Drei im türkischen Delfinarium Sealanya gefangene Große Tümmler dümpeln traurig an der Wasseroberfläche vor einer Absperrung zu einem anderen Becken. Ein Delfin befindet sich direkt mit dem Maul an der Absperrung.Für Delfine, Wale und weitere 31 Tierarten brachte die elfte Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS), die am 09.11.2014 im ecuadorianischen Quito endete, einige erfreuliche Ergebnisse.

Größte und wichtigste Gruppe der neu in die CMS-Schutzlisten aufgenommenen Tiere sind 21 Hai-, Rochen- und Sägefischarten. Auf der Konferenz wurde unterstrichen, dass diesen Arten, die auch kommerziell befischt werden, bessere Überlebenschancen gewährt werden sollen.

Für Mantas und Teufelsrochen gilt sogar ein absolutes Fangverbot. Bedauerlicherweise gehören allerdings große Fischereinationen wie Russland, China und Japan nicht zu den 120 Mitgliedsländern der CMS.

Auch die Cuvier-Schnabelwale (Ziphius cavirostris) im Mittelmeer haben jetzt den höchsten CMS-Schutzstatus. Diese besonders lang und tief tauchende Art (bis zu 40 Min. mit Tauchtiefen von über 1000 m) ist besonders durch akustische Meeresverschmutzung gefährdet, wie sie z.B. im Zusammenhang mit militärischen Sonarübungen oder seismischen Messungen zur Erkundung von Erdgas- und Erdöllagerstätten auftritt, gefährdet.

Resolution gegen Lebendfänge von Delfinen und Walen für Delfinarien
CMS-Mitgliedsländer sind jetzt gefordert, nationale Gesetze zu schaffen, die den Fang wild lebender Delfine und Wale zu kommerziellen Zwecken verbieten. Außerdem sollen CMS-Länder den Import und internationalen Transit von Delfinen und Walen zu kommerziellen Zwecken unterbinden und Staaten, die sich nach wie vor an Fangaktionen für kommerzielle Zwecke beteiligen, zur Einstellung der Fänge auffordern.

Resolution zur Bedeutung von Kultur bei intelligenten Säugetierarten
In einer weiteren Resolution erkannten die über 900 CMS-Delegierten an, dass einige hoch entwickelte Säugetierarten wie z.B. verschiedene Delfin- und Walarten aber auch Menschenaffen und Elefanten eine nicht-menschliche Kultur entwickelt haben. Von der Erforschung derartiger nicht-menschlicher kultureller Entwicklungen erhofft man sich wichtige Argumente für den Schutz dieser Tierarten.

So hat der Verlust oder die Entnahme bestimmter, bedeutender Individuen bei diesen Arten weit über die bloße Reduzierung der Bestandszahl hinausgehende Folgen für die betroffene Gruppe oder Population. Der Verlust von Individuen mit speziellem kulturellem Wissen, wie z.B. einer speziellen Jagdtechnik, kann verheerende Auswirkungen haben.

Leider kein zusätzliches Geld für den Tier- und Artenschutz
Ein ganz entscheidender Punkt wurde auf der Konferenz jedoch abgeschmettert. Mit Verweis auf die Finanzkrise lehnten die Mitgliedsstaaten eine Erhöhung des CMS-Etats leider ab.
U.Karlowski, 10.11.2014

Weiterführende Informationen:

⇒ Indien erkennt Delfine als nicht-menschliche Personen an

⇒ Traurige Bilanz des "UN-Jahr des Delfins 2007/2008"

Maja braucht Hilfe

Peru Patendelfin MAJA schaut gerade so mit einem Auge aus dem Wasser, ihr Baby schwimmt auf Höhe der Rückenfinne direkt neben ihr.

Maja ist ein großes Weibchen, das 2006 erstmals mit einem Baby in einer Gruppe mit Longscar und Trinity gesehen wurde. Sie verschwand 2007 und tauchte erst 2011 mit einem neuen Jungtier wieder auf.

⇒ Patenschaft für Maja (Paracas/Peru) ⇒ Patenschaft verschenken

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

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