Projektarbeiten 2005

Trotz eines (noch) fehlenden professionellen Projektbootes konnten Almeida Guissamulo und seine Mitarbeiter von der Universität Maputo weitere interessante Erkenntnisse über die bei der Insel Inhaca (Maputo-Bucht) lebenden Weißen Delfine (Buckeldelfine) gewinnen.

Das derzeit eingesetzte 5m lange und sehr schmale Projektboot kann nur bei ruhiger See benutzt werden, ohne Gefahren für Mensch und Material heraufzubeschwören.So wurden die "Weißen" vor allem im Sommer, von Dezember bis April, gesichtet. Mit Vorliebe hielten sie sich in den Flachwasserregionen und Prielen an der Westküste der Insel auf, wesentlich seltener waren sie bei den Mangrovenwäldern oder in der Nähe der beiden vorgelagerten Korallenriffe anzutreffen.

Wie schon in den vergangenen Jahren gab es in den Wintermonaten keine Sichtungen, allerdings sind in dieser unbeständigen Jahreszeit bislang kaum Ausfahrten möglich. Noch gänzlich unerforscht sind die Offshore-Regionen bei Inhaca. All dies wird sich mit dem neuen Boot grundlegend verbessern.

Ein "Weißer" von ganz nahEs existiert bereits eine Finnendatenbank mit 23 individuell identifizierten Weißen Delfinen. 2005 kamen 9 neue Tiere hinzu, 14 kannte man bereits aus den vergangenen Jahren. Erfreulicherweise waren über 5 Prozent der beobachteten Weißen Babys und über 33 Prozent Jungtiere. Die Population ist also recht vital, aber vergleichsweise klein und damit nach wie vor sehr stark gefährdet.

Auf Grund der bisherigen Daten schätzt Almeida Guissamulo, dass etwa 57 Weiße Delfine sich dauerhaft bei Inhaca aufhalten. Interessant ist auch die starke Familienbindung dieser nur wenig erforschten Delfinart, die meisten Familien bleiben über lange Zeit in fast unveränderter Zusammensetzung zusammen.

Ein Beifangopfer wird ausgeschlachtetIm kommenden Jahr hoffen wir - nicht nur wegen des neuen Bootes -, das Projekt weiter ausbauen zu können. Die wichtige Aufklärungsarbeit für die stark vom Meer lebende Bevölkerung muss erweitert und es sollen Kleinprojekte für Souvenirverkauf und nachhaltigem Delfintourismus gegründet werden. Die Meeresforschungsstation auf Inhaca muss ausgebaut, die Einrichtung von Delfinschutzgebieten vorangetrieben werden.

Unsere Partner in Mosambik sind auf uns angewiesen, ohne unsere Hilfe werden sie ihre Delfine nicht retten können.

Wir wollen den Menschen in Mosambik Hoffnung geben, ihnen zeigen, dass wir sie nicht allein lassen beim Erhalt ihrer Natur und beim Wiederaufbau ihres Landes.
Ulrich Karlowski

Download des ausführlichen Projektberichts 2005 als pdf (ca. 600 KB)pdf

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Projekt Mosambik (Insel Inhaca | Maputo-Bucht)