Dezember 2003: Projektgebiet Bazaruto-Archipel wird aufgegeben

Manchmal kommt man zu spät...dies ist die bittere Erkenntnis nach Abschluss der Pilotphase unseres Projekts zur Rettung der letzten Chinesischen Weißen Delfine oder Buckeldelfine vor der Küste Mosambiks.

Bei der Feldarbeit im Jahr 2003, die durch einen ungewöhnlich heftigen Zyklon stark behindert wurde (wir berichteten), stellte sich heraus, dass diese Delfine im Bazaruto-Archipel extrem selten geworden sind.

Almeida T. Guissamulo bei der FeldarbeitLeszek KarczmarskiDie Eingriffe in den Lebensraum der Tiere waren offensichtlich bereits derart massiv, dass unsere Partner, Leszek Karczmarski (rechts) und Almeida T. Guissamulo, nach reichlicher Abwägung beschlossen, in einem anderen Gebiet neu anzufangen.

"Es ist ernüchternd, langfristige Schutzmaßnahmen für die Buckeldelfine im Bazaruto-Archipel machen kaum noch Sinn", zieht Leszek Karczmarski Bilanz.

Aber es gibt noch eine andere Region, in der sich diese seltenen Delfine aufhalten, die Inhaca-Insel in der Maputo-Bucht. Mit etwa 280 Exemplaren (Stand von 1997) leben hier zwar nicht mehr viele Weiße Delfine, aber immerhin mehr, als bei den letzten Zählungen im Bazaruto-Archipel. Zwar sind sie auch bei Inhaca gesetzlich geschützt, es mangelt allerdings an entsprechenden Kontrollen.

Ob die Meeressäuger in der Maputo-Bucht als Beifang sterben ist unbekannt, und die Fischer geben hierüber nur ungern Auskunft. Nachweislich wurden in den 80er und 90er Jahren Delfine gelegentlich für den menschlichen Verzehr getötet.

Inhaca liegt in einer Bucht etwa 30 Kilometer vor der Hauptstadt Mosambiks und ist leicht mit dem Boot oder Flugzeug zu erreichen. Hier befindet sich eine meeresbiologische Forschungsstation der Universität Eduardo Mondlane, die als Basis für die langfristige Projektarbeit dienen soll.

Bei Inhaca wollen wir jetzt das realisieren, wofür es in Bazaruto bereits zu spät ist:

- Erfassung der Delfinbestände (Buckeldelfine und Große Tümmler)
- Kontrolle und Unterbindung des Beifangs von Delfinen
- Ausbildung von Rangern zur Überwachung der Bestände
- Etablierung von Öko-Tourismus und anderen Kleinprojekten für die lokale Bevölkerung


Mit anderen Worten: die Weißen Delfine sollen langfristig und nachhaltig in einem ihrer letzten Refugiem in Mosambik überleben können.

Der Abschied vom einzigartigen Bazaruto-Archipel war sehr schwer. Wir wollen und werden die Weißen Delfine in Mosambik aber nicht im Stich lassen.

Ein erfolgreiches Schutzprojekt für diese Delfinart ist dringend notwendig, nicht nur als Beispiel für andere afrikanische Küstengebiete, sondern auch um der lokalen Bevölkerung, z.B. durch Mitarbeit im Ökotourismus, Anreize zu bieten, sich in die Schutzarbeit mit einzubringen.
Ulrich Karlowski

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Projekt Mosambik (Insel Inhaca | Maputo-Bucht)