Kampagne gegen Plastikmüllflut am und im Meer und Einführung von Recycling in Peru-Paracas
Plastikmüll und Mikroplastik in den Gewässern und Ozeanen ist weltweit ein ernst zu nehmendes Problem. Plastikmaterialien, die in den Meeren treiben, bergen ein hohes Gefährdungspotenzial für viele Meerestiere. Sie bringen langsamen und qualvollen Tod durch: Verheddern der Tiere in ring- und schlingenförmigen Verpackungen oder Netzresten, Verschlucken von Plastikteilen, die mit Nahrung verwechselt oder mit ihr aufgenommen werden. Folgen sind...
Geliebte Delfine - Schüler in Paracas kommen Delfinen näher
Artenschutz kann heutzutage fast nur erfolgreich sein, wenn er fest in der lokalen Bevölkerung verankert ist. Deshalb besteht unsere Arbeit auch in der Umsetzung von Strategien, die die Integration der Bevölkerung zum Ziel haben. Wir pflanzen jetzt kleine Gedanken und Ideen, die in der Zukunft eine große Ernte für den Delfin- und Meeresschutz einbringen sollen. Wir tragen unser Wissen in die Schulen des Paracas-DistriktsUnsere...
Neues von den Patendelfinen Little Tree and Sun aus Peru
Little Tree und Sun sind noch immer Teil der Supay-Gruppe, die isoliert im Süden der Paracas-Bucht lebt. Die beiden sowie auch alle anderen Mitglieder konnten im August 2015 in ihrem Lebensraum während einer für das Langzeitmonitoring der Paracas-Delfine von ACOREMA durchgeführten Patrouillenfahrt beobachtet werden. Es ist so beruhigend zu wissen, dass auch nach 16 Jahren die Gruppe stabil ist und die Individuen nach der ersten Beobachtung...
Jagd auf Delfine in Peru – Patendelfine nicht in Gefahr
Seit 1999 kämpft die GRD, gemeinsam mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA gegen die Jagd auf Delfine vor der Küste des Andenstaates Peru. Skrupellose Fischer harpunieren dabei Dusky-Delfine, das Blut der verwundeten Meeressäuger soll Haie anlocken. Anschließend werden die Delfine an Bord der Fischerboote getötet und zerlegt, um ihr Fleisch als Köder für den Fang der angelockten Haie einzusetzen. Die Jagd auf Delfine ist in Peru...
Abschied von "Snowy Hill"
Good bye alte Dame | Bei einer Strandbegehung am Ufer in Nähe des Fischerortes San Andres/Pisco wurde ein toter Delfin gefunden, wie uns der Biolge Julio Reyes, Präsident unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA, mitteilte. Anhand der Rückenfinne konnte er sofort als "Snowy Hill" identifiziert werden. Diese Entdeckung macht uns alle traurig, denn "Snowy Hill" gehörte zu der Gruppe unserer Patendelfine, Große Tümmler, die in der...

Ein Strand voller Plastikmüll in Peru.

Plastikmüll und Mikroplastik in den Gewässern und Ozeanen ist weltweit ein ernst zu nehmendes Problem. Plastikmaterialien, die in den Meeren treiben, bergen ein hohes Gefährdungspotenzial für viele Meerestiere. Sie bringen langsamen und qualvollen Tod durch:

  • Verheddern der Tiere in ring- und schlingenförmigen Verpackungen oder Netzresten,
  • Ein Delfin trägt ein Stück Plastikplane, das vor der Finne hängt mit sich herum. Verschlucken von Plastikteilen, die mit Nahrung verwechselt oder mit ihr aufgenommen werden. Folgen sind qualvolles Ersticken oder Verhungern von Delfinen, Walen und Seevögeln mit Müll im Magen.
  • Schleichende Vergiftung durch die Anreicherung von Umweltgiften, die sich an von Wellen und UV-Licht zerkleinerten Plastikteilchen anlagern und mit ihnen in die Nahrungskette kommen.

 

Mensch, Müll und Meer
Für das Überleben von Seevögeln, Meeresschildkröten, Delfinen, Walen und vielen anderen marinen Lebewesen stellt dies einen signifikanten Bedrohungsfaktor dar. Die globale Dimension des Plastik-Problems ist dabei gewaltig: Schätzungen gehen von mehreren Millionen Tonnen Plastikmüllteilen aus, die derzeit auf den Weltmeeren treiben, an die entlegensten Stellen hin verdriftet oder in großen Meeresdriftströmungswirbeln zusammengetrieben werden. Eine schwimmende Last, die zukünftigen Generationen aufgebürdet wird.

Entwicklung für eine bessere Zukunft: Reduktion und Recycling
In Peru gibt es in weiten Teilen des großen Landes noch kein Recycling und keine modernen Müllverbrennungsanlagen. Straßen und Strände sind von Plastikmüll gesäumt, Schiffe entsorgen ihren Müll oftmals einfach im Meer entlang der fast 3000 Kilometer langen Küste: So finden sich auch am Meeressaum und im Pazifik vor der Paracas-Halbinsel, dem Lebensraum unserer Paten-Delfine und vieler seltener und geschützter Arten, Unmengen an Plastikmüll in Form von Flaschen, Tüten, Verpackungen, Netzresten und kleinen Plastikteilen, die einen beim Schwimmen im Wasser umfluten.

Umdenken unterstützen – Lösungen anbieten
Müllsammelstelle in Peru.Deshalb starten wir in diesem Jahr mit unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA erneut eine große Kampagne in Peru-Paracas gegen die Plastikmüllflut. Viel konnte hier zwar bereits in den vergangenen Jahren erreicht werden: die über viele Kilometer mit Plastikmüll übersäten Strände wurden gereinigt und Aktionen zum Müllsammeln durchgeführt.

Doch noch immer werden Plastikabfälle zusammen mit anderen Abfällen oft nur am Straßenrand zusammengetragen und kleine Haufen mit Holzstücken versehen einfach angezündet. Ungeachtet der giftigen Dämpfe, die dadurch entstehen, und der Kohlereste mit Rückständen, die dem Wind überlassen werden, der alles in Häuser und Gärten verteilt oder manches als Eintrag ins Meer bläst, ebenso wie die vielen Plastiktüten, die verweht werden.

Um das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Vermeidung von Plastikmüll und nötige Recyclingprojekte zu schärfen und für diesen Problembereich zu sensibilisieren, haben wir eine neue Kampagne geplant und ein langfristiges Ziel gesetzt: ressourcenschonendes und umweltbewusstes Denken und Handeln der Bevölkerung.

Plastik reduzieren, Strände reinigen, Tiere retten
Müllabfuhr in Paracas Peru.Ziel unserer neuen Kampagne ist die nachhaltige Etablierung von Plastik-Recycling in Paracas und die Förderung von Mehrwegsystemen sowie Müllvermeidung und moderne Entsorgung und somit eine deutliche Senkung des Eintrags von Plastikabfällen ins Meer sowie ein besseres Bewusstsein in der Bevölkerung für eine saubere Umwelt. Es ist ein Pilot-Projekt mit Vorbildcharakter für andere Küstenstädte in Organisation mit den Behörden für eine langfristige moderne Lösung der Müllentsorgung.

Die Bevölkerung in Peru-Paracas soll durchverschiedene Aktionen motiviert werden, Plastikmüll nicht mehr achtlos am Straßenrand, am Strand oder im Meer zu entsorgen, sondern aufzusammeln. Eigens produzierte Baumwolltaschen mit einem Mottoaufdruck sollen symbolisch für das Projektstehen und verteilt werden.

Dies geht Hand in Hand mit einer Aufklärungskampagne über Plastikmüll und Meeresverschmutzung sowie Recycling und Mehrweglösungen. Mehrere Plastik-Recycling- Sammelpunkte werden eingerichtet und die ersten Recyclingfirmen kontaktiert, sodass sich langfristig das Engagement für die ökologischen Verbesserungen auch ökonomisch für die lokale Bevölkerung auszahlt und Initiativen der Menschen vor Ort belohnt werden.

HAND-IN-HAND-FONDs hilft
Gestartet werden kann die neue Kampagne gegen Plastikmüll und zur Einführung von Recycling in Paracas mit der wertvollen Unterstützung durch den HIH-Fonds der Rapunzel Naturkost AG und Deutschen Umwelthilfe. 5.000,00 € wurden als Starthilfe für die Herstellung von Öko-Baumwolltaschen mit Motiv und Kampagnen-Material wie Broschüren und Sticker zum Verteilen in Paracas, zur Verfügung gestellt. Die Gesamtkosten der Kampagne liegen bei 10.000 €.

Entscheidend für die Zukunft des Lebens in den Ozeanen und schlussendlich auch für unsere gesunde Ernährung ist, die Einträge von Plastikmüll abzustellen. Durch diese neue Kampagne wollen wir dazu erneut einen Beitrag leisten für einen besseren Schutz der Natur, der Biodiversität und der Delfine und Wale vor Perus Küste.

An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an alle Delfin-Paten, Sponsoren und Unterstützer dieses Projekts, die die Maßnahmen zum Schutz der Delfine und marinen Umwelt möglich machen!
Denise Wenger, Juni 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ 2014er Kampagne gegen Plastikmüll in Paracas

⇒ Broschüre "El Mar se Ahoga ¡Sálvalo!" (Das Meer ertinkt rettet es!)

 

Grafik Strand und Meer sind keine Mülleimer.

 

Schüler aus Peru-Paracas während der Initiative 'Unsere Delfine suchen Freunde'Artenschutz kann heutzutage fast nur erfolgreich sein, wenn er fest in der lokalen Bevölkerung verankert ist. Deshalb besteht unsere Arbeit auch in der Umsetzung von Strategien, die die Integration der Bevölkerung zum Ziel haben. Wir pflanzen jetzt kleine Gedanken und Ideen, die in der Zukunft eine große Ernte für den Delfin- und Meeresschutz einbringen sollen.

Wir tragen unser Wissen in die Schulen des Paracas-Distrikts
Unsere Bestandserfassung und Arbeit zum Schutz der residenten Delfingruppen in Paracas (Provinz Pisco, Peru) hat wichtige Informationen geliefert und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung und der zuständigen Behörden gewonnen.

Neben dem kontinuierlichen Monitoring der Delfine ist es ebenso wichtig, die Menschen vor Ort einzubinden und für den Schutz der Biodiversität vor ihrer Haustür zu begeistern. Um nachhaltige Effekte für den Schutz der Meeressäuger zu erzielen, tragen wir unser Wissen über die ParacasTümmler in die Schulen in Pisco, San Andrés und den ganzen Distrikt Paracas.

Wir führen den Kindern vor Augen, wie die Delfine in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft leben und was sie auszeichnet. Eltern oder Verwandte vieler dieser Kinder leben vom Fischfang oder -handel und die Begeisterung der Kinder für die Delfine soll auch auf sie überspringen.

Schüler aus Peru-Paracas während der Initiative 'Unsere Delfine suchen Freunde'Im Jahr 2015 nahmen 3.600 Lehrer, Schüler, Schulleiter und Erzieher an unseren Unterrichtseinheiten teil. Jeder Teilnehmer erhielt anschauliches Informationsmaterial, das wir dank der Unterstützung der GRD herstellen konnten, darunter Arbeitsmappen, Sticker, Flyer, Broschüren und spezielle Informationen für Fischer.

Initiative "Unsere Delfine suchen Freunde"
Schüler und Lehrer sind jedes Mal gleichermaßen fasziniert, wenn wir ihnen erklären, wie wir Menschen Delfine individuell erkennen können und wie die Delfine das untereinander auch können. Jeder einzelne Tümmler ist eine einzigartige Persönlichkeit, da ist der nächste Schritt naheliegend: den von uns identifizierten Tieren Namen zu geben.

Begeisterte Teilnehmerin beim Malwettbewerb aus der Initiative 'Unsere Delfine suchen Freunde'"Unsere Delfine suchen Freunde" nannten wir die mit viel Enthusiasmus aufgenommene Initiative. In einigen der teilnehmenden Schulen führten Lehrer sogar "allgemeine Wahlen" durch, um den beliebtesten Namen zu finden. Es fanden Mal- und Zeichenstunden statt oder Gedichte und Erzählungen wurden über die ortstreuen Delfine geschrieben.

Jede teilnehmende Schule erhielt zum Abschluss ein großformatiges Bild "ihres" Delfins und Informationen über dessen Leben und den notwendigen Schutz der Meere.

Wir freuen uns sehr, dass auf diese Weise für weitere zwölf individuell identifizierte Große Tümmler in der Paracas-Bucht schöne Namen gefunden wurden. Heißen Sie mit uns willkommen: Jo, Mariajose, Divina, Shalom, Argentine, JCT, Bandera, Santi, Capi, Andrea, Chuspi und Isabel!

Bericht des Präsidenten von ACOREMA, Julio Reyes, über Projekte mit den Jüngsten - Schülern, die sich für die Delfine stark machen, von Denise Wenger

Herzlichen Dank an alle Delfinpaten und Förderer dieses Projekts, die all dies ermöglichen!

⇒ Für Argentine, Andrea und Isabel, die ihre Namen von den Schülern erhalten haben, können Sie eine Patenschaft übernehmen oder verschenken

 

Dolphin Book by ACOREMA.

Supay Patendelfin Little Tree 2015.Little Tree und Sun sind noch immer Teil der Supay-Gruppe, die isoliert im Süden der Paracas-Bucht lebt.

Die beiden sowie auch alle anderen Mitglieder konnten im August 2015 in ihrem Lebensraum während einer für das Langzeitmonitoring der Paracas-Delfine von ACOREMA durchgeführten Patrouillenfahrt beobachtet werden. Es ist so beruhigend zu wissen, dass auch nach 16 Jahren die Gruppe stabil ist und die Individuen nach der ersten Beobachtung 1999 noch am Leben sind.

Beide, Little Tree und Sun, sind leicht an ihren natürlichen Markierungen der Rückenfinne zu erkennen, und überraschenderweise haben sich diese in all der Zeit nicht wesentlich geändert. Da in der Zwischenzeit ihr Lebensraum als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, sollten diese Delfine eigentlich sicher dort leben können, wo einst viel Dynamitfischerei betrieben wurde.Supay Patendelfin Sun 2015.

Trotzdem sollten wir weiterhin wachsam sein und kontrollieren, um ihnen das Überleben hier zu ermöglichen, denn es sind menschliche Aktivitäten im Gebiet zugelassen und wenn es keine regelmäßigen Patrouillen gibt, könnten sich wieder auch illegale Dynamitfischer einschleichen.
Nach Informationen von ACOREMA, Dez. 2015

 

 

Karte Lebensraum der Supay Delfine.

Stolz präsentiert sich ein peruanischer Fischer mit einem von ihm getöteten Delfin, den er neben sich in den Händen hält, an Bord seines BootesSeit 1999 kämpft die GRD, gemeinsam mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA gegen die Jagd auf Delfine vor der Küste des Andenstaates Peru.

Skrupellose Fischer harpunieren dabei Dusky-Delfine, das Blut der verwundeten Meeressäuger soll Haie anlocken. Anschließend werden die Delfine an Bord der Fischerboote getötet und zerlegt, um ihr Fleisch als Köder für den Fang der angelockten Haie einzusetzen. Die Jagd auf Delfine ist in Peru verboten.

 

Peruanische Delfinschutzorganisationen zweifeln an Datengrundlage
Auf diese barbarische Praxis machte ein im Oktober 2013 veröffentlichtes, "undercover" gedrehtes Video eines britischen Journalisten erneut aufmerksam. Allerdings wird die in diesem Zusammenhang genannte Zahl von angeblich jedes Jahr abgeschlachteten 10.000 bis 15.000 Delfinen von anerkannten peruanischen Delfinschutzorganisationen angezweifelt.

"Die Zahl zum Ausmaß der Delfin-Massaker ist eine Schätzung. Sie beruht auf der Beobachtung eines Bootes, und wurde dann ohne weitere Datengrundlage auf alle Fischerboote hochgerechnet. Wir können sie nicht bestätigen", erklärt Julio Reyes von ACOREMA, unserer Partnerorganisation. ACOREMA hat die grausame Praxis der Jagd auf Delfine bereits im Rahmen des von der GRD finanzierten Schutzprojekts mit einer Studie 2002 untersucht und arbeitet seitdem mit Öffentlichkeitskampagnen und in Zusammenarbeit mit den Behörden mit Erfolg gegen die illegale Jagd auf Delfine.

Behörden wurden aktiv
Dass Delfine in Peru nicht mehr gefangen und gegessen werden dürfen, dazu haben maßgeblich unsere peruanischen Partner von ACOREMA beigetragen, die wir seit vielen Jahren unterstützen! Um schneller zu handeln, wurden bereits 2007 von der GRD finanzierte Hinweisschilder auf den Fischmärkten aufgehängt, ein Netz von freiwilligen Wildhütern ins Leben gerufen und eine Aufklärungskampagne bei den Fischern selbst durchgeführt.

Die Berichterstattung über die Delfin-Massaker führte bereits 2013 dazu, dass die Behörden in Peru umfassendere Ermittlungen einleiteten. Einer der skrupellosen Fischer ging ihnen ins Netz, nachdem er ein Foto von sich und einem getöteten Delfin auf seiner Facebookseite gepostet hatte und dadurch identifiziert werden konnte. ACOREMA wird gemeinsam mit der GRD weiter gegen illegale Delfintötungen in Peru kämpfen.

Kampagnen gegen die Delfinjagd seit 2002: GRD-Patendelfine nicht in Gefahr
Die Patendelfine der GRD sind von den Delfinjägern nicht bedroht, in der Region Pisco / Paracas werden Dank der jahrelangen Aufklärungs- und Informationsarbeit von ACOREMA keine Delfine gejagt!
Denise Wenger

Weitere Informationen:

⇒ Los Tiburones de la provincia de Pisco - Analyse der Jagd auf Haie in der Region Pisco (PDF) von ACOREMA

⇒ Homepage von ACOREMA

Der Delfin Snowy Hill hatte eine sehr markanten Rückenfinne.Good bye alte Dame | Bei einer Strandbegehung am Ufer in Nähe des Fischerortes San Andres/Pisco wurde ein toter Delfin gefunden, wie uns der Biolge Julio Reyes, Präsident unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA, mitteilte.

Anhand der Rückenfinne konnte er sofort als "Snowy Hill" identifiziert werden. Diese Entdeckung macht uns alle traurig, denn "Snowy Hill" gehörte zu der Gruppe unserer Patendelfine, Große Tümmler, die in der Paracas-Bucht im Süden Perus leben, und wir kannten diesen Delfin bereits seit 2004. Da wurde "Snowy Hill" zum ersten Mal mit einem genauen Foto der Finne identifiziert.

Die jetzige Untersuchung ergab, dass "Snowy Hill" ein Weibchen war, ein altes Weibchen nach dem Zustand ihrer Zähne zu urteilen, die meist bis zum Zahnfleisch hinunter abgenutzt waren. Der Kadaver war komplett und unversehrt und es waren keine Zeichen von Netzabdrücken oder Einstiche von Harpunen zu erkennen.

So kann davon ausgegangen werden, dass sie wohl aufgrund ihres Alters eines natürlichen Todes auf See gestorben war und durch die Wellen an Land gespült wurde. Diese Vermutung wird auch bestärkt durch die Tatsache, dass dem Tier kein Fleisch entnommen wurde, wie es in der örtlichen Fischerei oft noch üblich ist, wenn Delfine als Beifang im Netz verendeten.

Der Delfin Snowy Hill liegt tot auf einem KiesstrandIhr Körper wirkte sehr ausgemergelt, vor allem im Bereich des unteren Rückens, und war von zahlreichen Zahnspuren (aber alle älteren Datums) übersät. Dass die Gebärfähigkeit im Alter abnimmt, wurde für Delfine bislang nicht angenommen, doch "Snowy Hill", die seit 5 Jahren regelmäßig beobachtet werden konnte, wurde in dieser Zeit nie mit einem Jungen gesehen.

Zwei Hypothesen können nun aufgestellt werden:
a) "Snowy Hill" war ein altersschwaches Weibchen und konnte aufgrund ihres dementsprechenden gesundheitlichen Zustandes keine Jungen mehr bekommen.
b) das Geburten-Intervall, das heißt die Zeitspanne mit der die Delfinweibchen in der Paracas-Bucht Junge bekommen, könnte länger sein als bisher angenommen.

Der Tod von "Snowy Hill" und die durchgeführten Untersuchungen werfen neue Fragen auf. Dies zeigt uns einmal mehr, wie viel wir noch nicht wissen und wie viel wir noch näher untersuchen müssen. Es zeigt, wie wichtig die Studien über die Paracas-Delfine sind und wie neue Erkenntnisse durch Erforschung dieser ortstreuen und dank unseres Patenprogramms bekannten und beliebten Delfingruppe gewonnen werden können.
Denise Wenger, September 2009

TRINITY braucht Hilfe

Peru Patendelfin TRINITY, dümpelt ruhig im Wasser, Kopf, Blasloch und Finne sind sichtbar.

Trinity ist dreifache Mutter. Sie gehört zu den am Längsten im Rahmen des Projekts beobachteten Delfinen. Ihr drittes Baby kam im Juli 2012 zur Welt.

⇒ Patenschaft für Trinity (Paracas/Peru) ⇒ Patenschaft verschenken

Kostenlos Gutes tun!

Logo amazon smile.