Der berühmte australische Buckeldelfin "Mystique" war deutlich rosa gefärbt. Hier liegt er im klaren sehr flachen Wasser und streckt seine lang gezogene Schnauzenspitze vorsichtig dem Betrachter entgegen ein wenig aus dem Wasser. Der geplante Bau der dritten Landebahn des Hongkong International Airport gefährdet das Überleben der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis) in den Gewässern der Millionenmetropole.

Seit Jahren warnen Experten vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong.

Eine sehr küstennah lebende Delfinart
Das Verbreitungsgebiet der auch als Indopazifischer Buckeldelfin bekannten Art erstreckt sich auf die Küstengewässer des Indischen und Westpazifischen Ozeans. Man findet sie z.B. in der Straße von Taiwan, vor der afrikanischen Ostküste, vor Australien und China. Gelegentlich werden sie auch im Mündungsbereich von Flüssen gesichtet.

Küstennahe menschliche Aktivitäten stellen diese Delfinart vor große Probleme, da sie ganz überwiegend in Küstennähe und flachen Gewässern lebt. Selten halten sich die Tiere in Wassertiefen von mehr als 20 Metern auf. Nach Schätzungen der Chinesischen Akademie für Fischereiwissenschaften sollen nur noch rund 2000 dieser Meeressäuger in den Meeresgebieten rund um China leben.

Rätselhafter Anstieg der Jungensterblichkeit
Zwei Chinesische Weiße Delfine schwimmen dicht vor der Küste, OmanSeit mehr als einem Jahr wird in den Gewässern vor Hongkong ein besorgniserregender Anstieg der Jungensterblichkeit unter den Delfinen beobachtet. Vermutungen, dass die kleinen Delfine an kontaminierter Muttermilch sterben, konnten bislang allerdings nicht bestätigt werden.

Landgewinnung für neue Landebahn
Für den Bau der dritten Landebahn des Hongkong International Airport werden 672 Hektar Land trockengelegt. Die Kapazität des Flughafen soll so bis 2030 auf jährlich 102 Millionen Passagiere erweitert und die Frachtkapazität auf 8,9 Millionen Tonnen pro Jahr ausgebaut werden.

Für die Delfine wäre besonders die Bauphase durch Unterwassersprengungen und –ausbaggerungen und zusätzlichem Schiffsverkehr mit erheblichen zusätzlichen Belastungen wie Verschmutzung, Lärm sowie Gefahr durch Schiffskollisionen verbunden. Zusätzlich verkleinert die neue Landebahn ihren Lebensraum. Professor Lam Chiu-ying von der Chinesischen Universität von Hongkong schlägt deshalb vor, die Auslastung der beiden bestehenden Landebahnen zu erhöhen.

Nur noch knapp 1100 Delfine leben vor Hongkong
Im Rahmen eines Langzeitsprojekts des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Umweltschutz Hongkongs wurden vom April 2012 bis zum März 2013 die in den Gewässern um Hongkong lebenden Chinesischen Weißen Delfine von Schiffen, Helikoptern, mit Hydrophonen und von Beobachtungsstationen an Land aus gezählt. Dabei fand man 345 Gruppen mit insgesamt 1097 Delfinen – der niedrigste Stand seit 10 Jahren.

Besonders in den Gewässern um die Insel Lantau, der größten Insel Hongkongs, stellten die Wissenschaftler einen starken Rückgang der Bestände fest. Diese waren auf den niedrigsten Stand innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 10 Jahren gefallen.

Ihre Beliebtheit hilft ihnen nicht
Zwei Chinesische Weiße Delfine vor der Küste von Mosambik, Mutter mit Jungtier, das gerade direkt neben ihrer Rückenfinne auftaucht und dabei den Kopf aus dem Wasser streckt. Es hilft den oft rosa gefärbten langschnabeligen Tieren mit ihrem charakteristischen Buckel offenbar wenig, dass sie als eine Art Maskottchen für die Giga-Metropole gelten und sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen. Zu groß sind Landhunger und wirtschaftlicher Wachstumsdruck der drittgrößten Metropolregion der Volksrepublik China.

Delfinmutter "bestattet" ihr totes Baby
Im Juli 2012 sorgte ein sehr bewegendes Video über einen weiblichen Chinesischen Weißen Delfin weltweit für Aufsehen. Es zeigte wie die Delfinmutter ihr durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer brachte. Aus menschlicher Perspektive gesehen, hatte dieses Verhalten fast schon den Anschein eines Bestattungsrituals.
U. Karlowski, Juli 2014

Dobro Jutro braucht Hilfe

Adria Patendelfin DOBRO JUTRO (guten Morgen) in einer Gruppe von 4 Tümmlern, die eng zusammen fast auf gleicher Höhe schwimmen.

Dobro Jutro (Guten Morgen) war der erste Delfin, den unsere kroatischen Partner eines Morgens bereits um 6.30 Uhr sichteten (zweiter von vorne).

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

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