Juni 2010 - Eine ungewöhnliche Begegnung hatte Anfang Juni ein aufmerksamer Fischer am Rande des Meeresnationalparks Telašćica in Mitteldalmatien: Er entdeckte einen verletzten Delfin.
Dank seiner Meldung an die Parkaufsicht gelang es einem Ranger, das Tier auf dem Meer wiederzufinden und sogar Aufnahmen von ihm zu machen. Sie lassen Verletzungen am Schwanzstiel sowie eine seltsame Kopfform erkennen. Bei dem etwa 1,3 m langen Meeressäuger könnte es sich nach Einschätzung von Martina Duras, Tierärztin an der Uni Zagreb und Projektmitarbeiterin, um einen
neugeborenen Rundkopfdelfin (Grampus griseus), eine in der Adria inzwischen recht seltene Art, oder um einen jüngeren Großen Tümmler (Tursiops truncatus) mit einer angeborenen Missbildung handeln. Unklar ist, wie er sich die Verletzungen zugezogen hat. Seine Überlebenschancen stehen nach Meinung der Expertin schlecht.
Der Delfin verließ den Nationalpark und schwamm im Žut-Kanal Richtung Süden. Danach verlor man ihn aus den Augen.
Wer diesen Delfin sieht, wird gebeten, entweder unsere Projektpartner: Martina Duras (sie spricht deutsch: +385/95/9022613 oder +385/95/9022610) oder die Parkaufsicht von Telašćica (+385/23/377-096, +385/23/377-395 oder Handy +385/98/467-988) zu informieren.
Juni 2010 - Ein weiterer verletzter Delfin wurde fast zeitgleich im selben Gebiet gemeldet. Der bei der Insel Ugljan beobachtete Große Tümmler hatte ebenfalls eine Verletzung an der Schwanzflosse und zog ein Seil hinter sich her.
Tom Gomerčić, Tierarzt und Projektpartner, fuhr sofort an die Küste, um gemeinsam mit ortsansässigen Fischern Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Versuche, den Delfin einzufangen, um das Seil zu entfernen, schlugen aber leider fehl.
Ein paar Tage später wurde das Tier bei der Insel Dugi Otok gesichtet. Auch der zweite Fangversuch scheiterte. Zum Glück hatte sich das Seil zwischenzeitlich gelöst. Allerdings war eine tiefe Schnittwunde im Bereich der Schwanzflosse zu erkennen. Der Tierarzt vermutet, dass sogar die oberen Sehnen durchtrennt sein könnten. Dies wäre auch eine Erklärung für das Schwimmverhalten des Großen Tümmlers, der sich relativ mühsam und fast nur noch an der Oberfläche fortbewegte. Es bestehen Hoffnungen, dass die Verletzungen ohne Entzündung abheilen. Dann hätte der Delfin gute Chancen, auch mit einer funktionsunfähigen Fluke weiterzuleben.
Ulrike Kirsch
Fotos:
© B. Puhov (Telašćica)
© T. Gomerčić (Ugljan)