Zwei Chinesische Weiße Delfine vor der Küste von Mosambik, Mutter mit Jungtier, das gerade direkt neben ihrer Rückenfinne auftaucht und dabei den Kopf aus dem Wasser strecktAn der Westküste von Taiwan wird das erste Schutzgebiet für die bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis), die auch Buckeldelfine genannt werden, entstehen, wie "Taiwan Today" berichtet.

Die 763 Quadratkilometer große Schutzzone umfasst das Meeresgebiet zwischen dem im zentralen Westen der Insel gelegenen Fischereihafen von Longfeng (Miaoli Distrikt) und dem Leuchtturm auf der Waisanding Sandbank (Chiayi Distrikt) im Süden, auf Höhe der in der Formosa- oder Taiwanstraße liegenden Penghu- oder Pescadoreninselgruppe.

Effektiver Schutz einer sensiblen Küstenregion
Nach Aussagen der staatlichen Landwirtschaftsbehörde sollen in der Schutzzone fortan Baumaßnahmen an der Küste und Fischereiaktivitäten strengen Restriktionen unterliegen. Ziel sei es, die besonders sensiblen und für die Delfine aber auch einheimische Fischpopulationen wichtigen Überflutungsbereiche zu schützen.

Rettung einer stark bedrohten Delfinpopulation in letzter Minute?
Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanDas Verbreitungsgebiet der Chinesischen Weißen Delfine erstreckt sich auf die Küstengewässer des Indischen und Westpazifischen Ozeans. Man findet sie z.B. in der Taiwanstraße, vor der afrikanischen Ostküste, vor Australien und China. Gelegentlich werden sie auch im Mündungsbreich von Flüssen gesichtet.

Die in der Taiwanstraße lebende Population hat stark unter menschlichen Aktivitäten wie Überfischung, Lärm, Wasserverschmutzung und baulichen Eingriffen an der Küste gelitten. Nur noch etwa 100 Tiere sollen heute dort leben.

Taiwan will seine Delfine vor der Ausrottung bewahren
In 2008 wurden Chinesische Weiße Delfine in Taiwan zur bedrohten Art erklärt, seit 2009 gibt es eine Task-Force, die sich für eine Erholung des Bestands einsetzt. Im September 2010 verabschiedete das Landwirtschaftsministerium einen umfassenden Schutz- und Managementplan, der neben direkten Schutzmaßnahmen auch Umweltbildungskampagnen für die Bevölkerung enthält.

Auch Fischer beteiligen sich und nehmen Einschränkungen in Kauf
Nach intensiven Gesprächen mit der Fischfangindustrie und lokalen Fischern, stimmten diese schließlich zu, dass im Schutzgebiet nur noch selektiver Fischfang möglich ist, Trawler, die unterschiedslos fangende Netzte, wie z.B. Schleppnetze, einsetzen, dürfen sich der Küste nicht näher als bis auf 3 Seemeilen nähern. Zudem wollen die Fischer sich beim Delfinmonitoring beteiligen und Patrouillenfahrten durchführen.

Was in Taiwan geht, geht in Deutschland leider nicht
Was den Taiwanesen gelingt, gemeinsam mit allen Beteiligten einen effektiven Rettungsplan für eine hochgradig bedrohte Meeressäugerpopulation auf den Weg zu bringen, ist in Deutschland offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit.

So geht die halbseidene Vereinbarung über eine freiwillige Netzreduktion in Schleswig-Holstein, die der grüne Umweltminister Robert Habeck zum angeblichen Schutz unserer vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswale als großen Erfolg proklamiert, völlig an den eigentlichen Schutzbedürfnissen vorbei und wird nach Ansicht von Experten keinerlei positive Wirkung für das Überleben der Schweinswale entlang der deutschen Ostseeküste zeitigen.

Rätselhaft, beliebt und bedroht: Chinesische Weiße Delfine
Der berühmte australische Buckeldelfin "Mystique" war deutlich rosa gefärbt. Hier liegt er im klaren sehr flachen Wasser und streckt seine lang gezogene Schnauzenspitze vorsichtig dem Betrachter entgegen ein wenig aus dem WasserObwohl Chinesische Weiße Delfine extrem küstennah leben, sind sie bislang kaum erforscht. Die zwischen 2m und 3m großen und bis zu 200kg schweren Delfine zeichnen sich durch ihren charakteristischen längsgezogenen Rücken-Buckel in der Mitte ihres massigen Körpers, eine lange, schlanke Schnauze und die Farbvariationen ihrer Krperfarbe (Braungrau, Hellgrau, Pink oder Weiß) aus und werden z.B. auch "pink dolphins" genannt.

Die Tiere bevorzugen Mangrovensümpfe, Lagunen und Mündungen aber auch Areale mit Riffen, Sand- und Schlammbecken wo sie Fische, Krustentiere und Mollusken jagen. Jungtiere springen oft und machen dabei komplette Rückwärtssaltos. Gelegentlich liegen diese Delfine auf der Seite und "winken". Die langsam schwimmenden Tiere schließen sich gern mit Großen Tümmlern, Indischen Schweinswalen und Ostpazifischen Delfinen zusammen.

Ihre ausgeprägte menschennahe Lebensweise macht diese Delfinart besonders anfällig. Zu den größten Gefahren zählen Lebensraumzerstörung und Beifang. In China gilt der Weiße Delfin auch als "Panda der Meere", da es sich um eine stark bedrohte Art handelt, die streng geschützt ist. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten der World Conservation Union (IUCN) ist die Art in der Kategorie "Gefährdung droht" eingestuft. Die in der Taiwanstraße lebende Population gilt laut IUCN als "stark bedroht" (critically endangered).

Delfinmutter "bestattet" ihr totes Babay
Im Juli 2012 sorgte ein sehr bewegendes Video eines Chinesischen Weißen Delfins weltweit für Aufsehen: Eine Delfinmutter trug ihr durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer, wo es seine letzte Ruhe finden sollte.

Augenzeugen berichteten, dass der kleine Körper des toten Babys der Mutter durch die starke Strömung immer wieder vom Rücken rutschte. Doch stets brachte sie den kleinen Delfin erneut in Position quer vor ihrer Rückenfinne, um ihn weiter zu transportieren, bis der Platz für die letzte Ruhe erreicht war. Insgesamt blieb die Mutter zwei bis drei Tage bei ihrem toten Baby.
27.04.2014 – U. Karlowski

Weitere Informationen:

⇒ Vor Hongkong sterben die rosa Delfine

⇒ China: Neues Forschungsinstitut für gefährdete Delfinart

Dobro Jutro braucht Hilfe

Adria Patendelfin DOBRO JUTRO (guten Morgen) in einer Gruppe von 4 Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen.

Dobro Jutro (Guten Morgen) war der erste Delfin, den unsere kroatischen Partner eines Morgens bereits um 6.30 Uhr sichteten (zweiter von vorne).

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Indopazifischer Großer Tümmler spielt mit einem Kugelfisch.

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