Adria-Delfine gesucht und gefunden!
Großartige Beteiligung beim Citizen-Science-Projekt! Wir freuen uns sehr über die diesjährige Beteiligung bei unserem Citizen-Science-Projekt "Adria-Delfine gesucht". "Über 400 Sichtungsmeldungen sind bislang eingetroffen. So viele gab es noch nie", fasst Projektleiterin Ulrike Kirsch die diesjährige Bilanz des Bürgerforschungsprogramms zusammen. Ein knappes Viertel der eingegangenen Beobachtungen aus der kroatischen Adria wurde von Land aus...
Freudiges Wiedersehen mit schwer verletztem Delfin Košara
Niemand hätte zu hoffen gewagt, dass er es ohne Hilfe schaffen würde.Košara im September 2013: Dramatische Szenen spielten sich im September 2013 in Nähe der kroatischen Insel Pašman ab, als unsere Projektpartner um den Tierarzt Tom Gomerčić versuchten, einen schwer verletzten Delfin einzufangen, um ihn medizinisch zu versorgen. Tiefe Wunden, Entzündungen und Wucherungen überzogen Maul, Rücken und Brust des Großen Tümmlers, verursacht von...
Offshore-Ölförderung in der kroatischen Adria vom Tisch?
Geht es nach den Aussagen des derzeitigen kroatischen Wirtschaftsministers Tomislav Panenić, dann wird es keine Offshore-Förderung von Öl und Gas geben, wie er auf Nachfrage kroatischer Medien erklärte. "Ich kann bestätigen, dass die Ölförderung in der Adria nicht erwünscht ist", wird Panenić in der kroatischen Tageszeitung "Poslovni dnevnik" zitiert. Wir danken allen, die ihre Stimme für den Schutz der Adria erhoben haben!Neben dem niedrigen...
Wir begrüßen unseren ersten "Adriatic Dolphin Observer"
Mit unserem neuen Citizen-Science-Programm / Freiwilligen-Programm "Adriatic Dolphin Observer" bieten wir die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei unserem Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" in Kroatien. Ein Adriatic Dolphin Observer unterstützt mit seinen Delfinbeobachtungen sowie Foto- und/oder Videoaufnahmen die wissenschaftliche Arbeit unserer kroatischen Partner, Tierärzte der Universität Zagreb, in besonderem Maße....
Delfine – bitte melden! Aufruf an alle Kroatienurlauber
Auch dieses Jahr ruft die GRD Kroatienurlauber wieder zur Mithilfe bei ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" auf und bittet darum, Delfinsichtungen in der Adria zu melden. Man muss dafür noch nicht einmal in See stechen, denn häufig halten sich die geschickten Schwimmer auch dicht an der Küste auf. Bereits seit 2001 erhebt die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät in Zagreb diese...
Adriatic Dolphin Observer – Neues Citizen-Science-Programm
Unterstützen Sie die wissenschaftliche Arbeit unserer Projektpartner in Kroatien. Worum geht es?Mit diesem Citizen-Science-Programm bieten wir die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei unserem Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" in Kroatien. Ein Adriatic Dolphin Observer kann mit seinen Delfinbeobachtungen sowie Foto- und/oder Videoaufnahmen die wissenschaftliche Arbeit unserer kroatischen Partner, Tierärzte der Universität...
Erfolg gegen Offshore-Ölförderung in der Adria: Regierung zieht Reißleine
Pressemitteilung 01.10.2015 - Mit großer Erleichterung quittiert die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) zwei wichtige Entscheidungen gegen die Förderung von Öl in der Adria. So hat Shell, nach dem Rückzug aus der Arktis vor wenigen Tagen, jetzt bekannt gegeben, geplante Offshorebohrungen vor der Küste von Bosnien und Herzegowina nicht durchzuführen. Und vor einer Woche musste die kroatische Regierung die eigentlich für September...
Schwere Rückschläge für Offshore-Öl- und Gasförderung in Kroatien
Pressemitteilung 04.08.2015 - "Sie verlassen das sinkende Schiff", kommentiert der Biologe Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) den Ausstieg mehrerer Energiekonzerne aus der geplanten Öl- und Gasförderung in der kroatischen Adria. So gaben OMV aus Österreich und Marathon Oil aus den USA vor einigen Tagen ihre Bohrlizenzen zurück, was am 29. Juli 2015 schließlich auch von der "Kroatischen Agentur für...
SUP-Erstumrundung des Genfer Sees für den Delfinschutz
Kein Lüftchen weht auf dem Genfer See und das Thermostat klettert auf bis zu 37 Grad. Nicht unbedingt ideale Bedingungen für eine kraftraubende Expedition, die über mehrere Tage gehen soll. Unbeeindruckt dessen, bestückten drei Paddel-Pioniere am Ufer von Montreux ihre SUP-Bretter und bereiteten sich mental auf ihre anstehende Expedition vor. Das Ziel: in knapp drei Tagen (vom 02.07 – 05.07.2015) einmal per Stehpaddel rundum Europas...
Auf Augenhöhe mit Delfinen - Im Seekajak Delfine erforschen
Im Seekajak Delfine erforschen und die herrliche Inselwelt Kroatiens genießen. Lernen Sie unsere Delfinschutzarbeit in Kroatien kennen – auf eine sehr sanfte und umweltfreundliche Art und Weise! "Adriatic Dolphin Research" gewährt einen spannenden Einblick: Eine Seekajaktour entführt Sie in die Gewässer vor der norddalmatinischen Insel Molat, wo Sie auch Ausschau nach den Meeressäugern halten. Das Gebiet ist einer der Schwerpunkte der...
Kurze Atempause für die Adria: Kroatien verschiebt Ölförderung
Nach übereinstimmenden Berichten verschiedener kroatischer Medien verzögert sich der Beginn der für dieses Jahr geplanten Offshore-Probebohrungen nach Öl in der Adria mindestens bis 2016. Als Grund werden Verstöße gegen EU-Umweltrichtlinien genannt. Kroatien habe es versäumt, Anrainerstaaten wie Slowenien, Italien und Montenegro in die derzeit laufenden Umweltverträglichkeitsprüfungen einzubeziehen. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine...
Rettet die Adria! Referendum gegen Offshore Öl- und Gasförderung
Pressemitteilung 21.01.2015 - In Kroatien wächst der Widerstand gegen die Pläne der Regierung, in der Adria in großem Stil Erdöl und Erdgas zu fördern. Die Umweltorganisation "Eko Kvarner" hat ein Referendum angekündigt, falls die Regierung nicht auf die Öl- und Gasförderung in dem sensiblen Meeresgebiet verzichtet, berichtet die kroatische Zeitung 24sata. Sollte die Regierung das Projekt nicht bis zum 16. April, dem Ende der öffentlichen...
Rettet die Adria! Kampagne gegen kroatische Offshore-Ölförderung
Pressemitteilung, 08.01.2015 - 2015 könnte den Beginn vom Ende des Ökosystems der kroatischen Adria markieren, befürchtet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). „Mit der Vergabe von 10 Probebohrlizenzen an 5 Energiekonzerne hat die kroatische Regierung grünes Licht für die nachhaltige Zerstörung des gesamten Ökosystems und die Ausrottung der letzten Adria-Delfine und vieler anderer Meerestiere gegeben“, kritisiert der...
Kroatienurlaub ade? Ölpest in der Adria
Pressemitteilung, 04.12.2014 -Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) warnt vor der Gefahr einer massiven Ölpest in der kroatischen Adria. In nur wenigen Jahren sollen unzählige Ölplattformen und Gasförderanlagen in dem sensiblen Meeresgebiet errichtet werden. Eine Katastrophe, vergleichbar mit der Ölpest im Golf von Mexiko 2010, ist nach Ansicht der GRD nur eine Frage der Zeit. Die kroatische Regierung hat die Adria für die...
Adria: Seismische Untersuchungen ohne Rücksicht auf Verluste
Bereits vor einem Jahr kam es zu Protesten, als bekannt wurde, dass der Auftrag für die seismische Erkundung ohne öffentliche Ausschreibung an die norwegische Firma Spectrum vergeben wurde. Tote Delfine Von Ende 2013 bis Anfang 2014 ließ die kroatische Regierung seismische Untersuchungen zu möglichen Öl- und Gasvorkommen in der Adria durchführen. Während und nach Abschluss der seismischen Erkundungen des norwegischen Unternehmens Spectrum kam...
Pottwale in der Adria: Seltener Besuch mit tragischem Ausgang
Eine außergewöhnliche Begegnung hatten deutsche Segelurlauber bei der norddalmatinischen Insel Molat: Am Abend des 8. September sichteten sie vier Pottwale vor der Westküste der Insel, auf der auch unser letztes Jahr eröffnetes Delfinschutzzentrum steht. Die bis zu 3000 m und tiefer tauchenden Zahnwale sind im Mittelmeer zwar häufiger anzutreffen, verirren sich aber nur sehr selten in die nördliche Adria, da dieser Arm des Mittelmeers für sie...
Delfinmutter trauert um totes Baby – Todesursache: Schraubenverletzung?
Nahe der vor Istrien liegenden Insel Cres wurde am 10. August eine Delfinmutter beobachtet, die ihr totes Kleines auf dem Rücken balancierend sich schwerfällig durch die Wellen bewegte. Die kroatische Zeitung 24sata veröffentlichte darüber einen Bericht nebst Video mit dem Titel "Beerdigung eines Delfins". Immer wenn der bereits erste Verwesungsspuren zeigende Körper des Babys der Mutter vom Rücken rutscht, nimmt sie den kleinen Delfin wieder...
Bergung vom Meeresgrund: Skelettfund in der Adria
Einen sehr seltenen Fund machte die Urlauberin Kathrin Zimmermann beim Schnorcheln vor der kroatischen Insel Šolta. Ende Juni entdeckte die Schweizerin auf dem Meeresgrund Reste eines Tierskeletts. Anhand von Fotos ließ sich rasch feststellen, dass es sich um einen Wal oder Delfin handeln musste, denn die Schwanzflosse stand quer zum Rückgrat und nicht wie bei Fischen senkrecht dazu. Nach Meinung unserer kroatischen Projektleiterin, der...
Delfin-Patenschaften für einen echten "Glückspilz"
"Srećković" – das kroatische Wort für "Glückspilz" – ist der Neuzugang unter den "Adria-Delfinen", für die man eine symbolische Patenschaft übernehmen kann. Mehr als die anderen acht "kroatischen" Schützlinge symbolisiert er das Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Kroatien: Durch Menschenhand geriet er in tödliche Gefahr, doch dank der Hilfe beherzter Menschen konnten ihn die...
Stand up and Paddle for the Dolphins! – Ein großer Erfolg
Vier Stehpaddler vollbrachten mit der Erstumrundung des Gardasees am Pfingstwochenende nicht nur eine grandiose sportliche Erstleistung. Andy Dressler, Arnd Dünzinger sowie die Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher konnten auch mit ihrer Spendenaktion für den Schutz der Adria-Delfine einen großartigen Erfolg erzielen. "Ich habe jahrelang als Skipper in der Adria gearbeitet, daher liegen mir die Meeressäuger dort besonders am Herzen",...
Adria: Verletzter Delfin bleibt unauffindbar
Unsere kroatischen Partner haben anstrengende Tage hinter sich. Das ganze Wochenende über wurde bei den Inseln Pasman, Vrgada, Ugljan, Dugi Otok und einigen kleineren Inseln nach dem schwer verletzten Adria-Delfin "Košara" gesucht. Leider war der aufwändigen Suchaktion der von allen erhoffte Erfolg nicht vergönnt. In jedem Fall sind zahlreiche Fischer über den ungewöhnlichen Delfin informiert und haben versprochen, unsere Partner sofort zu...
Einweihung des Delfinschutzzentrums in Kroatien
Pressemitteilung, 25.07.2013 - Anfang Juli feierte die GRD zusammen mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und der kroatischen Naturschutzorganisation VAL die Einweihung ihres Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat in Kroatien. Neben Pressevertretern gehörten zu den etwa 40 Gästen auch Repräsentanten von Behörden und Instituten aus Zagreb, Zadar und von der Insel Molat. Auch die Einwohner zeigten sich interessiert...
Brutaler Delfinmord in Kroatien: Großer Tümmler stirbt im Kugelhagel
Pressemitteilung, 02.10.2012 - Von Schrotkugeln förmlich durchsiebt starb einer von nur noch etwa 220 Adria-Delfinen im September nahe der istrischen Hafenstadt Poreč. Der Portier eines Hotels, das ausgerechnet den Namen "Delfin" trägt, entdeckte den tot vor dem Hotelstrand treibenden Großen Tümmler. Bei der Obduktion fand man 7 Schrotkugeln im Brustkorb des erwachsenen Männchens. "Doch er war nicht sofort tot", erklärt Ulrike Kirsch,...
Delfine helfen sich gegenseitig aus Fischernetz
Pressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen. Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch Quietschlaute auf seine gefährliche Situation aufmerksam. Daraufhin kam ihm ein in der Nähe schwimmender Delfin zu Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen,...
Spektakuläre Beobachtung: Acht Finnwale nördlich von Split gesichtet
Pressemitteilung, 05.06.2012 - Man kann es ruhig eine Sensation nennen, was ein deutscher Segler am Pfingstmontag in der kroatischen Adria erlebte. Er sichtete 6-8 Finnwale bei der auf Höhe von Split gelegenen Insel Vis. Die mit bis zu 25 m Länge zweitgrößten Tiere der Welt tauchen zwar immer mal wieder als "Gäste" in der kroatischen Adria auf. „Aber derart viele Finnwale wurden uns seit Beginn unserer Aufzeichnungen zum Vorkommen von...
Tragische Delfinrettung auf der kroatischen Insel Pasman
10.04.2012 - Der Fischer Dragan Ivuša trauteseinen Augen nicht, als er am Ostersonntag beim morgendlichen Spaziergang nahe Ždrelac auf der norddalmatinischen Insel Pašman mit seinem Labrador einen gestrandeten Delfin entdeckte. Sofort holte er seinen Sohn Josip zuhilfe, um das Tier zu retten. Trotz heftiger Bora gelang es dem 16-jährigen Josip, den Delfin wieder ins Meer zurückzuziehen, wie die Zeitung „24 sata“ berichtet. Zwei weitere...
Tote Streifendelfine bei Dubrovnik
Am 26.1.2012 wurde an der kroatischen Küste bei Dubrovnik ein toter Streifendelfin gefunden. Der Kadaver trug keine sichtbaren äußeren Verletzungen. Er wurde nach Zagreb in die tierärztliche Fakultät transportiert, wo unsere Projektpartner die Todesursache herausfinden wollen. Ob der 1,90 m lange und ca. 70 kg schwere Delfin möglicherweise durch die mysteriösen, seit vielen Wochen auftretenden Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik starb, wird...
Auszeit mit Mission: Mit vollen Segeln für den Schutz der Delfine
Pressemitteilung, 19.04.2011 - Es ist nicht gleich die ganze Welt, die sie umrunden wollen. Doch ein wenig segeln Dagmar und Klaus Quanz schon auf den Spuren der Seglerlegende Rollo Gebhard, der die Welt gleich dreimal umsegelte und 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine gründete. Ihr mehrmonatiger Törn führt das Ehepaar aus dem hessischen Frielendorf und ihre Yacht "RuckZuck" kreuz und quer übers Mittelmeer. Genau dort, wo einst...
Wir nehmen Abschied von Prof. Dr. Hrvoje Gomercic
Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Prof. Dr. Hrvoje Gomercic am 1. August 2010 im Alter von nur 70 Jahren von uns gegangen. Mit ihm haben wir einen herausragenden und engagierten Delfinschützer verloren. Prof. Gomercic war uns Vorbild und Leitfigur, sein Tod reißt eine tiefe Lücke. Wir sind sehr traurig, auch weil er ein großes Ziel unseres Schutzprojekts, die Einrichtung des Delfinschutzzentrums auf der Insel Molat, nicht mehr miterleben...
Jagd auf Delfine mit Schrotflinte und Harpune
"Nur ein toter Delfin ist ein guter Delfin".... Zwar heißt der Große Tümmler auf Kroatisch der "Gute Delfin" (dobri dupin), doch seit eh und je betrachten die meisten Fischer, wie fast überall auf der Welt, Delfine als Nahrungskonkurrenten. So müssen die Meeressäuger häufig auch für den Rückgang der Fischbestände als Sündenböcke herhalten. Noch bis in die 1960er-Jahre vergab der damalige jugoslawische Staat "Kopfprämien" für jeden toten...
Dramatische Delfinrettung in der Krka
Mai 2007 - Immer wieder verirren sich in Kroatien Delfine in Flüssen und finden nicht mehr den Weg zurück. Meist bezahlten sie den Ausflug in die unbekannten Gewässer mit dem Tod, weil sie im für sie ungeeigneten Brack- und Süßwasser nicht genug Nahrung finden. In diesem Jahr jedoch gelang unseren Projektpartnern eine spektakuläre Rettungsaktion eines Delfinweibchens, das sich fast bis zu den Krka-Wasserfällen verirrt hatte. Anfang Mai...

Citizen Science in der Adria.Großartige Beteiligung beim Citizen-Science-Projekt! Wir freuen uns sehr über die diesjährige Beteiligung bei unserem Citizen-Science-Projekt "Adria-Delfine gesucht".

"Über 400 Sichtungsmeldungen sind bislang eingetroffen. So viele gab es noch nie", fasst Projektleiterin Ulrike Kirsch die diesjährige Bilanz des Bürgerforschungsprogramms zusammen. Ein knappes Viertel der eingegangenen Beobachtungen aus der kroatischen Adria wurde von Land aus gemacht – mitunter ganz bequem vom Balkon der eigenen Ferienwohnung aus.

Große Delfinschulen und seltene Arten
Neben Großen Tümmlern, der einzigen Delfinart die ganzjährig in kroatischen Zwei Pottwale schwimmen vor Rovinj.Gewässern lebt, sichteten Segler in diesem Jahr vor der Insel Mljet und bei Šolta zwei größere Schulen mit Gemeinen Delfinen. Diese Art ist eher selten in der Adria zu beobachten. "Auffällig waren auch zwei Meldungen über Schulen aus Großen Tümmlern mit bis zu etwa 60 Tieren in der Kvarner Bucht. Derartig große Ansammlungen treten in kroatischen Gewässern selten auf und sprechen dafür, dass es ein besonders üppiges Nahrungsangebot gegeben haben muss", erklärt Ulrike Kirsch.

Delfine gesucht – Pottwale gefunden!
Wie vor zwei Jahren schon einmal verirrten sich 2016 erneut Pottwale in die Adria. Eine Segelcrew entdeckte die Leviathane im August vor der istrischen Stadt Rovinj. Ihre Spur verlor sich dann relativ schnell, was hoffen lässt, dass sie es zurück ins tiefere Mittelmeer geschafft haben. Streifzüge in die flache Adria sind für die Tieftaucher sehr riskant. 2014 strandeten sieben Pottwale an der italienischen Adriaküste, nachdem sie eine Zeitlang in den kroatischen Inselgewässern umhergezogen waren. Nur vier von ihnen konnten gerettet werden.

Mehr Artenvielfalt in der Adria?
"Vielleicht zeigen sich hier erste Anzeichen für eine Erholung der Artenvielfalt in der kroatischen Adria, sollte sich der Trend aus verstärktem Auftreten seltener Arten und größeren Ansammlungen residenter Delfine fortsetzen", vermutet der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.

Citizen-Science liefert wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger
Gemeine Delfine vor Hvar.Seit 2001 erhebt die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät in Zagreb Sichtungsdaten im Rahmen ihres gemeinsamen Schutzprojekts "Rettung der letzten Adria-Delfine".

Die Meldungen werden wissenschaftlich ausgewertet, liefern wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger und dienen neben anderen Erhebungen als Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, die bedrohten Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.

Aktiver Delfinschutz in der Adria seit 1999
Bis in die 1960er-Jahre lebten in kroatischen Gewässern mehrere Tausend Delfine verschiedener Arten. Ende 1999 gründete die GRD gemeinsam mit Tierärzten der Universität Zagreb das Projekt „Rettung der letzten Adria-Delfine“. Zum damaligen Zeitpunkt gab es nur noch eine Restpopulation von noch etwa 220 Großen Tümmlern in der kroatischen Adria.
GRD-Presse, 14. November 2016

Weitere Informationen:

⇒ Delfinsichtungen 2015 und 2016 aus der Adria

⇒ Für Spezialisten: Citizen-Science-Programm Adriatic Dolphin Observer

⇒ Delfin-Sichtung in der kroatischen Adria melden

⇒ Delfine und Wale in freier Wildbahn erleben (PDF)

⇒ Wir sind die Patendelfine aus der Adria

Niemand hätte zu hoffen gewagt, dass er es ohne Hilfe schaffen würde.
Košara im September 2013:

Adria Delfin mit eingewachsenen Netzresten an Flipper schwimmt auf dem Rücken.

 

Der verletzte Delfin Košara 2016 vor Zirje.Dramatische Szenen spielten sich im September 2013 in Nähe der kroatischen Insel Pašman ab, als unsere Projektpartner um den Tierarzt Tom Gomerčić versuchten, einen schwer verletzten Delfin einzufangen, um ihn medizinisch zu versorgen.

Tiefe Wunden, Entzündungen und Wucherungen überzogen Maul, Rücken und Brust des Großen Tümmlers, verursacht von Resten eines Fischernetzes, die tief ins Fleisch eingedrungen waren und die er immer noch mit sich herumschleppte. Die Meeressäuger-Spezialisten von der Uni Zagreb wollten das auf den Namen Košara getaufte Tier von den Netzfetzen befreien und es mit Antibiotika behandeln.

Leider gelang es ihnen damals nicht, den Delfin, trotz sich über mehrere Tage hinziehender, wiederholter Anläufe, einzufangen. Er verschwand und wurde nur noch einmal kurz im Jahr 2014 bei der Insel Košara gesichtet, nach der er benannt worden war.

Manchmal geschehen noch Wunder
Wir befürchteten das Schlimmste, doch nun machten unsere Partner bei der Analyse ihrer Feldarbeit eine freudige Entdeckung: "Wir haben den Delfin Košara wieder gesichtet", berichtet Tierärztin Martina Đuras. Er wurde im Juli bei der vor Šibenik gelegenen Insel Žirje entdeckt, grob 45 km weiter südlich als bei seiner letzten Sichtung vor drei Jahren. "Auf den Fotos sieht man nicht genau, ob er noch Netzreste in der Wunde hat. Es könnte sein, dass er sie losgeworden ist. Die Wunde ist nicht größer geworden und sieht besser aus als vor drei Jahren", freut sich die Expertin. Die Wucherungen am Rücken sind auch jetzt noch sehr deutlich zu erkennen. "Trotzdem, wir sind sehr froh, ihn lebend zu sehen", fügt sie hinzu.

Alle dachten: Ohne schnelle Hilfe hat dieser Delfin keine Überlebenschance
Der verletzte Delfin Košara 2013 vor Pašman.Es ist ein Wunder, dass es dieser Delfin geschafft hat. Keiner der involvierten Experten und Meeressäugerspezialisten hatte ihm damals eine Überlebenschance gegeben. Es waren nicht nur die schlimmen Wunden und die an einem Flipper festgewachsenen Netzteile, zusätzlich beeinträchtigte ihn auch noch seine beschädigte Schwanzfluke beim Schwimmen.

Aufmerksam auf Košara wurden wir durch eine Urlauberin, die uns von einem verletzten Delfin berichtete, der ein Seil mit sich herumschleppte. Kurze Zeit später fanden ihn unsere Partner und leiteten in Zusammenarbeit mit örtlichen Fischern die dank zahlreicher Spenden ermöglichte, aufwändige Such- und Rettungsaktion ein.
Ulrike Kirsch, 30. August 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Rettungsaktion für Košara 2013: Verletzter Delfin bleibt unauffindbar

⇒ Geisternetze töten sinnlos weiter ...

 

Freudiges Wiedersehen mit Košara im Juli 2016 vor der Insel Žirje:

Der verletzte Delfin Kosara 2016 vor Zirje.

 

Košara im September 2013 vor der Insel Pašman:

Der verletzte Delfin Košara 2013 vor Pasman.

Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010. Geht es nach den Aussagen des derzeitigen kroatischen Wirtschaftsministers Tomislav Panenić, dann wird es keine Offshore-Förderung von Öl und Gas geben, wie er auf Nachfrage kroatischer Medien erklärte. "Ich kann bestätigen, dass die Ölförderung in der Adria nicht erwünscht ist", wird Panenić in der kroatischen Tageszeitung "Poslovni dnevnik" zitiert.

Wir danken allen, die ihre Stimme für den Schutz der Adria erhoben haben!
Neben dem niedrigen Ölpreis, der eine Offshore-Förderung derzeit unrentabel macht, ist es nicht zuletzt der wachsende Druck in der Öffentlichkeit, der diese Pläne immer unwahrscheinlicher werden lässt.

Neben mehreren in- und ausländischen Petitionen, wie u. a. die von uns auf change.org lancierte, führten kroatische Initiativen im ganzen Land Veranstaltungen durch, um die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass Offshore-Bohrungen in der Adria alles andere als der von der damaligen Regierung versprochene Heil bringende Segen in Form von Arbeitsplätzen und Wohlstand für alle seien, sondern lediglich ein enormes Risiko für den marinen Lebensraum und damit verbunden für den wichtigsten Wirtschaftszweig Kroatiens, den Tourismus, darstellten. Unterstützt wurden sie dabei von anerkannten Experten wie Nenad Duplančić, der sich seit Jahrzehnten beruflich mit den Umweltauswirkungen bei der Energieerzeugung befasst.

Doch es bleiben Zweifel
Allerdings fehlt bislang eine offizielle Stellungnahme der zuständigen Behörde, der Agentur für Kohlenwasserstoffe. Zudem wurden gleichzeitig – vom selben Minister - die Weichen für die Ölförderung an Land gestellt, zunächst wohl in Slawonien im Osten Kroatiens.

Die Abkehr von fossilen Energieträgern und Förderung regenerativer Energien im Sinne der langfristigen Ziele des Pariser Klimaabkommens 2015 zur Reduzierung der Erderwärmung sieht anders aus!
Ulrike Kirsch, Juni 2016

 

Zum Hintergrund:
Karte der Adria mit eingezeichneten Ölplattformen.Mit der Kampagne "Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria" setzt sich die GRD seit Ende 2014 gemeinsam mit kroatischen Initiativen dafür ein, dass die Adria von der Öl- und Gasförderung ausgenommen und vor den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt wird. Hierzu wurde unter anderem auf change.org die Petition "Hands off"! Die Adria darf nicht sterben!" gestartet.

Zudem warnten wir mit Stellungnahmen im Rahmen öffentlichen Anhörungen der kroatischen, slowenischen und italienischen Behörden vor den katastrophalen Folgen der geplanten Öl- und Gasförderung.

 

⇒ Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria! - Mit Video-Präsentation des Experten Nenad Duplančić

Adriatic Dolphin Oberserver Werner Kellerer mit seinen Urkunden.Mit unserem neuen Citizen-Science-Programm / Freiwilligen-Programm "Adriatic Dolphin Observer" bieten wir die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei unserem Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" in Kroatien.

Ein Adriatic Dolphin Observer unterstützt mit seinen Delfinbeobachtungen sowie Foto- und/oder Videoaufnahmen die wissenschaftliche Arbeit unserer kroatischen Partner, Tierärzte der Universität Zagreb, in besonderem Maße.

Dobri Dupini
Kroatien ist für Werner Kellerer aus München schon fast zur zweiten Heimat geworden. Seit vielen Jahren reist er mit seiner Familie in die Adria, um mit seinem RIB-Schlauchboot die kroatische Inselwelt zu erkunden. Eines Tages begegnete er auf einer Bootstour Delfinen und sogleich packte ihn die Leidenschaft.

Seit 2009 hat er jede seiner Begegnungen mit den "Guten Delfinen", wie der Große Tümmler auf Kroatisch heißt, dokumentiert und mit Fotos ergänzt. Dank toller Aufnahmen der Rückenflosse (Finne) konnte jetzt einer von ihnen identifiziert werden. Daher durfte unser erster Adriatic Dolphin Observer, als kleines Dankeschön für seinen freiwilligen Einsatz, einen Namen für diesen Delfin aussuchen, für den auch eine symbolische Patenschaft übernommen werden kann. Die Wahl fiel nicht leicht, doch nach reiflicher Überlegung entschied sich der vierköpfige Kellerer-Familienrat für den Namen Luna.

Luna
Adria-Delfin Luna schießt aus dem Wasser.Der Große Tümmler wurde am 15. Juli 2015 erstmals gesichtet und hielt sich an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils um die Mittagszeit herum etwa 3 bis 4 km vor dem Festland bei Slano in der südlichen Adria auf. Er befand sich stets in einer fünf- bis sechsköpfigen Gruppe, zu der auch ein bis zwei Jungtiere gehörten.

"Uns kam es mitunter so vor, als würde Luna uns von dem Mutter-Kind-Paar in der Gruppe ablenken. Er hielt sich lange bei uns am Boot auf und hatte natürlich unsere volle Aufmerksamkeit. Derweil hatte sich die Mutter mit ihrem Nachwuchs weit entfernt", berichtet Werner Kellerer begeistert von seinen Begegnungen mit den Meeressäugern.

Aufgrund etlicher Markierungen auf Finne und restlichem Körper ist zu vermuten, dass Luna kein ganz junger Delfin ist, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt, ist unklar.

Foto-Identifizierung
Finne des Adria Delfins Luna mit deutlichen Markierungen.In der Delfinforschung und –schutzarbeit ist die sogenannte Foto-Identifikation (Foto-ID) ein wichtiges Instrument, um mehr über Delfine und ihr Leben erfahren. Bei der Foto-ID wird die Rückenflosse oder Finne eines Delfins fotografisch katalogisiert. Sie ist aufgrund Form und Markierungen so einzigartig wie der Fingerabdruck des Menschen. So können Individuen wiedererkannt werden und dies erlaubt Rückschlüsse auf Gruppenzusammensetzungen, Wanderungen und vieles mehr.

Dobro došli
Schon bald wieder heißt es für die Kellerers dobro došli- herzlich willkommen in Kroatien. Wir sind gespannt, ob unser erster Adriatic Dolphin Observer auch dieses Jahr wieder Delfine zu Gesicht bekommt. Und wer weiß, vielleicht ist sogar "seine" Luna dabei!
Ulrike Kirsch, April 2016

 

⇒ Citizen-Science-Programm Adriatic Dolphin Observer

⇒ Eine Patenschaft für Luna übernehmen oder verschenken

⇒ Delfin-Sichtung in der kroatischen Adria melden

⇒ Delfinsichtungen 2015 und 2016 aus der Adria

Delfin springt und wird von Schlauchbootfahrern beobachtet.Auch dieses Jahr ruft die GRD Kroatienurlauber wieder zur Mithilfe bei ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" auf und bittet darum, Delfinsichtungen in der Adria zu melden. Man muss dafür noch nicht einmal in See stechen, denn häufig halten sich die geschickten Schwimmer auch dicht an der Küste auf.

Bereits seit 2001 erhebt die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät in Zagreb diese Daten im Rahmen ihres Gemeinschaftsprojekts.

Die Meldungen liefern wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger und sind Teil der erfolgreichen Delfinschutzarbeit der GRD in Kroatien. Die Daten dienen gemeinsam mit anderen Erhebungen als Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur noch etwa 220 Große Tümmler überlebt.

Es lohnt sich, die Augen offen zu halten!
Unter den 2015 über 300 gemeldeten Sichtungen befanden sich neben Großen Tümmlern auch ein Finnwal und Meeresschildkröten. Bis in die kroatischen Medien schaffte es ein auf den Namen "Bobi" getaufter Delfin, der eine Zeit lang im Meeresarm "Karinsko More" verweilte und, wie bereits im Jahr zuvor, durch seine große Kontaktfreudigkeit gegenüber Menschen aufgefallen war.

Die Sichtungen werden möglichst zeitnah, soweit vorhanden mit Fotos und Videos, Online auf der Projekt-Sichtungskarte veröffentlicht. "Wir bitten die Urlauber auch, Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern zu melden. Nur so können sofortige Rettungsmaßnahmen eingeleitet bzw. Todesursachen erforscht werden", erklärt Projektleiterin Ulrike Kirsch.
Pressemeldung, 30.03.2016

 

⇒ Delfin-Sichtung in der kroatischen Adria melden

⇒ Hier sehen Sie, wo überall in der Adria Delfine in diesem und in den vergangenen Jahren gesichtet wurden

⇒ Adriatic Dolphin Observer – Neues Citizen-Science-Programm

⇒ Delfine und Wale in freier Wildbahn erleben (PDF)

⇒ Wir sind die Patendelfine aus der Adria

Nahaufnahme Finne und Rücken, Adriadelfin. Foto: Werner KellererUnterstützen Sie die wissenschaftliche Arbeit unserer Projektpartner in Kroatien.

Worum geht es?
Mit diesem Citizen-Science-Programm bieten wir die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei unserem Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" in Kroatien.

Ein Adriatic Dolphin Observer kann mit seinen Delfinbeobachtungen sowie Foto- und/oder Videoaufnahmen die wissenschaftliche Arbeit unserer kroatischen Partner, Tierärzte der Universität Zagreb, in besonderem Maße unterstützen.

 

 

⇒ Worum geht es? | Wie werde ich Adriatic Dolphin Observer?

 

 

 

Ein Adria Delfin schwimmt an der Wasseroberfläche. Foto: Werner Kellerer

Adria Patendelfin Veseljak liegt beim Sprung hoch in der luft.Pressemitteilung 01.10.2015 - Mit großer Erleichterung quittiert die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) zwei wichtige Entscheidungen gegen die Förderung von Öl in der Adria.

So hat Shell, nach dem Rückzug aus der Arktis vor wenigen Tagen, jetzt bekannt gegeben, geplante Offshorebohrungen vor der Küste von Bosnien und Herzegowina nicht durchzuführen. Und vor einer Woche musste die kroatische Regierung die eigentlich für September geplante Unterzeichnung von Verträgen für Offshore-Probebohrungen auf unbestimmte Zeit zu verschieben!

"Dies ist ein Sieg für die letzten Adria-Delfine und den Erhalt der Artenvielfalt in der Adria", sagt der GRD-Biologe Ulrich Karlowski. Bereits im Juli hatten die österreichische OMV und die US-Firma Marathon Oil ihren Rückzug aus der Ölförderung in der Adria bekannt gegeben, im August folgte der ungarische Mineralölkonzern MOL, Anteilseigner am kroatischen Mineralölkonzern INA.

Bürgerproteste und niedriger Ölpreis zeigen Wirkung
Ausschlaggebend für den Erfolg waren die anhaltenden Proteste im In- und Ausland sowie der auf absehbare Zeit niedrige Ölpreis, der eine Ausbeutung der Adria unrentabel macht.

Atempause für die Adria-Delfine und andere bedrohte Meerestiere
Die Umsetzung der Pläne der kroatischen Regierung hätte nach Ansicht der GRD unweigerlich die Zerstörung des fragilen Ökosystems der Adria und das Aussterben bedrohter Arten wie der letzten etwa 220 Adria-Delfine oder der noch selteneren Mittelmeermönchsrobbe in der Adria zur Folge gehabt.

Die Pläne, Öl in der Adria zu fördern sind zwar nicht ganz vom Tisch, aber auch durch die anstehenden Parlamentswahlen in Kroatien in sehr weite Ferne gerückt.

Zum Hintergrund:
Mit der Kampagne "Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria" setzt sich die GRD seit Ende 2014 gemeinsam mit kroatischen Initiativen dafür ein, dass die Adria von der Öl- und Gasförderung ausgenommen und vor den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt wird. Hierzu wurde unter anderem auf change.org die Petition "Hands off"! Die Adria darf nicht sterben!" gestartet.

Zudem warnte die Münchner Delfin- und Meeresschutzorganisation mit Stellungnahmen im Rahmen der kürzlich zu Ende gegangenen öffentlichen Anhörungen der kroatischen, slowenischen und italienischen Behörden vor den katastrophalen Folgen der geplanten Öl- und Gasförderung.

Karte der Adria mit eingezeichneten Ölplattformen.Noch vor Abschluss der öffentlichen Anhörung im Februar 2015 wurden im Januar 10 Probebohrlizenzen an 5 Energiekonzerne, darunter die österreichische OMV, vergeben. Knapp 37.000 km², also ca. 90 % der kroatischen Adria, stellte man als Fläche für die Offshore-Bohrungen bereit. Der Mindestabstand der Bohrinseln zur Küste wurde auf 10 km bzw. auf 6 km von der Außenlinie der Inseln festgelegt.

Öl- und Gasförderung im Meer ist hoch riskant und stellt tagtäglich eine große Gefahr dar, zumal in einem relativ geschlossenen System wie dem der Adria. Bei der täglichen Routine gelangen Öl und giftige Chemikalien ins Wasser.

 

Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010. Pressemitteilung 04.08.2015 - "Sie verlassen das sinkende Schiff", kommentiert der Biologe Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) den Ausstieg mehrerer Energiekonzerne aus der geplanten Öl- und Gasförderung in der kroatischen Adria.

So gaben OMV aus Österreich und Marathon Oil aus den USA vor einigen Tagen ihre Bohrlizenzen zurück, was am 29. Juli 2015 schließlich auch von der "Kroatischen Agentur für Kohlenwasserstoffe" bestätigt wurde.

Kroatischen Medien zufolge soll sich mittlerweile auch ExxonMobil zurückgezogen haben.

Das Unternehmen hatte eine Kooperation mit dem kroatischen Energiekonzern INA anvisiert.

Absurde Begründung zur Verschleierung der wahren Hintergründe
Der Verzicht wird in Zagreb mit Grenzstreitigkeiten mit Slowenien und Montenegro begründet. Nach Ansicht der GRD ist dies absurd. Vielmehr dürften die anhaltenden Proteste im In- und Ausland sowie insbesondere der auf absehbare Zeit niedrige Ölpreis ausschlaggebend gewesen sein. "Dies ist ein schwerer Schlag für einige Regierungsvertreter des Balkanstaates", sagt Ulrich Karlowski. Kritiker hatten von Anfang an das völlig intransparente Vergabeverfahren bemängelt und unrechtmäßige Bereicherung vermutet.

Im Korruptionsindex 2014 von Transparency International ist Kroatien im Vergleich zum Vorjahr um vier Plätze auf den 61. Rang gefallen und liegt damit um einiges näher an Bosnien-Herzegowina (Rang 80) als z.B. an Slowenien (Rang 39). Im März 2015 musste der Beginn der ersten Probebohrungen auf 2016 verschoben werden, weil Kroatien es versäumt hatte, Anrainerstaaten wie Slowenien, Italien und Montenegro in die Umweltverträglichkeitsprüfungen einzubeziehen, ein Verstoß gegen die EU-Umweltrichtlinie "Espoo-Konvention zur grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung".

Rettet die Adria!
Offshore Ölbohrtuerme bald auch in der Adria?Mit der Kampagne "Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria" setzt sich die GRD seit Ende 2014 gemeinsam mit kroatischen Initiativen dafür ein, dass die Adria von der Öl- und Gasförderung ausgenommen und den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt wird.

Hierzu wurde unter anderem auf change.org die Petition "Hands off! Die Adria darf nicht sterben!" gestartet. Zudem warnte die Münchner Delfin- und Meeresschutzorganisation mit Stellungnahmen im Rahmen der kürzlich zu Ende gegangenen öffentlichen Anhörungen der kroatischen, slowenischen und italienischen Behörden vor den katastrophalen Folgen der geplanten Öl- und Gasförderung.

Zum Hintergrund:
Bereits in wenigen Jahren könnten Hunderte Öl- und Gasbohrinseln die Küsten Kroatiens verschandeln. Ohne großes Aufsehen hatte die kroatische Regierung mit der Such nach Öl- und Gas Ende 2013 begonnen und versucht seitdem, die Pläne möglichst an der Bevölkerung vorbei voranzutreiben. Noch vor Abschluss der öffentlichen Anhörung im Februar 2015 wurden im Januar 10 Probebohrlizenzen an 5 Energiekonzerne, darunter die österreichische OMV, vergeben. Knapp 37.000 km², also ca. 90 % der kroatischen Adria, stellte man als Fläche für die Offshore-Bohrungen bereit.

Der Mindestabstand der Bohrinseln zur Küste wurde auf 10 km bzw. auf 6 km von der Außenlinie der Inseln festgelegt.

Jedes Jahr Hunderte Störfälle
Karte der Adria mit eingezeichneten Ölplattformen.Es sind nicht nur Katastrophen wie die massive Ölpest im Golf von Mexiko, bei der Tausende von Tieren qualvoll starben und noch heute an den Folgen leiden, ganze Landstriche verseucht und Lebensgrundlagen von Kleinfischern zerstört wurden.

Öl- und Gasförderung im Meer ist hoch riskant und stellt tagtäglich eine große Gefahr dar, zumal in einem relativ geschlossenen System wie dem der Adria. Bei der täglichen Routine gelangen Öl und giftige Chemikalien ins Wasser, jedes Jahr kommt es zu Hunderten von "kleineren" Störfällen. Weltweit wurden in den letzten 25 Jahren 6.800 Ölunfälle auf See registriert. Eine Katastrophe wie 2010 im Golf von Mexiko, der 12-mal größer ist als die relativ kleine, umschlossene Adria, wäre der Untergang für dieses Ökosystem, das Leben der Menschen, die vom Meer leben, würde zerstört.

Experten warnen denn auch eindringlich vor langfristigen Schäden für Tourismus und Fischerei.

Die kroatische Adria ist eines der populärsten Urlaubsziele der Welt. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und trägt in großem Maße zum Bruttoinlandsprodukt bei.
GRD-Presse, 04.08.2015

Im Seekajak Delfine erforschen und die herrliche Inselwelt Kroatiens genießen. Lernen Sie unsere Delfinschutzarbeit in Kroatien kennen – auf eine sehr sanfte und umweltfreundliche Art und Weise!

"Adriatic Dolphin Research" gewährt einen spannenden Einblick: Eine Seekajaktour entführt Sie in die Gewässer vor der norddalmatinischen Insel Molat, wo Sie auch Ausschau nach den Meeressäugern halten. Das Gebiet ist einer der Schwerpunkte der Feldforschung im Rahmen unseres Schutzprojekts "Rettung der letzten Adria-Delfine".

Sichtungsergebnisse der Kajaktour werden analysiert
Die wahlweise ein- oder zweitägig buchbare Tour wurde vom kroatischen Reiseveranstalter Malik Adventures zusammen mit unserer Partnerorganisation VAL entwickelt. Ein Teil des Reisepreises kommt direkt unserem Delfinschutzprojekt zugute. Auf dem Seekajakausflug werden bei Delfinbegegnungen Fotos der Rückenflosse für die Foto-Identifizierung gemacht, die Sichtungsdaten fließen in unsere Datensammlungen ein.

Auf dem Programm steht zudem ein Besuch unseres 2013 eröffneten Delfinschutzzentrums im Ort Molat. Dort werden Mitarbeiter das Projekt vorstellen und gemeinsam mit den Teilnehmern – soweit man tagsüber das Glück hatte, auf einen oder mehrere Große Tümmler zu treffen – die Sichtungsergebnisse der Kajaktour analysieren. Vielleicht war man einem bereits bekannten Delfin oder gar einem unserer Patendelfine begegnet.

⇒ Malik Adventures "Dolphin Reserach volunteering"

Seekajakfahrer beobachten eine Delfingruppe.

Ein toter Delfin treibt in der Adria.Nach übereinstimmenden Berichten verschiedener kroatischer Medien verzögert sich der Beginn der für dieses Jahr geplanten Offshore-Probebohrungen nach Öl in der Adria mindestens bis 2016. Als Grund werden Verstöße gegen EU-Umweltrichtlinien genannt.

Kroatien habe es versäumt, Anrainerstaaten wie Slowenien, Italien und Montenegro in die derzeit laufenden Umweltverträglichkeitsprüfungen einzubeziehen.

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) sieht hierin einen ersten spürbaren Erfolg der seit Monaten stärker werdenden Protestaktionen im In- und Ausland gegen die Pläne der kroatischen Regierung, in der Adria Hunderte von Öl- und Gasförderplattformen errichten zu lassen.

Sie wissen nicht, was sie tun
"Das Ökosystem der Adria und besonders die vom Aussterben bedrohten letzten Adria-Delfine haben etwas Zeit gewonnen", erklärt Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der GRD. "Seit Bekanntwerden der Öl- und Gasförderpläne hat die kroatische Regierung das Projekt dilettantisch, rücksichtslos und unter Missachtung geltenden EU-Rechts vorangetrieben".

Eigentlich sollten Anfang April die Lizenzverträge mit fünf Ölkonzernen für den Beginn erster Probebohrungen unterzeichnet werden. Doch Slowenien, Italien und Montenegro wurden bislang nicht in die Verabschiedung der Strategischen Studie zur Umweltverträglichkeit einbezogen. Dies ist ein Verstoß gegen die Espoo-Konvention zur grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung, denn der Öffentlichkeit in diesen Ländern muss eine Stellungnahmemöglichkeit im selben Umfang eingeräumt werden wie der Öffentlichkeit in Kroatien.

Des Bären Fell sollte verteilt werden, bevor er erlegt wurde
"Ein typisches Bespiel für das Vorgehen der kroatischen Regierung war u.a. die voreilige Vergabe von 10 Probebohrlizenzen an 5 Energiekonzerne noch bevor die öffentliche Anhörung zur Umweltverträglichkeit im eigenen Land abgeschlossen war", erläutert Karlowski.

Kampagne "Rettet die Adria!"
Mit der Kampagne "Rettet die Adria" will die GRD gemeinsam mit kroatischen Initiativen die Förderung von Erdöl und Erdgas in der kroatischen Adria verhindern. "Unser gemeinsames Ziel ist es, die kroatische Regierung zum Umdenken zu bewegen. Die Adria muss vor der Öl- und Gasförderung und den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt werden", fordert Ulrich Karlowski.

Zum Hintergrund:
Offshore Ölbohrtuerme bald auch in der Adria?Bereits in wenigen Jahren könnten Hunderte Öl- und Gasbohrinseln die Küsten der kroatischen Adria verschandeln. Die Territorialgewässer des Landes wurden in 29 unterschiedlich große Blöcke mit einer Gesamtgröße von knapp 37.000 km² aufgeteilt. Fast die gesamte Küste mit ihren mehr als 1.200 Inseln wird betroffen sein. Der Mindestabstand der Bohrinseln zur Küste wurde auf 10 km bzw. auf 6 km von der Außenlinie der Inseln festgelegt.

Experten warnen vor langfristigen Schäden für Tourismus und Fischerei Die kroatische Adria ist eines der populärsten Urlaubsziele der Welt. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und trägt in großem Maße zum Bruttoinlandsprodukt bei. Eine Katastrophe wie 2010 im Golf von Mexiko, der 12mal größer ist als die relativ kleine, umschlossene Adria, würde Tourismus und Fischerei ruinieren.
Pressemitteilung, 16.03.2015

Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010.Ein vom österreichischen Mineralölkonzern OMV vor der Küste Neuseelands verursachter Ölunfall bedroht nach Angaben von NABU International Naturschutzstiftung das Überleben der weltweit letzten Maui-Delfine. OMV gehört auch zu den "Dreckigen 5", zu den Energiekonzernen, die eine Konzession für Erdöl-Probebohrungen in der kroatischen Adria erworben haben.

Der neuseeländische OMV-Ölunfall ereignete sich am bereits am 20. Februar etwa 70 Kilometer vor der Westküste der Nordinsel. Durch ein Leck in einem Förderschlauch eines schwimmenden Öllagers traten nach Aussagen von OMV etwa 300 Liter Rohöl aus, die sich innerhalb von drei Tagen auf eine Größe von zehn Kilometern ausbreiteten.

Dritte OMV-Ölhavarie in fünf Jahren
Laut NABU International Naturschutzstiftung war dies bereits die dritte OMV-Havarie in dem sensiblen Meeresgebiet innerhalb von fünf Jahren. Der Ölteppich stellt eine große Gefahr für die in nur 30 Kilometern Entfernung Maui-Delfine - die seltensten Meeresdelfine der Welt - Blauwale und seltene endemische Albatrosse und Sturmvögel dar.

Keine Ölförderung in sensiblen Meeresgebieten
Die GRD unterstützt die Forderung der NABU International Naturschutzstiftung, die Ölförderung in sensiblen Meeresgewässern konsequent zu verbieten. Doch wie in Kroatien beugt sich auch die neuseeländische Regierung aus Profitgier dem wirtschaftlichen Druck und der Lobbymacht international agierender Ölkonzerne. So erhielt der OMV-Konzern, der auch Tankstellen in Deutschland betreibt, vor kurzem die Genehmigung für sieben weitere Offshore-Bohrlöcher.

OMV-Ölunfälle könnten bald auch die letzten Adria-Delfine gefährden
OMV-Ölunfälle drohen auch in der kroatischen Adria, wo noch etwa 220 Große Tümmler - die Adria-Delfine - als kleiner Rest einer einst zahl- und artenreichen Delfinfauna überlebt haben. Noch in diesem Jahr könnte OMV mit ersten Probebohrungen in der Adria beginnen. Die GRD befürchtet, dass es bereits dabei zu schwerwiegenden Schädigungen des Meeresökosystems kommt.

Bei Probebohrungen gelangen mehr toxische Flüssigkeiten und Bohrschlamm ins Meer als während der Erschließung, da die Löcher meist tiefer sind, langsamer gebohrt werden und größere Durchmesser besitzen.

Kampagne "Rettet die Adria!"
Mit der Kampagne "Rettet die Adria" will die GRD gemeinsam mit kroatischen Initiativen die Förderung von Erdöl und Erdgas in der kroatischen Adria verhindern. "Unser gemeinsames Ziel ist es, die kroatische Regierung zum Umdenken zu bewegen.

Die Adria muss vor der Öl- und Gasförderung und den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt werden", erklärt der Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.
GRD-Presse, 10.03.2015

Delfine schwimmen durch ausgelaufenes Erdöl im Golf von Mexiko.Pressemitteilung 21.01.2015 - In Kroatien wächst der Widerstand gegen die Pläne der Regierung, in der Adria in großem Stil Erdöl und Erdgas zu fördern.

Die Umweltorganisation "Eko Kvarner" hat ein Referendum angekündigt, falls die Regierung nicht auf die Öl- und Gasförderung in dem sensiblen Meeresgebiet verzichtet, berichtet die kroatische Zeitung 24sata.

Sollte die Regierung das Projekt nicht bis zum 16. April, dem Ende der öffentlichen Anhörung zu den Umweltauswirkungen der Öl- und Gasförderung in der Adria, fallengelassen haben, will Vjeran Pirsic, Vorsitzender von "Eko Kvarner", es mit Hilfe der Bevölkerung stoppen. 

Das Referendum wird bislang von der kroatischen Bauernpartei HSS und der OraH, den kroatischen Grünen, unterstützt.

Probebohrungen in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Kornati
Dessen ungeachtet hat die Regierung, also noch vor Abschluss der öffentlichen Anhörung, bereits 10 Probebohrlizenzen an 5 Energiekonzerne, darunter die österreichische OMV, vergeben. Drei Bohrfelder, die Blöcke 8, 10 und 11, liegen vor der Insel Kornat und dem Murtersko More in unmittelbarer Nähe zum Kornaten-Meeresnationalpark. Die OMV will hier gemeinsam mit Marathon Oil aus den USA erste Probebohrungen durchführen.

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) befürchtet, dass es bereits während der Probebohrungen zu schwerwiegenden Schädigungen des Meeresökosystems kommt.

Bei Probebohrungen gelangen mehr toxische Flüssigkeiten und Bohrschlamm ins Meer als während der Erschließung, da die Löcher meist tiefer sind, langsamer gebohrt werden und größere Durchmesser besitzen.

Kampagne "Rettet die Adria!"
Offshore Ölbohrtuerme bald auch in der Adria?Mit der Kampagne "Rettet die Adria" will die GRD gemeinsam mit kroatischen Initiativen die Förderung von Erdöl und Erdgas in der kroatischen Adria verhindern.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, die kroatische Regierung zum Umdenken zu bewegen. Die Adria muss vor der Öl- und Gasförderung und den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt werden", erklärt der Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.

Zum Hintergrund:
Bereits in wenigen Jahren könnten Hunderte Öl- und Gasbohrinseln die Küsten der kroatischen Adria verschandeln. Die Territorialgewässer des Landes wurden in 29 unterschiedlich große Blöcke mit einer Gesamtgröße von knapp 37.000 km² aufgeteilt. Fast die gesamte Küste mit ihren mehr als 1.200 Inseln wird betroffen sein. Der Mindestabstand der Bohrinseln zur Küste wurde auf 10 km bzw. auf 6 km von der Außenlinie der Inseln festgelegt.

Experten warnen vor langfristigen Schäden für Tourismus und Fischerei
Die kroatische Adria ist eines der populärsten Urlaubsziele der Welt. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und trägt in großem Maße zum Bruttoinlandsprodukt bei. Eine Katastrophe wie 2010 im Golf von Mexiko, der 12 mal größer ist als die relativ kleine, umschlossene Adria, würde Tourismus und Fischerei ruinieren.

Gravierende wirtschaftliche Folgen gäbe es aber nicht nur in Kroatien, sondern auch in angrenzenden Ländern wie Italien, Slowenien, Montenegro und je nach Ausmaß, auch in anderen Mittelmeerstaaten.

Ein toter Delfin treibt in der Adria.Pressemitteilung, 08.01.2015 - 2015 könnte den Beginn vom Ende des Ökosystems der kroatischen Adria markieren, befürchtet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). „Mit der Vergabe von 10 Probebohrlizenzen an 5 Energiekonzerne hat die kroatische Regierung grünes Licht für die nachhaltige Zerstörung des gesamten Ökosystems und die Ausrottung der letzten Adria-Delfine und vieler anderer Meerestiere gegeben“, kritisiert der GRD-Biologe Ulrich Karlowski.

Petition "Hands off – Die Adria darf nicht sterben!" auf change.org
Mit ihrer Kampagne "Rettet die Adria" wollen die Münchner Delfinschützer gemeinsam mit kroatischen Initiativen den geplanten Bau unzähliger Öl- und Gasförderanlagen in dem sensiblen Meeresgebiet verhindern. Über 3.000 Menschen haben die auf change.org laufende Petition der GRD "Hands Off – Die Adria darf nicht sterben!" bereits unterstützt, darunter auch viele kroatische Bürgerinnen und Bürger.

Bereits in wenigen Jahren könnten Hunderte Ölplattformen und Gasförderanlagen die Küsten des Landes verschandeln. Die kroatische Regierung hat die Territorialgewässer des Landes in 29 unterschiedlich große Blöcke mit einer Gesamtgröße von knapp 37.000 km² aufgeteilt. Der Mindestabstand der Bohrinseln zur Küste wurde auf 10 km bzw. auf 6 km von der Außenlinie der Inseln festgelegt. Zum Vergleich: Die im Golf von Mexiko 2010 untergegangene "Deepwater Horizon" bohrte in etwa 84 Kilometern Entfernung vor der Küste des US-Bundestaates Louisiana.

Die dreckigen 5
Offshore Ölbohrtuerme bald auch in der Adria?Zu den fünf Energiekonzernen, die jetzt Probebohrungen in der Adria durchführen werden, gehören neben der OMV aus Österreich, Marathon Oil aus den USA, die italienischen Konzerne ENI und Medoilgas sowie der kroatische Energiekonzern Ina.

Durch besonderen Zynismus zeichnet sich dabei die österreichische OMV aus. Auf der Konzernhomepage bekennt sich OMV "zu nachhaltigem Ressourcenmanagement, um die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf das Ökosystem möglichst gering zu halten", auch "von besonderer Sorgfalt in Gebieten mit hoher Biodiversität" ist die Rede.

"Wenn dem so wäre, dürfte sich OMV nicht um die Ölförderung in den vielfach noch intakten Küstengewässern Kroatiens, in denen vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie die letzten Adria-Tümmler und Mittelmeermönchsrobben leben, reißen", betont Ulrich Karlowski. Denn bei Probebohrungen gelangen mehr toxische Flüssigkeiten und Bohrschlamm ins Meer als während der Erschließung, da die Löcher meist tiefer sind, langsamer gebohrt werden und größere Durchmesser besitzen.

Experten warnen vor langfristigen Schäden für Tourismus und Fischerei
Die kroatische Adria ist eines der populärsten Urlaubsziele der Welt. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und trägt in großem Maße zum Bruttoinlandsprodukt bei. Eine Katastrophe wie 2010 im Golf von Mexiko, der 12 mal größer ist als die relativ kleine, umschlossene Adria, würde Tourismus und Fischerei ruinieren. Gravierende wirtschaftliche Folgen gäbe es aber nicht nur in Kroatien, sondern auch in angrenzenden Ländern wie Italien, Slowenien, Montenegro, und je nach Ausmaß, auch in anderen Mittelmeerstaaten.

Karte der Adria mit eingezeichneten Ölplattformen.Gemeinsamer Protest
Die kroatische Umweltallianz CASA (Clean Adriatic Sea Alliance) sowie die Umweltorganisationen SUNCE (Split), Zelena akcija und Zeleni forum protestieren in Kroatien gegen die Gier nach dem "schwarzen Gold" aus dem Meer.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, die kroatische Regierung zum Umdenken zu bewegen. Die Adria muss vor der Öl- und Gasförderung und den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt werden", erklärt Ulrich Karlowski.

 

Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010.Pressemitteilung, 04.12.2014 -Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) warnt vor der Gefahr einer massiven Ölpest in der kroatischen Adria. In nur wenigen Jahren sollen unzählige Ölplattformen und Gasförderanlagen in dem sensiblen Meeresgebiet errichtet werden. Eine Katastrophe, vergleichbar mit der Ölpest im Golf von Mexiko 2010, ist nach Ansicht der GRD nur eine Frage der Zeit.

Die kroatische Regierung hat die Adria für die Vergabe von Bohrlizenzen in 29 unterschiedlich große Blöcke mit einer Gesamtgröße von knapp 37.000 km² aufgeteilt. Damit könnten bis zu 90 % der kroatischen Territorialgewässer für die Öl- und Gasförderung freigegeben werden, schätzt die Umweltorganisation "Sunce" aus Split.

Deepwater Horizon bald auch in der Adria
Der Mindestabstand der Bohrplattformen zur Küste wurde auf 10 km bzw. auf 6 km von der Außenlinie der Inseln festgelegt. Zum Vergleich: Die im Golf von Mexiko explodierte und untergegangene "Deepwater Horizon" bohrte in etwa 84 Kilometern Entfernung vor der Küste des US-Bundestaates Louisiana.

"In Kroatien hat man nichts aus den Katastrophen der Vergangenheit gelernt", kritisiert der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD. "Die Entscheidung der Regierung für eine großflächige Ausbeutung fossiler Ressourcen ist ein gewaltiger Schritt zurück in die Steinzeit der Energiepolitik. Statt auf regenerative Energien zu setzen, bauen Oligarchen und hochrangige Politiker auf das schnelle, schmutzige Geld mit dem „schwarzen Gold“ unter Einsatz einer Hochrisikotechnologie. Die Folgeschäden für Natur, Tourismus und Fischerei werden langfristig und größtenteils irreparabel sein".

Zerstörung einer der ökologisch wertvollsten Regionen Europas ab 2015?
Grafik "Traeger" Kunstedition DOLPHINS von Anne SchulzeMit seinen mehr als 1.200 Inseln und fast 1.800 Kilometern Küstenlinie gehört die kroatische Adria zu einem der populärsten Urlaubsziele der Welt. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und trägt in großem Maße zum Bruttoinlandsprodukt bei. In den vielfach noch intakten Küstengewässern leben seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten wie die letzten Adria-Tümmler und Mittelmeermönchsrobben. Die Insel Cres ist einer der letzten Lebensräume des Gänsegeiers in Europa.

Jetzt drohen der gesamten Küstenregion stinkende, ölverseuchte Küsten und Strände, die von verwesenden Meerestierkadavern übersät sind. Bereits im kommenden Jahr kann es so weit sein, dann sollen die ersten Probebohrlizenzen vergeben werden.

Noch verhallen Proteste im Land
Eine aus besorgten Bürgern gebildete Allianz, die Clean Adriatic Sea Alliance (CASA), hat an verschiedene Minister in Kroatien sowie EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und Martin Schulz, den Präsidenten des EU-Parlaments, gerichtete Online-Petition gegen die Öl- und Gasförderung gestartet.

Hands off - Die Adria darf nicht sterben!
Die GRD unterstützt CASA und fordert jetzt mit ihrer Online-Petition "Hands off - Die Adria darf nicht sterben!" dass die Adria langfristig von der Öl- und Gasförderung ausgenommen und vor der Gefahr einer Ölverseuchung geschützt wird.
GRD-Presse

⇒ GRD-Online-Petition "Hands off - Die Adria darf nicht sterben!"

Kopfansicht eines toten Streifendelfins mit sehr schöner Schwarzweiß-ZeichnungBereits vor einem Jahr kam es zu Protesten, als bekannt wurde, dass der Auftrag für die seismische Erkundung ohne öffentliche Ausschreibung an die norwegische Firma Spectrum vergeben wurde.

Tote Delfine
Von Ende 2013 bis Anfang 2014 ließ die kroatische Regierung seismische Untersuchungen zu möglichen Öl- und Gasvorkommen in der Adria durchführen. Während und nach Abschluss der seismischen Erkundungen des norwegischen Unternehmens Spectrum kam es laut kroatischen und italienischen Medienberichten zu Strandungen von toten Delfinen an beiden Seiten der Adria.

Ein Zusammenhang zwischen den seismischen Aktivitäten und dem Tod der Delfine konnte von Wissenschaftlern allerdings weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.

Bei der Erdgassuche feuern Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgas- oder Erdöllagerstätten befinden.

Schalldrücke von Airguns sind zwar viel kürzer als z.B. typischer Schiffslärm, dafür aber auch bis zu 1.000-mal lauter
Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich. Verletzungen bestehen z. B. in Blutungen im Ohr und in der Degeneration der feinen Innenohrstrukturen.

Schädigungen sind nur schwer feststellbar
Die Untersuchung derartiger Schädigungen ist komplex und schwierig, wie unsere Projektpartnerin und Tierärztin von der Uni Zagreb Dr. Martina Đuras erläutert: "Diese Schäden können nur an sehr frischen (24 - 48 Stunden alten) Kadavern festgestellt werden, die wir selten auffinden. Später sind die Blutungen und die Innenohrstrukturen so verwest, dass man sie nicht mehr erkennen kann."

Hinzu kommen indirekte und Folgeschäden seismischer Untersuchungen, wie etwa die Vertreibung aus den Nahrungsgründen und mögliche Orientierungsstörungen, die mitunter durch direkte Beobachtung vor Ort festgestellt werden können.
Ulrike Kirsch, November 2014

Weiterführende Informationen:

⇒ Airguns schädigen Meeressäuger über extrem weite Distanzen

⇒ UBA-Themensite Airguns

Großaufnahme der Schwanzfluke eines Pottwals, die beim Aufbruch zu einem längeren Tauchgang bei Pottwalen völlig senkrecht in der Luft steht.Eine außergewöhnliche Begegnung hatten deutsche Segelurlauber bei der norddalmatinischen Insel Molat: Am Abend des 8. September sichteten sie vier Pottwale vor der Westküste der Insel, auf der auch unser letztes Jahr eröffnetes Delfinschutzzentrum steht.

Die bis zu 3000 m und tiefer tauchenden Zahnwale sind im Mittelmeer zwar häufiger anzutreffen, verirren sich aber nur sehr selten in die nördliche Adria, da dieser Arm des Mittelmeers für sie zu flach ist.

Reise durch die kroatische Inselwelt
Es stellte sich heraus, dass bereits am Tag zuvor eine Gruppe Pottwale nahe der vom kroatischen Festland am weitesten entfernten Insel Vis gesichtet wurde sowie am 9. September von der Wasserschutzpolizei fünf Pottwale bei der vor Šibenik gelegenen Insel Zmajan. Wahrscheinlich waren es immer Mitglieder derselben Gruppe.

Strandung in Italien
Am 12. September erreichte uns dann aus Italien die traurige Nachricht, dass nördlich der italienischen Hafenstadt Vasto bei Punta Penna sieben Pottwale gestrandet seien. Die Stelle liegt praktisch „schräg gegenüber“ von der Insel Vis. Helfer eines Strandungsnetzwerks konnten vier der Meeressäuger wieder zurück ins Meer bringen, drei sind leider gestorben.

Zwei Pottwale schwimmen vor der Insel Molat. Mit großer Sicherheit handelte es sich um dieselbe Gruppe Pottwale, die sich ein paar Tage zuvor auf der kroatischen Seite der Adria aufhielt. Die toten Tiere werden von Experten der Universität Padua untersucht, um herauszufinden, ob natürliche Ursachen den Tod brachten oder menschliche Einflüsse, wie militärische Sonarübungen oder seismische Explorationen zur Öl- und Gassuche.

"Junggesellenschule"
Nach Informationen der italienischen Zeitung „La Stampa“ hatten die Wale eine Länge zwischen 10 m und 15 m und ein Gewicht von etwa einer Tonne. Es soll sich wahrscheinlich um adoleszente Tiere im Alter von 15 bis 20 Jahren gehandelt haben. Möglicherweise war es eine "Junggesellenschule", in der sich junge, noch nicht geschlechtsreife Männchen zusammentun und gemeinsam umherziehen.

Massenstrandungen von Pottwalen
Massenstrandungen von Pottwalen sind in der Adria eher selten. Nach einer Studie des italienischen Forschers Giovanni Bearzi vom Tethys Research Institute soll es seit 1584 sechs Mal vorgekommen sein. Zuletzt strandete 2009 eine Gruppe von sieben jungen, männlichen Pottwalen an der süditalienischen Adriaküste, die alle starben.

Daneben gab es auch immer wieder rare Strandungen oder Sichtungen von einzelnen Pottwalen. So wurde 1995 beispielsweise ein Exemplar bei Triest beobachtet.

Genetische Unterschiede
Die im Mittelmeer lebenden Pottwale unterscheiden sich genetisch von ihren Cousins im Atlantik und gelten als Unterpopulation. Mit weniger als 2500 Individuen ist ihr Bestand gemäß der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN stark gefährdet. Größere Vorkommen im östlichen Mittelmeer soll es vor allem im Ionischen Meer geben.
Ulrike Kirsch, 26.09.2014

Video Rettungsversuch für die gestrandeten Pottwale:

Die Bootsausflügler eilten dem armen Tier zu Hilfe und schnitten das Seil durch. Nun konnte er zwar wegschwimmen, doch am Ende des Seils hing immer noch ein großer Plastikkanister – ein tödliches Verhängnis! Diese Kanister werden typischerweise von Fischern zur Markierung ihrer Netze verwendet. Eine Annäherung an den Delfin war nun nicht mehr möglich.

Professionelle Hilfe wird gerufen
Geistesgegenwärtig erfasste Brozić die Situation und rief die Telefonnummer 112 an, die man in Kroatien für Hilfe jedweder Art kontaktieren kann.

Von dort wurden die Wasserschutzpolizei aus Biograd sowie unsere kroatische Partnerorganisation VAL verständigt.

Erfolgreiche Rettungsaktion und ein leises "Dankeschön"
Tom Gomerčić, Tierarzt und Vorsitzender von VAL, machte sich sogleich auf den Weg und fand das Tier in den Nachmittagsstunden in stark erschöpftem Zustand ein paar Kilometer südlich von Rava.

Mit einem geschickten Lassowurf um den Kanister konnten er und sein Kollege den Delfin vorsichtig ans Boot ziehen. Dann packten sie ihn an der Fluke und schnitten das Seil durch - Befreiung geglückt!

Wie zum Dank tauchte der Delfin noch zweimal beim Boot seiner Retter auf, bevor er davonzog.

Seine Rettung aus tödlicher Gefahr hat "Srećković" der Hilfsbereitschaft mitfühlender Menschen zu verdanken. Dies ist auch ein Erfolg des GRD-Projekts in Kroatien, durch das die Meeressäuger auch von immer mehr Einheimischen als schützenswerte Lebewesen wahrgenommen werden.

 

Patenschaften für den "Glückspilz"
Für den "Glückspilz" unter den kroatischen Delfinen bietet die GRD nun eine symbolische Patenschaft an.

Ein Blick in den "Finnenkatalog" der bisher fotografisch erfassten Delfine in der kroatischen Adria zeigte, dass "Srećković" kein Unbekannter war. Bereits zwei Jahre zuvor wurde er nahe der Insel Ugljan gesichtet und mithilfe eines Fotos seiner Rückenflosse (Finne) identifiziert.

⇒ Werden Sie Pate für Srećković (Adria/Kroatien)

⇒ Patenschaft verschenken

 

Viele Gefahren lauern auf die Adria-Delfine
Leider ist nicht jeder Delfin solch ein "Glückspilz": Obwohl die Meeressäuger seit 1995 in Kroatien gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50 % durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine
Mit ihrem Schutzprojekt will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und kroatischen der Naturschutzorganisation VAL die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren. Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) and der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten.
Ulrike Kirsch

 

Die vier Stand-Up-Paddler auf ihren letzten Metern bei der abendlichen Ankunft in Malcesine, begleitet von anderen SUPlern im tief dunkelblauen Licht des zu Ende gehenden Tages. Vier Stehpaddler vollbrachten mit der Erstumrundung des Gardasees am Pfingstwochenende nicht nur eine grandiose sportliche Erstleistung.
Andy Dressler, Arnd Dünzinger sowie die Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher konnten auch mit ihrer Spendenaktion für den Schutz der Adria-Delfine einen großartigen Erfolg erzielen.

"Ich habe jahrelang als Skipper in der Adria gearbeitet, daher liegen mir die Meeressäuger dort besonders am Herzen", begründet Mario Stecher sein Engagement. Über 2.000 € kamen für die Aktion der vier zusammen! Das ist ein großartiger Erfolg. 

Wir danken allen, die sich beteiligt haben, ganz herzlich für ihr wichtiges Engagement für die Delfine! Für die besondere Unterstützung danken wir:
- Wwwind Square Malcesine
- Killerfish Germany GmbH
- SUP24-7.com!
- Sport Vibrations
- Munich Stand Up Paddling

⇒ Expeditionsvideo: "SUP-Charity-Event - Lago di Garda"

Vier Paddler und ein gemeinsames Ziel

Ein Stand-Up-Paddler fährt entlang des Ufers des Gardasees an einer alten Burg vorbei. Der Startschuss zur Erst-Umrundung des Gardasees fiel am 07. Juni 2014 um 06:00 Uhr morgens an der Windsurfschule Windsquare in Malcesine. Von nun an wurde unermüdlich gepaddelt! Die ersten drei Stunden konnten als "Downwinder" (Fahrt mit Rückenwind) gemeistert werden. Danach waren die Paddler allerdings einzig und allein auf ihre Muskelkraft angewiesen.

Im Süden wurden zuerst die beiden großen Becken zwischen Garda und Sirmiona sowie von Sirmione bis Desenzano ausgepaddelt. Pausen wurden während der gesamten Expedition nur für wenige Minuten zur Nahrungsaufnahme zugelassen, wofür spezielles Trekking Food bestehend aus wenigen Fertiggerichten und Energieriegeln diente. Die Pausen erfolgten in regelmäßigem Abstand von 2 Stunden für ca. 5 Minuten, um das Energiedepot wieder aufzustocken.

In zwei Tagen 155 km rund um den Gardasee
Die Etappe am ersten Tag bestand aus 80 km und wurde in 14 Stunden effektiver Paddelzeit bewältigt! Das Nachtlager errichteten die Sportler im Süden bei "Punta San Sivino". Für ein Lagerfeuer hat es allerdings nicht mehr gereicht ... Sie waren so erschöpft, dass sie direkt nach dem Abendessen einschliefen.

Am nächsten Morgen ging es erneut um 06.00 Uhr los. Von Saló aus paddelten die Athleten weiter nördlich Richtung Riva. Für den zweiten Tag der Expedition hatten sie mit Rückenwind gerechnet, welcher ihnen das Paddeln erleichtern sollte.

Dieser blieb aber leider aus! So musste der größte Teil der Strecke auch hier wieder mit reiner Muskelkraft bewältigt werden.

Am zweiten Tag wurden 75 km in 14,5 Paddel-Stunden bewältigt. Um 21:00 Uhr schließlich erreichten die vier ihr Ziel und machten die Umrundung des Gardasees perfekt!

"Am schwersten fiel uns die Strecke von Torbole zurück zum Ausgangspunkt in Malcesine, da wir starken Gegenwind mit 15 bis 18 Knoten hatten", erzählt Mario Stecher vom letzten Abschnitt der Umrundung.

Stolz stehen die vier SUPler nach erfolgreicher Umrundung des Gardasees wieder an Land, drei halten ihre Paddel, alle vier haben Blumengirlanden umgehängt. Ein begeisterter Empfang
Mit Magnesiumfackeln, Getränken und einem umfangreichen Buffet wurden die Erstumpaddler vom Team des Windsquare Center und ihren Freunden würdig empfangen.

Insgesamt schaffte das Viererteam die 155 Kilometer in 28,5 Stunden! Dabei ging man gemeinsam durch körperliche und mentale Höhen und Tiefen. Doch durch das gute Gleichgewicht und dem Zusammenhalt der Gruppe konnte sich jeder Teilnehmer der Expedition auf seine Paddelkollegen verlassen und so erreichten alle gemeinsam ihr Ziel!

GRD-Presse, Manuel und Mario Stecher, Juni 2014

 

Alle Fotos:
© Holger Dorn / Photography - www.dorn-photography.de

Verletzter Adria-Tümmler schwimmt auf dem Rücken, deutlich zu sehen sind die eingewachsenen Netzreste an einem FlipperUnsere kroatischen Partner haben anstrengende Tage hinter sich. Das ganze Wochenende über wurde bei den Inseln Pasman, Vrgada, Ugljan, Dugi Otok und einigen kleineren Inseln nach dem schwer verletzten Adria-Delfin "Košara" gesucht. Leider war der aufwändigen Suchaktion der von allen erhoffte Erfolg nicht vergönnt.

In jedem Fall sind zahlreiche Fischer über den ungewöhnlichen Delfin informiert und haben versprochen, unsere Partner sofort zu kontaktieren, wenn sie "Košara" sehen. Wir hoffen gemeinsam mit unseren Partnern, dass es bald wieder eine Sichtung gibt und ein weiterer Rettungsversuch gestartet werden kann.

Wer "Košara" sichtet, sollte umgehend unsere kroatischen Partner unter folgenden Telefonnummern: 00385 – 95 – 902 2613 (Dr. Martina Duras, deutsch) oder 00385 – 95 – 902 2610 (Dr. Tomislav Gomercic, englisch) informieren.

Der Delfin ist leicht an den Wucherungen auf dem Rücken und den eingewachsenen Netzresten unter seiner Brustflosse zu erkennen.

Wir danken an dieser Stelle nochmals allen, die unseren Spendenaufruf zur Rettung von "Košara" unterstützt haben, von ganzem Herzen!

 

Zum Hintergrund:
Mitte September wurde "Košara" in der Nähe einer Fischzuchtanlage bei der Insel Pasman entdeckt. Schon vor geraumer Zeit muss das arme Tier in ein Fischernetz geraten sein. Zwar konnte es sich befreien, doch ein Teil des Netzes blieb hängen und Netzreste sind tief ins Gewebe an Maul, Rücken und Brust eingedrungen, dort festgewachsen und haben sich entzündet. An den entzündeten Stellen sind große Wucherungen zu erkennen.

Die Schwanzflosse ist ebenfalls beschädigt, was ihn aber anscheinend nicht zu sehr einschränkt: er kann – wenn auch nur langsam – schwimmen. Auch die Futtersuche klappt, da er bis zu seiner letzten Sichtung im Oktober keine Anzeichen von Unterernährung zeigte. Doch ohne schnelle Hilfe hat dieser Delfin keine Chance zu überleben.

Video zur ersten Rettungsaktion von HRT1 (Kroatisches Fernsehen):

Unsere Partner, auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte von der Universität Zagreb, wollen den verletzten Delfin in einer aufwändigen und nicht einfachen Tiefwasser-Einfangaktion von der tödlichen Einschnürung befreien und seine Verletzungen behandeln, um ihm ein hoffentlich beschwerdefreies und langes Leben zu ermöglichen.
GRD-Presse, 28.10.2013

 

 

 

 

 

⇒ Es ist ein Wunder: Freudiges Wiedersehen mit schwer verletztem Delfin Košara 2016 vor der Insel Zirje

Haus mit dem Delfinschutzzentrum auf der Insel Molat.Pressemitteilung, 25.07.2013 - Anfang Juli feierte die GRD zusammen mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und der kroatischen Naturschutzorganisation VAL die Einweihung ihres Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat in Kroatien.

Neben Pressevertretern gehörten zu den etwa 40 Gästen auch Repräsentanten von Behörden und Instituten aus Zagreb, Zadar und von der Insel Molat.

Auch die Einwohner zeigten sich interessiert an der neuen Einrichtung auf ihrer Insel. "Wir unterstützen diese Initiative und freuen uns, dass sie hier in unserer Gemeinde stattfindet", erklärt Denis Mračić, Vorsitzender der örtlichen Gemeindevertretung dem kroatischen Fernsehen HRT 1.

Mit dem feierlichen Durchschneiden des Bands am Haupteingang wurde das Zentrum offiziell eröffnet. Nach einem Rundgang und einer kurzen Präsentation des Projektmitarbeiters Tom Gomerčić über das deutsch-kroatische Gemeinschaftsprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" von seinen Anfängen im Jahr 1999 bis zum heutigen Tage rundete ein kleines Büffet die Einweihung ab.

Noch ist das Zentrum nur mit dem Notwendigsten ausgestattet, um Feldarbeit vor Ort durchzuführen, und auch das Infozentrum hat mit Postern, Broschüren und dem Schädel eines Großen Tümmlers eine erste Grundlage geschaffen, wenngleich einige Dinge, u.a. Arbeitseinrichtungen und –geräte und weitere Exponate noch fehlen.

"Das Zentrum stellt einen wichtigen Meilenstein in unseren Delfinschutzbemühungen in Kroatien dar. Es dient mit seiner strategisch günstigen Lage in Norddalmatien nicht nur als feste Basis für die Feldarbeit, sondern soll Einheimischen und Touristen die Möglichkeit bieten, sich über die Meeressäuger zu informieren, die in den kroatischen Küstengewässern leben", erklärt die GRD-Projektleiterin Ulrike Kirsch.

Zum Hintergrund:
Drei Adria-Tümmler tollen im Wasser, dahinter in sehr langsamer Fahrt das Projekt-Zodiac mit Martina Duras und Tomislav Gomercic an Bord, die das wilde Treiben beobachten.Mit ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren. Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) and der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind.

Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten. Obwohl die Meeressäuger seit 1995 gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50% durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

Beitrag im TV-Magazin "More" auf HRT1
Auch wenn man kein Kroatisch versteht, vermittelt dieser kurze Bericht (ab ca. 5:25 Min.) auf dem kroatischen Sender HRT 1 sehr schöne Impressionen von der Einweihungsfeier unseres Delfinschutzzentrums auf der Insel Molat.

Es wird über die Delfinschutz- und –forschungsarbeit unserer kroatischen Partner berichtet (es kommen dort unsere Partner Tom Gomerčić und Martina Đuras von der kroatischen NGO VAL und Darinka Škrtić von der Universität Zagreb sowie Ulrich Karlowski von der GRD zu Wort) und die Bedeutung des Delfinschutzzentrums im Rahmen unseres Projekts zur "Rettung der letzten Adria-Delfine".

⇒ TV-Magazin "More" vom 7.7.2013

 

Bericht von der Eröffnung des Delfinschutzzentrums 04.07.2013

Vier gut gelaunte kroatische Studentinnen der Universität Zagreb sitzen nebeneinander an Bord eines kleinen Schiffes während der Überfahrt zur Insel Molat. The Fourth of July – ein Feiertag, auch für uns! - Einweihung des Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat am 4. Juli 2013

Als wolle uns der Wind noch einmal vor Augen führen, wie "beschwerlich" der Weg zum Ziel war, bläst er am Tag der Einweihungsfeier unseres Delfinschutzzentrums – und zwar nur an diesem Tag in dieser Woche – besonders kräftig.

Das kleine Boot stampft durch die Wellen – kommt es überhaupt noch von der Stelle? Ungefähr 18 Seemeilen (ca. 33 km) trennen die vom Massentourismus bislang verschonte Insel Molat, in deren gleichnamigem Hauptort das neue Zentrum steht, von der Küstenstadt Zadar, unserem "Heimathafen". Von hier starten wir zu der am frühen Abend angesetzten Feier.

Die etwa 20 geladenen Gäste landen nach zweieinhalb Stunden Überfahrt mit halbstündiger Verspätung wohlbehalten im Hafen von Molat. Ein Teil der kroatischen Delfinschützer, die in den vergangenen Tagen noch eifrig letzte Vorbereitungen trafen, erwartet uns dort bereits.

Vorsicht, Kamera!
Vor der Kameralinse des kroatischen Fernsehens HRT 1, das diesen für uns historischen Moment in Bildern festhält, bewegt sich der Tross entlang des Hafenkais, der von nur wenigen Restaurants, ein, zwei Künstlerateliers und einer kleinen Touristeninfo gesäumt wird. Begleitet werden wir von "dupini"-Rufen – das kroatische Wort für Delfine – der neugierigen Beisteher. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, was die Insel Neues zu bieten hat.

Band durchschnitten
Eine Frau durchtrennt das Band zur Eröffnung des Zentrums, ein Kind steht hinter ihr und hält ein Kissen, auf dem die Schere lag.Nach wenigen Minuten Fußmarsch erreichen wir das in der Dorfmitte gelegene Zentrum, wo unsere Projektpartnerin Martina Đuras die Gäste begrüßt. Zu den Pressevertretern und Repräsentanten verschiedener Nationalparks und Behörden der Region haben sich auch einige Dorfbewohner gesellt.

Mit dem nun folgenden feierlichen Durchschneiden des Bands am Haupteingang wird das Zentrum offiziell eröffnet.

Danach geht es gesammelt zur Dorfschule, wo Projektmitarbeiter Tomislav Gomerčić eine kurze bebilderte Präsentation über unser Delfinschutzprojekt von seinen Anfängen bis zum heutigen Tage und die nicht immer geradlinige Entstehungsgeschichte des Zentrums gibt.

Im Anschluss folgt eine kleine Rundtour durch das Zentrumsgebäude:
Es besteht aus einem Haupthaus mit zwei Schlafräumen und Bad im ersten Stockwerk und einem großen Arbeitsraum im Erdgeschoss sowie einem über den Hof gelegenen Nebenhäuschen, dem bislang nur teilweise renovierten Infozentrum. Dies beherbergt derzeit neben Postern, Broschüren und anderem Infomaterial über die Delfinschutz- und –forschungsarbeit auch einen Schädel eines Großen Tümmlers.

Die Grundlagen sind damit geschaffen, es fehlen allerding noch einige Dinge, u.a. Arbeitseinrichtungen und –geräte und weitere Exponate für da Infozentrum. Dies soll nun in den kommenden Monaten noch realisiert werden.

Glücklich und zufrieden
Ein kleines, liebevoll zubereitetes Büfett rundet die Feier ab und schon heißt es wieder Abschied nehmen. Der Wind hat sich gelegt, ein wunderschöner Sonnenuntergang begleitet unsere Rückfahrt – ein auch symbolisch gesehen perfekter Abschluss für einen gelungenen Auftakt!

Alle sind rundum zufrieden mit der Einweihung des lang ersehnten Zentrums, das einen wichtigen Meilenstein in unseren Delfinschutzbemühungen in Kroatien darstellt.

Denn in der Tat war es ein beschwerlicher Weg bis zu diesem Moment, gezeichnet von bürokratischen Hindernissen und finanziellen Engpässen, die immer wieder für Verzögerungen und Umplanungen sorgten. Vor allem freuen wir uns auch über das große Interesse der Inselbewohner, die den Plänen der Delfinschützer bislang nicht unbedingt aufgeschlossen und wohlwollend gegenüberstanden.

Abendstimmung: Eine tief rote Sonne geht über dem Meer unter, am Horizont erstreckt sich die zerklüftete Silhouette der Küste. "Den Effekt der Feier auf die Bewohner haben wir schon am selben Abend und auch am nächsten Morgen gespürt. Wir hatten eine Menge von lokalen Besuchern und alle nur mit schönen Worten. Das hat uns besonders gefreut", erklärt Martina Đuras. Wir hoffen, dass damit das Eis gebrochen wurde und das Zentrum einer erfolgreichen Zukunft entgegenblickt! Denn erfolgreicher Delfinschutz braucht Akzeptanz bei Bevölkerung und Touristen.

Großer Dank!
Wir danken allen Spendern und Delfinpaten von ganzem Herzen, die mit ihrer Unterstützung dazu beitragen haben, dass wir dieses wichtige Ziel im Rahmen unseres Projekts zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" erreichen konnten!
Ulrike Kirsch

Die Tümmlerdame schwimmt im Hafen von Zaton umher, nordwestlich der Hafenstadt Sibenik.Mai 2007 - Immer wieder verirren sich in Kroatien Delfine in Flüssen und finden nicht mehr den Weg zurück. Meist bezahlten sie den Ausflug in die unbekannten Gewässer mit dem Tod, weil sie im für sie ungeeigneten Brack- und Süßwasser nicht genug Nahrung finden.

In diesem Jahr jedoch gelang unseren Projektpartnern eine spektakuläre Rettungsaktion eines Delfinweibchens, das sich fast bis zu den Krka-Wasserfällen verirrt hatte. Anfang Mai tauchte die Tümmlerdame in dem am Unterlauf des Flusses Krka gelegenen Hafen Zaton, nordwestlich der Hafenstadt Sibenik, auf. Unbekümmert schwamm sie einige Tage lang zwischen Booten und Bojen umher und erregte schnell Aufmerksamkeit.

Das kroatische Fernsehen und so ziemlich alle Landeszeitungen berichteten über den ungewöhnlichen Gast. Natürlich eilte ein Team der Universität Zagreb, angeführt von Tierarzt Tomislav Gomercic, zum Ort des Geschehens. Da sich der Delfin gesund und munter zeigte, beschloss man abzuwarten, ob er vielleicht von allein wieder zur ca. 9 km entfernten Mündung der Krka bei Sibenik finden würde.

Es sah anfangs auch ganz danach aus, als das Tier den Hafen schließlich mit unbekanntem Ziel verließ. Doch etwa 14 Tage später war sie noch weiter im Landesinneren, in dem bei den Krka-Wasserfällen gelegenen Ort Skradin in der dortigen ACI-Marina angelangt. Nun war höchste Alarmstufe, denn lange konnte das nicht mehr gut gehen. Die Krka verengt sich bei Skradin auf bis zu 80 m, die Wassertiefe beträgt stellenweise nur 7 bis 8 m und das linke Flussufer ist sehr seicht.

Geretteter Delfin wird transportiert und mit Wasser gekühlt.In Windeseile trommelte Tomislav Gomercic ein Rettungsteam zusammen. Die ACI-Marina stellte ein Boot zur Verfügung und mit Unterstützung von Helfern der Marina und des Krka-Nationalparks startete die Rettungsaktion, begleitet von einem ungeheuren Medienspektakel.

Nachdem es gelungen war, den Delfin mit einem Netz im Hafenwasser zu fangen und auf das Transportboot zu bugsieren, fuhr das Boot sofort die Krka hinab Richtung Meer. An Bord wurde das Tier liebevoll umsorgt, der Körper ständig mit frischem Wasser gekühlt und vor Austrocknung geschützt.

"Nur am Anfang schlug sie ein paar Mal mit der Fluke, dann wurde sie ganz ruhig, als wüsste sie, dass wir ihr nichts Böses wollen", erzählt sichtlich berührt Tierarzt Tomislav Gomercic. Sogar ihr Maul öffnete sie bereitwillig, so konnte er feststellen, dass es ein sehr altes Tier war, denn die Zähne waren stark abgenutzt.

Ein Stück weit von der Krka-Mündung entfernt erfolgte dann die für alle Beteiligten erlösende Freilassung. Das Tümmlerweibchen zeigte sich keineswegs mitgenommen, hielt sich noch kurz in der Nähe des Bootes auf, dann schwamm sie davon. Sicherheitshalber warteten die Helfer, ob sie erneut in die Krka schwimmen würde.

Aber sie kehrte nicht wieder zurück, die Rettung war geglückt!

Die Begeisterung des Teams und der die Aktion begleitenden Journalisten und Kameraleute kannte schier keine Grenzen mehr.

Gut möglich, dass wir ihr eines Tages wieder begegnen. Wegen ihrer auffälligen Finne lässt sie sich nämlich sehr gut wieder erkennen.
U.Karlowski & U.Kirsch

Bericht der kroatischen Zeitung Vejernji-List über die Rettungsaktion.

Oberer Bildteil: der Körper des toten Delfins, die Harpune steckt hinter dem Kopf im Rücken auf Höhe der Brustflipper / Unterer Bildteil: die mit Widerhaken versehenen Harpunenspitze."Nur ein toter Delfin ist ein guter Delfin".... Zwar heißt der Große Tümmler auf Kroatisch der "Gute Delfin" (dobri dupin), doch seit eh und je betrachten die meisten Fischer, wie fast überall auf der Welt, Delfine als Nahrungskonkurrenten.

So müssen die Meeressäuger häufig auch für den Rückgang der Fischbestände als Sündenböcke herhalten. Noch bis in die 1960er-Jahre vergab der damalige jugoslawische Staat "Kopfprämien" für jeden toten Delfin, weil sie die Fischernetze zerstörten und die Fangbeute der Fischer "klauten".

Zynisch gesehen hatte diese Strategie Erfolg: Die Delfinbestände brachen zusammen, von den einst drei mehr oder weniger residenten Arten hat nur der Große Tümmler in der Adria überlebt. Seine derzeitige Population wird auf etwa 220 Tiere geschätzt. Neben der direkten Bejagung von damals sind Meeresverschmutzung und Überfischung schuld am Arten- und Bestandsschwund in der Adria.

Ihr sagenhafter Fischreichtum gehört längst der Vergangenheit an. Sardinen, die einst wichtigste Beute im kroatischen Fischfang, sind ebenso selten geworden wie Schwertfische. Besonders schlimm sieht es beim Roten Thunfisch aus. Von den riesigen Schwärmen, die früher zum Laichen in die Buchten kamen und die bereits von Land aus zu erspähen waren, können die Fischer heute nur noch träumen.

Immer wieder stoßen unsere kroatischen Projektpartner auf Kadaver von Delfinen, die durch Menschenhand starben.
Delfin-Schädel linker Bildteil, rechts liegen drei Schrotkugel, die im Kopf des Tieres steckten.Erst im Sommer 2008 fand man einen toten Großen Tümmler mit drei Schrotkugeln im Hirn. Er trieb, bereits stark aufgebläht, im Meer vor Makarska in Mitteldalmatien.

Es handelte sich um ein etwa 3 Meter langes und 200 Kilogramm schweres Weibchen. Unsere Projektpartner – auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte unter Leitung von Prof. Hrvoje Gomercic von der Universität Zagreb – wurden direkt von der Polizei benachrichtigt und konnten das Tier für weitere Laboruntersuchungen in die kroatische Hauptstadt transportieren.

Delfine und andere Meeressäuger sind in Kroatien seit 1995 gesetzlich geschützt. Das Töten und Belästigen steht unter Strafe, doch leider werden die Täter nur selten gefasst. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Delfin durch Gewehrkugeln starb. 2004 fand man ein erschossenes Tier vor der Insel Korcula, einige Jahre zuvor eines vor der Küstenstadt Novigrad. Ein weiterer, im Mai 2008 bei der Insel Hvar geborgener Delfin kam wahrscheinlich durch eine Harpune ums Leben.

Silberstreif am Horizont
Dennoch wächst die Anzahl der positiven Beispiele, die von einem größeren Bewusstsein für die Naturschätze vor der eigenen Haustür zeugen. Naturschutzverstöße werden inzwischen streng geahndet. Eine Geldbuße von umgerechnet etwa 1000 Euro oder wahlweise 24 Tage Gefängnis wurde beispielsweise gegen eine Person wegen Belästigung streng geschützter Arten verhängt.

Der Mann war vor Pula in Istrien mit seinem Schnellboot in eine 30-köpfige Delfinschule gerast und führte mitten unter den Tieren halsbrecherische Manöver vor dem sich ansammelnden Publikum an der Küste vor. Ein unter den Zuschauern weilender Polizist zeigte den Vorfall bei der Naturschutzbehörde in Rijeka an.
Ulrike Kirsch

Funde von Meersessäugerkadavern 2008
gelb: Großer Tümmler [17], blau: Streifendelfin [2], grün: Cuvier-Schnabelwal [1], rot: Mittelmeer Mönchsrobbe? [1]

Karte der Küste Kroatien mit Markierungen der Funde von Meersessäugerkadavern aufgeteilt nach unterschiedlichen Arten aus 2008.

Prof. Dr. Hrvoje GomercicNach kurzer, schwerer Krankheit ist Prof. Dr. Hrvoje Gomercic am 1. August 2010 im Alter von nur 70 Jahren von uns gegangen. Mit ihm haben wir einen herausragenden und engagierten Delfinschützer verloren.

Prof. Gomercic war uns Vorbild und Leitfigur, sein Tod reißt eine tiefe Lücke. Wir sind sehr traurig, auch weil er ein großes Ziel unseres Schutzprojekts, die Einrichtung des Delfinschutzzentrums auf der Insel Molat, nicht mehr miterleben wird.

Wir werden die Meeressäugerschutzarbeit in Kroatien im Sinne von Hrvoje Gomercic fortführen und sein Andenken weitertragen.

Dr. Gomercic, Professor der Anatomie, Histologie und Embryologie an der Universität Zagreb, war ein Pionier im kroatischen Meeresschutz. Der an der Universität lehrende und forschende Tierarzt entdeckte das Aussterben der Mittelmeermönchsrobbe in der Adria sowie den drastischen Schwund der dortigen Delfinpopulationen.

Ihm ist es zu verdanken, dass Delfine seit 1995 in Kroatien gesetzlich geschützt sind. Sein unermüdlicher Einsatz führte 1999 zum ersten deutsch-kroatischen Delfinschutzprojekt. Seither arbeiten wir mit seinem Team von der Uni Zagreb eng und erfolgreich zusammen.

Wir werden ihn vermissen. In tief empfundener Trauer und Dankbarkeit gilt unsere aufrichtige Anteilnahme der Familie.
U.Kirsch

Dagmar und Klaus QuanzPressemitteilung, 19.04.2011 - Es ist nicht gleich die ganze Welt, die sie umrunden wollen. Doch ein wenig segeln Dagmar und Klaus Quanz schon auf den Spuren der Seglerlegende Rollo Gebhard, der die Welt gleich dreimal umsegelte und 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine gründete.

Ihr mehrmonatiger Törn führt das Ehepaar aus dem hessischen Frielendorf und ihre Yacht "RuckZuck" kreuz und quer übers Mittelmeer.

altGenau dort, wo einst Rollo Gebhard vor über 50 Jahren in einer 5m-Jolle seine ersten größeren Fahrten wagte. Und wie er, setzen sich die Quanz‘ unter vollen Segeln und mit viel Herzblut für einen besseren Schutz der im Mittelmeerraum zum Teil stark bedrohten Delfine ein. Beide unterstützen seit vielen Jahren die GRD und so ist es für sie als Segler und Taucher selbstverständlich, auf die Not der Meeressäuger aufmerksam zu machen.

Am 29. April hieß es für die 9,10 m lange und 2,90 m breite Yacht vom Typ "Granada 910" im italienischen Aquileia "Leinen los".

Zunächst steuerte das Ehepaar kroatische Gewässer entlang der istrischen Küste an, dann ging es zur norddalmatinischen Insel Molat für eine Stippvisite bei unserem im Aufbau befindlichen Delfinschutzzentrum.

Yacht vom Typ "Granada 910" von Dagmar und Klaus QuanzAm 12. Mai wagten sie den Sprung über die Adria nach Italien. Auf der fast 20-stündigen Fahrt begegneten sie endlich Delfinen – den ersten auf ihrem Törn! Nach Italien folgten griechische Gewässer, in die sie im Herbst – nach einer kurzen Sommerpause in Deutschland – auch wieder zurückkehren werden, um sich weiter für den Schutz von Delfinen einzusetzen.

Bei ihren Hafenstopps informieren die beiden an Bord ihrer Yacht über das GRD-Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" und zeigen Filme.

"Dieser etwas längere Törn bietet uns die Möglichkeit, aktiv Einfluss zu nehmen und Bootseigner und Chartercrews zu sensibilisieren und auf die Gefahren für die Meeressäuger hinzuweisen", erklären die Quanz‘, deren Engagement bislang stieß auf viel positive Resonanz stieß.
Ulrike Kirsch

Am 26.1.2012 wurde an der kroatischen Küste bei Dubrovnik ein toter Streifendelfin gefunden. Der Kadaver trug keine sichtbaren äußeren Verletzungen. Er wurde nach Zagreb in die tierärztliche Fakultät transportiert, wo unsere Projektpartner die Todesursache herausfinden wollen.

Ob der 1,90 m lange und ca. 70 kg schwere Delfin möglicherweise durch die mysteriösen, seit vielen Wochen auftretenden Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik starb, wird dort hoffentlich geklärt werden können.

Mysteriöse Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik
Taucher aus Dubrovnik hatten uns letzte Woche von Detonationsgeräuschen unter Wasser berichtet, die etwa alle acht Sekunden auftraten.

Der Lärm sei nahezu unerträglich, sagen sie. Recherchen des kroatischen Nachrichtenportals "Index.hr" zufolge setzte der kroatische Mineralöl- und Gaskonzern INA angeblich mit allen erforderlichen Genehmigungen 2-D- und 3-D-Seismikuntersuchungen bei der Suche nach Erdöl und Erdgas etwa 40 Seemeilen vor Dubrovnik ein.

Allerdings behauptet INA im Gespräch mit "Index.hr", dass man nichts mit den derzeitigen Detonationen zu tun habe.

Infernalischer Unterwasserlärm bei der Erdgas- und Erdölsuche
Bei der Suche nach fossilen Energiequellen feuern Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgas- oder Erdöllagerstätten befinden.

Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich.

Ein weiterer Streifendelfin wurde am Wochenende auf der Insel Korcula in Süddalmatien gefunden, in der Woche davor ein Streifendelfinkadaver weiter nördlich vor der Insel Susak.
Ulrike Kirsch

Zwei Blau-Weiße oder Streifendelfine schwimmen eng zusammen unmittelbar unter der glasklaren Wasseroberfläche 10.04.2012 - Der Fischer Dragan Ivuša trauteseinen Augen nicht, als er am Ostersonntag beim morgendlichen Spaziergang nahe Ždrelac auf der norddalmatinischen Insel Pašman mit seinem Labrador einen gestrandeten Delfin entdeckte.

Sofort holte er seinen Sohn Josip zuhilfe, um das Tier zu retten. Trotz heftiger Bora gelang es dem 16-jährigen Josip, den Delfin wieder ins Meer zurückzuziehen, wie die Zeitung „24 sata“ berichtet.

Zwei weitere Artgenossen schienen in der Nähe auf den dritten zu "warten". Dabei geriet einer der beiden zu dicht an die Küste, wurde von einer Sturmbö auf die Felsen geschleudert und erlag kurz darauf seinen Verletzungen.

„Das Männchen litt wahrscheinlich an einer tödlichen Krankheit“, erklärt unser Projektpartner Tom Gomercic als Ursache für die Strandung. Der Tierarzt von der Uni Zagreb, der zurzeit der Strandung zufällig in der Nähe der Insel Pašman war und über die Nothilfe von dem Vorfall unterrichtet wurde, vermutet, dass auch die anderen beiden Streifendelfine krank sind.

Der Kadaver wurde zur weiteren Untersuchung an die tierärztliche Fakultät in Zagreb transportiert. Es ist bereits der siebte Streifendelfin, der in den letzten drei Monaten tot aufgefunden wurde.

Streifendelfine (auch Blau-Weiße Delfine) sind ständige Bewohner des Mittelmeers, die sich aber nur selten in die Adria verirren und normalerweise im offenen Meer leben. Sie so küstennah anzutreffen ist eher ungewöhnlich.
Ulrike Kirsch

Zwei Finnwale recht nach beieinander schwimmend, bei VisPressemitteilung, 05.06.2012 - Man kann es ruhig eine Sensation nennen, was ein deutscher Segler am Pfingstmontag in der kroatischen Adria erlebte. Er sichtete 6-8 Finnwale bei der auf Höhe von Split gelegenen Insel Vis.

Die mit bis zu 25 m Länge zweitgrößten Tiere der Welt tauchen zwar immer mal wieder als "Gäste" in der kroatischen Adria auf. „Aber derart viele Finnwale wurden uns seit Beginn unserer Aufzeichnungen zum Vorkommen von Meeressäugern in der kroatischen Adria vor 11 Jahren noch nie gemeldet“, freut sich Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts zur Rettung der letzten Adria-Delfine bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Grund für den Walbesuch dürfte ein durch günstige Strömungen verursachtes reichhaltiges Nahrungsangebot sein.

So spektakulär hat die Beobachtungssaison für die GRD noch nie begonnen. Vor zwei Wochen erst hatte die Organisation Kroatienurlauber zur Mithilfe aufgerufen und darum gebeten, Delfinsichtungen in der kroatischen Adria zu melden.

10 Seemeilen nördlich der mitteldalmatinischen Insel Vis machte ein Segler die folgende Beobachtung: „Ich habe 2 Gruppen von jeweils 3-4 Walen beobachtet. Die beiden Gruppen waren zeitgleich so weit auseinander, dass man sagen kann, dass es nicht ein und dieselbe Gruppe war.“ Bereits Ende April meldeten die kroatischen Medien die Sichtung eines über 16 m langen Finnwals in der Nähe von Vis.

Finnwale, deren gelegentliches Vorkommen in der Adria im frühen 18. Jahrhundert erstmals registriert wurde, sind wie alle Meeressäuger in Kroatien gesetzlich geschützt und so werden bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergriffen. Wie etwa im August 2000, als sich eine Finnwalmutter mit ihrem Nachwuchs bei der Insel Hvar aufhielt. Zu ihrer Sicherheit wurde der Kanal von Hvar auf Veranlassung der GRD-Projektpartner in Kroatien von der Universität Zagreb für die Schifffahrt gesperrt.

Die von der GRD gesammelten Sichtungsdaten fließen in Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Meeressäuger zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur noch 220 Große Tümmler überlebt.
GRD-Presse

Der Delfin hat sich im Netz verfangen und zieht die Markierungsboje sehr schnell hinter sich herPressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen.

Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch Quietschlaute auf seine gefährliche Situation aufmerksam. Daraufhin kam ihm ein in der Nähe schwimmender Delfin zu Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen, dass sich der dem Tod geweihte Tümmler wieder aus dem Netz befreien konnte.

Sichtlich ergriffen berichtet die Seglerin ihr Erlebnis der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD): "Vor Cres wurden wir bei der Umrundung des Kaps Rt Pernat auf eine sich plötzlich rasch bewegende Fischermarkierungsboje und laute Rufe eines Delfins aufmerksam.

Das Tier musste sich gerade erst im Netz verfangen haben und zog die Boje sehr schnell hinter sich her. Ein weiteres Tier kam zu Hilfe und es gelang ihm, sich aus dem Netz zu befreien. Beide Tiere zogen entlang der Küste südwärts schnell ab. Wie froh wir waren!"

Leider gelingt es den Meeressäugern nicht immer, sich aus eigener Kraft aus dem Netz zu befreien. Allein 2011 waren von acht toten Delfinen vier im Netz ertrunken, wie die GRD-Projektpartner, Tierärzte von der Universität Zagreb, bei den Untersuchungen der im Laufe des Jahres tot gestrandeten Tiere feststellten.

Insgesamt 18 Delfine waren ihnen letztes Jahr gemeldet worden, doch bei den restlichen 10 konnte die Todesursache aufgrund des Zustands der Kadaver nicht mehr festgestellt werden.

Nur noch 220 Große Tümmler leben ganzjährig in den Küstengewässern der kroatischen Adria. Es sind die letzten Überlebenden eines einst zahl- und artenreichen Delfinbestandes. Meeresverschmutzung, Überfischung, Beifangtod und direkte Tötung sind verantwortlich für den drastischen Schwund der charismatischen Meeressäuger.

Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für diese kleine Restpopulation das Aus bedeuten. Umso schwerer wiegen menschliche Einflüsse, die bei etwa 50 % der Delfine die Todesursache ausmachen.

Mit ihrem Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine will die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der Organisation VAL das Aussterben der Großen Tümmler in der Adria verhindern
GRD-Presse

Adria-Delfin liegt seitlich auf Seziertisch, Ansicht vordere Körperhälfte, mit mehren blutenden Schusswunden auf kurz hinter dem Kopf.Pressemitteilung, 02.10.2012 - Von Schrotkugeln förmlich durchsiebt starb einer von nur noch etwa 220 Adria-Delfinen im September nahe der istrischen Hafenstadt Poreč. Der Portier eines Hotels, das ausgerechnet den Namen "Delfin" trägt, entdeckte den tot vor dem Hotelstrand treibenden Großen Tümmler. Bei der Obduktion fand man 7 Schrotkugeln im Brustkorb des erwachsenen Männchens.

"Doch er war nicht sofort tot", erklärt Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts "Rettung der letzten Adria-Delfine" von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). "Der knapp 3 m große und 227 kg schwere Delfin verblutete langsam und qualvoll". Die kroatische Tierärztin Dr. Martina Duras von der Universität Zagreb – Projektpartnerin der GRD - ist fassungslos: "Wir hatten immer den Eindruck, dass die Menschen in Istrien am meisten Verständnis für den Naturschutz zeigen, weil wir hier von den örtlichen Tierärzten, der Polizei und den Behörden stark unterstützt werden." Die Befunde der Obduktion lassen darauf schließen, dass der Delfin in den Gewässern von Poreč, also in der Nähe des Fundorts, umgebracht wurde.

Große Tümmler sind sehr neugierig und nähern sich Menschen und Booten oft ohne Scheu. Ihre Freundlichkeit wird ihnen entlang der kroatischen Küste immer wieder zum Verhängnis: Mehrfach wurden erschossene Delfine aufgefunden, davon in den letzten 5 Jahren allein drei in Istrien, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.

Wale, Delfine und Robben sind in Kroatien streng geschützt. Die Polizei hat in dem aktuellen Fall eine Untersuchung gegen unbekannt eingeleitet. "Bei einem derart kleinen Bestand wie den Adria-Delfinen wiegt jedes einzelne tote Tier schwer und bedeutet einen herben Verlust für das Überleben der Population", sagt Ulrike Kirsch. "Wir hoffen sehr, dass der oder die Schuldigen bald gefunden und entsprechend hart bestraft werden". Straftaten gegen streng geschützte Tiere werden in Kroatien mit Bußgeldern bis zu umgerechnet etwa 5000 Euro geahndet.

Das Projekt "Rettung der letzten Adria-Delfine":
Mit ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren.

Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) und der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten. Obwohl die Meeressäuger seit 1995 gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50% durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.