In den großen Häfen wie Chimbote wird offen mit Delfinfleisch und den ebenfalls geschützten Meeresschildkröten auf dem Markt gehandeltWie wir befürchtet hatten, werden immer noch Delfine entlang der peruanischen Küste getötet, obwohl dies per Gesetz verboten ist. Fischer in Peru harpunieren Delfine und benutzen ihr Fleisch als billigen Köder zum Fang von Haien.

Dies deckte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Zusammenarbeit mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA (Areas Costeras y Recursos Marinos) auf.

Eine von der GRD finanzierte umfassende Untersuchung der Fischmärkte entlang der 3000 Kilometer langen Küste Perus ergab etliche Nachweise für die direkte Jagd auf die Meeressäuger.

Im Vergleich zu früher ist zwar ein starker Rückgang zu erkennen, aber immer werden tausende Delfine und andere Kleinwale direkte Opfer der Fischer. Unsere peruanischen Partnerorganisation ACOREMA machte auch eine besonders schreckliche Entdeckung:

Von der GRD finanziertes Verbotsschild auf einem Fischmarkt zeigt einen Delfin in einem roten Kreis, durch den diagonal ein roter Strich gezogen ist. Darunter steht der Hinweis "Prohibido comerzializar delfines – Protegidos por Lay" (Verkauf von Delfinfleisch ist gesetzlich verboten)Delfine werden gefangen und zerstückelt, um den Fischern als Köder für den Fang von Haien zu dienen. Die staatlichen Behörden wurden informiert und zu mehr Kontrollen aufgefordert.

Um schneller zu handeln, wurden von der GRD finanziert Hinweisschilder auf den Fischmärkten aufgehängt, eine Netz von freiwilligen Wildhütern ins Leben gerufen und eine Aufklärungskampagne bei den Fischern selbst durchgeführt.

"Die Jagd auf Delfine für den menschlichen Verzehr ist seit längerem bekannt. Besonders erschreckend ist, dass die Meeressäuger jetzt auch für die Hai-Langleinenfischerei getötet werden. Wie viele Delfine auf hoher See dabei ihr Leben lassen müssen, ist unbekannt und unkontrollierbar", erklärt GRD-Biologin Denise Wenger. "Es wurde berichtet, dass Delfinfleisch als Hai-Köder auch an ausländische Fischer, z.B. spanische Flotten, die vor Perus Küste Fischfang betreiben, verkauft wird. Ein ganzer Delfin erzielt dabei einen Preis zwischen 6 und 12 US$."

Bei der Kontrolle von Fischereihäfen und -märkten der fast 3000 Kilometer langen Küste des Andenstaates wurden etliche Hinweise auf illegale Fänge und Delfinfleischhandel an mehreren Stellen gefunden. In den großen Häfen wie Chimbote wird offen mit Delfinfleisch und den ebenfalls geschützten Meeresschildkröten auf dem Markt gehandelt.

Das Kilo Delfinfleisch für den menschlichen Verzehr kostet umgerechnet zwischen 1,15 bis 1,70 US$. In Callao, dem Fischereihafen der Hauptstadt Lima, wird es teurer als getrocknete "Italienische Delikatesse" an einen Stammkundenkreis verkauft.
Denise Wenger, Juli 2007