Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.

GRD Kanäle

Der Adria Patendelfin CRTA (Strich), ihr Baby springt unbeholfen auf Höhe der Rückenfinne der Mutter aus dem Wasser.Ein israelischer Weltraumingenieur hat herausgefunden, wie kleine Delfinbabys es schaffen, stetig nah bei ihrer Mutter zu schwimmen und nicht den Kontakt zu ihr und den anderen schnell schwimmenden Artgenossen zu verlieren.

Die kleinen Delfine werden vom Sog des Kielwassers der Mutter quasi angesaugt, sparen auf diese Weise wichtige Energien und können nur so überhaupt mit der Geschwindigkeit der ganzen Gruppe mithalten.

Bei Delfinbegegnungen auf dem Meer lässt sich immer wieder sehr schön beobachten, wie Delfinbabys und heranwachsende Jungtiere stets in gleichem Abstand und parallel zur Mutter oder einem anderen erwachsenen Delfin schwimmen, meist in sehr geringem Abstand, fast Körper an Körper. Auch das gemeinsame Auf- und Abtauchen bleibt dabei über lange Strecken fast gleich. Kurz nachdem die Mutter die Wasseroberfläche durchstoßen hat, kommt ihr Nachwuchs, oft noch etwas unbeholfen, aber immerhin fast schon elegant, versetzt hinter dem Körpermittelpunkt der Mutter an die Oberfläche, schwimmt ein Stück parallel mit, um dann gemeinsam mit dem erwachsenen Tier wieder abzutauchen. Und man wundert sich immer wieder aufs Neue, wie die Kleinen das schaffen.

Würde das Delfinkalb versuchen, in größerem Abstand das Tempo der Mutter mitzuhalten, müsste es einen wesentlich größeren Wasserwiderstand überwinden - der von der Mutter erzeugte Sog senkt den Wasserwiderstand für das Jungtier um etwa 65 Prozent - und weitaus mehr Energie aufwenden - was vorwitzige Delfinbabys natürlich nicht davon abhält, dies trotzdem immer wieder zu tun und sich mal neugierig in der Umgebung umzuschauen.

Doch angenehmer, effektiver und sicherer ist es schon, sich vom Sog des vom größeren Tier verdrängten Wassers einfach mitziehen zu lassen und dabei den immer aufs Neue faszinierten Beobachtern eine wunderbare und bezaubernde Vorführung im Synchronschwimmen zu liefern.
© U. Karlowski, März 2004