Gleich bei einer der ersten Delfinschutz-Patrouillen in der kroatischen Adria im Jahr 2004 entdeckten unsere Projektpartner einen toten gestrandeten Delfin. Es war ein weiblicher Streifendelfin (Stenella coeruleoalba), eine Art, die entlang der Küsten Kroatiens nur noch extrem selten gesichtet wird.
Tod und Strandung des Weibchens sorgten in den kroatischen Medien für einigen Wirbel. Denn die junge Mutter verlor entweder durch eine Krankheit ihr ungeborenes Baby oder starb an den Folgen des Aborts. Dieses doppelt tragische Schicksal ging vielen Menschen nahe, einige Zeitungen spekulierten gar, die Mutter sei vor Trauer um ihr verlorenes Baby gestorben.
Der traurige Fall zeigt, wie stark das Interesse an den Delfinen und ihrem Überlebenskampf in der kroatischen Öffentlichkeit gewachsen ist. Noch vor wenigen Jahren hätte diese Geschichte niemanden großartig interessiert. Wir wollen diese positive Entwicklung, die wir mit unserem Projekt zur Rettung
der letzten Adria-Delfine ausgelöst haben, jetzt ausbauen und verstärken.
Nach langer Vorbereitungszeit überwanden die Tierärzte Martina Duras und Tomislav Gomercic in diesem Frühjahr auch die letzte der vielen bürokratischen Hürden und feierten die Gründung einer eigenen kroatischen Delfinschutzorganisation namens VAL (Welle).
VAL bietet nun eine wesentlich bessere Plattform als die veterinärmedizinische Fakultät der Universität, um engagierte Menschen aus Kroatien in das Projekt einzubinden.
In enger Zusammenarbeit zwischen GRD, veterinärmedizinischer Fakultät und VAL wollen wir nun mit aller Kraft eines der Kernziele des Gesamtprojekts vorantreiben: den Aufbau einer Delfinschutz-Station an der Küste als dauerhafte Basis für die Einsätze unseres Patrouillenbootes und um die Öffentlichkeitsarbeit noch besser fokussieren zu können.
Ulrike Kirsch