Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.

GRD Kanäle

Delfinmutter trauert um totes Baby – Todesursache: Schraubenverletzung?
Nahe der vor Istrien liegenden Insel Cres wurde am 10. August eine Delfinmutter beobachtet, die ihr totes Kleines auf dem Rücken balancierend sich schwerfällig durch die Wellen bewegte. Die kroatische Zeitung 24sata veröffentlichte darüber einen Bericht nebst Video mit dem Titel "Beerdigung...
Bergung vom Meeresgrund: Skelettfund in der Adria
Einen sehr seltenen Fund machte die Urlauberin Kathrin Zimmermann beim Schnorcheln vor der kroatischen Insel Šolta. Ende Juni entdeckte die Schweizerin auf dem Meeresgrund Reste eines Tierskeletts. Anhand von Fotos ließ sich rasch feststellen, dass es sich um einen Wal oder Delfin handeln...
Delfin-Patenschaften für einen echten "Glückspilz"
"Srećković" – das kroatische Wort für "Glückspilz" – ist der Neuzugang unter den "Adria-Delfinen", für die man eine symbolische Patenschaft übernehmen kann. Mehr als die anderen acht "kroatischen" Schützlinge symbolisiert er das Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" der Gesellschaft...
Stand up and Paddle for the Dolphins! – Ein großer Erfolg
Vier Stehpaddler vollbrachten mit der Erstumrundung des Gardasees am Pfingstwochenende nicht nur eine grandiose sportliche Erstleistung. Andy Dressler, Arnd Dünzinger sowie die Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher konnten auch mit ihrer Spendenaktion für den Schutz der Adria-Delfine einen...
Dramatische Delfinrettung bei der Insel Rava
Riesiges Glück im Unglück hatte ein Delfin am Pfingstsonntag dieses Jahres. Er hatte sich mit der Schwanzflosse in einem Seil verheddert, das zur Befestigung eines Plastikkanisters diente. Auf diese Weise markieren Fischer häufig die Positionen ihrer Netze und Reusen. Den 8. Juni wird Tomislav...
Stand Up and Paddle for the Dolphins! - Spendenaktion für Adria-Delfine
SUP Charity Event am Gardasee: Anfang Juni wollen Andy Dressler, Arnd Dünzinger und die Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher mit der Erstumrundung des Gardasee per Stehpaddeln (Stand-up-Paddling/SUP) nicht nur eine sportliche Erstleistung vollbringen, sondern auch auf die Bedrohung der...
Adria-Delfine gesucht
Pressemitteilung, 27.05.2014 - Wie jedes Jahr ruft die GRD Kroatienurlauber wieder zur Mithilfe bei ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" auf und bittet darum, Delfin- und Walsichtungen in der Adria zu melden. Die Meldungen liefern wichtige Hinweise zum Bestand und zum...
Adria: Verletzter Delfin bleibt unauffindbar
Unsere kroatischen Partner haben anstrengende Tage hinter sich. Das ganze Wochenende über wurde bei den Inseln Pasman, Vrgada, Ugljan, Dugi Otok und einigen kleineren Inseln nach dem schwer verletzten Adria-Delfin "Košara" gesucht. Leider war der aufwändigen Suchaktion der von allen erhoffte...
Adria: Verletzter Delfin ist abgetaucht
Seit nun gut einer Woche wurde der schwer verletzte Adria-Delfin "Košara" nicht mehr in der Nähe der Fischzuchtanlage bei der Insel Pasman gesehen. Die Fischfarm war für lange Zeit sein Zufluchtsort, an dem er sich offensichtlich sicher fühlte und auch genug Futter fand. "Trotz zahlreicher...
Erster Rettungsversuch für verletzten Adria-Delfin erfolglos
Leider musste der gestern erfolgte erste Rettungsversuch für den schwer verletzten Delfin in der kroatischen Adria ohne Erfolg abgebrochen werden. Gestern früh begann unter Leitung des Tierarztes Dr. Tom Gomercic von unserer kroatischen Partnerorganisation VAL die Rettungsaktion nahe einer...
Rettungsaktion für schwer verletzten Delfin bei Zadar
Es gibt wieder Hoffnung für den schwer verletzten Großen Tümmler, der sich seit einiger Zeit unweit von Zadar in der Nähe einer Fischfarm aufhält. Mit einer für die gesamte Adria bisher noch nie dagewesenen Rettungsaktion wollen unsere kroatischen Partner den Delfin von einer für ihn tödlichen...
Einweihung des Delfinschutzzentrums in Kroatien
Pressemitteilung, 25.07.2013 - Anfang Juli feierte die GRD zusammen mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und der kroatischen Naturschutzorganisation VAL die Einweihung ihres Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat in Kroatien. Neben Pressevertretern gehörten zu den...
Eröffnung des Delfinschutzzentrums auf der Insel Molat
The Fourth of July – ein Feiertag, auch für uns! - Einweihung des Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat am 4. Juli 2013 Als wolle uns der Wind noch einmal vor Augen führen, wie "beschwerlich" der Weg zum Ziel war, bläst er am Tag der Einweihungsfeier unseres...
Delfinsuche in der Adria
Pressemitteilung, 11.04.2013 - Auch dieses Jahr ruft die GRD Kroatienurlauber wieder zur Mithilfe bei ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" auf und bittet darum, Delfinsichtungen in der Adria zu melden. Bereits seit 2001 erhebt die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen...
Delfin von Sturmböe an Küste geschleudert
28.11.2012 - Am Mittwoch abend fanden Angestellte des Hotels Solaris bei Sibenik einen Großen Tümmler am Strand, für den jede Hilfe zu spät kam. Er war vermutlich von einer Sturmböe an Land geschleudert worden, wo er starb. Das tote Tier wurde für weitere Untersuchungen in die tierärztliche...
Brutaler Delfinmord in Kroatien: Großer Tümmler stirbt im Kugelhagel
Pressemitteilung, 02.10.2012 - Von Schrotkugeln förmlich durchsiebt starb einer von nur noch etwa 220 Adria-Delfinen im September nahe der istrischen Hafenstadt Poreč. Der Portier eines Hotels, das ausgerechnet den Namen "Delfin" trägt, entdeckte den tot vor dem Hotelstrand treibenden Großen...
Delfine helfen sich gegenseitig aus Fischernetz
Pressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen. Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch...
Spektakuläre Beobachtung: Acht Finnwale nördlich von Split gesichtet
Pressemitteilung, 05.06.2012 - Man kann es ruhig eine Sensation nennen, was ein deutscher Segler am Pfingstmontag in der kroatischen Adria erlebte. Er sichtete 6-8 Finnwale bei der auf Höhe von Split gelegenen Insel Vis. Die mit bis zu 25 m Länge zweitgrößten Tiere der Welt tauchen zwar immer...
Tragische Delfinrettung auf der kroatischen Insel Pasman
10.04.2012 - Der Fischer Dragan Ivuša trauteseinen Augen nicht, als er am Ostersonntag beim morgendlichen Spaziergang nahe Ždrelac auf der norddalmatinischen Insel Pašman mit seinem Labrador einen gestrandeten Delfin entdeckte. Sofort holte er seinen Sohn Josip zuhilfe, um das Tier zu retten....
Tote Streifendelfine bei Dubrovnik
Am 26.1.2012 wurde an der kroatischen Küste bei Dubrovnik ein toter Streifendelfin gefunden. Der Kadaver trug keine sichtbaren äußeren Verletzungen. Er wurde nach Zagreb in die tierärztliche Fakultät transportiert, wo unsere Projektpartner die Todesursache herausfinden wollen. Ob der 1,90 m...
Auszeit mit Mission: Mit vollen Segeln für den Schutz der Delfine
Pressemitteilung, 19.04.2011 - Es ist nicht gleich die ganze Welt, die sie umrunden wollen. Doch ein wenig segeln Dagmar und Klaus Quanz schon auf den Spuren der Seglerlegende Rollo Gebhard, der die Welt gleich dreimal umsegelte und 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine gründete. Ihr...
Trauriger Fund bei Pula - Harpunierter Delfin
August 2010 - Ein trauriger Fund wurde uns im Sommer gemeldet. Vor der istrischen Küste bei Pula trieb ein harpunierter Delfin, der zunächst sogar noch gelebt haben soll. Polizei und örtliche Tierärzte, die das Tier aus dem Wasser zogen, vermuten aufgrund der Wunde, dass auf den Meeressäuger aus...
Wir nehmen Abschied von Prof. Dr. Hrvoje Gomercic
Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Prof. Dr. Hrvoje Gomercic am 1. August 2010 im Alter von nur 70 Jahren von uns gegangen. Mit ihm haben wir einen herausragenden und engagierten Delfinschützer verloren. Prof. Gomercic war uns Vorbild und Leitfigur, sein Tod reißt eine tiefe Lücke. Wir sind...
Jagd auf Delfine mit Schrotflinte und Harpune
"Nur ein toter Delfin ist ein guter Delfin".... Zwar heißt der Große Tümmler auf Kroatisch der "Gute Delfin" (dobri dupin), doch seit eh und je betrachten die meisten Fischer, wie fast überall auf der Welt, Delfine als Nahrungskonkurrenten. So müssen die Meeressäuger häufig auch für den Rückgang...
Dramatische Delfinrettung in der Krka
Mai 2007 - Immer wieder verirren sich in Kroatien Delfine in Flüssen und finden nicht mehr den Weg zurück. Meist bezahlten sie den Ausflug in die unbekannten Gewässer mit dem Tod, weil sie im für sie ungeeigneten Brack- und Süßwasser nicht genug Nahrung finden. In diesem Jahr jedoch gelang...
Rundkopfdelfin verendet
Sommer 2003 - Aufregung in der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb. Soeben erhielten die Wissenschaftler des Delfinschutz-Teams Mitteilung über die Sichtung eines Schwertwales in der Kvarner Bucht... Weiße Flecken auf dem Körper des Tieres lassen den Anrufer vermuten, dass es sich um...
Delfinzählung im Frühjahr 2003
Gute Nachrichten gibt es von den Delfinen in der Adria: Die in den kroatischen Gewässern lebende Population Großer Tümmler ist stabil! Nach gut vier Jahren wurde erstmals wieder eine Zählung der letzten in der gesamten Adria ständig lebenden Delfine durchgeführt. Im Parallelflug flogen unsere...
Finnwal in der Adria gerettet
Eine eher seltene Begegnung hatten unsere Projektpartner im August 2002 während ihrer Delfinschutzarbeit in der kroatischen Adria. Martina Duras und Tom Gomercic waren gerade eine halbe Stunde mit dem Boot unterwegs, um eine etwa acht Große Tümmler zählende Schule östlich der Insel Zut zu...
Finnwal vor Krk verendet
Einen ungewöhnlichen Fund machten kroatische Fischer gegen Ende September 2002 vor der Insel Krk. Im Flachwasser einer dem Ferienort Baska vorgelagerten Insel stießen sie auf einen toten Finnwal. Das über 11 Meter lange und mehr als 10 Tonnen schwere etwa 1 Jahr alte weibliche Jungtier wurde an...

Eine Motorjacht rast durch den Kanal von Pasman. Nahe der vor Istrien liegenden Insel Cres wurde am 10. August eine Delfinmutter beobachtet, die ihr totes Kleines auf dem Rücken balancierend sich schwerfällig durch die Wellen bewegte. Die kroatische Zeitung 24sata veröffentlichte darüber einen Bericht nebst Video mit dem Titel "Beerdigung eines Delfins".

Immer wenn der bereits erste Verwesungsspuren zeigende Körper des Babys der Mutter vom Rücken rutscht, nimmt sie den kleinen Delfin wieder auf, platziert ihn ausbalanciert vor ihrer Rückenfinne und schwimmt weiter Richtung offenes Meer.

Ein anderer Delfin schloss sich ihr dem Bericht zufolge an und versuchte zu helfen. Das sehr berührende Verhalten der Mutter kann kaum anders als Trauerverhalten über ihr gestorbenes Junges interpretiert werden.

Das Delfinbaby war anscheinend schon mehrere Tage tot.

Todesursache: Schraubenverletzung nach Schiffskollision?
Der tote Babydelfin hatte am Bauch eine ca. 20cm langen klaffende Schnittwunde, aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um eine tödliche Schraubenverletzung nach einer Boots- oder Schiffskollision.

> Bericht (auf Kroatisch) und Video auf 24sata

 

Ein Grindwalweibchen schiebt ihr kleines Junges vor sich her, das tote Baby ist fast weiß. Trauerverhalten bei Delfinen
Trauerverhalten in Delfingesellschaften ist mehrfach dokumentiert, auch wenn es – im Gegensatz zu Landsäugetieren – schwer zu beobachten ist. So zeigen Delfine sogar gemeinschaftliches Fürsorge- und Trauerverhalten, neben Einzelinteraktionen, wie bei der Delfinmutter von Cres.

Beim Trauerverhalten zeigen die Tiere ausgeprägte Fürsorge- und Abschiedsgesten, wie man sie sonst nur z.B. von Gorillas, Schimpansen, Elefanten oder Menschen kennt.

Im Juni 2014 berichtete eine Urlauberin aus der Adria von einer Delfinmutter, die ständig ihr totes Junges umkreiste. Auch bei unseren Projekten auf La Gomera und in Peru wurde bereits vergleichbares Verhalten dokumentiert.

Vor 2 Jahren machten chinesische Touristen eine herzzerreißende Beobachtung, bei der ein Chinesischer Weißer Delfin sein durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer trug.
U. Kirsch & U. Karlowski, 11. August 2014

Weitere Information zum Trauerverhalten bei Delfinen:
> Trauerverhalten in Delfingesellschaften
> Trauer um einen toten Artgenossen
> Delfinmutter bestattet ihr totes Baby

 

Die Delfine brauchen Freunde!

Drei Spinnerdelfine im Roten Meer. Sie schwimmen eng zusammen aneinander geschmiegt als würden sie ein Unterwasserballet aufführen.Werden Sie noch heute ein Freund der Delfine
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Die Reste eines Delfinskeletts liegen am Meeresboden, einige Schwanzwirbel mit Resten der Fluke. Einen sehr seltenen Fund machte die Urlauberin Kathrin Zimmermann beim Schnorcheln vor der kroatischen Insel Šolta. Ende Juni entdeckte die Schweizerin auf dem Meeresgrund Reste eines Tierskeletts.

Anhand von Fotos ließ sich rasch feststellen, dass es sich um einen Wal oder Delfin handeln musste, denn die Schwanzflosse stand quer zum Rückgrat und nicht wie bei Fischen senkrecht dazu.

Nach Meinung unserer kroatischen Projektleiterin, der Tierärztin Dr. Martina Đuras von der Universität Zagreb, muss das tote Tier bereits mehrere Monate dort gelegen haben. Übrig waren nur noch die Schwanzwirbel mit Resten der Fluke.

Bergung der Knochen vom Meeresgrund
Ohne Umschweife erklärten sich Kathrin Zimmermanns Gastgeber Familie Kaiser, die auf der vor Split gelegenen Insel Ferienapartments (> inselurlaub-adria.de) vermietet, dazu bereit, die Knochen zu bergen.

Im Auftrag von Dr. Đuras tauchte Jochen Kaiser am 20. Juli zum Meeresgrund hinab, sammelte die Skelettreste ein und übersandte sie per Fähre aufs Festland. "Wir freuen uns, auf diese Art und Weise einen nützlichen Beitrag für das Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine leisten zu können", erklärt er.

Ein totes Delfinbaby treibt auf dem Rücken liegend im Wasser. Delfinmutter trauert um ihr Baby
Bereits Anfang Mai berichtete uns ein Urlauber von einem toten Delfin, der auf dem Meer bei Vrsar in Istrien trieb. Dieses Tier konnte geborgen werden, während ein anderer, Mitte Juni entdeckter nicht mehr auffindbar war.

Deutsche Segler hatten nördlich der vor Šibenik gelegenen Insel Žirje beobachtet, wie eine Delfinmutter immer wieder um ihr totes Junges schwamm. Leider konnten unsere Projektpartner das Jungtier nicht mehr finden, da zwischen Fund und Meldung bereits zu viel Zeit verstrichen war.

Totfunde bitte umgehend melden
Wir möchten daher noch einmal darauf hinweisen, dass wir für die kroatische Ein toter Delfin treibt an der steinigen Küste der Insel Vrsar, jemand macht von Land mit einem Smartphone ein Foto. Adria nicht nur um Sichtungsmeldungen über lebende Delfine, sondern auch bei Totfunden um Benachrichtigung bitten. Je schneller, desto besser. Denn nur so kann es gelingen, ein totes Tier rechtzeitig zu finden und zu bergen.
> Delfin-Sichtung bzw. Totfund melden

Feststellung der Todesursache
Die Untersuchung toter Delfine, soweit der Verwesungszustand diese noch zulässt, bildet einen wichtigen Bestandteil der Erforschung von Meeressäugern. Auf diese Weise gewinnt man zum Beispiel Erkenntnisse über Krankheiten, Parasiten oder die Konzentrationen von Umweltgiften, die sich in den marinen Räubern ansammeln.

Unter Umständen können so auch Epidemien oder Umweltseuchen rechtzeitig erkannt werden oder man erfährt, inwieweit menschliche Einflüsse den frühzeitigen Tod von Delfinen verursachen, etwa wenn sie an den Folgen von Zusammenstößen mit Schnellbooten sterben, sich in Fischernetzen verheddern oder Plastikmüll verzehren, den sie mit Beute verwechseln. Auch über Physiologie und Biologie der Meeressäuger lässt sich auf diese Weise etliches herausfinden.

Erkenntnisse aus all diesen Daten ermöglichen es, gezielt Maßnahmen zum besseren Schutz der bedrohten Meeressäuger einzuleiten.

Wichtiger Hinweis
Delfine und andere Meeressäuger sind in Kroatien gesetzlich geschützt. Skelettreste dürfen nicht ohne Genehmigung gesammelt und auch nicht außer Landes geschafft werden!

Daher noch einmal unsere Bitte:
Falls Sie einen toten Delfin oder Wal sehen, bitte melden Sie dies umgehend – entweder an uns oder direkt an unsere Deutsch sprechende Projektleiterin vor Ort, Dr. Martina Đuras: ++385/95/9022613.
Ulrike Kirsch, Juli 2014

 

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Ein Großer Tümmler schwimmt an der Wasseroberfläche, er zieht einen viereckigen, weißen Plastikkanister, der sich auf Höhe seiner Schwanzfluke befindet und dort mit einem Seil fixiert ist."Srećković" – das kroatische Wort für "Glückspilz" – ist der Neuzugang unter den "Adria-Delfinen", für die man eine symbolische Patenschaft übernehmen kann.

Mehr als die anderen acht "kroatischen" Schützlinge symbolisiert er das Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Kroatien: Durch Menschenhand geriet er in tödliche Gefahr, doch dank der Hilfe beherzter Menschen konnten ihn die kroatischen Projektpartner der GRD retten.

Beherzte Bootsausflügler können nur teilweise helfen
Verzweifelt zappelte der Delfin auf der Stelle, als ihn ein einheimischer Bootsfahrer am Pfingstsonntag 2014 in der Nähe der norddalmatinischen Insel Rava fand.

Das Tier hing mit der Fluke in einem Seil fest, an dem ein Kanister zur Markierung eines Fischernetzes befestigt war. Entschlossen griff der Mann ein und schnitt das Seil durch. Der Delfin war wieder frei, zog nun aber den Kanister hinter sich her – ein tödliches Verhängnis!

Ein Mann hält die Schwanzfluke des Delfins, um die sich ein Tau gewunden hat, an dem zahlreiche kleine Schwimmer befestigt sind, mit einer Hand aus dem Wasser, mit der anderen Hand versucht er das sich eng in die Haut des Tieres eingeschnittene Tau zu lösen.Erfolgreiche Rettungsaktion und ein leises "Dankeschön"
Die zu Hilfe gerufenen GRD-Projektpartner, Tierärzte von der Universität Zagreb, konnten ihn schließlich mit einem geschickten Lassowurf um den Kanister einfangen und von seinem gefährlichen Ballast befreien. Wie zum Dank tauchte der Delfin noch zweimal beim Boot seiner Retter auf, bevor er davonzog.

Seine Rettung aus tödlicher Gefahr hat "Srećković" der Hilfsbereitschaft mitfühlender Menschen zu verdanken. Dies ist auch ein Erfolg des GRD-Projekts in Kroatien, durch das die Meeressäuger auch von immer mehr Einheimischen als schützenswerte Lebewesen wahrgenommen werden.

Patenschaften für den "Glückspilz"
Für den "Glückspilz" unter den kroatischen Delfinen bietet die GRD nun eine symbolische Patenschaft an. Ein Blick in den "Finnenkatalog" der bisher fotografisch erfassten Delfine in der kroatischen Adria zeigte, dass "Srećković" kein Unbekannter war. Bereits zwei Jahre zuvor wurde er nahe der Insel Ugljan gesichtet und mithilfe eines Fotos seiner Rückenflosse (Finne) identifiziert.

Oberer Bildteil: der Körper des toten Delfins, die Harpune steckt hinter dem Kopf im Rücken auf Höhe der Brustflipper / Unterer Bildteil: die mit Widerhaken versehenen Harpunenspitze. Viele Gefahren lauern auf die Adria-Delfine
Leider ist nicht jeder Delfin solch ein "Glückspilz": Obwohl die Meeressäuger seit 1995 in Kroatien gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50 % durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine
Mit ihrem Schutzprojekt will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und kroatischen der Naturschutzorganisation VAL die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren. Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) and der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten.
U. Kirsch

 

> Eine Patenschaft für den "Glückspilz" übernehmen

 

Videos von der Rettungsaktion für den "Glückspilz"

 

Die vier Stand-Up-Paddler auf ihren letzten Metern bei der abendlichen Ankunft in Malcesine, begleitet von anderen SUPlern im tief dunkelblauen Licht des zu Ende gehenden Tages. Vier Stehpaddler vollbrachten mit der Erstumrundung des Gardasees am Pfingstwochenende nicht nur eine grandiose sportliche Erstleistung.
Andy Dressler, Arnd Dünzinger sowie die Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher konnten auch mit ihrer Spendenaktion für den Schutz der Adria-Delfine einen großartigen Erfolg erzielen.

"Ich habe jahrelang als Skipper in der Adria gearbeitet, daher liegen mir die Meeressäuger dort besonders am Herzen", begründet Mario Stecher sein Engagement.

Bislang kamen über 2.000 € für die Aktion der vier zusammen! Das ist ein großartiger Erfolg. 

Wir danken allen, die sich beteiligt haben, ganz herzlich für ihr wichtiges Engagement für die Delfine! Für die besondere Unterstützung danken wir:
- Wwwind Square Malcesine
- Killerfish Germany GmbH
- SUP24-7.com!
- Sport Vibrations
- Munich Stand Up Paddling

Expeditionsvideo: > "SUP-Charity-Event - Lago di Garda"

Alle Spenden tragen wesentlich zur erfolgreichen Delfinschutzarbeit vor Ort bei. Die Aktion läuft weiter:

Stand Up and Paddle for the Dolphins!

 

Vier Paddler und ein gemeinsames Ziel

Ein Stand-Up-Paddler fährt entlang des Ufers des Gardasees an einer alten Burg vorbei. Der Startschuss zur Erst-Umrundung des Gardasees fiel am 07. Juni 2014 um 06:00 Uhr morgens an der Windsurfschule Windsquare in Malcesine. Von nun an wurde unermüdlich gepaddelt!

Die ersten drei Stunden konnten als "Downwinder" (Fahrt mit Rückenwind) gemeistert werden. Danach waren die Paddler allerdings einzig und allein auf ihre Muskelkraft angewiesen.

Im Süden wurden zuerst die beiden großen Becken zwischen Garda und Sirmiona sowie von Sirmione bis Desenzano ausgepaddelt.

Pausen wurden während der gesamten Expedition nur für wenige Minuten zur Nahrungsaufnahme zugelassen, wofür spezielles Trekking Food bestehend aus wenigen Fertiggerichten und Energieriegeln diente.

Die Pausen erfolgten in regelmäßigem Abstand von 2 Stunden für ca. 5 Minuten, um das Energiedepot wieder aufzustocken.

In zwei Tagen 155 km rund um den Gardasee
Die Etappe am ersten Tag bestand aus 80 km und wurde in 14 Stunden effektiver Paddelzeit bewältigt! Das Nachtlager errichteten die Sportler im Süden bei "Punta San Sivino". Für ein Lagerfeuer hat es allerdings nicht mehr gereicht ... Sie waren so erschöpft, dass sie direkt nach dem Abendessen einschliefen.

Am nächsten Morgen ging es erneut um 06.00 Uhr los. Von Saló aus paddelten die Athleten weiter nördlich Richtung Riva. Für den zweiten Tag der Expedition hatten sie mit Rückenwind gerechnet, welcher ihnen das Paddeln erleichtern sollte.

Dieser blieb aber leider aus! So musste der größte Teil der Strecke auch hier wieder mit reiner Muskelkraft bewältigt werden.

Am zweiten Tag wurden 75 km in 14,5 Paddel-Stunden bewältigt. Um 21:00 Uhr schließlich erreichten die vier ihr Ziel und machten die Umrundung des Gardasees perfekt!

"Am schwersten fiel uns die Strecke von Torbole zurück zum Ausgangspunkt in Malcesine, da wir starken Gegenwind mit 15 bis 18 Knoten hatten", erzählt Mario Stecher vom letzten Abschnitt der Umrundung.

Stolz stehen die vier SUPler nach erfolgreicher Umrundung des Gardasees wieder an Land, drei halten ihre Paddel, alle vier haben Blumengirlanden umgehängt. Ein begeisterter Empfang
Mit Magnesiumfackeln, Getränken und einem umfangreichen Buffet wurden die Erstumpaddler vom Team des Windsquare Center und ihren Freunden würdig empfangen.

Insgesamt schaffte das Viererteam die 155 Kilometer in 28,5 Stunden! Dabei ging man gemeinsam durch körperliche und mentale Höhen und Tiefen.

Doch durch das gute Gleichgewicht und dem Zusammenhalt der Gruppe konnte sich jeder Teilnehmer der Expedition auf seine Paddelkollegen verlassen und so erreichten alle gemeinsam ihr Ziel!
GRD-Presse, Manuel und Mario Stecher, Juni 2014

 

 Ein Stand-Up-Paddler erscheint als dunkle Figur im Gegenlicht vor der beeindruckenden Bergkulisse am Gardasee. Die vier Sportler stehen neben ihren Paddel-Boards im flachen Wasser, die Boards sind bepackt mit Essen, Trinken und Wechselkleidung für zwei Tage sowie Isomatte und Schlafsack für die Nacht im Freien.

Vier Stand-Up-Paddler dicht nebeneinander vor der beeindruckenden Kulisse einer Steilküste am Gardasee. Zwei Stand-Up-Paddler fahren ganz dicht hintereinander, es hat den Anschein, sie stünden auf einem Board.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Fotos:
© Holger Dorn / Photography - www.dorn-photography.de

Ein Großer Tümmler schwimmt an der Wasseroberfläche, er zieht einen viereckigen, weißen Plastikkanister, der sich auf Höhe seiner Schwanzfluke befindet und dort mit einem Seil fixiert ist.Riesiges Glück im Unglück hatte ein Delfin am Pfingstsonntag dieses Jahres. Er hatte sich mit der Schwanzflosse in einem Seil verheddert, das zur Befestigung eines Plastikkanisters diente. Auf diese Weise markieren Fischer häufig die Positionen ihrer Netze und Reusen.

Den 8. Juni wird Tomislav Brozić wohl so schnell nicht vergessen. Mit Freunden machte er einen Bootsausflug nördlich der in der Nähe von Dugi Otok gelegenen Insel Rava, als er den Großen Tümmler entdeckte, der verzweifelt versuchte, sich aus dem Seil zu befreien.

Beherzte Bootsausflügler können nur teilweise helfen
Die Bootsausflügler eilten dem armen Tier zu Hilfe und schnitten das Seil durch. Nun konnte es zwar wegschwimmen, zog aber noch immer den Kanister hinter sich her. Eine Annäherung war nun nicht mehr möglich.

Geistesgegenwärtig erfasste Brozić die Situation und rief die Telefonnummer 112 an, die man in Kroatien für Hilfe jedweder Art kontaktieren kann. Von dort wurden die Wasserschutzpolizei aus Biograd sowie unsere kroatische Partnerorganisation VAL verständigt.

Professionelle Helfer eilen herbei
Tom Gomerčić, Tierarzt und Vorsitzender von VAL, machte sich sogleich auf den Weg und fand das Tier in den Nachmittagsstunden in stark erschöpftem Zustand ein paar Kilometer südlich von Rava.

Erfolgreiche Rettungsaktion und ein leises "Dankeschön"
Mit einem geschickten Lassowurf um den Kanister konnten er und sein Kollege den Delfin vorsichtig ans Boot ziehen. Dann packten sie ihn an der Fluke und schnitten das Seil durch - Befreiung geglückt!

Wie zum Dank tauchte der Delfin noch zweimal beim Boot seiner Retter auf, bevor er davonzog.

Glückliche Delfinretter
Seine Rettung aus tödlicher Gefahr hat der Delfin der Hilfsbereitschaft beherzter Menschen zu verdanken, ohne die er sicherlich bald gestorben wäre. "Möglich war die Rettung nur, weil alle Beteiligten, angefangen von den Bootsausflüglern über die Wasserschutzpolizei bis hin zu den Helfern bei der Fangaktion, große Hilfsbereitschaft zeigten", freut sich Tom Gomerčić.

Dies ist auch ein Erfolg unseres Projekts, durch das die Meeressäuger auch von immer mehr Einheimischen als schützenswerte Lebewesen wahrgenommen werden.
U. Kirsch, im Juni 2014

 

NEU: Patenschaft für den "Glückspilz"

Ein Blick in den "Finnenkatalog" der bisher fotografisch erfassten Delfine in der kroatischen Adria ergab: Der aus höchster Not gerettete Große Tümmler ist kein Unbekannter!

Er wurde zwei Jahre zuvor nahe der Insel Ugljan gesichtet und mithilfe eines Fotos seiner Finne (Rückenflosse) identifiziert.

> Für diesen auf den passenden Namen "Srećković", zu Deutsch "Glückspilz", getauften Delfin kann man nun eine symbolische Patenschaft übernehmen

 

 

Ein Mann hält die Schwanzfluke des Delfins, um die sich ein Tau gewunden hat, an dem zahlreiche kleine Schwimmer befestigt sind, mit einer Hand aus dem Wasser, mit der anderen Hand versucht er das sich eng in die Haut des Tieres eingeschnittene Tau zu lösen. Ein Mann hält die Schwanzfluke des Delfins, um die sich ein Tau gewunden hat, mit einer Hand aus dem Wasser, mit der anderen Hand schneidet er mit einem Messer das eng in die Haut des Tieres eingeschnittene Tau durch.

Nahaufnahme eines Adria-Delfins, der im Sprung direkt in die Kamera blickt.Pressemitteilung, 27.05.2014 - Wie jedes Jahr ruft die GRD Kroatienurlauber wieder zur Mithilfe bei ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" auf und bittet darum, Delfin- und Walsichtungen in der Adria zu melden.

Die Meldungen liefern wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger und sind Teil der erfolgreichen Delfinschutzarbeit in Kroatien, die die GRD zusammen mit ihren Partnern von der tierärztlichen Fakultät in Zagreb im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts seit 1999 durchführt. Die Daten dienen neben anderen Erhebungen als Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.

Gefährlicher Lebensraum für Delfine
2013 gingen bei der GRD insgesamt 234 Sichtungsmeldungen ein, darunter auch über zwei verletzte Delfine. Einer der Meeressäuger war nur knapp einem Mordversuch mit Harpune entgangen. Glücklicherweise war das Geschoss nicht allzu tief in den Rücken des Großen Tümmlers eingedrungen, sie löste sich nach knapp einem Monat von allein.

Verletzter Adria-Tümmler blickt aus dem Wasser, deutlich zu sehen sind große Wucherungen auf dem Rücken am Finnen-Ansatz.Weniger Glück hatte aller Wahrscheinlichkeit nach der andere aufgefundene verletzte Delfin, dem Fischereigerät zum Verhängnis geraten war. Tief ins Fleisch eingedrungene und festgewachsene Netzreste hatten Wucherungen und Entzündungen verursacht. Die kroatischen Partner der GRD fanden den später auf den Namen "Košara" getauften Großen Tümmler, nachdem eine deutsche Urlauberin die GRD darüber informiert hatte.

Mit einer Rettungsaktion wollten ihn die Tierärzte medizinisch behandeln, doch leider gelang es nicht, ihn einzufangen, und kurze Zeit später war er in dem Gebiet nicht mehr zu sehen. "Trotzdem musste eine Rettung versucht werden", erklärt Projektleiterin Ulrike Kirsch. "Es ging nicht nur darum, einem kranken Tier zu helfen, sondern im weiteren Sinne auch um den Erhalt einer winzigen Delfinpopulation." Denn nur noch rund 220 Große Tümmler leben das ganze Jahr über in den kroatischen Küstengewässern, die noch bis in die 1960er-Jahre mehreren Tausend Delfinen Heimat war.

GRD bittet Kroatienurlauber um Mithilfe
Ein Delfin wird auf einem Boot transportiert, ein Mann gießt Wasser zur Kühlung über seinen Rücken, ein weiterer Mann hat sich tief über das Tier gebeugt, hält seinen Kopf mit einem Arm und spricht beruhigend auf das Tier ein."Wir bitten die Urlauber, auch Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern zu melden. Nur so können, wie das Beispiel von Košara zeigt, sofortige Rettungsmaßnahmen eingeleitet bzw. Todesursachen erforscht werden", erklärt Ulrike Kirsch.

Die Sichtungen werden möglichst zeitnah online auf der GRD-Projektseite veröffentlicht.

Dort findet sich auch der Meldebogen, der online abgerufen (und ausgefüllt) werden kann, sowie Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Delfinen, Walen und Mittelmeer-Mönchsrobben in freier Wildbahn.

 

Die Delfine brauchen Freunde!

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Delfine haben ein Recht auf Leben... Wir fordern es ein!

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Der verletzte Adria-Tümmler schwimmt auf dem Rücken und hält den Kopf hoch aus dem Wasser, deutlich zu sehen sind eingewachsene Netzreste am Ansatz des linken Flippers.Leider musste der gestern erfolgte erste Rettungsversuch für den schwer verletzten Delfin in der kroatischen Adria ohne Erfolg abgebrochen werden.

Gestern früh begann unter Leitung des Tierarztes Dr. Tom Gomercic von unserer kroatischen Partnerorganisation VAL die Rettungsaktion nahe einer Fischzuchtanlage, an der sich der Delfin ständig aufhält.

Zu Anfang sah alles recht Erfolg versprechend aus. Es herrschte nur wenig Wellengang und der Delfin, der zwischenzeitlich den Namen "Košara" erhalten hat und bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Männchen handelt, verweilte längere Zeit in unmittelbarer Nähe des GRD-Projektboots.

Ein Fischerboot sollte den Großen Tümmler dann mit einem Ringwadennetz umzingeln, doch leider tauchte er bei diesen Versuchen immer wieder tief ab, verschwand für ca. 30 Minuten aus dem Gebiet, um dann wieder zurückzukehren.

Der verletzte Adria-Tümmler schwimmt auf dem Rücken und hält den Kopf auf der Wasseroberfläche, deutlich zu sehen sind eingewachsene Netzreste am Ansatz des linken Flippers.Noch bis in den frühen Abend wurde behutsam versucht, "Košara" einzufangen, um ihn veterinärmedizinisch behandeln zu können, dann wurde die Aktion abgebrochen.

Trotz des relativ schwachen Wellengangs war die Sicht mit 3 m innerhalb der Wassersäule für den Fischer noch zu schlecht, um die Ringwade mit den Schwimmbewegungen des Delfins abgleichen und mit der notwendigen Genauigkeit positionieren zu können.

Derzeit sind unsere Partner mit Anwohnern in Kontakt, die "Košara" regelmäßig sichten. Eine weitere Rettungsaktion wird folgen.

Heute war es dazu zu windig und es herrschte zu starker Wellengang. Die Entfernung der eingewachsenen Netzreste und Versorgung der Wunden sind für den Delfin die einzige Chance zu überleben.

Wir danken allen, die unseren Spendenaufruf für die Rettungsaktion unterstützt haben, ganz ganz herzlich!
Wir sind sehr bewegt und überwältigt von Ihrer großartigen Hilfsbereitschaft. Unser Spendenziel haben wir in kurzer Zeit erreicht. Weitere Rettungsversuche für "Košara" sind somit vorerst finanziell abgesichert.
Ulrike Kirsch (Projektleiterin) und Dr. Martina Duras (Tierärztin, Universität Zagreb), 19.09.2013

 

Video zur Rettungsaktion von HRT1 (Kroatisches Fernsehen):

Verletzter Adria-Tümmler schwimmt auf dem Rücken, deutlich zu sehen sind die eingewachsenen Netzreste an einem FlipperSeit nun gut einer Woche wurde der schwer verletzte Adria-Delfin "Košara" nicht mehr in der Nähe der Fischzuchtanlage bei der Insel Pasman gesehen. Die Fischfarm war für lange Zeit sein Zufluchtsort, an dem er sich offensichtlich sicher fühlte und auch genug Futter fand.

"Trotz zahlreicher Ratschläge und Tipps von Delfinexperten aus der ganzen Welt waren die Bedingungen für eine erfolgreiche Fangaktion wesentlich schwieriger als bei der letzten vergleichbaren Aktion ", erklärt Ulrich Karlowski, Biologe von der GRD.

Im Mai 2007 hatte sich ein Großer Tümmler im Fluss Krka verirrt und war bis fast zu den Krka-Wasserfällen geschwommen. Das Delfinweibchen konnte erfolgreich eingefangen und wieder in der Adria ausgesetzt werden.
> zum Bericht "Delfinrettung aus der Krka"

Ein erstaunlich geschickter und aufmerksamer Delfin
"Košara" jedoch gelang es – obwohl er wegen seiner gravierenden Behinderungen nur recht langsam schwimmen kann - immer wieder tief unter dem ausgebrachten Ringwadennetz abzutauchen, bevor dieses um ihn geschlossen werden konnte. Deshalb wurde die Fangaktion nach mehreren Stunden und vielen vergeblichen Anläufen abgebrochen.

Die Situation war nicht einfach. Grundsätzlich galt es zum Wohl des Delfins sehr sorgsam abzuwägen, um ihn nicht mit zu vielen Aktionen aus dem Gebiet, in dem er sich offensichtlich sicher fühlte und auch genügend Nahrung fand, zu vertreiben.

Unterwasseraufnahme des verletzten Adria-Tümmlers, deutlich zu sehen ist die stark beschädigte Schwanzflosse"Wo ist Košara"?
Doch jetzt scheint er sich aus eigenem Antrieb heraus auf den Weg gemacht zu haben. Wir hoffen natürlich sehr, dass der Delfin bald wieder zu der Fischzuchtanlage zurückkehrt oder andernorts gesichtet wird, um nochmals zu versuchen, ihn von den todbringenden eingewachsenen Netzresten zu befreien.

Wer "Košara" sichtet, sollte umgehend unsere kroatischen Partner unter folgenden Telefonnummern: 00385 – 95 – 902 2613 (Dr. Martina Duras, deutsch) oder 00385 – 95 – 902 2610 (Dr. Tomislav Gomercic, englisch) informieren.

Der Delfin ist leicht an den Wucherungen auf dem Rücken und den eingewachsenen Netzresten unter seiner Brustflosse zu erkennen.

Wir danken an dieser Stelle nochmals allen, die unseren Spendenaufruf zur Rettung von "Košara" unterstützt haben, von ganzem Herzen!

 

Zum Hintergrund:
Verletzter Adria-Tümmler blickt aus dem Wasser, deutlich zu sehen sind große Wucherungen auf dem Rücken am Finnen-Ansatzn sind große Wucherungen auf dem Rücken am Finnen-AnsatzMitte September wurde "Košara" in der Nähe einer Fischzuchtanlage bei der Insel Pasman entdeckt. Schon vor geraumer Zeit muss das arme Tier in ein Fischernetz geraten sein. Zwar konnte es sich befreien, doch ein Teil des Netzes blieb hängen und Netzreste sind tief ins Gewebe an Maul, Rücken und Brust eingedrungen, dort festgewachsen und haben sich entzündet. An den entzündeten Stellen sind große Wucherungen zu erkennen.

Die Schwanzflosse ist ebenfalls beschädigt, was ihn aber anscheinend nicht zu sehr einschränkt: er kann – wenn auch nur langsam – schwimmen. Auch die Futtersuche klappt, da er bis zu seiner letzten Sichtung im Oktober keine Anzeichen von Unterernährung zeigte. Doch ohne schnelle Hilfe hat dieser Delfin keine Chance zu überleben.

Unsere Partner, auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte von der Universität Zagreb, wollen den verletzten Delfin in einer aufwändigen und nicht einfachen Tiefwasser-Einfangaktion von der tödlichen Einschnürung befreien und seine Verletzungen behandeln, um ihm ein hoffentlich beschwerdefreies und langes Leben zu ermöglichen.
GRD-Presse, 19.10.2013

Video zur ersten Rettungsaktion von HRT1 (Kroatisches Fernsehen):

Verletzter Adria-Tümmler schwimmt auf dem Rücken, deutlich zu sehen sind die eingewachsenen Netzreste an einem FlipperUnsere kroatischen Partner haben anstrengende Tage hinter sich. Das ganze Wochenende über wurde bei den Inseln Pasman, Vrgada, Ugljan, Dugi Otok und einigen kleineren Inseln nach dem schwer verletzten Adria-Delfin "Košara" gesucht. Leider war der aufwändigen Suchaktion der von allen erhoffte Erfolg nicht vergönnt.

In jedem Fall sind zahlreiche Fischer über den ungewöhnlichen Delfin informiert und haben versprochen, unsere Partner sofort zu kontaktieren, wenn sie "Košara" sehen.

Wir hoffen gemeinsam mit unseren Partnern, dass es bald wieder eine Sichtung gibt und ein weiterer Rettungsversuch gestartet werden kann.

Wer "Košara" sichtet, sollte umgehend unsere kroatischen Partner unter folgenden Telefonnummern: 00385 – 95 – 902 2613 (Dr. Martina Duras, deutsch) oder 00385 – 95 – 902 2610 (Dr. Tomislav Gomercic, englisch) informieren.

Der Delfin ist leicht an den Wucherungen auf dem Rücken und den eingewachsenen Netzresten unter seiner Brustflosse zu erkennen.

 

Zum Hintergrund:
Verletzter Adria-Tümmler blickt aus dem Wasser, deutlich zu  sehen sind große Wucherungen auf dem Rücken am Finnen-AnsatzMitte September wurde "Košara" in der Nähe einer Fischzuchtanlage bei der Insel Pasman entdeckt. Schon vor geraumer Zeit muss das arme Tier in ein Fischernetz geraten sein. Zwar konnte es sich befreien, doch ein Teil des Netzes blieb hängen und Netzreste sind tief ins Gewebe an Maul, Rücken und Brust eingedrungen, dort festgewachsen und haben sich entzündet. An den entzündeten Stellen sind große Wucherungen zu erkennen.

Die Schwanzflosse ist ebenfalls beschädigt, was ihn aber anscheinend nicht zu sehr einschränkt: er kann – wenn auch nur langsam – schwimmen. Auch die Futtersuche klappt, da er bis zu seiner letzten Sichtung im Oktober keine Anzeichen von Unterernährung zeigte. Doch ohne schnelle Hilfe hat dieser Delfin keine Chance zu überleben.

Unsere Partner, auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte von der Universität Zagreb, wollen den verletzten Delfin in einer aufwändigen und nicht einfachen Tiefwasser-Einfangaktion von der tödlichen Einschnürung befreien und seine Verletzungen behandeln, um ihm ein hoffentlich beschwerdefreies und langes Leben zu ermöglichen.
GRD-Presse, 28.10.2013

Verletzter Adria-Tümmler blickt aus dem Wasser, deutlich zu sehen sind große Wucherungen auf dem Rücken am Finnen-Ansatz.Es gibt wieder Hoffnung für den schwer verletzten Großen Tümmler, der sich seit einiger Zeit unweit von Zadar in der Nähe einer Fischfarm aufhält. Mit einer für die gesamte Adria bisher noch nie dagewesenen Rettungsaktion wollen unsere kroatischen Partner den Delfin von einer für ihn tödlichen Gefahr befreien.

Schon vor geraumer Zeit muss das arme Tier in ein Fischernetz geraten sein.

Zwar konnte es sich befreien, doch ein Teil des Netzes blieb hängen und einige Nylonfäden sind mittlerweile tief ins Gewebe an Maul, Rücken und Brust eingedrungen, dort festgewachsen und haben sich entzündet.

An den entzündeten Stellen kann man große Wucherungen sehen.

Unterwasseraufnahme des verletzten Adria-Tümmlers, deutlich zu sehen ist die stark beschädigte SchwanzflosseOhne Hilfe ist der Delfin dem Tod geweiht!
Die Schwanzflosse ist ebenfalls beschädigt, was ihn aber anscheinend nicht zu sehr einschränkt: er kann – wenn auch nur langsam – schwimmen. Auch die Futtersuche klappt, da er (noch) keine Anzeichen von Unterernährung zeigt. Er hält sich gern in der Nähe von Fischfarmen auf.

Doch ohne schnelle Hilfe hat dieser Delfin keine Chance zu überleben.

Unsere Partner, auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte von der Universität Zagreb, wollen den verletzten Delfin jetzt in einer aufwändigen und nicht einfachen Rettungsaktion von der tödlichen Einschnürung befreien und seine Verletzungen behandeln, um ihm ein hoffentlich beschwerdefreies und langes Leben zu ermöglichen.

  

Die Rettungsaktion im Detail:

Experten aus der ganzen Welt sind sich einig, dass eine derartige ungewöhnliche Aktion gelingen kann.

Das Tier muss zur Behandlung eingefangen und kurz aus dem Wasser genommen werden, um den Mund zu überprüfen, denn im rechten Mundwinkel sind ebenfalls Gewebeveränderungen sichtbar.

Wenn der Delfin stabil bleibt, sollen die Nylonschnüre ohne die Gabe von Sedativen entfernt und ihm anschließend spezielle Antibiotika gegeben werden.

Eine große Herausforderung!
Für ein Gelingen der Aktion, die für das Tier natürlich möglichst stressfrei ablaufen soll, wird gerade eine logistisch aufwändige Operation geplant.

Es werden mehrere Boote eingesetzt, darunter eines mit einer Plattform, auf die der Delfin zur Behandlung gelegt werden kann.

Diese Boote müssen angemietet werden. Die Gesamtkosten der Rettungsaktion werden zwischen 3.500 € und 4.200 € betragen, allein das spezielle Antibiotikum kostet bei einem Delfin dieser Größe 300 €.

 

Ins Rollen gebracht hat die Aktion eine Urlauberin, die das verletzte Tier entdeckt und uns gemeldet hatte. Glücklicherweise ist dieser Tümmler sehr ortstreu und konnte von unseren Partnern sogleich wieder gefunden werden. Wir danken der aufmerksamen Urlauberin ganz herzlich, dass sie uns auf diese dramatische Situation aufmerksam gemacht hat und wir jetzt konkret und direkt Hilfe für diesen schwer verletzten Delfin leisten können.
Ulrike Kirsch (Projektleiterin) und Dr. Martina Duras (Tierärztin, Universität Zagreb), 14.09.2013

Haus mit dem Delfinschutzzentrum auf der Insel Molat.Pressemitteilung, 25.07.2013 - Anfang Juli feierte die GRD zusammen mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und der kroatischen Naturschutzorganisation VAL die Einweihung ihres Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat in Kroatien.

Neben Pressevertretern gehörten zu den etwa 40 Gästen auch Repräsentanten von Behörden und Instituten aus Zagreb, Zadar und von der Insel Molat.

Auch die Einwohner zeigten sich interessiert an der neuen Einrichtung auf ihrer Insel. "Wir unterstützen diese Initiative und freuen uns, dass sie hier in unserer Gemeinde stattfindet", erklärt Denis Mračić, Vorsitzender der örtlichen Gemeindevertretung dem kroatischen Fernsehen HRT 1.

Feierliches Durchschneiden des Bandes im Innenhof des Hauptgebäude.Mit dem feierlichen Durchschneiden des Bands am Haupteingang wurde das Zentrum offiziell eröffnet. Nach einem Rundgang und einer kurzen Präsentation des Projektmitarbeiters Tom Gomerčić über das deutsch-kroatische Gemeinschaftsprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" von seinen Anfängen im Jahr 1999 bis zum heutigen Tage rundete ein kleines Büffet die Einweihung ab.

Noch ist das Zentrum nur mit dem Notwendigsten ausgestattet, um Feldarbeit vor Ort durchzuführen, und auch das Infozentrum hat mit Postern, Broschüren und dem Schädel eines Großen Tümmlers eine erste Grundlage geschaffen, wenngleich einige Dinge, u.a. Arbeitseinrichtungen und –geräte und weitere Exponate noch fehlen.

"Das Zentrum stellt einen wichtigen Meilenstein in unseren Delfinschutzbemühungen in Kroatien dar. Es dient mit seiner strategisch günstigen Lage in Norddalmatien nicht nur als feste Basis für die Feldarbeit, sondern soll Einheimischen und Touristen die Möglichkeit bieten, sich über die Meeressäuger zu informieren, die in den kroatischen Küstengewässern leben", erklärt die GRD-Projektleiterin Ulrike Kirsch.

Drei Adria-Tümmler tollen im Wasser, dahinter in sehr langsamer Fahrt das Projekt-Zodiac mit Martina Duras und Tomislav Gomercic an Bord, die das wilde Treiben beobachten.Zum Hintergrund:
Mit ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren. Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) and der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind.

Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten. Obwohl die Meeressäuger seit 1995 gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50% durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

Spenden-Aktion Delfinschutzzentrum

Vier gut gelaunte kroatische Studentinnen der Universität Zagreb sitzen nebeneinander an Bord eines kleinen Schiffes während der Überfahrt zur Insel Molat. The Fourth of July – ein Feiertag, auch für uns! - Einweihung des Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat am 4. Juli 2013

Als wolle uns der Wind noch einmal vor Augen führen, wie "beschwerlich" der Weg zum Ziel war, bläst er am Tag der Einweihungsfeier unseres Delfinschutzzentrums – und zwar nur an diesem Tag in dieser Woche – besonders kräftig.

Das kleine Boot stampft durch die Wellen – kommt es überhaupt noch von der Stelle? Ungefähr 18 Seemeilen (ca. 33 km) trennen die vom Massentourismus bislang verschonte Insel Molat, in deren gleichnamigem Hauptort das neue Zentrum steht, von der Küstenstadt Zadar, unserem "Heimathafen". Von hier starten wir zu der am frühen Abend angesetzten Feier.

Ein ca. 2m langes Banner hängt an einem Baum am Wegesrand, es weist den Weg zum neuen Delfinschutzzentrum in der Dorfmitte. Die etwa 20 geladenen Gäste landen nach zweieinhalb Stunden Überfahrt mit halbstündiger Verspätung wohlbehalten im Hafen von Molat. Ein Teil der kroatischen Delfinschützer, die in den vergangenen Tagen noch eifrig letzte Vorbereitungen trafen, erwartet uns dort bereits.

Vorsicht, Kamera!
Vor der Kameralinse des kroatischen Fernsehens HRT 1, das diesen für uns historischen Moment in Bildern festhält, bewegt sich der Tross entlang des Hafenkais, der von nur wenigen Restaurants, ein, zwei Künstlerateliers und einer kleinen Touristeninfo gesäumt wird. Begleitet werden wir von "dupini"-Rufen – das kroatische Wort für Delfine – der neugierigen Beisteher. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, was die Insel Neues zu bieten hat.

Band durchschnitten
Nach wenigen Minuten Fußmarsch erreichen wir das in der Dorfmitte gelegene Zentrum, wo unsere Projektpartnerin Martina Đuras die Gäste begrüßt. Zu den Pressevertretern und Repräsentanten verschiedener Nationalparks und Behörden der Region haben sich auch einige Dorfbewohner gesellt.

Eine Frau durchtrennt das Band zur Eröffnung des Zentrums, ein Kind steht hinter ihr und hält ein Kissen, auf dem die Schere lag.Mit dem nun folgenden feierlichen Durchschneiden des Bands am Haupteingang wird das Zentrum offiziell eröffnet.

Danach geht es gesammelt zur Dorfschule, wo Projektmitarbeiter Tomislav Gomerčić eine kurze bebilderte Präsentation über unser Delfinschutzprojekt von seinen Anfängen bis zum heutigen Tage und die nicht immer geradlinige Entstehungsgeschichte des Zentrums gibt.

Im Anschluss folgt eine kleine Rundtour durch das Zentrumsgebäude:
Es besteht aus einem Haupthaus mit zwei Schlafräumen und Bad im ersten Stockwerk und einem großen Arbeitsraum im Erdgeschoss sowie einem über den Hof gelegenen Nebenhäuschen, dem bislang nur teilweise renovierten Infozentrum. Dies beherbergt derzeit neben Postern, Broschüren und anderem Infomaterial über die Delfinschutz- und –forschungsarbeit auch einen Schädel eines Großen Tümmlers.

Die Grundlagen sind damit geschaffen, es fehlen allerding noch einige Dinge, u.a. Arbeitseinrichtungen und –geräte und weitere Exponate für da Infozentrum. Dies soll nun in den kommenden Monaten noch realisiert werden.

Glücklich und zufrieden 
Ein kleines, liebevoll zubereitetes Büfett rundet die Feier ab und schon heißt es wieder Abschied nehmen. Der Wind hat sich gelegt, ein wunderschöner Sonnenuntergang begleitet unsere Rückfahrt – ein auch symbolisch gesehen perfekter Abschluss für einen gelungenen Auftakt!

Abendstimmung: Eine tief rote Sonne geht über dem Meer unter, am Horizont erstreckt sich die zerklüftete Silhouette der Küste. Alle sind rundum zufrieden mit der Einweihung des lang ersehnten Zentrums, das einen wichtigen Meilenstein in unseren Delfinschutzbemühungen in Kroatien darstellt.

Denn in der Tat war es ein beschwerlicher Weg bis zu diesem Moment, gezeichnet von bürokratischen Hindernissen und finanziellen Engpässen, die immer wieder für Verzögerungen und Umplanungen sorgten.

Vor allem freuen wir uns auch über das große Interesse der Inselbewohner, die den Plänen der Delfinschützer bislang nicht unbedingt aufgeschlossen und wohlwollend gegenüberstanden.

"Den Effekt der Feier auf die Bewohner haben wir schon am selben Abend und auch am nächsten Morgen gespürt. Wir hatten eine Menge von lokalen Besuchern und alle nur mit schönen Worten. Das hat uns besonders gefreut", erklärt Martina Đuras.

Wir hoffen, dass damit das Eis gebrochen wurde und das Zentrum einer erfolgreichen Zukunft entgegenblickt! Denn erfolgreicher Delfinschutz braucht Akzeptanz bei Bevölkerung und Touristen.

Großer Dank!
Wir danken allen Spendern und Delfinpaten von ganzem Herzen, die mit ihrer Unterstützung dazu beitragen haben, dass wir dieses wichtige Ziel im Rahmen unseres Projekts zur „Rettung der letzten Adria-Delfine“ erreichen konnten!
Ulrike Kirsch

Beitrag im TV-Magazin "More" auf HRT1
Auch wenn man kein Kroatisch versteht, vermittelt dieser kurze Bericht (ab ca. 5:25 Min.) auf dem kroatischen Sender HRT 1 sehr schöne Impressionen von der Einweihungsfeier unseres Delfinschutzzentrums auf der Insel Molat.

Es wird über die Delfinschutz- und –forschungsarbeit unserer kroatischen Partner berichtet (es kommen dort unsere Partner Tom Gomerčić und Martina Đuras von der kroatischen NGO VAL und Darinka Škrtić von der Universität Zagreb sowie Ulrich Karlowski von der GRD zu Wort) und die Bedeutung des Delfinschutzzentrums im Rahmen unseres Projekts zur "Rettung der letzten Adria-Delfine".

> Link zum Beitrag im TV-Magazin "More" vom 7.7.2013

Toter Finnwal frontal aufgenommen, liegt auf der Seite, aus dem Maul ragt wie ein gigantischer Luftballon die von Verwesungsgasen aufgeblähte Zunge des riesigen TieresEinen ungewöhnlichen Fund machten kroatische Fischer gegen Ende September 2002 vor der Insel Krk. Im Flachwasser einer dem Ferienort Baska vorgelagerten Insel stießen sie auf einen toten Finnwal.

Das über 11 Meter lange und mehr als 10 Tonnen schwere etwa 1 Jahr alte weibliche Jungtier wurde an Land geschleppt und dort von Prof. Gomercic und seinem Team von der Tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb, unseren Delfinschutz-Projektpartnern, obduziert.

Warum der offensichtlich gut genährte Wal strandete, werden erst noch ausstehende Labortests zeigen, da die Untersuchung des Kadavers keine Hinweise über die Todesursache erbrachte.

Dies ist der zweite Finnwal der innerhalb von 2 Jahren an der kroatischen Küste verendete.

Mit bis zu 26 Metern Länge und einem Gewicht zwischen 45 und 75 Tonnen sind Finnwale (Balaenoptera physalus) nach dem Blauwal die zweitgrößte Tierart der Erde und die einzigen Furchenwale, die ständig im Mittelmeer leben. Die in Kroatien streng geschützten Wale tauchen immer wieder entlang der Adria-Küste auf, vermutlich auf der Suche nach Nahrung.
U. Karlowski

Luftaufnahme von drei Delfinen, die knapp unter der Wasseroberfläche schwimmenGute Nachrichten gibt es von den Delfinen in der Adria: Die in den kroatischen Gewässern lebende Population Großer Tümmler ist stabil!

Nach gut vier Jahren wurde erstmals wieder eine Zählung der letzten in der gesamten Adria ständig lebenden Delfine durchgeführt. Im Parallelflug flogen unsere kroatischen Projektpartner mit vier kleinen Maschinen im März die gesamte Küste ab, um die Tiere aus der Luft zu zählen.

Erste Hochrechnungen ergaben, dass der Bestand, wie beim letzten Mal, bei ca. 220 Delfinen, die in etwa 40 Schulen leben, liegt.

Das jetzige Zählergebnis ist angesichts der im letzten Jahr registrierten 34 Totfunde von ganz besonderer Bedeutung. Die im Vergleich zu den Vorjahren hohe Totfund-Rate hängt wohl nicht mit einem vermehrten Delfinsterben zusammen, sondern spiegelt den stark gewachsenen Bekanntheitsgrad des Projekts wider.

Dies führte dazu, dass unsere Projektpartner mehr Meldungen als früher über die außergewöhnlichen Funde aus der Bevölkerung - also von Touristen, Einheimischen und lokalen Behörden - erhielten.
U.Kirsch

Ein Rundkopfdelfin pflügt durchs Wasser, der Körper ist von weißen Narben übersätSommer 2003 - Aufregung in der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb. Soeben erhielten die Wissenschaftler des Delfinschutz-Teams Mitteilung über die Sichtung eines Schwertwales in der Kvarner Bucht...

Weiße Flecken auf dem Körper des Tieres lassen den Anrufer vermuten, dass es sich um die auch als Orca bezeichnete Art handelt, bekannt aus dem Kinofilm "Free Willy".

Nur wenige Stunden später brechen unsere Projektpartner unter Leitung von Prof. Hrvoje Gomercic auf, um sich vor Ort in der süd-östlich von Rijeka gelegenen Bucht "Bakarski zaljev" selbst ein Bild zu machen.

Dabei entpuppt sich der vermeintliche Schwertwal als ein in der Adria inzwischen recht selten gewordener Rundkopfdelfin (Grampus griseus). Diese Art kann eine Länge bis zu 4,30 Meter erreichen. Typisch ist ihr rundlicher Kopf mit einem kaum ausgeprägten Schnabel.

Je älter die Tiere sind, desto mehr ist ihr Körper von weißen Narben übersät, die sie sich im Laufe der Zeit durch Kämpfe mit Artgenossen, insbesondere durch Bisse, zuziehen. Aus der Ferne ist eine Verwechslung mit einem jungen Orca also durchaus möglich.

Dank der sofortigen Unterrichtung der Öffentlichkeit durch die Projektmitarbeiter halten Tageszeitungen und sogar die kroatische Tagesschau die Einheimischen über den Aufenthalt des unter Schutz stehenden Meeressäugers auf dem Laufenden, der zwischenzeitlich unsichtbar auf Tauchstation gegangen ist.

Drei Tage später entdeckt ein Taucher auf dem Meeresgrund nahe der östlich von Rijeka gelegenen Stadt Opatija einen toten Delfin. Bei der Obduktion kann der nach Zagreb transportierte Kadaver, anhand einer auffälligen Kerbe an der Schwanzfluke, als der vor kurzem noch lebend gesichtete Rundkopfdelfin identifiziert werden. Das junge Weibchen war aufgrund krankhafter Veränderungen der Gebärmutter gestorben.

Gegen natürliche Todesursachen sind die Delfinschützer machtlos. Um so wichtiger ist es, schädliche Einwirkungen durch den Menschen, wie beispielsweise Fischerei, zu reduzieren. Denn von den allein im letzten Quartal des Jahres 2001 insgesamt vier tot aufgefundenen Delfinen kamen vermutlich zwei durch Fischereiaktivitäten ums Leben. "Fünfzig Prozent der von uns untersuchten Delfine sterben durch menschlichen Einfluss", erklärt Prof. Gomercic. Sie ersticken in Fischernetzen oder an den Folgen von verschluckten Netzteilen. Daher sucht der engagierte Wissenschaftler das Gespräch mit Fischern, um sie über Schutzbestimmungen und -maßnahmen zu informieren.

Eine Gruppe Delfine in Sicht. Die Bootsfahrer verhalten sich richtig: Abstand halten, Motor aus und den Augenblick genießenAuch bei ihren regelmäßigen Ausfahrten aufs Meer halten die Forscher Ausschau nach potenziellen Störfaktoren. Denn nicht nur Fischerei, auch rücksichtslose Motorwassersportler können für die Meeressäuger zur Gefahr werden. Anstatt sichan einer Beobachtung aus angemessener Entfernung zu erfreuen, wird den Delfinen, aus Unwissenheit, oftmals mit Motorbooten hinterher gejagt und zu dicht und zu schnell auf "die Pelle" gerückt.

Nicht selten bedeuten diese Begegnungen für die Delfine Quälerei und Belästigung: Stress-Symptome, wie kräftiges Schlagen der Schwanzfluke, desorientiertes Umherschwimmen und dabei entstehende Kollisionen untereinander werden von uninformierten Laien nicht erkannt.

Zu dichte Annäherungen können zu u.U. auch tödlichen Verletzungen der Tiere durch die Propeller führen.
U.Kirsch

Die Tümmlerdame schwimmt im Hafen von Zaton umher, nordwestlich der Hafenstadt Sibenik.Mai 2007 - Immer wieder verirren sich in Kroatien Delfine in Flüssen und finden nicht mehr den Weg zurück. Meist bezahlten sie den Ausflug in die unbekannten Gewässer mit dem Tod, weil sie im für sie ungeeigneten Brack- und Süßwasser nicht genug Nahrung finden.

In diesem Jahr jedoch gelang unseren Projektpartnern eine spektakuläre Rettungsaktion eines Delfinweibchens, das sich fast bis zu den Krka-Wasserfällen verirrt hatte. Anfang Mai tauchte die Tümmlerdame in dem am Unterlauf des Flusses Krka gelegenen Hafen Zaton, nordwestlich der Hafenstadt Sibenik, auf. Unbekümmert schwamm sie einige Tage lang zwischen Booten und Bojen umher und erregte schnell Aufmerksamkeit.

Ein Delfin wird auf einem Boot transportiert, ein Mann gießt Wasser zur Kühlung über seinen Rücken, der Tierarzt Tomislac Gomercic stabilisiert das Tier und hält seine Finne.Das kroatische Fernsehen und so ziemlich alle Landeszeitungen berichteten über den ungewöhnlichen Gast. Natürlich eilte ein Team der Universität Zagreb, angeführt von Tierarzt Tomislav Gomercic, zum Ort des Geschehens. Da sich der Delfin gesund und munter zeigte, beschloss man abzuwarten, ob er vielleicht von allein wieder zur ca. 9 km entfernten Mündung der Krka bei Sibenik finden würde.

Es sah anfangs auch ganz danach aus, als das Tier den Hafen schließlich mit unbekanntem Ziel verließ. Doch etwa 14 Tage später war sie noch weiter im Landesinneren, in dem bei den Krka-Wasserfällen gelegenen Ort Skradin in der dortigen ACI-Marina angelangt. Nun war höchste Alarmstufe, denn lange konnte das nicht mehr gut gehen. Die Krka verengt sich bei Skradin auf bis zu 80 m, die Wassertiefe beträgt stellenweise nur 7 bis 8 m und das linke Flussufer ist sehr seicht.

Ein Delfin wird auf einem Boot transportiert, ein Mann gießt Wasser zur Kühlung über seinen Rücken, ein weiterer Mann hat sich tief über das Tier gebeugt, hält seinen Kopf mit einem Arm und spricht beruhigend auf das Tier ein.In Windeseile trommelte Tomislav Gomercic ein Rettungsteam zusammen. Die ACI-Marina stellte ein Boot zur Verfügung und mit Unterstützung von Helfern der Marina und des Krka-Nationalparks startete die Rettungsaktion, begleitet von einem ungeheuren Medienspektakel.

Nachdem es gelungen war, den Delfin mit einem Netz im Hafenwasser zu fangen und auf das Transportboot zu bugsieren, fuhr das Boot sofort die Krka hinab Richtung Meer. An Bord wurde das Tier liebevoll umsorgt, der Körper ständig mit frischem Wasser gekühlt und vor Austrocknung geschützt.

"Nur am Anfang schlug sie ein paar Mal mit der Fluke, dann wurde sie ganz ruhig, als wüsste sie, dass wir ihr nichts Böses wollen", erzählt sichtlich berührt Tierarzt Tomislav Gomercic. Sogar ihr Maul Das geöffnete Maul des Delfins, gut zu sehen sind die stark abgenutzten konischen Zähne.öffnete sie bereitwillig, so konnte er feststellen, dass es ein sehr altes Tier war, denn die Zähne waren stark abgenutzt.

Ein Stück weit von der Krka-Mündung entfernt erfolgte dann die für alle Beteiligten erlösende Freilassung.

Das Tümmlerweibchen zeigte sich keineswegs mitgenommen, hielt sich noch kurz in der Nähe des Bootes auf, dann schwamm sie davon. Sicherheitshalber warteten die Helfer, ob sie erneut in die Krka schwimmen würde.

Aber sie kehrte nicht wieder zurück, die Rettung war geglückt!

Die Begeisterung des Teams und der die Aktion begleitenden Journalisten und Kameraleute kannte schier keine Grenzen mehr.

Gut möglich, dass wir ihr eines Tages wieder begegnen. Wegen ihrer auffälligen Finne lässt sie sich nämlich sehr gut wieder erkennen.
U.Karlowski & U.Kirsch

Bericht der kroatischen Zeitung Vejernji-List über die Rettungsaktion.

Oberer Bildteil: der Körper des toten Delfins, die Harpune steckt hinter dem Kopf im Rücken auf Höhe der Brustflipper / Unterer Bildteil: die mit Widerhaken versehenen Harpunenspitze."Nur ein toter Delfin ist ein guter Delfin".... Zwar heißt der Große Tümmler auf Kroatisch der "Gute Delfin" (dobri dupin), doch seit eh und je betrachten die meisten Fischer, wie fast überall auf der Welt, Delfine als Nahrungskonkurrenten.

So müssen die Meeressäuger häufig auch für den Rückgang der Fischbestände als Sündenböcke herhalten. Noch bis in die 1960er-Jahre vergab der damalige jugoslawische Staat "Kopfprämien" für jeden toten Delfin, weil sie die Fischernetze zerstörten und die Fangbeute der Fischer "klauten".

Zynisch gesehen hatte diese Strategie Erfolg: Die Delfinbestände brachen zusammen, von den einst drei mehr oder weniger residenten Arten hat nur der Große Tümmler in der Adria überlebt. Seine derzeitige Population wird auf etwa 220 Tiere geschätzt. Neben der direkten Bejagung von damals sind Meeresverschmutzung und Überfischung schuld am Arten- und Bestandsschwund in der Adria.

Ihr sagenhafter Fischreichtum gehört längst der Vergangenheit an. Sardinen, die einst wichtigste Beute im kroatischen Fischfang, sind ebenso selten geworden wie Schwertfische. Besonders schlimm sieht es beim Roten Thunfisch aus. Von den riesigen Schwärmen, die früher zum Laichen in die Buchten kamen und die bereits von Land aus zu erspähen waren, können die Fischer heute nur noch träumen.

Immer wieder stoßen unsere kroatischen Projektpartner auf Kadaver von Delfinen, die durch Menschenhand starben.

Delfin-Schädel linker Bildteil, rechts liegen drei Schrotkugel, die im Kopf des Tieres steckten.Erst im Sommer 2008 fand man einen toten Großen Tümmler mit drei Schrotkugeln im Hirn. Er trieb, bereits stark aufgebläht, im Meer vor Makarska in Mitteldalmatien.

Es handelte sich um ein etwa 3 Meter langes und 200 Kilogramm schweres Weibchen. Unsere Projektpartner – auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte unter Leitung von Prof. Hrvoje Gomercic von der Universität Zagreb – wurden direkt von der Polizei benachrichtigt und konnten das Tier für weitere Laboruntersuchungen in die kroatische Hauptstadt transportieren.

Delfine und andere Meeressäuger sind in Kroatien seit 1995 gesetzlich geschützt. Das Töten und Belästigen steht unter Strafe, doch leider werden die Täter nur selten gefasst. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Delfin durch Gewehrkugeln starb. 2004 fand man ein erschossenes Tier vor der Insel Korcula, einige Jahre zuvor eines vor der Küstenstadt Novigrad. Ein weiterer, im Mai 2008 bei der Insel Hvar geborgener Delfin kam wahrscheinlich durch eine Harpune ums Leben.

Ein Adria-Tümmler, Frontalaufnahme im Sprung, die Schnauze taucht gerade wieder ins Wasser ein.Silberstreif am Horizont
Dennoch wächst die Anzahl der positiven Beispiele, die von einem größeren Bewusstsein für die Naturschätze vor der eigenen Haustür zeugen. Naturschutzverstöße werden inzwischen streng geahndet. Eine Geldbuße von umgerechnet etwa 1000 Euro oder wahlweise 24 Tage Gefängnis wurde beispielsweise gegen eine Person wegen Belästigung streng geschützter Arten verhängt.

Der Mann war vor Pula in Istrien mit seinem Schnellboot in eine 30-köpfige Delfinschule gerast und führte mitten unter den Tieren halsbrecherische Manöver vor dem sich ansammelnden Publikum an der Küste vor. Ein unter den Zuschauern weilender Polizist zeigte den Vorfall bei der Naturschutzbehörde in Rijeka an.
U.Kirsch

Funde von Meersessäugerkadavern 2008 (gelb: Großer Tümmler [17], blau: Streifendelfin [2], grün: Cuvier-Schnabelwal [1], rot: Mittelmeer Mönchsrobbe? [1])Karte der Küste Kroatien mit Markierungen der Funde von Meersessäugerkadavern aufgeteilt nach unterschiedlichen Arten aus 2008.

Prof. Dr. Hrvoje GomercicNach kurzer, schwerer Krankheit ist Prof. Dr. Hrvoje Gomercic am 1. August 2010 im Alter von nur 70 Jahren von uns gegangen. Mit ihm haben wir einen herausragenden und engagierten Delfinschützer verloren.

Prof. Gomercic war uns Vorbild und Leitfigur, sein Tod reißt eine tiefe Lücke. Wir sind sehr traurig, auch weil er ein großes Ziel unseres Schutzprojekts, die Einrichtung des Delfinschutzzentrums auf der Insel Molat, nicht mehr miterleben wird.

Wir werden die Meeressäugerschutzarbeit in Kroatien im Sinne von Hrvoje Gomercic fortführen und sein Andenken weitertragen.

Dr. Gomercic, Professor der Anatomie, Histologie und Embryologie an der Universität Zagreb, war ein Pionier im kroatischen Meeresschutz. Der an der Universität lehrende und forschende Tierarzt entdeckte das Aussterben der Mittelmeermönchsrobbe in der Adria sowie den drastischen Schwund der dortigen Delfinpopulationen.

Ihm ist es zu verdanken, dass Delfine seit 1995 in Kroatien gesetzlich geschützt sind. Sein unermüdlicher Einsatz führte 1999 zum ersten deutsch-kroatischen Delfinschutzprojekt. Seither arbeiten wir mit seinem Team von der Uni Zagreb eng und erfolgreich zusammen.

Wir werden ihn vermissen. In tief empfundener Trauer und Dankbarkeit gilt unsere aufrichtige Anteilnahme der Familie.
U.Kirsch

Oberer Bildteil: der Körper des toten Delfins, die Harpune steckt hinter dem Kopf im Rücken auf Höhe der Brustflipper / Unterer Bildteil: die mit Widerhaken versehenen Harpunenspitze. August 2010 - Ein trauriger Fund wurde uns im Sommer gemeldet. Vor der istrischen Küste bei Pula trieb ein harpunierter Delfin, der zunächst sogar noch gelebt haben soll.

Polizei und örtliche Tierärzte, die das Tier aus dem Wasser zogen, vermuten aufgrund der Wunde, dass auf den Meeressäuger aus nächster Nähe von einem Boot aus geschossen wurde, möglicherweise als er in dessen Bugwelle ritt.

Den Kadaver transportierte man für weitere Untersuchungen zu unseren kroatischen Projektpartnern in die tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb.

Meeressäuger sind in Kroatien gesetzlich geschützt. Sie dürfen nicht getötet, gejagt oder in sonstiger Weise belästigt werden. Verstöße werden mit bis zu knapp 5000 Euro Bußgeld geahndet.

Der Fall wird nun strafrechtlich verfolgt. Der zuständige Inspektor hatte bereits 2007 eine Person zu Gericht gebracht, die bei Pula eine Delfinschule mit dem Motorboot belästigt hatte.

Ein weiterer toter Delfin wurde uns von einem Teilnehmer unserer Sichtungsbogenaktion gemeldet, der das Tier ebenfalls im August vor dem istrischen Rovinj auf dem Meer treibend entdeckte. Der Kadaver konnte von unseren Partner geborgen werden, die Untersuchungen der Todesursache sind derzeit noch im Gange.

In derartigen Fällen bittet die GRD darum, direkt unsere Partner vor Ort (VAL) zu kontaktieren. Denn nur so bestehen gute Chancen, den Kadaver zu bergen und die Todesursache herauszufinden.
Ulrike Kirsch

Dagmar und Klaus QuanzPressemitteilung, 19.04.2011 - Es ist nicht gleich die ganze Welt, die sie umrunden wollen. Doch ein wenig segeln Dagmar und Klaus Quanz schon auf den Spuren der Seglerlegende Rollo Gebhard, der die Welt gleich dreimal umsegelte und 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine gründete.

Ihr mehrmonatiger Törn führt das Ehepaar aus dem hessischen Frielendorf und ihre Yacht "RuckZuck" kreuz und quer übers Mittelmeer.

altGenau dort, wo einst Rollo Gebhard vor über 50 Jahren in einer 5m-Jolle seine ersten größeren Fahrten wagte. Und wie er, setzen sich die Quanz‘ unter vollen Segeln und mit viel Herzblut für einen besseren Schutz der im Mittelmeerraum zum Teil stark bedrohten Delfine ein. Beide unterstützen seit vielen Jahren die GRD und so ist es für sie als Segler und Taucher selbstverständlich, auf die Not der Meeressäuger aufmerksam zu machen.

Am 29. April hieß es für die 9,10 m lange und 2,90 m breite Yacht vom Typ "Granada 910" im italienischen Aquileia "Leinen los".

Yacht vom Typ "Granada 910" von Dagmar und Klaus QuanzZunächst steuerte das Ehepaar kroatische Gewässer entlang der istrischen Küste an, dann ging es zur norddalmatinischen Insel Molat für eine Stippvisite bei unserem im Aufbau befindlichen Delfinschutzzentrum.

Am 12. Mai wagten sie den Sprung über die Adria nach Italien. Auf der fast 20-stündigen Fahrt begegneten sie endlich Delfinen – den ersten auf ihrem Törn! Nach Italien folgten griechische Gewässer, in die sie im Herbst – nach einer kurzen Sommerpause in Deutschland – auch wieder zurückkehren werden, um sich weiter für den Schutz von Delfinen einzusetzen.

Bei ihren Hafenstopps informieren die beiden an Bord ihrer Yacht über das GRD-Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" und zeigen Filme.

"Dieser etwas längere Törn bietet uns die Möglichkeit, aktiv Einfluss zu nehmen und Bootseigner und Chartercrews zu sensibilisieren und auf die Gefahren für die Meeressäuger hinzuweisen", erklären die Quanz‘, deren Engagement bislang stieß auf viel positive Resonanz stieß.
Ulrike Kirsch

Kopfansicht eines toten Streifendelfins mit sehr schöner Schwarzweiß-ZeichnungAm 26.1.2012 wurde an der kroatischen Küste bei Dubrovnik ein toter Streifendelfin gefunden. Der Kadaver trug keine sichtbaren äußeren Verletzungen. Er wurde nach Zagreb in die tierärztliche Fakultät transportiert, wo unsere Projektpartner die Todesursache herausfinden wollen.

Ob der 1,90 m lange und ca. 70 kg schwere Delfin möglicherweise durch die mysteriösen, seit vielen Wochen auftretenden Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik starb, wird dort hoffentlich geklärt werden können.

Mysteriöse Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik
Taucher aus Dubrovnik hatten uns letzte Woche von Detonationsgeräuschen unter Wasser berichtet, die etwa alle acht Sekunden auftraten.

Der Lärm sei nahezu unerträglich, sagen sie. Recherchen des kroatischen Nachrichtenportals "Index.hr" zufolge setzte der kroatische Mineralöl- und Gaskonzern INA angeblich mit allen erforderlichen Genehmigungen 2-D- und 3-D-Seismikuntersuchungen bei der Suche nach Erdöl und Erdgas etwa 40 Seemeilen vor Dubrovnik ein.

Allerdings behauptet INA im Gespräch mit "Index.hr", dass man nichts mit den derzeitigen Detonationen zu tun habe.

Infernalischer Unterwasserlärm bei der Erdgas- und Erdölsuche
Bei der Suche nach fossilen Energiequellen feuern Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgas- oder Erdöllagerstätten befinden.

Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich.

Ein weiterer Streifendelfin wurde am Wochenende auf der Insel Korcula in Süddalmatien gefunden, in der Woche davor ein Streifendelfinkadaver weiter nördlich vor der Insel Susak.
U.Kirsch

Zwei Blau-Weiße oder Streifendelfine schwimmen eng zusammen unmittelbar unter der glasklaren Wasseroberfläche 10.04.2012 - Der Fischer Dragan Ivuša trauteseinen Augen nicht, als er am Ostersonntag beim morgendlichen Spaziergang nahe Ždrelac auf der norddalmatinischen Insel Pašman mit seinem Labrador einen gestrandeten Delfin entdeckte.

Sofort holte er seinen Sohn Josip zuhilfe, um das Tier zu retten. Trotz heftiger Bora gelang es dem 16-jährigen Josip, den Delfin wieder ins Meer zurückzuziehen, wie die Zeitung „24 sata“ berichtet.

Zwei weitere Artgenossen schienen in der Nähe auf den dritten zu "warten". Dabei geriet einer der beiden zu dicht an die Küste, wurde von einer Sturmbö auf die Felsen geschleudert und erlag kurz darauf seinen Verletzungen.

„Das Männchen litt wahrscheinlich an einer tödlichen Krankheit“, erklärt unser Projektpartner Tom Gomercic als Ursache für die Strandung. Der Tierarzt von der Uni Zagreb, der zurzeit der Strandung zufällig in der Nähe der Insel Pašman war und über die Nothilfe von dem Vorfall unterrichtet wurde, vermutet, dass auch die anderen beiden Streifendelfine krank sind.

Der Kadaver wurde zur weiteren Untersuchung an die tierärztliche Fakultät in Zagreb transportiert. Es ist bereits der siebte Streifendelfin, der in den letzten drei Monaten tot aufgefunden wurde.

Streifendelfine (auch Blau-Weiße Delfine) sind ständige Bewohner des Mittelmeers, die sich aber nur selten in die Adria verirren und normalerweise im offenen Meer leben. Sie so küstennah anzutreffen ist eher ungewöhnlich.
Ulrike Kirsch

Zwei Finnwale recht nach beieinander schwimmend, bei VisPressemitteilung, 05.06.2012 - Man kann es ruhig eine Sensation nennen, was ein deutscher Segler am Pfingstmontag in der kroatischen Adria erlebte. Er sichtete 6-8 Finnwale bei der auf Höhe von Split gelegenen Insel Vis.

Die mit bis zu 25 m Länge zweitgrößten Tiere der Welt tauchen zwar immer mal wieder als "Gäste" in der kroatischen Adria auf. „Aber derart viele Finnwale wurden uns seit Beginn unserer Aufzeichnungen zum Vorkommen von Meeressäugern in der kroatischen Adria vor 11 Jahren noch nie gemeldet“, freut sich Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts zur Rettung der letzten Adria-Delfine bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Grund für den Walbesuch dürfte ein durch günstige Strömungen verursachtes reichhaltiges Nahrungsangebot sein.

So spektakulär hat die Beobachtungssaison für die GRD noch nie begonnen. Vor zwei Wochen erst hatte die Organisation Kroatienurlauber zur Mithilfe aufgerufen und darum gebeten, Delfinsichtungen in der kroatischen Adria zu melden.

10 Seemeilen nördlich der mitteldalmatinischen Insel Vis machte ein Segler die folgende Beobachtung: „Ich habe 2 Gruppen von jeweils 3-4 Walen beobachtet. Die beiden Gruppen waren zeitgleich so weit auseinander, dass man sagen kann, dass es nicht ein und dieselbe Gruppe war.“ Bereits Ende April meldeten die kroatischen Medien die Sichtung eines über 16 m langen Finnwals in der Nähe von Vis.

Finnwale, deren gelegentliches Vorkommen in der Adria im frühen 18. Jahrhundert erstmals registriert wurde, sind wie alle Meeressäuger in Kroatien gesetzlich geschützt und so werden bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergriffen. Wie etwa im August 2000, als sich eine Finnwalmutter mit ihrem Nachwuchs bei der Insel Hvar aufhielt. Zu ihrer Sicherheit wurde der Kanal von Hvar auf Veranlassung der GRD-Projektpartner in Kroatien von der Universität Zagreb für die Schifffahrt gesperrt.

Die von der GRD gesammelten Sichtungsdaten fließen in Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Meeressäuger zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur noch 220 Große Tümmler überlebt.

Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Walen und Delfinen in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder online ausgefüllt bzw. abgerufen werden.

 

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Der Delfin hat sich im Netz verfangen und zieht die Markierungsboje sehr schnell hinter sich herPressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen.

Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch Quietschlaute auf seine gefährliche Situation aufmerksam. Daraufhin kam ihm ein in der Nähe schwimmender Delfin zu Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen, dass sich der dem Tod geweihte Tümmler wieder aus dem Netz befreien konnte.

Sichtlich ergriffen berichtet die Seglerin ihr Erlebnis der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD): "Vor Cres wurden wir bei der Umrundung des Kaps Rt Pernat auf eine sich plötzlich rasch bewegende Fischermarkierungsboje und laute Rufe eines Delfins aufmerksam.

Das Tier musste sich gerade erst im Netz verfangen haben und zog die Boje sehr schnell hinter sich her. Ein weiteres Tier kam zu Hilfe und es gelang ihm, sich aus dem Netz zu befreien. Beide Tiere zogen entlang der Küste südwärts schnell ab. Wie froh wir waren!"

Der Delfin zieht die Markierungsboje sehr schnell hinter sich herLeider gelingt es den Meeressäugern nicht immer, sich aus eigener Kraft aus dem Netz zu befreien. Allein 2011 waren von acht toten Delfinen vier im Netz ertrunken, wie die GRD-Projektpartner, Tierärzte von der Universität Zagreb, bei den Untersuchungen der im Laufe des Jahres tot gestrandeten Tiere feststellten.

Insgesamt 18 Delfine waren ihnen letztes Jahr gemeldet worden, doch bei den restlichen 10 konnte die Todesursache aufgrund des Zustands der Kadaver nicht mehr festgestellt werden.

Nur noch 220 Große Tümmler leben ganzjährig in den Küstengewässern der kroatischen Adria. Es sind die letzten Überlebenden eines einst zahl- und artenreichen Delfinbestandes. Meeresverschmutzung, Überfischung, Beifangtod und direkte Tötung sind verantwortlich für den drastischen Schwund der charismatischen Meeressäuger.

Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für diese kleine Restpopulation das Aus bedeuten. Umso schwerer wiegen menschliche Einflüsse, die bei etwa 50 % der Delfine die Todesursache ausmachen.

Mit ihrem Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine will die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der Organisation VAL das Aussterben der Großen Tümmler in der Adria verhindern
GRD-Presse

 

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Adria-Delfin liegt seitlich auf Seziertisch, Ansicht vordere Körperhälfte, mit mehren blutenden Schusswunden auf kurz hinter dem Kopf.Pressemitteilung, 02.10.2012 - Von Schrotkugeln förmlich durchsiebt starb einer von nur noch etwa 220 Adria-Delfinen im September nahe der istrischen Hafenstadt Poreč. Der Portier eines Hotels, das ausgerechnet den Namen "Delfin" trägt, entdeckte den tot vor dem Hotelstrand treibenden Großen Tümmler. Bei der Obduktion fand man 7 Schrotkugeln im Brustkorb des erwachsenen Männchens.

"Doch er war nicht sofort tot", erklärt Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts "Rettung der letzten Adria-Delfine" von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). "Der knapp 3 m große und 227 kg schwere Delfin verblutete langsam und qualvoll".

Die kroatische Tierärztin Dr. Martina Duras von der Universität Zagreb – Projektpartnerin der GRD - ist fassungslos: "Wir hatten immer den Eindruck, dass die Menschen in Istrien am meisten Verständnis für den Naturschutz zeigen, weil wir hier von den örtlichen Tierärzten, der Polizei und den Behörden stark unterstützt werden." Die Befunde der Obduktion lassen darauf schließen, dass der Delfin in den Gewässern von Poreč, also in der Nähe des Fundorts, umgebracht wurde.

Ein Adria-Tümmler im Sprung, im Hintergrund ein Zodiac, von dem aus der Delfin beobachtet wird.Große Tümmler sind sehr neugierig und nähern sich Menschen und Booten oft ohne Scheu. Ihre Freundlichkeit wird ihnen entlang der kroatischen Küste immer wieder zum Verhängnis: Mehrfach wurden erschossene Delfine aufgefunden, davon in den letzten 5 Jahren allein drei in Istrien, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.

Wale, Delfine und Robben sind in Kroatien streng geschützt. Die Polizei hat in dem aktuellen Fall eine Untersuchung gegen unbekannt eingeleitet. "Bei einem derart kleinen Bestand wie den Adria-Delfinen wiegt jedes einzelne tote Tier schwer und bedeutet einen Delfin-Schädel links, rechts liegen drei Schrotkugel, die im Kopf des Tieres steckten.herben Verlust für das Überleben der Population", sagt Ulrike Kirsch. "Wir hoffen sehr, dass der oder die Schuldigen bald gefunden und entsprechend hart bestraft werden".

Straftaten gegen streng geschützte Tiere werden in Kroatien mit Bußgeldern bis zu umgerechnet etwa 5000 Euro geahndet.

Das Projekt "Rettung der letzten Adria-Delfine":
Mit ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren.

Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) und der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten. Obwohl die Meeressäuger seit 1995 gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50% durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

 

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Der tote Delfin, der von einer Sturmböe an Land geschleudert wurde, liegt auf dem Seziertisch28.11.2012 - Am Mittwoch abend fanden Angestellte des Hotels Solaris bei Sibenik einen Großen Tümmler am Strand, für den jede Hilfe zu spät kam. Er war vermutlich von einer Sturmböe an Land geschleudert worden, wo er starb. Das tote Tier wurde für weitere Untersuchungen in die tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb gebracht.

Es handelt sich um ein erwachsenes 3,10 m langes und ca. 250 kg schweres Männchen, wie unser Kollege Tom Gomercic, Tierarzt und Mitarbeiter unseres Projekts zur Rettung der letzten Adria-Delfine in Kroatien, in einem Interview mit dem kroatischen Presseportal "Dnevnik.hr" berichtet.

Es ist schon der 27. tote Delfin, der in diesem Jahr gefunden wurde. Die gegenüber einem Jahresdurchschnitt von 15-20 Totfunden hohe Anzahl erklärt sich aus einer Serie von toten Streifendelfinen, die Anfang des Jahres weiter südlich an der Küste strandeten. Bei einigen der acht Delfine wurde der Morbilli-Virus nachgewiesen, der regelmäßig in der Mittelmeerpopulation ausbricht.
Ulrike Kirsch

Das Video (auf Kroatisch) gibt es hier zu sehen:
> > http://dnevnik.hr/vijesti/hrvatska/foto-olujno-jugo-izbacilo-dupina-na-obalu.html

Nahaufnahme eines Adria-Delfins, der im Sprung direkt in die Kamera blickt.Pressemitteilung, 11.04.2013 - Auch dieses Jahr ruft die GRD Kroatienurlauber wieder zur Mithilfe bei ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" auf und bittet darum, Delfinsichtungen in der Adria zu melden.

Bereits seit 2001 erhebt die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät in Zagreb diese Daten im Rahmen ihres Gemeinschaftsprojekts zur "Rettung der letzten Adria-Delfine". Die Meldungen liefern wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger und sind Teil der erfolgreichen Delfinschutzarbeit der GRD in Kroatien. Die Daten dienen gemeinsam mit anderen Erhebungen als Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur noch etwa 220 Große Tümmler überlebt.

Ein Adria-Tümmler, Frontalaufnahme im Sprung, die Schnauze taucht gerade wieder ins Wasser ein.2012 wurden der GRD insgesamt 208 Sichtungen gemeldet. Neben Großen Tümmlern waren darunter auch eine Gruppe von 6-8 Finnwalen, eine der seltenen Mittelmeer-Mönchsrobben sowie mehrere Meeresschildkröten. Sogar eine Lederschildkröte, die weltweit größte Schildkrötenart, wurde – leider schon tot – an der norddalmatinischen Küste entdeckt. Die vom Aussterben bedrohte Art kommt selten, aber regelmäßig auch im Mittelmeer vor. Sie war am Verzehr von Plastiktüten, die von Meerestieren leicht mit Quallen verwechselt werden, gestorben. Der Plastikmüll verstopfte den Verdauungstrakt und führte in der Folge zum Tode.

Die Sichtungen werden möglichst zeitnah, soweit vorhanden mit Fotos und Videos, online auf der GRD-Projektseite veröffentlicht.

Ein Delfin wird auf einem Boot transportiert, ein Mann gießt Wasser zur Kühlung über seinen Rücken, ein weiterer Mann hat sich tief über das Tier gebeugt, hält seinen Kopf mit einem Arm und spricht beruhigend auf das Tier ein."Wir bitten die Urlauber auch, Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern zu melden. Nur so können sofortige Rettungsmaßnahmen eingeleitet bzw. Todesursachen erforscht werden. Dies hilft beispielsweise bei der Aufdeckung und Verfolgung der in Kroatien noch immer praktizierten illegalen Dynamitfischerei oder von sonstigem die Delfine gefährdenden Verhalten", erklärt Projektleiterin Ulrike Kirsch.

Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Walen und Delfinen in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder online ausgefüllt werden.

 

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Der Finnwal schwimmt im Kanal von HvarEine eher seltene Begegnung hatten unsere Projektpartner im August 2002 während ihrer Delfinschutzarbeit in der kroatischen Adria.

Martina Duras und Tom Gomercic waren gerade eine halbe Stunde mit dem Boot unterwegs, um eine etwa acht Große Tümmler zählende Schule östlich der Insel Zut zu beobachten, als sie Nachricht über die Sichtung eines Finnwals (Balaenoptera physalus) nahe der südlich von Split gelegenen Stadt Makarska erhielten. Mit bis zu 25 Metern ist diese Art nach dem Blauwal das zweitgrößte Tier der Erde. Die Forscher informierten das Ministerium für Umweltschutz und Landesplanung über die außergewöhnliche Sichtung und machten sich sofort auf den Weg. Bei ihrem Eintreffen versuchten bereits zahlreiche Touristen, sich dem etwa 15 Meter langen Bartenwal mit Jetskies und Schnellbooten zu nähern.

Bis zum Eingreifen der Behörden konnten unsere kroatischen Partner mit dem seit Juni im Einsatz befindlichen GRD-Delfinschutzpatrouillenboot so erstmals konkrete Hilfestellung beim Schutz eines Meeressäugers leisten, indem sie die Neugierigen auf sicherer Distanz zum Wal hielten.

In der Zwischenzeit besprach Prof. Gomercic mit dem Ministerium Maßnahmen, um den Finnwal vor Belästigungen zu schützen. Über Radio und Fernsehen wurde die Bevölkerung über Schutzbestimmungen und richtiges Verhalten in der Umgebung des Tieres informiert. Beispielsweise darf sich im Umkreis von 200 Metern nur ein Boot, im Umkreis von 400 Metern nur drei Boote einem Wal nähern.

Einige Touristen, die ihn mit Schnellbooten dennoch störten, erhielten eine Strafe in Höhe von etwa 1400 DM. Im Auftrag des Ministeriums wurde daher von der Polizei ein Patrouillenboot eingesetzt, das das Tier während seines insgesamt 16tägigen Aufenthalts beschützte. Zusätzlich wurde der Schiffsverkehr im Kanal von Hvar kurzfristig gesperrt.

Biologische Untersuchungen ergaben, dass die Meeresregion zu dieser Zeit ein reiches Nahrungsangebot aufwies und den Finnwal - der einzige Furchenwal, der auch im Mittelmeer häufig anzutreffen ist - bis in die Adria geführt hat.
U.Kirsch