September 2007 - Gegen Ende August diesen Jahres gab es in Peru ein schweres Erdbeben der Stärke 8,0. Das Epizentrum des Bebens lag genau dort, wo die GRD seit 1999 ein Delfinschutzprojekt betreibt und ein Meeresschutzzentrum mit aufgebaut hat: in der Stadt Pisco in der Region Ica-Paracas: Spiegel.de: Erdbeben verwüstet Hafenstadt Pisco
In den Gewässern vor Pisco leben die GRD-Paten-Delfine: Große Tümmler, die wir anhand ihrer Rückenfinne kennen, die persönliche Namen tragen und von den Miterbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Partnerorganisation vor Ort - ACOREMA - regelmäßig beobachtet werden.
Das schreckliche Erdbeben hat viele Menschen getötet und über 70 Prozent der Häuser zerstört, so auch das berühmte Tiravanti-Haus, in dem das Meeresschutzzentrum eingerichtet war. Der Ausstellungsraum mit Delfinmodellen, Schautafeln, Walskeletten und vielem mehr sowie die Seminarräume mit Binokularen, Diaprojektor und Computern wurden zerstört.
Erst kürzlich wurde ein von der GRD finanziertes Schulbuch über Meeresökologie und Delfinschutz an über 900 Lehrer an den Schulen in der Region Ica-Paracas verteilt. Viele dieser Schulen sind nun eingestürzt, bis jetzt gibt es noch keinen geregelten Unterricht.
Viele Kinder verloren ihr Zuhause (auch unsere Kollegen von ACOREMA) und sind traumatisiert. Sie schlafen noch immer in Camps und die Eindrücke des Erdbebens haben bei ihnen große Ängste hinterlassen.
Als erstes Notprogramm [(engl.) pdf 107KB] werden Puppenspiele über Delfine für Kinder durchgeführt (die Handpuppen dafür wurden extra angefertigt), um sie ein wenig von dem Schrecken und erlittenen Leid abzulenken. Alle Kinder lieben Delfine und so können die Meeressäuger in schöne Geschichten verpackt als "kleine Therapiehilfe" ein wenig Trost geben.
Weiterhin soll so schnell wie möglich mit der Suche nach unseren Paten-Delfinen begonnen werden, denn bis jetzt konnte wegen der Zerstörungen keine Bootsausfahrt gemacht werden. Sind sie gefunden, sollen die regelmäßigen Beobachtungen fortgeführt werden.
Als langfristiges Ziel muss wieder ein Meeresschutzzentrum eingerichtet werden, eventuell sogar das zerstörte Tiravanti-Haus in Teilen wieder aufgebaut werden.
Viele Objekte der ständigen Ausstellung im Meeresschutzzentrum wurden durch die einstürzenden Wände beschädigt oder sind ganz kaputt.
Diese sollen repariert bzw. ersetzt, neue Delfinmodelle erstellt und Schautafeln hergerichtet werden. Sobald wie möglich sollen für die Bevölkerung wieder Seminare und Kurse über Meeresökologie und Delfinschutz angeboten werden.
Denise Wenger | Projektleitung Peru