Kampagne gegen Plastikmüllflut am und im Meer und Einführung von Recycling in Peru-Paracas
Plastikmüll und Mikroplastik in den Gewässern und Ozeanen ist weltweit ein ernst zu nehmendes Problem. Plastikmaterialien, die in den Meeren treiben, bergen ein hohes Gefährdungspotenzial für viele Meerestiere. Sie bringen langsamen und qualvollen Tod durch: Verheddern der Tiere in ring- und schlingenförmigen Verpackungen oder Netzresten, Verschlucken von Plastikteilen, die mit Nahrung verwechselt oder mit ihr aufgenommen werden. Folgen sind...
Jagd auf Delfine in Peru – Patendelfine nicht in Gefahr
Seit 1999 kämpft die GRD, gemeinsam mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA gegen die Jagd auf Delfine vor der Küste des Andenstaates Peru. Skrupellose Fischer harpunieren dabei Dusky-Delfine, das Blut der verwundeten Meeressäuger soll Haie anlocken. Anschließend werden die Delfine an Bord der Fischerboote getötet und zerlegt, um ihr Fleisch als Köder für den Fang der angelockten Haie einzusetzen. Die Jagd auf Delfine ist in Peru...
Geliebte Delfine - Schüler in Paracas kommen Delfinen näher
Artenschutz kann heutzutage fast nur erfolgreich sein, wenn er fest in der lokalen Bevölkerung verankert ist. Deshalb besteht unsere Arbeit auch in der Umsetzung von Strategien, die die Integration der Bevölkerung zum Ziel haben. Wir pflanzen jetzt kleine Gedanken und Ideen, die in der Zukunft eine große Ernte für den Delfin- und Meeresschutz einbringen sollen. Wir tragen unser Wissen in die Schulen des Paracas-DistriktsUnsere...
Neues von den Patendelfinen Little Tree and Sun aus Peru
Little Tree und Sun sind noch immer Teil der Supay-Gruppe, die isoliert im Süden der Paracas-Bucht lebt. Die beiden sowie auch alle anderen Mitglieder konnten im August 2015 in ihrem Lebensraum während einer für das Langzeitmonitoring der Paracas-Delfine von ACOREMA durchgeführten Patrouillenfahrt beobachtet werden. Es ist so beruhigend zu wissen, dass auch nach 16 Jahren die Gruppe stabil ist und die Individuen nach der ersten Beobachtung...
Aktuelles von unseren Patendelfinen in Peru-Paracas
Trinity, Ghost, Sharpy, Old Hat, PBD 074 und noch etwa 15 weitere Große Tümmler und Paten-Delfine konnte ich erst kürzlich vor einigen Wochen bei meinem Besuch in Paracas in der gleichnamigen Bucht ganz nah sehen, darunter auch mindestens drei Babys! Es ist so wunderbar, es geht den Delfinen gut und sie sind wohlgenährt! Kein Fischer richtet eine Harpune auf sie, nein, im Gegenteil, sie sind geschützt durch ihre Bekanntheit in der gesamten...
Peru: Neuigkeiten von den Patendelfinen
Delfine der Paracas-Bucht: Die Sichtungsrate für die Paracas-Delfine war dieses Jahr etwas niedriger, was aber nicht unbedingt einen Rückgang der Population bedeutet, sondern wahrscheinlich auf das Klima-Phänomen "El Niño" zurückzuführen ist, das dieses Jahr wieder ausgeprägt aufgetreten ist und die Wasseroberflächentemperatur hat ansteigen lassen. Häufig ist Fischsterben an der Küste die Folge oder die Fischschwärme bleiben weiter von der...
Patendelfine stellen sich vor: "Trinity" aus Peru
Eine, Delfingeschichte, die uns besonders berührt hat: "Trinity" - ein tapferes und abenteuerlustiges Delfinweibchen Die dreifache Mutter gehört zu den am längsten im Rahmen unseres Peru-Projekts beobachteten Großen Tümmlern. Erstmals dieses identifiziert wurde sie im August 2004. Seitdem hat sie dreimal Nachwuchs bekommen. Im März 2005 brachte sie ihr erstes Baby, das den Namen NEO erhielt, zur Welt. Von da an wurden die beiden regelmäßig...
Kampagne gegen Plastikmüll in Paracas
In vielen Drittweltländern fehlen Mittel für wirksame Kläranlagen, Abwässer werden einfach in Flüsse und Meer geleitet. Billiges Plastik als Verpackungsmaterial, Tüten, Flaschen wird vielerorts achtlos weggeworfen und in der Umwelt entsorgt. Dies ist auch ein großes Problem in Paracas, das mit den beiden "National Nature Reserves" als Touristenattraktion jährlich bis über Hunderttausend Besucher verbucht. Weggeworfener Plastikmüll säumt...
Paracas- und Supay-Delfine: Delfin-Monitoring 2013
Gute Nachrichten von den Patendelfinen aus Peru (Paracas-Halbinsel). Die zwei residenten Delfingruppen bei der Paracas-Halbinsel im Süden Perus erfreuen sich mittlerweile allgemeiner Beliebtheit und eines besonderen Schutzes durch die nunmehr 15-jährige Projektarbeit. Das regelmäßige Beobachten der zwei Gruppen Großer Tümmler im Gebiet - einmal die Supay-Delfine in ihrem eng umrissenen Lebensraum sowie die vielen Tümmler, die regelmäßig die...
Neue Namen für Patendelfine in der Paracas-Bucht
Im letzten Jahr starteten wir die Aktion "Patendelfinen einen Namen geben" und erhielten viele Einsendungen mit schönen Vorschlägen. Wir danken allen, die sich an dieser Aktion beteiligten, ganz herzlich. Es waren sehr viele schöne und kreative Namens-Vorschläge für die Delfine dabei, sodass die Auswahl wirklich nicht leicht fiel. Letztlich entschieden sich unsere peruanischen Partner für die Vergabe der folgenden ersten drei Namen an Große...
Delfin-Monitoring 2012: Nachwuchs bei unseren Patendelfinen
Zwei residente Delfingruppen bei der Paracas-Halbinsel im Süden Perus erfreuen sich mittlerweile allgemeiner Beliebtheit und eines besonderen Schutzes durch die nunmehr 13-jährige Projektarbeit. Erfreulicherweise werden viele Kälber geboren und die Mütter sieht man in Ruhe ihre Jungen auf ziehen. Seit 1999 unterstützt die GRD die peruanische Meeresschutzorganisation ACOREMA. In guter Zusammenarbeit wurden vielfältige Maßnahmen zum Schutz der...
Projektbesuch in Peru 2012
Im Februar dieses Jahres war ich in Peru-Paracas, besuchte unser Delfin- und Meeresschutzprojekt, das die GRD seit 1999 mit der peruanischen Organisation ACOREMA durchführt. Es war mein vierter Projektbesuch und wieder einmal habe ich einen sehr guten Eindruck von der Arbeit unserer peruanischen Partnerorganisation vor Ort gewonnen. Ich habe viele Plätze und Leute besucht und wir konnten gemeinsam neue Pläne für das weitere Vorgehen...
Delfin-Monitoring 2011
Paracas-Delfine: Im ersten Halbjahr 2011 wurden in der Paracas-Bucht vergleichsweise wenige Delfine angetroffen. Auch die durchschnittliche Gruppengröße von 2-3 Tieren war ungewöhnlich klein. Eine Ausnahme bietet die einmalige Sichtung einer großen Delfinschule mit etwa 40-42 Individuen im Juni. Es können 11 neue Individuen identifiziert werden, darunter neue Mutter-Kalb-Paare. Von den Patendelfinen werden Pacmann, Ghost, Silver mit Jungtier,...
Delfin-Monitoring 2010
Fünf neue Delfine tauchten 2010 in der Paracas-Bucht auf. Mittlerweile konnten somit insgesamt 92 Delfine identifiziert werden, die mehr oder weniger regelmäßig diese große Bucht bei Pisco besuchen. Eine Analyse der Sichtungsdaten der letzten vier Jahre ergab, dass vor allem weibliche Delfine, besonders Mütter mit ihren Kälbern, sich andauernd oder über längere Zeitabschnitte und Jahre in der Bucht aufhalten. Sie scheinen hier gute...
Das Meer ertrinkt! Rettet es!
Das Projektjahr 2010 stand ganz im Zeichen einer Kampagne gegen Müll und Meeresverschmutzung mit dem Slogan "Das Meer ertrinkt! Rettet es!". Die Verschmutzung und Vermüllung der Meere ist ein weltweites Problem, das gerade in Pisco und Umgebung sehr greifbar ist: Weggeworfener Plastikmüll säumt Straßen und Strände, Kläranlagen gibt es kaum, weder für die privaten Haushalte noch für Industrieabwässer, die einfach ins Meer eingeleitet werden....
Neuer Kooperationspartner: Sphenisco - Schutz des Humboldt-Pinguins e.V.
Sphenisco e.V. ist ein Verein, der sich dem Schutz des Humboldt-Pinguins widmet. Der Lebensraum dieser kleinen Pinguin-Art liegt vor den Küsten Perus und Chiles im Bereich zwischen 4 Grad südlicher Breite bis 40 Grad südlicher Breite. Dort jagen und brüten die Tiere auf küstennahen Inseln. Die Eier und auch die Vögel selbst werden für den menschlichen Verzehr genutzt, obwohl die Art bedroht ist. In Peru leben auf den Inseln Ballestas,...
Abschied von "Snowy Hill"
Good bye alte Dame | Bei einer Strandbegehung am Ufer in Nähe des Fischerortes San Andres/Pisco wurde ein toter Delfin gefunden, wie uns der Biolge Julio Reyes, Präsident unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA, mitteilte. Anhand der Rückenfinne konnte er sofort als "Snowy Hill" identifiziert werden. Diese Entdeckung macht uns alle traurig, denn "Snowy Hill" gehörte zu der Gruppe unserer Patendelfine, Große Tümmler, die in der...
Schülerwettbewerbe
April 2009 - Gerade die Sensibilisierung der Jüngsten für den Schutz der Delfine und der Umwelt ist für uns ein besonderes Anliegen. Deshalb wurden zusätzlich zu den Vorlesungen an Schulen in Paracas von unserer Partnerorganisation ACOREMA verschiedene Wettbewerbe organisiert, an denen insgesamt 876 Schüler teilnahmen. Drei Malwettbewerbe fanden zu dem Motto "Pisco kümmert sich um seine Delfine" an Grundschulen statt. Zwei Wettbewerbe in...
Delfine zerstückelt als billiger Hai-Köder
Wie wir befürchtet hatten, werden immer noch Delfine entlang der peruanischen Küste getötet, obwohl dies per Gesetz verboten ist. Fischer in Peru harpunieren Delfine und benutzen ihr Fleisch als billigen Köder zum Fang von Haien. Dies deckte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Zusammenarbeit mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA (Areas Costeras y Recursos Marinos) auf. Eine von der GRD finanzierte umfassende...
Projektbesuch 2005
Nach drei Jahren konnte dank der Unterstützung von Sponsoren wie der Fluggesellschaft IBERIA im Januar 2005 erstmals wieder ein persönlicher Besuch unseres Delfinschutzprojekts in Peru durchgeführt werden. Die hervorragende Arbeit unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA erkennt man schon beim ersten Eindruck in der Gegend von Pisco:Delfinschutzposter, Broschüren, Info-Tafeln, Aufkleber und sonstiges Informationsmaterial ist in der...

Ein Strand voller Plastikmüll in Peru.

Plastikmüll und Mikroplastik in den Gewässern und Ozeanen ist weltweit ein ernst zu nehmendes Problem. Plastikmaterialien, die in den Meeren treiben, bergen ein hohes Gefährdungspotenzial für viele Meerestiere. Sie bringen langsamen und qualvollen Tod durch:

  • Verheddern der Tiere in ring- und schlingenförmigen Verpackungen oder Netzresten,
  • Ein Delfin trägt ein Stück Plastikplane, das vor der Finne hängt mit sich herum. Verschlucken von Plastikteilen, die mit Nahrung verwechselt oder mit ihr aufgenommen werden. Folgen sind qualvolles Ersticken oder Verhungern von Delfinen, Walen und Seevögeln mit Müll im Magen.
  • Schleichende Vergiftung durch die Anreicherung von Umweltgiften, die sich an von Wellen und UV-Licht zerkleinerten Plastikteilchen anlagern und mit ihnen in die Nahrungskette kommen.

Mensch, Müll und Meer
Für das Überleben von Seevögeln, Meeresschildkröten, Delfinen, Walen und vielen anderen marinen Lebewesen stellt dies einen signifikanten Bedrohungsfaktor dar. Die globale Dimension des Plastik-Problems ist dabei gewaltig: Schätzungen gehen von mehreren Millionen Tonnen Plastikmüllteilen aus, die derzeit auf den Weltmeeren treiben, an die entlegensten Stellen hin verdriftet oder in großen Meeresdriftströmungswirbeln zusammengetrieben werden. Eine schwimmende Last, die zukünftigen Generationen aufgebürdet wird.

Entwicklung für eine bessere Zukunft: Reduktion und Recycling
In Peru gibt es in weiten Teilen des großen Landes noch kein Recycling und keine modernen Müllverbrennungsanlagen. Straßen und Strände sind von Plastikmüll gesäumt, Schiffe entsorgen ihren Müll oftmals einfach im Meer entlang der fast 3000 Kilometer langen Küste: So finden sich auch am Meeressaum und im Pazifik vor der Paracas-Halbinsel, dem Lebensraum unserer Paten-Delfine und vieler seltener und geschützter Arten, Unmengen an Plastikmüll in Form von Flaschen, Tüten, Verpackungen, Netzresten und kleinen Plastikteilen, die einen beim Schwimmen im Wasser umfluten.

Umdenken unterstützen – Lösungen anbieten
Müllsammelstelle in Peru.Deshalb starten wir in diesem Jahr mit unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA erneut eine große Kampagne in Peru-Paracas gegen die Plastikmüllflut. Viel konnte hier zwar bereits in den vergangenen Jahren erreicht werden: die über viele Kilometer mit Plastikmüll übersäten Strände wurden gereinigt und Aktionen zum Müllsammeln durchgeführt.

Doch noch immer werden Plastikabfälle zusammen mit anderen Abfällen oft nur am Straßenrand zusammengetragen und kleine Haufen mit Holzstücken versehen einfach angezündet. Ungeachtet der giftigen Dämpfe, die dadurch entstehen, und der Kohlereste mit Rückständen, die dem Wind überlassen werden, der alles in Häuser und Gärten verteilt oder manches als Eintrag ins Meer bläst, ebenso wie die vielen Plastiktüten, die verweht werden.

Um das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Vermeidung von Plastikmüll und nötige Recyclingprojekte zu schärfen und für diesen Problembereich zu sensibilisieren, haben wir eine neue Kampagne geplant und ein langfristiges Ziel gesetzt: ressourcenschonendes und umweltbewusstes Denken und Handeln der Bevölkerung.

Plastik reduzieren, Strände reinigen, Tiere retten
Müllabfuhr in Paracas Peru.Ziel unserer neuen Kampagne ist die nachhaltige Etablierung von Plastik-Recycling in Paracas und die Förderung von Mehrwegsystemen sowie Müllvermeidung und moderne Entsorgung und somit eine deutliche Senkung des Eintrags von Plastikabfällen ins Meer sowie ein besseres Bewusstsein in der Bevölkerung für eine saubere Umwelt. Es ist ein Pilot-Projekt mit Vorbildcharakter für andere Küstenstädte in Organisation mit den Behörden für eine langfristige moderne Lösung der Müllentsorgung.

Die Bevölkerung in Peru-Paracas soll durchverschiedene Aktionen motiviert werden, Plastikmüll nicht mehr achtlos am Straßenrand, am Strand oder im Meer zu entsorgen, sondern aufzusammeln. Eigens produzierte Baumwolltaschen mit einem Mottoaufdruck sollen symbolisch für das Projektstehen und verteilt werden.

Dies geht Hand in Hand mit einer Aufklärungskampagne über Plastikmüll und Meeresverschmutzung sowie Recycling und Mehrweglösungen. Mehrere Plastik-Recycling- Sammelpunkte werden eingerichtet und die ersten Recyclingfirmen kontaktiert, sodass sich langfristig das Engagement für die ökologischen Verbesserungen auch ökonomisch für die lokale Bevölkerung auszahlt und Initiativen der Menschen vor Ort belohnt werden.

HAND-IN-HAND-FONDs hilft
Gestartet werden kann die neue Kampagne gegen Plastikmüll und zur Einführung von Recycling in Paracas mit der wertvollen Unterstützung durch den HIH-Fonds der Rapunzel Naturkost AG und Deutschen Umwelthilfe. 5.000,00 € wurden als Starthilfe für die Herstellung von Öko-Baumwolltaschen mit Motiv und Kampagnen-Material wie Broschüren und Sticker zum Verteilen in Paracas, zur Verfügung gestellt. Die Gesamtkosten der Kampagne liegen bei 10.000 €.

Entscheidend für die Zukunft des Lebens in den Ozeanen und schlussendlich auch für unsere gesunde Ernährung ist, die Einträge von Plastikmüll abzustellen. Durch diese neue Kampagne wollen wir dazu erneut einen Beitrag leisten für einen besseren Schutz der Natur, der Biodiversität und der Delfine und Wale vor Perus Küste.

An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an alle Delfin-Paten, Sponsoren und Unterstützer dieses Projekts, die die Maßnahmen zum Schutz der Delfine und marinen Umwelt möglich machen!
Denise Wenger, Juni 2016

Weitere Informationen:

⇒ 2014er Kampagne gegen Plastikmüll in Paracas

⇒ Broschüre "El Mar se Ahoga ¡Sálvalo!" (Das Meer ertinkt rettet es!)

 

Grafik Strand und Meer sind keine Mülleimer.

 

Stolz präsentiert sich ein peruanischer Fischer mit einem von ihm getöteten Delfin, den er neben sich in den Händen hält, an Bord seines BootesSeit 1999 kämpft die GRD, gemeinsam mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA gegen die Jagd auf Delfine vor der Küste des Andenstaates Peru.

Skrupellose Fischer harpunieren dabei Dusky-Delfine, das Blut der verwundeten Meeressäuger soll Haie anlocken. Anschließend werden die Delfine an Bord der Fischerboote getötet und zerlegt, um ihr Fleisch als Köder für den Fang der angelockten Haie einzusetzen. Die Jagd auf Delfine ist in Peru verboten.

Peruanische Delfinschutzorganisationen zweifeln an Datengrundlage
Auf diese barbarische Praxis machte ein im Oktober 2013 veröffentlichtes, "undercover" gedrehtes Video eines britischen Journalisten erneut aufmerksam. Allerdings wird die in diesem Zusammenhang genannte Zahl von angeblich jedes Jahr abgeschlachteten 10.000 bis 15.000 Delfinen von anerkannten peruanischen Delfinschutzorganisationen angezweifelt.

"Die Zahl zum Ausmaß der Delfin-Massaker ist eine Schätzung. Sie beruht auf der Beobachtung eines Bootes, und wurde dann ohne weitere Datengrundlage auf alle Fischerboote hochgerechnet. Wir können sie nicht bestätigen", erklärt Julio Reyes von ACOREMA, unserer Partnerorganisation. ACOREMA hat die grausame Praxis der Jagd auf Delfine bereits im Rahmen des von der GRD finanzierten Schutzprojekts mit einer Studie 2002 untersucht und arbeitet seitdem mit Öffentlichkeitskampagnen und in Zusammenarbeit mit den Behörden mit Erfolg gegen die illegale Jagd auf Delfine.

Behörden wurden aktiv
Dass Delfine in Peru nicht mehr gefangen und gegessen werden dürfen, dazu haben maßgeblich unsere peruanischen Partner von ACOREMA beigetragen, die wir seit vielen Jahren unterstützen! Um schneller zu handeln, wurden bereits 2007 von der GRD finanzierte Hinweisschilder auf den Fischmärkten aufgehängt, ein Netz von freiwilligen Wildhütern ins Leben gerufen und eine Aufklärungskampagne bei den Fischern selbst durchgeführt.

Die Berichterstattung über die Delfin-Massaker führte bereits 2013 dazu, dass die Behörden in Peru umfassendere Ermittlungen einleiteten. Einer der skrupellosen Fischer ging ihnen ins Netz, nachdem er ein Foto von sich und einem getöteten Delfin auf seiner Facebookseite gepostet hatte und dadurch identifiziert werden konnte. ACOREMA wird gemeinsam mit der GRD weiter gegen illegale Delfintötungen in Peru kämpfen.

Kampagnen gegen die Delfinjagd seit 2002: GRD-Patendelfine nicht in Gefahr
Die Patendelfine der GRD sind von den Delfinjägern nicht bedroht, in der Region Pisco / Paracas werden Dank der jahrelangen Aufklärungs- und Informationsarbeit von ACOREMA keine Delfine gejagt!
Denise Wenger

Weitere Informationen:

⇒ Delfine zerstückelt als billiger Hai-Köder

⇒ Aktuelles von unseren Patendelfinen in Peru-Paracas

⇒ Los Tiburones de la provincia de Pisco - Analyse der Jagd auf Haie in der Region Pisco (PDF) von ACOREMA

⇒ Homepage von ACOREMA

Schüler aus Peru-Paracas während der Initiative 'Unsere Delfine suchen Freunde'Artenschutz kann heutzutage fast nur erfolgreich sein, wenn er fest in der lokalen Bevölkerung verankert ist. Deshalb besteht unsere Arbeit auch in der Umsetzung von Strategien, die die Integration der Bevölkerung zum Ziel haben. Wir pflanzen jetzt kleine Gedanken und Ideen, die in der Zukunft eine große Ernte für den Delfin- und Meeresschutz einbringen sollen.

Wir tragen unser Wissen in die Schulen des Paracas-Distrikts
Unsere Bestandserfassung und Arbeit zum Schutz der residenten Delfingruppen in Paracas (Provinz Pisco, Peru) hat wichtige Informationen geliefert und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung und der zuständigen Behörden gewonnen.

Neben dem kontinuierlichen Monitoring der Delfine ist es ebenso wichtig, die Menschen vor Ort einzubinden und für den Schutz der Biodiversität vor ihrer Haustür zu begeistern. Um nachhaltige Effekte für den Schutz der Meeressäuger zu erzielen, tragen wir unser Wissen über die ParacasTümmler in die Schulen in Pisco, San Andrés und den ganzen Distrikt Paracas.

Wir führen den Kindern vor Augen, wie die Delfine in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft leben und was sie auszeichnet. Eltern oder Verwandte vieler dieser Kinder leben vom Fischfang oder -handel und die Begeisterung der Kinder für die Delfine soll auch auf sie überspringen.

Schüler aus Peru-Paracas während der Initiative 'Unsere Delfine suchen Freunde'Im Jahr 2015 nahmen 3.600 Lehrer, Schüler, Schulleiter und Erzieher an unseren Unterrichtseinheiten teil. Jeder Teilnehmer erhielt anschauliches Informationsmaterial, das wir dank der Unterstützung der GRD herstellen konnten, darunter Arbeitsmappen, Sticker, Flyer, Broschüren und spezielle Informationen für Fischer.

Initiative "Unsere Delfine suchen Freunde"
Schüler und Lehrer sind jedes Mal gleichermaßen fasziniert, wenn wir ihnen erklären, wie wir Menschen Delfine individuell erkennen können und wie die Delfine das untereinander auch können. Jeder einzelne Tümmler ist eine einzigartige Persönlichkeit, da ist der nächste Schritt naheliegend: den von uns identifizierten Tieren Namen zu geben.

Begeisterte Teilnehmerin beim Malwettbewerb aus der Initiative 'Unsere Delfine suchen Freunde'"Unsere Delfine suchen Freunde" nannten wir die mit viel Enthusiasmus aufgenommene Initiative. In einigen der teilnehmenden Schulen führten Lehrer sogar "allgemeine Wahlen" durch, um den beliebtesten Namen zu finden. Es fanden Mal- und Zeichenstunden statt oder Gedichte und Erzählungen wurden über die ortstreuen Delfine geschrieben.

Jede teilnehmende Schule erhielt zum Abschluss ein großformatiges Bild "ihres" Delfins und Informationen über dessen Leben und den notwendigen Schutz der Meere.

Wir freuen uns sehr, dass auf diese Weise für weitere zwölf individuell identifizierte Große Tümmler in der Paracas-Bucht schöne Namen gefunden wurden. Heißen Sie mit uns willkommen: Jo, Mariajose, Divina, Shalom, Argentine, JCT, Bandera, Santi, Capi, Andrea, Chuspi und Isabel!

Bericht des Präsidenten von ACOREMA, Julio Reyes, über Projekte mit den Jüngsten - Schülern, die sich für die Delfine stark machen, von Denise Wenger

Herzlichen Dank an alle Delfinpaten und Förderer dieses Projekts, die all dies ermöglichen!

⇒ Für Argentine, Andrea und Isabel, die ihre Namen von den Schülern erhalten haben, können Sie eine Patenschaft übernehmen oder verschenken

 

Dolphin Book by ACOREMA.

Supay Patendelfin Little Tree 2015.Little Tree und Sun sind noch immer Teil der Supay-Gruppe, die isoliert im Süden der Paracas-Bucht lebt.

Die beiden sowie auch alle anderen Mitglieder konnten im August 2015 in ihrem Lebensraum während einer für das Langzeitmonitoring der Paracas-Delfine von ACOREMA durchgeführten Patrouillenfahrt beobachtet werden. Es ist so beruhigend zu wissen, dass auch nach 16 Jahren die Gruppe stabil ist und die Individuen nach der ersten Beobachtung 1999 noch am Leben sind.

Beide, Little Tree und Sun, sind leicht an ihren natürlichen Markierungen der Rückenfinne zu erkennen, und überraschenderweise haben sich diese in all der Zeit nicht wesentlich geändert. Da in der Zwischenzeit ihr Lebensraum als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, sollten diese Delfine eigentlich sicher dort leben können, wo einst viel Dynamitfischerei betrieben wurde.Supay Patendelfin Sun 2015.

Trotzdem sollten wir weiterhin wachsam sein und kontrollieren, um ihnen das Überleben hier zu ermöglichen, denn es sind menschliche Aktivitäten im Gebiet zugelassen und wenn es keine regelmäßigen Patrouillen gibt, könnten sich wieder auch illegale Dynamitfischer einschleichen.
Nach Informationen von ACOREMA, Dez. 2015

 

 

⇒ Dynamitfischerei in der Paracas National Reserve

 

Karte Lebensraum der Supay Delfine.

Eine Gruppe Paracas Delfine schwimmt ganz eng zusammen.Trinity, Ghost, Sharpy, Old Hat, PBD 074 und noch etwa 15 weitere Große Tümmler und Paten-Delfine konnte ich erst kürzlich vor einigen Wochen bei meinem Besuch in Paracas in der gleichnamigen Bucht ganz nah sehen, darunter auch mindestens drei Babys!

Es ist so wunderbar, es geht den Delfinen gut und sie sind wohlgenährt! Kein Fischer richtet eine Harpune auf sie, nein, im Gegenteil, sie sind geschützt durch ihre Bekanntheit in der gesamten Region Paracas.

Morgens gegen 8 Uhr sind wir von El Chaco, dem Hafen in der Nähe der Stadt Pisco auf der Paracas-Halbinsel, mit einem kleinen Boot losgefahren, um die GRD-Patendelfine in der Bucht zu suchen. Julio Reyes, Projektleiter der peruanischen Meeresschutzorganisation ACOREMA, deren Projekte von der GRD seit 1999 finanziell gefördert werden, hat die Ausfahrt arrangiert.

Endlich, nach drei Jahren, kann ich den Delfinen in Peru wieder einen Besuch abstatten. Ich bin sehr gespannt und aufgeregt. Werden wir sie finden, wo und wieviele, welche Patendelfine werden wir sehen?

Ganz nah am Strand
Eine Frau steht auf einem Paddleboard hinter ihr schwimmt nahe ein Delfin vorbei. Der nahe Strand ist mit Palmen bewachsen.Es dauert keine 5 Minuten, schon haben wir eine Gruppe von fünf Delfinen ganz nah vor uns, nicht einen Steinwurf vom Strand entfernt. Sie jagen kleine Fische. Wie bei meinem letzten Besuch hat es ihnen auch diesmal wieder eine Frau auf einem Surfbrett beim Stand-Up-Paddling angetan: Die Delfine schwimmen immer wieder um sie herum.

Als die Frau bemerkt, wie interessiert und aufgeregt ich gucke, kommt sie mit ihrem Bord längs ans Boot und fragt mich, ob ich denn auf das Brett möchte, die Delfine kämen immer ganz nahe heran. Ach, wie gerne, aber ich habe das noch nie gemacht und wir müssen auch weiterfahren, denn etwas entfernt hat sich schon eine weitere Gruppe von Großen Tümmlern bemerkbar gemacht, es sind wahrscheinlich über sieben Tiere.

Langsam fahren wir mit dem Boot in die Richtung.

Vier Paracas Delfine schwimmen eng zusammen, einer schaut aus dem Wasser.Die Delfine kommen näher und siehe da, da schwimmt ganz keck ein Baby mit. Auch sie sind beim Jagen, und schwimmen schnell kreuz und quer, dann aber formieren sie sich, schwimmen gerichtet am Ufer entlang hinaus aus der Bucht, ganz zügig. Wir bleiben zurück.

Große Tümmler tummeln sich um uns herum
Von der anderen Seite des Boots aber ist schon die nächste Delfingruppe im Nahen. Wieder sehen wir ein Babyköpfchen, das tapfer die Geschwindigkeit der Großen hält. Immer wieder erkennen wir unter den Delfinen bekannte Finnen – anhand der Form, Einkerbungen und Narben einzigartig für die individuelle Erkennung wie ein Fingerabdruck!

Viele bekannte Patendelfine gesichtet
Old Hat ragt heraus – unverkennbar. Trinity ist bei der Truppe und Ghost haben wir mehrmals beim Auf- und Abtauchen gesichtet. Ebenso wird Sharpy erkannt und Breeze, 'Paracas Bay Dolphin Number 074' wird ebenfalls identifiziert und fotografiert. Wir suchen noch einen passenden Namen für diesen Delfin. Es ist unglaublich toll, unsere Patendelfine so nah und wohlauf zu sehen. Ich bin sehr glücklich! Wie gut unsere Projekte hier greifen, wie gut die Delfine geschützt sind.

Sie sind die Protagonisten all unserer Kampagnen. Fotos von ihnen auf Postern und Broschüren und ihre individuellen Geschichten machen sie in der Bevölkerung bekannt und beliebt und helfen uns, auch Umweltthemen wie Meeresverschmutzung und Plastikmüll aufzugreifen. In Kürze folgt ein detaillierter und reich bebilderter größerer Bericht über die Delfine in Paracas und die laufenden Projekte. Es ist auch eine große neue Kampagne gegen Plastikmüll in Planung, Details gibt es ebenfalls in Kürze.

Unser herzlicher Dank gilt allen Delfin-Paten und Freunden, die dieses Projekt unterstützen und den umfassenden Schutz der Delfine und anderer bedrohter Tiere in Peru-Paracas erst möglich machen!
Denise Wenger, April 2015

Ein Paracas-Tümmler halb aus dem Wasser beim Spiel in der Gruppe.Delfine der Paracas-Bucht:
Die Sichtungsrate für die Paracas-Delfine war dieses Jahr etwas niedriger, was aber nicht unbedingt einen Rückgang der Population bedeutet, sondern wahrscheinlich auf das Klima-Phänomen "El Niño" zurückzuführen ist, das dieses Jahr wieder ausgeprägt aufgetreten ist und die Wasseroberflächentemperatur hat ansteigen lassen.

Häufig ist Fischsterben an der Küste die Folge oder die Fischschwärme bleiben weiter von der Küste entfernt im tieferen Wasser und folglich sind auch die Delfine eher dort anzutreffen als in der Bucht.

Trotzdem konnten zwei neue Individuen und damit insgesamt 123 Große Tümmler identifiziert werden, die die Paracas-Bucht aufgesucht haben.

Von den GRD-Patendelfinen konnte am häufigsten Trinity beobachtet werden, auch Sharpy und Longscar wurden häufig bei den Kontrollausfahrten angetroffen, ebenso Ghost, Tatoo, Smooth und noch andere "bekannte" Große Tümmler, denen aber noch keine Namen gegeben worden sind.

Die Supay-Delfine:
Die kleine isolierte Gruppe der "Supay -Delfine" im Süden der Paracas-Halbinsel wurde nur in fünf von neun Surveys gesichtet, doch konnte ihre Anzahl mit gezählten 22 Individuen bestätigt werden, sodass hier glücklicherweise nicht von Verlusten ausgegangen werden muss.
Denise Wenger

Patendelfin Trinity, gut zu erkennen sind die Finne und der aus dem Wasser lugende Kopf, ein Auge ist sichtbar, das Maul ist allerdings unter Wasser. Eine, Delfingeschichte, die uns besonders berührt hat: "Trinity" - ein tapferes und abenteuerlustiges Delfinweibchen

Die dreifache Mutter gehört zu den am längsten im Rahmen unseres Peru-Projekts beobachteten Großen Tümmlern. Erstmals dieses identifiziert wurde sie im August 2004.

Seitdem hat sie dreimal Nachwuchs bekommen. Im März 2005 brachte sie ihr erstes Baby, das den Namen NEO erhielt, zur Welt. Von da an wurden die beiden regelmäßig bis ins Jahr 2006 in der Paracas-Bucht gesichtet. Das weitere Schicksal von NEO ist leider unbekannt. 

Anschließend verließ "Trinity" die Bucht, tauchte 2007 nur sporadisch dort auf, um dann erneut in unbekannte Gefilde zu entschwinden.

Trinity ist immer für eine Überraschung gut
Als sie 2008 überhaupt nicht mehr gesehen wurde, befürchteten wir schon, sie sei gestorben. Doch "Triniity" ist immer für eine Überraschung gut: Im Jahr 2009 kehrte sie zurück, in ihrem "Kielwasser" tollte ihr zweites, gerade geborenes Baby. Aber unsere Freude währte nicht lange, denn den November 2010 überlebte das Junge leider nicht.

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Einzigartiges Delfin-Langzeit-Monitoring
Nur durch das mit Unterstützung der GRD von ACOREMA durchgeführte, in Südamerika in seiner Art einzigartige, Delfin-Langzeit-Monitoring können wir das komplexe Zusammenleben von Delfingesellschaften mit ihren sehr individuellen Delfinlebensgeschichten überhaupt erst kennenlernen.
Denise Wenger

Zeichnung verschiedener im Meer schwimmender Gegenstände mit Angaben (in spanisch), wie lange Abfälle im Meer verbleiben, z.B. Autoreifen (500 Jahre), Tetrapack (5 Jahre), Getränkedosen (80 bis 200 Jahre), Glasflaschen (1 Millionen Jahre).In vielen Drittweltländern fehlen Mittel für wirksame Kläranlagen, Abwässer werden einfach in Flüsse und Meer geleitet. Billiges Plastik als Verpackungsmaterial, Tüten, Flaschen wird vielerorts achtlos weggeworfen und in der Umwelt entsorgt.

Dies ist auch ein großes Problem in Paracas, das mit den beiden "National Nature Reserves" als Touristenattraktion jährlich bis über Hunderttausend Besucher verbucht. Weggeworfener Plastikmüll säumt Straßen und Strände, Kläranlagen gibt es kaum, weder für die privaten Haushalte noch für Industrieabwässer, die einfach ins Meer eingeleitet werden.

Deshalb haben wir uns in den ersten drei Monaten dieses Jahres zum zweiten Mal im Rahmen des langjährigen Projekts auf das Thema "Müll" konzentriert. Das Motto lautete diesmal: "Strand und Meer sind keine Müllhalden!" Poster, Broschüren, drei Video-Spots und eine Wanderausstellung wurden konzipiert und verbreitet. ACOREMA arbeitete dabei mit den zuständigen Behörden und Gemeinden zusammen, die froh über das Informationsmaterial waren, um ihre eigenen Bemühungen zu verstärken.

Strandsäuberungsaktionen wurden durchgeführt und auch diejenigen, meist Frauen, die von offizieller Seite für die Sauberkeit der Strände und das Einsammeln des vielen Mülls verantwortlich sind, fühlten sich bestärkt und wurden gewahr, dass ihre Tätigkeit nicht bloßes Müllsammeln ist, sondern sie dazu beitragen, die Umwelt und Tierwelt zu schützen.

Ein Delfin trägt ein Stück Plastikplane, das vor der Finne hängt mit sich herum. Von allen Materialien, die in der Kampagne eingesetzt wurden, hat am meisten Aufmerksamkeit das Foto eines Delfins erregt, der einen weißen Plastiksack mit seiner Rückenfinne mitzog.

Die Anti-Plastikmüll-Kampagne erreichte mehr als 20.000 Einheimische und Besucher in Paracas. Obwohl noch viel zu tun bleibt, wurde bereits vielfach beobachtet, wie Leute ihren Müll zu den aufgestellten Müllcontainern brachten.

Die positive Beeinflussung der öffentlichen Meinung und des Bildungsniveaus und das Aufzeigen, dass sich durch ökologische Prinzipien auch die eigene Lebenssituation verbessern kann, motiviert zur langfristigen Änderung negativer Gewohnheiten hin zu umweltgerechtem Verhalten.

Das Umweltbundesamt (UBA) beziffert die die Abfallmengen in den Meeren auf derzeit über 100 Millionen Tonnen, etwa Dreiviertel davon bestehen aus Kunststoffen. Jährlich kommen laut UBA bis zu 6,4 Millionen Tonnen Abfälle hinzu. Etwa 70 Prozent der Abfälle sinken zu Boden, der Rest wird entweder an Strände gespült, treibt an der Wasseroberfläche oder in tieferen Meeresschichten. Auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche treiben mittlerweile durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel.
Denise Wenger, Juni 2014

⇒ Broschüre "El Mar se Ahoga ¡Sálvalo!" (Das Meer ertinkt rettet es!)

Ein Paracas-Tümmler lugt aus dem Wasser und schwimmt dabei langsam auf uns zu, seine Rückenfinne ist gerade dabei die Wasseroberfläche zu durchbrechen. Gute Nachrichten von den Patendelfinen aus Peru (Paracas-Halbinsel).

Die zwei residenten Delfingruppen bei der Paracas-Halbinsel im Süden Perus erfreuen sich mittlerweile allgemeiner Beliebtheit und eines besonderen Schutzes durch die nunmehr 15-jährige Projektarbeit.

Das regelmäßige Beobachten der zwei Gruppen Großer Tümmler im Gebiet - einmal die Supay-Delfine in ihrem eng umrissenen Lebensraum sowie die vielen Tümmler, die regelmäßig die Paracas-Bucht frequentieren oder sich sogar dauerhaft dort aufhalten - hat uns einen besonderen Einblick in die einzelnen Delfinleben gegeben und bei der einheimischen Bevölkerung für Sympathie und Akzeptanz von Delfinschutzmaßnahmen gesorgt.

 

Die Supay-Delfine

Drei Supay-Delfine kommen dicht an dicht parallelschwimmend in enger Formation mit den Rückenfinnen aus dem Wasser.Bei den Supay-Delfinen gibt es gleich mehrere gute Nachrichten:
Im Januar 2013 wurde ein Neugeborenes gesichtet und die Gruppe besteht nun aus 22 Mitgliedern.

Es wurden keine Vorfälle von Dynamitfischerei oder andere unmittelbare Bedrohungen für diese isolierte Gruppe festgestellt oder gemeldet. Die Kontrollen, Ausbildung der Ranger und Kampagnen des Projekts gegen Dynamitfischerei greifen.

Dies ist ein großer Erfolg für die Arbeit des Delfinschutzprojekts Peru!

 

Die Paracas-Delfine

Die Paracas-Tümmler "Bay" und "Old Hat", dessen Rückenfinne wie ein spitzer alter und zerfledderter Hut aussieht, schwimmen dich an dicht, seitlich an uns vorbei, mit den Köpfen gerade unter Wasser. Auch auf der nördlichen Seite der Paracas-Halbinsel in der gleichnamigen Bucht gibt es erfreuliche Nachrichten:
2013 konnten fünf neue Delfine in der Paracas-Bucht identifiziert werden, sodass der Finnenkatalog nun auf 121 Individuen angewachsen ist.

Neben Nama, Nixo und Maja sind bis Jahresende noch Smooth und Scout benannt worden. Am häufigsten wiedergesehen wurden Sharpy, Bay, Old Hat, Breeze und ihr Kalb, Ghost und Trinity.

 

⇒ Patendelfine aus Peru stellen sich vor: Trinity, ein tapferes und abenteuerlustiges Delfinweibchen

Weltweit seltenes Langzeit-Monitoring von Großen Tümmlern
Delfine stehen als eine langlebige, hoch entwickelte Säugetierart am Ende der Nahrungskette und dienen deshalb auch als Indikatorart. Ihr Gesundheitszustand gibt Auskunft über den ökologischen Zustand der entsprechenden Meeresgebiete.

Das im Rahmen unseres Projekts durchgeführte, weltweit seltene Langzeit-Monitoring von Großen Tümmlern in Peru-Paracas hilft Zusammenhänge zu verstehen, Änderungen der Meeresumwelt zu erkennen und in einem größeren Zusammenhang zu sehen, Effekte von menschlichen Aktivitäten und Eingriffen in die Ökologie des Meeres aufzuzeigen und mögliche Gefährdungsursachen,
die auch den Menschen betreffen können, zu erkennen.
Denise Wenger

Im letzten Jahr starteten wir die Aktion "Patendelfinen einen Namen geben" und erhielten viele Einsendungen mit schönen Vorschlägen.

Wir danken allen, die sich an dieser Aktion beteiligten, ganz herzlich. Es waren sehr viele schöne und kreative Namens-Vorschläge für die Delfine dabei, sodass die Auswahl wirklich nicht leicht fiel. Letztlich entschieden sich unsere peruanischen Partner für die Vergabe der folgenden ersten drei Namen an Große Tümmler, die in der Paracas-Bucht beobachtet werden können: Nama, Nixo und Maja.

Nixo:
Dieser Delfin erhielt den Namen NIXO Das Weibchen konnte im Oktober 2005 anhand einer großen Kerbe nahe der Spitze der Rückenfinne identifiziert werden. Nixo verschwand für drei Jahre aus der Paracas-Bucht, wurde aber aber an der Küste des etwa 40 Kilometer weit entfernen Ortes Chincha gesehen. Schließlich kehrte sie 2011 mit einem Kalb zurück (siehe Foto oben) und wird seitdem regelmäßig beobachtet.

Maja:
Es handelt sich um ein großes Weibchen, das 2006 erstmals mit einem Baby in einer Gruppe der Paracas-Delfine mit Longscar und Trinity gesehen wurde.

Dieser Delfin erhielt den Namen MAJAMaja verschwand 2007 und wurde erst 2011 mit einem neuen Jungtier in der Paracas-Bucht wiedergesehen, die sich zunehmend als geeignete Kinderstube herausstellt, in der Weibchen mit ihren Jungen einen geschützten und ruhigen Bereich ohne Feinde finden.

Nama:
Dieser Delfin wird ebenfalls seit 2006 gesehen, manchmal in Gesellschaft von Weibchen wie Sharpy und Longscar.

Erkennbar ist Nama an mehreren Kerben in der Rückenfinne und zwei auffälligen weißen Narben auf der rechten Seite der Rückenfinne. Nama hält sich fern von Booten.

 

Dieser Delfin erhielt den Namen NAMAFür Maja, Nama und Nixo kann man jetzt natürlich eine Patenschaft übernehmen! Die Beiträge fließen in direkte Schutzmaßnahmen für die Delfine der Paracas-Bucht

Auch die Namen der Namensgeber möchten wir an dieser Stelle dankend erwähnen:

"Nixo" wurde vorgeschlagen von Nik Vitus Hartmann, der im Mai 7 Jahre alt geworden ist. Seine Oma, Frau C. Eberhardt, eine langjährige Delfin-Patin, hatte uns seine Vorschläge zugeschickt.

"Maja" war einer der Vorschläge von Frau Andrea Schwarz, die die GRD seit mehreren Jahren unterstützt.

"Nama" war einer von fünf Namen, die uns von Herrn Gerald Spitzner und seinem musikalischen Venite-Team , das Kunstprojekt kreiert, um auf den dringend nötigen Schutz von Delfinen aufmerksam zu machen, vorgeschlagen wurden.

Vielen Dank an die Namensgeber und alle, die sich an der Aktion beteiligt haben!
Denise Wenger

GRD-Projektleiterin Denise Wenger mit einer Mitarbeiterin des Paracas-Natinalparks vor den auf Stangen stehenden Handpuppen.Nach drei Jahren konnte dank der Unterstützung von Sponsoren wie der Fluggesellschaft IBERIA im Januar 2005 erstmals wieder ein persönlicher Besuch unseres Delfinschutzprojekts in Peru durchgeführt werden.

Die hervorragende Arbeit unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA erkennt man schon beim ersten Eindruck in der Gegend von Pisco:Delfinschutzposter, Broschüren, Info-Tafeln, Aufkleber und sonstiges Informationsmaterial ist in der gesamten Gegend allgegenwärtig.

Ob am Ticketschalter für die von hunderttausenden von Touristen jährlich besuchten einzigartigen Ballestas-Inseln oder am Eingang des Paracas-Nationalparks, ob im Museum, in den Behörden, im Taxi, überall wird die Aufmerksamkeit auf die Delfine und deren dringenden Schutz gelenkt.

Besonders aufgefallen ist, dass man an einem international bekannten Aussichtsturm für Vogelbeobachtungen, den Ornithologen aus aller Welt besuchen und den man erst über einen Pfad durch die sonnnendurchglühte Wüste erreicht, oben auf der Aussichtsplattform zwei wunderschöne informative Holztafeln vorfindet, nicht nur mit Vogel-, sondern vor allem Delfinmotiven.

Begeistert hat mich ebenfalls ein eigens von ACOREMA und der Nationalparkverwaltung ins Leben gerufene Puppentheater, das wöchentlich vor einheimischen und internationalen Touristen aufgeführt wird.

Die speziell angefertigten Puppen, die Delfin, Wal, Meeresschildkröte, Fischer, aber auch z.B. den "Müll" darstellen, sind nicht nur optisch hervorragend gelungen, auch das aufgeführte Stück ist genial vorgetragen. In die Dialoge wird auch das Publikum mit einbezogen.

Dies ist lebendig gestaltet und zugleich informativ und hintergründig, aber auch so witzig gemacht, dass es einfach alle begeistert. Die Puppen konnte ich im Namen der GRD an die Leitung des Nationalparks übergeben, dessen Personal die ständigen Aufführungen übernimmt.

Die Paracas-Delfine

Paracas-Patendelfin BODO springt mit einem gewaltigen Sprung aus dem WasserEin besonderes Erlebnis, das mich sehr glücklich machte, war die Begegnung mit einer neuen Delfingruppe in der Paracas Bucht. Diese Bucht liegt gleich bei Pisco, auf der nördlichen Seite der Paracas-Halbinsel. Während bei unseren Paten-Delfinen auf der südlichen Seite immer ein sehr rauer Seegang herrscht, der Bootsausfahrten oft unmöglich und gute Beobachtungen sehr schwierig macht, liegt die Paracas-Bucht vom sonst starken Wellengang des Pazifik sehr geschützt.

Dort tummeln sich regelmäßig nun etwa 28 Große Tümmler. Mit einem kleinen, einfachen Boot sind wir zu dieser Gruppe von Delfinen gefahren und konnten sie ganz nahe beobachten. Ja, sie sind sogar neugierig an uns vorbei geschwommen. Die Wasseroberfläche war so ruhig, dass man gut ihr schnaubendes Ausatmen beim Auftauchen an der Wasseroberfläche hören konnte.

Einer der Delfine musste dabei immer husten. Man konnte ihn daran ganz deutlich von den anderen unterscheiden. Ebenfalls besonders fiel war ein weiterer Delfin auf, der keine Schwanzfluke mehr besitzt. Warum, wissen wir noch nicht, es könnte sein, dass er sie durch einen Hai verloren hat, durch eine Schiffsschraube oder vielleicht ist es auch ein angeborener Fehler. Auf jeden Fall scheint er sein Leben auch so zu meistern.

Man kann ihn schon von weitem sehen, da er immer leicht schräg an der Wasseroberfläche treibt. Und er hat einen ständigen Begleiter, ein anderer Delfin weicht ihm nicht von der Seite. Ein weiteres Gruppenmitglied schließlich hat einen enormen Buckel, auch ihn erkennt man gleich von weitem.

Die Ursachen der Fehlbildungen sind nicht geklärt. Im Zuge des Projekts werden von nun an regelmäßig Wasserproben in der Bucht entnommen und untersucht, ob eventuell eine toxische Verschmutzung durch die anliegenden Fischmehlfabriken, die Ölpipeline oder durch Reinigung der Fischerboote mit giftiger Substanzen vorliegt.

Unser nächster Projektschritt ist, alle Individuen in der Bucht anhand ihrer Finne individuell zu erfassen und zu beobachten. Ebenso soll eine Broschüre über diese Delfingruppe erstellt und an die Fischer und Ausflugsboote verteilt werden mit Richtlinien für die Boote, damit diese nicht mehr mit großer Geschwindigkeit durch die Delfingruppen rauschen.

Ebenso sollen uns Aufnahmen mit Hilfe eines Hydrophons mehr Aufschluss über die Individuen geben.

Die Supay-Delfine

Drei Supay-Delfine schwimmen dicht zusammen. Wichtigstes Anliegen war natürlich ein Besuch unserer Paten-Delfine. Die erste Ausfahrt zu den Klippen wurde durch einen starken Sandsturm gestoppt, der ein Fahren durch die Pisten des Paracas-Nationalparks unmöglich machte.

Früh am nächsten Morgen sah es schon besser aus und wir erreichten Lagunillas, eine Bucht in der Nähe des Lebensraumes unsere Paten-Delfine. Dort konnten wir ein kleines Boot für die Ausfahrt zu den Supay-Delfinen mieten.

Wie zu erwarten war, herrschte ein rauer Seegang vor, noch stärker als sonst. Das kleine Boot kämpfte sich entlang der Küste vorbei an mehreren Buchten, die den Lebensraum unserer Patendelfine darstellen. Doch von ihnen war nichts zu sehen. Stundenlang suchten wir sie im Wellengang, erfolglos. Eigentlich verlassen sie nie ihr Habitat, doch vielleicht sind sie diesmal bedingt durch den Sturm und starken Wellengang in Richtung offenen See "geflohen" und waren durch die großen Wellen für uns nicht sichtbar oder hatten irgendein nicht einsehbares Versteck.

Im Anschluss an die Bootstour haben wir dann zu Fuß die Strände patrouilliert und sind dabei auf einen schrecklichen Fund gestoßen:
Am Playa rocha, dem "roten Strand" lag ein toter Großer Tümmler. Die Untersuchung des mehrere Tage alten Kadavers ergab, dass es sich um ein älteres Weibchen handelte. Äußerlich konnte keine Verletzung festgestellt werden, so dass der Delfin eventuell aufgrund seines hohen Alters gestorben war.

Wir hoffen noch mehr Erkenntnisse zu erlangen und vor allem, dass es sich nicht um einen unserer Paten-Delfine handelt. Landgestütztes Monitoring soll nun erbringen, ob die Gruppe noch vollzählig ist. Es wäre sehr bitter für uns, wenn trotz aller Schutzbemühungen einer unserer Paten-Delfine eines nicht natürlichen Todes gestorben wäre. Dieser traurige Fund soll uns an die noch immer zahlreichen Nachweise von toten Delfinen oder deren Überresten an anderen Stränden erinnern, an Delfine, die als Beifang verendeten oder direkt getötet wurden.

Trotz der Erfolge gilt es noch viele Aufgaben in Peru zu bewältigen. Die engagierte Arbeit unserer Partnerorganisation ACOREMA muss weiter fortgeführt und ausgebaut werden.
D enise Wenger

In den großen Häfen wie Chimbote wird offen mit Delfinfleisch und den ebenfalls geschützten Meeresschildkröten auf dem Markt gehandeltWie wir befürchtet hatten, werden immer noch Delfine entlang der peruanischen Küste getötet, obwohl dies per Gesetz verboten ist. Fischer in Peru harpunieren Delfine und benutzen ihr Fleisch als billigen Köder zum Fang von Haien.

Dies deckte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Zusammenarbeit mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA (Areas Costeras y Recursos Marinos) auf.

Eine von der GRD finanzierte umfassende Untersuchung der Fischmärkte entlang der 3000 Kilometer langen Küste Perus ergab etliche Nachweise für die direkte Jagd auf die Meeressäuger.

Im Vergleich zu früher ist zwar ein starker Rückgang zu erkennen, aber immer werden tausende Delfine und andere Kleinwale direkte Opfer der Fischer. Unsere peruanischen Partnerorganisation ACOREMA machte auch eine besonders schreckliche Entdeckung:

Von der GRD finanziertes Verbotsschild auf einem Fischmarkt zeigt einen Delfin in einem roten Kreis, durch den diagonal ein roter Strich gezogen ist. Darunter steht der Hinweis "Prohibido comerzializar delfines – Protegidos por Lay" (Verkauf von Delfinfleisch ist gesetzlich verboten)Delfine werden gefangen und zerstückelt, um den Fischern als Köder für den Fang von Haien zu dienen. Die staatlichen Behörden wurden informiert und zu mehr Kontrollen aufgefordert.

Um schneller zu handeln, wurden von der GRD finanziert Hinweisschilder auf den Fischmärkten aufgehängt, eine Netz von freiwilligen Wildhütern ins Leben gerufen und eine Aufklärungskampagne bei den Fischern selbst durchgeführt.

"Die Jagd auf Delfine für den menschlichen Verzehr ist seit längerem bekannt. Besonders erschreckend ist, dass die Meeressäuger jetzt auch für die Hai-Langleinenfischerei getötet werden. Wie viele Delfine auf hoher See dabei ihr Leben lassen müssen, ist unbekannt und unkontrollierbar", erklärt GRD-Biologin Denise Wenger. "Es wurde berichtet, dass Delfinfleisch als Hai-Köder auch an ausländische Fischer, z.B. spanische Flotten, die vor Perus Küste Fischfang betreiben, verkauft wird. Ein ganzer Delfin erzielt dabei einen Preis zwischen 6 und 12 US$."

Bei der Kontrolle von Fischereihäfen und -märkten der fast 3000 Kilometer langen Küste des Andenstaates wurden etliche Hinweise auf illegale Fänge und Delfinfleischhandel an mehreren Stellen gefunden. In den großen Häfen wie Chimbote wird offen mit Delfinfleisch und den ebenfalls geschützten Meeresschildkröten auf dem Markt gehandelt.

Das Kilo Delfinfleisch für den menschlichen Verzehr kostet umgerechnet zwischen 1,15 bis 1,70 US$. In Callao, dem Fischereihafen der Hauptstadt Lima, wird es teurer als getrocknete "Italienische Delikatesse" an einen Stammkundenkreis verkauft.
Denise Wenger, Juli 2007

Das Motiv aus dem Posterwettbewerb zeigt einen senkrecht im Wasser stehenden Tümmler, in dessen blutendem Herz eine Harpune steckt, das Gesicht des Delfins ist schmerzverzerrtApril 2009 - Gerade die Sensibilisierung der Jüngsten für den Schutz der Delfine und der Umwelt ist für uns ein besonderes Anliegen. Deshalb wurden zusätzlich zu den Vorlesungen an Schulen in Paracas von unserer Partnerorganisation ACOREMA verschiedene Wettbewerbe organisiert, an denen insgesamt 876 Schüler teilnahmen.

Drei Malwettbewerbe fanden zu dem Motto "Pisco kümmert sich um seine Delfine" an Grundschulen statt.

Zwei Wettbewerbe in höheren Klassen umfassten das Erstellen einer Schülerzeitung mit dem Thema "Wissenswertes über Delfine". Hier wurden auch die Lehrer mit einbezogen.

An einem Posterwettbewerb über die "Delfine von Pisco" nahmen 5., 6. und 7. Klassen verschiedener Schulen teil.

Die Wettbewerbe wurden von den Schülern begeistert aufgegriffen und die zahlreichen schönen Werke zeigen viel Liebe zu den Delfinen und zum Detail. Umweltthemen wie Meeresverschmutzung oder die Probleme Beifang und Jagd auf Delfine wurden kritisch reflektiert. Auch die Poster waren künstlerisch und phantasievoll gestaltet.

Viele Themen der Delfin-Vorträge wurden bei allen Wettbewerben kreativ aufgegriffen und gestalterisch umgesetzt. Einige der kleinen Kunstwerke möchten wir hier vorstellen, leider können es nicht alle sein. Aber allen Teilnehmern möchten wir hiermit ganz herzlich für Ihre fantastischen und fantasievollen Arbeiten danken!
Denise Wenger

Kinderzeichnung mit Fischerbooten, die Netze auswerfen und Delfinen unter Wasser Kinderzeichnung, ein Delfin springt vor einem Boot aus dem Wasser
Kinderzeichnung, drei Delfine springen aus dem Wasser, andere Meerestiere, z.B. ein Oktopus sind unter Wasser Kinderzeichnung, ein Delfin springt aus dem Wasser, andere Meerestiere, z.B. ein Oktopus sind unter Wasser
Kinderzeichnung, ein Delfin springt aus dem Wasser, im Hintergrund zwei Pyramiden zwischen denen die Sonne aufgeht Kinderzeichnung, im Wasser hängendes Fischernetz bedroht drei Delfine, im Hintergrund geht die Sonne auf
   

Der Delfin Snowy Hill hatte eine sehr markanten Rückenfinne.Good bye alte Dame | Bei einer Strandbegehung am Ufer in Nähe des Fischerortes San Andres/Pisco wurde ein toter Delfin gefunden, wie uns der Biolge Julio Reyes, Präsident unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA, mitteilte.

Anhand der Rückenfinne konnte er sofort als "Snowy Hill" identifiziert werden. Diese Entdeckung macht uns alle traurig, denn "Snowy Hill" gehörte zu der Gruppe unserer Patendelfine, Große Tümmler, die in der Paracas-Bucht im Süden Perus leben, und wir kannten diesen Delfin bereits seit 2004. Da wurde "Snowy Hill" zum ersten Mal mit einem genauen Foto der Finne identifiziert.

Die jetzige Untersuchung ergab, dass "Snowy Hill" ein Weibchen war, ein altes Weibchen nach dem Zustand ihrer Zähne zu urteilen, die meist bis zum Zahnfleisch hinunter abgenutzt waren. Der Kadaver war komplett und unversehrt und es waren keine Zeichen von Netzabdrücken oder Einstiche von Harpunen zu erkennen.

So kann davon ausgegangen werden, dass sie wohl aufgrund ihres Alters eines natürlichen Todes auf See gestorben war und durch die Wellen an Land gespült wurde. Diese Vermutung wird auch bestärkt durch die Tatsache, dass dem Tier kein Fleisch entnommen wurde, wie es in der örtlichen Fischerei oft noch üblich ist, wenn Delfine als Beifang im Netz verendeten.

Der Delfin Snowy Hill liegt tot auf einem KiesstrandIhr Körper wirkte sehr ausgemergelt, vor allem im Bereich des unteren Rückens, und war von zahlreichen Zahnspuren (aber alle älteren Datums) übersät. Dass die Gebärfähigkeit im Alter abnimmt, wurde für Delfine bislang nicht angenommen, doch "Snowy Hill", die seit 5 Jahren regelmäßig beobachtet werden konnte, wurde in dieser Zeit nie mit einem Jungen gesehen.

Zwei Hypothesen können nun aufgestellt werden:
a) "Snowy Hill" war ein altersschwaches Weibchen und konnte aufgrund ihres dementsprechenden gesundheitlichen Zustandes keine Jungen mehr bekommen.
b) das Geburten-Intervall, das heißt die Zeitspanne mit der die Delfinweibchen in der Paracas-Bucht Junge bekommen, könnte länger sein als bisher angenommen.

Der Tod von "Snowy Hill" und die durchgeführten Untersuchungen werfen neue Fragen auf. Dies zeigt uns einmal mehr, wie viel wir noch nicht wissen und wie viel wir noch näher untersuchen müssen. Es zeigt, wie wichtig die Studien über die Paracas-Delfine sind und wie neue Erkenntnisse durch Erforschung dieser ortstreuen und dank unseres Patenprogramms bekannten und beliebten Delfingruppe gewonnen werden können.
Denise Wenger, September 2009

Ein Humboldt-Pinguin blickt die schräg ansteigende felsigen Küste hinaufSphenisco e.V. ist ein Verein, der sich dem Schutz des Humboldt-Pinguins widmet. Der Lebensraum dieser kleinen Pinguin-Art liegt vor den Küsten Perus und Chiles im Bereich zwischen 4 Grad südlicher Breite bis 40 Grad südlicher Breite. Dort jagen und brüten die Tiere auf küstennahen Inseln. Die Eier und auch die Vögel selbst werden für den menschlichen Verzehr genutzt, obwohl die Art bedroht ist.

In Peru leben auf den Inseln Ballestas, Chincha, San Galan, Independencia, Santa Rosa und im Gebiet Tres Puertas in der Region Pisco-Paracas nach aktuellen Zählungen derzeit insgesamt etwa 1000 Humboldt-Pinguine.

Seit Anfang 2010 kooperiert Sphenisco mit unserer peruanischen Partner-Naturschutzorganisation ACOREMA (Areas Costeras y Recursos Marinos), die neben vielfältigen anderen Tätigkeiten wie unseren gemeinsamen Delfinschutzprojekten auch über die drohende Ausrottung des Humboldt-Pinguins aufklärt und Logo von Spheniscodabei die besonderen Gefährdungen in Peru thematisiert.
D.Wenger
© Foto: Sphenisco

⇒ Sphenisco e.V.

Ein Delfin trägt ein Stück Plastikplane, das vor der Finne hängt mit sich herumDas Projektjahr 2010 stand ganz im Zeichen einer Kampagne gegen Müll und Meeresverschmutzung mit dem Slogan "Das Meer ertrinkt! Rettet es!".

Die Verschmutzung und Vermüllung der Meere ist ein weltweites Problem, das gerade in Pisco und Umgebung sehr greifbar ist: Weggeworfener Plastikmüll säumt Straßen und Strände, Kläranlagen gibt es kaum, weder für die privaten Haushalte noch für Industrieabwässer, die einfach ins Meer eingeleitet werden. Um das Augenmerk der Bevölkerung auf den Problembereich Müll zu lenken und zu verdeutlichen, dass dies auch vor ihrer eigenen Haustür ein dringendes Thema ist, das verstärkten Handlungsbedarf zum Schutz der Delfine und der gesamten Umwelt fordert, wurde eigens ein ganzes Set von Informationsmaterialien entworfen.

Poster, Broschüren, Flipcharts und eine besondere Internetplattform geben Auskunft über die vielen Ursachen und Folgen der zunehmenden Meeresverschmutzung und was jeder Einzelne dagegen tun kann. Für die Vorlesungen an den Schulen, die ACOREMA-Mitarbeiterin Monica Echegaray ausarbeitet und durchführt, wurden die erzieherisch wertvollen und das Umweltbewusstsein fördernden Materialien bereits vielfach eingesetzt und begeistert angenommen.

ACOREMA verteilte Poster und Broschüren an über 60 Schulen sowie an unzählige Restaurants und Hotels, Tourismusagenturen, Geschäfte, Behörden, Polizeistationen und Bibliotheken in der gesamten Region Pisco-Paracas.
Denise Wenger

Poster von ACOREMA "Das Meer und der Strand sind kein Mülleimer"

Zwei Paracas Delfine dicht zusammenschwimmend schauen aus dem Wasser.Fünf neue Delfine tauchten 2010 in der Paracas-Bucht auf. Mittlerweile konnten somit insgesamt 92 Delfine identifiziert werden, die mehr oder weniger regelmäßig diese große Bucht bei Pisco besuchen.

Eine Analyse der Sichtungsdaten der letzten vier Jahre ergab, dass vor allem weibliche Delfine, besonders Mütter mit ihren Kälbern, sich andauernd oder über längere Zeitabschnitte und Jahre in der Bucht aufhalten. Sie scheinen hier gute Bedingungen für die Aufzucht ihrer Jungen zu finden.

Breeze und Silver sind die neuen Delfinmütter in diesem Jahr. Trinity, ein Delfin, der 2005 identifiziert wurde, wurde 2009 und 2010 wiedergesichtet und fotografiert und ungewöhnlicherweise - wie ein Vergleich der Fotos ergab - hatte er keinerlei Veränderungen an der Rückenfinne oder sonstige Markierungen innerhalb dieser fünf Jahre. Das steht im Gegensatz zu der krassen Veränderung beispielsweise der Finne von Pal oder auch Pacman, wo Kratzer, Ausfransungen oder Entfärbungen zu Änderungen oder wie im letzten Fall eine Erkrankung zu einem Kollaps der Finne führten.

2010 wurden von unseren Patendelfinen die folgenden in der Paracas-Bucht gesichtet: Pal, Silver, Bodo, Trinity, Longscar, Queen, Crunch und Pisco. Von allen Delfinen zeigten Trinity und Breeze die größte Ortstreue.

Nachwuchs bei den Supay-Delfinen:
Eine kleine Sensation ergab die Beobachtung der Supay-Delfine im südlichen Teil der Paracas-Halbinsel. Nach Jahren wurde hier erstmals wieder Nachwuchs verzeichnet und sogar zwei neue Kälber gesichtet. Diese kleine Gruppe von nur 18 Individuen und den beiden neuen Jungen lebt in einem kleinen isolierten Gebiet, das sie anscheinend nie verlassen.

Diese Delfine lieben es, auf den Wellen zu surfen und am Schluss hohe Sprünge zu vollführen. Sonst wurden sie meist beim schnellen Schwimmen mit flachen Sprüngen beobachtet oder wie sie Fische an der Wasseroberfläche jagten. Im letzten Jahr wurde keine illegale Dynamitfischerei im Gebiet der Supay-Delfine beobachtet, weder von den Rangern des Nationalparks noch von ACOREMA-Mitarbeitern.
Denise Wenger

Ein Paracas-Tümmler beim Rückwärtssprung über der Wasseroberfläche.Paracas-Delfine: Im ersten Halbjahr 2011 wurden in der Paracas-Bucht vergleichsweise wenige Delfine angetroffen. Auch die durchschnittliche Gruppengröße von 2-3 Tieren war ungewöhnlich klein.

Eine Ausnahme bietet die einmalige Sichtung einer großen Delfinschule mit etwa 40-42 Individuen im Juni. Es können 11 neue Individuen identifiziert werden, darunter neue Mutter-Kalb-Paare.

Von den Patendelfinen werden Pacmann, Ghost, Silver mit Jungtier, Trinity, Cosma, Longscar mit Jungtier, Queen, Breeze mit Jungtier, Ray, Smiley und Sharpy gesichtet.Insgesamt sind 25 bekannte "Gesichter" dabei.

Zu den bislang 92 anhand ihrer Rückenfinne individuell identifizierten Großen Tümmler kamen jetzt 11 neu hinzu, sodass nun 103 Tiere im Katalog mit Foto ihrer Finne aufgenommen sind.

Supay-Delfine:
Erstmalig nach dem Erdbeben konnte dieses Jahr wieder eine Bootsausfahrt zu den Supay-Delfinen gemacht werden. Schöne Fotos sind gelungen und die beste Nachricht: es wurden zwei neue Jungtiere gesichtet!
Denise Wenger

Ein Paracas-Delfin schwimmt ganz nah bei einem KajakIm Februar dieses Jahres war ich in Peru-Paracas, besuchte unser Delfin- und Meeresschutzprojekt, das die GRD seit 1999 mit der peruanischen Organisation ACOREMA durchführt.

Es war mein vierter Projektbesuch und wieder einmal habe ich einen sehr guten Eindruck von der Arbeit unserer peruanischen Partnerorganisation vor Ort gewonnen. Ich habe viele Plätze und Leute besucht und wir konnten gemeinsam neue Pläne für das weitere Vorgehen erarbeiten. 

Das schönste Erlebnis war die Begegnung mit unseren Paten-Delfinen in der Paracas-Bucht. Das Delfin-Patenschaftsprogramm habe ich 1999 zur Unterstützung und Finanzierung des Projekts damals erstmalig für Deutschland - bis dahin gab es keine Delfin-Patenschaften, besonders nicht für individuell identifizierte - ins Leben gerufen.

Die Großen Tümmler trafen wir diesmal - nachdem wir mit dem Boot vorher die ganze Bucht ergebnislos abgesucht hatten - nur vier Meter von Strand entfernt vor dem neuen Hotel Hilton an, es war wirklich unglaublich. Sie tummelten sich dort über eine Stunde, immer wieder haben sie Fische, wahrscheinlich Sandaale, aus dem Grund geholt, dabei "Kopfstand" gemacht und die Fluke aus dem Wasser gestellt.

Da es zu früher Stunde war, haben die meisten Gäste des Hilton dieses Spektakel leider verschlafen, nur wenige kamen ganz aufgeregt mit Kameras gelaufen. Zwei Personen allerdings, in einem Kajak und auf einem Surfbrett, hatten die tollsten Begegnungen mit den Tümmlern, die ihnen ganz nahe kamen.Eine Stand-Up-Paddlerin trifft ganz nah an der Küste auf einen Paracas-Delfin, im Hintergrund ist das Hilton-Hotel zu erkennen

Die größten Erfolge in diesem Projekt sind:

  • die Delfine werden nicht mehr von den Fischern harpuniert, auf dem Fischmarkt ist kein Delfinfleisch mehr zum Verkauf angeboten,
  • die vormals vielfach praktizierte Dynamitfischerei ist im Gebiet enorm zurückgegangen,
  • ein Meeresschutzgebiet wurde eingerichtet,
  • die Öffentlichkeitarbeit war sehr erfolgreich und die Menschen in der Region sind umfassend über Delfin- und Meeresschutz, aber auch Umweltproblematiken wie Plastikmüll, Abwässer, chemische Umweltgifte etc. informiert
  • viele Bevölkerungsgruppen sind in die Projekt-Arbeit integriert,
  • die Zusammenarbeit mit den Schulen ist hervorragend,
  • ACOREMA ist mittlerweile eine sehr bekannte und anerkannte Organisation, auch von Behörden und Regierung.

ACOREMA hat hervorragende Arbeit geleistet und Maßnahmen umgesetzt, die von der GRD-Projektleitung vorgeschlagen wurden. Im Rahmen dessen habe ich Berichte geschrieben, Materialien entworfen, Förderanträge gestellt und nun bereits 13 Jahre lang die Finanzierung gesichert.

Ferienkurs für Fischerkinder
Denise Wenger in San Andrés beim Besuch eines Ferienmalkurses für Fischerkinder
Sehr bewegt hat mich das Zusammentreffen mit Fischerkindern im Fischerort San Andres.

Dort hat ACOREMA ein kleines notdürftiges "Education Centre" (das Meeresschutzzentrum wurde ja durch das Erdbeben 2007 zerstört und konnte bis heute leider nicht wieder aufgebaut werden) eingerichtet und ich habe zusammen mit Milagros Ormeño, einer ACOREMA Mitarbeiterin, einen Bastel-, Knet- und Informationskurs für die Kinder als Ferienprogramm abgehalten.

Es war beeindruckend für mich, wie viel die 5 – 8-Jährigen schon über Delfine und die Bedeutung ihres Schutzes wussten und wie herzlich sie mich empfingen.

Wir haben sehr familiär und lustig eine Stunde miteinander geknetet, geredet und gelacht.Denise Wenger in San Andrés beim Besuch eines Ferienkurses für Fischerkinder im Gespräch mit drei Kindern

Leider ist von diesem Ort aus bis hin zur Paracas-Bucht in den letzten Jahren entlang der Straße am Meer eine große "Müllkippe" entstanden, der Müll wird einfach dort zwischen Straße und Strand hingekippt.

Allein der Geruch, der einen im Auto umweht, wenn man die Straße entlang fährt, lässt nichts Gutes vermuten.

Was dabei ins Meer absickert, weiß auch niemand. Ich möchte versuchen, mit ACOREMA hierfür eine Lösung zu finden und die Behörden zum Handeln bewegen.

Insgesamt machte das Wasser der Bucht einen sehr verschmutzten Eindruck.

Eingang des Paracas-Nationalparks mit einer großer Kartentafel, die auf einem gemauerten Fundament stehtAuch die Nationalparkverwaltung des Paracas Natural Reserve, besonders die Leiterin des Wildlife Department, die Biologin Patricia Saravia, die ich 1999 erstmals besuchte, habe ich wieder getroffen.

Mittlerweile ist die Ausstellung dort um mehrere schützenswerte Tierarten, auch die Delfine und Wale, Humboldt-Pinguine, Riesenotter etc. erweitert worden.

Sie erzählte mir von den Problemen mit Wilderern und Gefahren für die Touristen. Problematisch ist, dass die Überwachung, z.B. gegen illegale Dynamitfischerei, weiterhin sehr gefährlich für die Ranger ist, es steht nur ein Polizist für Paracas zur Verfügung und der ist noch nicht einmal bewaffnet, während die Dynamitfischer meistens in Waffenbesitz sind.

Sie berichtete mir, wie Ende letzten Jahres Ranger und Polizist überwältigt wurden, der Dynamitfischer einfach Gewalt anwandte und dann fliehen konnte.

Mit den ACOREMA-Mitarbeitern haben wir besprochen, dass hier personelle Unterstützung geleistet werden kann, vor allem in sensiblen Bereichen wie dem Meeresschildkröten-Strand, dem Lebensraum von Küstenotter und der Bucht der Delfine.

Logo des HAND-IN-HAND-FondsPeru-Paracas hat insgesamt ein sehr raues Gesicht, es gibt nichts Liebliches, alles ist geprägt vom Überlebenskampf.

Die Deutsche Umwelthilfe und Rapunzel Naturkost fördern dieses Projekt 2012 mit Mitteln aus den HAND-IN-HAND–Fonds erneut mit 5000,- €. Herzlichen Dank!!!

Neubau des Meeresschutzzentrums
Das ehemalige zweigeschossige Meeresschutzzentrum in Pisco Paracas wurde vom Erdbeben 2007 schwer in Mitleidenschaft gezogen, das imposante Gebäude musste abgerissen werdenFür den Neubau des Zentrums (EIC) allerdings muss noch eine andere Größe gestemmt werde. Ich habe einen Antrag gestellt, der nun bei internationalen Hilfsorganisationen vorliegt, denn mittlerweile würde der Aufbau des Meeresschutzzentrums in Pisco etwa 380.000 Euro kosten.

Die Preise für Baumaterialien sind in den letzten Jahren sehr gestiegen. Der Antrag kam in eine engere Auswahl. Ich hoffe sehr, dass es klappt, denn das Meeresschutzzentrum ist wirklich sehr wichtig, um die Arbeit in Paracas wieder auf zwei Beine zu stellen und überregional ausweiten zu können. Wir brauchen hier jede Unterstützung.

Auch im Namen von ACOREMA herzlichen Dank an alle Förderer, Spender, Delfin-Paten und Sponsoren, die dieses tolle Projekt in Südamerika mittragen und so viel zum Schutz der Wale und Delfine, aber auch zur Umwelterziehung und Verbesserung der Situation der Menschen beitragen.
Denise Wenger

⇒ Spendenaktion Wiederaufbau Delfinschutzzentrum Pisco

Zwei Paracas-Delfine beim wilden Spiel, einer springt rückwärts über den aus dem Wasser lugenden Kopf des anderen. Zwei residente Delfingruppen bei der Paracas-Halbinsel im Süden Perus erfreuen sich mittlerweile allgemeiner Beliebtheit und eines besonderen Schutzes durch die nunmehr 13-jährige Projektarbeit. Erfreulicherweise werden viele Kälber geboren und die Mütter sieht man in Ruhe ihre Jungen auf ziehen.

Seit 1999 unterstützt die GRD die peruanische Meeresschutzorganisation ACOREMA. In guter Zusammenarbeit wurden vielfältige Maßnahmen zum Schutz der Delfine, gegen Delfinjagd und Dynamitfischerei, gegen Meeresverschmutzung und Plastikmüll, sowie Projekte mit Schulen und Öffentlichkeitsarbeit zur Umweltbildung entwickelt und konnten dank der Unterstützung unserer Delfinpaten, Förderer des Projekts und Sponsoren erfolgreich verwirklicht werden.

Die Supay-Delfine

Drei Supay-Delfine kommen dicht an dicht parallelschwimmend in enger Formation mit den Rückenfinnen aus dem Wasser. Endlich, fünf Jahre nach den dramatischen Zerstörungen durch das schwere Erdbeben von 2007 in Paracas, konnten wieder Bootsfahrten zu dieser isolierten Delfingruppe innerhalb des Paracas-Nationalreservats unternommen werden, die seitdem nur von den zum Teil einsturzgefährdeten Klippen aus mehr schlecht als recht beobachtet werden konnte.

Die erfreuliche Nachricht hat unsere Herzen höher schlagen lassen: die ursprünglich 16 Mitglieder umfassende Gruppe Großer Tümmler ist mittlerweile auf 21 Individuen angewachsen. Das bedeutet, dass neue Junge geboren wurden, die auch beobachtet werden konnten, und dass mit hoher Wahrscheinlichkeit alle der bereits 1999 identifizierten Gruppenmitglieder noch leben!

Die Supay-Delfine waren die ersten Patendelfine der GRD
Erfreulicherweise konnten acht Individuen wiedererkannt, sprich anhand ihrer Rückenfinne tatsächlich wieder identifiziert werden: Little Tree, Frame, Sun, Up, Down, Shorty, Shark und Scratchy. Die Markierungen der anderen Delfine haben sich in den letzten Jahren allerdings so geändert, dass sie nicht mehr mit den früheren Aufnahmen im Finnenkatalog vergleichbar sind.

Dynamitfischerei erfolgreich bekämpft
Die Supay-Delfine haben anscheinend keinen Austausch mit anderen Delfingruppen. Ihr Überleben war zu Projektbeginn durch mehrere Faktoren, vor allem illegale Dynamitfischerei, gefährdet. In Zusammenarbeit mit dem Paracas-Nationalreservat konnte erreicht werden, dass ihr Lebensraum einen besonderen Schutzstatus erhielt. Ranger, die Beobachtungen und Kontrollen gegen Dynamitfischerei durchführen, werden von ACOREMA ausgebildet.

Mehrere Kampagnen gegen Dynamitfischerei, eine zusammen mit Fischern und Behörden, eine weitere mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie einem Radiospot, ließen das Problem bekannt werden – mit Erfolg. Weder von den Mitarbeitern des Paracas-Nationalreservats noch von ACOREMA wurden seit über einem Jahr Spuren von Dynamitfischerei gefunden.

 

Die Paracas-Delfine

Kopfansicht des Paracas-Patendelfins "Tatooine" mit deutlich erkennbarem Blas. Auch auf der nördlichen Seite der Paracas-Halbinsel in der gleichnamigen Bucht gibt es erfreulicherweise Nachwuchs zu verzeichnen. Während der Beobachtungen 2012 konnten acht Mutter-Kalb-Paare registriert werden, eingeschlossen PBD 062 mit ihrem zweiten Jungen (ihr erstes hatte sie 2006) und ein Junges an der Seite von Sharpy, womit endgültig feststeht, dass es sich um ein Weibchen handelt.

Weiterhin konnten von den Patendelfinen die Mütter Silver, Breeze und Longscar in Begleitung ihrer Kids gesehen werden.

Vor allem weibliche Delfine halten sich bevorzugt in der Bucht auf. Das könnte bedeuten, dass sie hier gute Bedingungen für die Aufzucht finden.

Die höchste Ortstreue zeigen PBD13, Silver, Longscar, Breeze und Queen. Die Weibchen mit Jungen bilden öfters zusammen Gruppen. Nicht weit vom Strand entfernt säugen sie ihre Kleinen, ruhen, zeigen soziale Verhaltensweisen und nicht zuletzt lassen sie keine Chance aus, Fischerbooten zu folgen, die ihre Ladung peruanischer Anchovis anlanden, wobei meist etwas für die Delfine abfällt.

Männerfreundschaften unter Tümmlern währen sehr lang
ACOREMA-Projektleiter Julio Reyes berichtete: "Von den Männchen wurden vor allem Pacman und Bay oft angetroffen und die beiden zeigen auch seit 2006 den höchsten "Assoziations-Index", das heißt den prozentualen Anteil, mit dem sie zusammen in einem engen Abstand gesehen wurden. Er beträgt bei ihnen sogar 100 %, sie wurden also ausschließlich zusammen gesichtet." Indizes von mehr als 80 % findet man vor allem bei Männchen.

Delfinbeobachtung mit Kajak und Surfbrett
Das schönste Erlebnis während meines Projektbesuchs im Februar war natürlich die Begegnung mit unseren Paten-Delfinen in der Paracas-Bucht.

Ein Paracas-Delfin schwimmt ganz nah bei einem Kajak. Die Großen Tümmler trafen wir diesmal - wir hatten mit dem Boot vorher die ganze Bucht abgesucht - nur vier Meter vom Strand entfernt vor dem Hotel Hilton an, das ganz am Ende der Bucht liegt.

Es war wirklich unglaublich, die Delfine tummelten sich dort über eine Stunde, immer wieder haben sie Fische, wahrscheinlich Sandaale, aus dem Grund geholt, dabei „Kopfstand“ gemacht und die Fluke aus dem Wasser gestellt.

Da es zu früher Stunde war, haben die meisten Gäste des Hilton dieses Spektakel leider verschlafen. Zwei Personen allerdings, in einem Kajak und auf einem Surfbrett, hatten die tollsten Begegnungen mit den Tümmlern, die ihnen neugierig und furchtlos ganz nahe kamen.
Denise Wenger