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Große Tümmler sind die einzigen Meeressäuger, die heute noch ständig in der Adria vorkommen. Etwa 220 dieser Delfine leben das ganze Jahr über nahe der kroatischen Küste und Inseln, meist weniger als 5 Kilometer vom Land entfernt. Wasserverschmutzung, Überfischung, Beifang-Tod in Fischernetzen und direkte Tötung haben die Bestände in der Adria zusammenbrechen lassen, in der es einst Tausende Delfine und mehrere Arten gab. Heute werden andere Arten, wie der Gemeine Delfin oder Rundkopfdelfin dort nur noch selten gesichtet. Im Folgenden finden Sie eine Beschreibung der wichtigsten Arten, denen Sie in der kroatischen Adria (theoretisch) begegnen können.

Seit Projektbeginn im Juni 2000 wurden außer Großen Tümmlern auch Gemeine Delfine, Rundkopfdelfine sowie Finn- und Schnabelwale gesichtet.

Großer Tümmler (Tursiops truncatus)

Wasserverschmutzung, Überfischung, Beifang-Tod in Fischernetzen und direkte Tötung haben die Bestände in der Adria zusammenbrechen lassen, in der es einst Tausende Delfine und mehrere Arten gab.Er ist der durch die Fernsehserie "Flipper" und Delfinarien wohl bekannteste der insgesamt etwa 40 Delfinarten. Diese in allen Meeren verbreitete Art erreicht je nach Lebensraum eine Größe zwischen 2,50 und 4,00 Meter und ein Gewicht zwischen 150 und 600 Kilogramm.

Die Durchschnittsgröße der "Adria-Delfine" dürfte bei etwa 3 Meter liegen. Sie besitzen einen relativ kurzen, flaschenhalsähnlichen Schnabel (daher die Bezeichnung "bottlenose dolphin" auf Englisch). Die Körperfarbe ist meist grau und wird vom Rücken, der am dunkelsten ist, zum Bauch hin immer heller. Die Bauchseite ist hellgrau bis weiß, manchmal sogar rosafarben und bei älteren Tieren gelegentlich auch gefleckt.

Große Tümmler haben eine relativ große und nach hinten gekrümmte Finne. Sie sind sehr anpassungsfähig, aktiv und neugierig. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 30 Jahren, in Einzelfällen können sie sogar 50 Jahre alt werden.

Gemeiner Delfin (Delphinus delphis)

Nach Meinung vieler Wissenschaftler war diese Art bis vor dem Zweiten Weltkrieg in der Adria noch weiter verbreitet als der Große Tümmler.Der Gemeine Delfin wird nur etwa 2,40 Meter groß und ist gut an seinem seitlichen grauen bis gelblichen Sanduhr-Muster erkennbar. Die Rückenpartie variiert zwischen grau, braun und schwarz, die Bauchseite ist hell. Er besitzt einen langen, spitzen Schnabel und eine relativ große Finne. Auch er ist ein sehr aktiver Geselle.

Seit Projektbeginn wurde diese Art einmal im Sommer 2001 in den Gewässern bei der Insel Dugi Otok, im Sommer 2003 in einer größeren Schule gemeinsam mit Großen Tümmlern vor Sibenik sowie zwei Exemplare 2007 vor Hvar gesichtet. Nach Meinung vieler Wissenschaftler kam diese Art bis vor dem Zweiten Weltkrieg in der Adria weit häufiger vor als der Große Tümmler.

Rundkopfdelfin (Grampus griseus)

Die Körper der Rundkopfdelfine sind mit weißen Kratzern übersät - je älter, desto zahlreicher, so dass sie auf die Entfernung fast weiß erscheinen können.Wie der Name schon sagt, erkennt man Rundkopfdelfine an ihrem rundlichen Kopf mit kaum ausgeprägtem Schnabel. Die Jungtiere sind bei der Geburt grau, mit zunehmendem Alter werden sie jedoch heller.

Der Körper der Rundkopfdelfine ist mit weißen Kratzern übersät - je älter, desto zahlreicher, sodass sie aus der Ferne fast weiß erscheinen können. Erwachsene Tiere werden bis zu etwa 4 Meter groß. Die Finne kann eine Höhe bis zu 50 cm erreichen.

Blau-Weißer Delfin (Stenella coeruleoalba)

 Streifendelfine werden entlang der Küsten Kroatiens nur noch extrem selten gesichtetDer Blau-Weiße oder Streifendelfin kann leicht mit dem Gemeinen Delfin verwechselt werden. Er ist in etwa gleich groß (bis zu 2,50 Meter) und besitzt an den Seiten Längsstreifen. Der Bauch ist hell (weiß bis rosafarben), der Rücken blaugrau bis bräunlich.

Meist verläuft seitlich in der unteren Hälfe ein langer, dünner Streifen vom Auge bis fast zur Fluke sowie ein oder zwei dunkle Streifen vom Auge bis zum Flipper. Der Blau-Weiße Delfin besitzt einen ausgeprägten, langen Schnabel, die Rückenfinne ist groß und sichelförmig.

Finnwal (Balaenoptera physalus)

Finnwale gehören zu den Bartenwalen, d.h. sie filtern ihre Nahrung, die hauptsächlich aus Plankton besteht, durch Barten. Mit einer Länge von bis zu 25 Metern und einem Gewicht bis zu 80 Tonnen ist der Finnwal nach dem Blauwal das zweitgrößte Tier der Erde. Er erreicht Schwimmgeschwindigkeiten bis zu 30 km/h. Er ist der einzige Furchenwal, der auch im Mittelmeer vorkommt. Furchenwale beziehen ihren Namen von den zahlreichen Furchen an Brust und Kehle (zwischen 56 und 100 beim Finnwal), dank derer sie ihr Maul bei der Nahrungsaufnahme stark vergrößern können. Finnwale haben eine kleine nach hinten gebogene und im hinteren Rückenteil sitzende Finne.

Im August 2000 wurde ein Finnwal nahe der südlich von Split gelegenen Stadt Makarska gesichtet. Das etwa 15 Meter lange Tier konnte seinen 16-tägigen Aufenthalt dank der von unseren Projektpartnern sofort eingeleiteten Maßnahmen ohne Störungen genießen. Über Radio, Fernsehen und Zeitungen wurde über den geschützten Wal berichtet, er erhielt für die Dauer seines Aufenthalts "Polizeischutz", zusätzlich wurde der Schiffsverkehr im Kanal von Hvar gesperrt.

Der junge Finnwal war durch massiven Befall mit Endo- und Ektoparasiten derart geschwächt, dass er infolge von Erschöpfung und Kreislaufkollaps in dem fast vollständig isolierten Karinsko More verhungerteIm November 2000 wurde ein etwa 9 Monate altes und 10 Meter langes junges Finnwalmännchen im Karinsko More tot aufgefunden. Er war durch massiven Befall mit Endo- und Ektoparasiten derart geschwächt, dass er infolge von Erschöpfung und Kreislaufkollaps in dem fast vollständig isolierten Karinsko More verhungerte.

Im September 2002 wurde ein Finnwal auf der vor Krk gelegenen Insel Prvic tot aufgefunden. Er wurde auf die Insel Krk und dort mit einem Kran an Land gebracht, wo die Sektion vorgenommen wurde, um Proben zu entnehmen. Es handelte sich um ein 11,4 Meter großes etwa ein bis zwei Jahre altes Weibchen.

Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris)

Schnabelwale sind im Allgemeinen eher scheu. Sie sind gute Taucher und bevorzugen tiefe, von der Küste entfernte GewässerDiese Wale werden bis zu etwa 7 Meter groß. Sie haben einen wenig ausgeprägten spitzen Schnabel. Die Weibchen besitzen meist keine Zähne, die Männchen zwei. Diese sitzen vorn im Unterkiefer und sind bei geschlossenem Maul sichtbar. Die meist kleine sichelförmige bis dreieckförmige Finne befindet sich im hinteren Teil des Rückens. Die Körperfarbe variiert von bräunlich bis hellgrau. Der Rücken älterer Tiere kann vor der Finne fast weiß sein.

Schnabelwale sind im Allgemeinen eher scheu. Sie sind gute Taucher und bevorzugen tiefe, küstenferne Gewässer.

Das Obduktionsergebnis der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb ergab, dass der Schnabelwal an verschluckten Plastiktüten verendete.Anfang des Jahres 2001 tauchte ein 4,30 Meter großes Schnabelwal-Weibchen vor Dubrovnik auf. Zu seinem Schutz wurden von unseren kroatischen Projektpartnern sofortige Maßnahmen eingeleitet, u.a. ein Auslegeverbot von Fischernetzen während des Aufenthalts des Wals. Einen Monat später verstarb er leider. Das Obduktionsergebnis der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb ergab, dass er an verschluckten Plastiktüten verendete. Diese verstopften die erste Kammer seines Magens, die daraus folgenden Verdauungsstörungen führten schließlich zum Tode.


Sporadisch wurden in der nördlichen und zentralen Adria zudem folgende Arten gesichtet: Pottwal (Physeter macrocephalus), Kleiner Schwertwal (Pseudorca crassidens) sowie Gewöhnlicher Grindwal (Globicephala melas).
Ulrike Kirsch

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Rettung der letzten Adria-Delfine (Kroatien)