Ein Irawadi-Delfin schaut aus dem WasserKambodscha will die hochgradig vom Aussterben bedrohte Population der Mekong-Irawadi-Delfine besser schützen und hat auf einem 180 Kilometer langen Mekongabschnitt zwischen der östlichen Provinz Kratie und der Grenze zu Laos ein Schutzgebiet eingerichtet. Hier sollen zukünftig fischereiliche Aktivitäten mit Stellnetzen und Fischkäfigen verboten sein, gänzlich verboten wird der Fischfang im Schutzgebiet allerdings nicht.

Ob die Maßnahmen noch rechtzeitig greifen, bleibt abzuwarten. Die Population der Irawadi-Delfine im Mekong soll laut der jüngsten Zählung aus nur noch etwa 70 Tieren bestehen. "Die Situation für diese Population ist extrem kritisch, die Einrichtung des Schutzgebietes ist vielleicht ihre allerletzte Chance auf Überleben, Beifangverluste in der Fischerei sind ein wesentlicher Faktor für den Rückgang des Bestandes"“, meint die GRD. Allerdings ist die Mekong-Population zusätzlich durch Inzucht und die Schwächung ihres Immunsystems durch Pestizide und Giftstoffe (DDT und PCB) gefährdet. Besonders das Immunsystem der Delfinkälber, die die gefährlichen Substanzen über die Muttermilch aufnehmen, wird zunehmend geschwächt.

Das Insektizid DDT ist in Kambodscha zwar offiziell verboten, kommt jedoch immer noch zum Einsatz und gelangt so in das Ökosystem. PCB findet sich vor allem in Schiffsanstrichen, wo es Algenbewuchs verhindern soll. Es gibt keine Hoffnung, die Einleitung der Giftstoffe rechtzeitig zu stoppen.

Als sehr küstennah lebende Delfinart leiden Irawadi-Delfine besonders unter negativen anthropogenen Umwelteinflüssen
Karte der Verbreitungsgebiete der Irawadi-Delfine (Orcaella brevirostris)Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN sind vier der fünf Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins vom Aussterben bedroht. Prekär ist die Lage der rund 30 Tiere im thailändischen Songkhla-See, wo in fünf Jahren 20 Delfine in Fischernetzen verendet sind.

Es handelt sich um eine weitgehend unbekannte Delfinart, stellenweise sollen sie in ihren Verbreitungsgebieten noch häufig vorkommen.

Irawadis (Orcaella brevirostris) stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN mit dem Status "gefährdet" (mittelfristig hohes Risiko des Aussterbens). Die bis 2,6 m großen, hell gefärbten und äußerlich einem Belugawal ähnelnden Delfine sind in seichten Küstengewässern des tropischen Indopazifiks und großen Flusssystemen, wie Ganges oder Mekong, verbreitet. Irawadi-Delfine können bis zu 1300 Kilometer flussaufwärts wandern, manche wiederum leben vermutlich zeitlebens im Salzwasser. Sie halten sich nur wenige Kilometer von der Küste entfernt auf. Wie viele Exemplare es überhaupt noch gibt, ist nicht bekannt.

Irawadi-Delfine können ihren Gesichtsausdruck ändern
Der Irawadi-Delfin gehört zur Gruppe der Meeresdelfine. Wegen seiner Ähnlichkeit mit Belugas wird er, als sein tropisches Äquivalent, oft auch zur Familie der Monodontidae (Gründelwale) gezählt. Beluga und Irawadi sind die einzigen Cetaceen, die ihren Gesichtsausdruck ändern können. Ähnlich wie der Beluga und der Narwal hat der Irawadi ein bewegliches Genick.

Gelegentlich sind Irawadi-Delfine mit Chinesischen Weißen Delfinen zu sehen, können aber mit diesen kaum verwechselt werden. Sehr häufig wird der Irawadi dagegen mit dem allerdings deutlich kleineren und finnenlosen Indischen Schweinswal oder mit Dugongs verwechselt.

2005 wurden die Tiere vor Australien und Papua Neuguinea als eigene Art Orcaella heinsohni, Australischer Stupsfinnendelfin, eingestuft.

2009 entdeckten Forscher der Wildlife Conservation Society (WCS) im Süßwasser der Sundarbans (Bangladesch), eines gigantischen Mangrovenwalds im Mündungsgebiet mehrerer Flüsse, und davor im Golf von Bengalen fast 6000 Irawadi-Delfine.
August 2012; U.Karlowski

Gilly braucht Hilfe

Mosambik Patendelfin GILLY schwimmt in rauer See mit einer Welle, Kopf und Rückenfinne sind sichtbar.

Gilly ist ein Weibchen. Sie wurde im Juli 2003 identifiziert und ist sehr neugierig und gesellig. Gilly ist zweifache Mutter, 2007 brachte sie das Delfinmädchen "Gulliver" zur Welt, 2010 "Gypsy".

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

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