Kleine Sensation vor La Gomera: Sichtung eines Minkwals!27. April 2010 - Zum ersten Mal wurde vor der kleinen Kanareninsel eine Minkwalsichtung dokumentiert. Die Teilnehmer des Frühjahrskurses trauten ihren Augen kaum. Während einer Grindwalsichtung tauchte plötzlich ein Wal in unmittelbarer Nähe des Bootes auf und umkreiste unser Boot mehrfac. Zunächst war aber unklar, um was für eine Art es sich handeln könnte. Dank der Unterstützung unserer Minkwal-Expertin aus Kanada gelang jedoch schließlich die eindeutige Bestimmung. Die Größe, der unvorhersagbare Schwimmstil und vor allem die durch die Wasseroberfläche scheinenden weißen Bänder auf den Flippern machten - zusammen mit einigen Fotos - die Bestimmung eindeutig. Damit erhält die ohnehin schon lange Artenliste La Gomeras einen neuen Eintrag. Der Minkwal (Balaenoptera acutorostrata), auch Zwergwal genannt, ist die Nummer 22!
Der Verlauf des Kurses war bis dahin schon kurios. Statt den gewohnten Delfinen, die vor La Gomera das Geschehen dominieren, trafen wir auf den ersten Ausfahrten mehrfach Seiwale, was recht ungewöhnlich ist.
Die ungewöhnlichen Sichtungen setzten sich mit Begenungen von freundlichen Blau-weißen Delfinen (die sonst meist scheu sind) und
Cuvier-Schnabelwalen (Foto rechts), die nur fünf Meter hinter dem Boot entlangtauchten (was sie sonst höchst selten tun) fort.
An den Tagen, an denen wir aufs Meer fahren konnten, trafen wir Große Tümmler, Pilotwale, Atlantische Fleckendelfine und Schildkröten. Am 13.01. gesellten sich die ersten "Frühlingsdelfine" – die eleganten Gewöhnlichen Delfine zum Boot und am 10. Dezember 2009 wurden übrigens 4 Große Tümmler im neuen Hafenbecken morgens um 10.20h gesehen, als viele Menschen auf die Ankunft der kleinen Benchi-Express Fähre warteten. Große Tümmler sind dafür bekannt, dass sie hier vor Valle Gran Rey auch regelmäßig von Land aus gesichtet werden, aber das ist sicher nicht der Ort, wo die Tiere üblicherweise zu finden sind und sein sollten. Die Frage stellt sich, ob sie vielleicht keine ausreichende Nahrung fanden und im Hafenbecken auf Futtersuche waren?
Seit Beginn des Jahres läuft eine neue Studie des MEER e.V., die zum ersten Mal diejenigen Delfine und Wale vor La Gomera beleuchtet, die wir während unserer mittlerweile 15 Jahren währenden Forschungen fotografiert haben und die besondere Auffälligkeiten zeigen. Dazu zählen z.B. durch Schiffschrauben oder anderweitig verletzte oder abgemagerte Tiere, aber auch solche, bei denen Hautveränderungen zu sehen sind, die auf Infektionen oder den Einfluss von Umweltgiften hinweisen.
Seit je her werden die vor Gomera lebenden Wale und Delfine von unseren Partnern auch fotografisch erfasst, um sie anhand der Bilder einzeln identifizieren zu können. Dabei fallen natürlich diejenigen Individuen ins Auge, die außergewöhnlich oder auffälllig sind. Zum Beispiel solche, denen größere Stücke der Rückenflosse fehlen, die große Narben am Körper tragen, usw.
Die neue Studie widmet sich gezielt den Bildern von solches "auffälligen" Tiere. Wir unterscheiden dabei zunächst grob zwischen drei Typen von Auffälligkeiten:
Typ 1: Verletzte Tiere mit Einschnitten an der Finne, Wunden oder Narben.
Typ 2: Tiere, die ungewöhnliche Muster oder Fleckungen der Haut aufweisen.
Typ 3: Abgemagerte Tiere.
Mit der systematischen Erfassung der Auffälligkeiten möchten wir herausfinden, inwieweit der menschliche Einfluss sich an den Tieren zeigt und ob wir eine Häufung der Fälle im Laufe der Jahre feststellen können:
Typ 1 lässt ggf. auf Verletzungen durch Schiffschrauben oder Kollisionen mit Schiffen schließen.
Typ 2 gibt Hinweise auf den Grad der Meeresverschmutzung, der bei Delfinen und Walen zu Hautkrankheiten führen kann und Typ 3 gibt Hinweise darauf, dass die Tiere unter Nahrungsmangel leiden, der mit Überfischung zusammen hängen kann.
Ein etwas ungewöhnlicher Winter mit vielen Tiefdruckgebieten hat natürlich auch unsere Whale Watching Touren oft behindert oder die Touren gar ausfallen lassen. Aber seit Anfang März konnten wir wieder regelmäßiger zu unseren Freunden aufs Meer fahren. Und am 12.03. gab es auch die erste Großwalsichtung . Seiwale oder junge Finnwale kamen in die Nähe unseres Bootes – da wir aber nicht nah genug heran kamen, um sie 100%ig zu identifizieren, sind wir uns nicht ganz sicher. Fest steht, es waren große Bartenwale! Es gab Sichtungen von großen Gruppen von Gewöhnlichen Delfinen, Fleckendelfinen, Pilotwalen, Großen Tümmlern und auch ab und an einmal Rauzahndelfine. Frühjahr ist einfach die tollste Jahreszeit mit den häufigsten Begegnungen mit den anmutigen Meerestieren. Hauptsache, dass Wetter spielt mit!
An den Tagen, an denen wir aufs Meer fahren konnten, trafen wir Große Tümmler, Pilotwale, Atlantische Fleckendelfine und Schildkröten. Am 13.01. gesellten sich die ersten "Frühlingsdelfine" – die eleganten Gewöhnlichen Delfine zum Boot und am 10. Dezember 2009 wurden übrigens 4 Große Tümmler im neuen Hafenbecken morgens um 10.20h gesehen, als viele Menschen auf die Ankunft der kleinen Benchi-Express Fähre warteten. Große Tümmler sind dafür bekannt, dass sie hier vor Valle Gran Rey auch regelmäßig von Land aus gesichtet werden, aber das ist sicher nicht der Ort, wo die Tiere üblicherweise zu finden sind und sein sollten. Die Frage stellt sich, ob sie vielleicht keine ausreichende Nahrung fanden und im Hafenbecken auf Futtersuche waren?
Atlantische Fleckendelfine:
Zügeldelfine oder auch Atlantisch gefleckte Delfine (Stenella frontalis) kommen vor La Gomera regelmäßig und ganzjährig vor. Oft sind sie in großen Gruppen anzutreffen. Schulen von 50 – 100 Tieren sind keine Seltenheit. Gerne reiten sie die Bugwelle der OCEANO Whale Watching Boote. Sie wirken immer sehr aktiv, agil und interessiert. Sie untersuchen auch gerne unser Unterwasermikrofon, wenn wir es in Gebrauch haben. Einmal hat sogar ein Fleckendelfin hinein gebissen, was aber ohne bleibende Schäden für das Hydrophon ausging. Wenn sie geboren werden, haben sie noch keine Flecken. Erst ab der Pubertät bekommen sie immer mehr Tupfen. Ausgewachsene Tiere sind davon übersät. Ihre Größe beträgt 1,9 bis 2,3 m, damit sind sie die kleinste Delfinart, die wir vor La Gomera antreffen.
Übernehmen Sie eine Patenschaft für einen La Gomera Fleckendelfin!
Fotos: © OCEANO