Viele Delfine begleiteten die TourNachdem die Kinder der Primary School in Belles, einem Ort im Landesinneren Dominicas, im letzten November bei ihrer Waltour leider keinem einzigen Delfin oder Wal begegneten – noch nicht einmal einen fliegenden Fisch, wie unsere Betreuerin vor Ort Petra Charles berichtete, hatten die Kids der Castle Bruce Primary School aus dem Osten der Insel Ende Mai mehr Glück. Dieses bislang größte Kinder-Whale-Watch der GRD, für 56 Kinder, wurde vom Tamarind Tree Hotel & Restaurant und JonVee Tours aus Dominica sowie Pottwale e.V. aus Düsseldorf unterstützt. Hier der Bericht von Petra Charles.

Liebespärchen
Kurz nach dem Start machte eine Schule Schlankdelfine ihre Aufwartung. In dieser offenbar nur aus erwachsenen Tieren bestehenden Gruppe fanden sich gleich mehrere "Liebespärchen". Einige Blitzmerker kreischten aufgeregt: "Die paaren sich ja!" In all den Jahren war ich selbst nie Zeugin eines Paarungsakts von Walen oder Delfinen und entsprechend fasziniert war auch ich von dem graziösen Schauspiel dreier Delfinpaare in unmittelbarer Nähe unseres Boots!

Grünflosse
Ein weiterer sehr guter Lerneffekt ergab sich rein zufällig. Die Kids behaupteten, einen Delfin mit giftgrüner Flosse gesehen zu haben. Wir hatten gerade über die Verschmutzung der Weltmeere auf allen Ebenen gesprochen. Mein Einwand, dass es keine Delfine mit neongrünen Flossen gäbe, wurde abgeschmettert. Doch dank eines mit Handykamera geschossenen Fotos eines Schülers konnte das "Phänomen" aufgeklärt werden. Der Delfin zog an seiner Rückenflosse eine der sehr auffälligen hellgrünen Plastiktüten eines lokalen Supermarktes mit sich. Besser hätte der Anschauungsunterricht nicht laufen können. Ich bekam eine perfekte Vorlage für die Ausführungen darüber, was sich manchmal im Magen von Meeressäugern und auch von unseren Riesenschildkröten alles an Zivilisationsmüll findet und nicht selten verantwortlich für deren Tod ist. Betretenes Schweigen, die Kinder waren betroffen. Man konnte an einigen Gesichtern ablesen, dass die eine oder andere Plastikflasche oder leere Chipstüte auch schon einmal achtlos im Meer entsorgt wurde und die Kids sich dafür in diesem Moment schämten.

Der Wal
Eine Viertelstunde lang blieb der junge Pottwal bei den wissensdurstigen Schülern und sorgte für anschaulichen Unterricht.Eine Stunde später, wir traten gerade den Rückweg an: laute Pottwal-Clicks aus dem Hydrophon! Die Clicks kamen aus allen Richtungen, die Pottwale waren also direkt unter uns. Der Kapitän entschuldigte sich, dass wir bei 6 Meilen Rückweg nun leider die Heimfahrt antreten müssten, Wal-Clicks hin oder her. Ein Bettel-Anruf von mir beim Chef von Dive Dominica und schon sponserte Daniel Perryman eine weitere halbe Stunde für uns! Alle Kinder waren sofort aufgeregt auf dem Plan, jeder bekam seinen Aussichtspunkt zugewiesen, Aufgaben wurden verteilt. Ich veranstaltete ein Pottwal-Quiz, alle waren hoch konzentriert und keine 10 Minuten später sahen wir einen jugendlichen Pottwal vor uns auftauchen, der für ca. 15 anschauliche Minuten blieb. Die ganze Theorie vor der Ausfahrt über Meeressäuger, über vom Aussterben bedrohte Arten und die Gründe für deren Ausrottung … alles bekam in diesem Moment ein "Gesicht".

Schlankdelfine sind weit verbreitet und leben vorwiegend in tropischen, aber auch in subtropischen und mäßig-warmen Gewässern. Die Art ist häufig an der Wasseroberfläche aktiv und reitet gern in den Bugwellen von Booten.Überglückliche kleine Menschen
Den gesamten Rückweg sangen die Kinder Dankes-Lieder, an Gott, an Jesus, an Dominica, texteten dann spontan um, dankten singend mir, der Boots-Crew, ihren Lehrerinnen für diesen ganz besonderen Tag. Am Nachmittag erhielt ich einen Anruf des Schuldirektors Mr Joseph, der am Morgen nicht dabei sein konnte: "Hier steigen gerade überglückliche kleine Menschen aus den Bussen, die nie vergessen werden, was sie heute erlebt haben. Danke, Gott schütze dich!"

Ich kann den Dank nur weitergeben an alle Spender und Pottwalpaten, die mit ihrem Beitrag das Meeresschutzprojekt auf Dominica unterstützen. Ebenso gilt unser Dank den Sponsoren aus Dominica und Deutschland, ohne die der in diesem Fall kostspielige Transport der Kinder nicht möglich gewesen wäre.

Wir freuen uns darauf, mit dieser so wertvollen Arbeit dank Ihrer Hilfe fortfahren zu dürfen!

Helfen Sie den Dominica-Pottwalen

Indopazifischer Großer Tümmler. Foto: DWA / Angela Ziltener

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