustentiere und Mollusken jagen. Jungtiere springen oft und machen dabei komplette Rückwärtssaltos. Gelegentlich liegen diese Delfine auf der Seite und "winken". Die langsam schwimmenden Tiere schließen sich gern mit Großen Tümmlern, Indischen Schweinswalen und Ostpazifischen Delfinen zusammen.

Ihre ausgeprägte menschennahe Lebensweise macht diese Delfinart besonders anfällig. Zu den größten Gefahren zählen Lebensraumzerstörung und Beifang. In China gilt der Weiße Delfin auch als "Panda der Meere", da es sich um eine stark bedrohte Art handelt, die streng geschützt ist. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten der World Conservation Union (IUCN) ist die Art in der Kategorie "Gefährdung droht" eingestuft. Die in der Taiwanstraße lebende Population gilt laut IUCN als "stark bedroht" (critically endangered).

Delfinmutter "bestattet" ihr totes Babay
Im Juli 2012 sorgte ein sehr bewegendes Video eines Chinesischen Weißen Delfins weltweit für Aufsehen: Eine Delfinmutter trug ihr durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer, wo es seine letzte Ruhe finden sollte.

Augenzeugen berichteten, dass der kleine Körper des toten Babys der Mutter durch die starke Strömung immer wieder vom Rücken rutschte. Doch stets brachte sie den kleinen Delfin erneut in Position quer vor ihrer Rückenfinne, um ihn weiter zu transportieren, bis der Platz für die letzte Ruhe erreicht war. Insgesamt blieb die Mutter zwei bis drei Tage bei ihrem toten Baby.
27.04.2014 – U. Karlowski

Weitere Informationen:

⇒ Vor Hongkong sterben die rosa Delfine

⇒ China: Neues Forschungsinstitut für gefährdete Delfinart

Ein Kampf-Delfin der US-Navy springt aus dem Wasser, auf seinem rechten Flipper ist eine kleine Kamera angebracht befestigtUm kaum einen Aspekt der langen Geschichte der Delfin-Mensch-Beziehung ranken sich derart viele Mythen und Legenden wie um Kampfdelfine.

Was können diese hoch spezialisierten und gedrillten Tiere, was können sie nicht? Können sie feindliche Kampftaucher töten oder feindliche Schiffe und U-Boote durch das Anbringen von Haftminen versenken? Oder lassen sie sich doch "nur" als Meeres-Wachhunde und geschickte Minensucher einsetzen?

Den vielen Gerüchten um Training und Einsatz der "Soldaten der Meere" wurde kürzlich ein neues hinzugefügt. Nach der Krim-Annexion hieß es, "Putin hat jetzt auch Kampfdelfine". Denn mit der Übernahme der ukrainischen Marinebasen habe Russland nun auch eine Spezialeinheit militärisch ausgebildeter Großer Tümmler übernommen.

Propagandaschlacht um eine Geister-Delfin-Kampfeinheit
Vielleicht auch um den Russen ihren Triumph madig zu machen, erscheinen nur wenige Tage später, am 03. April, Berichte, nach denen es die ukrainische Kampfdelfine gar nicht gäbe. Angeblich habe die ukrainische Marine ihr Delfinprogramm bereits in den Neunzehnhundertneunziger Jahren eingestellt.

Demgegenüber stehen Meldungen aus der Ukraine vom Oktober 2012, man plane, zehn Große Tümmler zu Kampfdelfinen auszubilden, die angeblich bei der Landesverteidigung, so beim Anbringen von Minen an feindlichen Schiffen, eingesetzt werden sollen. Das Training in der auf der Halbinsel Krim gelegenen Hafenstadt Sewastopol habe bereits begonnen, hieß es damals aus Kreisen der Armee. Ukrainische Quellen vermuteten damals, es handele sich wohl eher um einen lukrativen Auftrag des iranischen Militärs, das plane, mit den Delfinen Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen oder ein entsprechendes Bedrohungsszenario aufzubauen.

Putin hat keine Kampfdelfine!
Selbst wenn die Ukraine 2012 begonnen haben sollte, Große Tümmler zu "biologischen Kampfeinheiten" auszubilden und die russische Marine diese Einheit nun übernommen hat, dann stehen diese Tiere erst ganz am Anfang einer harten, mindestens siebenjährigen Ausbildung. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass die russische Marine ein derart teures, militärisch unsinniges und enorm aufwendiges Ausbildungsprogramm fortführt.

Auslaufmodell Kampfdelfin
Navy and Air Force personnel manage dolphins aboard a C-17 Globemaster III aircraft en route to New CaledoniaEnde 2012 hatte die US-Navy angekündigt, auf Delfine als Helfer bei militärischen Einsätzen verzichten zu wollen. Bis 2017 sollen die etwa 80 in San Diego stationieren Kampfdelfine des jährlich rund 28 Millionen Dollar verschlingenden "US Marine Mammal Program" andere Aufgaben erhalten und durch Unterwasser-Roboter und Unterwasser-Drohnen ersetzt werden. Die Entscheidung der US-Militärs basiert natürlich nicht auf ethischen Überlegungen, sondern auf ökonomischen: Roboter sind billiger, brauchen keine langjährige Ausbildung und können in beliebiger Stückzahl eingesetzt werden – auch wenn die sensorischen Fähigkeiten der Delfine den Unterwasser-Drohnen immer noch überlegen sind.

Delfine können zum Beispiel Sprengsätze, die am Meeresgrund versteckt und mit Sediment zugedeckt sind, verlässlich aufspüren. Die Militärs machen sich dabei die Neugierde und das ausgeprägte Ortungsvermögen der Tiere zunutze. Hat der Delfin ein verdächtiges Unterwasserobjekt entdeckt, kann er es mittels einer Sonde markieren oder er schwimmt an die Oberfläche und gibt durch Zeichen zu verstehen, was er entdeckt hat. Als Belohnung gibt es etwas zu fressen.

Zuletzt waren sechs Navy-Tümmler im Oktober 2012 in der montenegrinischen Bucht von Kotor im Einsatz. Sie sollten dort nach Bomben, Torpedos und Minen suchen. Die Alt-Munition stammt sowohl aus den beiden Weltkriegen als auch aus den Kriegen beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens in den 90er-Jahren. Trotz großzügiger US-Finanzhilfen sahen sich die Behörden von Montenegro außer Stande, das explosive Erbe aus eigener Kraft unschädlich zu machen.

Im Irak-Krieg 2003 wurden vier Kampf-Delfine zur Minenräumung im Hafen von Um Kasar eingesetzt. Einer von ihnen, das 22 Jahre alte Männchen "Takoma", nutzte die Gelegenheit, um nicht wieder zurückzukehren. Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt.

Auch in der Ostsee waren im Jahr 2000 einige der US-Navy-Delfine zu Gast, im Rahmen eines NATO-Marinemanövers.

Rüstungswettlauf um Kampfdelfine im Kalten Krieg
Kampfdelfine gehörten zu Zeiten des Kalten Krieges zu einem der bestgehüteten militärischen Geheimnisse, um das ein regelrechtes Wettrüsten zwischen der USA und der ehemaligen UdSSR ausbrach. Seit 1959 trainiert die US-Navy wild gefangene Große Tümmler für militärische Zwecke und setzte sie erstmals in der Bucht von Cam Ranh im Vietnamkrieg sowie im ersten Golf-Krieg 1991 ein. Die mit speziellen Nasenwaffen ausgerüsteten Meeressäuger sollten dort feindliche Taucher aufspüren und töten.

Von Seiten der Militärs wird allerdings bis heute bestritten, dass Delfine jemals dazu ausgebildet wurden, Menschen anzugreifen oder gar Minen an Schiffen anzubringen – eine weitere der vielen wohl auf immer ungeklärt bleibenden Fragen rund um den Mythos der Kampfdelfine. Während es die Amerikaner zu Hochzeiten des Hypes um die "Soldaten der Meere" bis 140 Große Tümmler trainiert haben sollen, brachte es die hier nicht hintenanstehen wollende ehemalige UdSSR zuletzt auf über 120 Kampfdelfine in ihrem Ausbildungszentrum in Sewastopol. In den Jahren nach dem Zusammenbruch der Riesenreiches 1991 gingen sie dann in den Besitz der Ukraine über und wurden größtenteils verkauft, so an Delfin-Therapiezentren in der Türkei.

Der Blutzoll der Delfine
Ebenso streng geheim wie es das Trainingsprogramm an sich bis zu Beginn der Neunzehnhundertneunziger Jahre war, sind auch Angaben über Verluste bei den eingesetzten Delfinen. Nicht wenige dürften das harte Schicksal des Einfangens, Trainierens und regelmäßig stattfindenden Transportierens nicht überlebt haben. Wie viele von ihnen, wie "Takoma" im Irak, den Dienst durch "Flossenflucht" von sich aus quittierten, wird gleichfalls für immer ungeklärt bleiben.

Es steht zu hoffen, dass eines der schrecklichsten Kapitel in der Delfin-Mensch-Beziehung in wenigen Jahren nun endlich ein Ende gefunden haben wird.
U.Karlowski, 04. April 2014

Ein Großer Tümmler in der Paracas-Bucht voller Lebensfreude halb aus dem Wasser springend05.09.2013 - Das Parlament der Republik Uruguay, des zweitkleinsten Landes Südamerikas, hat ein Gesetz für einen besseren Schutz von Walen und Delfinen in seinen Küstengewässern verabschiedet.

Jagd, Besitz und Transport von Walen und Delfinen sind jetzt verboten. Das Verbot gilt sowohl für inländische als auch ausländische Schiffe. Man will so die Tiere auf ihren Wanderungen besser schützen und ein Anwachsen der Populationen erreichen. Das Gesetz wurde parteiübergreifend beschlossen. Uruguay will sich so international als Vorkämpfer für den Schutz bedrohter Wale und Delfine positionieren und gleichzeitig den eigenen Whale-Watching-Tourismus fördern.

In der neuen Schutzzone sind jegliche Aktivitäten verboten, die Meeressäuger gefährden können. Laut "poonal/npla.de" wurde die Initiative vor fast einem Jahr von der Organisation zum Schutz der Meeressäugetiere OCC (Organización para la Conservación de Cetáceos) eingebracht. OCC hatte das Projekt zusammen mit einer Gruppe von Schulkindern aus den südöstlichen Provinzen Maldonado und Rocha vorgestellt.

Das im Norden an Brasilien und im Westen an Argentinien grenzende Uruguay hat in den vergangenen Jahren stark auf die Entwicklung des Whale-Watching-Tourismus gesetzt. Entlang seiner 660 Kilometer langen Küste tummeln sich bis zu 26 Wal- und Delfinarten, unter anderem Glattwale, La-Plata-Delfine und Orcas. Besonderes touristisches Highlight sind die südlichen Glattwale (Eubalaena australis), auch Südkaper genannt, die sich von Juli bis Oktober an der uruguayischen Atlantikküste aufhalten.

Ähnliche Schutzzonen hatten bereits Brasilien, Mexiko, Panama, Chile, Costa Rica und die Dominikanische Republik auf den Weg gebracht. Es handelt sich um die Länder, die als "Gruppe von Buenos Aires" Mitglieder der Internationalen Walfangkommission (IWC) sind. Wiederholt scheiterten Versuche der Gruppe und weiterer südamerikanischer Länder bei der IWC, im Südatlantik ein Walschutzgebiet einzurichten, am Widerstand Japans und seiner Verbündeten. Zuletzt auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission im Juli 2012.
Ulrich Karlowski

Ein toter Großer Tümmler liegt auf einem StrandJetzt ist der Grund für das mysteriöse Delfinsterben entlang der US-amerikanischen Ostküste zwischen New Jersey und Virginia bekannt. Ein Morbillivirus soll für den Tod der etwa 330 Großen Tümmler verantwortlich sein, die seit Anfang Juli tot an die US-Ostküste angespült wurden. Dies teilte die Wetter- und Ozeanographiebehörde der USA (NOAA) jetzt mit. Die tatsächliche Zahl der an der Infektion gestorbenen Delfine dürfte weitaus höher sein, da der Großteil der gestorbenen Delfine nicht an Land gespült wurde, sondern im Meer bleibt.

Keine Wiederholung des Massensterbens von 1987
Damit hat sich die ursprüngliche Vermutung, es könnte sich um eine Wiederholung eines Infektionszuges handeln, an dem vor 26 Jahren, im Juli 1987, mindestens 750 Delfine an der US-Ostküste starben, nicht bestätigt. Damals durchgeführte Untersuchungen zeigten, dass Streptokokken und Vibrio-Bakterien – die den Delfinen normalerweise nichts anhaben können – eine Septikämie, eine Gesamtinfektion des Organismus durch Bakterien oder Toxine im Blut bei gleichzeitigem Ausbleiben der normalen Immunabwehr, ausgelöst hatten. So führten die sonst eher harmlosen Infektionen zu schweren inneren Blutungen mit tödlichem Verlauf.

Morbiliviren sind extrem ansteckend
Infektionen mit Morbilliviren, zu denen auch die Erreger der Staupe und der Rinderpest sowie das menschliche Masernvirus gehören und die extrem ansteckend sind, treten immer wieder in Delfinpopulationen auf. Das gefährliche Virus befällt die Atemorgane und das Nervensystem der Tiere und kann außer Delfinen auch andere Meeressäuger wie Finnwale oder Pottwale befallen. Auch wenn Große Tümmler normalerweise sich dem Virus gegenüber recht robust erweisen, könnte das Delfinsterben noch bis zum Frühjahr 2014 anhalten. Die Verbreitung des Virus kann nicht aufgehalten werden.

Massensterben im Mittelmeer
Besonders empfindlich reagieren Streifendelfine oder Blau-Weiße Delfine (Stenella coeruleoalba). So kam es 2007 zu einer Epidemie unter Streifendelfinen vor der Küste von Valencia, bei der über 35 Delfine starben. Dieser Virus war eine Variante des Morbillivirus, der Anfang der 1990er-Jahre die Population der Streifendelfine im Mittelmeer massiv schwächte. Auch damals ging sie von der spanischen Küste aus und verbreitete sich bis ins östliche Mittelmeer. Innerhalb von zwei Jahren sollen über 1200 Streifendelfine an der Infektion gestorben sein. Auch hier dürfte das wahre Ausmaß wesentlich höher gelegen haben, Schätzungen reichen von einer 10- bis 50-mal höheren Sterblichkeitsrate.
U. Karlowski, 28.08.2013

Zwei Chinesische Weiße Delfine vor der Küste von Mosambik, Mutter mit Jungtier, das gerade direkt neben ihrer Rückenfinne auftaucht und dabei den Kopf aus dem Wasser strecktIn den verschmutzten Gewässern vor der Millionenmetropole Hongkong treiben immer mehr tote Jungtiere der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis).

Experten warnen vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong.

Die Ursachen für das jetzt beobachtete Sterben von so vielen Jungtieren sind unklar, am ehesten kommen wohl die starke Verschmutzung der Gewässer, Überfischung, Schiffskollsionen und Lebensraumverlust durch Landgewinnungsprojekte als Ursachen in Frage.

Eine sehr küstennah lebende Delfinart
Das Verbreitungsgebiet der auch als Indopazifischer Buckeldelfin bekannten Art erstreckt sich auf die Küstengewässer des Indischen und Westpazifischen Ozeans. Man findet sie z.B. in der Straße von Taiwan, vor der afrikanischen Ostküste, vor Australien und China. Gelegentlich werden sie auch im Mündungsbereich von Flüssen gesichtet.

Küstennahe menschliche Aktivitäten stellen für diese Delfinart eine besonders starke Bedrohung dar, da sie ganz überwiegend in Küstennähe und flachen Gewässern lebt. Selten halten sich die Tiere in Wassertiefen von mehr als 20 Metern auf. Nach Schätzungen der Chinesischen Akademie für Fischereiwissenschaften sollen nur noch rund 2000 dieser Meeressäuger in den Meeresgebieten rund um China leben.

Vermutungen, dass die kleinen Delfine vor Hongkong an kontaminierter Muttermilch sterben, konnten bislang nicht bestätigt werden.

Niedrigster Stand seit 10 Jahren
Im Rahmen eines Langzeitsprojekts des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Umweltschutz Hongkongs wurden vom April 2012 bis zum März 2013 die in den Gewässern um Hongkong lebenden Chinesischen Weißen Delfine von Schiffen, Helikoptern, mit Hydrophonen und von Beobachtungsstationen an Land aus gezählt. Dabei fand man 345 Gruppen mit insgesamt 1097 Delfinen.

Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanBesonders in den Gewässern um die Insel Lantau, der größten Insel Hongkongs, stellten die Wissenschaftler einen starken Rückgang der Bestände fest. Diese waren auf den niedrigsten Stand innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 10 Jahren gefallen.

Ihre Beliebtheit hilft ihnen nicht
Es hilft den oft rosa gefärbten langschnabeligen Tieren mit ihrem charakteristischen Buckel offenbar wenig, dass sie als eine Art Maskottchen für die Giga-Metropole gelten und sich bei Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen. Zu groß sind Landhunger und wirtschaftlicher Wachstumsdruck der drittgrößten Metropolregion der Volksrepublik China.

Delfinmutter "bestattet" ihr totes Baby
Im Juli 2012 sorgte ein sehr bewegendes Video über einen weiblichen Chinesischen Weißen Delfin weltweit für Aufsehen. Es zeigte wie die Delfinmutter ihr durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer brachte, wo es seine letzte Ruhe finden sollte.
U. Karlowski, Juni 2013

NMMP dolphin with locatorWer dachte, die militärische Verwendung von Tieren im Krieg sei ein Relikt aus den Zeiten Hannibals, sah sich beim letzten Irak-Krieg getäuscht. Die US-Navy setzte vier sogenannte Kampf-Delfine sowie Seelöwen im Hafen von Um Kasar zur Minenräumung ein.

Die als "Soldaten der Meere" ausgebildeten Kampf-Delfine können feindliche Taucher töten und See-Minen aufspüren. Abgesehen von dem mehr als fragwürdigen militärischen Wert derartiger "Waffen" sind Ausbildung, Transport und Einsatz für die intelligenten Meeressäuger mit großen Qualen und Schmerzen verbunden. Viele Tiere überleben die harte Ausbildung nicht.

Seit 1959 trainiert die US-Navy wild gefangene Delfine für militärische Zwecke und setzte sie erstmals in der Bucht von Cam Ranh im Vietnamkrieg ein. Die mit speziellen Nasenwaffen ausgerüsteten Meeressäuger sollten dort feindliche Taucher töten. Kampf-Delfine gehörten zu Zeiten des Kalten Krieges zu einem der bestgehüteten militärischen Geheimnisse, um das ein regelrechtes Wettrüsten zwischen der USA und der ehemaligen UdSSR ausbrach.

Während die etwa 120 russischen Kampf-Delfine nach dem Zusammenbruch der UdSSR größtenteils verkauft wurden, setzte die USA die Tiere unter anderem im ersten Golf-Krieg 1991 und bei einem NATO-Manöver vor 3 Jahren in der Ostsee ein. Auch die Marine von Indien besitzt Kampf-Delfine, die gezielt Minen an feindlichen Schiffen anbringen können.

Die Militärs machen sich dabei die Neugierde und das ausgeprägte Ortungsvermögen der Tiere zunutze. Hat der Delfin ein verdächtiges Unterwasserobjekt entdeckt, kann er es mittels einer Sonde markieren oder er schwimmt an die Oberfläche und gibt durch Zeichen zu verstehen, was er entdeckt hat. Als Belohnung gibt es etwas zu fressen.

Doch für den Delfin "Takoma" war der Irakeinsatz nach nur zwei Tagen schon wieder zu Ende. Der 22 Jahre alte Große Tümmler verschwand angeblich gleich bei seiner ersten Mission. Vielleicht war Takoma" auch zu neugierig und wurde von einer Mine zerrissen. Ob entkommen oder getötet, das Ergebnis bleibt gleich. In der freien Wildbahn hat "Takoma" so gut wie keine Überlebenschance.

Zugeben würde die US-Navy den Tod des Tieres beim "Kampfeinsatz" sowieso nicht, das klingt für die amerikanische Öffentlichkeit ebenso unpopulär wie der Tod eigener Soldaten im Einsatz...
Ulrich Karlowski, Juni 2003

Ein Irawadi-Delfin schaut aus dem WasserNur wenige Tage nach der beunruhigenden Nachricht über das drohende Aussterben der etwa 70 noch im Mekong lebenden Irawadi-Delfine (Orcaella brevirostris) wurde die ebenso sensationelle wie kaum glaubliche Nachricht bekannt, dass Forscher der angesehenen Wildlife Conservation Society (WCS) im Süßwasser der Sundarbans, eines gigantischen Mangrovenwalds im Mündungsgebiet mehrerer Flüsse, und davor im Golf von Bengalen fast 6000 Irawadi-Delfine entdeckt haben.

Die WCS gab dies am 01.04.2009 auf einer Fachkonferenz bekannt und betonte zugleich, dass die Meeressäuger durch Fischerei und Klimawandel gefährdet seien.

Es handelt sich damit um das mit weitem Abstand größte bisher bekannte Vorkommen dieser Delfinart. "Die Entdeckung gibt uns große Hoffnung, dass die Irawady-Delfine eine Zukunft haben", erklärte der Leiter der Studie, Brian Smith. Bangladesch diene den Tieren eindeutig als wichtige Zuflucht. Daher müsse ihr Schutz in der Region höchste Priorität haben, forderte er.

Gelegentlich sind Irawadi-Delfine mit Chinesischen Weißen Delfinen zusehen, können aber mit diesen kaum verwechselt werden. Sehr häufig wird der Irawadi dagegen mit dem allerdings deutlich kleineren und finnenlosen Indischen Schweinswal oder mit Dugongs verwechselt.
01.04.2009 / Foto: © Department of Fishery of Thailand

16.07.2010 Wellington/Neuseeland - Der Große Tümmler "Moko" wurde im März 2008 weltweit durch eine beispiellose Rettungsaktion bekannt. Er nahm Kontakt zu zwei gestrandeten Zwergpottwalen auf und geleitete sie sicher aufs offene Meer. Warum "Moko" dies tat, ist völlig rätselhaft.

Jahrelang war "Moko" eine Attraktion an den Stränden der neuseeländischen Stadt Gisborne, Surfern und Kajakfahrern ging er allerdings immer wieder auf die Nerven. Am 9. Juli wurde er tot an einem Strand in der Nähe der neuseeländischen Stadt Gisborne gefunden und jetzt mit einer aufwendigen Feier beigesetzt. Mehr als 400 Menschen erwiesen ihm die letzte Ehre.

So beliebt der Meeressäuger zu Lebzeiten war, so ungewöhnlich war das Begräbnis. In einem blauen Sarg wurde der tote Delfin durch die Straßen getragen und dann mit einem Boot noch mal zu den Buchten gebracht, die er am liebsten besuchte. Beigesetzt wurde "Moko" schließlich auf der Insel Matakana, wo sein Kadaver eine Woche zuvor entdeckt worden war.

"Moko" wurde bekannt, weil er sich gerne in der Nähe des Strandes aufhielt und die Gesellschaft der Menschen suchte. Allerdings waren nicht alle davon begeistert: So machte es dem Delfin offenbar Spaß, den Surfern ihre Bretter zu klauen oder Kajakfahrer ins Wasser zu stoßen.
Quellen: sto/apn

Ein toter Schweinswal liegt am Strand des Schwarzen MeeresNach dem immer noch rätselhaften Delfin-Massensterben an der Nordküste von Peru, bei dem bislang etwa 1000 Langschnäuzige Gemeine Delfine und Burmeister-Schweinswale ums Leben kamen, ist jetzt auch im Schwarzen Meer ein schlimmes Delfin-Massensterben aufgetreten.

Nach Angaben ukrainischer Biologen sollen in den vergangenen zwei Wochen fast 200 Delfine und Schweinswale verendet und an der südöstlichen Krim-Küste gestrandet sein. Ein Tier jedoch konnte spektakulär gerettet werden. Die drei im Schwarzen Meer isoliert lebenden Kleinwal-Unterarten, Gemeiner Delfin, Großer Tümmler und Schweinswal, sind vom Aussterben bedroht und streng geschützt.

Größtes Massensterben von Meeressäugern im Schwarzen Meer seit mehr als zehn Jahren
Ukrainische Meeresbiologen gehen bislang von einer Vergiftung aus, da höchstens bei der Hälfte der gefundenen toten Meeressäuger die üblichen, durch Fischernetze verursachten Verletzungen festgestellt wurden. In ersten Meldungen hatte es noch geheißen, dass keines der gefundenen Tiere Netzspuren aufweist. Weitere Angaben über die Ursache der Vergiftung sind allerdings nicht bekannt. Ob die Ursache genauer untersucht wird, ist unklar aber eine speziell eingerichtete Kommission soll den Tod der fast 200 Tiere untersuchen.

Piratenfischer an Massensterben beteiligt
Auch von der russischen Schwarzmeerküste gab es in den vergangenen Wochen Meldungen über gestrandete Meeressäuger. In der Ukraine ist man der Meinung, dass Schwarzmeerfischer zumindest für einen Teil des Massensterbens verantwortlich sind. Sie hätten die in den Netzen verendeten Schweinswale und Delfine aus ihren illegalen Fangnetzen geschnitten. Meeresbiologen haben an der Küste der Ukraine besonders viele zerfetzte Netze entdeckt. In der Ukraine wird das Töten von Delfinen mit einer Strafe von umgerechnet etwa 250 Euro geahndet, wenn man die Täter denn findet, was in den seltensten Fällen gelingen dürfte.

Ein verirrter Delfin konnte durch eine ungewöhnliche Aktion gerettet werden. Das entkräftete Tier hatte sich in einem schmalen Kanal des Schwarzen Meeres verirrt. Ein Mann hob es kurzer Hand aus dem Wasser, rief ein Taxi, das den Delfin in rasanter Fahrt in den nächsten Hafen, Kertsch, transportierte. Dort wurde er dann freigelassen.
GRD-Presse, 18.05.2012

Weitere Informationen:

⇒ Peru: Delfin-Massensterben durch Dynamitfischerei?

Chinesische Weiße Delfine vor der Küste von MosambikIn der südchinesischen autonomen Region Guangxi hat ein Forschungsinstitut, zu dessen Zielen besonders der Schutz der seltenen Chinesischen Weißen Delfine oder Buckeldelfine (Sousa chinensis) gehört, seine Arbeit aufgenommen. Dies meldet CRIonline.

Das Institut ist eine gemeinsame Einrichtung der regionalen Ämter für Wissenschaft und Technik und dem Institut für Ozeanographie unter der staatlichen Meeresverwaltung.

Spielende schneeweiße Delfine
Erstmals wurde diese Delfinart 1765 von dem schwedischen Entdecker Per Osbeck beschrieben. Osbeck war höchst erstaunt, als er im Chinesischen Meer "spielende schneeweiße Delfine" fand.

Chinesische Weiße Delfine leben in den Küstengewässern des Indischen und Westpazifischen Ozeans, werden 2 m bis 3 m groß und bis zu 200 kg schwer. Sie zeichnen sich durch ihren charakteristischen längs gezogenen Rücken-Buckel in der Mitte ihres massigen Körpers, eine lange, schlanke Schnauze und die reichen Farbvariationen ihrer Körperfarbe (braungrau, hellgrau, pink oder weiß) aus. Die küstennah lebenden Tiere bevorzugen Mangrovensümpfe, Lagunen und Mündungen aber auch Areale mit Riffen, Sand- und Schlammbecken, wo sie Fische, Krustentiere und Mollusken jagen.

Jungtiere springen oft und machen dabei komplette Rückwärtssaltos. Gelegentlich liegen diese Delfine auf der Seite und "winken". Die langsam schwimmenden Tiere schließen sich gern mit Großen Tümmlern, Indischen Schweinswalen und Ostpazifischen Delfinen zusammen.

Unzureichend erforscht und stark bedroht
Toter Chinesischer Weißer Delfin (Beifangopfer wird ausgeweidet)Es handelt sich um eine nur unzureichend erforschte Delfinart, über die man nur wenig weiß. Sie steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten der World Conservation Union (IUCN) in der Kategorie "potenziell gefährdet". Die in der Straße von Taiwan lebende Population gilt laut IUCN als "vom Aussterben bedroht". Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES/WA) stehen sie auf Anhang I der gefährdeten Arten, d.h. der internationale Handel mit diesen Tieren ist verboten.

Menschliche Aktivitäten stellen für diese Delfinart eine besondere Bedrohung dar, da sie überwiegend küstennah in flachen Gewässern leben. Zu den größten Gefahren zählen Lebensraumzerstörung und Beifang. Gelegentlich werden sie in Afrika und auf Madagaskar auch direkt für den menschlichen Verzehr getötet.

Der Panda der Meere
Im Juli 2012 gelangte ein Sousa-Weibchen zu trauriger, weltweiter Berühmtheit. Chinesische Touristen beobachteten bei einer Bootstour für Delfin-Ausflüge vor der Küste der Provinz Guanxi wie die Delfinmutter ihr durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer transportierte, wo es seine letzte Ruhe finden sollte.

In China gilt der Weiße Delfin auch als "Panda der Meere", da es sich um eine stark bedrohte Art handelt, die sehr streng geschützt ist. Die Chinesische Akademie für Fischereiwissenschaften schätzt, dass nur noch rund 2000 Tiere in den Meeresgebieten rund um China leben, hauptsächlich im Meeresgebiet um die Stadt Xiamen und im Mündungsgebiet des Perlflusses sowie im Golf von Sanniang bei Qinzhou in Guangxi.
U.Karlowski, August 2012

Ein Irawadi-Delfin schaut aus dem WasserKambodscha will die hochgradig vom Aussterben bedrohte Population der Mekong-Irawadi-Delfine besser schützen und hat auf einem 180 Kilometer langen Mekongabschnitt zwischen der östlichen Provinz Kratie und der Grenze zu Laos ein Schutzgebiet eingerichtet. Hier sollen zukünftig fischereiliche Aktivitäten mit Stellnetzen und Fischkäfigen verboten sein, gänzlich verboten wird der Fischfang im Schutzgebiet allerdings nicht.

Ob die Maßnahmen noch rechtzeitig greifen, bleibt abzuwarten. Die Population der Irawadi-Delfine im Mekong soll laut der jüngsten Zählung aus nur noch etwa 70 Tieren bestehen. "Die Situation für diese Population ist extrem kritisch, die Einrichtung des Schutzgebietes ist vielleicht ihre allerletzte Chance auf Überleben, Beifangverluste in der Fischerei sind ein wesentlicher Faktor für den Rückgang des Bestandes"“, meint die GRD. Allerdings ist die Mekong-Population zusätzlich durch Inzucht und die Schwächung ihres Immunsystems durch Pestizide und Giftstoffe (DDT und PCB) gefährdet. Besonders das Immunsystem der Delfinkälber, die die gefährlichen Substanzen über die Muttermilch aufnehmen, wird zunehmend geschwächt.

Das Insektizid DDT ist in Kambodscha zwar offiziell verboten, kommt jedoch immer noch zum Einsatz und gelangt so in das Ökosystem. PCB findet sich vor allem in Schiffsanstrichen, wo es Algenbewuchs verhindern soll. Es gibt keine Hoffnung, die Einleitung der Giftstoffe rechtzeitig zu stoppen.

Als sehr küstennah lebende Delfinart leiden Irawadi-Delfine besonders unter negativen anthropogenen Umwelteinflüssen
Karte der Verbreitungsgebiete der Irawadi-Delfine (Orcaella brevirostris)Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN sind vier der fünf Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins vom Aussterben bedroht. Prekär ist die Lage der rund 30 Tiere im thailändischen Songkhla-See, wo in fünf Jahren 20 Delfine in Fischernetzen verendet sind.

Es handelt sich um eine weitgehend unbekannte Delfinart, stellenweise sollen sie in ihren Verbreitungsgebieten noch häufig vorkommen.

Irawadis (Orcaella brevirostris) stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN mit dem Status "gefährdet" (mittelfristig hohes Risiko des Aussterbens). Die bis 2,6 m großen, hell gefärbten und äußerlich einem Belugawal ähnelnden Delfine sind in seichten Küstengewässern des tropischen Indopazifiks und großen Flusssystemen, wie Ganges oder Mekong, verbreitet. Irawadi-Delfine können bis zu 1300 Kilometer flussaufwärts wandern, manche wiederum leben vermutlich zeitlebens im Salzwasser. Sie halten sich nur wenige Kilometer von der Küste entfernt auf. Wie viele Exemplare es überhaupt noch gibt, ist nicht bekannt.

Irawadi-Delfine können ihren Gesichtsausdruck ändern
Der Irawadi-Delfin gehört zur Gruppe der Meeresdelfine. Wegen seiner Ähnlichkeit mit Belugas wird er, als sein tropisches Äquivalent, oft auch zur Familie der Monodontidae (Gründelwale) gezählt. Beluga und Irawadi sind die einzigen Cetaceen, die ihren Gesichtsausdruck ändern können. Ähnlich wie der Beluga und der Narwal hat der Irawadi ein bewegliches Genick.

Gelegentlich sind Irawadi-Delfine mit Chinesischen Weißen Delfinen zu sehen, können aber mit diesen kaum verwechselt werden. Sehr häufig wird der Irawadi dagegen mit dem allerdings deutlich kleineren und finnenlosen Indischen Schweinswal oder mit Dugongs verwechselt.

2005 wurden die Tiere vor Australien und Papua Neuguinea als eigene Art Orcaella heinsohni, Australischer Stupsfinnendelfin, eingestuft.

2009 entdeckten Forscher der Wildlife Conservation Society (WCS) im Süßwasser der Sundarbans (Bangladesch), eines gigantischen Mangrovenwalds im Mündungsgebiet mehrerer Flüsse, und davor im Golf von Bengalen fast 6000 Irawadi-Delfine.
August 2012; U.Karlowski

Ein Hector- oder Mauidelfin im SprungDie nördliche Unterart des neuseeländischen Hectordelfins, die Maui-Delfine (Cephalorhynchus hectori maui), steht unmittelbar vor der Ausrottung. Jüngste Zählungen in den Küstengewässern der Nordinsel Neuseelands ergaben, dass ihre Populationsgröße auf nur noch 55 Exemplare gesunken ist. Hauptgrund für den dramatischen Bestandsrückgang sind vor allem durch Hobbyfischer verursachte Beifangverluste. In den von ihnen eingesetzten Stell- und Kiemennetzen verenden die kleinen, verspielten Delfine langsam und qualvoll.

Schon seit Jahren fordern die GRD und andere Naturschutzorganisationen die Einrichtung eines neuen Schutzgebietes vor der Nordinsel zwischen Kawhia und Kaipara Harbour und ein sofortiges Fischfangverbot im gesamten Lebensraum der Maui-Delfine. Experten sind sich zwar sicher, dass die Ausrottung dieser Unterart noch verhindert werden kann, doch dazu müsste die neuseeländische Regierung unverzüglich und konsequent handeln.

Extrem küstennahe Lebensweise birgt große Gefahren
In den 1970er-Jahren soll es noch etwa 1.500 Maui-Delfine gegeben haben. Doch gerade ihre extrem küstennahe Lebensweise (fast alle Sichtungen erfolgen bis 10 km Entfernung zur Küste) machte sie besonders anfällig für menschliche Aktivitäten. Sie halten sich meist in seichtem Wasser nahe der Küste und in Flussmündungen auf, schwimmen dabei sogar kurze Strecken in die Flüsse hinein. Stellnetzfischerei, Speedboote und der Delfintourismus haben in dieser Zone die größte Intensität.

Eisenerzabbau am Meeresgrund droht den Lebensraum zu zerstören
Eine große Gefahr droht den kleinen Delfinen auch durch Pläne, am Meeresboden vor der Nordinsel großflächig Eisenerz zu fördern. Beim so genannten "seabed mining" werden gigantische Mengen Sand und Kies vom Meeresboden abgesaugt, um dann mittels Filtration und magnetischer Extraktion dem Substrat das begehrte Erz zu entziehen. Anschließend wir der restliche Sand wieder ins Meer zurückgepumpt. Die Folge: Zerstörung des gesamten Meeres-Ökosystems.

Eine der auf diesem Gebiet aktivsten Firmen ist Trans Tasman Resources Limited, zu deren Vorstand die frühere neuseeländische Premierministerin Dame Jenny Shipley gehört. Die Firma wurde 2007 speziell zu dem Zweck gegründet, den Meeresboden vor der Nordinsel Neuseelands nach vulkanischem Eisen auszubeuten. Es werden dort mehrere Millionen Tonnen Eisenerz vermutet.

Tim Rainger, Gründer von "Kiwis Against Seabed Mining", ist sich sicher, dass der kumulative Effekt der verschiedenen, geplanten Eisenerzabbaumaßnahmen eine ökologische Katastrophe nach sich ziehen wird.

Verspielte Akrobaten
Hectordelfine (Cephalorhynchus hectori) gehören zu den seltensten Kleinwalen und sind mit nur 1,4m Körperlänge die kleinsten Delfine. Sie sind an ihrer abgerundeten Rückenflosse, dem rundlichen Körper und ihrer grauen Stirn leicht zu erkennen, springen oft und schwimmen gerne auf langsam fahrende Boote zu. Häufige zu beobachtende Aktivitäten der meist kleinen Gruppen sind die verschiedensten akrobatischen Sprünge, Schlagen mit der Fluke auf die Wasseroberfläche oder die Jagd auf Sprotten und Meeräschen, die sie auf ihren etwa zweiminütigen Tauchgängen erbeuten. Hectordelfine gehören zu den verspieltesten Delfinen. Oft sieht man sie in der Brandung surfen oder mit den Flossen Seetang durchs Wasser bewegen.

Hectordelfine vermehren sich nur sehr langsam, Weibchen haben nur alle 2-4 Jahre ein Junges und werden erst im Alter von 6-9 Jahren geschlechtsreif, deshalb ist die Population bereits durch den Verlust einiger weniger Individuen gefährdet. Die Gesamtpopulation der südlichen Hauptart soll laut IUCN (Weltnaturschutzunion) bei etwa 7.300 Exemplaren liegen.
August 2012; U.Karlowski

Delfinbeobachtung in der Adria17.09.2012 - Weltweit werden die Populationen von Delfinen und Walen zu wenig beobachtet, was ihren Schutz erschwert. 

Eine von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Freiburg und St. Andrews/Schottland erstellte Weltkarte deckt auf, dass in den vergangenen Jahrzehnten lediglich ein Viertel der Meeresfläche auf Wale und Delfine untersucht wurde.

Nur wenn regelmäßig Daten über die Meeresbewohner erhoben werden, können schädliche Einflüsse identifiziert und für die Forschung und den Umweltschutz grundlegende Informationen zusammengestellt werden. In erster Linie müssen internationale Gewässer stärker beobachtet und neue Analyseverfahren entwickelt werden, folgern die Wissenschaftler in ihrer Studie in der Zeitschrift PLoS ONE.

Weltkarte zur Datenerhebung mit den untersuchten GebietenFür ihre Studie durchforstete das Team mehr als 400 Untersuchungen über Wale, die zwischen 1975 und 2005 erstellt wurden.

Die Wissenschaftler digitalisierten tausende Karten und identifizierten dabei erschreckende Lücken. Sie stellten fest, dass der Großteil der aufwändigen Beobachtungen in Gewässern von wirtschaftlich starken Staaten auf der nördlichen Hemisphäre stattfanden, wie insbesondere von den USA und Europa. Mit Ausnahme der Antarktis, wo die Internationale Walfangkommission die Abnahme der Zwergwalpopulation durch japanischen Walfang überwacht, gibt es bei der Erforschung von Walen auf der südlichen Erdhalbkugel riesige weiße Flächen.

Markt für "delfinfreundlichen" Thunfisch fördert Bestandserfassungen
SAFE LogoAls Hauptursache dafür, dass Delfine und Wale beobachtet werden, machten die Forscherinnen und Forscher den Markt für "delfinfreundlichen" Thunfisch aus, bei dem darauf geachtet wird, dass Delfine nicht durch Beifang getötet werden. "Der östliche tropische Pazifik wurde daher öfter untersucht, als alle übrigen Meeresgebiete zusammen", sagt die Freiburger Meeresbiologin Dr. Kristin Kaschner. Doch selbst diese relativ gut erforschte Gegend liege am unteren Ende der erforderlichen Beobachtungshäufigkeit. Um zeitliche Veränderungen feststellen zu können, sei es wichtig, die Populationen der Meeressäuger möglichst regelmäßig zu beobachten. "Dies trifft bisher nur auf sechs Prozent der Fläche aller Ozeane annähernd zu", sagt Kaschner.

Neue Ansätze zur Datenerhebung müssen entwickelt werden
Eine ausreichende Datenbasis über die Populationen von Walen und Delfinen ist aber Voraussetzung für erfolgreiche Forschung und wirksamen Schutz der Meeressäuger. Sie wurden durch früheren Walfang dezimiert und sind weiterhin durch den Einsatz militärischer Sonaranlagen, Beifang und Wasserverschmutzungen bedroht.

Internationale Anstrengungen zur Erhaltung der Biodiversität müssten auch dazu führen, dass neue Ansätze zur Datenerhebung entwickelt werden, so die Wissenschaftler. Dies gelte insbesondere für die Frage, wie sich künstliche Schallquellen wie Sonaranlagen oder seismische Untersuchungen potentieller Öl- und Gasvorkommen auf Wale auswirkten. "Datenlücken betreffen jeden Aspekt der Meeresbiologie und der Planung, von der Fischereipolitik bis hin zu Meeresschutzgebieten", sagt Kaschner. "Für Haie, die Tierwelt in der Tiefsee oder für Meeresviren ist die Datenlage noch viel bruchstückhafter."

Dr. Kristin Kaschner, Institut für Biologie I, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Originalveröffentlichung: K Kaschner, N Quick, R Jewell, R Williams, C Harris. Global coverage of cetacean line-transect surveys: status quo, data gaps and future challenges. PLoS ONE, 2012.

⇒ Global Coverage of Cetacean Line-Transect Surveys: Status Quo, Data Gaps and Future Challenges

Ein Kampf-Delfin der US-Navy springt aus dem Wasser, auf seinem rechten Flipper ist eine kleine Kamera angebracht befestigtTiere für militärische Zwecke einzusetzen, ist ethisch verwerflich und barbarisch. Dies gilt in besonderem Maße für hoch entwickelte Tiere, wie Delfine, für die zahlreiche Wissenschaftler eine eigene "Delfin-Ethik" und die Anerkennung eines besonderen Status als "nichtmenschliche Personen" fordern.

Und doch bewegen sich einige Nationen nach wie vor auf diesem weiteren Tiefpunkt menschlichen Denkens und Handelns.

Anfang Oktober begann eine amerikanische Spezialeinheit mit Unterstützung von sechs durch die US-Navy ausgebildeten Kampf-Delfinen eine dreiwöchige Suche nach Bomben, Torpedos und Minen in der montenegrinischen Bucht von Kotor. Die Militärs machen sich dabei die Neugierde und das ausgeprägte Ortungsvermögen der Tiere zunutze. Hat der Delfin ein verdächtiges Unterwasserobjekt entdeckt, kann er es mittels einer Sonde markieren oder er schwimmt an die Oberfläche und gibt durch Zeichen zu verstehen, was er entdeckt hat. Als Belohnung gibt es etwas zu fressen.

Die nicht explodierte Munition stammt sowohl aus den beiden Weltkriegen als auch aus den Kriegen beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens in den 90er-Jahren. Trotz großzügiger US-Finanzhilfen sahen sich die Behörden von Montenegro außer Stande, das explosive Erbe aus eigener Kraft unschädlich zu machen. Und man kann sich gut vorstellen, wohin die Mittel der USA geflossen sind - sicher nicht in die notwendigen Munitionsräumungsmaßnahmen. Die im Süden der Adria gelegene Bucht von Kotor ist ein etwa 30 Kilometer langer, von steilen Bergen begrenzter Fjord, der auf der Weltnaturerbeliste der UNESCO steht.

Ukraine will neue Kampfdelfine ausbilden
In der Ukraine soll sogar ein verschüttetes Erbe des Kalten Krieges wiederbelebt werden. Man plant dort, zehn Große Tümmler zu Kampfdelfinen auszubilden, die angeblich bei der Landesverteidigung, so beim Anbringen von Minen an feindlichen Schiffen, eingesetzt werden sollen. Das Training in der auf der Halbinsel Krim gelegenen Hafenstadt Sewastopol soll bereits begonnen haben, wie es aus Kreisen der Armee heißt.

Rüstungswettlauf um Kampfdelfine im Kalten Krieg
Kampfdelfine gehörten zu Zeiten des Kalten Krieges zu einem der bestgehüteten militärischen Geheimnisse, um das ein regelrechtes Wettrüsten zwischen der USA und der ehemaligen UdSSR ausbrach. Seit 1959 trainiert die US-Navy wild gefangene Große Tümmler für militärische Zwecke und setzte sie erstmals in der Bucht von Cam Ranh im Vietnamkrieg sowie im ersten Golf-Krieg 1991 ein. Die mit speziellen Nasenwaffen ausgerüsteten Meeressäuger sollten dort feindliche Taucher töten.

Die ehemalige UdSSR zog nach und soll zuletzt sogar über 120 Kampfdelfine im Ausbildungszentrum in Sewastopol verfügt haben. In den Jahren nach dem Zusammenbruch der Riesenreiches 1991 gingen sie in den Besitz der Ukraine über und wurden größtenteils verkauft, so an Delfin-Therapiezentren in der Türkei.

Iranische Kampf-Delfine in der Straße von Hormus im Einsatz?
Angeblich hat damals auch der Iran viele der ukrainischen Kampfdelfine erworben, die jetzt in der Straße von Hormus patrouillieren sollen. Ukrainische Quellen schließen denn auch nicht aus, dass die Wiederaufnahme des Trainings von Kampfdelfinen in der Ex-Sowjetrepublik weniger mit Landesverteidigung, denn viel mehr mit einem neuen Auftrag seitens des iranischen Militärs zu tun haben könnte.
U. Karlowski; Oktober 2012

Untwasseraufnahme einer Gruppe Großer Tümmler bei ElQuadim im Roten Meer, die ganz dicht unter der Wasseroberfläche schwimmtDie Erkenntnis, dass Delfine, speziell die Art Großer Tümmler, nie vollständig einschlafen, ist weder neu noch erstaunlich. Da die Meeressäuger ihre Atmung bewusst steuern, wäre ein vollständiger Tiefschlaf beider Gehirnhälften, wie beim Menschen, tödlich und so wechseln sich bei Delfinen beide Gehirnhälften beim Schlafen ab.

US-Forscher haben jetzt in Versuchen herausgefunden, dass Große Tümmler (Tursiops truncatus) auch während der Schlafphasen kontinuierlich Echolot-Signale aussenden, um sich zu orientieren, Objekte aufzuspüren oder Kontakt zu ihren Artgenossen zu halten. Und das mindestens 15 Tage lang – ein anderes als dieses Ergebnis wäre auch mehr als verwunderlich gewesen.

Delfine im Dauertest und Dauerstress?
Die Wissenschaftler um Brian Branstetter von der National Marine Mammal Foundation in San Diego (US-Staat Kalifornien) verwendeten für ihre Versuche zwei Große Tümmler, ein 30 Jahre altes Weibchen und ein 26-jähriges Männchen.

Jeweils einer der Delfine musste in einem mit einer speziellen Testanlage ausgestatteten Meerwasserbassin bestimmte Ziele finden. Bei einem Treffer gab es zur Belohnung einen Fischhappen. Jedes Tier absolvierte drei fünftägige Tests, wobei sie nur leichte Ermüdungserscheinungen zeigten und mit einer Trefferquote von 75 bis 86 Prozent für das Männchen und von 97 bis 99 Prozent beim Weibchen sehr gute Leistungen an den Tag legten. Besonders motiviert sei das Weibchen gewesen, berichten die Forscher, es reagierte teilweise mit "Sieges-Quietschlauten" auf richtige Treffer. Daraufhin entschlossen sich die Forscher, sie in einem Langzeitversuch, der schließlich nach 15 Tagen wegen einer Sturmwarnung abgebrochen werden musste, zu testen. Über den gesamten Versuchszeitraum hinweg setzte sie ihr Echolot ein und erfüllte ihre Aufgaben mit erstaunlicher Präzision.

Fragwürdige Ethik, fragwürdige Versuche
Diese extrem lange Aufmerksamkeitsspanne sei eine natürlich Folge des "Halbseitenschlafs" meinen die Forscher – es wäre auch reichlich fatal, wenn Delfine während der Schlaf- und Ruhephasen ihr Orientierungs- und Ortungssystem nicht benutzen würden. Bereits 2009 hatte ein Forscherteam um Sam Ridgway vom US Space and Naval Warfare Systems Center in San Diego festgestellt, dass Große Tümmler mehrere Tage lang – auch während ihrer eigentlichen Ruhephasen – extrem aufmerksam sind und komplexe Aufgaben lösen können.

Abgesehen von der ethischen und wissenschaftlichen Fragwürdigkeit derartiger Versuche mit nur zwei und dann noch aus Gefangenschaft stammenden Tieren von einer Delfinart, steht hinter der "neuen" Erkenntnis, dass "Delfine auch im Halbschlaf wachsam bleiben", nichts wirklich Erstaunliches oder Neues - abgesehen davon, dass es schon extrem wagemutig ist, vom Verhalten zweier Großer Tümmler auf alle Delfine im allgemeinen schließen zu wollen.

Was übrig bleibt, ist Forschung um der Forschung willen.
U.Karlowski, Oktober 2012

Cover des Buchs Jojo und ich von Dean BernalIm Mai 2012 stellte der Amerikaner Dean Bernal im Münchner Sealife sein jetzt erschienenes Buch "JoJo und ich" vor, die Geschichte einer tiefen und außergewöhnlichen Freundschaft zwischen ihm und einem Großen Tümmler. In einem persönlichen Gespräch mit der GRD erzählt er mehr über diese wundersame Beziehung und seine Vision.

Fünfzig bis sechzig Angebote zur Verfilmung "seiner" Geschichte von ihm und JoJo habe er schon aus Hollywood erhalten. Aber Herz zeigt die Traumfabrik nur im Film. Bernals Bedingung, dass ein Teil der Einnahmen an gemeinnützige Natur- oder Tierschutzorganisationen fließt, hat sie bislang abgelehnt. „Das ist Hollywood“, erklärt Dean ohne jeden Missmut. Er strahlt die Ruhe eines Buddhas aus, ist völlig uneitel und bescheiden, auch wenn er äußerlich wie ein typischer "Sonnyboy" wirkt, sonnengebräunt und ein stetes Lächeln mit strahlend weißen Zähnen.

Kein Wunder, Dean Bernal ist Kalifornier – aufgewachsen am Meer. Surfen, Schwimmen, Tauchen bestimmten seit jeher sein Leben. Allerdings hat er die meiste Zeit nicht dort, sondern auf den Turks und Caicos verbracht, einer Inselgruppe, die gewöhnlich zur Karibik gezählt wird, genau genommen aber im Atlantik liegt. Und dort hatte er vor knapp 30 Jahren eine schicksalshafte Begegnung, die sein Leben nachhaltig verändern sollte und ihm seine Bestimmung gab.

Anfang der 80er-Jahre verschlug es den Zwanzigjährigen als Tauchlehrer in das britische Überseegebiet, das damals noch als Geheimtipp unter Touristen galt. Gleich zu Beginn begegnete er beim Schwimmen drei jungen Delfinen. Einen von ihnen sollte er im Laufe der Zeit näher kennenlernen, denn JoJo, wie er den Großen Tümmler taufte, hat ihn zum Freund erkoren.

"Damals haben wir viel spielerisch gekämpft, wie Kinder eben oder kleine Delfine", erinnert sich Dean, dessen von einer Moräne stammende, kaum wahrnehmbare Narbe auf der linken Wange auch von "Kämpfen" mit anderen Meerestieren zeugt.

Der Problemdelfin
Auf den Turks- und Caicosinseln war das Tümmlermännchen als "aggressiv" verschrien, als "Delfin-Raubein", das "arglose Schwimmer anfiele" und auch beißen würde. Dean fand jedoch heraus, dass JoJo sich lediglich gegen aufdringliche Besucher wehrte und dass die Bucht vormals eine Art Stammgebiet für ihn und etwa 15-20 Artgenossen war – bevor die ersten Ferien- und Wasserskianlagen entstanden und die Großen Tümmler vertrieben.

Nur JoJo kehrte immer wieder zurück. Vielleicht weil er bei einem Hurrikan von seiner Mutter getrennt wurde, ebenso wie zwei weitere Jungdelfine, denen jedoch kein langes Leben beschieden war: Der eine starb an den Folgen eines Zusammenstoßes mit einem Boot, der andere war von Einheimischen mit einem Fischspeer getötet worden.

Dean Bernal im Sealife-München"Warum JoJo mir Gelegenheit gab, seinen Lebensweg zu teilen, weiß ich bis heute nicht, erzählt der studierte Zoologe in seinem Buch. Es ist eine einzigartige Freundschaft zwischen einem Menschen und einem Delfin. Dean glaubt, dass es sich dabei um eine für Große Tümmler typische "Männerfreundschaft" handelt, wie sie sich gewöhnlich unter Jungtieren entwickelt und die ein Leben lang andauern kann.

Als exzellentem Schwimmer und Freitaucher ist es Dean möglich, viele Stunden mit seinem tierischen Freund in dessen Welt verbringen. Gemeinsam ziehen sie durchs Wasser, bestehen "Abenteuer" und lernen, miteinander zu kommunizieren. Per Zeichensprache teilt Dean JoJo mit, dass die "Spielstunde" zu Ende ist, dass er ihm etwas bringen oder nach Haien Ausschau halten soll.

Oder dass der über 300 kg schwere Delfin Verarztungen über sich ergehen lassen muss, wenn er mal wieder von einem Hai gebissen oder von einer Bootsschraube verletzt worden war.

Wie Dean einem frei lebenden Großen Tümmler dies alles beigebracht habe? Er wehrt sich gegen Bezeichnungen wie "trainieren" oder "dressieren".

"Ich habe ihn beobachtet, er hat mich beobachtet, es ist eine Art Kommunikation", erklärt er, vergleichbar mit der Art und Weise, wie die Indianer Wildpferde gezähmt hätten. Dies sei ein Zusammenspiel aus Beobachtung und Kommunikation gewesen. Überhaupt scheint sich Dean viel mit der Urbevölkerung Nordamerikas befasst zu haben. So stammt der Name "JoJo" von den Lakotas und bezeichnet die Verständigung mittels Pfeiftönen – auch Delfine verständigen und erkennen sich anhand von Pfiffen.

Vertreibung aus dem Paradies
Rasch verbreitete sich die Geschichte dieser ungewöhnlichen Freundschaft. Immer häufiger kamen Menschen, die den knapp 2,50 m großen Meeressäuger ebenfalls hautnah erleben wollten. Und so begann für Dean ein zäher Kampf gegen die kommerziellen Interessen von Regierungsmitgliedern, Reiseveranstaltern oder Hotelbesitzern, die in JoJo eine potenzielle Geldmaschine sahen.

Es waren harte Jahre für den Tierschützer, der sich zudem mit einer korrupten Regierung auseinandersetzen musste, die auch vor Morddrohungen nicht zurückschreckte und ihn schließlich als unerwünschte Person aus dem Karibikparadies vertrieb.

Aber Dean entschied den Kampf für JoJo und sich: Er hatte erreicht, dass in einem Großteil von JoJos Lebensraum Jetskis und Fischerei verboten und Nationalparks eingerichtet wurden, dass JoJo zum nationalen Kulturgut erhoben und er selbst, in einem persönlichen Schreiben von Prinz Charles, als JoJos "Wärter" bestimmt wurde. Inzwischen ist eine neue Regierung an der Macht, der Nationalpark hat mehrere Ranger und Dean kann wieder unbehelligt einreisen. Alle ein bis zwei Monate fliegt er von seinem jetzigen Wohnort Hawaii rüber in den anderen Ozean – länger hält er es ohne seinen Delfinfreund nicht aus...

Zerrbilder
Für die Gefangenschaftshaltung der Meeressäuger hat Dean nichts übrig, ihr Leben hat kaum mehr etwas mit dem ihrer wilden Artgenossen gemein. Sie werden als Spaßmacher präsentiert, die den ganzen Tag lang nichts lieber machen, als mit Menschen zu spielen und zu schwimmen. Die fatalen Auswirkungen dieses Zerrbilds konnte der Tauchlehrer oft genug selbst erleben.

So sprangen Touristen trotz Verbot auf JoJo, wenn der sich gerade neben dem Bootssteg am Strand aufhielt. Und wunderten sich dann, wenn er sich mit Bissen oder heftigen Flukenschlägen wehrte. Auch wurde er Zeuge, wie Eltern ihre Kinder am Steg übers Wasser hielten und auf den Delfin fallen ließen, der daraufhin zum Glück nur wegschwamm, denn "Kinder verletzt er nie", versichert Dean.

Dabei mögen Delfine es nicht, wenn man sie anfasst. "Berührungen zwischen mir und JoJo gehen immer von ihm aus", betont Dean. Gewöhnlich weichen wilde Delfine "Grapschversuchen" aus, JoJo beißt sogar. Daher erklärt sich auch einer der vielen Unterschiede im Verhalten zwischen frei lebenden und gefangenen Delfinen.

"Freie Delfine kommunizieren mit dir immer über Blickkontakt", erklärt Dean. Ihre in Ozeanarien lebenden Artgenossen dagegen, zu denen Menschen ins Becken dürfen, behalten ständig deren Hände im Blick.

Kleine Scherze müssen sein
Dean Bernal und JoJo bei der Muschelsuche. Dean zeigt mit einer Hand auf etwas am Meeresboden, sein Freund, der Delfin Jojo, schaut interessiert zu der angezeigten Stelle.Intelligenten, sozial lebenden Tieren, wie Elefanten, Primaten oder Delfinen, wird auch die Fähigkeit zum Humor nachgesagt. Humor ist ein komplexer gedanklicher Vorgang, bei dem man sich in die Gefühls- und Gedankenwelt des Gegenübers versetzen können muss – die sogenannte "Theory of Mind".

Und ja, auch der von Dean als Exzentriker eingestufte JoJo hat so einiges auf Lager: Er klaut Tauchern schon mal gern die Kamera aus der Hand, versteckt sie, schaut zu, wenn diese verzweifelt danach suchen und bringt sie irgendwann zurück zu seinem Freund – wenn die Touristen abgereist sind!

Auch Dean zu foppen scheint dem intelligenten Meeressäuger tierisches Vergnügen zu bereiten. Zum Beispiel bei der gemeinsamen Suche nach – wie auch JoJo weiß – leeren Muscheln.

Dean steckt die Schalen zur Zwischenlagerung in seine Badehose, bevor er sie an anderer Stelle dem Meeresboden zurückgibt. Wenn JoJo der Schalk im Nacken sitzt, bringt er seinem Freund ein bewohntes Exemplar. "Nichts ahnend stecke ich die Muschel in die Badehose und wenn ich plötzlich wild herumfuchtele, weil sich ein Einsiedlerkrebs bemerkbar macht, dann "lacht" der Delfin", erzählt Dean schmunzelnd. Er wolle derartige Verhaltensweisen zwar nicht vermenschlichen, aber dies sei eindeutig ein Lachen mit keckernden Lauten.

Einzelgängerische Delfine
Großer Tümmler springt zu jungem Mädchen auf Kaimauer empor, das einen Fisch in der Hand hält.Berichte von Großen Tümmlern, die in einer Bucht oder einem Hafen allein lebend die Nähe von Menschen suchen, sind aus etlichen Ländern bekannt, z.B. Griechenland, Italien, Frankreich, Irland oder Belize.

Doch in diese Kategorie fällt JoJo nicht wirklich. Der inzwischen etwa 34 Jahre alte Delfin hat regelmäßig Kontakt mit seinesgleichen, ist oft unterwegs und fern von seiner angestammten Bucht. Er trägt Schrammen und Kratzer, die von Kampf und Spiel mit Artgenossen zeugen.

Und er hat sogar "Familie". So durfte Dean eine Freundin von JoJo kennenlernen und auch ihr gemeinsames Kind, das Dean auf den Namen "Mojo" taufte.

Deans Vision
Im Französischen werden solche Einzelgänger als "Botschafter-Delfine" bezeichnet. Genau das sieht auch Dean in JoJo. Denn von ihm können wir viel über die faszinierenden Meeressäuger und über unseren Umgang mit ihnen lernen.

JoJo hat Deans Leben verändert. Durch die außergewöhnliche Freundschaft wurden ihm Einblicke in die Welt der Delfine gewährt, die selbst Wissenschaftler verblüfften. Und aus seinem Einsatz für JoJos Wohlergehen erwuchs sein Engagement für Meeressäuger weltweit, was schließlich zur Gründung seiner Stiftung "Marine Wildlife Foundation" führte.

Ein aktuelles Projekt, das ihm dabei besonders am Herzen liegt, ist die Entwicklung einer technischen Simulation, bei der man nahezu lebensecht im virtuellen Ozean mit Delfinen und anderen Meerestieren schwimmen kann.

Sie werde Delfinarien einst überflüssig machen, so Deans Hoffnung. Bis dahin reist er weiter durch die Welt und zeigt, dass Delfine Lebewesen mit Empfindungen sind, die beispielsweise Ärger, Eifersucht und Freude mit ihren Mitteln ausdrücken können, die unterschiedliche Charaktere besitzen wie Menschen auch und die es verdient haben, dass wir ihnen mit Respekt begegnen und ihren Lebensraum vor menschlichen Eingriffen schützen.
Ulrike Kirsch

⇒ Dean Bernals Marine Wildlife Foundation

⇒ Das Buch "Jojo und ich" gibt es im GRD-Delphin-Shop (18,99 €)

Ans Licht: Ein Großer Tümmler schwimmt der hell leuchtenden Meeresoberfläche entgegenMehr als erstaunliche Nachrichten gibt es aus Japan. Während einerseits in der Todes-Bucht bei Taiji am 1. September Fischer erneut mit ihren brutalen Delfinmassakern beginnen werden, erklärten die Fischer der kleinen, etwa 160 Kilometer vor Tokio gelegenen Insel Toshima ihre Delfine zu Mitbürgern. Dies ist einmalig auf der Welt. Die Meeressäuger genießen jetzt den vollen Schutz in den Gewässern rund um die Insel, zu deren Einwohnern neuerdings auch 16 Delfine zählen.

Toshima ist Teil des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks und gehört zu den Izu-Inseln, die durch die Tokio-Metropol-Regierung verwaltet werden. Sie ist die zweitkleinste bewohnte Insel der Izu-Inselkette, nur etwa 300 Einwohner leben auf dem 4,12 Quadratkilometer kleinen Eiland und jetzt eben auch 16 neue "Einwohner" der Delfingruppe, die sich ständig in den Gewässern rund um das Inselchen aufhält.

Die Fischer von Toshima wollen mit ihrem ungewöhnlichen Schritt der Welt beweisen, dass es Menschen in Japan gibt, die wild lebende Delfine verehren und sie schützen. Ihre Entscheidung wurde durch das "Toshima Island Project" unterstützt, das von japanischen und US-amerikanischen Naturschutzorganisationen gefördert wird.

Leider verstarb der langjährige und wesentliche Wegbereiter des Projekts, Herr Moriyama, im Februar 2012. Doch sein Traum lebt weiter!

Delfine sind unsere Freunde, die wir beschützen
Zwei Große Tüemmler blicken unter Wasser schwimmend interessiert in die Kamera"Wir werden die Delfine von Toshima schützen. Ganz so wie es der Wunsch von Herrn Moriyama war. Wir sind gegen die Jagd auf Delfine, das ist uns sehr wichtig. Es ist uns aber auch wichtig, dass viele Menschen begreifen, dass Delfine Tiere sind, die unsere Freunde sind und mit denen wir zusammenleben können. Toshima ist ein sehr wichtiges Symbol, um das Bewusstsein der japanischen Bevölkerung für den Schutz der Delfine zu stärken", erklärt Sakae Hemmi von der japanischen Naturschutzorganisation Elsa Nature Conservancy.

Ein wegweisendes Beispiel für die Anerkennung von Delfinrechten
Die GRD freut sich sehr über den ungewöhnlichen Schritt der Fischer von Toshima und hofft, dass dieses Beispiel für die Anerkennung der Delfine als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten nicht nur in Japan, sondern auch weit darüber hinaus Schule machen wird. Es ist ein bedeutender Meilenstein im Delfinschutz, dessen Tragweite gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, und ein heftiger Schlag ins Gesicht für die Fischer von Taiji, das wiegt schwer, besonders in Japan.

Die Fischer von Taiji töten jetzt Tiere, denen ihre eigenen Landsleute Bürgerstatus zuerkannt und die sie als dem Menschen ebenbürtig anerkannt haben.

Die GRD: "Auf ein derartiges, eindeutiges Signal aus Japan haben wir lange gewartet. Erstmals hat eine Menschengemeinschaft eine Delfingemeinschaft als Mitbürger anerkannt, aufgenommen und ihr Bürgerrechte verliehen. Die Fischer von Toshima kommen damit der Forderung zahlreicher Wissenschaftler nach, Delfinen wegen ihrer großen Intelligenz und Menschenähnlichkeit basierend auf einer eigenen "Delfin-Ethik" den Status "nichtmenschlicher Personen" zuzusprechen. Vielleicht ist dies ein weiteres Zeichen für einen beginnenden Wandel in der japanischen Gesellschaft, dem ungewöhnlich starken und für das Land geradezu sensationellen Protesten gegen die Atomkraft folgt jetzt dieser symbolische Akt von hoher moralischer und ethischer Bedeutung für das Zusammenleben von Menschen und Delfinen - das gibt Hoffnung!"
August 2012; U.Karlowski

Toter Großer Tümmler gestrandet auf einem Kiesstrand liegend, Paracas-Halbinsel, PeruNach Informationen von latina-press.com sollen in der peruanischen Region Lambayeque (Distrikte San José und Santa Rosa) vier Delfine sowie neun Seelöwen tot angeschwemmt worden sein.

Der Vorfall erinnert an den Beginn eines mysteriösen Meerestiere-Massensterbens im Norden Perus im Frühsommer 2012, bei dem 900 bis 1000 Delfine und mehrere Tausend weiterer Meerestiere starben.

Erst waren es nur wenige, dann Hunderte Delfine, dann begann das große Sterben anderer Meerestiere. Es traf mindestens 5000 Tausende Pelikane und andere Seevögel sowie Seelöwen, die alle offensichtlich verhungerten. Meist waren es junge Tiere, ihre Mägen mit nichts als Sand und Müll gefüllt, für Experten ein klares Zeichen, dass sie verzweifelt und vergeblich nach Nahrung gesucht haben, bis sie keine Kraft mehr hatten und elendig starben.

Nach diesem ersten mysteriösen Sterben fand man im Mai 2012 dann noch tausende tote Kleinkrebse am Strand von Pucusana rund 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Lima.

Nur die Ursache für den Tod der 900 bis 1000 Delfine, die im Frühssommer 2012 an den Stränden der Regionen Tumbes, Piura und Lambayeque strandeten, blieb letztendlich ungeklärt.

Vertreter des peruanischen Meeresinstituts "Instituto del Mar del Peru" (IMARPE) werten die Todesfälle aus diesem Jahr jedoch nicht als Beginn eines erneuten Massensterbens, Strandungen seien in dieser Jahreszeit nichts Ungewöhnliches, hieß es auf latina-press.com.

Die Gewässer und Strände in der Region von Lambayeque sind zwar hochgradig mit Schadstoffen durch ungeklärte Abwässer, das Einleiten von Müll sowie Pestizide, Düngemittel und anderen Chemikalien aus der Landwirtschaft belastet. Doch dies erklärt nicht das fast gleichzeitige Sterben einer großen Zahl von Delfinen aller Altersstufen und beiderlei Geschlechts aus 2012. Am ehesten dürfte Dynamitfischerei durch lokale Fischer die Ursache gewesen sein. Ob die jetzigen Todesfälle auch in diesen Zusammenhang gebracht werden können, ist allerdings unbekannt.

Dynamitfischerei ist in Peru nach wie vor ein großes Problem, ihre Bekämpfung ist wichtiger Schwerpunkt unseres Delfinschutzprojekts im Süden des Landes bei der Paracas-Halbinsel.
Ulrich Karlowski, 12.01.2013

25.01.2013 - Eine ungewöhnliche Entdeckung machten die Verhaltensbiologen Alexander Wilson und Jens Krause vom Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin in den Atlantikgewässern vor den Azoren: Ein – anscheinend nicht lebensbedrohlich - missgebildeter Delfin war von einer Pottwalgruppe adoptiert worden.

Wie auf Fotos und Videoaufnahmen zu sehen ist, versucht der Große Tümmler immer wieder "Streicheleinheiten" von den bis zu 20 m großen Meeressäugern zu ergattern, die ab und zu auch erwidert werden.

Der Kinderbuchautorin Doris Thomas, die bei dem Whale-Watching-Ausflug im September 2011 dabei war, gelang sogar eine wunderbare Aufnahme, wie ein Pottwal den Delfin mit der s-förmigen Rückgratverformung behutsam zwischen Ober- und Unterkiefer nimmt.

Zwar suchen insbesondere Große Tümmler immer wieder gern die Gesellschaft anderer Arten, auch von Großwalen. Pottwale allerdings sind gegenüber Großen Tümmlern meist eher zurückhaltend, wie die Meeressäugerexpertin Monica Almeida e Silva von der Universität der Azoren in Portugal auf "news.sciencemag.org/sciencenow" erklärt, da diese Art des Öfteren Pottwalkälber jagt und belästigt.

GRD-Projektleiterin und Pottwalforscherin Andrea Steffen konnte Ähnliches bei Untersuchungen vor der Karibikinsel Dominica feststellen. Auch dort schienen die Großen vor den Kleinen häufig zu flüchten: "Obwohl die Pottwale von der Größe her den Delfinen weit überlegen sind, ergreifen sie jedoch meist freiwillig die Flucht vor ihnen. Fühlen sie sich vielleicht gestört oder sogar genervt von ihnen?" fragt sie in ihrem Buch "Pottwale – Im dunklen Blau des Meeres"*.

Warum die aus drei erwachsenen und zwei Jungtieren bestehende Pottwalgruppe den Großen Tümmler "adoptiert" hat und warum der sich zu den sanften Riesen hingezogen fühlte, bleibt weiterhin Spekulation. Möglicherweise suchte er bei ihnen Anschluss, weil er aufgrund seiner Missbildung von Artgenossen nicht akzeptiert wurde, sei es wegen körperlicher Nachteile oder niedrigem sozialen Status, vermuten die beiden Wissenschaftler aus Berlin.

Ein Verdacht, den auch unsere kroatischen Projektpartner, Tierärzte von der Uni Zagreb, schon einmal bei eigenen Studien hegten. Sie hatten bei Beobachtungen von Großen Tümmlern in der kroatischen Adria den Eindruck, dass ein anscheinend atemwegskrankes Tier von seinen Artgenossen gemieden wurde.

Eine Veröffentlichung zum Thema von Wilson und Krause wird in Kürze im Wissenschaftsjournal „Aquatic Mammals“ erscheinen. "Ich durfte mit meinen Daten und Material Teil dieses Papers sein", berichtet uns Doris Thomas zurecht mit Stolz.
Ulrike Kirsch

Unterwasseraufnahme von fünf Tümmlern im Roten Meer, die fast senkrecht unter der Wasseroberfläche stehen. Die Frage ist eigentlich so nicht zulässig. Delfine sind genauso schlau, wie sie es als Delfine sein müssen, sonst hätte sich ihre heutige Artenvielfalt nicht in dieser Weise im Laufe ihrer fast 60 Millionen Jahre langen Evolution durchsetzen können.

Wenn Delfine "nur" so schlau wie Menschen wären, gäbe es sie in den Weltmeeren schon lange keine mehr. Und doch ziehen Menschen immer wieder gerne diese falschen Vergleiche zwischen der Delfin-Intelligenz mit der von Menschenaffen und Menschen heran - vielleicht, damit wir uns selbst besser einsortieren können ins Gefüge der Phalanx der intelligenten Lebewesen auf diesem Planeten?

So analysierte die Neurobiologin Lori Marino von der Emory-Universität in Atlanta die Gehirne von drei Großen Tümmlern. Zwar hatten diese drei Tiere, gemessen an ihrer Körpergröße, jeweils etwas weniger Hirnmasse als der Mensch. Dafür ist das Delfin-Gehirn stärker gefaltet, vor allem in Bereichen, die Denkvorgänge und Bewusstsein steuern. Keine andere Art der Welt hat ein so gewundenes Gehirn wie die untersuchten Tümmler. Unterm Strich erreicht ein Gehirn des großen Tümmlers damit eine vergleichsweise größere Oberfläche als das Gehirn des Menschen. Dies könnte, so Marino, die fehlende Masse wettmachen.

Die an sich nicht so neue Erkenntnis der stark gefalteten Delfingehirne könnte andererseits aber auch mit der enormen Datenmenge zu tun haben, die diese sich vornehmlich akustisch orientierenden und kommunizierenden Meereslebewesen verarbeiten müssen, um in ihren Lebensräumen so perfekt zurechtkommen zu können.

Delfine sind nicht-menschliche Personen
Auch wenn es dem Menschen mit seinen Sinnes- und Messapparaten und seinem Verstand wohl niemals möglich sein wird, Persönlichkeit und Intelligenz von Delfinen vollumfänglich begreifen zu können - zu unterschiedlich sind dafür die Wege, den sie und wir im Laufe der Evolution eingeschlagen haben - sind die bislang bekannten Erkenntnisse zur Intelligenz dieser in ihrer Welt des Schalls und mit den "Ohren sehenden" Unterwasserlebewesen überwältigend.

Große Tümmler haben den Spiegeltest bestanden – ein ganz wesentlicher Hinweis für Ich-Bewusstsein. Diese Tiere wissen, wer sie sind, wie ihre Stellung in ihrer Gruppe ist und können sich gegenseitig individuell erkennen. Sie geben sich Namen und rufen sich gegenseitig beim Namen. Sie haben Humor und können sich nicht nur in die Gefühle anderer Artgenossen, sondern auch in die anderer Arten wie den Menschen hineinversetzen. Sie setzen Werkzeuge ein und geben ihr Wissen an ihre Nachkommen weiter, das nennt man kulturelle Entwicklung. Und sie trauern um ihre Toten. Sie erfüllen alle Voraussetzungen der Theory of Mind, der Fähigkeit, das eigene Verhalten oder das Verhalten anderer durch Zuschreibung mentaler Zustände zu interpretieren.

Eine Touristen hält sich an der Finne eines Großen Tümmlers fest und lässt sich durchs Wasser ziehen, Delfinarium Belek, TürkeiWenn man all diese und die vielen anderen noch unentdeckten Eigenschaften dieser faszinierenden Meereslebewesen überdenkt, dann drängt sich zwangsläufig der Schluss auf, dass man es hier mit eigenständigen, nicht-menschlichen Personen zu tun hat, die dasselbe (gesetzlich verbriefte) Recht auf Leben, Freiheit und Gesundheit wie Menschen haben sollten.

Allein auf Basis dessen, was wir bislang über diese intelligenten Meeressäuger wissen, verbietet es sich eigentlich von selbst, diese Tiere für Shows oder das angeblich "therapeutische Schwimmen" in Gefangenschaft zu halten, sie zu Tausenden als Beifangopfer auf dem Alter der Profitmaximierung der industriellen Fischerei zu opfern oder als Nahrungsquelle zu nutzen.
Ulrich Karlowski, April 2013

Zwei Delfine jagen durchs Meer einer springt hoch in die LuftAn den Stränden der italienischen Westküste wurden 2013 ungewöhnlich viele Delfine tot aufgefunden. Bereits Anfang April waren nach Angaben der Umweltbehörde Arpat so viele Delfine gestrandet wie sonst im Jahresdurchschnitt. So fand man allein an der Stränden der Toskana 25 tote Streifendelfine, die auch Blau-Weiße Delfine genannt werden.

Die Suche nach den Ursachen des mysteriösen Delfinsterbens verlief bislang ergebnislos. Besonders betroffen sind anscheinend Streifendelfine, ihre Todesziffer lag Anfang April bereits bei 90 Tieren.

Bei anderen Delfinarten bewegt sich die Zahl der Totfunde im Bereich der Norm, wie Tierärzte von der Universität Padua berichten. Auffallend ist, dass viele Tiere voller Parasiten sind, was auf ein insgesamt geschwächtes Immunsystem schließen lässt.

Eine auf sämtliche Todesfälle anwendbare Erklärung konnte allerdings noch nicht gefunden werden, noch wird in alle Richtungen geforscht. Einige Tiere wiesen Viruserkrankungen auf, bei anderen wurden Infektionen mit Bakterien festgestellt.

Einer der mit den Untersuchungen beauftragten Veterinärmediziner mutmaßt, dass Meeresverschmutzung für die Immunschwäche verantwortlich sein könnte, doch ist dies keine schlüssige Erklärung für die erhöhte Zahl von Totfunden, denn diese Umweltbelastungen sind nicht neu, gehören "zum Alltag" der Meeressäuger.

Beginn einer Epidemie mit dem gefährlichen Morbillivirus?
Toter Streifendelfin auf Seziertisch.Vielleicht markiert die ungewöhnlich hohe Zahl an Totfunden unter den Mittelmeer-Delfinen den Beginn einer Epidemie mit dem gefährlichen Morbillivirus. Besonders Streifendelfine sind hier in den vergangenen Jahren immer Opfer von Massensterben geworden. Anfang der 1990er-Jahre war ihre Population im Mittelmeer sogar massiv bedroht.

Damals nahm die Epidemie ihren Anfang an der spanischen Küste und breitete sich anschließend in nur zwei Jahren bis in den östlichen Mittelmeerraum aus. Mindestens 1.200 Streifendelfine verendeten, insbesondere junge und bereits geschwächte Tiere.

Das wahre Ausmaß des Massensterbens dürfte indes weitaus größer gewesen sein, da nur ein Bruchteil der tatsächlich verstorbenen Tiere an die Küsten angespült und dort gefunden wird. In Wirklichkeit könnte die Sterblichkeitsrate 10- bis 50-mal höher gelegen haben.

Morbilliviren, zu denen auch die Erreger der Staupe, der Rinderpest sowie das menschliche Masernvirus zählen, stellen auch für andere Meeressäuger wie die im Mittelmeer häufigen Finnwale oder Pottwale eine Gefahr dar. Sie sind extrem ansteckend und befallen Atemorgane und Nervensystem.

Mysteriöses Sterben von Streifendelfinen vor Dubrovnik
Das Delfinsterben in Italien erinnert an einen Vorfall Anfang 2012 bei Dubrovnik als dort eine Serie von toten Streifendelfinen Anlass zur Sorge gab. Insgesamt sieben Totfunde wurden damals von Januar bis April gemeldet. Zunächst standen als Ursache Seismikuntersuchungen zur Erdöl- und Erdgassuche in Verdacht. Doch dann wurde bei drei im Januar aufgefundenen Streifendelfinen der Morbillivirus nachgewiesen.

Steckbrief Streifendelfine (Stenella coeruleoalba)
Ein Blau-Weißer Delfin pflügt mit hoher Geschwindigkeit durch's Wasser.Die etwa 1,80 bis 2,50 Meter langen und bis zu 165 Kilogramm schweren Streifendelfine sind eine der am weitesten verbreiteten Delfinarten in den Weltmeeren und kommen in allen Ozeanen in tropischen, subtropischen und gemäßigten Breiten vor.

Sie haben einen sehr schlanken Körper, eine schmale kurze Schnauze, die typische "Melone" ist deutlich ausgeprägt. Ihr auffälligstes Merkmal: je ein schwarzes Band verläuft vom Auge zu den Flippern und zwei weitere Bänder von den Augen über die Flanken bis zum Schwanzstiel unter dem Bauch.

Von der Fluke bis zur Stirn sind sie dunkelgrau gefärbt, die Seiten sind hellgrau, die Bauchseite ist meist weiß, die Fluke eher dunkel. Weltweit soll es noch geschätzte zwei Millionen Exemplare dieser Delfinart geben. Sie gelten als nicht bedroht und stehen unter keinem besonderen Schutz.

Allerdings vermehren sich Delfine nur sehr langsam und die Zahl der Streifendelfine ist seit 1991 - wie bei allen anderen Meeressäugerarten im Mittelmeer - stark rückläufig. Die Ursachen: Überfischung, Beifang in Fischernetzen, Umweltbelastungen wie Schiffsverkehr und Lärm.
U.Karlowski - 22.04.2013

Zwei tote Pilotwale liegen mit durchtrenntem Rückgrat im flachen Wasser, das wie ein See aus Blut aussieht. Weitere tote Delfine liegen etwas entfernt, bei ihnen stehen einige Menschen. Gegen Ende Juli 2015 fanden während zweier Treibjagden auf den Färöer-Inseln über 250 den Tod. Die Tiere wurden grausam abgeschlachtet und verbluteten bei lebendigem Leib.

Während in Australien oder Neuseeland Rettungsnetzwerke für Meeressäuger existieren und regelmäßig Hunderte von freiwilligen Helfern bei Strandungen von Grindwalen oder Delfinen herbeieilen, um aufopferungsvoll Hilfe zu leisten, finden vor den Toren Europas, auf den Färöer-Inseln, ebenso regelmäßig gnadenlose Hetzjagden statt.

In der Bucht von Bøur starb eine Gruppe von 111 dieser zu den Delfinen gehörenden Meeressäuger, nur wenige Stunden später endete vor den Toren der Hauptstadt Tórshavn eine zweite Treibjagd, bei der 142 Pilotwale ihren Reise zu der zu Dänemark gehörenden, im Nordatlantik gelegenen Inselgruppe mit dem Leben bezahlen mussten.

Damit sind in diesem Jahr bereits mehr als 400 Grindwale von Bewohnern der Färöer-Inseln abgeschlachtet worden.

Mordritual mit Volksfestcharakter
Einst diente die Jagd auf die bis zu knapp acht Meter langen Grind- oder Pilotwale (Globicephala melas) und andere Arten wie Große Tümmler, Atlantische Weißseitendelfine oder Nördliche Entenwale der Nahrungsbeschaffung. Doch heute ist sie zu einem alljährlichen Mordritual mit Volksfestcharakter geworden.

"Das blutige Mordspektakel ist Ausdruck der Entmenschlichung und Verrohung weiter Teile der färingischen Gesellschaft", erklärt Ulrich Karlowski, Biologe bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) aus München. "Es geht hier nur noch um den Spaß am Quälen und Töten anderer Lebewesen".

Dabei warnt die Gesundheitsbehörde der Färöer schon seit 2008 davor, das Fleisch von Grindwalen zu verzehren, da es aufgrund der hohen Konzentration an Giftstoffen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist.

Noch lebend verbluten die Meeressäuger langsam und sehr qualvoll
Bei den grausamen Treibjagden werden ganze Grindwalfamiliengruppen mit vielen kleinen, hoch motorisierten Booten in enge, flache Buchten gehetzt und dort zusammengetrieben.

Dann rammen die Jäger ihnen Eisenhaken ins Blasloch, um sie orientierungslos zu machen und an Land ziehen zu können, anschließend werden Rückgrat und Kopfarterien mit Messern durchgeschnitten.

Karte der 24 Whaling-Bays auf den Färöer InselnZum sogenannten "Grindadrap" oder "Grind" sind 24 Buchten mit flachen, sandigen Stränden auf verschiedenen der 18 Färöer Inseln freigegeben.

Kein Tier hat eine Chance zu entkommen, selbst neugeborene Kälber und ihre Mütter werden gnadenlos getötet
Von April bis Juli gebären weibliche Grindwale in den Gewässern bei den Färöer-Inseln ihre Jungen und richten "Kinderstuben" ein.

Die Populationsgröße der Nordatlantischen Grindwale ist unbekannt. Sie sind durch internationale Abkommen, wie die Berner Konvention zum Erhalt der europäischen wild lebenden Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume sowie die Bonner Konvention zum Schutz wandernder Arten streng geschützt.

Dänemark entzieht sich der Verantwortung
Beide Abkommen wurden auch von Dänemark unterzeichnet und ratifiziert. Dänemark entzieht sich der Verantwortung, indem es auf den autonomen Status der Färöer unter der dänischen Krone hinweist. Doch ist Dänemark für das färöische Justizsystem zuständig, repräsentiert die Färöer auf internationaler Ebene und stellt jährlich Millionen von Kronen als Subventionen zur Verfügung.

Wenn das Meer sich rot färbt - Grindwal-Massaker auf den Färöer-Inseln: ein kleines Dorf in einer Bucht, das Wasser am Ende der Bucht ist großflächig rot verfärbt vom Blut der abgeschlachteten Delfine. Das grausame Ritual findet das ganze Jahr über statt
Indem sie hunderte Tiere auf einmal töten, löschen die Färinger ganze Familien und soziale Gruppen aus. Abgesehen von der Grausamkeit dieser Methode vernichten sie damit Bausteine des Genpools und zerstören die genetische Vielfalt dieser Art.

Das grausame Ritual findet das ganze Jahr über statt, Schwerpunkt ist allerdings der Sommer, wenn das Wetter für den Einsatz der Boote geeigneter ist und sich die Grindwale während ihrer Paarungszeit dann mehr in Küstennähe aufhalten.

Im Jahr 2013 starben nach Angaben der britischen Organisation "Campaign Whale" insgesamt 1534 Delfine, darunter 1104 Grindwale.

Die GRD appelliert an die Verbraucher, keine Produkte der Färöer zu kaufen und die Inseln als Reiseziel zu meiden
Wichtigster Erwerbszweig ist neben dem Export von Fischprodukten der Tourismus. Fischprodukte wie z.B. Lachs machen mehr als 95% der Exportwaren der Inseln aus.
GRD-Presse, Juli 2015

⇒ Protestieren Sie jetzt für ein Ende der grausamen Grindwal-Massaker!

Mehrere Menschen in Neoprenanzügen haben einen Delfin im Wasser auf den Rücken gedreht, um festzustellen, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist.Der japanische Verband der Zoos und Aquarian JAZA verzichtet künftig darauf, Delfine aus Taiji zu beziehen. Dort werden jedes Jahr hunderte Delfine zum menschlichen Verzehr grausam getötet, nur ein paar Tiere am Leben gelassen und an Delfinarien weltweit verkauft.

Der Weltverband der Zoos und Aquarien WAZA hatte JAZA mit Ausschluss gedroht, sollte man weiterhin Delfine aus Taiji an japanische Zoos ausliefern.

In Japan soll es nach Informationen der japanischen NGO Elsa Nature Conservancy über 100 Delfinarien geben. Wenn alle japanischen Delfinarien sich an das Verbot hielten, würden den Delfinkillern in Taiji beträchtliche Einnahmen wegfallen. Denn der Hauptantrieb für die Barbarei ist der lukrative Erlös aus dem Verkauf von lebenden Delfinen und nicht der Verkauf des Delfinfleisches.

Während der Jagdsaison 2014/2015 wurden über 800 Delfine gefangen, etwa 80 von ihnen blieben am Leben, sie wurden für den Weiterverkauf an Delfinarien aussortiert.

Laut Medienberichten haben die Fischer von Taiji bereits angekündigt, ihre Treibjagden fortzusetzen. Außerdem sollen mehrere japanische Delfinarienbetreiber überlegen, aus dem japanischen Zoo-Dachverband auszutreten, damit sie weiterhin Delfine aus Taiji für ihre Delfinshows beziehen können.
GRD-Presse, 21.05.2015

 

Weitere Informationen:

⇒ Wenn die Meere sterben, dann sterben auch wir

⇒ Die Flipper-Killer von Taiji

⇒ Protest-Aktion gegen Delfin-Massaker in Japan

⇒ Hoffnung für Delfine in Japan: Auf der Insel Toshima erhalten Delfine Bürgerstatus

Ein Atlantischer Fleckendelfin pflügt ganz knapp unter der Wasseroberfläche durch eine Welle.Nach Informationen unserer US-Partnerorganisation Earth Island Institute (EII) wurden von den Bewohnern der Salomoninseln weder 2014 noch 2015 Delfine gejagt. Anders lautende Meldungen entsprechen nicht den Fakten!

Das EII hatte 2010 auf den Salomoninseln ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Dörfer finanzielle Ausgleichszahlungen erhalten, wenn sie die traditionelle Jagd und den Fang von Delfinen für Delfinarien einstellen.

Mit den Hilfsgeldern sollten beispielsweise Projekte für alternative Einkommensquellen und Infrastrukturverbesserungen gefördert oder Schulgeld für Kinder bezahlt werden.

Früher wurden jedes Jahr Tausende Delfine getötet
Seit Jahrhunderten dienten Große Tümmler, Zügeldelfine und Ostpazifische Delfine auf den Salomonen als Nahrungsquelle und ihre Zähne als Zahlungsmittel. In der von Januar bis März dauernden Jagdsaison wurden früher Tausende von ihnen getötet.

Bewohner der Provinz Malaita behaupteten Ende 2012, das EII halte einen Teil der zugesagten Gelder zurück, während nach Auskunft des EII die Mittel an das verwaltende Organ gegangen, aber von dort nicht weitergeleitet worden seien. Als Vergeltungsakt für vermeintlich entgangene Gelder fingen die Bewohner 2013 wieder mit der Delfinjagd an. Allerdings wurden seit 2014 bis zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Delfine getötet.
GRD-Presse, Mai 2015

Tote Delfine liegen in einem offenen Fischerboot, das Meereswasser ringsum ist blutrot verfärbt.Nicole und Markus Kappelhoff, begeisterte Taucher und im Meeres- und Delfinschutz auch für die GRD aktiv, nahmen 2015 als "Cove Guardians" im Rahmen der Operation "Infinite Patience" von Sea Shepherd teil. Hier ihr erschütternder Bericht über die grausamen Delfintreibjagden in der Todesbucht von Taiji (Japan).

Wir möchten unser Möglichstes dafür tun, dass die Aufklärung über die Grausamkeiten vorangetrieben wird, damit die schrecklichen Treibjagden irgendwann enden.

Der erste Schritt war für uns die Entscheidung, unseren Urlaub mit den Cove Guardians in Taiji, Japan zu verbringen, um das grausame Geschehen dort für die Welt zu dokumentieren.

Verbotsschild bei der Todesbucht. Die Bucht zu sehen war ziemlich surreal für uns. Alles wirkt auf den ersten Blick ganz friedlich. Aber die Verbotsschilder und Zäune machen sehr schnell klar, dass dort etwas versteckt werden soll.

Die tägliche Polizeieskorte wartet schon
Der Tag eines Cove Guardians fängt damit an, dass um 4:30 der Wecker klingelt… Aufstehen, Zähne putzen, "Uniform" anziehen, kleines Frühstück, starker Kaffee, Ausrüstung greifen und dann ist pünktlich um 5:45 das Treffen in der Hotellobby, bei dem die einzelnen Gruppen für die verschiedenen Aussichtspunkte eingeteilt werden.

"Uniform" für Cove Guardians bedeutet neben "Sea Shepherd"-Klamotten vor allem: Fotoapparat, Actioncam und Funkgerät - die wichtigsten “Waffen” in diesem Kampf. Das gesamte Team fährt dann gemeinsam nach Taiji, wobei wir bereits kurz vor dem Ort auf unsere Polizeieskorte treffen. Das ist am Anfang sehr merkwürdig, aber man gewöhnt sich daran.

Warten und Beobachten
Die erste Station an jedem Tag ist der Hafen in Taiji, wo die Cove Guardians im Morgengrauen das Auslaufen der 12 sogenannten Bangerboats (englisch: "to bang" - schlagen ) fotografisch festhalten. Jedes Boot ist mit 2 Personen besetzt. An der Außenbrücke ist eine Metallstange befestigt, die ins Wasser gelassen wird, wenn die Flotte eine Schule Delfine gefunden hat.

Als nächstes, noch immer in der großen Gruppe, geht es zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir die Richtung verfolgen, in die die Flotte auf ihrer Jagd nach Delfinen ausrückt. Bald sind alle Boote hinter dem Horizont verschwunden, dann folgt eine Phase, die unter anderem den Namen dieser Kampagne ausmacht: Warten und Beobachten - unendliche Geduld - Infinite Patience...

Ein Eine unerträgliche Mauer aus Lärm
Sobald am Horizont Bangerboote auftauchen, die sich in einer sogenannten "Drive Formation" der Küste nähern, brechen nach und nach die verschiedenen Teams zu anderen Aussichtspunkten auf, um möglichst viele der grausamen Details der Treibjagd zu dokumentieren.

Die Boote formieren sich zu einem “V”, die Metallstangen werden ins Wasser gelassen und einer der "Fischer" schlägt am oberen Ende mit einem Hammer dagegen, was eine für Delfine unerträgliche Mauer aus Lärm erzeugt, das "Bangen". Die Tiere kämpfen bis zur totalen Erschöpfung, um dieser Mauer zu entfliehen.

Je näher die Boote kommen, desto besser ist zu sehen, wie die Delfine immer müder werden und desto besser ist auch das “Bangen” zu hören. Der Lärm beim Gerüstbau wird uns wohl immer an die Bangerboote erinnern…

Tränen hinter der Kamera
Von unseren unterschiedlichen Aussichtspunkten dokumentieren wir alles bis ins kleinste Detail. Es ist meist sehr schwierig, die dabei aufkommenden Emotionen zu unterdrücken und "einfach" mit der Kamera "drauf zu halten".

Die Delfine werden in die Todesbucht getrieben. Andererseits ist die Kamera auch wie eine Maske, hinter der man sich verstecken kann… Das Foto bleibt ja das Foto - ob die Person hinter der Kamera nun weint oder nicht. Und wir hatten viele solcher Fotos…

Die Bangerboote treiben die inzwischen total erschöpften und verzweifelten Delfine in "Die Bucht" und schließen sie dort mit Netzen ein.

Hier ist vom Strand aus deutlich zu sehen, wie grausam und ohne jeden Respekt die Tiere immer enger aneinander und in Richtung der "Todesbucht" getrieben werden. Das ist eine kleinere Seitenbucht, die schon von den Felsen sichtgeschützt ist und durch Planen noch zusätzlich abgeschirmt wird.

Es gibt kaum ein Entkommen
Mehrere Menschen in Neoprenanzügen haben einen Delfin im Wasser auf den Rücken gedreht, um festzustellen, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist.Wenn die Tiere alle dort gefangen sind, wird auch diese Seitenbucht mit Netzen versperrt, sodass es kein Entkommen mehr gibt. Inzwischen sind Taucher und die Killer in kleineren Booten, den Skiffs, eingetroffen. Je nach Art der Delfine oder kleinen Wale treffen die Taucher eine Auswahl derjenigen Tiere, die für ein Leben in Gefangenschaft "geeignet" sind - also möglichst keine Narben haben.

Auch wird das Geschlecht festgestellt. Dazu müssen die Tiere im Wasser auf den Rücken gedreht werden, was zusätzlichen, extremen Stress verursacht.

Die Delfine erleiden einen entsetzlichen Tod
Diejenigen Tiere, die "nicht schön genug" sind für eine Delfinshow, werden nun auf grausame Weise abgeschlachtet. Die Killer rammen einen Dorn in die Wirbelsäule und schließen das dadurch entstandene Loch mit einem Korken, um den Blutfluss zu stoppen. Angeblich sterben die Delfine sofort, was in vielen Fällen nicht stimmt.

Durch Öffnungen in den Planen konnten wir deutlich sehen, wie viele Tiere entsetzlich leiden, bis sie schließlich erlöst sind. Die Familienmitglieder dieser armen Tiere müssen alles mit ansehen, bis sie selber an der Reihe sind. Ihre panischen Schreie und das verzweifelte Flossenschlagen sind deutlich zu hören.

Transport der getöteten Delfine mit einem kleinen offenen Fischerboot ins SchlachthausDas Wasser der Todesbucht färbt sich rot vom Blut der Delfine…
Die getöteten Tiere werden in Skiffs verladen und zum Schlachthaus gebracht, die Gefangenen in die "Pens" (Pferche) im Hafen oder zu den zwei "Delfin-Horrorstationen" in Taiji: Taiji Whale Museum und Hotel "Dolphin Resort", wo im Sommer Touristen mit den Delfinen schwimmen dürfen.

Nur wenige haben eine Chance, dem Grauen zu entrinnen
Es kommt auch vor, dass die "Killer" einige Delfine weder gefangen nehmen noch töten, sondern sie wieder hinaus ins Meer treiben - sei es, weil die Quote für den Tag erfüllt ist oder auch weil die Tiere zu jung sind.

Sie treiben die Zurückgebliebenen dann auf die gleiche grausame Weise wieder hinaus, wie sie sie vorher hinein getrieben haben.

Jungtiere und Babies werden in Planen, die am Boot befestigt werden, hinausbefördert und dort einfach ins Meer geworfen, wo sie nun ohne den Schutz ihrer Familie nur geringe Überlebenschancen haben.

Die Welt muss so viel wie möglich über die Wahrheit hinter den Planen erfahren
Der Tag in Taiji endet damit, dass sich alle im Hafen versammeln und dort mit vereinten Waffen so detailliert wie möglich den Verbleib der getöteten und gefangenen Tiere dokumentieren. Jeder blutige Stiefel, jedes blutige Auf Beobachtungsposten im Hafen von Taiji.Tötungswerkzeug wird fotografiert, damit die Welt so viel wie möglich über die Wahrheit hinter den Planen erfährt.

Zum Abschluss eines "roten" Tages ertönt ein weiteres grauenvolles Geräusch: die Sirene der Fischereigewerkschaft, die ankündigt, dass es frisches Delfinfleisch zu kaufen gibt…

Dann werden die Planen entfernt und die Boote gereinigt. Die Killer haben ihr Tagewerk vollbracht und fahren mit ihrem Anteil an der "Beute" nach Hause.

Nur ein erster Schritt
Lgo der Cove GuardiansWir werden das dort Erlebte sicher nie vergessen und sind sehr stolz, Teil eines so tollen Teams gewesen zu sein. In unseren Mit-Cove Guardians haben wir gute Freunde gefunden, die das gleiche Ziel haben: Die Grausamkeiten zu beenden.

Die Kampagne in Taiji war für uns der erste Schritt. Wir werden auch weiterhin mit verschiedenen Organisationen für den Erhalt maritimen Lebens kämpfen.
Nicole & Markus Kappelhoff, Januar 2015

Zwei tote Pilotwale liegen mit durchtrenntem Rückgrat im flachen Wasser, das wie ein See aus Blut aussieht. Weitere tote Delfine liegen etwas entfernt, bei ihnen stehen einige Menschen. Das Leben von 33 Pilotwalen endete am 30. August auf einem Sandstrand der färöischen Insel Sandoy. Die Tiere wurden von den barbarischen Inselbewohnern abgeschlachtet. Sie starben einen langsamen und grauenvollen Tod. Die Bewohner der Inseln nutzen das Fleisch der Delfine zum Eigenverzehr.

Das Massaker von Sandoy geht als zweite Pilotwaljagd oder "Grind" in die Todesstatistik für 2014 ein. Insgesamt sollen 2014 "erst" 46 dieser großen Delfine vor den Färöer-Inseln ihr Leben gelassen haben.

Außerdem wurden wohl fünf Entenwale, die noch lebend gestrandet waren, am 28. August getötet.

Blutiges Jahr 2013: 1533 massakrierte Meeressäuger
Ungeachtet starker internationaler Proteste war das vergangene Jahr von besonders intensiven Jagden auf die friedfertigen Meeressäuger geprägt. Als wären sie in einem nicht enden wollenden Blutrausch, töteten Bewohner der Färöer-Inseln 1103 Pilotwale und 430 Atlantische Weißseitendelfine.

Die diesjährige Jagdsaison reicht zwar noch bis in den Dezember, es besteht aber immerhin die Hoffnung, dass die hohe Todesrate vom vergangenen Jahr nicht wieder erreicht wird. Seit 2010 sollen fast 3650 Pilotwale ihre Reise entlang der im Nordatlantik liegenden Inselgruppe, die zu Dänemark gehört, mit dem Leben bezahlt haben.

Pilotwalfleisch ist gesundheitsgefährdend
Obwohl die Gesundheitsbehörde der Färöer schon seit 2008 davor warnt, das Fleisch der Meeressäuger zu verzehren, da es aufgrund der hohen Konzentration an Giftstoffen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist, lassen die Bewohner der Inseln nicht ab von ihrem grausamen Tötungsritualen.

Wenn das Meer sich rot färbt - Grindwal-Massaker auf den Färöer-Inseln: ein kleines Dorf in einer Bucht, das Wasser am Ende der Bucht ist großflächig rot verfärbt vom Blut der abgeschlachteten Delfine. Die Tiere haben keine Chance zu entkommen
Bei den grausamen Treibjagden werden ganze Grindwalfamiliengruppen mit vielen kleinen, hoch motorisierten Booten in enge, flache Buchten gehetzt und dort zusammengetrieben. Selbst neugeborene Kälber und ihre Mütter werden gnadenlos abgeschlachtet. Von April bis Juli gebären weibliche Grindwale in den Gewässern bei den Färöer-Inseln ihre Jungen und richten "Kinderstuben" ein.

Sie verbluten langsam und qualvoll
Um die Delfine an Land ziehen zu können, rammen die Jäger ihnen einen Eisenhaken ins Blasloch, anschließend werden Rückgrat und Kopfarterien mit Messern durchgeschnitten. Noch lebend verbluten die Meeressäuger langsam und sehr qualvoll.
U. Karlowski, 01.09.2014

Was können Sie tun?

  • Meiden Sie die Färöer-Inseln als Reiseziel
  • Kaufen Sie keine Produkte, die von den Färöer-Inseln stammen
  • Informieren Sie Freunde und Bekannte

⇒ Protestaktion gegen das Blutbad auf den Färöern

Mehrere, schwer verletzte Große Tümmler werden auf der offenen Ladefläche eine Kleinlasters zur Fischfabrik gekarrtUnd erneut färbt sich das Wasser in der Bucht von Taiji rot vom Blut sterbender Delfine. Die brutale Treibjagd auf Delfine ist, trotz weltweiter Proteste, wieder voll im Gange. Mehr als 250 Große Tümmler sollen derzeit in der Todes-Bucht zusammengetrieben worden sein. Unter den Tieren befindet sich auch ein extrem seltener junger Albino-Tümmler.

Auch die Kritik der neuen US-Botschafterin in Japan, Caroline Kennedy, hat das blutige Gemetzel nicht stoppen können. Sie sei "tief besorgt über die Unmenschlichkeit" der Delfintötungen, kritisierte Kennedy auf Twitter. Die US-Regierung lehne die Treibjagd ab, so Kennedy. Ihre Kritik übte sie auf Englisch als auch in japanischer Sprache.

Die Fischer – nur 26 Personen sind daran beteiligt – treiben ganze Delfinschulen in mit Netzen abgesperrte kleinere Buchten. Mit Eisenstangen schlagen sie auf die Delfine ein. Meist noch lebend werden die Meeressäuger mit einem Kran aus dem Wasser gezogen und mit Kleinlastwagen in eine Fischfabrik gekarrt. Dort schneidet man ihnen die Halsschlagadern auf, die Delfine verbluten langsam und qualvoll.

"Das Gehirn von Delfinen funktioniert vergleichsweise lange ohne Sauerstoff, unbetäubt erleben die intelligenten Tiere ihr Sterben bei vollem Bewusstsein. Das Ganze ist eine unvorstellbare Grausamkeit", erklärt GRD-Biologe Ulrich Karlowski.

Pures Gift
Rohes Walfleisch, zu Blöcken geschnittenIn Japan wird weltweit das meiste Wal- und Delfinfleisch gegessen, es wird roh oder als sukiyaki – eine Art kurz angebratenes Fleischgericht - serviert. Dafür töten nicht nur die Fischer in Taiji Delfine - die Anzahl der in Japan insgesamt getöteten Kleinwale beläuft sich auf jährlich um die 20.000 Tiere, ist seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima aber stark gesunken. Die von der japanischen Regierung immer wieder zitierte alte Tradition des Verzehrs von Wal- und Delfinfleisch kam tatsächlich erst nach dem 2. Weltkrieg auf, als diese Nahrung eine wichtige Proteinquelle darstellte.

Dass durch die Verschmutzung der Meere das Delfinfleisch heutzutage hochgradig mit dem toxischen Quecksilber und anderen Umweltgiften verseucht ist, interessiert die Regierung wenig. Sie verheimlicht der Bevölkerung die mit dem Verzehr des Fleisches verbundenen Gefahren für die Gesundheit ebenso wie das Gemetzel an der Küste von Taiji.

Delfinfleisch aus Taiji enthält bis zu 2.000 µg Quecksilber und überschreitet damit den japanischen Grenzwert von 0,4 µg um das bis zu 5.000-Fache. Über 90 Prozent der japanischen Bevölkerung wissen nichts oder nur wenig über die hohen Quecksilberwerte von Delfinfleisch, das unter anderem auch an Schul- und Krankenhauskantinen verteilt wird.

Blutiges Vergnügen
Der Hauptantrieb für die Barbarei ist der lukrative Erlös aus dem Verkauf von lebenden Delfinen. Denn einige Exemplare, meist junge Weibchen, werden verschont und aussortiert. Taiji-Delfine landen in Gefangenschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in China, Thailand, Südkorea, der Karibik und auch in der Türkei, wie GRD-Experten bei einer Überprüfung türkischer Delfinarien vor Ort herausfanden. Bis zu 200.000 US-Dollar werden für ein Exemplar auf den Tisch gelegt. Der jetzt gefangene Albino-Tümmler dürfte ein Vielfaches davon wert sein. "Das ist viel Geld, wenn man bedenkt dass ein toter Delfin nur 600 Dollar einbringt", erklärt Ric O’Barry, ehemaliger "Flipper"-Trainer und bekehrter Delfinschützer.

Solange die internationale Delfinariumsindustrie die japanischen Delfinkiller durch den Ankauf von Tieren aus Taiji unterstützt, wird das blutige Delfin-Gemetzel weitergehen!

Fotosafari statt Blutbad
Dennoch sind erste Anzeichen für ein Umdenken in Japan sichtbar, die den jahrelangen internationalen Protesten, an denen sich auch die GRD beteiligt, zu verdanken sind. So wurden seit 2004 in der japanischen Hafenstadt Futo keine Delfine mehr getötet, obwohl die japanische Regierung den örtlichen Fischern weiterhin Fangquoten ausstellt. Anstelle von Treibjagden betreibt man dort heute Delfinbeobachtungstouren.

Auf der Insel Toshima erhalten Delfine Bürgerstatus
Ans Licht: Ein Großer Tümmler schwimmt der hell leuchtenden Meeresoberfläche entgegenIm August 2012 erklärten die Fischer der kleinen, etwa 160 Kilometer vor Tokio gelegen Insel Toshima ihre Delfine zu Mitbürgern. Die Meeressäuger genießen jetzt den vollen Schutz in den Gewässern rund um die Insel, zu deren Einwohnern neuerdings auch 16 Delfine zählen. erklärten die Fischer der kleinen, etwa 160 Kilometer vor Tokio gelegenen Insel Toshima ihre Delfine zu Mitbürgern. Dies ist einmalig auf der Welt.

Die Meeressäuger genießen jetzt den vollen Schutz in den Gewässern rund um die Insel.

"Wir sind gegen die Jagd auf Delfine, das ist uns sehr wichtig. Es ist uns aber auch wichtig, dass viele Menschen begreifen, dass Delfine Tiere sind, die unsere Freunde sind und mit denen wir zusammenleben können. Toshima ist ein sehr wichtiges Symbol, um das Bewusstsein der japanischen Bevölkerung für den Schutz der Delfine zu stärken", erklärt Sakae Hemmi von der japanischen Naturschutzorganisation Elsa Nature Conservancy.
U. Kirsch / U. Karlowski

⇒ Protestieren Sie gegen die grausamen Delfin-Treibjagd!

⇒ Auf der japanischen Insel Toshima erhalten Delfine Bürgerstatus

Zwei abgeschlachtete Grindwale am Strand, Färöer-Inseln30.11.2008 - Was den Wikingern einst recht und billig war, bringt bei einigen ihrer Nachfahren heute die Familienplanung durcheinander. Die Bewohner der im Nordatlantik gelegenen Färöer, einer zu Dänemark gehörenden Inselgruppe mit Selbstverwaltung, laben sich, wie ihre Vorfahren, gerne am Fleisch von Grindwalen (einer Delfinart) und Delfinen.

Neben den Norwegern, Isländern und Grönländern gehören die knap 50.000 Bewoner der Färöer-Inseln zu den Europäern, die regelmäßig Fleisch von Meeressäugern konsumieren. Sie täten gut daran, dies sein zu lassen. Grindwalfleisch ist eigentlich Sondermüll, vollgestopft mit Umweltgiften wie Quecksilber, PCB (polychlorierte Biphenyle), Kadmium und Pestiziden wie Dieldrin, die sich bei den am Ende der Nahrungskette stehenden Zahnwalen im Körper anreichern. Insbesondere der extrem hohe Quecksilbergehalt verursacht bleibende Schäden beim Menschen.

Zwar sind diese Erkenntnisse schon seit Jahren bekannt. Doch nun wurden sie auch von offizieller färöischer Stelle bestätigt. Wie der New Scientist am 28.11.2008 berichtet, hat die Gesundheitsbehörde der Färöer dazu aufgerufen, ab sofort kein Fleisch von Grindwalen mehr zu verzehren, da es aufgrund der hohen Konzentration an Giftstoffen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sei."Es ist sehr bedauerlich, dass wir diese Empfehlung geben müssen. Grindwale haben viele Färöer über Jahrhunderte hinweg am Leben erhalten", erklären Pal Weihe und Hogni Debes Joensen von der Gesundheitsbehörde.

Heutzutage führt der Genuss von Walfleisch zu Störungen in der neuronalen Entwicklung bei Föten, zu Bluthochdruck, Immunschwächen bei Kindern sowie Kreislauferkrankungen. Auch wurde eine Zunahme von Parkinson-Erkrankungen und möglicherweise Unfruchtbarkeit bei Erwachsenen festgestellt.

Bereits 2000 zeigte eine von Wissenschaftlern der Universität Odense, Dänemark, durchgeführte Langzeitstudie, dass die rund 45.000 Bewohner der Schafsinseln auffallend hohe Konzentrationen der bei Grindwalen nachgewiesenen toxischen Stoffe aufweisen. Die Forscher stellten insbesondere bei Kindern Sprach-, Konzentrations- und Erinnerungsstörungen fest – typische Symptome einer Quecksilbervergiftung. Diese Ergebnisse veranlassten die färöische Gesundheitsbehörde jedoch lediglich zu der Empfehlung, den Konsum von Grindwalfleisch einzuschränken.

Seit Jahren kämpft die GRD, gemeinsam mit vielen anderen Organisationen, gegen die Grindwal- und Delfinmassaker auf den Färöern.
Ulrich Karlowski & Ulrike Kirsch
Copyright Foto: eia

Pressemitteilung, 06.01.2009 - Das mit großem Mediengewitter eingeläutete und um ein Jahr verlängerte "UN-Jahr des Delfins" (2007 und 2008) ist nach Ansicht der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) weit hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben.

Logo von TUI auf einem Tourbus"Die Bilanz ist mehr als enttäuschend, für die Delfine wurde nichts erreicht. Der Chinesische Flussdelfin gilt seit 2007 als ausgestorben. Weitere Arten stehen kurz davor, so die knapp 600 in deutschen Gewässern heimischen Ostsee-Schweinswale, der Vaquita aus Mexiko oder die etwa 100 vor Neuseeland lebenden nördlichen Hector-Delfine. Dafür wurde kräftig die Werbetrommel für den Tourismuskonzern TUI geschlagen", sagt der GRD-Biologe Ulrich Karlowski.

Die unter Führung der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) stehende Kampagne hüllte sich zu fast allen Kernthemen des Delfinschutzes in Schweigen, angefangen vom Delfin-Beifang in Fischernetzen, über die Grindwal-Abschlachtung bei den Färöer-Inseln– eine Schande für Europa – bis hin zu den barbarischen Delfin-Massakern vor der japanischen Küste. Dagegen übte man auf Konferenzen gegenseitiges Schulterklopfen und produzierte eine Unmenge von bunten Broschüren, Kalendern, Postern und anderen Materialien.

Trauriger Höhepunkt war nach Ansicht der GRD dabei sicherlich, dass ausgerechnet im "Jahr des Delfins" das einzige Schutzabkommen für unsere heimischen Schweinswale, ASCOBANS, faktisch zerschlagen und handlungsunfähig gemacht wurde.

Mehrere, schwer verletzte Große Tümmler werden auf der offenen Ladefläche eine Kleinlasters zur Fischfabrik gekarrtJedes Jahr schlachten japanische Fischer etwa 23.000 Delfine und Kleinwale ab, einige wenige überlebende werden für Delfinarien aussortiert. Bei den Färöer-Inseln ereilt Tausende Grindwale, eine Delfinart, das gleiche Schicksal. Organisationen, die diese Missstände anprangern wollten, wurden, mit Rücksicht auf den Sponsor TUI, kurzerhand vom "Jahr des Delfins" ausgeschlossen. TUI bietet Reisen in Delfinarien an, z.B. in den "Ocean World Adventure Park" in der Dominikanischen Republik, in denen Tiere aus den japanischen Delfin-Treibjagden gehalten werden.

Auch beim Schutz der bedrohten heimischen Schweinswale gab es seitens des "Jahr des Delfins" keinerlei konkrete Maßnahmen oder Unterstützung bestehender Projekte wie z.B. umweltschonende Beseitigung von Munitionsaltlasten aus dem Zweiten Weltkrieg, Reduzierung von Beifängen in Fischernetzen oder Lärmschutzmaßnahmen beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen.

"In den beiden Jahren des Delfins wurde viel Geld für Konferenzen und Aufklärungskampagnen ausgegeben, aber dort, wo es für die Meeressäuger um Überleben oder Aussterben geht, fehlen nach wie vor die Mittel. Die Kampagne war gekennzeichnet von einem für die Delfine schrecklichen, weil tödlichen Missklang zwischen Theorie und Praxis", bedauert Karlowski. "Es ist schon fast zynisch, dass das ursprünglich für ein Jahr konzipierte Jahr des Delfins um ein weiteres Jahr verlängert wurde"

Das Jahr 2009 wurde zum "UN-Jahr des Gorillas" erklärt. "Es ist zu hoffen, dass es den vom Aussterben bedrohten Großaffen besser ergehen wird als den Delfinen", so Karlowski.

Gestrandeter Schweinswal am Schwarzen Meer.

 

Wie "MDR Wissen" berichtet, hat die bulgarische Regierung die Fischerei in Gebieten, in denen sich viele Delfine aufhalten, vorsorglich untersagt. Sofia setzte diese Sondermaßnahme in Kraft, weil in diesem Jahr bereits mehr als 108 Delfine tot an Bulgariens Küsten strandeten. An einigen Stränden hat es aber auch Lebend-Strandungen gegeben.

So sollen allein an den Stränden des beliebten Urlaubsortes Burgas bereits 77 tote Delfine gefunden worden sein, so die Behörden. Man hofft, dass die Todesursache noch geklärt werden kann.

Zweites Delfin-Massensterben im Schwarzen Meer
Bereits 2012 waren im Schwarzen Meer 200 Delfine und Schweinswale verendet und an der südöstlichen Krim-Küste gestrandet. Ukrainische Meeresbiologen gingen damals auch von einer Vergiftung als möglicher Ursache aus, da bei höchstens der Hälfte der gefundenen toten Meeressäuger die üblichen, durch Fischernetze verursachten Verletzungen festgestellt wurden. 

Die drei im Schwarzen Meer isoliert lebenden Kleinwal-Unterarten, Gemeiner Delfin, Großer Tümmler und Schweinswal, sind vom Aussterben bedroht und streng geschützt. In Bulgarien wird ihr Töten mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet.

Die GRD begrüßt die ungewöhnliche Maßnahme der bulgarischen Regierung, fordert aber gleichzeitig ein Umdenken zu einem nachhaltigen und langfristigen Fischereimanagement mit drastischer Beifangreduzierung und konsequenter Überwachung fischereilicher Aktivitäten im Schwarzen Meer.
GRD-Presse, Juli 2016

Weitere Informationen:

⇒ Fast 200 Delfine und Schweinswale verenden im Schwarzen Meer

⇒ sueddeutsche.de: Die Delfin-Tragödie im Schwarzen Meer

 

Grundschleppnetzfischer im Hafen von Büsum.Nach einem zähen, vierjährigen Verhandlungsmarathon hat sich die EU endlich auf ein weitgehendes Verbot des Einsatzes von Bodenschleppnetzen in den Tiefseeregionen des Atlantiks ab einer Meerestiefe von 800 Metern verständigt. Der letztendlich dann doch überraschende Durchbruch im Vermittlungsausschuss kam am letzten Tag der niederländischen Präsidentschaft zu Stande.

Meeresschutzorganisationen wie die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) werten die Entscheidung als wichtigen Erfolg für den Schutz der betroffenen Tiefsee-Ökosysteme. "Dennoch setzen wir uns weiterhin für ein generelles Verbot dieser Fangmethode und der Fischerei in der Tiefsee ein", erklärt die Organisation.

Bodenschleppnetze gehören zu den zerstörerischsten Fischfangmethoden überhaupt. Ein über mehrere Tausend Jahre gewachsenes Tiefseekorallenriff können sie innerhalb von nur einer halben Stunde komplett und unwiederbringlich zerstören. Nach der Fangfahrt mit einem Bodenschleppnetz gleicht der Meeressboden einer öden Mondlandschaft.

Niederlage für Fischereilobby und Fischereiministerrat
Zerstörungen durch Grundschleppnetz an einem Tiefseeberg.Das Verbot gilt zwar nur für EU-Gewässer bis 200 Seemeilen vor der Küste und nicht auch für die Hohe See im Nordostatlantik, wohl aber für die Hohe See vor Westafrika um die Kanarischen Inseln und Madeira. Tiefseebewohner wie Rotbarsche, Tiefseekorallen oder Tiefseehaie haben jetzt eine Chance zu überleben.

Entscheidenden Anteil an dem jetzt erzielten Erfolg hatten die "Deep Sea Conservation Coalition (DSCC)", der sich auch die GRD angeschlossen hat sowie Teile des Fischereiausschusses des EU-Parlaments, die sich in wichtigen Punkten gegen die Interessen des Fischereiministerrats durchsetzen konnten.

Weitere wichtige Reformen für den Fischerei-Sektor
Neben dem Grundschleppnetzverbot für die Tiefsee wurden noch weitere dringend notwendige Reformen für den Fischerei-Sektor beschlossen. Stellnetze und Kiemennetze sind in Regionen unterhalb von 600 Meter zukünftig verboten. Für bisher nicht befischte Gebiete wird jetzt immerhin eine Verträglichkeitsprüfung verlangt, bevor eine Fangerlaubnis für Tiefseefische erteilt wird. Außerdem müssen zukünftig auf 20 Prozent der Ausfahrten von Tiefseefischern innerhalb der EU-Gewässer und auf der Hohen See Beobachter eingesetzt werden. Das EU-Parlament hatte hier ursprünglich gefordert, dass auf allen Tiefseetrawlern unabhängige Beobachter eingesetzt werden.

Außerdem muss bei Kontakt mit Tiefseekorallen, -schwämmen und anderen empfindlichen Tiefsee-Ökosystemen der Fang abgebrochen und anderswo fortgesetzt werden. Allerdings ist dann meist schon zu spät und für die überwiegende Zahl der Tiefseefischer dürfte diese Bestimmung Schall und Rauch sein, mangels Beobachtern an Bord. Dennoch ist es ein großer Schritt in die richtige Richtung und eine Niederlage für die Fischereilobby, deren Ziel die ultimative und nicht nachhaltige Ausbeutung sämtlicher Ressourcen der Meere ist.
Ulrich Karlowski, Juli 2016
Foto Zerstörungen durch Grundschleppnetz an einem Tiefseeberg: CSIRO Marine Research

Weitere Informationen:

⇒ Wissenschaftler: Fischerei in internationalen Gewässern beenden

⇒ Strategien zur Beifangreduzierung in der Ostsee (PDF)

⇒ Europas Fischereipolitik: Eine ökologische Katastrophe

⇒ EU fördert Piratenfischerei vor Westafrika

⇒ UN warnen vor Überfischung der Meere

⇒ Falscher Fisch auf dem Tisch: Importware und Billigfisch nehmen zu

Verletzter Adria-Tümmler schwimmt auf dem Rücken, deutlich zu sehen sind die eingewachsenen Netzreste an einem FlipperSogenannte Geisternetze werden zu einer immer größeren Gefahr für Meerestiere und das marine Ökosystem. Reste zerstörter Netze, von Fischern nicht wiedergefundene oder weggeworfene Netze fangen fast endlos weiter, da sie meist aus extrem langsam verrottenden Kunststoffen bestehen. Fische, Krabben, Meeresschildkröten, Seevögel, Delfine, Haie und sogar Wale verheddern sich ihnen, sterben langsam und qualvoll.

Irgendwann sinkt das Netz durch das Gewicht der in den Maschen hängenden Leichen auf den Meeresboden, über den es sich wie ein Leichentuch legt. Dort werden die Tierkörper zersetzt und dann steigt das Netz durch seine Auftriebskörper wieder an die Meeresoberfläche, wo es sein tödliches Werk fortsetzt.

Dieser Todes-Kreislauf kann sich über bis zu 500 Jahre hinziehen, so lange kann es dauern, bis sich Plastik in der Meeresumwelt zersetzt. Viele der verloren gegangenen oder weggeworfenen Netze bleiben auch an Wracks oder Riffen hängen und führen ihr zerstörerisches Werk im Verborgenen fort.

Etwa 10 Prozent des jährlichen Abfalls auf See sind Geisternetze
Bootsfahrer schneiden einen Delfin aus aus Fischernetz.Nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) machen Geisternetze mit 640.000 Tonnen etwa zehn Prozent des Abfalls aus, der jedes Jahr in den Weltmeeren landet. Allein in die Ostsee sollen jedes Jahr bis zu 10.000 Geisternetze gelangen. Tausende Kilometer dieser herrenlosen Todesnetze treiben mittlerweile auf den Weltmeeren, wo sie auch eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen. Laut Umweltbundesamt ist für 136 Arten von Meereslebewesen bekannt, dass sie sich regelmäßig in Müllteilen verheddern und strangulieren, darunter mindestens 43 Prozent aller Wal- und Delfinarten.

Geisternetze an Unterwasserhindernissen
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat allein vor der deutschen Ostseeküste Geisternetze an rund 100 Unterwasserhindernissen festgestellt. Experten des Deutschen Meeresmuseums gehen allerdings von einer deutlich höheren Zahl aus. Die Schifffahrtsbehörde dokumentiert nur Netze, die eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen können.

Dringender Handlungsbedarf
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die UNEP warnten bereits 2009 vor der von Geisternetzen ausgehenden Gefahr für das Meeresökosystem und sahen dringenden Handlungsbedarf, sich des Problems auf internationaler Ebene anzunehmen. Geschehen ist seitdem wenig. Im September 2014 bargen Taucher vor Rügen eine ganze Tonne an Netzresten die sich an nur zwei Wracks verheddert hatten. An der polnischen Küste konnten Taucher an nur 20 Tagen auf See rund sechs Tonnen Netze von Wracks und vom Meeresgrund bergen.

Ein um die Schwanzfluke eines Delfine verheddertes Seil wird durchgeschnitten.Rückholbarkeit der Netze ist entscheidend
Meeresschützer fordern, dass Fischernetze mit akustischen Signalgebern ausgestattet werden, damit sie bei Verlust geortet und eingesammelt werden können, denn finanzielle Anreize zeigen keine Wirkung. Bereits in den 1980er-Jahren hatte man in Frankreich versucht, mittels einer Belohnung für bei der Küstenwache abgelieferte Geisternetze das Problem in den Griff zu bekommen. Das Projekt musste allerdings eingestellt werden, da Fischernetze bewusst so zugerichtet wurden, als seien sie aus dem Meer gezogen worden, um die Belohnung zu kassieren.

Eine andere Lösung wären Netze aus biologisch abbaubaren Materialien.

Weniger Fischerei ist mehr
Generell empfehlen wir, weniger Fisch zu essen. Die Ozeane sind akut überfischt, viele Zielfischarten sind vom Aussterben bedroht.
Ulrich Karlowski, November 2015

Verletzter Adria-Tümmler blickt aus dem Wasser, deutlich zu sehen sind große Wucherungen auf dem Rücken am Finnen-Ansatzn sind große Wucherungen auf dem Rücken am Finnen-Ansatz

 

Delfine und Geisternetze:

⇒ Freudiges Wiedersehen mit schwer verletztem Delfin Košara

⇒ Ein echter Glückspilz - Adria-Delfin kann aus tödlicher Gefahr gerettet werden

⇒ Delfine helfen sich gegenseitig aus Fischernetz

⇒ Verletzter Adria-Delfin bleibt unauffindbar

⇒ Ein kleiner Delfin befreit sich selbst aus tödlicher Gefahr

Tiefgefroner Thunfisch wird auf See mit einem Ladekran verladen. Für ein Ende der Fischerei in internationalen Gewässern – also außerhalb der 200-Meilen-Zonen vor den Küsten – plädiert eine Gruppe Wissenschaftler in einem Beitrag der Zeitschrift Scientific Reports, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19.02.2015.

Die radikal klingende Maßnahme würde, so die Forscher, den weltweiten Fischereiertrag sogar steigern, auch die Verteilung der Fangmengen würde gerechter sein. Meeresschutzorganisationen wie die GRD fordern seit vielen Jahren strikte Beschränkungen der Hochseefischerei und insbesondere ein weltweites, kategorisches Verbot der für die Meeresumwelt desaströsen Fischerei mit Grundschleppnetzen.

Totmacher der Meere
Die industrielle Fischerei ist heutzutage die mit Abstand gefährlichste Bedrohung nicht nur für Delfine, sondern für das gesamte Leben in den Meeren. Jedes Jahr sterben über 300.000 Delfine und Wale einen grausamen Tod als ungewollter Beifang in Fischernetzen. Der Großteil davon in den Netzen der Hochseefangflotten.

Die Plattmacher
rafik Herings-Grundschleppnetz, charakteristisch sind die nach vorne geöffneten Flügel, die das Netz wie ein riesiges Fischmaul aussehen lassen. Neben den mittlerweile fast nur noch von Piratenfischern eingesetzten und seit 1991 von der UN geächteten Treibnetzen, sind Grundschleppnetze weltweit die mit Abstand zerstörerischte Fischfangmethode. Die wie ein Bulldozer arbeitenden Fanggeräte verwandeln Meeresboden-Ökosysteme in leblose Wüsten. Besonders in der Tiefsee ist dies fatal - es braucht dort Jahrzehnte bis Jahrhunderte zur Regeneration.

Küstennahes Fischen bringt Vorteile für alle
Da Fische sich nicht an 200- Meilen-Zonen halten, könne man sie auch dort fangen. Was die Trawler der Industriefischerei auf hoher See wegfischen, entgeht den Fischereien der Küstenländer. Unterm Strich würden die Fangergebnisse - bei gerechterer Verteilung – um 42 Prozent steigen, da die Fische bei einem Fangstopp auf der hohen See genügend Regenerations- und Rückzugsräume hätten, lautet das verblüffende Fazit der Studie der Forschergruppe um den Fischerei-Ökonomen Rashid Sumaila von der University of British Columbia in Vancouver.

Übermächtige Fischereilobby auch in der EU
Wie schwierig es ist, selbst kleinste Einschränkungen der Fangmengen und Fangmethoden zu erreichen, zeigt die quälende Reform der EU-Fischereipolitik. Ein auch von der GRD unterstütztes EU-Verbot der Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee wurde von der Fischfanglobby erfolgreich verhindert. Auch wenn es nur wenige und dazu noch hoch subventionierte EU-Trawler gibt, die von einem Verbot betroffen gewesen wären.

Ende der Fischerei in Sicht – so oder so
Bereits 2012 warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dass nahezu 30 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt seien, 57 Prozent befänden sich an der Grenze ihrer maximaler Ausbeutung. Lediglich 13 Prozent der Bestände sollen zum damaligen Zeitpunkt noch nicht voll ausgebeutet gewesen sein.

Experten schätzen, dass – sollte sich an der gängigen Praxis nichts ändern –, der kommerzielle Fischfang spätestens 2050 zum Erliegen kommt.
Ulrich Karlowski, Februar 2015

Weitere Informationen:

⇒ Strategien zur Beifangreduzierung in der Ostsee (PDF)

⇒ Europas Fischereipolitik: Eine ökologische Katastrophe

⇒ EU fördert Piratenfischerei vor Westafrika

⇒ UN warnen vor Überfischung der Meere

⇒ Falscher Fisch auf dem Tisch: Importware und Billigfisch nehmen zu

Ein Schweinswal hängt tot im Stellnetz.Pressemitteilung, 21.11.2014 - Die Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband vereinbart hat, erweist sich als umweltpolitischer Rohrkrepierer. Mit der Regelung soll die Todesrate von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen vor der Küste Schleswig-Holsteins gesenkt werden.

Bereits im März dieses Jahres hatten GRD und der NABU Schleswig-Holstein nach der Analyse einer Wasservogelzählung zwischen Neuland und Hohwacht gewarnt, dass die freiwillige Vereinbarung nicht greift und weiterhin massive Verluste von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen entlang der Küsten Schleswig-Holsteins zu befürchten sind.

Sechs Stellnetze direkt neben Tausenden rastender Wasservögel
Während einer erneuten Wasservogelzählung zwischen Neuland und Hohwacht wurden am 17. November neben vielen Tausend Eiderenten, über 1.400 Trauerenten, 172 Eisenten, 11 Sterntaucher, hunderte fischende Kormorane und sechs ausgebrachte Stellnetze beobachtet.

Laut der freiwilligen Vereinbarung sollen zwischen November und März keine Stellnetze ausgebracht werden, wenn große Wasservogelansammlungen rasten.

Bis heute hat sich offenbar auch noch keine der Vertragsparteien Gedanken gemacht, wie eine erhöhte Rastvogelkonzentration zu definieren ist. Das Ostseeinformationscenter soll dazu Warnmeldungen an die Fischer herausgeben. Doch ist es weder personell noch logistisch in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen.

"Die Fischer halten sich nicht an die Vereinbarung, müssen sie auch nicht. Bei Verstößen drohen keine Sanktionen. Die hohen Tierverluste in Stellnetzen gehen ungemindert weiter", betont Ulrich Karlowski, Diplom-Biologe bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). "Die Regelung geht völlig an den objektiven Schutzbedürfnissen für Seevögel und Schweinswale vorbei".

Mehr zum Thema:

⇒ Schweinswale und Seevögel: Opfer verheerender grüner Umweltpolitik in Schleswig-Holstein

⇒ Grüner Umweltminister setzt Schweinswalschutz auf Null

⇒ Strategien zur Vermeidung von Beifang von Seevögeln und Meeressäugetieren in der Ostseefischerei (PDF)

Glasklares Wasser einer einsamen flachen Bucht mit sandigem Meeresgrund, umrahmt von grün bewachsenen wenig hohen Felsen.Es scheint ein Faible von aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten zu sein, ökologisch bedeutende Fußabdrücke im Meeresschutz zu hinterlassen.

So hat US-Präsident Barack Obama angekündigt, das einst von seinem Vorgänger eingerichtete, in der Nähe von Hawaii im südzentralen Pazifik gelegene Pacific Remote Islands Marine National Monument Schutzgebiet um fast das Neunfache auszuweiten. Es wäre damit das größte Meeresschutzgebiet der Welt.

Obama macht seinen bedeutsamen Wurf im Meeresschutz bereits zur Mitte seiner letzten Amtszeit, während es bei George W. Bush eine der letzten Amtshandlungen war. Er hatte im Januar 2009 das damals weltweit größte Meeresschutzgebiet (MPA) rund um US-Besitzungen im Südpazifik errichtet.

Bush stellte ein Gebiet von der Größe Spaniens unter Schutz
Zu den von Bush eingerichteten drei Reservaten mit einer Fläche von 500.000 km2 gehören neben dem Pacific Remote Islands Marine National Monument das Marianas Trench Marine National Monument und das Rose Atoll Marine National Monument. Das Schutzgebiet umfasst damit auch den 2400 km langen Marianengraben mit dem tiefsten Punkt der Erde, Inseln der Nördlichen Marianen, das Rose-Atoll in Amerikanisch-Samoa und eine Kette abgelegener Inseln im Zentralpazifik, die sogenannten Remote Islands.

Obama übertrumpft Bush
Das für den Erhalt der Biodiversität in den Meeren erfreuliche Muskelspiel der beiden US-Präsidenten führt dazu, dass das Schutzgebiet "Pacific Remote Islands Marine National Monument" jetzt von derzeit knapp über 225.000 km2 auf eine Größe von mehr als zwei Millionen Quadratkilometer ausgedehnt werden soll.

Millionen für den Meeresschutz
Schattenhaft im tiefen Abendrot versinkende Küstenlinie. Als flankierende Maßnahmen will die US-Regierung zusätzlich noch umgerechnet gut 75 Millionen Euro für den Schutz der sensiblen Küstenregionen bereitstellen.

Der entsprechende Erlass könnte bereits Ende 2014 in Kraft treten, falls der zu erwartende Widerstand der Fischereilobby das Ganze nicht doch noch zu Fall bringt. Erst vor Kurzem hatte die industrielle Fischerei eine schmerzhafte Niederlage verkraften müssen, als die Regierung des Inselstaats Kiribati bekannt gab, in der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten zu verbieten.

Damit wird eines der größten Meeresschutzgebiete der Welt zur "No Take Zone". PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien.
U. Karlowski, Juli 2014

Ein Schwarm Blauflossenthunfische im tief blauen Meer, gegen die weiß leuchtende Meeresoberfläche fotografiert. Die Regierung des Inselstaats Kiribati hat in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete, der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten verboten und damit das gesamte Schutzgebiet zur "No Take Zone" erklärt. PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien.

Der mitten im Pazifik, auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien gelegene Inselstaat hatte bislang Lizenzen auch an Fischereien aus Japan, China oder Taiwan verkauft. Mit der neuen "No Take Zone" sind nun elf Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszone des aus einer Vielzahl von Inseln bestehenden Kleinstaates unter Schutz gestellt.

Meilenstein für den Schutz mariner Biodiversität
Logo PIPA. Die zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärte PIPA ist ein extrem artenreiches Meeresgebiet mit acht Atollen und zahlreichen kleineren Koralleninseln. Die umfangreichen Riffe sind noch weitgehend intakt. Mehr als 120 Korallenarten, 514 Arten Rifffische sowie Raubfischarten wie Thune, Haifische oder Makrelen wurden hier bislang identifiziert. Meeresschildkröten suchen die Strände der in der PIPA liegenden Inseln zur Eiablage auf, Delfine und große Ansammlungen von Seevögeln werden hier regelmäßig beobachtet.

Fischerei in deutschen Schutzgebieten an der Tagesordnung
Die mutige Entscheidung der Regierung von Kiribati gegen die kommerzielle Fischerei und damit gegen nicht unerhebliche Geldflüsse aus dem Verkauf der Fischereilizenzen ist bemerkenswert und ungewöhnlich. Viele Industrie- und Wohlstandsnationen wie leider auch Deutschland, zeigen sich unfähig zu solch konsequentem Eintreten für den Meeresschutz. In den wenigen und im Vergleich zur PIPA winzigen deutschen Meeresschutzgebieten darf munter ohne wirksame Beschränkungen weitergefischt werden – das Todesurteil für unsere vom Aussterben bedrohten Ostseeschweinswale und viele andere Meerestiere.

Ulrich Karlowski, Juli 2014

Weitere Informationen:

⇒ Phoenix Islands Protected Area

⇒ Phoenix Islands Protected Area auf Facebook

⇒ UNESCO World Heritage List

Ein kleiner toter Schweinswal liegt im feuchten SandPressemitteilung, 18.03.2014 - Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) und der NABU Schleswig-Holstein warnen vor massiven Verlusten von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen entlang der Küsten Schleswig-Holsteins in diesem Jahr.

Der Grund: Die Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion, die der grüne Umweltminister Robert Habeck mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband im vergangenen Jahr getroffen hat, geht an den Schutzbedürfnissen völlig vorbei. Wiederholt hatten Umwelt- und Naturschutzorganisationen Umweltminister Robert Habeck scharf wegen der Vereinbarung angegriffen und sie als "umweltpolitische Bankrotterklärung eines grünen Umweltministers" bezeichnet.

Tödliche Stellnetze zur falschen Zeit am falschen Ort
Die Beobachtung auf einer Wasservogelzählung Mitte März zwischen Neuland und Hohwacht bestätigt die Befürchtungen der Umweltschützer. Vom Hohwachter Steilufer aus waren ca. 7.000 Eiderenten, 11.700 Trauerenten, 19 Sterntaucher und 4 Gruppen mit Schweinswalen zu beobachten. Die seltenen Kleinen Tümmler waren im flachen Wasser etwa 100m bis 1500m vor der Küste auf der Jagd nach Fischen.

Doch ausgerechnet in diesem Gebiet, wo sich von Oktober bis Anfang April zahlreiche Wasservögel und aktuell auch Schweinswale aufhielten, hatten Fischer 7 Stellnetze ausgebracht, 3 davon im Bereich von Lippe bis Hohwacht, wo die Schweinswale jagten.

Erste Erfahrungswerte sind niederschmetternd
Eine männliche Eiderente in der OstseeBereits diese eine Wasservogelzählung hat gezeigt, dass die Rahmenbedingungen, die in der freiwilligen Vereinbarung festgehalten sind, nicht ausreichen, um das Ertrinken von Walen und Wasservögeln zu reduzieren, solange Zeiten mit großen Wasservogelbeständen und größeren Schweinswalvorkommen nicht unter ein umfassendes Stellnetzverbot fallen.

"Stellnetze dürften derzeit auf der Gesamtstrecke von Neuland über Hohwacht bis Weißenhaus gar nicht stehen", fordert Ingo Ludwichowski, Geschäftsführer des NABU Schleswig-Holstein.

Ein CDU-Minister hätte das auch nicht schlechter hinbekommen
So endet die Vereinbarung zwischen Umweltministerium und Fischereiverbänden für den Schutz von Seevögeln einerseits bereits am 1. März, zu einer Zeit, in der rastende Wasservögel ihr Maximum erst erreichen, während sie andererseits für Schweinswale offenbar willkürlich nur auf die Sommermonate Juli und August beschränkt ist.

"Es ist erschütternd, dass ausgerechnet ein grüner Umweltminister eine für Meerestiere derart fatale Entscheidung getroffen hat. Die freiwillige Vereinbarung zur Reduktion von Tierverlusten in Stellnetzen ist eine umweltpolitische Katastrophe. Sie wird unweigerlich zu massiven Verlusten an Seevögeln und Schweinswalen führen. Ein CDU-Minister hätte das auch nicht schlechter hinbekommen", meint der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.
München, Kiel – NABU / GRD

Mehr zum Thema:

⇒ Grüner Umweltminister setzt Schweinswalschutz auf Null

⇒ Strategien zur Vermeidung von Beifang von Seevögeln und Meeressäugetieren in der Ostseefischerei (PDF)

Ein vor toter Schweinswal liegt auf einer orangen Plane, keine Verweseungsspuren erkennbarEine einschneidend negative Entscheidung für das Schicksal unserer heimischen bedrohten Schweinswale fällte zum Jahresende 2013 ausgerechnet ein grüner Umweltminister: Robert Habeck aus Schleswig-Holstein.

Habeck unterzeichnete eine freiwillige Vereinbarung mit dem Landesfischereiverband und dem Fischereischutzverband Schleswig-Holstein.

Statt Schweinswale wirkungsvoll vor dem grausamen Beifangtod in Fischernetzen zu bewahren, setzt man an der Küste nun darauf, dass Fischer freiwillig die Anzahl ihrer Netze beschränken. Selbst in Schutzgebieten dürfen todbringende Stellnetze weiterhin benutzt werden!

Mitunterzeichner ist das Ostsee-Info-Center Eckernförde, das die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen koordinieren soll. Vorangegangen war eine Vielzahl von Gesprächen des Ministers mit Fischern und schleswig-holsteinischen Naturschutzverbänden.

Vielversprechende Ankündigungen erweisen sich als heiße Luft
Grafik von einem Stellnetz, tödliche Gefahr für SchweinswaleNoch im Juli 2013 sah es so aus, als würde der Minister die Küstenfischereiordnung (KüFO) ändern und in einigen für Schweinswale wichtigen Meeresnaturschutzgebieten die Fischerei mit Stellnetzen zumindest zeitweise untersagen. So sollten in einem Teil der Flensburger Förde und einem Gebiet bei Fehmarn im Sommer vier Monate lang keine Stellnetze gestellt werden dürfen. Andere Gebiete sollten im Winter zum Schutz von tauchenden Seevögeln gesperrt werden. Dies wäre ein erster Schritt zu einem wirkungsvollen Schweinswal- und Seevogelschutz in der Ostsee gewesen. Leider kam es anders.

Grüner Eiertanz
Im August 2013 von Naturschutzverbänden vorgelegte Stellungnahmen zur KüFO-Änderung wurden vollkommen ignoriert. Zunächst begründete der Minister seine Kehrtwendung damit, die Koalitionspartner SPD und SSW würden eine KüFO-Änderung nicht mittragen. Die wussten davon jedoch nichts, und so wurde später nachgeschoben, eine KüFO-Änderung wäre durch die EU rechtlich zu beanstanden gewesen.

Bankrotterklärung eines grünen Ministers
Im Fischernetz ertrunkener und von den Fischern verstümmelter Schweinswal auf Seziertisch (Kopf bis Rückenfinne, Flipper wurden abgetrennt)Umweltminister Habeck, der gleichzeitig Fischereiminister ist, hat sich nicht getraut, gegen die Fischer gerichtete Maßnahmen umzusetzen. Die Lobbyarbeit der Fischer hat sich voll ausgezahlt. Sie hatten sogar eine Notgemeinschaft gegründet und auf ihren Kuttern Habeck-feindliche Sprüche zur Schau gestellt. Auch suchten sie Verbündete im Tourismus, denn Häfen ohne Fischkutter mit ihren bunten Fähnchen möchten sich viele Schleswig-Holsteiner genau wie der Minister nicht vorstellen.

Dabei kennzeichnen die schönen bunten Fischerfähnchen die kilometerlangen Todeswände und sind somit die Grabsteine des Meeres.

Eine grüne Farce: Freiwilliger Verzicht gerät zur Nullnummer
Statt Schweinswalschutz haben wir nunmehr eine freiwillige Vereinbarung, die vorsieht, dass im Juli und August die Fischer freiwillig die Anzahl ihrer Netze beschränken. Dies ist abhängig von der Größe ihrer Kutter. So sollen nach der Vereinbarung Fahrzeuge über 8 Meter Länge ihre Netze auf 4 km, Fahrzeuge unter 8 Metern auf 3 km und Fahrzeuge unter 6 Metern auf 1,5 km begrenzen. Laut EU-Ostseefischereiverordnung dürfen Fahrzeuge unter 12 m derzeit 9 km lange Stellnetze verwenden.

Da gibt es natürlich auch viel Beifall von der CDU
Ob die freiwillige Reduzierung tatsächlich eine ist, ist jedoch auch dem Ministerium nicht bekannt, da es keine verlässlichen Daten zum tatsächlichen Fischereiaufwand gibt. Die in einer Pressemitteilung des Ministeriums genannte Reduzierung um "je nach Fahrzeuggröße 60 bis 85 Prozent gegenüber der EU-rechtlich erlaubten Stellnetzlänge" ist also eine Mogelpackung. Das weiß auch der Minister, nur sagt er es nicht so laut.

Auch mit der Kürzung der "Schonzeiten" von vier auf zwei Monate im Sommer und dem Schutz von Seevögeln ausschließlich in Gebieten, die von den Fischern selbst (!) aufgrund eigener Beobachtungen von Seevögeln oder Schweinswalen benannt werden, stößt der grüne Minister seine Wähler und alle Wal- und Vogelfreunde vor den Kopf. Er wurde jedoch von Landtagsabgeordneten der CDU sehr für die Vereinbarung gelobt.

Schlimm ist auch die Signalwirkung für andere Bundesländer. So wird sich auf absehbare Zeit keine große Koalition für den Schweinswalschutz formieren.

Und das Geld fliegt zum Fenster raus
Nutznießer der Vereinbarung ist neben den Fischern das Ostsee-Info-Center Eckernförde, das für die Koordinierung und Umsetzung der freiwilligen Vereinbarung 95.000 € vom Minister erhält. Man fragt sich wofür, denn umzusetzen gibt es hier recht wenig. Bitter ist, dass diese Mittel für tatsächlichen und wirkungsvollen Schweinswalschutz nun nicht mehr zur Verfügung stehen.
München/Kiel, GRD-Presse, 15.01.2014

Nahaufnahme des des toten Weißen Schweinswals, der auf Fehmarn gefunden wurdePressemitteilung, 19.09.2013 - Am 08. September wurde bei der Marienleuchte auf Fehmarn gegen 12:00 Uhr ein toter weißer Schweinswal bei einem Spaziergang von Niels Ristau gefunden, der dies an die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und den für die Bergung Zuständigen meldete.

Noch im Januar erfreute die Meldung in den Medien über die extrem seltene Sichtung eines weißen Schweinswals bei Fehmarn die Öffentlichkeit. Mit einiger Wahrscheinlichkeit könnte es sich um das gleiche Individuum handeln.

Auch der GRD war im Vorjahr die Sichtung eines "weißen Wals oder Delfins in der Ostsee" - die Seglerin war sich nicht sicher - gemeldet worden. Weltweit wurden in den letzten 100 Jahren nur 14 Sichtungen von weißen Schweinswalen bekannt!

Opfer einer Schiffskollision?
"Mehrere tiefe Einschnitte vor allem im Schwanz des weißen Schweinswals könnten von einer Schiffsschraube herrühren. Doch ob die Kollision mit einem Schiff und die Verletzungen die Todesursache waren oder erst nach dem Tod passierten, ist noch nicht geklärt. Der Wal wurde aber wie alle Totfunde in Schleswig-Holstein für weitere Untersuchungen geborgen", erklärt Denise Wenger, Biologin der GRD. Es kann dann auch festgestellt werden, ob es sich um eine sehr helle Variante handelt oder um einen richtigen Albino, was aber bei Walen und Delfinen extrem selten ist.

Kein Schutz für unsere heimischen Wale
Die Schweinswale in der Ostsee sind stark gefährdet, eine genetisch unterschiedliche Population im Osten umfasst sogar nur noch etwa 300 Individuen und steht kurz vor dem Aussterben. Doch verenden viele der Wale als ungewollter Beifang in Grundstellnetzen. Auch der zunehmende Schiffsverkehr, die Verlärmung, der Bau von Offshore-Windparks und Munitionssprengungen bei der Verlegung von Unterwasserkabeln beeinträchtigen ihren Lebensraum und gefährden ihr Überleben. Die dringend notwendigen Schutzmaßnahmen für die Wale werden unverständlicherweise bislang nicht umgesetzt.

"Dass nun auch dieser seltene weiße Schweinswal tot aufgefunden wurde, ist sehr traurig und zeigt eigentlich, wie stark die Bedrohungssituation, wie hoch die Todesrate wirklich sein muss, zudem da seit dem Auffinden des weißen Wals weitere drei tote Schweinswale auf Fehmarn geborgen wurden. Es müssen dringend effektive Schutzmaßnahmen und selektive Fischereimethoden eingeführt werden, die Anrainerstaaten müssen endlich handeln!", fordert Denise Wenger.
Foto Copyright: Niels Ristau

Im Fischernetz ertrunkener und von den Fischern verstümmelter Schweinswal auf Seziertisch (Kopf bis Rückenfinne, Flipper wurden abgetrennt)Über 100 zum Teil furchtbar zerstückelte Schweinswal-Kadaver wurden in den letzten drei Monaten an Strände der niederländischen Wattenmeerinseln Texel und Vlieland sowie in Nordholland angeschwemmt. "Etwa 30 Kadaver hatten eindeutig durch Messer verursachte Schnitte durch Haut und Speckschicht, einige waren teilweise skelettiert worden", berichtet ein Sprecher der GRD. 

GRD und Mitarbeiter des niederländischen Forschungszentrums IMARES vermuten, dass Fischer auf diese Weise ihre Beifänge vertuschen wollten. Zerstückelte Kadaver verschwinden schneller im Meer, werden von Krebsen schneller aufgefressen. Doch die grausame Rechnung ging nicht auf, Westwinde spülten zumindest einen Teil der toten Schweinswale an Land.

Rätselhaft bleibt, wer die Täter waren und welche Fischerei für diesen extrem hohen Meeressäugerbeifang verantwortlich ist
Netzabdrücke mit der Maschenweite 8 cm auf der Haut der Schweinswale deuten auf die Schollenfischerei hin. Allerdings spielt die Grundstellnetzfischerei auf Schollen vor der niederländischen Küste nach offiziellen Angaben nur eine untergeordnete Rolle. Weder niederländische Fischer noch offizielle Beobachter an Bord niederländischer Stellnetzkutter berichteten auffällig hohe Beifangzahlen. Dies spräche dafür, dass hier ausländische Fischer oder illegal operierende Piratenfischer am Werk waren.

Im Fischernetz ertrunkener und von den Fischern mit Messern verstümmelter Schweinswal liegt im SandVermutlich locken große Mengen von Heringen und Sprotten, die im Winter an die Küste wandern die Schweinswale an. "Es ist ein Skandal, dass generell keine Details zu Ausmaß und Verteilung der Fischerei erfasst und bekannt gegeben werden. Somit lassen sich die Verursacher dieses schrecklichen Desasters kaum feststellen. Die Erarbeitung von Schutzkonzepten und Ausweisung von Schutzgebieten für Meeressäugetiere wird so zur Makulatur", meint die GRD.

Bestimmungen der EU zum Schutz von Kleinwalen sind absolut unzureichend
Zwar müssen auch niederländische Kutter ab 12 m Länge sogenannte Pinger einsetzen, die Schweinswale von den todbringenden Netzen verscheuchen sollen, aber in der niederländischen Stellnetzfischerei gibt es lediglich 2 Kutter, die länger als 12 m sind. Die restlichen 80 Kutter sind kleiner. Hinzu kommt noch eine erhebliche Zahl von Nebenerwerbs- und Hobbyfischern. 

Brisant in diesem Zusammenhang ist auch, dass bis heute das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium abstreitet, dass Schollennetze überhaupt Schweinswal-Beifänge verursachen und das Stellen von Schollennetzen im Walschutzgebiet westlich von Sylt nach wie vor erlaubt ist!
GRD-Pressemitteilung, 12.03.2009
Fotos:
Von Fischern verstümmelter Schweinswal auf Seziertisch: Kees Camphuysen | ecomare
Abgeschnittene Schweinswal-Fluke: Christine Koersen

In der Europäischen Union verkaufter Fisch stammt immer öfter aus Importen und ist zunehmend von minderwertiger Qualität. Verantwortlich dafür ist die Erschöpfung vieler europäischer Fischbestände durch Überfischung.

Zu dieser Erkenntnis kommt ein am 26.04.2012 von OCEAN2012 veröffentlichter Bericht. Dieser kritisiert darüber hinaus, dass in einigen Fällen Arten mit geringem Wert als höherwertige Fischprodukte vermarktet und gekennzeichnet werden, um den Verbraucher zu täuschen. "Indem man falsch gekennzeichnete Fischprodukte als am Markt wertvollen oder sogar als nachhaltig gefangenen Fisch verkauft, täuscht man bewusst die nichts ahnende Öffentlichkeit", sagt Nina Wolff, Meeresschutz-Expertin bei der Deutschen Umwelthilfe und Koordinatorin von OCEAN2012 in Deutschland.

"Unsere Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten wächst, während die Verfügbarkeit von lokal gefangenem Fisch aufgrund der Überfischung sinkt. So gelangen immer größere Mengen des preiswerteren Importfischs auf den EU-Markt, wo Billigfisch oft durch Verwendung falscher Bezeichnungen ,aufgewertet' wird." Zwar liegt der jährliche Fischkonsum pro Person in Deutschland mit aktuell knapp 16 Kilogramm unter dem EU-Durchschnitt. Doch auch hierzulande steigt die Nachfrage von Fischprodukten langfristig an. Das führt bei der Versorgung mit Seefisch zu Engpässen, die mit Aquakulturprodukten oder Fischimporten ausgeglichen werden.

Besonders der permanente Druck auf den Fischerei- und Verarbeitungssektor sowie den Einzelhandel, neue Quellen für Frischfisch zu finden und steigende Gewinne zu erzielen, schafft einen Anreiz, billigen Fisch falsch auszuweisen und als höherwertige Ware zu verkaufen. Das nicht vorhandene Wissen der Verbraucher über verschiedene Fischarten erleichtert die bewusst falsche Etikettierung zusätzlich. Viele verarbeitete Produkte, etwa Fischgerichte oder panierter Fisch aus dem Tiefkühl-Bereich, unterliegen nicht einmal der EU-weiten Kennzeichnungspflicht.

Für Erzeugnisse der Fischerei umfasst diese die Handelsbezeichnung (Fischart), die Produktionsmethode (Meer/Binnengewässer/Aquakultur) und das Fanggebiet der Ware. "Um nachzuvollziehen, ob es sich um ein naturverträgliches Fischprodukt handelt, sollte künftig zusätzlich die Angabe der Fangmethode verpflichtend sein", erklärt Nina Wolff. "Vor allem aber muss die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik für einen Wiederaufbau unserer lokalen Bestände sorgen."

⇒ OCEAN2012-Bericht: "Das ist Fisch, Käpt'n, aber nicht wie wir ihn kennen"

Toter Großer Tümmler gestrandet auf einem Kiesstrand liegend

 

Erst waren es Hunderte Delfine, dann starben Tausende Pelikane und Seelöwen. Doch warum seit Jahresbeginn 2012 massenhaft Tierkadaver an Strände vom Norden Perus bis zur Hauptstadt Lima angespült werden, ist immer noch weitgehend rätselhaft, zumindest was den Tod der Delfine betrifft.

Mindestens 5000 Pelikane und andere Seevögel sind offensichtlich verhungert. Meist waren es junge Tiere, ihre Mägen mit nichts als Sand und Müll gefüllt, für Experten ein klares Zeichen, dass die Tiere verzweifelt und vergeblich nach Nahrung gesucht haben, bis sie keine Kraft mehr hatten und elendig starben.

Weitaus weniger eindeutig sieht es bei den mehreren Hundert toten Delfinen aus, die gleichfalls im Norden Perus an die Strände gespült wurden. Nicht nur, dass die Zahl der gestorbenen Meeressäuger recht spekulativ ist – so sprach die peruanische Umweltorganisation ORCA (Organization for Research and Conservation of Aquatic Animals) ursprünglich von über 3500 toten Delfinen. Auch über Todesursache herrscht weitgehend Unklarheit, allerdings gibt es eine starken Verdacht, was so viele Delfine mit den beschriebenen Verletzungen getötet haben könnte!

Rätsel um Ursache des Delfin-Massensterbens
ORCA vermutete, nach Untersuchungen einiger Kadaver, dass Tiefsee-Sonare, die zur Suche von Erdölfeldern eingesetzt wurden, für den Tod der Delfine verantwortlich sind. Die Delfine sollen an der Taucherkrankheit gestorben sein, so ein Vertreter von ORCA. Steigt ein Mensch beim Tauchen zu schnell auf, kommt es zu Gas- und Fettembolien. Eigentlich tritt die Taucherkrankheit bei Walen und Delfinen nicht auf, es wurden aber auch bei Walen, insbesondere bei Strandungen nach militärischem Sonareinsatz, ähnliche Symptome wie bei der Taucherkrankheit festgestellt.

Zusätzlich könnte der starke Unterwasserlärm auch direkt innere Verletzungen bei den Tieren verursacht haben. Spiegel-Online berichtet, dass Firmen in der betroffenen Region nach Ölvorkommen unterm Meeresboden suchen und dabei auch Sonare einsetzen. Peruanische Forscher haben einige der Kadaver untersucht. Doch wichtige Spuren gingen dabei verloren. Jetzt müssen erneut Gewebeproben entnommen werden, um der Todesursache auf die Spur zu kommen.

Die in Peru tätigen Energieunternehmen bestreiten denn auch, für das Massensterben der Delfine verantwortlich zu sein. Zwar gab die amerikanische BPZ Energy zu, die berüchtigten 3-D-Seismik zur Suche nach Erdölvorkommen eingesetzt zu haben, doch die ersten Delfinkadaver wurden schon vor deren Einsätzen an die Strände geschwemmt. Der Präsident von ORCA wies zusätzlich darauf hin, dass eine derart große Zahl toter Meeressäuger auch ursächlich auf eine Morbillivirus-Epidemie oder eine andere virale Infektion zurückzuführen sein könnte. Anfang der 1990er-Jahre starben im Mittelmeer mindestens 1.200 Blau-Weiße Delfine (Stenella coeruleoalba) durch eine Infektion mit dem gefährlichen Morbillivirus.

Die Opfer: Langschnäuzige Gemeine Delfine und Burmeister-Schweinswale
Hauptsächlich sind zwei Arten von dem Massensterben betroffen: Langschnäuzige Gemeine Delfine (Delphinus capensis) und Burmeister-Schweinswale (Phocoena spinipinnis), wobei ganz überwiegend Langschnäuzige Gemeine Delfine gefunden wurden. Bei den angeschwemmten Delfinen waren alle Altersstufen beiderlei Geschlechts vertreten (neugeborene Kälber, Jungtiere, Erwachsene), während bei den Burmeister-Schweinswalen nur Weibchen mit ihren Jungtieren gefunden wurden. Die Kadaver wiesen ganz unterschiedliche Stadien der Verwesung auf, manche Tiere waren offensichtlich nur wenige Stunden, bevor sie gefunden wurden, gestorben. Einige Tiere wurden, so ORCA, von der lokalen Bevölkerung ausgeweidet und das Fleisch als Nahrung genutzt, entsprechend zugerichtete Delfinleichen fand man im Sand vergraben am Strand.

Nach Angaben von ORCA soll es in den vergangenen 100 Jahren noch nie so viele gestrandete Delfine in Peru gegeben haben. Fraglich bleibt dabei, ob solche Daten in Peru derart weit in die Vergangenheit reichend überhaupt erhoben wurden. Allerdings hat es noch nirgendwo auf der Welt jemals eine so gewaltige Zahl gestrandeter toter Meeressäuger, wie jetzt in Peru, gegeben - falls es wirklich über 3000 gewesen sind, denn es handelt sich bei dieser Zahl lediglich um eine Hochrechnung!

Zweifel an der Darstellung von ORCA
Wenige Tage nach den ersten Meldungen wurden begründete Zweifel an der Darstellung von ORCA laut. So stellt David Williams von der Deafwhale Society (deafwhale.com) nicht nur die Zahl von über 3000 getöteten Delfinen in Frage - er schätzt, dass es höchstens 300 gewesen sind - sondern auch die Ursache für die Massenstrandung. "Es gibt nichts, das über 3.000 Delfine in derart kurzer Zeit töten und die Kadaver dann auf einen Küstenabschnitt von 200 Meilen Länge verteilen kann", erklärt Williams. Mittlerweile geht man von 900 bis 1000 toten Delfinen aus, die an den Stränden der Regionen Tumbes, Piura und Lambayeque gestrandet sind.

Große Verwirrung
Die Bevölkerung soll sich, so der Rat lokaler Behörden, von den Stränden fernhalten und möglichst auf den Verzehr von Fisch verzichten – was fatale Folgen für den Tourismus hat. Doch Perus stellvertretender Umweltminister Gabriel Quijandrìa beschwichtigt, es gäbe keine Probleme mit den Fischen, auch eine Virusbelastung des Meerwassers läge nicht vor, das Essen von Meerestieren sei sicher, es gäbe keinen Grund zur Panik, man müsse jetzt auf die Ergebnisse der Untersuchungen warten. Allerdings rät das Gesundheitsministerium Lima von einem Bad im Pazifik vorläufig ab, die Verwirrung im Land ist groß.

Haben rücksichtslos operierende Dynamitfischer die Delfine getötet?
Dynamitfischer in der Supay Bucht.Am ehesten dürfte Dynamitfischerei durch lokale Fischer als Ursache für das Massensterben der Delfine in Frage kommen, denn bei einem sich nähernden Seismik-Explorationsschiff hätte sich der Großteil der Meeressäuger durch Flucht retten können. Auch andere mögliche Ursachen wie Meeresbeben, militärische Sonare oder ein Meteoriteneinschlag kommen als Ursache nicht in Frage. Die beschriebenen Verletzungen der Delfine und die große Zahl gleichzeitig getöteter Tiere lässt sich am ehesten durch den Einsatz von Dynamit schlüssig erklären.

So ist man denn auch im peruanischen Umweltministerium sicher, dass es keinen Zusammenhang gibt, zwischen dem Sterben der Seevögel und jenem der Delfine. Die Vögel sind wohl verhungert, weil sich in kurzer Zeit das Meerwasser an der Küste um bis zu 8 Grad erwärmte. Als Folge tauchten Sardellenschwärme in tiefere Gewässer ab oder schwammen weiter in den Süden. Den Pelikanen ist die Nahrung davongeschwommen, und zwar so schnell, dass sie keine Chance hatten, sich umzuorientieren.

Wenn sich die wahrscheinlich von dem Wetterphänomen El Niño ausgelöste Situation nicht ändert, könnte es auch andere Arten hart treffen, vor allem die Pinguine. Ihr Bestand in Peru soll sich zuletzt auf über 11.000 vergrößert haben. Bei den Delfinen dagegen gibt es immer noch mehr Fragen als Antworten, allerdings einen ganz starken Verdacht: Rücksichtlose Dynamitfischer haben die Delfine getötet! Dynamitfischerei ist in Peru nach wie vor ein großes Problem. Ihre Bekämpfung ist wichtiger Schwerpunkt unseres Delfinschutzprojekts im Süden des Landes bei der Paracas-Halbinsel.
GRD-Presse, 14. Mai 2012

Viele tote Haie liegen auf einem Haufen aufeinandergestapelt, Süd-Afrika. 09.07.2012 - Angesichts überfischter Weltmeere und der damit bedrohten Lebensgrundlage von Millionen Menschen hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrem Jahresbericht zur Fischerei die Regierungen zu einer nachhaltigen Fischereipolitik aufgerufen.

Nach wie vor sind nahezu 30 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt, 57 Prozent befinden sich an der Grenze ihrer maximaler Ausbeutung. Lediglich 13 Prozent der weltweiten Fischbestände sind derzeit noch nicht voll ausgebeutet. Hinzu kommt, dass etwa 40 Prozent aller weltweiten Fänge sogenannter unerwünschter "Beifang" sind (darunter Hunderttausende Wale und Delfine), der tot wieder im Meer entsorgt wird. Die industrielle Fischerei ist die mit Abstand größte Gefahr für das Überleben der Delfine in den Weltmeeren.

Typisches Beispiel: Der EDEKA/WWF-Thunfisch-Skandal
Verpackung des EDEKA-Thunfischs, bei dessen Fang jährlich etwa 1.200 Delfine als Beifang grausam getötet werden. Ein typisches Beispiel hierfür war der EDEKA/WWF-Skandal um angeblich nachhaltig gefangenen Thunfisch, bei dessen Fang jedes Jahr über 1.000 Delfine einen grausamen Beifangtod starben, wobei Experten von einer weit höheren Dunkelziffer sprechen. Die intelligenten Meeressäuger ertrinken langsam und äußerst qualvoll in den Ringwadennetzen der Fangschiffe, deren Thunfisch-Filets dann nett etikettiert als "naturschonend und selektiv gefangen" von EDEKA in Deutschland verkauft wurden.

Erst nach massiven Protesten der GRD erklärte sich EDEKA im April 2012 bereit, die Ware mit den unsäglichen "in Kauf zu nehmenden Delfinbeifängen beim Thunfischfang" nicht mehr zu beziehen.

Neuer Jahresfangrekord trotz schrumpfender Bestände
Zwar hat die Fischfangindustrie mit 128 Millionen Tonnen Fisch einen Jahresfangrekord aufgestellt und ermöglicht etwa 55 Millionen Menschen ein Einkommen, doch die Fischereiindustrie steht vor massiven Problemen: ungenügende Steuerung des weltweiten Fangs, Schwächen im Management oder Streit über die Nutzung der vorhandenen Fisch-Ressourcen.

"Überfischung hat aber nicht nur negative ökologische Folgen, sie verringert auch die Produktion, was auch negative soziale und wirtschaftliche Auswirkungen hat", so die FAO. Für den alle zwei Jahre erscheinenden Weltfischereibericht wertete die FAO Daten zu 395 Beständen aus, die 70 Prozent des Weltfischfangs repräsentieren. Nur durch ein wirksames Fisch-Management hätten die erschöpften und überfischten Bestände eine Chance, sich erholen zu können, sagt Arni M. Mathiesen, Chef der FAO-Abteilung für Fischerei und Fischzucht. Besonders die EU steht hier in der Verantwortung. Nirgendwo sonst auf der Welt werden die Meere derart stark ausgebeutet, drei von vier wirtschaftlich genutzten Fischbeständen in der EU sind überfischt.

Der Bedarf für Fisch wächst weltweit
Laut den Analysen der FAO stieg der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch auf die höchste je ermittelte Menge von 18,4 Kilogramm. Diese ständig wachsende Nachfrage wird in Zukunft nicht mehr gestillt werden können, zu viele Fischbestände befinden sich am Rande der Erschöpfung und drohen zusammenzubrechen. Meeresschützer fordern seit Langem einen Paradigmenwechsel in der Fischereipolitik. Mehr Schutzgebiete und fischereifreie Zonen, umweltfreundliche und nachhaltige Fangtechniken und eine massive Verkleinerung der Fangflotten sind erforderlich, um der Krise zu begegnen, die in Europa besonders drastisch ist.

Weniger Fisch für mehr Leben in den Meeren
Zum Schutz von Delfinen und anderen Meeressäugetieren sollte man generell weniger Fisch essen und auf Fischarten verzichten, deren Fischerei unselektiv und mit einer hohen Beifangrate verbunden ist.

Logo SAFELogo FoS, Friend of the SeaGreifen Sie unbedingt auf nachhaltig gefangene Produkte, z.B. von Friend of the Sea (FoS) oder bei Dosenthunfisch auf delfinsichere Produkte mit dem Label SAFE zurück.

 

⇒ State of World Fisheries and Aquaculture 2012

11.10.2012 – Die vor den Küsten Westafrikas in großem Maßstab fischenden Piratenfischer dürfen ihre Fänge ganz legal in die EU exportieren. Dies enthüllte die britische Umweltorganisation Environmental Justice Foundation (EJF) Anfang Oktober mit ihrem Bericht "Pirate Fishing Exposed".

Laut EJF, die zwei Jahre lang die Situation vor Westafrika untersuchte, ist der Anteil der IUU-Fischerei (illegale, unregulierte und ungemeldete Fischerei) in Westafrika mit bis zu 37 Prozent der in den dortigen Küstengewässern gefangenen Fischmenge am höchsten. Die skrupellosen Piratenfischer dringen unerlaubt in die Küstengebiete vor, greifen dort lokale Fischer an, verweigern die Zahlung von Strafen und plündern hemmungslos die Fischbestände einiger der ärmsten Länder Welt.

Dass ausgerechnet Westafrika besonders stark unter der IUU-Fischerei leidet, ist nicht erstaunlich. Den staatliche Institutionen fehlt es an allem, um eine angemessene Kontrolle ihrer Fanggebiete und den Schutz der eigenen Fischerboote sicherzustellen oder lassen sich nur allzu gerne korrumpieren.

EJF kritisiert die EU-Regelung, welche seit 2010 den Import von illegal gefangenem Fisch verhindern soll und die Tatenlosigkeit der Behörden, scharf. "Die EU verlässt sich allzu gutgläubig auf die Versicherungen der Staaten, unter deren Flagge illegal gefischt wird", beklagt EJF-Geschäftsführer Steve Trent. "Die Behörden, die in europäischen Häfen angelandeten Fisch kontrollieren, haben nur sehr wenige verlässliche Informationen über das was wirklich dort passiert, wo der Fisch gefangen wurde".

Ein Sprecher von EU-Fischereikommisarin Maria Damanaki zeigte sich angesichts der EJF-Enthüllungen besorgt. Falls sich die Informationen des Berichts bewahrheiten, würden die betreffenden Fangschiffe keinen Fisch mehr in europäischen Häfen anlanden und diese auch nicht mehr anlaufen dürfen.
U.Karlowski

Ein Blauflossenthun auf einem Fischmarkt in Japan05.01.2013 - Eine japanische Sushi- Restaurantkette hat bei einer Auktion auf dem Tsukiji-Fischmarkt (Tokio) einen 222 Kilogramm schweren Blauflossen-Thunfisch für umgerechnet etwa 1,3 Millionen Euro ersteigert.

Ein Kilogramm von diesem einen Thunfisch kostet über 6000 Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Kilogramm Thun vom bisherigen Rekordhalters aus dem vergangen Jahr als ein Bluflossenthun auf dem Tsukiji-Fischmarkt für umgerechnet etwa 540.000 Euro versteigert wurde.

Blauflossenthune, zu denen auch der im Mittelmeer noch vorkommende Rote Thun (Thunnus thynnus) zählt, werden fast ausschließlich für den japanischen Markt gefangen, als Frischfisch für Sushi oder Sashimi.

Die gravierende Überfischung dieser Thunarten hat dazu geführt, dass alle drei Arten stark gefährdet und vom Aussterben bedroht sind. Der Südliche Blauflossenthunfisch (Thunnus maccoyii) ist dabei die am stärksten überfischte Thunfischart überhaupt. Die Art steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Critically Endangered" (extrem hohes Risiko des baldigen Aussterbens).
U.Karlowski

Viele tote Haie liegen auf einem Haufen aufeinandergestapelt, Süd-AfrikaJährlich werden über 38 Millionen Haie wegen ihrer Flossen abgeschlachtet: Bei der gezielten Haiflossen-Fischerei, dem sogenannten "Shark Finning", schneiden Fischer den Haien direkt nach dem Fang die Flossen ab, dann werfen sie die schrecklich verstümmelten und nicht mehr schwimmfähigen Tiere zurück ins Meer, wo sie langsam verenden.

Wissenschaftler schätzen, dass jährlich 38 Millionen Haifische nur wegen ihrer Flossen getötet werden.

Meeresschützer und Wissenschaftler befürchten schon lange, dass angesichts der stark gestiegenen Fänge und der sehr langsamen Reproduktionsrate dieser Knorpelfische – Haie haben nur wenig Nachwuchs und bei vielen dauert es bis zu 25 Jahre bis sie geschlechtsreif sind – den vollständigen Zusammenbruch der Bestände bestimmter Arten.

Erstes Opfer könnte der Blauhai sein. Durch seinen hohen Harnstoffgehalt riecht und schmeckt ihr Fleisch stark nach Ammoniak, wenn es nicht unmittelbar nach dem Fang verarbeitet wird. Da dies den Fischern zu mühselig ist, schneiden sie stets nur die Flossen ab, fast 99 % eines jeden Blauhais verschwinden so ungenutzt wieder im Ozean.

Haiflossen gehören bei Preisen von über 200 Dollar pro Kilo zu den teuersten Fischprodukten überhaupt. Doch die Nachfrage übertrifft das Angebot bei weitem. In über 125 Länder werden Haiflossen verkauft, größter Absatzmarkt ist Hong Kong, wo die Flossen als Delikatesse und Statussymbol gelten. Dort kann eine Schale Haifischflossensuppe von bestimmten Arten bis zu 400 Euro kosten. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre können immer mehr Menschen Haiflossenprodukte kaufen, während dies früher nur einer kleinen wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten war.

Auch Heilmittel aus Haiknorpel werden immer beliebter und heizen die Nachfrage weiter an, obwohl eine Wirkung der als Wundermittel gegen Krebs angepriesenen Pülverchen bis jetzt nicht bewiesen werden konnte.

Bereits 1994 warnten Experten auf der neunten Internationalen Artenschutzkonferenz in Fort Lauderdale vor der drohenden Ausrottung vieler Hai-Arten, geschehen ist seitdem allerdings herzlich wenig. Und so kämpfen diese den Delfinen in Sachen Unterwassermanövrierfähigkeit in nichts nachstehenden Knorpelfische heute, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, weiter um ihr Überleben.
© U. Karlowski
© Foto: Fiona Ayerst/Marine Photobank

Ein Dorsch im Kieler Aquarium06.07.2011/Kiel - Ökologisch katastrophal, wirtschaftlich unsinnig, aus demokratischer Sicht fragwürdig – so beschreibt der Fischereibiologe Dr. Rainer Froese vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) im international renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature" die europäische und deutsche Fischereipolitik der vergangenen Jahrzehnte. Dabei sind Alternativen schon lange bekannt.

Wirtschaftlicher Erfolg mit hohen Umweltschutzstandards – die EU und speziell Deutschland sehen sich in diesem Bereich gern als globale Vorreiter. Dr. Rainer Froese, Fischereibiologe am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und Mitglied im Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft", kommt in Bezug auf die Fischereipolitik jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis.

Eine starre Allianz aus Lobbygruppen, Landwirtschaftsministerien und nationalen Fischereiverwaltungen habe seit Jahrzehnten echte Reformen verhindert, schreibt Froese im weltweit renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature". Darin stellt er Ergebnisse der fachübergreifenden Forschungen im "Ozean der Zukunft" zum Fischereimanagement in Europa vor. Sein Fazit: Die gemeinsame Fischereipolitik Europas hält die Fischbestände vorsätzlich an der Grenze zum Kollaps. "Das schadet letztendlich allen: Fischbestände stehen vor dem Zusammenbruch, Fischer haben Mühe, die wenigen verbleibenden Fische zu fangen, und Verbraucher zahlen für ihren Speisefisch doppelt, weil ohne hohe Subventionen aus Steuergeldern Fischerei nicht mehr rentabel wäre", erläutert Froese.

Nicht nur mit der Fischereipolitik der EU, sondern auch mit der deutschen geht Froese hart ins Gericht. "Den ,deutschen’ Fischen geht es oft noch schlechter als ihren Nachbarn", sagt der Fischereibiologe. "Kabeljau und Hering in der deutschen Bucht geht es beispielsweise schlechter als dem Kabeljau in der Barentssee oder dem Hering vor der norwegischen Küste. Und Dorsch und Hering an der deutschen Ostseeküste geht es schlechter als dem Dorsch in der restlichen Ostsee und dem Hering in der Bothnischen See. Die Ursache liegt in dem weit überhöhten Fischereidruck auf die deutschen Bestände, den Deutschland Jahr für Jahr auf Drängen der Fischereilobby in Brüssel durchgesetzt hat."

Dabei hatte Froese zusammen mit Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern des "Ozeans der Zukunft" bereits in den vergangenen Jahren Pläne vorgelegt, die eine Erholung der Fischbestände mit einem gesteigerten Ertrag für die Fischer verbinden. "Beispiele aus Neuseeland, Australien und den USA zeigen, dass es funktioniert", betont Froese.

Am 13. Juli 2011 wird die Europäische Kommission ihre Vorstellungen zur Reform dieser Fischereipolitik vorlegen. Nach Einschätzung von Froese ist der Reformvorschlag ein großer Schritt in die richtige Richtung, da er auf eine Erholung der Bestände und die Abschaffung unsinniger Vorschriften zielt. So sollen die Fischer nicht mehr gezwungen werden, gute Speisefische aus rein bürokratischen Gründen tot über Bord zu werfen.

Allerdings geht Froese die Reform nicht weit genug: "Eine vollständige Erholung der Bestände und Gesundung der Fischerei wird mit den vorgeschlagenen Fangregeln nicht möglich sein. Man hat es versäumt, von den gelungenen Fischereireformen in Neuseeland, Australien und USA zu lernen." Froese befürchtet, dass die positiven Elemente des Reformvorschlags der EU-Kommission von den Landwirtschaftsministern entkräftet werden. "Denn es ist der Ministerrat, der die europäische Fischereipolitik bestimmt, die bisherige und die zukünftige."
IFM-GEOMAR | Foto: Gulyas/Paasch, IFM-GEOMAR

Ein toter Delfin treibt in der Adria.Britische Forscher hatten Anfang 2016 eine groß angelegte Studie veröffentlicht, die die großflächige Vergiftung von Delfinen in europäischen Gewässern mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) dokumentierte. Jetzt haben die französische Ökotoxikologin Cyrielle Zanuttini und ihre Kollegen vergleichbare Werte bei Delfinen aus dem Ärmelkanal festgestellt.

Besorgniserregend hohe Konzentrationen von Quecksilber und PCB
Laut der Studie, die am 2. September 2016 im nordfranzösischen Cherbourg vorgestellt wurde, sind die Ärmelkanal-Delfine durch hohe Konzentrationen hoch giftiger PCBs und Quecksilber belastet. Bei rund 400 untersuchten Tieren stellten die Wissenschaftler 1,4 Mal mehr PCB fest als eine vergleichbare Untersuchung aus dem USA gezeigt hatte. Auch die gemessenen Quecksilber-Konzentrationen seien besorgniserregend hoch, warnte Zanuttini.

Umweltgift PCB gefährdet Überleben von Delfinen in Europa
Zanuttini kommt damit zu ähnlichen Ergebnissen wir die der britische Zoologe Paul Jepson und sein Team von der Zoologischen Gesellschaft in London. Sie hatten im Rahmen einer 25-jährigen Studie bei Großen Tümmlern, Streifendelfinen, Orcas und Schweinswalen aus ganz Europa erschreckend hohe PCB-Werte gemessen. Als besonders belastet erwiesen sich Delfinarten im Mittelmeer. Die Konzentrationen lagen hier von 50 bis zu 350 Milligramm PCB pro Kilo Körpergewicht. Selten lagen die Messwerte darunter. Spätestens ab 40 Milligramm pro Kilo wird es für den betroffenen Organismus gefährlich.

Lautloser Killer
PCB verringert u.a. die Fruchtbarkeit. Die Tiere haben wesentlich seltener Nachwuchs, der dann auch noch mit einer lebensbedrohlichen, schleichenden Vergiftung zu kämpfen und kaum Überlebenschancen hat. Als Säugetiere geben Delfinmütter über die Muttermilch bis zu 90 Prozent aller gespeicherten Schadstoffe an ihren Nachwuchs weiter. Zusätzlich führen hohe PCB-Belastungen zu einem erhöhten Infektionsrisiko durch Schwächung des Immunsystems und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Das "Dreckige Dutzend" hochgefährlicher Umweltgifte
BiohazardPCBs, oder Polychlorierte Biphenyle, sind organische Chlorverbindungen. Sie gehören zum sogenannten "Dreckigen Dutzend" krebserregender und hochgiftiger Umweltgifte. Seit 2001 ist ihre Verwendung weltweit verboten, in Europa kamen sie schon seit den 1980er-Jahren kaum noch zum Einsatz. Sie waren beispielsweise in Weichspülern, Flammschutzmitteln oder Farben enthalten. PCB in der Natur nur sehr langsam abgebaut werden, reichern sie sich in den Nahrungsnetzen an. Man findet sie folglich auch in Gebieten, wo sie niemals zum Einsatz kamen, wie im arktischen Eis.

Trotz Verbots gelangen PCB weiterhin in die Umwelt
Ein Gemeiner Delfin springt aus dem Wasser.Erschreckend an beiden Studien ist, dass PCB, obwohl ihr Einsatz seit 15 Jahren verboten ist, in Europa offensichtlich immer noch in großen Mengen in die Umwelt gelangen. Die Forscher vermuten, dass durch unsachgemäße Entsorgung kontaminierter Altlasten große Mengen des Giftes in die Meeresumwelt gelangen. So soll es in der EU rund 1,1 Millionen Tonnen mit PCB kontaminiertes Material geben, das noch entsorgt werden muss, vor allem in Spanien und Frankreich.

Bei Orcas und Delfinen, die an den Küsten Nordamerikas leben, sind die PCB-Werte bereits gesunken. Dagegen gibt es für Europa keinen Grund zur Entwarnung, im Gegenteil.

Wissenschaftler und Meeresschützer fordern jetzt dringend Maßnahmen, die den PCB-Eintrag in europäische Gewässer reduzieren, damit Delfine in Europa langfristig eine Überlebenschance haben.
Ulrich Karlowski, September 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Umweltgift PCB gefährdet Überleben von Delfinen in Europa

⇒ Gesundheitsbehörde der Färöer rät dringend vom Grindwalfleischverzehr ab!

⇒ Themenseite Meeresverschmutzung

SchwertwaleGroße Tümmler, Orcas und andere Delfinarten in europäischen Gewässern sind hochgradig mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) vergiftet, und zwar so stark wie nirgendwo sonst. Zu diesem erschreckenden Fazit kommt der neue Scientific Report des Zoologen Paul Jepson und seiner Kollegen von der Zoologischen Gesellschaft in London.

Über 25 Jahre hinweg untersuchten Jepson und sein Team 1.081 Große Tümmler, Streifendelfine, Orcas und Schweinswale. Es handelte sich zum Großteil um gestrandete Tiere, 150 Meeressäuger wurden lebend untersucht.

Das "Dreckige Dutzend" hochgefährlicher Umweltgifte
BiohazardPCBs, oder Polychlorierte Biphenyle, sind organische Chlorverbindungen. Sie gehören zum sogenannten "Dreckigen Dutzend" krebserregender und hochgiftiger Umweltgifte. Seit 2001 ist ihre Verwendung weltweit verboten, in Europa kamen sie schon seit den 1980er-Jahren kaum noch zum Einsatz. Sie waren beispielsweise in Weichspülern, Flammschutzmitteln oder Farben enthalten und beeinträchtigen das Immunsystem, die Fortpflanzung und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Da PCBs in der Natur nur sehr langsam abgebaut werden, reichern sie sich in den Nahrungsnetzen an. Man findet sie folglich auch in Gebieten, wo sie niemals zum Einsatz kamen, wie im arktischen Eis.

Besondere Gefahr für Meeressäuger
Die im Fettgewebe der Meeressäuger festgestellten PCB-Werte liegen weit über den als giftig geltenden Konzentrationen. Als besonders belastet erwiesen sich Orcas, Große Tümmler und Streifendelfine aus dem Mittelmeer. Die Konzentrationen lagen hier von 50 bis zu 350 Milligramm PCB pro Kilo. Selten lagen die Messwerte darunter. Spätestens ab 40 Milligramm pro Kilo wird es für den betroffenen Organismus gefährlich. Nur bei Schweinswalen fanden sich meist deutlich niedrigere Werte.

Adria-Patendelfin Crta mit Nachwuchs.PCB verringert die Fruchtbarkeit. Die Tiere bekommen wesentlich seltener Nachwuchs, der dann auch noch mit einer lebensbedrohlichen, schleichenden Vergiftung zu kämpfen und kaum Überlebenschancen hat. Als Säugetiere geben Delfinmütter über die Muttermilch bis zu 90 Prozent aller gespeicherten Schadstoffe an ihren Nachwuchs weiter. Zusätzlich führen hohe PCB-Belastungen zu einem erhöhten Infektionsrisiko durch Schwächung des Immunsystems.

Besonders fatal ist dies für Tierarten mit einer sowieso schon niedrigen Reproduktionsrate, wie bei Meeressäugern oder Haien. Für die Forscher ist PCB damit ein Top-Kandidat bei der Ursachensuche nach Populationsrückgängen vieler Meeressäugerarten und die ausbleibende Erholung der Bestände.

Trotz Verbots gelangen PCBs weiterhin in die Umwelt
Erschreckend an der Studie ist, dass PCBs, obwohl ihr Einsatz seit 15 Jahren verboten ist, in Europa offensichtlich immer noch in die Umwelt gelangen. Die Forscher vermuten, dass auch heute noch durch unsachgemäße Entsorgung kontaminierter Altlasten große Mengen des Giftes in die Meeresumwelt gelangen. So soll es in der EU rund 1,1 Millionen Tonnen mit PCB kontaminiertes Material geben, das noch entsorgt werden muss, vor allem in Spanien und Frankreich.

Bei Orcas und Delfinen, die an den Küsten Nordamerikas leben, sind die PCB-Werte bereits gesunken. Dagegen gibt es für Europa keinen Grund zur Entwarnung, im Gegenteil. Hier fanden sich besonders im westlichen und zentralen Mittelmeer, im Golf von Cadiz, in der Straße von Gibraltar und im Atlantik südwestlich der Iberischen Halbinsel wahre PCB-Hotspots, mit Messwerten, die alles bisher von Meeressäugern Bekannte in den Schatten stellten.

Jepson und seine Kollegen fordern von der EU jetzt dringend Maßnahmen, die den PCB-Eintrag in europäische Gewässer reduzieren, um die Delfine im Mittelmeer und im Nordost-Atlantik vor dem Aussterben zu bewahren.
Ulrich Karlowski, Januar 2016

Weitere Informationen:

⇒ Auch im Ärmelkanal sind Delfine durch Schadstoffe gefährdet

⇒ Gesundheitsbehörde der Färöer rät dringend vom Grindwalfleischverzehr ab!

⇒ Scientific Reports: PCB pollution continues to impact populations of orcas and other dolphins in European waters

Ein Irawadi-Delfin schaut neugierig aus dem Wasser. Im größten Mangrovenwald der Welt droht eine massive Umweltkatastrophe. Am 9. Dezember sank der Öltanker "Southern Star-7" im Delta des Flusses Shela, zwischen Bangladesch und Indien, nach einer Havarie. Ein 70 Kilometer langer Ölteppich gefährdet jetzt das Überleben der seltenen Irawadi- und Ganges-Flussdelfine, von Bengalischen Tigern, Krokodilen, Pythons, rund 260 Vogelarten, Fischen, Krebsen und des Mangrovenwaldes.

Der Sundarbans-Mangrovenwald, in dem sich das Unglück ereignete, befindet sich in einem tief gelegenen Mündungs- und Überschwemmungsgebiet von mehreren Flüssen, darunter Ganges und Brahmaputra. Der Nationalpark ist UNESCO-Weltnaturerbe.

Erst vor wenigen Jahren wurde in dem gigantischen Mangrovenwald eine bis dahin unbekannte Population von fast 6.000 Irawadi-Delfinen entdeckt. Diese Tiere sind nun unmittelbar bedroht. Jetzt wurde, berichtet die "Dhaka Tribune", bereits ein toter Irawadi-Delfin 25 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt entdeckt.

Flussabschnitt im Sundarban-Mangrovenwald. Dorfbewohner kämpfen mit einfachsten Mitteln gegen 200.000 Liter Öl
Die "Southern Star-7", die mit 350.000 Litern Öl an Bord nach der Kollision mit einem Frachtschiff gesunken war, konnte zwar wenige Tage später gehoben und ein Teil des an Bord befindlichen Heizöls geborgen werden. Der Großteil jedoch, etwa 200.000 Liter, lief aus und strömte in abzweigende Flussarme und –Kanäle.

Nachdem die Behörden angekündigt hatten, gesammeltes Öl könnte an ein staatliches Unternehmen verkauft werden, kämpfen Dorfbewohner in den betroffenen Flussabschnitten zum Teil mit bloßen Händen gegen den zähen, schwarzen Schleim.

Zum Auffangen und Abschöpfen des Öls kommen Kübel, Töpfe, Jutesäcke und Kleidungsstücke zum Einsatz.

Seit der Havarie wurde allen kommerziellen Schiffen die Passage durch den 140.000 Hektar großen Mangrovenwald verboten.

Naturschützer spricht von "nationalem Desaster"
Noch ist es zu früh, um das Ausmaß der Umweltschäden abschätzen zu können. Mehrere Expertenteams sind vor Ort. Das Risiko langfristiger negativer Auswirkungen auf die biologische Vielfalt in dem einmaligen Naturparadies sei aber hoch, hieß es.

Das Öl hat sich breitflächig auf der Wasseroberfläche verteilt und schneidet die Sauerstoffzufuhr in den betroffenen Flussabschnitten ab. Ein Sprecher der Naturschutzorganisation Wildlife Conservation Society (WCS) spricht von einem "nationalen Desaster".
U.Karlowski, 13.12.2014

Weitere Informationen:

⇒ Selten und Bedroht: Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins

 

Ein Gestrandeter Großer Tümmler liegt tot auf einem vermüllten Sandstrand.780 tote Delfine: Der Tod zahlreicher Delfine im Golf von Mexiko ist auf die Ölkatastrophe durch die Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" im vergangenen Jahr zurückzuführen.

Laut einer Studie von US-Wissenschaftlern und nach Angaben der US-Behörden wurden seit Jahresanfang bereits 84 tote Delfine gefunden, 2011 starben 362 Delfine und von Februar bis Dezember 2010 fand man 260 tote Tiere an den Küsten von Florida, Labama, Mississippe und Lousiana. Auffällig waren die vielen toten Delfinbays. Es wurden zehn Mal so viel tote Delfin-Babys angespült wie in den Jahren vor der Ölkatastrophe.

In den Jahren vor der Explosion der"Deepwater Horizon" lag der Durchschnittswert bei 74 toten Delfinen im Jahr. Allein in Louisiana, dem am stärksten betroffenen Gebiet, stieg die Zahl tot angeschwemmter Meeressäuger von einem Jahresdurchschnitt von 20 vor der Katastrophe auf 138 in 2010 und 159 in 2011. Insgesamt verendeten vor der Küste Lousianas in den letzten zwei Jahren damit fast 16-mal so viele Delfine wie sonst in einem Jahrzehnt.

Mittlerweile sehen Experten einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im vergangenen Jahr einerseits und dem massiven Einsatz chemischer Dispersionsmittel, die zur Zersetzung des ausgelaufenen Öls eingesetzt wurden. Die toten Delfine wurden in Gebieten gefunden, die besonders stark von der Ölpest betroffen waren.

Bei dem Versuch das Öl zu binden wurden große Mengen hochgiftiges Corexitin eingesetzt. Kritiker hatten vor dem Einsatz dieses Bindemittels wegen seiner Toxizität gewarnt. Das Gift könnte sich bei den Delfinmüttern über die Nahrungskette angereichert und die wachsenden Embryos langsam vergiftet haben.

Im Golf von Mexiko leben nach Angaben des Institute for Marine Mammal Studies zwischen 2000 und 5000 Delfine. Im Frühjahr ist die Fortpflanzungszeit und in diesen Zeitraum fällt auch die Explosion der"Deepwater Horizon" (20.04.2010). Die Tragzeit der Meeressäuger liegt bei elf bis zwölf Monaten und dementsprechend kamen bis in den April 2011 hinein ihre Jungen zur Welt. Und so begann fast ein Jahr nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ein großes Delfinsterben.

Das aus dem leckgeschlagenen Bohrloch ausgetretene Öl, man schätzt, dass es 780 Millionen Liter waren, war in dichten Schwaden durch den Golf von Mexiko gezogen und so auch in die Buchten und in flachen Gewässer gelangt, in denen die Delfine ihre Jungen gebären.
© U.Karlowski, 01.04.2012

Ein fuchsfarbener Hund blickt neugierig mit beiden Vorderbeinen auf dem Schlauchkörper eines Zodiac sich abstützend ins WasserMit einem mehr als ungewöhnlichen Teammitglied wollen Forscher im Nordwesten der USA dem kontinuierlichen Rückgang der Schwertwale im Puget Sound auf die Spur kommen. "Tucker", so der Name des achtjährigen Labradormischlings, verfügt über eine außergewöhnliche Fähigkeit: Er ist einer von wenigen Hunden weltweit, der die Exkremente von Meeressäugern aufspüren kann und das auf eine Entfernung von ein bis zwei Kilometern!

Hat der begeisterte Bootsfahrer mit seiner Supernase etwas erschnüffelt, wedelt er vor Aufregung mit dem Schwanz und schaut in die Richtung seines Funds, erklärt die Forscherin Elizabeth Seely. Die Wissenschaftler müssen ihr Boot nur nach Tuckers Schnauze steuern und schon ist die eher zähe, nach einem Gemisch aus Schleim und Algen aussehende Hinterlassenschaft, die sonst extrem schwer zu finden, aber bei Walforschern heiß begehrt ist, aufgespürt und kann analysiert werden.

Mit Tuckers Hilfe können die Forscher um Sam Wasser, den Leiter des Center for Conservation Biology an der University of Washington, diese behutsame, nicht invasive Forschungsmethode sehr effektiv einsetzen. Für sie ist ein „Walhaufen“ ein wahrer Informationscluster: "Er enthält Informationen über die Nahrung des Tieres, über Giftstoffe, anhand der DNS lässt sich Identität, Nahrung und Geschlecht eines Tieres feststellen – all das im Walkot", erklärt Wasser.

Orcas oder Schwertwale sind die größten der Delfinfamilie, sie leben in sehr engen Familienverbänden und haben zum Teil sogar eigene "Dialekte". Sie sind weltweit verbreitet, doch vor der nordamerikanischen Nordwestküste haben Forscher einen steten Rückgang der dort sesshaften Population ausgemacht. Die in den Gewässern von Washington (USA) und südlichem Britisch-Kolumbien (Kanada) lebenden Schwertwale sind laut Roter Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN stark gefährdet. Die im Puget Sound residente Orca-Population soll nur noch 88 Tiere umfassen.

Der meterhone Blas eines Orcas kondensiert in der kalten LuftNahrungsmangel, Schiffsverkehr und Meeresverschmutzung könnten die Ursachen dafür sein, vermuten Wissenschaftler anhand bisheriger Untersuchungen. In früheren Studien fanden Wasser und sein Team bereits heraus, dass zu Zeiten von starkem Schiffsverkehr – beispielsweise am Wochenende des 4. Juli, des amerikanischen Nationalfeiertags – der Orcakot eine höhere Konzentration an Stresshormonen enthält. Zu Ferienzeiten tummeln sich besonders viele "Walbeobachter" in der Gegend, die ein beliebtes Ziel für Whale Watcher ist.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Orca-Sterblichkeit am höchsten war, wenn ihre Schilddrüsenhormonkonzentration am niedrigsten war, was auf einen Nahrungsmangel hinweisen könnte. Unter den Walen und Delfinen weltweit haben diese Schwertwale die höchste toxische Belastung, vor allem mit Pestiziden und Flammschutzmitteln. "Diese stören den Hormonhaushalt und schädigen so die körpereignen Mechanismen zur Regulierung von Fortpflanzung und Stoffwechsel", erklärt Wasser.

Ob sie unterernährt sind und deswegen möglicherweise weniger Nachwuchs zur Welt bringen, ob die Giftkonzentrationen in ihrem Körper sich nachteilig auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit auswirken oder ob der durch den Schiffsverkehr ausgelöste Stress negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Orcas hat – das wollen die Forscher mithilfe der Walkotanalysen herausfinden – und "Walhelfer" Tucker bringt sie dabei auf die richtige Spur.
Ulrike Kirsch, Januar 2012
Foto Orca: © K.Wothe

Karte Lärmverschmutzung im Mittelmeer.Im Mittelmeer herrscht zu viel Lärm. Dies wird besonders für die sich vornehmlich akustisch orientierenden Delfine und Wale zu einer immer bedeutender werdenden Überlebensfrage. In vielen Lebensräumen herrscht ein infernalisch hoher Lärmpegel. Die Ursachen sind hausgemacht: Seismische Untersuchungen für die Suche nach Erdöl- und Erdgaslagerstätten, der stark gestiegene Schiffsverkehr sowie Marinemanöver, bei denen Hoch- und Mittelfrequenzsonare zur U-Boot-Suche eingesetzt werden.

Wissenschaftler aus Frankreich, Italien, der Schweiz und den USA stellten ihre Ergebnisse nach zehnjähriger Analyse im Januar 2016 in einer "Übersicht der Lärm-Hotspots im Mittelmeer" vor. Der Bericht beschreibt die zeitlich-räumliche Entwicklung des Unterwasserlärms im Mittelmeer und ist die erste flächendeckende Erhebung zur Dichte lärmintensiver Aktivitäten nebst der Kartierung der Lärmquellen. Es wurden Daten von 1446 Häfen, 228 Ölplattformen, 830 seismischen Explorationsgebieten, 7 Millionen Schiffspositionen, 52 Windfarmprojekten sowie offiziell zugänglichen Angaben zu militärischen Aktivitäten analysiert.

Die durch seismische Tests ins Meerwasser eingebrachte Schallenergie steht nach Nukleartests und sonstigen Explosionen an dritter Stelle entsprechender schädlicher menschlicher Aktivitäten
Besorgniserregend ist dabei die Zunahme seismischer Aktivitäten mit sogenannten Airguns (Schallkanonen oder Luftpulser) zur Suche nach Öl- und Gasvorkommen. 2005 waren nur etwa 3,8 % der Oberfläche des Mittelmeeres diesen extrem schallintensiven Explorationen ausgesetzt, bis 2013 stieg die derart beschallte Fläche auf 27 %. Die Auswertung zeigt auch, dass im Mittelmeer zu jedem Zeitpunkt die Motoren vom durchschnittlich mindestens 1.500 größeren Schiffen dröhnen. Nicht einberechnet werden konnten die unzählbaren Freizeitschiffe und kleinen Fischerboote.

Das ernüchternde Ergebnis:
Selbst in bereits ausgewiesenen Schutzzonen sowie in Kernzonen, die besonders wichtig für Meeressäuger sind, ist es viel zu laut: Im Meeressäugerschutzgebiet Pelagos im Ligurischen Meer, in der Straße von Sizilien, in Teilen des Hellenischen Grabens, aber auch in den Gewässern zwischen den Balearen und dem spanischen Festland.

Regierung Spaniens hat Bedrohung erkannt
Das spanische Umweltministerium kündigte an, dass die Gewässer zwischen den Balearen und dem spanischen Festland als Migrationskorridor für Wale und Delfine unter Schutz gestellt werden sollen. Dies hätte auch ein striktes Management lärmintensiver Aktivitäten zur Folge. Der Report wurde vom Abkommen zum Schutz von Walen und Delfinen im Schwarzen Meer, Mittelmeer und angrenzenden Atlantikgebiet (ACCOBAMS) in Auftrag gegeben. Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen Problemzonen sowie weiterer Forschungsbedarf und mögliche Schutzmaßnahmen identifiziert werden.
Ulrich Karlowski, Januar 2016
Karte der Lärm-Hotspots des Mittelmeers unter Berücksichtigung für Wale und Delfine ausgewiesener oder empfohlener Schutzzonen. Quelle: ACCOBAMS

Hintergrundinformationen

⇒ Erfolg gegen Offshore-Ölförderung in der Adria: Regierung zieht Reißleine

⇒ Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria!

⇒ Themensite Airguns, Umweltbundesamt (UBA)

Ein vor La Gomera tot gestrandeter Zwergpottwal liegt an Land auf einer grünen Plane, sein Maul ist weit geöffnet, am Schwanzstiel ist noch das Seil, mit dem er aus dem Wasser gehievt wurde, befestigt.In den kommenden drei Jahren muss die US-Marine bei Marinemanövern zum Schutz von Meeressäugern auf den Einsatz von Sonarsystemen und Übungsmunition in bestimmten Gebieten im Pazifik verzichten oder zumindest stark einschränken. US-Naturschutzorganisationen, darunter der Natural Ressource Defense Council (NRDC), hatten geklagt und haben sich jetzt außergerichtlich mit der Navy geeinigt. Die Schutzzonen umfassen wichtige Lebensräume für Delfine und Wale rund um Hawaii und vor der Küste Kaliforniens.

Hunderte toter Delfine und Wale bei Marinemanövern befürchtet
Laut einer von der US-Marine 2013 veröffentlichten Umweltverträglichkeitsstudie musste damit gerechnet werden, dass bei Waffentests und Marinemanövern Hunderte Delfine und Wale getötet, über 10.000 schwer und fast zwei Millionen leicht verletzt werden. Die Tiere werden vor allem durch Sonarsignale, Unterwasserexplosionen sowie durch Kollisionen mit U-Booten und Schiffen der Navy in tödliche Gefahr gebracht.

In europäischen Gewässern, insbesondere im Mittelmeer, kommt es immer wieder zu Delfin- und Walstrandungen, die zeitlich und örtlich mit militärischen Manövern korrelieren. Im Dezember 2007 beschloss das spanische Umwelt- und Verteidigungsministerium, dass in einem Umkreis von 50 Seemeilen (ca. 90 km) um die Kanarischen Inseln der Einsatz leistungsstarker Sonare durch das Militär verboten ist. Mit dem Verbot des Einsatzes von Hochleistungssonaren reagierte die spanische Regierung als erstes Land auf eine Empfehlung des EU-Parlamentes vom Oktober 2004, diese Technologie nicht einzusetzen, wenn Wale in Gefahr sein könnten.

Die Entscheidung der US-Marine ist ein wichtiger Schritt für den Schutz von Meeressäugetieren.

So profitieren u. a. Buckelwale oder Blauwale sowie eine ganze Reihe residenter Delfinpopulationen rund um Hawaii und vor der Küste von Kalifornien. Einen derart umfassenden Verzicht auf den Einsatz von Waffensystemen zum Schutz von Meerestieren hat es seitens der US-Marine noch nie gegeben.
GRD-Presse, 17. September 2015

⇒ Massaker auf Raten: US-Marine wird Hunderte Wale und Delfine töten

Offshore Windpark vor Norfolk in der Nordsee. Pressemitteilung, 04.06.2015 - Der forcierte Aufbau von Offshore-Windkraftparks in Nord- und Ostsee führt zu massiven Umweltschäden durch die Sprengung von versenkten Munitionsaltlasten. Davor warnt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD).

Experten schätzen, dass während und nach dem 2. Weltkrieg rund 1,6 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten in deutschen Gewässern versenkt wurden. Heute, siebzig Jahre später, ist die vor sich hin rottende Munition ein gewaltiges Umweltproblem.

Meeressäuger durch Sprengungen besonders gefährdet
Neben der offensichtlichen Gefahr einer großflächigen toxischen Belastung mit Munitionsinhaltsstoffen ergibt sich für alle Meerestiere, insbesondere für Meeressäugetiere wie die vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswale, eine besondere Gefahr, denn üblicherweise wird marine Großmunition gesprengt. Noch in einer Entfernung von mehreren Kilometern kann dies für einen Schweinswal tödlich sein: Lungenrisse, Blutungen in Ohr oder Gehirn oder Hörschäden werden durch die Schockwelle einer Unterwasserexplosion hervorgerufen.

Deutlich mehr Vernichtungssprengungen durch Ausbau der Offshore-Windkraft
So beobachten Umweltschützer mit Sorge eine Zunahme von Vernichtungssprengungen beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen. "Es wird verstärkt nach Munition gesucht, damit die teure Infrastruktur der Anlagen nicht gefährdet wird. Marine Großmunition wie Minen, Torpedos und Wasserbomben ist auch außerhalb der bekannten Versenkungsgebiete fast überall in Nord- und Ostsee zu erwarten", warnt der GRD-Experte und Meeresbiologe Sven Koschinski.

Wurden 2012 in der Nordsee noch 10 "Vernichtungssprengungen" registriert, waren es 2014 in den Windpark-Baufeldern oder auf den Kabeltrassen bereits 25. In diesem Jahr hat es allein in den ersten fünf Monaten schon über vierzig Sprengungen gegeben. Weitere sollen in Kürze folgen. Da die Explosionen fernab der Küste stattfinden, erfährt die Öffentlichkeit davon in der Regel nichts.

Schallschutz ohne Kontrolle ist wirkungslos
Die Sprengung einer Seemine erzeugt eine gewaltige Wasserfontäne.Die Genehmigungsbehörde BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg) empfiehlt für Sprengungen in Windpark-Baufeldern zwar zur Verringerung der Schockwelle die Verwendung eines Blasenschleiers, aber eine Kontrolle ihres Einsatzes wie bei den ebenfalls lauten Rammarbeiten für Offshore-Windkraftanlagen gibt es nicht. Auch existieren keine Handlungsanweisungen, wie ein Blasenschleier konstruiert sein muss. Somit ist zu befürchten, dass auch nutzlose Blasenschleier eingesetzt werden, nur um die Vorgaben des BSH zu erfüllen.

Naturschutzverbände fordern Bergung und Vernichtung an Land
Nach Auffassung der GRD und anderer Umweltverbände ist die Sprengung von Altmunition unter Verwendung eines Blasenschleiers nur eine absolute Minimallösung. Ökologisch akzeptabel ist nur die Bergung und unschädliche Vernichtung an Land.

HELCOM-LogoDas Problem ist jetzt auch auf der Agenda des Ostseeschutzabkommens HELCOM
Auf der letzten Tagung der SUBMERGED-Arbeitsgruppe der Ostseeschutzkonvention HELCOM konnte Sven Koschinski erreichen, dass neben der reinen Kartierung von Unterwasserrisiken jetzt auch ein Kapitel zu Minderungsmaßnahmen bei Sprengungen in den Bericht der Arbeitsgruppe aufgenommen werden soll.

Er wird auf der nächsten Tagung der HELCOM-SUBMERGED-Arbeitsgruppe diskutiert, die 2016 in Göteborg stattfinden wird.

 

Weitere Informationen:

⇒ GRD setzt sich bei Ostseeschutzkonvention HELCOM für den Schutz von Schweinswalen ein

⇒ Die Welt v. 24.03.2015: Die Energiewende wird das Ende unserer Küste sein

⇒ Die Helsinki-Kommission (HELCOM)

⇒ Fakten und Infos zur Helsinki-Kommission (HELCOM)

HELCOM Expert Group on Environmental Risks of Hazardous Submerged Objects (SUBMERGED)

⇒ HELCOM - Baltic Marine Environment Protection Commission: Chemical Munitions Dumped in the Baltic Sea (PDF)

Ein toter gestrandeter Schweinswal liegt auf der Seite auf einem Sandstrand in der Nähe der Brandungszone.Airguns oder Luftpulser, die zur Exploration von Öl- und Gaslagerstätten im Meeresboden eingesetzt werden, können noch in 2.000 Kilometer Entfernung Meeressäuger stören. Das zeigt eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA). Der Störeffekt kann sowohl die Physis als auch die Psyche der Tiere verschlechtern.

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, warnt: "Der Lärm in den Meeren nimmt zu und wird voraussichtlich weiter zunehmen. Allein schon wegen der weiter anstehenden Rohstofferkundungen in den Weltmeeren. Airguns spielen dabei eine wichtige Rolle. Für Meeressäuger sind sie eine erhebliche Störung. Ihre Schallimpulse können die Verständigung extrem einschränken. Im schlimmsten Fall sogar über ein gesamtes Ozeanbecken hinweg."

Dieser Effekt träte auch dann ein, wenn Airguns nur zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt werden.

Fähigkeit zur akustischen Wahrnehmung für Delfine und Wale lebenswichtig
Für Delfine und Wale ist die Fähigkeit ihre Umgebung akustisch wahrzunehmen lebenswichtig – sie "sehen" mit den Ohren. Werden diese Signale überdeckt, verkleinert sich ihr "Sehfeld". Dies verschlechtert ihre biologische Fitness sowohl physisch als auch psychisch. Die zur Erkundung des Meeresbodens nach Erdöl- und Gaslagerstätten großflächig und über lange Zeiträume eingesetzten Airguns haben, so das UBA, nicht nur ein hohes "Maskierungspotenzial". Dabei werden Kommunikationssignale zwischen den Meeressäugern verdeckt, also akustisch maskiert.

Schädigungen des Gehörs
Die explosionsartigen Schalldrücke von Airguns sind zwar viel kürzer als z.B. typischer Schiffslärm, dafür aber auch bis zu 1.000-mal lauter. Es wird schon länger befürchtet, dass diese lauten Schallimpulse das Gehör von marinen Säugetieren schädigen können.

Starke Einschränkung des natürlichen Verständigungsraumes
Abbildung: Fächerförmig ausgebreitete Druckluftpulser werden von einem Explorationsschiff gezogen.Die neue UBA-Studie zeigt, dass Airgunsignale noch über eine Entfernung von bis mindestens 2.000 Kilometern (km) wirken können. Bereits in mittleren Entfernungen von 500 bis 1.000 km dehnen sich Airgunsignale zu einem intervallartigen Geräusch aus, das ein hohes Maskierungspotenzial hat.

In Entfernungen ab 1.000 km werden die ursprünglich sehr kurzen Schallimpulse zu einem kontinuierlichen Rauschen, das die Verständigung von Delfinen und Walen extrem einschränken kann; auf nur noch etwa ein Prozent des natürlichen Verständigungsraumes – es ist, als ob wir uns plötzlich, ohne künstliche Beleuchtung, in ständigem Dämmerlicht zurechtfinden müssten.

Neue Risikobewertung für impulshafte Schallquellen gefordert
Die Ergebnisse der neuen UBA-Studie zeigen, dass massive Maskierungseffekte und signifikant negative Auswirkungen auf das Kommunikationsvermögen von Meeressäugern über große Distanzen auftreten können und gerade dieser Fernwirkungseffekt bei der Bewertung von Umweltwirkungen impulshafter Schallquellen wie Airguns beachtet werden sollte.

Dies gilt besonders für die Arktis, in der in den nächsten Jahren mit einer Vielzahl von Airgun-Einsätzen zur Erkundung des Meeresbodens auf Bodenschätze und zur Forschung zu rechnen ist. Das UBA will hierzu ein Folgeprojekt entwickeln.

Die durch seismische Tests ins Meerwasser eingebrachte Schallenergie steht nach Nukleartests und sonstigen Explosionen an dritter Stelle entsprechender schädlicher menschlicher Aktivitäten für die Meeresumwelt. UBA-Präsidentin Krautzberger fordert deshalb: "Wir müssen die Wirkung von Schallimpulsen aus Airguns auf die Meeressäuger genau kennen und diese in die Umweltbewertung der Meeresforschung einbeziehen. Wir brauchen deshalb auch ein internationales Lärmschutzkonzept, zum Beispiel im Rahmen des Antarktis-Vertragsstaaten-Systems."

EU-Parlament trifft Entscheidung gegen Verlärmunng
Anfang Oktober 2013 hatte das EU-Parlament immerhin beschlossen, dass für die ֖lsuche mit Unterwasser-Sonar in Zukunft Umweltverträglichkeitspüfungen durchgeführt werden müssen.
Ulrich Karlowski, Mai 2014 / Quelle: UBA

 Weiterführende Informationen:

⇒ Vollständiger Abschlussbericht zu der UBA-Studie: "Entwicklung eines Modells zur Abschätzung des Störungspotentials durch Maskierung beim Einsatz von Luftpulsern (Airguns) in der Antarktis".

⇒ UBA-Themensite Airguns

Erstmaliger Nachweis: Exploration von Bodenschätzen im Meer verantwortlich für Massenstrandung von Meeressäugern

Ende September 2014 veröffentlichte die Internationale Walfangkomission (IWC) einen Bericht, in dem Wissenschaftler erstmals den Nachweis erbrachten, dass der Einsatz eines Fächerecholot-Systems (multi-beam echosounder system) zur Exploration von Bodenschätzen für eine Massenstrandung von Breitschnabeldelfinen verantwortlich war, die im Mai 2008 vor der Küste im Nordwesten Madagaskars ) in der Loza-Lagune stattfand.

Rund 100 der etwa zweieinhalb Meter langen, hauptsächlich in den tropischen und subtropischen Meeren lebenden Hochseeart (Peponocephala electra) starben. Breitschnabeldelfine sind eine weitgehend unbekannte Delfinart, die nur sehr selten in Küstennähe auftaucht.

Die offensichtlich panisch reagierenden Delfine gelangten gemeinsam durch eine Engstelle in die weit verzweigte und von Mangrovenwäldern bewachsene Loza-Lagune. Sie schwammen sogar in die kleinen Häfen der Siedlungen und verirrten sich dann in den Mangroven-Wäldern. Aus dem dichten Wurzelgestrüpp gab es für sie keinen Ausweg mehr. Einige Anwohner versuchten, manche der Tiere zu retten, während andere wiederum die Delfine töteten, um ihr Fleisch zu nutzen.

Zur Zeit der Strandung setzte ein Explorationsschiff von Exxon Mobil ein sehr starkes Fächerecholot-System zur Erkundung von Bodenschätzen etwa 65 Kilometer vor Küste und der Öffnung der Loza-Lagune ein. Die mit der Untersuchung des Massenstrandung beauftragten Wissenschaftler sehen die damit verbundenen starken akustischen Unterwasser-Signale als alleinge Ursache für die panische Reaktion dieser Hochseeart, die niemals zuvor in der Lagune gesehen wurde und seitdem auch nie wieder dort aufgetaucht ist.

Die Studie zeigt, dass intensive und hoch-frequente Schallquellen gravierende negative Auswirkungen auf Wale und Delfine haben.

⇒ Independent review of a 2008 mass stranding in Madagascar

Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse, ausgerüstet mit dem für Delfine und Wale tödlichen taktischen Mittelfrequenz-SonarLaut einer von der US-Marine veröffentlichten Umweltverträglichkeitsstudie muss damit gerechnet werden, dass in den kommenden Jahren bei Waffentests und Marinemanövern Hunderte Delfine und Wale getötet, über 10.000 schwer und fast zwei Millionen leicht verletzt werden.

Schwerpunkt des Abschlachtens mit Ansage sind ausgerechnet Meeresgebiete, die sich durch eine hohe marine Artenvielfalt auszeichnen: die US-Ostküste, der Golf von Mexiko, Südkalifornien und Hawaii. Die Tiere werden vor allem durch Sonarsignale, Unterwasserexplosionen sowie durch Kollisionen mit U-Booten und Schiffen der Navy in tödliche Gefahr gebracht.

Die Studie basiert auf Computersimulationen. Errechnet wurde so, dass von 2014 bis 2019 wahrscheinlich 186 Delfine und Wale allein entlang der der US-Ostküste - an der die dort lebenden Delfinpopulationen gerade von einer massiven Morbillivirusinfektion geschwächt werden - sterben, vor Kalifornien und Hawaii soll es 155 Meeressäuger treffen.

Ein temporärer Hörverlust gilt als "leichte" Verletzung
Weiterhin rechnet man mit 11.267 schwer und fast zwei Millionen leicht verletzten Delfinen und Walen. Dabei gilt bei der Navy z. B. der vorübergehende Verlust des Gehörs als leichte Verletzung. Doch auch die kann tödlich wirken, wenn die sich hauptsächlich akustisch orientierenden Meeressäuger während der Phase eines temporären Hörverlusts nicht mehr in der Lage sind, nähernden Schiffen auszuweichen. Experten rechnen denn auch mit einer wesentlich höheren Todesrate.

Ein vor La Gomera tot gestrandeter Zwergpottwal liegt an Land auf einer grünen Plane, sein Maul ist weit geöffnet, am Schwanzstiel ist noch das Seil, mit dem er aus dem Wasser gehievt wurde, befestigt.Ein Admiral der Navy erklärte zwar, man wolle, wo immer möglich, auf Manöver- und Waffentestsimulationen zurückgreifen, doch müssten Marinekräfte auch unter realen Bedingungen üben - Kollateralschäden unter Meerestieren werden dabei billigend in Kauf genommen.

Verbot für militärische Sonare rund um die Kanarischen Inseln
Dabei geht es auch anders: Vor fünf Jahren beschloss das spanische Umwelt- und Verteidigungsministerium, dass in einem Umkreis von 50 Seemeilen (ca. 90 km) um die Kanarischen Inseln der Einsatz leistungsstarker Sonare durch das Militär verboten ist.

Die Meeresgebiete der Kanaren zeichnen sich durch eine besonders hohe Artenvielfalt an Walen und Delfinen aus. Nach NATO-Marinemanövern war es rund um die Kanraen wiederholt zu Massenstrandungen verschiedener Walarten gekommen, die auf den Einsatz taktischer Mittelfrequenzsonare zur U-Boot-Suche zurückgeführt wurden.

Spanien reagierte damals als erstes Land auf eine Empfehlung des EU-Parlaments vom Oktober 2004, diese Technologie nicht einzusetzen, wenn Wale in Gefahr sein könnten.
U. Karlowski, 31.08.2013

Ein Schweinswal taucht Kopf voran aufPressemitteilung, 10.02.2012 - Kanadisches Unternehmen sucht in deutschen Meeresschutzgebieten nach Erdgas und Öl - Umweltverbände bangen um letzte Schweinswale und fordern Reform des Bergrechts.

Dem vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswal droht eine neue Gefahr. Das Bergamt in Stralsund hat der kanadischen Firma Central European Petroleum CEP die Erkundung von Erdöl- und Erdgaslagerstätten in der deutschen Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gestattet.

Betroffen sind mindestens sechzehn Meeresschutzgebiete, die dem Schweinswal und anderen bedrohten und seltenen Meerestieren als Rückzugsgebiet dienen. Die GRD und andere deutsche Umweltverbände sehen darin eine Missachtung des Umweltrechts und kündigen scharfen Widerstand an.

Mehr als 13.800 Quadratkilometer Erlaubnisfelder hat CEP nach eigenen Angaben zugesprochen bekommen. Diese überschneiden sich mit Meeresschutzgebieten in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns und der deutschen "Ausschließlichen Wirtschaftszone" der Ostsee. Hier leben die streng geschützten Schweinswale, Seehunde und Kegelrobben, seltene Fischarten wie Stör oder Finte und mehr als 20 geschützte Vogelarten wie Seetaucher und Flussseeschwalben. Die Umweltverbände kritisieren, dass CEP und das Bergamt Stralsund diese Tatsachen bewusst ignorieren und durch die geplanten seismischen Untersuchungen schwere Schäden in den einzigartigen und geschützten Gebieten riskieren.

Beim Einsatz der sogenannten 3-D-Seismik werden in schneller Abfolge explosionsartige Knalle mit Schalldrücken von bis zu 265 dB (p-p) re1µPa erzeugt. Der Lärm kann insbesondere die geräuschempfindlichen Wale sowie andere Meerestiere direkt verletzen und zur Vertreibungen aus wichtigen Lebensräumen führen.

Der Eingriff richtet sich nach Meinung der Umweltverbände gegen die Ziele der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie der Vogelschutzrichtlinie und verstößt wohl auch gegen artenschutzrechtliche Verbotstatbestände nach Bundesnaturschutzgesetz.

Seismik Einsatzgebiet Oderbank bei Rügen

Karte des Seismik Einsatzgebietes in der Oderbank bei Rügen, Ostsee

Die Umweltverbände, darunter die Gesellschaft zur Rettung der Delphine, fordern deshalb vehement ein Verbot sämtlicher seismischer Untersuchungen in der Ostsee und einen effektiven Schutz der Meerestiere vor schallintensiven Eingriffen.

Darüber hinaus sei eine Novellierung des deutschen Bergrechts nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre unumgänglich.

Die Umweltverbände erwarten für ihren Protest eine breite gesellschaftliche Unterstützung, da auch Fischerei und Tourismus durch die Pläne der Ölfirma erheblich beeinträchtigt werden.

Schweinswalbestand in der Ostsee unter Druck
Die geplanten seismischen Untersuchungen gefährden auch die Schweinswale, die sich als selbstständige Population in der zentralen Ostsee gebildet hat und an der so genannten Darßer Schwelle heimisch geworden ist. Dort leben zwischen 200 und 600 Schweinswale, die nach Ansicht von Experten eine eigene Unterart darstellen. Sie mischen sich nicht mit dem als stabil bewerteten Bestand der rund 230.000 Nordsee-Schweinswale.

 

⇒ Antwort der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Ursula Karlowski, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (PDF)

⇒ NGO-Stellungnahme (PDF)

 

NATURA 2000-Schutzgebiete der deutschen Ostsee:

Karte der deutschen NATURA 2000-Schutzgbiete in der Ostsee

Grafik zur Verankerung der Windrad-Fundamente im Nordseegrund Trianel Windparks Borkum West II unter Einsatz eines großen BlasenschleiersDie Vorbereitungen für den Baubeginn des Trianel Windparks Borkum West II laufen auf Hochtouren. Dabei steht zurzeit der Umweltschutz im Mittelpunkt der Projektentwickler.

Die Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG will die Meeressäuger, insbesondere die Schweinswale, umfassend vor dem Baulärm, der Unterwasser entsteht, schützen.

"Als weltweit erstes kommerzielles Offshore-Projekt werden wir unsere Windräder durchgängig mit `Unterwasser-Lärmschutzwänden` errichten", berichtet Klaus Horstick, Geschäftsführer des Trianel Windparks. Dazu nutzt Trianel den sogenannten großen Blasenschleier. Dieser soll bei den im Sommer beginnenden Bauarbeiten am Windpark Borkum West II auf seine Serientauglichkeit geprüft werden.

Nötig macht den Lärmschutz die Verankerung der Windrad-Fundamente im Nordseegrund. Dabei werden Stahlpfähle über 30 Meter tief in den Meeresgrund gerammt. Jeder Rammschlag verursacht eine Schallwelle, die unter Wasser kilometerweit hörbar sein wird.

Damit die Schweinswale, die sich in den dortigen Gewässern befinden, die Chance haben, sich von der Baustelle zu entfernen, wird die Rammintensität langsam erhöht. "Schweinswale navigieren mit ihrem Gehör. Wie beim Menschen kann zu viel Lärm auch bei Walen zu Hörschäden führen. Dies würde die Tiere orientierungslos machen. Das wollen wir verhindern", beschreibt Horstick die Aufgabenstellung.

Die Funktionsweise des großen Blasenschleiers beruht auf einem einfachen physikalischen Phänomen. Der Lärm, der bei den Rammarbeiten entsteht, wird durch die aufsteigenden Blasen gestreut und gedämpft. Unter Wasser wird in 60-70 Metern Abstand um den Pfahl ein rund 400 Meter langer druckluftgefüllter Düsenschlauch gelegt. Die Düsen sind unterschiedlich groß, so dass die erzeugten Blasen in ihren Größen variieren. Die aufsteigenden Blasen bilden die Schallschutzwand.

Gemeinsam mit der Hydrotechnik Lübeck GmbH, der BioConsult GmbH & Co.KG in Husum und der ITAB GmbH in Oldenburg wird diese Schallschutztechnik nun beim Bau des Trianel Windparks im Großeinsatz erprobt und getestet.

"Wir hoffen, dass unser Schallschutz-Konzept die Auswirkung auf die marine Lebenswelt umfänglich reduziert", erläutert Horstick. "Unsere Erfahrungen mit dem Blasenschleier werden wir mit den zuständigen Behörden erörtern und allgemein, also auch für andere Windpark-Konstrukteure zugänglich machen, um zukünftig für den bestmöglichen Schutz der Schweinswale zu sorgen."

Der Baubeschluss für den Trianel Windpark Borkum West II ist im Dezember 2010 gefallen. An dem Windpark sind neben der Trianel GmbH 33 Stadtwerke und Regionalversorger aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz beteiligt. Der Windpark wird 45 km nördlich vor der Küste von Borkum in rund 30 Meter Wassertiefe errichtet.

In der ersten Bauphase werden ab August 2011 vierzig Turbinen mit einer Leistung von je fünf Megawatt errichtet. Der Windpark soll zum Jahreswechsel 2012/13 ans Netz gehen.
15.06.2011 - Quelle: Trianel GmbH

Einen Teilaspekt dieser Frage, das Verhalten von Schweinswalen und Seehunden im Einflussbereich des Unterwasserschalls von Windgeneratoren, bearbeiten die beiden Kieler Meeressäugerspezialisten Prof. Dr. Boris Culik und Sven Koschinski. Die GRD beteiligte sich an der Finanzierung einer Pilotstudie der beiden Forscher.

Bericht von Sven Koschinski:
Schweinswale in freier Wildbahn zu erforschen ist eine Herausforderung - naturgemäß halten sie sich überwiegend unter der Wasseroberfläche auf und sind außerdem noch recht scheu. Die auftauchenden Schweinswale sind zwischen den Wellen der Nord- oder Ostsee kaum auszumachen.

Ein Untersuchungsgebiet mit idealen Bedingungen fand sich in den geschützten Fjorden an der Westküste Kanadas. Das Oberflächenverhalten dort lebender Schweinswal- und Seehundpopulationen konnte mit Hilfe eines Theodoliten (Gerät aus der Vermessungstechnik) beobachtet und jeder Auftauchpunkt genau vermessen werden.

Die Schweinswale wurden unter Wasser noch zusätzlich mit einem Klickdetektor belauscht, der das Biosonar der Tiere erfasst und die Anzahl der Echoortungs-Klicks im 10-Sekunden-Rhythmus registriert. Damit konnten erstmals genaue Sichtbeobachtungen und akustische Messungen "übereinander gelegt" werden.

Prof. Dr. Boris Culik sitzt auf dem Schlauchkörper eines Zodiac. Er hält einen tonnenförmigen Unterwasserlautsprecher mit beiden Händen fest.Geräusche schwedischer Offshore-Windenergieanlagen wurden den Meeressäugetieren mit einem CD-Player und einem über 70 kg schweren Unterwasserlautsprecher vorgespielt. So simulierten wir für die bis dahin ungestörten kanadischen Tiere die Geräuschkulisse in der Umgebung einer Windenergieanlage. Wir konnten innerhalb von zwei Wochen die Reaktionen von über 800 Schweinswalgruppen und über 300 Seehunden erfassen.

Die Ergebnisse sind überraschend. Die Schweinswale und Seehunde hielten im Schnitt einen größeren "Sicherheitsabstand" zur Schallquelle ein, wenn die Geräusche abgespielt wurden, doch ein Ausschlussgebiet rundherum, wie wir es in einem früheren Versuch mit Piepern (1) festgestellt hatten, konnte nicht beobachtet werden. Einige Tiere tauchten sogar wiederholt unmittelbar neben dem Unterwasserlautsprecher auf.

Die Schweinswale setzten bei angeschaltetem Geräusch ihr Biosonar etwa doppelt so häufig ein wie im Kontrollversuch. Wahrscheinlich wurde die Schallquelle auf diesem Sinneswege genauer untersucht.

Dass sich einige Tiere der Lärmquelle neugierig näherten, ist allerdings kein Grund zur Entwarnung. Die Schweinswale reagierten auf die Störung und in welchem Ausmaß dies bei größeren und mehreren Offshoreanlagen der Fall sein wird, muss noch näher untersucht werden.

Zudem sind nach wie vor die begleitenden Probleme zu lösen. Vor allem beim Bau der Anlagen in den sturmarmen Sommermonaten - also genau zur Fortpflanzungszeit von Schweinswalen und Seehunden, kommt es zu erhöhtem Schiffsverkehr durch Baufahrzeuge sowie weitreichenden Schallemissionen durch Rammarbeiten für die Fundamente der Windmühlen. Dieser zum Teil erhebliche Lärm könnte die Tiere aus ihrem Habitat vertreiben.

Da alle Antragsteller ihre Windparks bis 2006 fertigstellen wollen (denn nur so weit reicht die Förderung des Gesetzgebers durch die Garantie hoher Stromeinspeisevergütungen), wird es vor der deutschen Nord- und Ostseeküste kaum einen unbeeinflussten Bereich geben, der sich als ruhiges Rückzugsgebiet für die Tiere eignet. Hier müssen Genehmigungsbehörden den Bauunternehmen rechtzeitig Grenzwerte vorschreiben und geeignete Maßnahmen zur Schalldämmung gefunden werden.

Ob Blasenvorhänge (2) eine Lösung darstellen, ist noch unklar. Auch sollten die Betreiberfirmen sich nach alternativen Gründungsarten umschauen (zum Beispiel Einspülen der Fundamente). Für die spätere Betriebsphase der Windparks suchen wir weiterhin nach unkritischen Frequenzbereichen für Windräder und Turbinen.

Da das Hörvermögen von Schweinswalen und Seehunden mit tiefen Frequenzen immer weiter abnimmt, müssen die Konstrukteure darauf achten, dass die Anlagen auch bei hohen Windgeschwindigkeiten nicht anfangen zu "jaulen". Unser Ziel ist es, bereits in der Entwicklung der Windgeneratoren mit technischen Maßnahmen das Emissionsverhalten positiv zu beeinflussen.

(1) Pieper oder englisch "pinger" sollen dazu dienen, die hohen Beifangraten von Schweinswalen zu verringern, indem die Tiere von Netzen vertrieben werden. Ungelöste Probleme bereiten dabei eine mögliche Gewöhnung an den Schall und ein eventueller Ausschluss aus ihrem Habitat.

(2) Blasenvorhang: Unterwässerschläuche mit vielen Löchern sprudeln Luftblasen. An dem dadurch entstehenden "Vorhang" brechen sich die Schallwellen bestimmter Frequenzen, dahinter ist es leiser.

Toter gestrandeter Schweinswal auf einem Sandstrand liegend.Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) und Deutsche Stiftung Meeresschutz sehen große Gefahren für das Überleben der letzten Ostsee-Schweinswale

Die Grünen stehen für Energiewende, Ausstieg aus der Förderung fossiler Energieträger, Kampf gegen den Klimawandel? Weit gefehlt. Ausgerechnet eines ihrer prominentesten Aushängeschilder, Umweltminister Dr. Robert Habeck aus Schleswig-Holstein, hat keine Bedenken, die Förderung von Erdöl durch den DEA-Konzern, selbst in streng geschützten Naturschutzgebieten, persönlich durchzuwinken.

Erdölförderung geht vor Natur- und Landschaftsschutz!
Im sogenannten Schwedeneck, Kreis Rendsburg-Eckernförde, hatte die DEA AG 2012 einen Antrag zur Suche nach Erdöl gestellt. Diese Küstenlandschaft ist geprägt von einmaligen Geotopen, Landschafts- und Naturschutzgebieten für international geschützte Arten wie z.B. den Schweinswal, der in der Ostsee vom Aussterben bedroht ist. Außerdem handelt es sich für um ein sehr beliebtes Erholungsgebiet sowohl für Anwohner als auch für Besucher aus dem Großraum Kiel und aus ganz Deutschland.

Grüner Umwelt-Zerstörungsminister findet Förderung von Erdöl umweltverträglich
Schweinswal hängt tot in einem Stellnetz."Robert Habeck hatte schon bei der Vereinbarung zur freiwilligen Netzreduktion zum Schutz von Schweinswalen und Seevögeln bewiesen, dass für ihn wirtschaftliche Interessen eine weitaus größere Rolle spielen als der Schutz gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Tierarten", erklärt der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD. "Die positive Entscheidung zur Erdölförderung mitten in EU-Vogelschutzgebieten und FFH-Schutzgebieten zeigt, welch Geistes Kind Habeck ist. Er sollte sich zukünftig Umwelt-Zerstörungsminister nennen".

In einer Ministeriumsstellungnahme bezeichnet Habeck die DEA-Förderpläne als "umweltverträgliche Form der Erdölförderung, die man nicht pauschal ablehnen könne".

Wenn die DEA AG mit der Ölförderung beginnt, werden die Region und die Tiere sterben
Eine Online-Petition der Bürgerinitiative "Hände weg vom Schwedeneck" hat bereits fast 50.000 Unterstützer gefunden. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine und die Deutsche Stiftung Meeresschutz rufen gemeinsam dazu auf, die Petition zu unterstützen: "Es geht darum, die mit der Förderung von Erdöl zwangsläufig verbundene Zerstörung einmaliger Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu verhindern."
GRD-Presse, 14.03.2016

Weitere Informationen:

⇒ Petition: Rettet Schwedeneck! Keine Ölförderung im geschützten Küstengebiet der Eckernförder Bucht

⇒ Bürgerinitiative "Hände weg von Schwedeneck"

⇒ Stellungnahme des Ministers Robert Habeck auf der Webseite des Umweltministeriums zur Online-Petition

⇒ Schleswig-Holstein: Freiwillige Netzreduktion klappt nicht

⇒ Schweinswale und Seevögel: Opfer verheerender grüner Umweltpolitik in Schleswig-Holstein

⇒ Grüner Umweltminister setzt Schweinswalschutz auf Null

Ein gewaltiges Umweltproblem: Verrottende Munition in deutschen Gewässern

HELCOM-LogoAuf der Tagung der SUBMERGED-Arbeitsgruppe der Ostseeschutzkonvention HELCOM, die vom 22.-23. April 2015 in Bonn stattfand, konnte der Meeresbiologe Sven Koschinski für die GRD wichtige Fortschritte für den Schweinswalschutz erreichen.

HELCOM
Das Helsinki-Abkommen für den Schutz der Ostsee (HELCOM) aus dem Jahr 1974 sollte das Einbringen von Schad- und Nährstoffen in die Ostsee vermindern und dazu beitragen, sie von militärischen und anderen Altlasten zu befreien.

Dem Abkommen gehören alle neun Ostsee-Anrainerstaaten und die Europäische Union an. HELCOM kann nur Empfehlungen aussprechen, aber keine Beschlüsse oder Richtlinien verabschieden. SUBMERGED ist eine von mehreren Arbeitsgruppen und beschäftigt sich mit verborgenen Risiken unter Wasser wie Schiffswracks und Munition.

Tödliche Gefahren durch den Ausbau der Offshore-Windkraft
Siebzig Jahre nach dem 2. Weltkrieg ist die in Nord- und Ostsee vor sich hin rottende Munition (1,6 Millionen Tonnen in deutschen Gewässern) ein gewaltiges Umweltproblem. Neben der offensichtlichen Gefahr einer großflächigen toxischen Belastung mit Munitionsinhaltsstoffen ergibt sich für Schweinswale eine ganz besondere Gefahr durch Munitionssprengungen.

Der forcierte Ausbau der Offshore-Windenergie hat jetzt auch zur Folge, dass wieder verstärkt nach Munition gesucht wird, damit marine Großmunition wie Minen, Torpedos und Wasserbomben die teure Infrastruktur nicht gefährdet. Insbesondere alte Minensperren sind außerhalb der bekannten Versenkungsgebiete fast überall zu erwarten.

Ein toter Schweinswal liegt auf einer orangenen Plane, das Tier sieht völlig unverletzt aus und hat noch keine Verwesungserscheinungen.Marine Großmunition wird heute üblicherweise gesprengt. Noch in einer Entfernung mehrerer Kilometer kann dies für einen Schweinswal tödlich sein: Lungenrisse, Blutungen in Ohr oder Gehirn oder Hörschäden werden durch die Schockwelle einer Unterwasserexplosion hervorgerufen.

Heftige Unterwasserdetonationen bald auch vor Warnemünde?
Wurden 2012 in der Nordsee noch 10 "Vernichtungssprengungen" registriert, waren es 2014 in den Windpark-Baufeldern oder auf den Kabeltrassen bereits 25. In diesem Jahr hat es allein in den ersten vier Monaten schon über zwanzig Sprengungen gegeben. Weitere sollen in Kürze folgen. Da die Explosionen fernab der Küste stattfinden, berichten die Medien nicht darüber.

Ein derartiges Umweltdesaster droht auch der Ostsee, z.B. im Zusammenhang mit dem heftig umstrittenen Bau eines Windparks vor dem Ostseebad Warnemünde bei Rostock. Im Entwurf des Landesraumentwicklungsprogramms M-V (LEP) ist die Nutzung der küstennahen Bereiche innerhalb der 12-Meilen-Zone für Offshore-Windkraftanlagen vorgesehen.

Vor Warnemünde sollen gewaltige Windenergieanlagen mit einer Bauhöhe von fast 200 Metern, höher als der Kölner Dom, in den Grund der Ostsee gerammt werden - ungeachtet der damit einhergehenden massiven Vernichtung von Meereslebewesen, so den vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswalen.

Die Genehmigungsbehörde BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg) fordert für Sprengungen in Windpark-Baufeldern zwar (immerhin) zur Verringerung der Schockwelle die Verwendung eines Blasenschleiers, aber eine Kontrolle wie bei den ebenfalls lauten Rammarbeiten für Offshore-Windkraftanlagen gibt es nicht.

Auch existieren keine Handlungsanweisungen, wie ein Blasenschleier konstruiert sein muss. Somit ist zu befürchten, dass auch nutzlose Blasenschleier eingesetzt werden, nur um die Auflage des BSH zu erfüllen.

HELCOM-SUBMERGED erkennt Wichtigkeit von Schallminderungsmaßnahmen bei Sprengungen an
Die Sprengung einer Seemine erzeugt eine gewaltige Wasserfontäne.Es ist als Erfolg zu werten, dass - neben der reinen Kartierung von Unterwasserrisiken – jetzt ein Kapitel zu Minderungsmaßnahmen bei Sprengungen in den Bericht der Arbeitsgruppe aufgenommen werden soll.

Sven Koschinski, der sich seit vielen Jahren mit dem Schutz von Schweinswalen und Unterwassermunition beschäftigt, wird einen Entwurf einreichen, der auf der nächsten Tagung in Göteborg diskutiert werden wird.

Naturschutzverbände fordern Bergung und Vernichtung an Land. Wir bleiben am Ball, damit es weiter vorangeht. Nach Auffassung der GRD ist die Sprengung von Altmunition unter Verwendung eines Blasenschleiers nur eine absolute Minimallösung. Die Bergung und unschädliche Vernichtung an Land ist eine unserer zusammen mit anderen Naturschutzverbänden immer wieder vorgetragene Forderung.
GRD-Presse (Bericht von Sven Koschinski), April 2015

 

Weitere Informationen:

⇒ Die Energiewende wird das Ende unserer Küste sein - Die Welt v. 24.03.2015

⇒ Die Helsinki-Kommission (HELCOM)

⇒ Fakten und Infos zur Helsinki-Kommission (HELCOM)

⇒ HELCOM Expert Group on Environmental Risks of Hazardous Submerged Objects (SUBMERGED)

⇒ HELCOM - Baltic Marine Environment Protection Commission: Chemical Munitions Dumped in the Baltic Sea (PDF)

Logo von MIREMARPressemitteilung, 03.11.2010 - Vom 16. bis 18. November 2010 veranstalten der NABU, die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Neumünster den internationalen Kongress MIREMAR (Minimizing Risks for the Environment in Marine Ammunition Removal in the Baltic and North Sea) zur schonenden und damit die Umwelt weniger belastenden Beseitigungsmaßnahmen von Munition in Nord- und Ostsee.

Die Konferenz knüpft an eine Veranstaltung aus dem Jahr 2007 in Kiel an, bei der erstmals auf die Gefahren von Altmunition aufmerksam gemacht und neue Methoden zur Beseitigung diskutiert wurden. Diese sind bereits die Grundlage für aktuelle Versuche in der Kieler Außenförde, mit Hilfe mit Blasenschleiern Meeressäugetiere vor Sprengungen zu schützen.

Hunderttausende Tonnen konventioneller Munition und chemischer Waffen sind in der Nord- und Ostsee während und nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg versenkt worden. Nach über 60 Jahren sind die Munitionshüllen oft durchgerostet und entlassen ihre giftige Ladung in die Meeresumwelt. Auch Schleswig-Holstein ist davon betroffen: Aktuell bemüht sich das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, vor der Küste der Probstei in der Kieler Außenförde die gefährlichen Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkrieges zu beseitigen.

Dazu kamen zum Schutz von Schweinswalen in den letzten Jahren bei Sprengungen zur Beseitigung von Altmunition Blasenvorhänge zum Einsatz, deren Optimierung in enger Abstimmung mit dem NABU seit einigen Jahren erprobt wird. Mittelfristiges Ziel ist es, Altmunition gefahrlos zu heben und an Land füür die Umwelt schadfrei zu entsorgen. Noch immer ist nämlich unklar, welche Gefahren für die Umwelt und für die Menschen von nicht gehobener Munition ausgehen.

Sprengung einer Seemine vor HeidkateZiel der dreitägigen Konferenz ist es, mit der Hilfe internationaler Experten einen Überblick über die aktuelle Situation und neue Entwicklungen bei der die Umwelt schonenden Beseitigung von nicht explodierter Altmunition zu gewinnen. Die Identifizierung der besten Praxisbeispiele ist dabei ein zentrales Anliegen. An den ersten beiden Konferenztagen stehen eine Bestandsaufnahme, die Diskussion über Auswirkungen auf die Umwelt und Erfahrungsberichte über erfolgreiche Methoden zur Beseitigung von konventionellen wie chemischen Kampfmitteln im Meer im Vordergrund der Tagung.

Am dritten Tag sollen Workshops die Grundlage für ein Netzwerk legen mit dem Ziel, weitere Forschungen zu initiieren, die Erprobung neuer Technologien voranzubringen und erste Pilotprojekte zur Bergung zu befördern. Geplant ist, im Rahmen der Konferenz auf Einladung des schleswig-holsteinischen Innenministeriums die Arbeitsstätte des Munitionsbeseitigungsdienstes des Landes Schleswig-Holstein in Groß Nordsee zu besichtigen. Erwartet werden zudem Aussteller, die über ihre Arbeit an Messeständen berichten. Auch praktische Vorführungen neuer Technologien sind geplant.

Erwartet werden in der Stadthalle Neumünster rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Vortragende aus den Ost- und Nordsee-Anrainerstaaten, Kanada, den USA und Italien. Eine formelle Anmeldung für die Teilnahme an der Tagung ist bis zum 31. Oktober 2010 auf der Webseite möglich. Der Beitrag für die Teilnahme an der Konferenz beträgt 90 Euro. Konferenzsprache ist Englisch. Kooperationspartner der Veranstalter sind das Amt für Katastrophenschutz Schleswig-Holstein, Marine Services, UXB International (Kanada) und International Dialogue on Underwater Munitions (Kanada).

Die Konferenz wird gefördert von der Umweltlotterie BINGO sowie den Unternehmen ANT Applied New Technologies, HydroTechnik Lübeck, UTM Umwelt Technik Metallrecycling sowie der Okeanos-Stiftung für das Meer.

⇒ MIREMAR - Lectures and all Presentations

Der sechsjährige Junge mit orange verfärbten Händen, durch Kontakt mit SchieswollePressemitteilung, 06.08.2012 - Naturschutzverbände warnen davor, unbekannte Gegenstände oder Substanzen am Strand zu berühren. Anlass ist der Sprengstoff-Fund am 31. Juli 2012 durch einen Jungen am Ausgang der Kieler Förde und die Entdeckung eines Torpedosprengkopfes durch einen Urlaubsgast auf Wangerooge vor zwei Wochen.

Munitionsaltlasten stellen in deutschen Küsten- und Binnengewässern eine latente Gefahr dar. Durchgerostete Munitionsteile geben mittlerweile ihre hochgiftigen Inhalte frei. Sprengungen zur Munitionsbeseitigung führen offensichtlich zur weiträumigen Verteilung von Munitionsteilen, statt zu ihrer vollständigen Vernichtung.

Nach Ansicht von NABU, Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) muss in Zukunft auf Sprengungen verzichtet werden. Alternative Bergungsverfahren sind anzuwenden, die heute bereits technisch entwickelt sind.

Beim Strandbesuch während seines Urlaubs in Kalifornien bei Schönberg fand ein sechsjähriger Junge aus Baden-Württemberg am 31. Juli 2012 einen unbekannten "Stein" von der Größe eines Ziegels, den er mit in den Garten der Ferienwohnung nahm. Der Vater des Jungen berichtete dem NABU, dass sich anschließend Hände, T-Shirt, Jacke und Hose orange verfärbten und sich die Farbe nicht entfernen ließ. Es folgte langes Rätselraten und Befragen von Rettungsschwimmern, Kurverwaltung und Polizei.

Erst das Ordnungsamt kam der Substanz schließlich auf die Spur und verständigte den Kampfmittelräumdienst. Dieser bestätigte, dass es sich um Schießwolle handelt, ein Gemisch u. a. aus TNT und Hexanitrodiphenylamin.

Die beiden Substanzen sind schon bei Berührung mit bloßer Haut extrem giftig. Leberschäden und Veränderung von Blutkörperchen sind möglich. Die Explosivstoffe gelten darüber hinaus als krebserregend, reproduktionstoxisch und erbgutschädigend. Eine erste Blutuntersuchung des Jungen an der Uniklinik in Kiel lässt jedoch hoffen, dass der Kontakt für ihn glimpflich verlaufen ist.

Naturschutzverbände warnen
Wiederholt hatten NABU, GSM und GRD davor gewarnt, dass aufgrund der küstennahen Lage einiger Versenkungsgebiete hochbrisante und extrem giftige Munitionsteile an die Stränden gespült werden. Eine Detonation des gefährlichen Fundstücks in der Schönberger Ferienhaussiedlung hätte sicher drastische Auswirkungen gehabt.

Auf zwei Symposien der Verbände im Jahr 2007 und 2010 wurden Methoden zur umweltfreundlicheren Beseitigung vorgestellt. "Der aktuelle Fall sollte Anlass genug geben, das Abwiegeln zu beenden und endlich zu handeln“, fordert Ingo Ludwichowski vom NABU Schleswig-Holstein. Laut Bund-Länder Arbeitsgruppe "Munition im Meer" soll „... eine Gefährdung strandnaher Küstenbereiche … aufgrund der Strömungsverhältnisse in Nord- und Ostsee unwahrscheinlich" sein. "Der Vorfall macht amtlicherseits aber eine komplette Neueinschätzung notwendig", ergänzt Ludwichowski.

Keine Warnung durch die Behörden

Angesichts von rd. 1,6 Millionen Tonnen konventioneller, oftmals korrodierender Munition, die allein in deutschen Küstengewässern vermutet werden, wird ein Kontakt mit den hochgiftigen Sprengstoffen in Zukunft immer wahrscheinlicher.

Zuletzt wurden im März 2012 sechs Minen vor Heidkate/Ostsee gesprengt, im April eine Mine vor Ahrenshoop/Ostsee und im Juli zwei Minen bei Borkum/Nordsee. Dort sind zudem aktuell drei weitere Sprengungen geplant. Bei Sprengungen wird der Sprengstoff jedoch nicht vollständig zerstört. Giftige Substanzen und Sprengstoffpartikel werden im Meer weit verteilt.

Verstärkte Aufmerksamkeit, aber kein Urlaubsverzicht
Nach Auffassung der Verbände besteht jedoch kein Anlass dazu, generell auf einen Urlaub an der Küste zu verzichten. Mit Altmunition ist auch an Land zu rechnen.

Urlauber sollten jedoch ausdrücklich durch die Behörden auf die besonderen Risiken hingewiesen werden. Dazu sind auch die Mitarbeiter im Tourismus entsprechend zu sensibilisieren und zu schulen, bekannte Belastungsbereiche sind zu erkunden und zu bewerten. In den gefährdeten Gebieten sind entsprechende Bergungsarbeiten vorzunehmen.

NABU, GRD und GSM fordern speziell die Entwicklung und Anschaffung von Bergungsrobotern zur Hebung alter Munition, da sich deren Zustand weiter verschlechtert. Diese wären auf Jahrzehnte hinaus beschäftigt, wie auch jüngste Munitionsfunde bei Vorbereitungsmaßnahmen zur Kabelverlegung für Offshore-Windparks gezeigt haben.

Sprengung eine Seemine vor Heidkate erzeugt eine pyramidenförmige WasserfontänePressemitteilung, 11.12.2012 - Die Umweltverbände NABU, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) kritisieren die Ablehnung eines Antrags der Grünen im Schweriner Landtag zum Umgang mit Altmunition im Meer durch die Regierungsfraktionen der CDU und SPD (Drucksache 6/1347).

"Diese Entscheidung zeigt das andauernde Unverständnis der Politik über die Tragweite der Problematik und stellt die Handlungsfähigkeit des Landes bei zukünftigen Munitionsfunden in Frage", so NABU-Landesvorsitzender Stefan Schwill.

In der deutschen Ostsee lagern nach einem aktuellen Bericht einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe mehr als 360.000 Tonnen konventioneller und chemischer Altmunition. Die Fraktion der GRÜNEN hatte beantragt, dem Problem der Altmunition eine stärkere Bedeutung in der Landespolitik beizumessen und dem Landtag einmal im Jahr über die Aktivitäten des zuständigen Innenministeriums zu berichten. Weiterhin sollte geprüft werden, ob durch eine Zusammenarbeit der Kampfmittelräumdienste der Küstenbundesländer Kosten eingespart werden könnten. Alle Vorschläge wurden abgelehnt.

Munitionsproblem hat bei der Landesregierung keine Dringlichkeit
Ein toter Schweinswal treibt im Wasser"Der Vorgang zeigt, dass das Munitionsproblem in der Landesregierung noch nicht mit der Dringlichkeit wahrgenommen wird, wie es angesichts der Bedeutung für Umwelt, Tourismus und Wirtschaft nötig wäre", so NABU-Meeresexperte Kim Cornelius Detloff. In der Vergangenheit hatten die Umweltverbände NABU, GSM und GRD wiederholt den Umgang des Landes mit Munitionsaltlasten kritisiert. Erst Ende April 2012 sei in einem Schweinswalschutzgebiet vor dem Darß eine Mine gesprengt worden, ohne die Umweltbehörden in Kenntnis zu setzen, geschweige denn technische Schallschutzmaßnahmen einzusetzen.

Phosphorverbrennungen treten an Usedoms Stränden mittlerweile regelmäßig auf
Die Verbände betonten, dass die Gefährlichkeit der hunderttausenden Tonnen Munitionsaltlasten nicht allein darin liegt, dass Meeressäugetiere durch unkontrollierte Detonationen oder gezielte Sprengungen zu Tode kommen können, sondern auch in der weit fortgeschrittenen Korrosion der Munitionshüllen. Nach und nach können so hochgiftige, Krebs erregende und Erbgut schädigende Inhaltsstoffe der Munition freigesetzt werden. TNT (Trinitrotuluol) oder RDX (Hexogen) gefährden dabei die Meerestiere und setzen Touristen einem hohen Kontaminationsrisiko aus. Auch Phosphorverbrennungen treten an Usedoms Stränden mittlerweile regelmäßig auf.

Zuletzt erlitten ebenfalls im April 2012 am Strand von Karlshagen zwei Strandbesucherinnen schwere Verbrennungen an Oberschenkeln und Händen. Laut einem MDR-Bericht wurden die Opfer mit einem Blumenstrauß "entschädigt".

Mit der Ablehnung des Antrags verzichtet das Land auch auf potenzielle Kosteneinsparungen durch eine engere Kooperation mit den Küstenbundesländern und verspielt große wirtschaftliche Chancen. Schon jetzt behindert Munition in Windpark-Baufeldern und auf Kabeltrassen den Ausbau der Offshore-Windenergie.

Mecklenburg-Vorpommern verspielt leichtfertig Chance auf fünf Millionen Euro Forschungsgelder
Die in Mecklenburg-Vorpommern ansässige maritime Wirtschaft könnte von der Entwicklung innovativer Bergeverfahren wie Unterwasserrobotik, Wasserstrahlschneidtechniken oder mobilen Detonationskammern stark profitieren. Gerade erst hat die Bundesregierung signalisiert, fünf Millionen Euro Forschungsgelder zur Entwicklung innovativer Munitionsbergetechniken zu vergeben. Diese Chance scheint jetzt an Mecklenburg-Vorpommern vorbeizugehen, so die Verbände.

⇒ Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 6/1347) v. 21.11.2012 (PDF)

Toter Brydewal liegt quer auf dem Bugwulst eines Containerschiffs

Das Schicksal der vor Sri Lanka im Indischen Ozean lebenden Zwergblauwale (Balaenoptera musculus brevicauda) hängt an nur 15 Seemeilen. Die Verlegung einer Schiffsroute um diese Distanz könnte die Rettung für die Population dieser eng mit den großen Blauwalen verwandten, immerhin aber auch noch stolze 24 m groß werdenden Bartenwale bedeuten. Denn jedes Jahr kommt es vor der Südküste Sri Lankas zu über 1.000 Zusammenstößen zwischen bis zu 300 m langen Containerschiffen und den schätzungsweise 300 Zwergblauwalen, die sich dort in ihren Nahrungsgründen aufhalten. Für etwa 50 der seltenen Wale enden die Kollisionen tödlich.

Karte zur Verlegung der Schifffahrtsrouten vor Sri Lanka.

Verlegung um 15 Seemeilen verringert Kollisionsgefahr um 95%
Leider konnten sich die Regierung von Sri Lanka und der World Shipping Council (Interessenvertretung der Container-Linienreedereien) bislang nicht darauf einigen, einen Antrag auf Verlegung der Schifffahrtsrouten um 15 Seemeilen bei der International Maritime Organization (IMO) zu stellen. Der Seeweg würde dadurch um durchschnittlich nur 5 Seemeilen länger und nach Ansicht von Experten die Kollisionsgefahr um 95 % verringern.

Auch Kleinfischer und die für den regionalen Tourismus bedeutende Whale-Watching-Industrie würden profitieren, die Verschmutzung der Küsten könnte reduziert werden.

Unsere Partner von Friend of the Sea (FOS) haben am 11. Februar die IMO und die wichtigsten angeschlossenen Reedereien aufgefordert, zum Schutz der Zwergblauwale im Gebiet zwischen dem 80° und 81° Längengrad Ost wenigstens die Geschwindigkeit von Containerschiffen auf 10 Knoten (18,52 km) zu reduzieren.

 

Weitere Informationen:

⇒ Schiffskollisionen – Neue Gefahr für Meeressäuger

⇒ Spanien verhängt Tempolimit für Pottwale

Toter Wal hängt auf dem Bugwulst eines Containerschiffs.Im März 2007 verhängte die Spanische Regierung für ein Gebiet in der Straße von Gibraltar, in dem 25 Pottwale leben, ein Tempolimit von 13 Knoten. Diese für Europa beispiellose Entscheidung soll in der viel befahrenen Wasserstraße Kollisionen schnell fahrender Schiffe mit den Walen verhindern.

Der Meeresbiologe Sven Koschinski, nationale Kontaktperson der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum Thema Kollisionen, erklärt dazu: "Ein Tempolimit von 13 Knoten (24 Stundenkilometer) ist eine sinnvolle Maßnahme, Großwale vor tödlichen Kollisionen zu bewahren. Leider gilt dieses Limit nur in einem sehr begrenzten Meeresgebiet. Rundherum fahren Schnellfähren nach wie vor mit Geschwindigkeiten bis zu 38 Knoten."

Um das Problem wirkungsvoll zu lösen, müssen Geschwindigkeitsbegrenzungen für alle Gebiete erlassen werden, in denen es regelmäßig zu Unfällen mit Walen kommt. Die IWC benennt vor allem den Ärmelkanal, Skagerrak, die Ostsee, Kattegat und Belte und die Straße von Dover als Risikogebiete. Dazu kommen die Gebiete rund um die Kanarischen Inseln, wo Schnellfähren häufig Wale rammen.

Von Schiffskollisionen betroffen sind nach derzeitiger Kenntnis mindestens 17 verschiedene Walarten, vor allem Großwale wie Pottwal, Finnwal, Buckelwal, Nordkaper oder Südkaper. Unter den Delfinen werden Großer Tümmler und Blau-Weißer Delfin gelistet. Auch Chinesische Weiße Delfine (Indo-Pazifische Buckeldelfine) sind stark gefährdet. In den letzten 10 Jahren ist ihr Bestand um 40 % zurückgegangen. Beifang und Kollisionen gelten als die Hauptursachen.

In dem schwarz umgrenzten Bereich gilt das Tempolimit, in Pink dargestellt sind Hauptverbreitungsgebiete einer lokalen Pottwalpopulation
Quelle: INSTITUTO HIDROGRÁFICO DE LA MARINA (2006)

Karte der Straße von Gibraltar, in enem schwarz umgrenzten Bereich gilt das Tempolimit, in Pink dargestellt sind Hauptverbreitungsgebiete einer lokalen Pottwalpopulation

Berlin, 27.10.2010 - Enttäuschung beim Schutz der Schweinswale - Koalition stimmt gegen GRD-Petition zum Verbot von Speedbootrennen in der Ostsee - Kein Schutz für bedrohte einheimische Schweinswale

Speedbootrennen werden auch zukünftig die vom Aussterben bedrohten Schweinswale in der Ostsee gefährden. Die Koalitionsparteien haben mit ihrer Mehrheit die GRD-Petition abgewiesen, die sich dafür einsetzte, die Rennen auf der Ostsee in den deutschen Hoheitsgewässern zu verbieten.

"Es ist sehr enttäuschend, dass die Koalition einen Rückzieher macht, wenn es um wirkungsvollen Schutz der bedrohten Tiere geht", sagt Valerie Wilms, die in der grünen Bundestagsfraktion für maritime Fragen zuständig ist. "Ein Verzicht auf solche Spaßveranstaltungen würde den enormen Lärmanstieg in der Ostsee wenigstens etwas dämpfen. Leider sind die Auflagen für die Veranstalter nicht ausreichend, denn Boote mit riesigen Motoren machen immer riesigen Lärm" so die Bundestagsabgeordnete.

Die Petition war im August letzten Jahres von der GRD im Zuge der Protestaktion gegen die Speedboot-Rallye "4 Elements Challenge" eingereicht worden und wurde heute im Petitionsausschuss verhandelt. Die grüne Bundestagsfraktion hatte sich für einen aktiven Schutz der Schweinswale eingesetzt und wollte mit einem entsprechenden Mehrheitsbeschluss die Petition dem Bundesverkehrsministerium weiter leiten, um ein Verbot von Speedbootrennen zu erreichen. Bedauerlicherweise stimmten die Koalitionäre jedoch für einen Abschluss der Petition. Damit wird sie folgenlos bleiben.

Noch im Sommer hatte es einen vielversprechenden Ansatz gegeben, als man sich fraktionsübergreifend auf eine Walschutzinitiative verständigte, mit der am Ende die internationale Einführung von Walfangquoten verhindert werden konnte. Deswegen war man jetzt optimistisch, auch beim Schutz der stark bedrohten heimischen Ostsee-Schweinswale weiter zu kommen.

Die Ostsee ist eines der am meisten befahrenen Meere. Die Lärmbelastung für die empfindlichen Tiere ist enorm und hat dazu beigetragen, dass sich die Population in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert hat. Speedbootrennen finden auch in der Nähe von Schutzgebieten statt und stören vor allem durch die große Reichweite des Lärms die Meeressäuger. Sie verursachen Gehörschäden und verändern damit das Sozial- und Jagdverhalten.

Luxusjacht "Queen-M" in der kroatischen AdriaSan Diego/Kiel, 01.03.2012 - Bootslärm stört auch in mittleren Frequenzen das Walverhalten - Der Lärm, den der Mensch im Meer verursacht, stört Blauwale in ihrem Verhalten - auch wenn er nicht in Frequenzen der Walgesänge dringt.

Das berichten Biologen der University of California in San Diego im Open-Access-Journal "PLoS ONE". Je nach der Art des Geräusches stoßen die Wale selbst weniger oder mehr Töne aus, so das Ergebnis ihrer Studie. Ihre Gesänge brauchen die Meeresriesen für entscheidende Verhaltensweisen, die von der Nahrungssuche bis zur Paarung reichen.

Mehr Störfrequenzen als vermutet
Die Forscher um Mariana Melcon zeichneten im Pazifik zwei Sommer lang typische Futtersuch-Rufe der Blauwale auf. Erhoben wurden zudem Umgebungsgeräusche wie Wind und Regen, jedoch auch menschenverursachter Schall wie Schiffslärm sowie Sonarsignale in mittlerem Frequenzbereich zwischen ein und acht Kilohertz. Blauwale verständigen sich selbst mit deutlich tieferen Tönen von unter 100 Hertz, wobei der enorme Schalldruck von bis zu 180 Dezibel eine Kommunikation mit Artgenossen über hunderte Kilometer erlaubt.

Die kalifornischen Forscher konnten erstmals zeigen, dass Blauwale auch auf Frequenzen reagieren, die sie selbst nicht nutzen. Je mehr sich die Säuger einem Sonar näherten, desto seltener stießen sie selbst Laute aus, wobei dieser Effekt in einem großen Umkreis eintrat. Bei normalem Schiffslärm zeigte sich das Umgekehrte, denn die Wale waren in dessen Nähe am kommunikativsten. Die Tageszeit spielte dabei keine Rolle. Welche langfristigen Auswirkungen dieser Effekt bringt, bleibt weiterhin ungeklärt.

Ortung auf Kosten der Tierwelt
Schon früher zeigten die Forscher, dass Blauwale lautere Rufe ausstoßen, sobald Schiffe an ihnen passieren. "Der Effekt dürfte ähnlich sein wie bei Singvögeln, die in der Stadt lauter singen müssen, um sich zu verständigen", berichtet der Fischereibiologe Rainer Froese vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften GEOMAR http://www.ifm-geomar.de , im pressetext-Interview. Schiffe seien durch ihren Lärm nach heutigem Wissensstand kein großes Problem für Wale - abgesehen davon, dass sie bei Kreuzungen mit Walwanderrouten ab und zu mit an der Oberfläche schlafenden Walen zusammenstoßen.

Als weitaus gefährlicher bezeichnet Froese die Schiffssonare. "Militärische Ortungssignale sind teils so stark, dass sie das Hörzentrum und damit auch die Orientierung von Walen beschädigen können. Auffällig ist, dass Massenstrandungen von Walen gehäuft in jenen Regionen vorkommen, in denen es zuvor militärische Übungen etwa zum Aufspüren von U-Booten gab."

Doch auch die Suche nach Erdöl- und Gasfeldern auf dem Meeresboden durch die Industrie dürfte ähnlich verheerende Wirkung haben, verwendet sie doch starke Explosionen unter Wasser.

⇒ Bericht im Open-Access-Journal "PLoS ONE"

Quelle/Autor:
pressetext.redaktion - Johannes Pernsteiner
Website: www.pressetext.com

Meerwalnuss-Quallen im New England AquariumUm 1980 tauchte im Schwarzen Meer die recht harmlos aussehende Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi), eine räuberische Rippenquallenart, auf. Wie andere Meeres-Bioinvasoren auch, verdankte auch die in fast allen Ozeanen heimische Mnemiopsis die Eroberung ihres neuen Lebensraums einer Fernreise als "blinder Passagier" in Wasserballasttanks von Schiffen.

Explosionsartige Vermehrung bringt das Ökosystem an den Rand des Kollaps
Bedingt durch die seit 1970 im Schwarzen Meer zunehmende Salinität des Meerwassers sowie Überfischung und Meeresverschmutzung fand Mnemiopsis nicht nur ideale Lebensbedingungen, sondern hatte auch keine natürlichen Fressfeinde. In den folgenden Jahren entwickelten die nur etwa 10cm großen Quallen einen ungeheuren Appetit auf Zooplankton, Fischeier und Krebslarven. Um 1989 betrug die Biomasse der glibberigen Räuber bereits etwa 1 Milliarde Tonnen, während die Zahl wertvoller Speisefische wie Anchovis oder Sprotten dramatisch gesunken war. Zeitweilig erwogen Wissenschaftler sogar, einen der natürlichen Feinde von Mnemiopsis, die mit ihr verwandte räuberische Melonenqualle (Beroe ovata), im Schwarzen Meer anzusiedeln. Angesichts verschiedener ökologischer Desaster bei der Ansiedlung von Fremdorganismen wie bei der Zuckerrohrkröte in Australien oder mit Mungos auf den hawaiianischen Inseln erschien die Idee jedoch zu riskant.

Weiterer hungriger Einwanderer rettet das Schwarze Meer
Eine Beroe-RippenqualleAber die Melonenqualle kam von ganz alleine. 1997 tauchten die ersten Exemplare auf, wahrscheinlich ebenfalls eingeschleppt über abgepumptes Ballastwasser. Eine gnadenlose Jagd, Raubqualle gegen Raubqualle begann. Zwischen drei und fünf Stunden braucht eine Melonenqualle, um eine Mnemiopsis zu verdauen, die Mnemiopsis-Population geriet auf die Verliererstraße und schmolz deutlich zusammen, während das Zooplankton wieder gedeihen konnte. Seitdem haben sich beide Quallenarten in einer Art Gleichgewicht des Schreckens im Schwarzen Meer etabliert, ohne dort größere Schäden im Ökosystem zu verursachen.

Die Meerwalnuss erobert jetzt auch die Ostsee
In der westlichen Ostsee wurde die Meerwalnuss im Oktober 2006 zum ersten Mal nachgewiesen und vermehrt sich seitdem rasant. In ihrer eigentlichen Tropenheimat leben die Rippenquallen bei Wassertemperaturen von über 25 Grad, in der Ostsee erweien sie sich als erstaunlich anpassungsfähig und kommen auch mit Temperaturen von unter 10 Grad zurecht – erst bei weniger als 2 Grad ist Schluss. Angesichts stetig wärmer werdender Winter könnte die Population der Meerwalnuss auch in der Ostsee bald bedrohliche Ausmaße annehmen.
U.Karlowski

Petition gegen Bau eines Delfinariums in Polen. Der polnische Umweltminister Maciej H. Grabowski hat den geplanten Bau des ersten Delfinariums in Polen gestoppt. Sein Ministerium werde keine Einfuhrerlaubnis für die Delfine erteilen.

Fast 1000.000 Unterschriften
Das ist ein großartiger Erfolg der Plattform "NIE! dla delfinarium" und andere polnische Umweltgruppen, die zu Protesten gegen die im 44 km südwestlich von Warschau gelegenen Mszczonów geplante Anlage aufgerufen haben. Zusammen hatten "NIE! Dla delfinarium", WWF-Polen und Greenpeace-Polen bis Anfang September fast 100.000 Unterstützer für ihre Petitionen.

Die GRD unterstützt die von polnischen Wissenschaftlern und Tierschützern gegründete Aktionsplattform "NIE! dla delfinarium - Petition to stop dolphinarium in Mszczonow". Wir danken allen, die die Petition mit ihrer Stimme unterstützt haben vielmals für ihren Einsatz!

Vier Große Tümmler sollten in der Anlage in Mszczonów ab 2017 mit ihren unfreiwillig erbrachten "Diensten" für so genannte "Delfintherapien" die Taschen der Betreiber füllen.

⇒ Zur Entscheidung des Ministers (engl.)

⇒ Radio Poland: Tear drops in the ocean

Petition gegen Bau von Delfinarium in Polen bitte weiter unterstützen!
Am 25. Oktober finden in Polen Parlamentswahlen statt. Es ist ungewiss, ob die derzeitige Regierung im Amt bleiben wird. Ein neuer polnischer Umweltminister könnte die Entscheidung von Maciej H. Grabowski kippen!

Deshalb bittet die Plattform "NIE! dla delfinarium" weiterhin um Unterstützung ihrer Petition.

⇒ Petition "NIE! dla delfinarium"

GRD-Presse, September 2015

Sealanya 0161München, 03.03.2015 - Verbände fordern Reisebranche zu Verbesserungen im Tier- und Artenschutz auf: Anlässlich der Internationalen Tourismus-Börse (ITB), die vom 4. bis 8. März 2015 in Berlin stattfindet, fordern elf deutsche und internationale Tier- und Artenschutzorganisationen von den Reiseveranstaltern, Wildtiere vor Missbrauch als Touristenattraktion zu schützen.

Ob Delfine, Tiger oder Elefanten – noch immer müssen Wildtiere zur Unterhaltung von Touristen leiden.

Ein Kriterienkatalog soll den Reiseveranstaltern helfen, ihre Angebote tierfreundlich zu gestalten.

Ausrottung aus purer Gier
Attraktionen mit gefangenen Wildtieren stehen bei vielen Reisenden hoch im Kurs und füllen die Kassen der Veranstalter. Für die betroffenen Tiere bedeutet dies jedoch meist eine lebenslange Qual und einen frühen Tod. Besonders bedenklich ist, dass unzählige dieser Touristen-Tiere aus der freien Wildbahn stammen.

„Für einige Arten wird dieser Blutzoll mit dem Aussterben enden und das nur, damit skrupellose Reiseveranstalter schnelle Gewinne einfahren können“, warnt der Biologe Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD).

Die Tier- und Artenschutzverbände fordern, dass deutsche Reiseunternehmen sich zu wirklich tierfreundlichen Standards bekennen. Angebote wie Delfinarien, Wildtier-Shows, Elefanten als Reit- und Showtiere und unseriöse Tierwaisenhäuser müssen aus den Reiseangeboten verschwinden.

Kriterienkatalog zur Verhinderung von Tiermissbrauch
Mit ihrem Positionspapier wollen die Tierschützer der Reiseindustrie Kriterien an die Hand geben, die einen Missbrauch von Wildtieren für Touristenattraktionen verhindern und den Schutz von Wildtieren fördern.

Das Positionspapier wurde unterzeichnet von Animal Public e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Deutscher Tierschutzbund e.V., Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V., Meer e.V., Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V., Peta Deutschland e.V., Pro Wildlife e.V., Vier Pfoten Stiftung für Tierschutz, Whale and Dolphin Conservation, World Animal Protection.

⇒ Gemeinsames Positionspapier: Wildtiere im Tourismus (PDF)

Delfinshow im Marineland MallorcaSpanische Tierschützer von "SOS Delphine" dokumentierten Anfang Februar, wie Trainer im Delfinarium "Marineland" auf Mallorca Delfine brutal misshandeln und beschimpfen. Zu sehen sind Szenen, in denen Trainer die Tiere treten, schlagen und oder sogar auf sie springen.

Die GRD warnt vor Besuchen dieses wie auch aller anderen Delfinarien. Da Mallorca besonders bei Deutschen ein beliebtes Urlaubsziel ist, dürften viele nichtsahnende deutsche Touristen – auch über Angebote ihrer Reiseveranstalter – das Marineland besuchen.

Zwei im türkischen Delfinarium Sealanya gefangene Große Tümmler dümpeln apathisch vor einem AbsperrgitterNachdem der Tourismuskonzern TUI auf Druck der GRD kurz vor Weihnachten bereits sein Angebot für das tierquälerische Delfinarium Cayo Santa Maria auf Kuba aus dem Ausflugsprogramm genommen hatte, wurden jetzt weltweit Bewerbung und Verkauf von Ausflügen zu Delfinarien fast vollständig gestoppt.

Seit Jahren setzt sich die GRD mit Erfolg bei den großen Tourismusanbietern dafür ein, dass diese keine Ausflüge in Delfinarien mehr anbieten.

So bieten die großen deutschen Reiseveranstalter seit 2010 ihren Gästen keine Ausflüge zu den Delfinarien an der Türkischen Riviera mehr an. Grundlage war eine Situationsanalyse vor Ort durch zwei GRD-Experten.

TUI stoppt Verkauf von Delfinariumsausflügen und deren Bewerbung
Auf Dauer scheint das Delfinariums-Angebot die TUI dann doch vor zu viele Imageprobleme gestellt zu haben. Jedenfalls sind Ausflüge, Bewerbung und Verkauf von Ausflügen in Delfinarien seit Januar 2014 gestoppt. Weiterhin teilte uns Annika Föhse, Referentin Nachhaltigkeitsmanagement, der TUI mit: "Auch soll es in unseren Reisekatalogen künftig keine Bilder mit Delfinen und Orcas und keine Katalogtexte mehr geben, die zum Besuch von Delfinarien ermuntern. Wir versuchen, dies bereits für die Winterkataloge 2014/15, die im Juni bzw. Juli 2015 erscheinen, umzusetzen."

Leider kein vollständiger Abschied von Delfinarien
Damit hat die TUI eine Vorreiterrolle im Tourismusbereich in Deutschland übernommen. Die GRD begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich und hofft sehr, dass sich andere Tourismuskonzerne dieser fortschrittlichen Haltung anschließen werden.

Doch so erfreulich der lange überfällige Schritt der TUI ist, so unerfreulich ist, dass es Ausnahmen gibt. Von der Regelung ausgenommen wurden, so die TUI, der Loro Parque auf Teneriffa sowie SeaWorld in Kalifornien und Florida. Diese Parks werden mehr als Themenparks angesehen, da die integrierten Delfinarien lediglich einen kleinen Teil des gesamten Angebotes darstellen. Dennoch wird die TUI auch hierfür die aktive Bewerbung im Internet und in den Katalogen einstellen.

Ein Gruppe von Touristen steht im flachen Wasser und hat einen Delfin eingekesselt, um ihn streicheln zu können, tödlicher Stress für den Meeressäuger, Delfinarium Sealanya, TürkeiEs ist aus Sicht der GRD sehr bedauerlich, dass die TUI ausgerechnet bei diesen "Schwergewichten" der internationalen Delfinariumsindustrie vor der eigenen Courage zurückschreckt. Denn spätestens seit dem erschütternden Dokumentarfilm BLACKFISH über die Hintergründe der tierquälerischen Haltung von Orcas in Gefangenschaft, die im Loro Parque und in den SeaWorlds stattfindet, sollte auch der TUI klar sein, das derartige "Themenparks" eine absolute No-Go-Area sind. Aber das kann ja noch kommen, wir bleiben jedenfalls dran!
GRD-Presse, Februar 2014

⇒ Die Welt v. 08.11.2013: Warum ein Wal seinen Menschen tötete

Drei im türkischen Delfinarium Sealanya gefangene Große Tümmler dümpeln traurig an der Wasseroberfläche vor einer Absperrung zu einem anderen Becken. Ein Delfin befindet sich direkt mit dem Maul an der Absperrung.Es ist unglaublich: Schon wieder ist im Schweizer Freizeitpark "Connyland" ein Delfin gestorben! Unmittelbar bevor er in ein Delfinarium in Jamaika verfrachtet werden sollte, erkrankte der achtjährige "Angel" und starb bereits am 3. November, wie die Geschäftsleitung des "Connyland" am 11. November eingestehen musste.

Laut Aussagen der Betreiber des "Connyland" starb "Angel" an einer stressbedingten Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Angeblich waren die Transportvorbereitungen zu viel für "Angel", die tägliche Routine wurde umgestellt, der Abtransport mit einer speziellen Trage wurde intensiv geübt – vielleicht zu intensiv?

Neue Heimat: Jamaika
"Chicky", die Mutter von "Angel", und ihr Junges "Secret" waren unter Polizeischutz und in speziellen Boxen verpackt am 9. November mit einer Boeing 737 vom Flughafen Zürich auf den Weg nach Jamaika gebracht worden. Dort sollen sie am folgenden Tag in ihrer neuen Heimat, dem Lagunen-Delfinarium "Dolphin Cove", angekommen sein.

Schweiz verhängt Importverbot für Delfine
Im Mai 2012 hatte das Schweizer Parlament einem Importverbot für Delfine zugestimmt, die Mehrheit der Parlamentarier folgte dabei der Argumentation, wonach Delfine nicht artgerecht gehalten werden könnten – schon gar nicht im Binnenland Schweiz.

Das Ende einer Sackgasse und einer traurigen Ära
Ohne neue Delfine konnte das "Connyland" die Gefangenschaftshaltung nicht weiterführen, da die drei verbliebenen Tümmler alle miteinander verwandt sind (eine Mutter mit ihren zwei männlichen Jungtieren) – an dieser Sackgasse, in die sich das "Connyland" letztendlich selbst manövriert hat, wird einmal mehr der haarsträubende Unsinn der Haltung von Delfinen in Gefangenschaft deutlich. So musste nach 40 Jahren die Delfinhaltung in der Schweiz endlich aufgegeben werden. Viele Delfine - viel zu viele - haben diesen eidgenössischen Irrsinn mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Neun tote Delfine in nur 4 Jahren
Ende November 2011 waren im "Connyland" die beiden Großen Tümmler "Shadow" und "Chelmers" binnen einer Woche unter immer noch nicht restlich geklärten Umständen einen offensichtlich sehr schmerzvollen Tod gestorben. Damit hatte das "Connyland" in gerade nur vier Jahren acht Delfine verloren, jetzt ist mit Angel der neunte dazugekommen.
U. Karlowski, 12.11.2013

Erniedrigende Beluga-Show im türkischen Delfinarium Dolphinland"Das ist eine wichtige Entscheidung und eine schwere Niederlage für US-Delfinarien", kommentiert die GRD den Beschluss der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (National Oceanic and Atmospheric Administration / NOAA), einen Importantrag des Georgia Aquariums für sage und schreibe 18 in russischen Gewässern wild gefangenen Weißwalen oder Belugas (Delphinapterus leucas) abzulehnen.

Die GRD hatte - wie zahlreiche andere internationale Tier - und Naturschutzorganisationen - im Oktober vergangenen Jahres bei der NOAA Einspruch gegen den Import eingereicht und zu Protesten aufgerufen. Die NOAA bestätigte in ihrer Ablehnung einen von mehreren von den Organisationen vorgebrachten Kritikpunkt: Der Fang könnte schädigende Auswirkungen für den Belugabestand im Ochotskischen Meer gehabt haben.

Wir danken allen Mitgliedern und Unterstützern, die unserem Protestaufruf gefolgt sind, ganz herzlich. Dieser Erfolg ist auch Ihr Erfolg!

"Beluga-Flut" in den USA?
Im Georgia Aquarium leben derzeit (noch) 4 Belugas, insgesamt sind in dieser erst seit 2006 bestehenden Anlage aber bereits 4 Weißwale verstorben. So hatte das Aquarium bereits 2010 den Importantrag für 18 neue Belugas gestellt. Sie wären die ersten Wildfänge für amerikanische Delfinarien seit 20 Jahren gewesen.

Hautschäden am Kinn eines Belugawals durch zu hohe Wassertemperaturen im Troy-Delfinarium in Belek, TürkeiDas Aquarium wollte die Belugas aus der an der russischen Schwarzmeerküste befindlichen Utrish-Meeressäugerforschungsstaion importieren.

Mit einigen der wegen ihrer Stimmfreudigkeit auch als "Kanarienvögel der Meere" bekannten weißen Wale wollte man in der eigenen Anlage ein Schwimmprogramm aufbauen, die restlichen sollten auf Partner-Delfinarien verteilt warden, darunter Sea World Anlagen in Texas, Kalifornien, Florida und das Shedd Aquarium in Chicago. Die Wale waren in russischen Gewässern im Ochotskischen Meer zwischen 2006 und 2011 gefangen worden.

Nur das Geld zählt - Das Leiden der Tiere spielt keine Rolle
Da wild lebende Belugas in US-Gewässern vor dieser Art kommerzieller Ausbeutung geschützt sind, versuchen Delfinariumsbetreiber es immer wieder, diese wunderbaren Meeressäuger, aus Ländern mit weniger strengen Vorschriften zu erhalten.

Für die in sozialen Verbänden lebenden und in den arktischen und subarktischen Gewässern von Russland, Grönland und Nordamerika heimischen Belugas ist die Haltung in Gefangenschaft die reinste Hölle, entsprechend hoch ist der "Tierverbrauch": 56 Belugas sollen bislang allein in US-Delfinarien frühzeitig gestorben sein.

Die unfassbare Skrupellosigkeit der Delfinariumsindustrie zeigt sich nicht nur an den Zahlen aus den USA. So gibt es weiße Wale auch in türkischen Delfinarien. Die an maximal 8 Grad Wassertemperatur angepassten Belugas müssen hier mit Werten von weit über 20 Grad klar kommen und sich im Zuge der zutiefst erniedrigenden Vorführungen sogar in die mit über 40 Grad sengend heiße Luft katapultieren oder am Beckenrand aufliegen, damit von Mitgefühl oder Wissen um die Tiere völlig imunisierte Touristen die bedauernswerten Kreaturen streicheln können.
U.Karlowski, August 2013

Ans Licht: Ein Großer Tümmler schwimmt der hell leuchtenden Meeresoberfläche entgegen.Nachdem im August 2012 die Bewohner der japanischen Insel Toshima den weltweit bis dahin einmaligen Schritt wagten, die in den Gewässern um die kleine Insel lebenden Delfine zu Mitbürgern zu erklären und sie damit als nicht-menschliche Personen anzuerkennen, ist jetzt ein ganzes Land diesem Schritt gefolgt:

In Indien wurden Delfine offiziell als nicht-menschliche Personen anerkannt, deren Rechte und Lebensbedürfnisse respektiert werden müssen.

Als direkte Folge dieser für den Delfinschutz bahnbrechenden Entscheidung werden sämtliche Bauvorhaben für Delfinarien in Indien abgebrochen und eingestellt. Das indische Ministerium für Umwelt und Forsten wies die Verwaltungen der Bundesstaaten an, Delfinarien und andere kommerzielle Unterhaltungsshows, für die Meeressäugerarten wie Große Tümmler oder Orcas gefangen werden, um sie anschließend in Gefangenschaft zu halten, zu verbieten.

Das Ministerium erklärte, es gäbe ausreichend viele wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Meeressäuger hoch intelligente und emphatische Lebewesen seien und sie als nicht-menschliche Personen anerkannt werden müssen. Die Entscheidung fiel nach wochenlangen Protesten im Bundesstaat Kerala gegen den Bau mehrerer Delfinarien.

Ein weiteres wegweisendes Beispiel für die Anerkennung von Delfinrechten
Die GRD freut sich sehr über diese klare Entscheidung der indischen Regierung und hofft, dass dieses weitere Beispiel für die Anerkennung der Delfine als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten andere Staaten zur Nachahmung animieren wird.

"Die Entscheidung eröffnet eine völlig neue Diskussionsgrundlage für ethische Tierschutzfragen in Indien", erklärt Putja Mitra von der Vereinigung der indischen Tierschutzorganisationen (FIAPO, Federation of Indian Animal Protection Organisations). Für Ric O'Barry, den früheren Flipper-Trainer, der jetzt das Dolphin Project unserer amerikansichen Partnerorganisation Earth Island Institut leitet, ist dies "ein gewaltiger Sieg für die Delfine".

Delfinarien: Eine Lizenz zum Gelddrucken
Der wachsende Wohlstand von Teilen der indischen Bevölkerung führt zu einer stärkeren Nachfrage nach Vergnügungsangeboten. So gab es Pläne zum Bau neuer Delfinarien in Delhi, Kochi und Mumbai.

Die GRD hatte im Februar 2012 gemeinsam mit indischen und internationalen Tierschutzorganisationen erfolgreich gegen den Bau eines Delfinariums in Sindhudurg an der Küste des Arabischen Meeres protestiert. Dort sollte ein gigantisches Sea World mit Aquarium, Delfinarium plus Anlage zum Trainieren der Delfine, Theater, Themenrestaurants und Ferienhäusern entstehen.

Touristin wird von Delfin durch's Wasser gezogen, Delfinarium Belek, Türkei."Es gibt keine bessere Möglichkeit auf schnellem Wege viel Geld zuverdienen, als trainierte Delfine in Vergnügungsparks zu präsentieren", sagt Belinda Wright von der Wildlife Protection Society of India. "Nur den wenigsten Besucher ist bewusst, in welchem Ausmaß die Tiere unter den Bedingungen der Gefangenschaftshaltung leiden".

Wir kämpfen für eine eigene Delfin-Ethik und die Anerkennung der Delfine als nicht-menschliche Personen
Wenn man alle bislang bekannten Eigenschaften dieser faszinierenden Meereslebewesen überdenkt, dann drängt sich zwangsläufig der Schluss auf, dass man es hier mit eigenständigen, nicht-menschlichen Personen zu tun hat, die dasselbe (gesetzlich verbriefte) Recht auf Leben, Freiheit und Gesundheit wie Menschen haben sollten.

Es verbietet sich eigentlich von selbst, diese Tiere für Shows oder das angeblich "therapeutische Schwimmen" in Gefangenschaft zu halten und solche Angebote als Kunde zu wahrzunehmen, sie zu Tausenden als Beifangopfer auf dem Alter der Profitmaximierung der industriellen Fischerei zu opfern oder sie als Nahrungsquelle zu nutzen.
Juli 2013, U. Karlowski

Erschöpfter Großer Tümmler im Sealanya-Delfinarium, TürkeiFebruar 2012 - Toller Erfolg: Geplanter Bau eines Delfinariums in Indien vom Tisch! Auf Druck internationaler Proteste entschied sich das indische Umweltministerium gegen den Bau eines Delfinariums in Sindhudurg an der Küste des Arabischen Meeres. Dort sollte ein gigantisches Sea World mit Aquarium, Delfinarium plus Anlage zum Trainieren der Delfine, Theater, Themenrestaurants und Ferienhäusern entstehen.

Am 20. Januar erreichte uns ein Hilferuf aus Indien. Die FIAPO (Federation of Indian Animal Protection Organisations), ein Zusammenschluss von ca. 80 Tierschutzorganisationen in Indien, bat Naturschützer auf der ganzen Welt um Unterstützung bei ihrem Kampf gegen das geplante Delfinarium.

Wir wandten uns daraufhin sofort an die indische Regierung und lancierten eine Protestaktion. Der Einsatz hat sich gelohnt. Die Delfine sind vorerst gerettet und Indien bleibt delfinarienfrei!

Wir danken allen, die sich am Protest beteiligt haben!

Logo von Ecocare MaledivesPressemitteilung, 08.05.2012 - Dank internationaler Proteste, an denen sich auch die GRD und ihre Unterstützer beteiligt hatten, sind die Pläne für den Bau eines Delfinariums auf den Malediven vorerst vom Tisch.

Anfang des Jahres hatte die GRD dazu aufgerufen, den vom Earth Island Institute (EII) und der ortsansässigen NGO Ecocare gestarteten Online-Protest gegen die geplante "Delfinlagune" zu unterstützen, nachdem es bei Demonstrationen vor Ort sogar zu Handgreiflichkeiten gegen unseren Freund und Kollegen Mark Berman vom EII gekommen war.

Ende April nun versicherte der Fischereiminister Ahmed Shafeeu in einem persönlichen Gespräch mit Mark Berman und Paolo Bray von Friend of the Sea (FoS), dass der vor Kurzem neu gewählte Präsident und sein Kabinett keine Gefangenschaftshaltung von Delfinen befürworteten und auch keine Pläne für Delfinarien verfolgten.

Der Minister besuchte die beiden überraschend auf der alljährlich stattfindenden "Seafood Exposition" (Messe für Meeresprodukte) in Brüssel, wo das EII und FoS als Partnerorganisationen der GRD ebenfalls vertreten sind, um Fischereibetriebe und Verarbeiter über delfinsichere und nachhaltige Fangmethoden beim Thunfischfang aufzuklären.

Beim Thunfischfang gelten die Malediven als vorbildlich, da der Thun mit Angelruten gefischt wird, einer Methode, die zu den selektivsten und schonensten überhaupt zählt. Schone lange sind die dortigen Firmen Mitglied des Internationalen Kontrollprogramms für delfinsicheren Thunfisch/SAFE, dessen Kontrollen in Deutschland von der GRD durchgeführt werden.

Die GRD begrüßt, dass das Naturparadies im Indischen Ozean auch beim Thema Gefangenschaftshaltung ein Herz für Delfine zeigt und seinem Motto "Always Natural" treu bleibt.

Die Delfinariumspläne waren nicht bei allen Inselbewohnern auf Zustimmung gestoßen. Wegen ethischer Bedenken, aber auch aus Gründen des Artenschutzes und der mit Meeresanlagen verbundenen Umweltverschmutzung hatte ECOCARE Maldives zusammen mit mehreren ortsansässigen Tauchschulen und Tauchverbänden eine Kampagne gegen die geplante Delfinlagune gestartet und international viel Unterstützung gefunden.
Ulrike Kirsch

Großer Tümmler mit Basketball 11.05.2012 - Wurden die beiden Großen Tümmler "Shadow" und "Chelmers", die im Schweizer Vergnügungspark Connyland Ende November 2011 binnen einer Woche starben, durch Drogen vergiftet? Laut einem ersten Gutachten des Instituts für Veterinärpathologie der Universität Zürich sollen die beiden Tümmler an Gehirnschädigungen, ausgelöst durch Antibiotika, gestorben sein.

Gegen die zwei Tierärzte, die die Antibiotika den Tieren verabreicht hatten, wurde eine Untersuchung eingeleitet. Doch ein Untersuchungsbericht des Instituts für Rechtsmedizin in St. Gallen benennt jetzt Opiate als mögliche Todesursache. Im Urin der beiden Delfine wurde das Opium-Derivat Buprenorphin festgestellt.

Die Luft fürs Connyland wird immer dünner
Gegen die Antibiotika-These gab es von Anfang an starke Zweifel, denn Antibiotika können unter normalen Umständen nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und somit Schädigungen im zentralen Nervensystem verursachen. Damit geraten jetzt doch wieder durchgeknallte Raver, die sich vielleicht einen tödlichen Scherz mit den Delfinen erlaubten, ins Fadenkreuz.

Denn kurz vor dem Tod von "Shadow" und "Chelmers" hatte das Connyland eine Rave-Party veranstaltet, die von Delfinschutzorganisationen aus Deutschland und der Schweiz wegen möglicher Gefährdungen für die Delfine heftigst kritisiert worden war.

Das rezeptpflichtige Opiat Buprenorphin wirkt wie Heroin oder Morphin und wird in der Humanmedizin als starkes Schmerzmittel verwendet. Bei in Gefangenschaft gehaltenen Meeressäugern wird es nicht eingesetzt. Laut NZZ wurde zusätzlich noch Benzodiazepin nachgewiesen. In Verbindung mit Buprenorphin kann es zur Atemlähmung führen.

Derzeit "leben" im Connyland nur noch drei Delfine - ein erwachsenes Weibchen mit ihrem Nachwuchs, einem männlichen Jungtier im Alter von 9 Monaten, sowie ein 7 Jahre altes Männchen - zu wenig, für eine langfristige Profit-Perspektive auf Kosten der Delfine. Und diese könnte sich bald endgültig in Luft auflösen, wenn sich die beiden Kammern des Schweizer Parlaments tatsächlich auf das bereits anvisierte Delfin-Importverbot einigen. Dies könnte dann endlich der Anfang vom längst überfälligen Ende der Delfinhaltung im Connyland sein.

Nationalratskommission für Delfin-Importverbot
Zwar sollen Delfine in der Schweiz auch künftig gehalten werden, aber nicht mehr importiert werden dürfen. Für diese Version sprach sich Anfang Mai nach dem Ständerat auch die vorberatende Kommission des Nationalrates aus. Dieser hatte sich ursprünglich sogar dafür ausgesprochen, die Delfin-Haltung in der Schweiz gänzlich zu verbieten. Doch der Ständerat votierte nur für das Importverbot, auf das es jetzt hinauszulaufen scheint.

Connyland kündigt Widerstand an
Das Ende vor Augen, haben die Betreiber ein letztes Aufbegehren angekündigt. Sie wollen ein Referendum gegen die Revision des Tierschutzgesetzes ergreifen. Die Delfinkiller aus der Schweiz wollen einfach nicht von ihrem mörderischen aber sicher sehr einträglichen Geschäft lassen. Ungeachtet dessen, dass sie in gerade nur vier Jahren den Tod von acht Delfinen zu verantworten haben!
U.Karlowski

30.05.2012 - Die Lex-Connyland steht: In die Schweiz dürfen keine Delfine mehr eingeführt werden. Dem hat nach dem Ständerat nun auch der Nationalrat zugestimmt. Die GRD begrüßt diesen Entscheidung als Meilenstein und entscheidenden Schlag gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft. Eine Mehrheit des Nationalrates folgte dabei der Argumentation, wonach Delfine nicht artgerecht gehalten werden könnten – schon gar nicht im Binnenland Schweiz.

Acht tote Delfine in nur 4 Jahren
Ende November 2011 waren im Schweizer Vergnügungspark Connyland die beiden Großen Tümmler "Shadow" und "Chelmers" binnen einer Woche unter immer noch nicht restlich geklärten Umständen einen offensichtlich sehr schmerzvollen Tod gestorben. Damit hatte das Connyland in gerade nur vier Jahren acht Delfine verloren - ein enormer Blutzoll!

Zu wenige Delfine für die Weiterzucht
Derzeit "leben" im Connyland nur noch drei Delfine - ein erwachsenes Weibchen mit seinen zwei männlichen Jungtieren, eines im Alter von 9 Monaten, das andere im Alter von 7 Jahren. Es ist unmöglich, darauf eine Zucht aufzubauen und somit auch langfristig weiter Profite auf Kosten der Delfine zu erzielen.

Tümmler-Sperma für Schweizer Delfindame?
Ob die Betreiber des Connyland, wie angekündigt, ein Referendum gegen das Importverbot auf den Weg bringen werden, ist noch offen. Nach noch unbestätigten Informationen soll es aber bereits Pläne geben, jetzt mit Hilfe von in die Schweiz importiertem Delfin-Sperma und anschließender künstlicher Befruchtung die Zucht wiederzubeginnen. Sollte dies gelingen, wäre dies der endgültige Offenbarungseid, der die Herz- und Kaltblütigkeit der Delfinariumsbetreiber, die das letzte ihnen verbliebene Delfinweibchen zur Zuchtmaschine degradieren würden, mehr als verdeutlicht. Ungeachtet dessen, was sie bereits bislang zu verantworten haben!
U.Karlowski

04.06.2012 - Jetzt hat man doch ein Einsehen im Freizeitpark Connyland im thurgauischen Lipperswil (Schweiz): Das letzte Delfinarium der Schweiz wird seine verbliebenen drei Großem Tümmler abgeben oder verkaufen.

Der letzte Widerstand scheint gebrochen, das Connyland strebt kein Referendum gegen das kürzlich vom Schweizer Parlament beschlossene Importverbot von Delfinen mehr an. Bei der Information, man wolle mit Hilfe von in die Schweiz importiertem Delfin-Sperma und anschließender künstlicher Befruchtung die Zucht weiterführen, handelte es sich wohl nur um ein Gerücht.

Das Ende einer Sackgasse
Ohne neue Delfine kann das Connyland aber die Gefangenschaftshaltung von Delfinen nicht weiterführen, da die drei verbliebenen Tümmler alle miteinander verwandt sind (eine Mutter mit ihren zwei männlichen Jungtieren). Da das ältere Männchen "Angel" mit seinen sieben Jahren bald geschlechtsreif ist, würde es versuchen, sich mit seiner Mutter "Chicky" zu paaren – an dieser Sackgasse, in die sich das Connyland letztendlich selbst manövriert hat, wird einmal mehr der haarsträubende Unsinn der Haltung von Delfinen in Gefangenschaft deutlich. "Angel" müsste also von seiner Mutter getrennt werden und allein leben, während er in freier Wildbahn jetzt mit gleichaltrigen Artgenossen eine "Männerbande" bilden oder sich einer anderen Delfingruppe anschließen könnte.

Wohin die drei verbleibenden Connyland-Delfine verbracht werden ist noch unklar, besonders der Transport des einjährigen Jungtieres "Secret" ist mit großen Risiken behaftet, er ist eigentlich noch zu jung, um die damit verbundenen Strapazen zu überstehen.

Die Schweiz wird "delfin-frei"
Damit scheint das Ende des Katastrophen-Delfinariums "Connyland" besiegelt, die Schweiz wird "delfin-frei", ein lange überfälliger Fortschritt. Vom Schweizer Steuerzahler möchte das Connyland allerdings noch eine angemessene Entschädigung, da man sich durch das Delfin-Importverbot enteignet sieht.

Acht tote Delfine in nur 4 Jahren
Ende November 2011 waren im Connyland die beiden Großen Tümmler "Shadow" und "Chelmers" binnen einer Woche unter immer noch nicht restlich geklärten Umständen einen offensichtlich sehr schmerzvollen Tod gestorben. Damit hatte das "Connyland" in gerade nur vier Jahren acht Delfine verloren - ein enormer Blutzoll!
U.Karlowski

Keine 20 m von ihrem natürlichen Lebensraum entfernt müssen sechs Delfine unter katastrophalen Bedingungen ihr Leben in einem winzigen Becken auf der Anlage des Ferienresorts Gran Bahia Principe Tulum in Mexiko fristenWer die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ablehnt, hat als Gast im Gran Bahia Principe Tulum keine Chance, dem Tierleid zu entkommen. Die GRD rät Mexiko-Urlaubern daher dringend davon ab, dieses Hotel zu buchen.

Im Hotel Gran Bahia Principe Tulum an der Karibikküste in Mexiko erleben Tierfreunde eine böse Überraschung: Sechs Delfine werden, keine 20 m von ihrem natürlichen Lebensraum entfernt, unter katastrophalen Bedingungen in einem winzigen Becken auf der Anlage des Ferienresorts gehalten.

Im ca. 4 m tiefen und ca. 20 m im Durchmesser "großen" Delfinpool dürfen sich die Gäste gegen zusätzliche Gebühr mit den Großen Tümmlern vergnügen, sie streicheln, sich durchs Becken ziehen lassen, Trainer spielen… Kinder werden laut Prospekt sogar aufgefordert, die Delfine zu küssen!

Mehrere Urlauber stehen um einen Delfin, um ihn zu streichelnFür die Tiere ist dies die reinste Qual, nicht einmal minimalste Erleichterungen sind ihnen gegönnt: kein Schatten, keine Rückzugsmöglichkeiten, sieben Tage die Woche von früh bis spät "Dienst" zum Vergnügen der Hotelgäste.

Die GRD fordert von den zuständigen Behörden in Mexiko die sofortige Schließung der Anlage und von den deutschen Reiseveranstaltern die Streichung des Ferienresorts aus ihrem Programm.

Der auf den Anlagen des Ferienresorts gelegene, aber von der externen Firma Dolphinaris betriebene Delfinpool wird nicht von jedem Veranstalter in der Hotelbeschreibung erwähnt (weil, so die "clevere" Erklärung, dieser ja offiziell nicht zum Resort gehört).

Deshalb erleben viele Gäste des Gran Bahia Principe Tulum eine böse Überraschung, so wie der Gast, der uns auf diese Anlage aufmerksam machte:

Das Ferienresort Gran Bahia Principe Tulum mit seinen kleinen Delfinbecken"Morgens gegen 5.30 Uhr wurden wir durch ein lautes, jämmerliches Pfeifen geweckt. Als ich auf dem Balkon stand, sah ich […] Delfine, die sich auf den flacheren Beckenrand Kopf an Kopf gelegt hatten und schrien. Ich dachte, ich sehe nicht recht, und meine Begleiterin fing sofort an zu weinen, als sie diese armen Tiere sah. Wenn es irgendwie möglich gewesen wäre, wären wir auf der Stelle abgereist."

Wir appellieren an Mexiko-Urlauber, das Hotel Gran Bahia Principe Tulum zu boykottieren! Unterstützen Sie auch unsere Protestkampagne.
Ulrike Kirsch

⇒ Online-Protestaktion

 

Anfang Februar 2013 war es endlich so weit: Das Delfinarium im Allwetterzoo Münster schließt seine Pforten! Die drei dort noch verbliebenen männlichen Großen Tümmler "Nando", "Palawas" und "Rocco" sollen am Dienstagmorgen ins Delfinarium Haderwijk abtransportiert worden sein.

Ursprünglich wollte man die Delfinhaltung bereits Ende 2012 beenden, doch es gab wohl Probleme, eine Zeit lang schienen die Verantwortlichen nicht so recht zu wissen, wohin mit den Tieren. Während es sich bei Nando um ein "geparktes" Männchen aus dem Tiergarten Nürnberg handelt, stammen die beiden anderen Tümmler aus Haderwijk.

Der Abschied wurde aus nicht näher bekannten Gründen über mehrere Wochen vertagt. Das lang ersehnte Aus nach 38 Jahren Delfinhaltung hatte finanzielle Hintergründe. Die Anlage im Allwetterzoo ist mit ihrem gerade einmal 10 mal 20 Meter "großen" Hauptbecken absolut unterdimensioniert. Laut Zoochef Jörg Adler wären rund 20 bis 30 Millionen Euro nötig gewesen, um die Haltungsbedingungen auf den neuesten Stand zu bringen.

Die GRD begrüßt die längst überfällige Schließung des völlig veralteten Münsteraner Delfinariums ausdrücklich.

Von ehemals 9 Delfinarien in Deutschland haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten somit 7 Anlagen die Delfinhaltung aufgegeben:

  • Europapark Rust
  • Holiday Park Hassloch
  • Phantasialand Brühl
  • Tierpark Hagenbeck, Hamburg
  • Hansapark Sierksdorf
  • Heidepark Soltau (seit Herbst 2008)
  • Allwetterzoo, Münster

Somit existieren in Deutschland nur noch die beiden Delfinarien in den Zoos Nürnberg und Duisburg.

Zwei im türkischen Delfinarium Sealanya gefangene Große Tümmler dümpeln apathisch vor einem Absperrgitter02. 05.2013 - Nach Informationen der "Deutsch Türkischen Nachrichten" soll das wegen seiner katastrophalen Haltungsbedingungen seit Langem im In- und Ausland heftig kritisierte Delfinarium in Kaş (Provinz Antalya) geschlossen worden sein. Die anhaltende Kritik von Nichtregierungsorganisationen habe laut "Deutsch Türkischer Nachrichten" Wirkung gezeigt.

Experten der GRD hatten die Zustände in den Delfinarien an der türkischen Riviera mehrfach unter die Lupe genommen, zuletzt im Juli 2012 gemeinsam mit einem TV-Team des Senders VOX für die Sendung "Hilfe, mein Urlaub geht baden". Das erschreckende Ergebnis der Analyse von zwei GRD-Experten aus dem Jahr 2010 festigte die Haltung der REWE Touristik mit den Veranstaltermarken ITS, JAHN REISEN und TJAEREBORG und anderer großer deutscher Tourismuskonzerne, seinen Gästen auch weiterhin keine Ausflüge zu den Delfinarien an der türkischen Riviera anzubieten.

Die beiden in der Anlage in Kaş dahinvegetierenden Delfine, die unter anderem auch für Delfin-Therapien missbraucht wurden, sollen bereits Ende April ins Moonlight-Delfinarium in Kemer, einen Vergnügungs- und Aquapark, gebracht worden sein. Die Anlage in Kaş werde nun demontiert, berichtet Hürriyet.

"Die Schließung des Delfinariums in Kaş ist natürlich sehr zu begrüßen. Für die Delfine ist die Unterbringung in Kemer allerdings allenfalls eine geringfügige Linderung einer schlimmen, quälenden Lebenssituation. Auch das Show-Delfinarium in Kemer gehört geschlossen", fordert die GRD. Wie die "Deutsch Türkischen Nachrichten" berichten, wurden unter Federführung des renommierten türkischen Schriftstellers Buket Uzuner 20.000 Unterschriften über die Petitions-Webseite Change.org gegen das Delfinarium in Kaş gesammelt.
GRD-Presse

Delfin springt durch einen Feuerreifen in einem im Delfin-Wanderzirkus in IndonesienNach monatelangen Protesten aus der ganzen Welt hat der indonesische Forstminister jetzt zugesagt, Delfin-Wanderzirkusse zu verbieten und die verbleibenden Delfine zu rehabilitieren. Das ist ein toller Erfolg.

Wir danken allen, die unserem Aufruf gefolgt sind und sich an den Online-Protesten beteiligt haben. Mitmachen lohnt sich also!

Um sie auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten, kommen die etwa 72 Zirkusdelfine nun in eine Rehabilitationsanlage, die unsere Partnerorganisation Earth Island Institute zusammen mit der indonesischen Tierschutzorganisation JAAN (Jakarta Animal Aid Network) an der Küste errichtet hat.

Bis zuletzt hatten Mitglieder von indonesischen Wanderzirkussen mit harten Bandagen gekämpft, um ihre Pfründe zu verteidigen. Nur mit kugelsicheren Westen konnten der amerikanische Delfinschützer Ric O’Barry und Mitglieder von JAAN an einer vor Kurzem abgehaltenen öffentlichen Podiumsdiskussion in Jakarta über mobile Delfinshows teilnehmen! Anlass für diese drastischen Sicherheitsmaßnahmen waren Gewaltandrohungen und ein regelrechter Mob vor dem Veranstaltungsort.
Ulrike Kirsch, 14.02.2013

Kuka braucht Hilfe

Adria Patendelfin KUKA (Haken) schwimmt sehr schnell mit zwei anderen Tümmlern.

Kuka (Haken), im Bild rechts: Die hakenförmige Einkerbung an der Finne ist sein Erkennungsmerkmal.

⇒ Patenschaft für Kuka (Adria/Kroatien) ⇒ Patenschaft verschenken

Ihre Hilfe für bedrohte Delfine

Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler spielt mit einem Kugelfisch.

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