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Delfinschutzgebiet

Adriadelfin und FischerbootIm August wurde von der kroatischen Regierung das erste Delfinschutzgebiet des Mittelmeers ausgewiesen. Es umspannt 526 Quadratkilometer in der nördlichen Adria östlich der Inseln Losinj und Cres. Die Gewässer wurden im Rahmen des internationalen Schutzabkommens für Cetaceen im Schwarzen Meer und Mittelmeer ACCOBAMS auf Initiative der kroatischen Organisation "Blue World" unter Schutz gestellt. Als Grundlage dienten seit 12 Jahren gesammelte Daten. Wir freuen uns über diesen Erfolg und gratulieren Blue World ganz herzlich. Wir hoffen, dass unsere Bemühungen für das gemeinsame Ziel eines besseren Delfinschutzes in der gesamten kroatischen Adria dadurch gestärkt werden.

Delfinschutzzentrum

Entwurf des auf der Insel Ugljan geplanten DelfinschutzzentrumsDer Baubeginn des auf der Insel Ugljan geplanten Delfinschutzzentrums hat sich leider etwas verzögert. Aufgrund einer langwierigen Neuordnung der landesweiten Bebauungspläne mit wichtigen Änderungen der regionalen Vorschriften konnte der Bauantrag erst jetzt eingereicht werden. Wir hoffen nun auf eine baldige Genehmigung.

Um das Delfinschutzprojekt weiter voranzutreiben, engagierten sich unsere kroatischen Partner im Juni gemeinsam mit dem Rotary Club und weiteren Beteiligten beim "Meeresorgelfestival" in Zadar. Hunderte von Besuchern genossen bei der am Ufer unterirdisch errichteten Meeresorgel, deren Musik vom Wellenschlag komponiert wird, musikalische Darbietungen kroatischer Künstler und konnten sich dabei auch über das Projekt und das geplante Delfinschutzzentrum informieren.

Gefahren noch nicht gebannt

Auch wenn der Delfinschutz in Kroatien inzwischen tiefer ins Bewusstsein von Bevölkerung und Touristen gedrungen ist, sind die Meeressäuger nach wie vor durch menschliche Einflüsse gefährdet.

Insgesamt 15 Delfine wurden im letzten Jahr als Totfunde gemeldet, allerdings konnten nur 12 Kadaver geborgen werden. Bei zwei Tieren wurde um den Kehlkopf gewickeltes Fischernetz als Todesursache ausgemacht. Ein Streifendelfinweibchen kam wahrscheinlich durch eine Gewehrkugel ums Leben. Zwei weitere Große Tümmler litten an einer starken Atemwegsinfektion, einer hatte einen Herzfehler. Bei fünf Verschluckte Reste eines Fischernetzes können Delfinen die Luftröhre abgeschnürenTieren konnte die Todesursache nicht festgestellt werden.

Noch immer gilt Fischerei als große Gefahr für die Delfine. Sie verfangen sich in den Netzen und ertrinken oder sie verschlucken Netzfetzen beim Versuch, die Beute daraus zu "klauen". Die Fetzen können sich dann um die Luftröhre wickeln oder im Darm in größeren Mengen zu Verstopfung und schließlich zum Tode führen.

Auch reine "Spaßaktivitäten" wie Schnellboote oder Jetskis können den Tieren zum Verhängnis werden: Sie erleiden unter Umständen sogar tödliche Verletzungen oder werden aus ihren Lebensräumen verdrängt.

Nur konsequente Aufklärungsarbeit, weitere Schutzmaßnahmen und deren Umsetzung sowie gegebenenfalls zusätzliche Schutzgebiete können helfen, die letzten Meeressäuger der kroatischen Adria vor dem Aussterben zu bewahren.
Ulrike Kirsch

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Rettung der letzten Adria-Delfine (Kroatien)