Seit 2001 fördert die GRD die Wal- und Delfinschutzarbeit des M.E.E.R. Vor allem wird mit dem Projekt Meer La Gomera auf der kanarischen Insel Aufklärungsarbeit für den Delfinschutz und eine naturverträgliche Regelung des boomenden Whale Watching geleistet.
Die kanarischen Inseln gehören weltweit zu den besten und beliebtesten Regionen, in denen man den Meeressäugern begegnen kann. Etwa 26 Arten lassen sich hier regelmäßig beobachten. Doch für die Wale und Delfine zeichnet sich eine Fülle von Gefahren ab:
In einer gemeinsamen Pressemitteilung Ende 2003 informierten der M.E.E.R. e.V., die Deutsche Umwelthilfe und die GRD über die Praxis von Fischern und Touristen, Delfine zu füttern, die sich in der Nähe von Fischfarmen vor Teneriffas Küste aufhalten.
M.E.E.R. e.V. setzte sich zeitgleich mit dem Umweltbeauftragten von TUI Spanien in Verbindung, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Daraufhin wurden u.a. dem Reiseveranstalter angeschlossene Hoteliers direkt kontaktiert. Auf Nachfrage bei der Umweltbehörde wurde inzwischen mitgeteilt, dass es Ende Februar zu einem Treffen zwischen den Fischern und Vertretern des Umwelt- sowie Fischereiministeriums der Kanaren kam und die Untersagung dieser Praxis erfolgte. M.E.E.R. e.V. betrachtet dies jedoch nur als einen Teilerfolg, solange die Delfinfütterungen nicht nachgewiesenermaßen eingestellt sind.
Anfang März fand in Kapstadt (Südafrika) ein internationaler Workshop zum Thema "Management von Whale Watching" statt. Wissenschaftler, Anbieter und Regierungsvertreter aus der ganzen Welt trafen sich hier, um eine Woche lang über die wissenschaftlichen Grundlagen für die nachhaltige Gestaltung des Walbeobachtungstourismus zu diskutieren und Lösungsstrategien zu entwerfen. Der Workshop war der weltweite erste, bei dem sich Experten aus den verschiedenen Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesetzgebung trafen.
Fabian Ritter war im Auftrag von M.E.E.R. e.V. und GRD als einziger deutscher Vertreter mit dabei und konnte vor diesem hochkarätigen Forum über das Forschungs- und Bildungsprojekt M.E.E.R. La Gomera berichten. Die Ergebnisse des Workshops werden im Sommer während der Tagung der Internationalen Walfang Kommission (IWC) vorgestellt.
Im Frühjahr 2004 startete der M.E.E.R. e.V. eine breit angelegte Infokampagne zum Thema "ökologische Walbeobachtung". Auf der ausgebauten Website finden Reiseanbieter und Touristen unter der Rubrik Tourismus Hintergründe und Kriterien zum "sanften" Whale Watching.
Damit ist es nun auf einfache Art und Weise möglich, sich für die naturverträgliche Walbeobachtung zu entscheiden. Gleichzeitig wurden zahlreiche Reiseanbieter, -verbände und Organisationen angeschrieben, um sie auf den neuen Infopool im Internet hinzuweisen. MEER machte hier auch auf das Angebot der Zusammenarbeit mit Reiseanbietern aufmerksam, spezielle Reisen zu konzipieren oder bei der Planung hilfreich zu sein.
Das Thema der Schnellfähren auf den Kanarischen Inseln ist aktueller denn je. Die Reederei Fred Olsen, die vor 30 Jahren mit dem Fährverkehr zwischen den Inseln Teneriffa und La Gomera begann, feiert dieses Jubiläum mit der Erweiterung ihrer Schnellfährenflotte.
Ein 120 m langer Trimaran wurde in Auftrag gegeben, der ab Herbst 2004 die Inseln La Gomera, La Palma und Teneriffa verbinden soll. Mittlerweile sind auch die Insel Fuerteventura und Lanzarote mit einer dieser Katamaran-Schnellfähren der Linie Olsen verbunden und der Einsatz einer weiteren zwischen La Gomera und El Hierro steht kurz bevor.
Die Fähren tragen stark zur Geräuschverschmutzung der Meere bei und regelmäßig kommt es zu Kollisionen mit Meeressäugern, vor allem mit Walen (auf der Strecke zwischen Gran Canaria und Teneriffa gab es 2003 mindestens acht Kollisionen). Die Schnellfähren, die mit 38 Knoten (ca. 70 km/h) durch das Meer pflügen, sind eine tödliche Gefahr für Meereslebewesen, aber auch für die vom Aussterben bedrohten Gelbschnabelsturmtaucher, die nicht schnell genug starten können, wenn sie auf der Wasseroberfläche ruhen.
Dieses Thema stellt große Herausforderungen an den M.E.E.R. e.V. und andere Schutzorganisationen, da der Tourismus zu einem großen Anteil das Einkommen der einheimischen Bevölkerung sichert und somit "Rückschritte" auf die normalen Fährschiffe zurzeit undenkbar sind.
M.E.E.R. e.V.