Ein Strand voller Plastikmüll in Peru.

Plastikmüll und Mikroplastik in den Gewässern und Ozeanen ist weltweit ein ernst zu nehmendes Problem. Plastikmaterialien, die in den Meeren treiben, bergen ein hohes Gefährdungspotenzial für viele Meerestiere. Sie bringen langsamen und qualvollen Tod durch:

  • Verheddern der Tiere in ring- und schlingenförmigen Verpackungen oder Netzresten,
  • Ein Delfin trägt ein Stück Plastikplane, das vor der Finne hängt mit sich herum. Verschlucken von Plastikteilen, die mit Nahrung verwechselt oder mit ihr aufgenommen werden. Folgen sind qualvolles Ersticken oder Verhungern von Delfinen, Walen und Seevögeln mit Müll im Magen.
  • Schleichende Vergiftung durch die Anreicherung von Umweltgiften, die sich an von Wellen und UV-Licht zerkleinerten Plastikteilchen anlagern und mit ihnen in die Nahrungskette kommen.

Mensch, Müll und Meer
Für das Überleben von Seevögeln, Meeresschildkröten, Delfinen, Walen und vielen anderen marinen Lebewesen stellt dies einen signifikanten Bedrohungsfaktor dar. Die globale Dimension des Plastik-Problems ist dabei gewaltig: Schätzungen gehen von mehreren Millionen Tonnen Plastikmüllteilen aus, die derzeit auf den Weltmeeren treiben, an die entlegensten Stellen hin verdriftet oder in großen Meeresdriftströmungswirbeln zusammengetrieben werden. Eine schwimmende Last, die zukünftigen Generationen aufgebürdet wird.

Entwicklung für eine bessere Zukunft: Reduktion und Recycling
In Peru gibt es in weiten Teilen des großen Landes noch kein Recycling und keine modernen Müllverbrennungsanlagen. Straßen und Strände sind von Plastikmüll gesäumt, Schiffe entsorgen ihren Müll oftmals einfach im Meer entlang der fast 3000 Kilometer langen Küste: So finden sich auch am Meeressaum und im Pazifik vor der Paracas-Halbinsel, dem Lebensraum unserer Paten-Delfine und vieler seltener und geschützter Arten, Unmengen an Plastikmüll in Form von Flaschen, Tüten, Verpackungen, Netzresten und kleinen Plastikteilen, die einen beim Schwimmen im Wasser umfluten.

Umdenken unterstützen – Lösungen anbieten
Müllsammelstelle in Peru.Deshalb starten wir in diesem Jahr mit unserer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA erneut eine große Kampagne in Peru-Paracas gegen die Plastikmüllflut. Viel konnte hier zwar bereits in den vergangenen Jahren erreicht werden: die über viele Kilometer mit Plastikmüll übersäten Strände wurden gereinigt und Aktionen zum Müllsammeln durchgeführt.

Doch noch immer werden Plastikabfälle zusammen mit anderen Abfällen oft nur am Straßenrand zusammengetragen und kleine Haufen mit Holzstücken versehen einfach angezündet. Ungeachtet der giftigen Dämpfe, die dadurch entstehen, und der Kohlereste mit Rückständen, die dem Wind überlassen werden, der alles in Häuser und Gärten verteilt oder manches als Eintrag ins Meer bläst, ebenso wie die vielen Plastiktüten, die verweht werden.

Um das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Vermeidung von Plastikmüll und nötige Recyclingprojekte zu schärfen und für diesen Problembereich zu sensibilisieren, haben wir eine neue Kampagne geplant und ein langfristiges Ziel gesetzt: ressourcenschonendes und umweltbewusstes Denken und Handeln der Bevölkerung.

Plastik reduzieren, Strände reinigen, Tiere retten
Müllabfuhr in Paracas Peru.Ziel unserer neuen Kampagne ist die nachhaltige Etablierung von Plastik-Recycling in Paracas und die Förderung von Mehrwegsystemen sowie Müllvermeidung und moderne Entsorgung und somit eine deutliche Senkung des Eintrags von Plastikabfällen ins Meer sowie ein besseres Bewusstsein in der Bevölkerung für eine saubere Umwelt. Es ist ein Pilot-Projekt mit Vorbildcharakter für andere Küstenstädte in Organisation mit den Behörden für eine langfristige moderne Lösung der Müllentsorgung.

Die Bevölkerung in Peru-Paracas soll durchverschiedene Aktionen motiviert werden, Plastikmüll nicht mehr achtlos am Straßenrand, am Strand oder im Meer zu entsorgen, sondern aufzusammeln. Eigens produzierte Baumwolltaschen mit einem Mottoaufdruck sollen symbolisch für das Projektstehen und verteilt werden.

Dies geht Hand in Hand mit einer Aufklärungskampagne über Plastikmüll und Meeresverschmutzung sowie Recycling und Mehrweglösungen. Mehrere Plastik-Recycling- Sammelpunkte werden eingerichtet und die ersten Recyclingfirmen kontaktiert, sodass sich langfristig das Engagement für die ökologischen Verbesserungen auch ökonomisch für die lokale Bevölkerung auszahlt und Initiativen der Menschen vor Ort belohnt werden.

HAND-IN-HAND-FONDs hilft
Gestartet werden kann die neue Kampagne gegen Plastikmüll und zur Einführung von Recycling in Paracas mit der wertvollen Unterstützung durch den HIH-Fonds der Rapunzel Naturkost AG und Deutschen Umwelthilfe. 5.000,00 € wurden als Starthilfe für die Herstellung von Öko-Baumwolltaschen mit Motiv und Kampagnen-Material wie Broschüren und Sticker zum Verteilen in Paracas, zur Verfügung gestellt. Die Gesamtkosten der Kampagne liegen bei 10.000 €.

Entscheidend für die Zukunft des Lebens in den Ozeanen und schlussendlich auch für unsere gesunde Ernährung ist, die Einträge von Plastikmüll abzustellen. Durch diese neue Kampagne wollen wir dazu erneut einen Beitrag leisten für einen besseren Schutz der Natur, der Biodiversität und der Delfine und Wale vor Perus Küste.

An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an alle Delfin-Paten, Sponsoren und Unterstützer dieses Projekts, die die Maßnahmen zum Schutz der Delfine und marinen Umwelt möglich machen!
Denise Wenger, Juni 2016

Weitere Informationen:

⇒ 2014er Kampagne gegen Plastikmüll in Paracas

⇒ Broschüre "El Mar se Ahoga ¡Sálvalo!" (Das Meer ertinkt rettet es!)

 

Grafik Strand und Meer sind keine Mülleimer.