Gesinnungswandel für mehr Delfinschutz in Peru

2006 - Die Schutzbemühungen für die Paracas Delfine zeigen eine sehr ermutigende Entwicklung: Es konnten in diesem Jahr 8 Mutter-Kalb-Paare in der Paracas-Bucht beobachtet werden, sieben davon wurden regelmäßig gesichtet: Queen, Trinity, Chaco, Crunch, Pegs, Silver and Longscar mit ihren Kleinen. Die Gruppe der Paracas-Delfine besteht insgesamt aus etwa 80 Individuen, die sich aber nur ganz selten als große Einheit fortbewegen, sondern meist in kleinen Untergruppen wechselnder Zusammensetzung schwimmen.

Manche der Delfine verschwinden auch aus dem Gebiet für bis zu 18 Monate und tauchen dann plötzlich wieder auf. Immer ein beruhigendes Gefühl für uns Delfinschützer, die wir sie schon als vermisst erklärten und Schlimmstes befürchteten. Vitali, der Lebenskünstler ohne Schwanzfluke, wurde ebenfalls nach längerer Abwesenheit zu Aller Freude gesund und munter Anfang Oktober gesichtet.

Ermutigend ist auch die deutliche Änderung in der Haltung der Bevölkerung, besonders der Fischer, gegenüber unseren Paten-Delfinen, die vor Ort durch unsere zahllosen Broschüren, Poster und Vorträge bestens bekannt sind: Seit Jahren gibt es keinen Nachweis auf getötete Große Tümmler in der Region, wie das leider in der Vergangenheit immer der Fall war.

Die Skipper halten sich an unsere Vorschriften und nähern sich ganz vorsichtig an die Delfin-Gruppen anBesonders erfreulich ist, dass die Skipper der Touristen-Boote, die eigentlich zu den Seelöwen-Kolonien der Ballestas Inseln fahren und nun zusätzlich auch "Dolphin Watching" in ihr Programm eingebaut haben, sich an unsere Vorschriften halten und ganz vorsichtig an die Delfin-Gruppen annähern. So ermöglichen sie mit möglichst geringem Störeffekt ihren Passagieren schöne und friedliche Beobachtungen. Und seit neuestem fertigen viele Künstler in Paracas verschiedene Delfin-Souvenirs an, die sie an die Touristen verkaufen.

Die Einstellung der Menschen in der Region hat sich geändert und sie profitieren nun nicht vom Tod, sondern vielmehr von dem sicheren Vorkommen der im wahrsten Sinne des Wortes springlebendigen DelfineSo ist unser Vorhaben erfolgreich verlaufen und es fügt sich, wie geplant, dass die Wertschätzung für unsere Paten-Delfine bei den verschiedensten Teilen der einheimischen Bevölkerung wächst und wächst. Die Einstellung der Menschen in der Region hat sich geändert und sie profitieren nun nicht vom Tod, sondern vielmehr von dem sicheren Vorkommen der im wahrsten Sinne des Wortes springlebendigen Delfine zum Nutzen für die örtliche Bevölkerung und den Schutz der Delfine!

Krankheit als Folge von Meeresverschmutzung?

Doch macht uns ein anderes Phänomen Kopfzerbrechen. Von den 69 foto-identifizierten Großen Tümmlern zeigen mindestens 9 eine seltsame Erkrankung der Haut, die an der Rückenfinne als offene rote Wunde beginnt, sich dann gelblich und schließlich gräulich färbt. Manchmal lösen sich dabei Hautteile ab und es wurde sogar bei dem Delfin namens "Pacman" beobachtet, dass die ganze Spitze der Finne abfällt.

Weitere Untersuchungen sollen nun die Ursache für diese Erkrankung, die ja eventuell auch für die Menschen gefährlich sein kann, wissenschaftlich nachweisen, um erfolgreich Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Bericht aus Delphinpost 4/2006, Julio C. Reyes, ACOREMA, zusammengestellt und bearbeitet von Denise Wenger

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Delfinschutzprojekt Peru (Paracas-Halbinsel)