Zeichnung verschiedener im Meer schwimmender Gegenstände mit Angaben (in spanisch), wie lange Abfälle im Meer verbleiben, z.B. Autoreifen (500 Jahre), Tetrapack (5 Jahre), Getränkedosen (80 bis 200 Jahre), Glasflaschen (1 Millionen Jahre).In vielen Drittweltländern fehlen Mittel für wirksame Kläranlagen, Abwässer werden einfach in Flüsse und Meer geleitet. Billiges Plastik als Verpackungsmaterial, Tüten, Flaschen wird vielerorts achtlos weggeworfen und in der Umwelt entsorgt.

Dies ist auch ein großes Problem in Paracas, das mit den beiden "National Nature Reserves" als Touristenattraktion jährlich bis über Hunderttausend Besucher verbucht. Weggeworfener Plastikmüll säumt Straßen und Strände, Kläranlagen gibt es kaum, weder für die privaten Haushalte noch für Industrieabwässer, die einfach ins Meer eingeleitet werden.

Deshalb haben wir uns in den ersten drei Monaten dieses Jahres zum zweiten Mal im Rahmen des langjährigen Projekts auf das Thema "Müll" konzentriert. Das Motto lautete diesmal: "Strand und Meer sind keine Müllhalden!" Poster, Broschüren, drei Video-Spots und eine Wanderausstellung wurden konzipiert und verbreitet. ACOREMA arbeitete dabei mit den zuständigen Behörden und Gemeinden zusammen, die froh über das Informationsmaterial waren, um ihre eigenen Bemühungen zu verstärken.

Strandsäuberungsaktionen wurden durchgeführt und auch diejenigen, meist Frauen, die von offizieller Seite für die Sauberkeit der Strände und das Einsammeln des vielen Mülls verantwortlich sind, fühlten sich bestärkt und wurden gewahr, dass ihre Tätigkeit nicht bloßes Müllsammeln ist, sondern sie dazu beitragen, die Umwelt und Tierwelt zu schützen.

Ein Delfin trägt ein Stück Plastikplane, das vor der Finne hängt mit sich herum. Von allen Materialien, die in der Kampagne eingesetzt wurden, hat am meisten Aufmerksamkeit das Foto eines Delfins erregt, der einen weißen Plastiksack mit seiner Rückenfinne mitzog.

Die Anti-Plastikmüll-Kampagne erreichte mehr als 20.000 Einheimische und Besucher in Paracas. Obwohl noch viel zu tun bleibt, wurde bereits vielfach beobachtet, wie Leute ihren Müll zu den aufgestellten Müllcontainern brachten.

Die positive Beeinflussung der öffentlichen Meinung und des Bildungsniveaus und das Aufzeigen, dass sich durch ökologische Prinzipien auch die eigene Lebenssituation verbessern kann, motiviert zur langfristigen Änderung negativer Gewohnheiten hin zu umweltgerechtem Verhalten.

Das Umweltbundesamt (UBA) beziffert die die Abfallmengen in den Meeren auf derzeit über 100 Millionen Tonnen, etwa Dreiviertel davon bestehen aus Kunststoffen. Jährlich kommen laut UBA bis zu 6,4 Millionen Tonnen Abfälle hinzu. Etwa 70 Prozent der Abfälle sinken zu Boden, der Rest wird entweder an Strände gespült, treibt an der Wasseroberfläche oder in tieferen Meeresschichten. Auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche treiben mittlerweile durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel.
Denise Wenger, Juni 2014

⇒ Broschüre "El Mar se Ahoga ¡Sálvalo!" (Das Meer ertinkt rettet es!)