Zwei Delfine jagen durchs Meer einer springt hoch in die LuftAn den Stränden der italienischen Westküste wurden 2013 ungewöhnlich viele Delfine tot aufgefunden. Bereits Anfang April waren nach Angaben der Umweltbehörde Arpat so viele Delfine gestrandet wie sonst im Jahresdurchschnitt. So fand man allein an der Stränden der Toskana 25 tote Streifendelfine, die auch Blau-Weiße Delfine genannt werden.

Die Suche nach den Ursachen des mysteriösen Delfinsterbens verlief bislang ergebnislos. Besonders betroffen sind anscheinend Streifendelfine, ihre Todesziffer lag Anfang April bereits bei 90 Tieren.

Bei anderen Delfinarten bewegt sich die Zahl der Totfunde im Bereich der Norm, wie Tierärzte von der Universität Padua berichten. Auffallend ist, dass viele Tiere voller Parasiten sind, was auf ein insgesamt geschwächtes Immunsystem schließen lässt.

Eine auf sämtliche Todesfälle anwendbare Erklärung konnte allerdings noch nicht gefunden werden, noch wird in alle Richtungen geforscht. Einige Tiere wiesen Viruserkrankungen auf, bei anderen wurden Infektionen mit Bakterien festgestellt.

Einer der mit den Untersuchungen beauftragten Veterinärmediziner mutmaßt, dass Meeresverschmutzung für die Immunschwäche verantwortlich sein könnte, doch ist dies keine schlüssige Erklärung für die erhöhte Zahl von Totfunden, denn diese Umweltbelastungen sind nicht neu, gehören "zum Alltag" der Meeressäuger.

Beginn einer Epidemie mit dem gefährlichen Morbillivirus?
Toter Streifendelfin auf Seziertisch.Vielleicht markiert die ungewöhnlich hohe Zahl an Totfunden unter den Mittelmeer-Delfinen den Beginn einer Epidemie mit dem gefährlichen Morbillivirus. Besonders Streifendelfine sind hier in den vergangenen Jahren immer Opfer von Massensterben geworden. Anfang der 1990er-Jahre war ihre Population im Mittelmeer sogar massiv bedroht.

Damals nahm die Epidemie ihren Anfang an der spanischen Küste und breitete sich anschließend in nur zwei Jahren bis in den östlichen Mittelmeerraum aus. Mindestens 1.200 Streifendelfine verendeten, insbesondere junge und bereits geschwächte Tiere.

Das wahre Ausmaß des Massensterbens dürfte indes weitaus größer gewesen sein, da nur ein Bruchteil der tatsächlich verstorbenen Tiere an die Küsten angespült und dort gefunden wird. In Wirklichkeit könnte die Sterblichkeitsrate 10- bis 50-mal höher gelegen haben.

Morbilliviren, zu denen auch die Erreger der Staupe, der Rinderpest sowie das menschliche Masernvirus zählen, stellen auch für andere Meeressäuger wie die im Mittelmeer häufigen Finnwale oder Pottwale eine Gefahr dar. Sie sind extrem ansteckend und befallen Atemorgane und Nervensystem.

Mysteriöses Sterben von Streifendelfinen vor Dubrovnik
Das Delfinsterben in Italien erinnert an einen Vorfall Anfang 2012 bei Dubrovnik als dort eine Serie von toten Streifendelfinen Anlass zur Sorge gab. Insgesamt sieben Totfunde wurden damals von Januar bis April gemeldet. Zunächst standen als Ursache Seismikuntersuchungen zur Erdöl- und Erdgassuche in Verdacht. Doch dann wurde bei drei im Januar aufgefundenen Streifendelfinen der Morbillivirus nachgewiesen.

Steckbrief Streifendelfine (Stenella coeruleoalba)
Ein Blau-Weißer Delfin pflügt mit hoher Geschwindigkeit durch's Wasser.Die etwa 1,80 bis 2,50 Meter langen und bis zu 165 Kilogramm schweren Streifendelfine sind eine der am weitesten verbreiteten Delfinarten in den Weltmeeren und kommen in allen Ozeanen in tropischen, subtropischen und gemäßigten Breiten vor.

Sie haben einen sehr schlanken Körper, eine schmale kurze Schnauze, die typische "Melone" ist deutlich ausgeprägt. Ihr auffälligstes Merkmal: je ein schwarzes Band verläuft vom Auge zu den Flippern und zwei weitere Bänder von den Augen über die Flanken bis zum Schwanzstiel unter dem Bauch.

Von der Fluke bis zur Stirn sind sie dunkelgrau gefärbt, die Seiten sind hellgrau, die Bauchseite ist meist weiß, die Fluke eher dunkel. Weltweit soll es noch geschätzte zwei Millionen Exemplare dieser Delfinart geben. Sie gelten als nicht bedroht und stehen unter keinem besonderen Schutz.

Allerdings vermehren sich Delfine nur sehr langsam und die Zahl der Streifendelfine ist seit 1991 - wie bei allen anderen Meeressäugerarten im Mittelmeer - stark rückläufig. Die Ursachen: Überfischung, Beifang in Fischernetzen, Umweltbelastungen wie Schiffsverkehr und Lärm.
U.Karlowski - 22.04.2013

Bold braucht Hilfe

Peru Patendelfin BOLD schwimmt als kleines Delfinbaby ganz dicht an der Seite seiner Mutter und streckt gerade seine Schnauze aus Wasser.

Bold bedeutet kühn, dreist, und genauso benahm er sich bei den ersten Beobachtungen in der Supay-Bucht vor 10 Jahren. Bold war ein unerschrockenes Junges, das dem Rest der Gruppe voraus schwamm. Heute ist Bold erwachsen.

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

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