Es besteht die große Gefahr, dass die Menschen durch die rücksichtslose Ausbeutung der Ozeane eine Delfinart nach der anderen ausrotten. Der Chinesische Flussdelfin oder Baiji gilt seit 2007 als ausgestorben.

Mindestens ein Viertel aller Delfinarten ist derzeit vom Aussterben bedroht und weltweit sind weniger als 1 Prozent der für Delfine wichtigen Gebiete als Schutzzonen ausgewiesen. Vielfach ist es nicht die Art an sich, die bedroht ist, sondern deren Unterarten oder isolierte Populationen.

Ein Adria-Tümmler macht quer zum Fotografen einen gewaltigen Sprung, die Nasenspitze taucht soeben wieder ins Wasser ein.Kroatien besitzt einen außergewöhnlichen Naturschatz: die letzten Delfine der Adria. Nur eine Art lebt heute noch ständig dort: der aus Delfinarien und der Fernsehserie "Flipper" bekannte Große Tümmler oder "Gute Delfin" (Dobri Dupin) auf Kroatisch.

Die "Adria-Delfine" halten sich das ganze Jahr über nahe der kroatischen Küste und Inseln auf, meist weniger als 5 Kilometer vom Land entfernt.

Ihr Bestand wird auf nur etwa 220 Tiere geschätzt und so können Gefahren, ob natürlich bedingt oder durch menschlichen Einfluss, für diese kleine Population schnell das Aus bedeuten.

⇒ GRD-Projekt Rettung der letzten Adria-Delfine

Patendelfin Bodo springt. Nördlich der Paracas-Halbinsel (im Süden von Peru) wird in der gleichnamigen Bucht eine Gruppe ortstreuer Großer Tümmler entdeckt. Seit 2000 bis heute wurden 110 Individuen identifiziert, und in einen Katalog mit Foto ihrer Finne aufgenommen. Diese Delfine sollen bereits seit den frühen 90iger Jahren in der Bucht leben, doch damals gab es zwischen 130 und 150 Individuen.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich etwa 55 Kilometer entlang der Küste zwischen der Paracas-Bucht und der Provinz Chincha. Die Paracas-Tümmler sind zahlreichen negativen menschlichen Einflüssen ausgesetzt: Meeresverschmutzung durch Industrieanlagen und ungeklärte Haushaltsabwässer, zunehmender Schiffsverkehr aufgrund industriellen Wachstums, Verknappung der Nahrungsressourcen durch nicht nachhaltige Fischerei sowie Beifangverlusten.

Der Schutz der Paracas-Delfine gehört zu den Aufgaben des GRD-Delfinschutzprojekts in Peru in Zusammenarbeit mit der peruanischen Meeresschutzorganisation ACOREMA. Mit den gewonnen Erkenntnissen über die Meeressäuger und die Ursachen ihrer Gefährdung konnte die Bevölkerung für ihren Schutz sensibilisiert und begeistert werden. Sogar viele Fischer sind integriert und melden Beobachtungen "ihrer" Delfine. Dolphin Watching wird in der Bucht zur Sensation bei Touristenausflügen.

⇒ Delfin- und Meresschutzprojekt Paracas-Halbinsel in Peru

Drei Supay-Delfine kommen dicht an dicht parallel schwimmend in enger Formation mit den Rückenfinnen aus dem Wasser.Bei Pisco (Paracas-Halbinsel, Peru) wird 1999 eine isolierte 16-köpfige Gruppe Großer Tümmler entdeckt, die im Paracas-Nationalreservat lebt und anscheinend keinen Austausch mit anderen Delfingruppen hat. Sie ist durch mehrere Faktoren; wie z.B. illegale Dynamitfischerei, gefährdet.

In Zusammarbeit mit der peruanischen Meeresschutzorganisation ACORMA erreicht die GRD, dass ihr Gebiet einen besonderen Schutzstatus erhält. Ranger werden von ACOREMA ausgebildet, die Beobachtungen und Kontrollen gegen Dynamitfischerei durchführen.

Die Zusammenarbeit mit dem Paracas-Nationalreservat wird intensiviert. In 2011 werden zwei neue Jungtiere in der Gruppe gesichtet. Die Supay-Delfine sind die ersten Paten-Delfine der GRD. Sie werden individuell identifiziert und regelmäßig beobachtet. Zählungen in 2012 zeigten, dass die kleine Gruppe auf nunmehr 21 Individuen angewachsen ist.

⇒ Delfin- und Meresschutzprojekt Paracas-Halbinsel in Peru

Eine Schweinswalmutter schwimmt mit ihrem Baby fast einen Kreis beschreibend umher, die Aufnahme von einem erhöhten Standpunkt zeigt beide Tiere deutlich erkennbar im klaren Wasser.Der Schweinswal (Phocoena phocoena), auch Kleiner Tümmler oder Braunfisch genannt, gehört zu den kleinsten Walarten der Welt. Er ist in den gemäßigt-kalten und subarktischen Gewässern der Nordhemisphäre verbreitet und hält sich meist in den Küstengewässern nicht weiter als 10 km vom Festland entfernt auf.

Der sympathische Mini-Zahnwal kommt bei uns in Nord- und Ostsee vor und wird häufig von Seglern gesichtet. Für Deutschland gilt er als einzige residente Wal-Art, das heißt, nur Schweinswale leben ständig in deutschen Gewässern und gebären hier ihre Jungen.

Die kleinen Meeressäuger sind perfekt an ihr Leben im Meer angepasst, ihre Speckschicht schützt sie vor Auskühlung. Sie können bis zu etwa 220 Meter tief tauchen und über 6 Minuten die Luft anhalten. Sie sind schnelle Schwimmer, die mit ihrer Stromlinienform durchs Wasser gleiten und bei größerer Geschwindigkeit kurz mit dem ganzen Körper über der Oberfläche sind. Dabei können sie bis zu 20 km/h erreichen. Sie sind sehr wendig und kommen auch im flachen Wasser zurecht.

Ein weiblicher Chinesicher Weißer Delfin mit Nachwuchs vor der Küste von Mosambik, der Babydelfin springt unbeholfen auf Höhe der Rückenfinne vor der Mutter aus dem Wasser.Innerhalb der Gattung Sousa oder Buckeldelfine werden 4 Arten unterschieden, die jüngste, der Australische Buckeldelfin, wurde erst Mitte 2014 als eigenständige Art anerkannt.

Buckeldelfine leben extrem küstennah, meist entfernen sie sich nicht weiter als 400 Meter von der Küste. In China gelten sie auch als "Panda der Meere", da es sich um eine stark bedrohte Art handelt, die streng geschützt ist. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten der World Conservation Union (IUCN) ist die Art Sousa chinensis in der Kategorie "Gefährdung droht" eingestuft. Die in der Straße von Taiwan lebende Population gilt laut IUCN als "stark bedroht" (critically endangered).

Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES/WA) stehen sie auf Anhang I der gefährdeten Arten, d.h. der internationale Handel mit diesen Tieren ist verboten. Die Chinesische Akademie für Fischereiwissenschaften schätzt, dass nur noch rund 2000 Tiere in den Meeresgebieten rund um China leben. Von allen 4 Arten zusammen soll es laut IUCN weltweit nicht mehr als 10 000 Exemplare geben.

Ein kleiner Hector-Delfin springt aus dem Wasser, nur die Schwanzfluke ist noch unter Wasser, das Tier ist sehr hell gefärbt, nur von den Augen bis zum Flipper, an der Finne und beidseitig der hinteren Bauchseite sind dunkle Stellen, der Kopf ist gleichmäßig konisch zulaufend.Die nördliche Unterart des neuseeländischen Hectordelfins (Cephalorhynchus hectori maui), die Maui-Delfine, sind zugleich die seltensten und kleinsten Delfine.

Die Population der vor der Nordinsel Neuseelands lebenden Hector-Delfine gilt aufgrund genetischer Unterschiede als eigene Unterart. Ihre Bestandsgröße war im August 2012 auf nur noch 55 Exemplare gesunken. Diese Unterart gilt als die seltenste der Delfinfamilie und steht kurz vor der Ausrottung. Die Ursache für den Zusammenbruch des Bestands sind massive Verluste durch Beifänge in der Stellnetzfischerei.

Ein Vaquita Golf von Kalifornien.Der Vaquita gehört zur Familie der Schweinswale (Überfamilie Delfinartige). Aufgrund seines geringen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) und dem enorm hohen Nutzungsdruck in seinem Verbreitungsgebiet gilt er als die am stärksten bedrohte Kleinwalart.

Vaquitas kommen nur im nordwestlichen Golf von Kalifornien in Mexiko vor. Die Art wurde erst 1958 entdeckt und lebt ausschließlich in einem nur 4000 km² großen, vom Colorado-Estuar beeinflussten Meeresgebiet. Fast 60 Jahre später scheint es, als verschwinde sie für immer von unserem Globus. Im Mai 2016 teilte die mexikanische Regierung mit, dass der Bestand auf 60 Individuen gesunken sei. Damit hat sich die Population der kleinen Wale pro Jahr um 18,5 Prozent verringert. Wenn es keine effektiven Schutzmaßnahmen gibt, wird der Vaquita mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2018 ausgestorben sein.

Ein Irawadi-Delfin steht mit halbem Körper über der Wasseroberfläche, er scheint mit seinen beiden Flippern wild zu plantschen, Wasser spritzt beidseitig auf, der helle Bauch des ansonsten dunkel gefärbten Delfins ist gut zu sehen.Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN sind vier der fünf Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins (Orcaella brevirostris) vom Aussterben bedroht.

Prekär ist die Lage der rund 30 Tiere im thailändischen Songkhla-See, wo in fünf Jahren 20 Delfine in Fischernetzen verendet sind und im Mekong, wo nur noch höchstens 70 Tiere im kambodschanischen Teil des Flusses leben sollen.

Bold braucht Hilfe

Peru Patendelfin BOLD schwimmt als kleines Delfinbaby ganz dicht an der Seite seiner Mutter und streckt gerade seine Schnauze aus Wasser.

Bold bedeutet kühn, dreist, und genauso benahm er sich bei den ersten Beobachtungen in der Supay-Bucht vor 10 Jahren. Bold war ein unerschrockenes Junges, das dem Rest der Gruppe voraus schwamm. Heute ist Bold erwachsen.

⇒ Patenschaft für Bold (Supay/Peru) ⇒ Patenschaft verschenken

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Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

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Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

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