Zwei Chinesische Weiße Delfine vor der Küste von Mosambik, Mutter mit Jungtier, das gerade direkt neben ihrer Rückenfinne auftaucht und dabei den Kopf aus dem Wasser strecktIn den verschmutzten Gewässern vor der Millionenmetropole Hongkong treiben immer mehr tote Jungtiere der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis).

Experten warnen vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong.

Die Ursachen für das jetzt beobachtete Sterben von so vielen Jungtieren sind unklar, am ehesten kommen wohl die starke Verschmutzung der Gewässer, Überfischung, Schiffskollsionen und Lebensraumverlust durch Landgewinnungsprojekte als Ursachen in Frage.

Eine sehr küstennah lebende Delfinart
Das Verbreitungsgebiet der auch als Indopazifischer Buckeldelfin bekannten Art erstreckt sich auf die Küstengewässer des Indischen und Westpazifischen Ozeans. Man findet sie z.B. in der Straße von Taiwan, vor der afrikanischen Ostküste, vor Australien und China. Gelegentlich werden sie auch im Mündungsbereich von Flüssen gesichtet.

Küstennahe menschliche Aktivitäten stellen für diese Delfinart eine besonders starke Bedrohung dar, da sie ganz überwiegend in Küstennähe und flachen Gewässern lebt. Selten halten sich die Tiere in Wassertiefen von mehr als 20 Metern auf. Nach Schätzungen der Chinesischen Akademie für Fischereiwissenschaften sollen nur noch rund 2000 dieser Meeressäuger in den Meeresgebieten rund um China leben.

Vermutungen, dass die kleinen Delfine vor Hongkong an kontaminierter Muttermilch sterben, konnten bislang nicht bestätigt werden.

Niedrigster Stand seit 10 Jahren
Im Rahmen eines Langzeitsprojekts des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Umweltschutz Hongkongs wurden vom April 2012 bis zum März 2013 die in den Gewässern um Hongkong lebenden Chinesischen Weißen Delfine von Schiffen, Helikoptern, mit Hydrophonen und von Beobachtungsstationen an Land aus gezählt. Dabei fand man 345 Gruppen mit insgesamt 1097 Delfinen.

Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanBesonders in den Gewässern um die Insel Lantau, der größten Insel Hongkongs, stellten die Wissenschaftler einen starken Rückgang der Bestände fest. Diese waren auf den niedrigsten Stand innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 10 Jahren gefallen.

Ihre Beliebtheit hilft ihnen nicht
Es hilft den oft rosa gefärbten langschnabeligen Tieren mit ihrem charakteristischen Buckel offenbar wenig, dass sie als eine Art Maskottchen für die Giga-Metropole gelten und sich bei Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen. Zu groß sind Landhunger und wirtschaftlicher Wachstumsdruck der drittgrößten Metropolregion der Volksrepublik China.

Delfinmutter "bestattet" ihr totes Baby
Im Juli 2012 sorgte ein sehr bewegendes Video über einen weiblichen Chinesischen Weißen Delfin weltweit für Aufsehen. Es zeigte wie die Delfinmutter ihr durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer brachte, wo es seine letzte Ruhe finden sollte.
U. Karlowski, Juni 2013

Kuka braucht Hilfe

Adria Patendelfin KUKA (Haken) schwimmt sehr schnell mit zwei anderen Tümmlern.

Kuka (Haken), im Bild rechts: Die hakenförmige Einkerbung an der Finne ist sein Erkennungsmerkmal.

⇒ Patenschaft für Kuka (Adria/Kroatien) ⇒ Patenschaft verschenken

Ihre Hilfe für bedrohte Delfine

Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler spielt mit einem Kugelfisch.

Kostenlos Gutes tun!

smoost MediumRectangle