Trauriger Fund bei Pula
August 2010 - Ein trauriger Fund wurde uns im Sommer gemeldet. Vor der istrischen Küste bei Pula trieb ein harpunierter Delfin, der zunächst sogar noch gelebt haben soll. Polizei und örtliche Tierärzte, die das Tier aus dem Wasser zogen, vermuten aufgrund der Wunde, dass auf den Meeressäuger aus nächster Nähe von einem Boot aus geschossen wurde, möglicherweise als er in dessen Bugwelle ritt. Den Kadaver transportierte man für weitere Untersuchungen zu unseren kroatischen Projektpartnern in die tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb.
Meeressäuger sind in Kroatien gesetzlich geschützt. Sie dürfen nicht getötet, gejagt oder in sonstiger Weise belästigt werden. Verstöße werden mit bis zu knapp 5000 Euro Bußgeld geahndet. Der Fall wird nun strafrechtlich verfolgt. Der zuständige Inspektor hatte bereits
2007 eine Person zu Gericht gebracht, die bei Pula eine Delfinschule mit dem Motorboot belästigt hatte.
Ein weiterer toter Delfin wurde uns von einem Teilnehmer unserer Sichtungsbogenaktion gemeldet, der das Tier ebenfalls im August vor dem istrischen Rovinj auf dem Meer treibend entdeckte. Der Kadaver konnte von unseren Partner geborgen werden, die Untersuchungen der Todesursache sind derzeit noch im Gange.
In derartigen Fällen bittet die GRD darum, direkt unsere Partner vor Ort (VAL) zu kontaktieren. Denn nur so bestehen gute Chancen, den Kadaver zu bergen und die Todesursache herauszufinden.
Ulrike Kirsch