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Delfin von Sturmböe an Küste geschleudert |
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28.11.2012 - Am Mittwocha bend fanden Angestellte des Hotels Solaris bei Sibenik einen Großen Tümmler am Strand, für den jede Hilfe zu spät kam. Er war vermutlich von einer Sturmböe an Land geschleudert worden, wo er starb. Das tote Tier wurde für weitere Untersuchungen in die tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb gebracht.
Es handelt sich um ein erwachsenes 3,10 m langes und ca. 250 kg schweres Männchen, wie unser Kollege Tom Gomercic, Tierarzt und Mitarbeiter unseres Projekts zur Rettung der letzten Adria-Delfine in Kroatien, in einem Interview mit dem kroatischen Presseportal "Dnevnik.hr" berichtet.
Es ist schon der 27. tote Delfin, der in diesem Jahr gefunden wurde. Die gegenüber einem Jahresdurchschnitt von 15-20 Totfunden hohe Anzahl erklärt sich aus einer Serie von toten Streifendelfinen, die Anfang des Jahres weiter südlich an der Küste strandeten. Bei einigen der acht Delfine wurde der Morbilli-Virus nachgewiesen, der regelmäßig in der Mittelmeerpopulation ausbricht.
Ulrike Kirsch
Das Video (auf Kroatisch) gibt es hier zu sehen: > > http://dnevnik.hr/vijesti/hrvatska/foto-olujno-jugo-izbacilo-dupina-na-obalu.html |
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Brutaler Delfinmord in Kroatien: Großer Tümmler stirbt im Kugelhagel |
Pressemitteilung, 02.10.2012 - Von Schrotkugeln förmlich durchsiebt starb einer von nur noch etwa 220 Adria-Delfinen im September nahe der istrischen Hafenstadt Poreč. Der Portier eines Hotels, das ausgerechnet den Namen "Delfin" trägt, entdeckte den tot vor dem Hotelstrand treibenden Großen Tümmler. Bei der Obduktion fand man 7 Schrotkugeln im Brustkorb des erwachsenen Männchens.
"Doch er war nicht sofort tot", erklärt Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts "Rettung der letzten Adria-Delfine" von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). "Der knapp 3 m große und 227 kg schwere Delfin verblutete langsam und qualvoll".
Die kroatische Tierärztin Dr. Martina Duras von der Universität Zagreb – Projektpartnerin der GRD - ist fassungslos: "Wir hatten immer den Eindruck, dass die Menschen in Istrien am meisten Verständnis für den Naturschutz zeigen, weil wir hier von den örtlichen Tierärzten, der Polizei und den Behörden stark unterstützt werden." Die Befunde der Obduktion lassen darauf schließen, dass der Delfin in den Gewässern von Poreč, also in der Nähe des Fundorts, umgebracht wurde.
Große Tümmler sind sehr neugierig und nähern sich Menschen und Booten oft ohne Scheu. Ihre Freundlichkeit wird ihnen entlang der kroatischen Küste immer wieder zum Verhängnis: Mehrfach wurden erschossene Delfine aufgefunden, davon in den letzten 5 Jahren allein drei in Istrien, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.
Wale, Delfine und Robben sind in Kroatien streng geschützt. Die Polizei hat in dem aktuellen Fall eine Untersuchung gegen unbekannt eingeleitet. "Bei einem derart kleinen Bestand wie den Adria-Delfinen wiegt jedes einzelne tote Tier schwer und bedeutet einen herben Verlust für das Überleben der Population", sagt Ulrike Kirsch. "Wir hoffen sehr, dass der oder die Schuldigen bald gefunden und entsprechend hart bestraft werden". Straftaten gegen streng geschützte Tiere werden in Kroatien mit Bußgeldern bis zu umgerechnet etwa 5000 Euro geahndet.
Das Projekt "Rettung der letzten Adria-Delfine": Mit ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren.
Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) und der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten. Obwohl die Meeressäuger seit 1995 gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50% durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.
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Delfine helfen sich gegenseitig aus Fischernetz |
Pressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen. Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch Quietschlaute auf seine gefährliche Situation aufmerksam. Daraufhin kam ihm ein in der Nähe schwimmender Delfin zu Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen, dass sich der dem Tod geweihte Tümmler wieder aus dem Netz befreien konnte.
Sichtlich ergriffen berichtet die Seglerin ihr Erlebnis der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD): "Vor Cres wurden wir bei der Umrundung des Kaps Rt Pernat auf eine sich plötzlich rasch bewegende Fischermarkierungsboje und laute Rufe eines Delfins aufmerksam. Das Tier musste sich gerade erst im Netz verfangen haben und zog die Boje sehr schnell hinter sich her. Ein weiteres Tier kam zu Hilfe und es gelang ihm, sich aus dem Netz zu befreien. Beide Tiere zogen entlang der Küste südwärts schnell ab. Wie froh wir waren!"
Leider gelingt es den Meeressäugern nicht immer, sich aus eigener Kraft aus dem Netz zu befreien. Allein 2011 waren von acht toten Delfinen vier im Netz ertrunken, wie die GRD-Projektpartner, Tierärzte von der Universität Zagreb, bei den Untersuchungen der im Laufe des Jahres tot gestrandeten Tiere feststellten. Insgesamt 18 Delfine waren ihnen letztes Jahr gemeldet worden, doch bei den restlichen 10 konnte die Todesursache aufgrund des Zustands der Kadaver nicht mehr festgestellt werden.
Nur noch 220 Große Tümmler leben ganzjährig in den Küstengewässern der kroatischen Adria. Es sind die letzten Überlebenden eines einst zahl- und artenreichen Delfinbestandes. Meeresverschmutzung, Überfischung, Beifangtod und direkte Tötung sind verantwortlich für den drastischen Schwund der charismatischen Meeressäuger. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für diese kleine Restpopulation das Aus bedeuten. Umso schwerer wiegen menschliche Einflüsse, die bei etwa 50 % der Delfine die Todesursache ausmachen.
Mit ihrem Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine will die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der Organisation VAL das Aussterben der Großen Tümmler in der Adria verhindern GRD-Presse
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Spektakuläre Beobachtung: Acht Finnwale nördlich von Split gesichtet |
Pressemitteilung, 05.06.2012 - Man kann es ruhig eine Sensation nennen, was ein deutscher Segler am Pfingstmontag in der kroatischen Adria erlebte. Er sichtete 6-8 Finnwale bei der auf Höhe von Split gelegenen Insel Vis.
Die mit bis zu 25 m Länge zweitgrößten Tiere der Welt tauchen zwar immer mal wieder als "Gäste" in der kroatischen Adria auf. „Aber derart viele Finnwale wurden uns seit Beginn unserer Aufzeichnungen zum Vorkommen von Meeressäugern in der kroatischen Adria vor 11 Jahren noch nie gemeldet“, freut sich Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts zur Rettung der letzten Adria-Delfine bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Grund für den Walbesuch dürfte ein durch günstige Strömungen verursachtes reichhaltiges Nahrungsangebot sein.
So spektakulär hat die Beobachtungssaison für die GRD noch nie begonnen. Vor zwei Wochen erst hatte die Organisation Kroatienurlauber zur Mithilfe aufgerufen und darum gebeten, Delfinsichtungen in der kroatischen Adria zu melden.
10 Seemeilen nördlich der mitteldalmatinischen Insel Vis machte ein Segler die folgende Beobachtung: „Ich habe 2 Gruppen von jeweils 3-4 Walen beobachtet. Die beiden Gruppen waren zeitgleich so weit auseinander, dass man sagen kann, dass es nicht ein und dieselbe Gruppe war.“ Bereits Ende April meldeten die kroatischen Medien die Sichtung eines über 16 m langen Finnwals in der Nähe von Vis.
Finnwale, deren gelegentliches Vorkommen in der Adria im frühen 18. Jahrhundert erstmals registriert wurde, sind wie alle Meeressäuger in Kroatien gesetzlich geschützt und so werden bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergriffen. Wie etwa im August 2000, als sich eine Finnwalmutter mit ihrem Nachwuchs bei der Insel Hvar aufhielt. Zu ihrer Sicherheit wurde der Kanal von Hvar auf Veranlassung der GRD-Projektpartner in Kroatien von der Universität Zagreb für die Schifffahrt gesperrt.
Die von der GRD gesammelten Sichtungsdaten fließen in Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Meeressäuger zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur noch 220 Große Tümmler überlebt.
Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Walen und Delfinen in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder > online ausgefüllt abgerufen werden.
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Pressemitteilung, 22.05.2012 - Zu Beginn der Reisesaison ruft die GRD Kroatienurlauber zur Mithilfe bei ihrem Schutzprojekt zur „Rettung der letzten Adria-Delfine“ auf und bittet darum, Delfinsichtungen in der Adria zu melden.
Man muss noch nicht einmal in See stechen, häufig halten sich die geschickten Schwimmer auch dicht an der Küste auf, wie die Analysen der letztjährigen Sichtungsdaten zeigen. „Immer wieder erhalten wir Berichte von Touristen, die Delfine von ihrem Hotel oder Campingplatz aus beobachten konnten“, erklärt GRD-Projektleiterin Ulrike Kirsch. Sogar eine akustische Meldung war letztes Jahr dabei: “Da es schon dunkel war, haben wir die Delfine zwar nicht gesehen, aber gehört. Das Wasser war an dem Abend ganz still. Mindestens ein Tier ist ganz nah an die Küste gekommen, sodass das Auftauchen und Ausatmen ganz deutlich zu hören war. Es war ziemlich eindrucksvoll!, schrieb eine Urlauberin.
Bei Wellengang und fehlender Springlaune sind Delfine leicht zu übersehen. Dann erscheinen höchstens die Rückenfinne und ein Teil des Rückens, wenn sie zum Atmen an die Oberfläche kommen. Ihre dunkle Körperfärbung ist zudem eine gute Tarnung – oft entpuppt sich der vermeintliche Delfin leider nur als trügerisches Schattenspiel der Wellen.
Die Sichtungsdaten fließen in Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur noch 220 Große Tümmler überlebt.
Die GRD bittet die Urlauber auch, Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern zu melden. Nur so können sofortige Rettungsmaßnahmen eingeleitet bzw. Todesursachen erforscht werden.
Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Walen und Delfinen in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder > online ausgefüllt abgerufen werden.
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Tragische Delfinrettung auf der kroatischen Insel Pasman |
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10.04.2012 - Der Fischer Dragan Ivuša traute seinen Augen nicht, als er am Ostersonntag beim morgendlichen Spaziergang nahe Ždrelac auf der norddalmatinischen Insel Pašman mit seinem Labrador einen gestrandeten Delfin entdeckte. Sofort holte er seinen Sohn Josip zuhilfe, um das Tier zu retten. Trotz heftiger Bora gelang es dem 16-jährigen Josip, den Delfin wieder ins Meer zurückzuziehen, wie die Zeitung „24 sata“ berichtet.
Zwei weitere Artgenossen schienen in der Nähe auf den dritten zu "warten". Dabei geriet einer der beiden zu dicht an die Küste, wurde von einer Sturmbö auf die Felsen geschleudert und erlag kurz darauf seinen Verletzungen.
„Das Männchen litt wahrscheinlich an einer tödlichen Krankheit“, erklärt unser Projektpartner Tom Gomercic als Ursache für die Strandung. Der Tierarzt von der Uni Zagreb, der zurzeit der Strandung zufällig in der Nähe der Insel Pašman war und über die Nothilfe von dem Vorfall unterrichtet wurde, vermutet, dass auch die anderen beiden Streifendelfine krank sind. Der Kadaver wurde zur weiteren Untersuchung an die tierärztliche Fakultät in Zagreb transportiert. Es ist bereits der siebte Streifendelfin, der in den letzten drei Monaten tot aufgefunden wurde.
Streifendelfine (auch Blau-Weiße Delfine) sind ständige Bewohner des Mittelmeers, die sich aber nur selten in die Adria verirren und normalerweise im offenen Meer leben. Sie so küstennah anzutreffen ist eher ungewöhnlich.
Ulrike Kirsch |
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Tote Streifendelfine bei Dubrovnik |
Am 26.1.2012 wurde an der kroatischen Küste bei Dubrovnik ein toter Streifendelfin gefunden. Der Kadaver trug keine sichtbaren äußeren Verletzungen. Er wurde nach Zagreb in die tierärztliche Fakultät transportiert, wo unsere Projektpartner die Todesursache herausfinden wollen. Ob der 1,90 m lange und ca. 70 kg schwere Delfin möglicherweise durch die mysteriösen, seit vielen Wochen auftretenden Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik starb, wird dort hoffentlich geklärt werden können.
Mysteriöse Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik Taucher aus Dubrovnik hatten uns letzte Woche von Detonationsgeräuschen unter Wasser berichtet, die etwa alle acht Sekunden auftraten. Der Lärm sei nahezu unerträglich, sagen sie. Recherchen des kroatischen Nachrichtenportals "Index.hr" zufolge setzte der kroatische Mineralöl- und Gaskonzern INA angeblich mit allen erforderlichen Genehmigungen 2-D- und 3-D-Seismikuntersuchungen bei der Suche nach Erdöl und Erdgas etwa 40 Seemeilen vor Dubrovnik ein. Allerdings behauptet INA im Gespräch mit "Index.hr", dass man nichts mit den derzeitigen Detonationen zu tun habe.
Infernalischer Unterwasserlärm bei der Erdgas- und Erdölsuche Bei der Suche nach fossilen Energiequellen feuern Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgas- oder Erdöllagerstätten befinden. Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich.
Ein weiterer Streifendelfin wurde am Wochenende auf der Insel Korcula in Süddalmatien gefunden, in der Woche davor ein Streifendelfinkadaver weiter nördlich vor der Insel Susak. U.Kirsch |
Pressemitteilung, 08.06.2011 - "So viele Delfine auf einmal habe ich noch nie gesehen. Einer sprang 50 m hinter unserem Boot sehr hoch 3 bis 5 Mal aus dem Wasser! berichtet ein begeisterter Bootsfahrer, der sich nur etwa 150 m vor der kroatischen Adriaküste im Velebitkanal plötzlich von 30 bis 40 Tieren "umzingelt" sah. Zwar hat man nicht immer das Glück, bei Bootsausfahrten auf die geselligen Meeressäuger zu treffen. Dennoch bittet die GRD auch dieses Jahr wieder alle Kroatienreisenden, aufmerksam nach Walen und Delfinen Ausschau zu halten und ihre Beobachtung der GRD zu melden.
Die Daten werden im Rahmen des GRD-Projekts zur Rettung der letzten ca. 220 Adria-Delfine gesammelt und fließen in Erhebungen und Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.
Bei welliger Wasseroberfläche und wenn Delfine gerade nicht in Springlaune sind, kann man sie leicht übersehen. Dann erscheinen höchstens die Rückenfinne und ein Teil des Rückens, wenn sie zum Atmen an die Oberfläche kommen. Doch ihre dunkle Körperfärbung ist auch gute Tarnung - oft genug entpuppt sich das "dort ist ein Delfin" dann leider nur als trügerisches Schattenspiel der Wellen.
Man muss nicht in See stechen, oft halten sich die geschickten Schwimmer auch dicht an der Küste auf, wie die Analysen der letztjährigen Sichtungsmeldungen zeigen. "Bei unserem Frühstück auf der Terrasse unseres Hotels konnten wir jeden Morgen Delfine in der Bucht beobachten", berichtete beispielsweise ein Tourist aus Makarska, einer Hafenstadt nahe Split.
Die Urlauber sind auch aufgefordert, Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern zu melden. Nur so können sofortige Rettungsmaßnahmen eingeleitet bzw. der Kadaver auf die Todesursache hin untersucht werden. Dies hilft beispielsweise bei Aufdeckung und Verfolgung der leider in Kroatien noch immer praktizierten illegalen Dynamitfischerei.
Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Walen und Delfinen in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder online abgerufen werden. U.Kirsch |
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Auszeit mit Mission: Mit vollen Segeln für den Schutz der Delfine |
Pressemitteilung, 19.04.2011 - Es ist nicht gleich die ganze Welt, die sie umrunden wollen. Doch ein wenig segeln Dagmar und Klaus Quanz schon auf den Spuren der Seglerlegende Rollo Gebhard, der die Welt gleich dreimal umsegelte und 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine gründete.
Ihr mehrmonatiger Törn führt das Ehepaar aus dem hessischen Frielendorf und ihre Yacht "RuckZuck" kreuz und quer übers Mittelmeer.
Genau dort, wo einst Rollo Gebhard vor über 50 Jahren in einer 5m-Jolle seine ersten größeren Fahrten wagte. Und wie er, setzen sich die Quanz‘ unter vollen Segeln und mit viel Herzblut für einen besseren Schutz der im Mittelmeerraum zum Teil stark bedrohten Delfine ein. Beide unterstützen seit vielen Jahren die GRD und so ist es für sie als Segler und Taucher selbstverständlich, auf die Not der Meeressäuger aufmerksam zu machen.
Am 29. April hieß es für die 9,10 m lange und 2,90 m breite Yacht vom Typ "Granada 910" im italienischen Aquileia "Leinen los".
Zunächst steuerte das Ehepaar kroatische Gewässer entlang der istrischen Küste an, dann ging es zur norddalmatinischen Insel Molat für eine Stippvisite bei unserem im Aufbau befindlichen Delfinschutzzentrum.
Am 12. Mai wagten sie den Sprung über die Adria nach Italien. Auf der fast 20-stündigen Fahrt begegneten sie endlich Delfinen – den ersten auf ihrem Törn! Nach Italien folgten griechische Gewässer, in die sie im Herbst – nach einer kurzen Sommerpause in Deutschland – auch wieder zurückkehren werden, um sich weiter für den Schutz von Delfinen einzusetzen.
Bei ihren Hafenstopps informieren die beiden an Bord ihrer Yacht über das GRD-Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" und zeigen Filme.
"Dieser etwas längere Törn bietet uns die Möglichkeit, aktiv Einfluss zu nehmen und Bootseigner und Chartercrews zu sensibilisieren und auf die Gefahren für die Meeressäuger hinzuweisen", erklären die Quanz‘, deren Engagement bislang stieß auf viel positive Resonanz stieß.
Ulrike Kirsch |
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Renovierungsarbeiten am Delfinschutzzentrum auf Molat haben begonnen. |
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Im März 2011 begannen erste Renovierungsarbeiten an unserem künftigen Delfinschutzzentrum auf der Insel Molat in Norddalmatien.
Die Wasserver- und –entsorgung sind bereits fertiggestellt, die Außenarbeiten noch im Gange. Ob sie dieses Jahr allerdings komplett beendet werden können, ist noch unklar.
Das mit unserem Spendenaufruf anvisierte Ziel von 10.000 Euro zur Fertigstellung der Außenarbeiten erreichten wir zwar (noch) nicht, aber dank der fantastischen Unterstützung zahlreicher Delfinfreunde konnten wir unseren Partnern immerhin 6.000 Euro überweisen!
Auch diese Summe bringt uns ein gutes Stück weiter. Wir können nun noch vor der kalten Jahreszeit Fenster anfertigen und einbauen lassen! Wir hoffen weiterhin auf zahlreiche Unterstützung, damit wir unser Ziel, das Zentrum nächstes Jahr zumindest schon teilweise in Betrieb nehmen zu können, verwirklichen können.
Bitte helfen Sie mit! Jede Spende zählt! |
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Im Meer endende Kanalisation von Šibenik entpuppt sich als "Delfinmagnet". Die Feldarbeit 2010 umfasste unter anderem eine einwöchige Kontrollfahrt in den von Šibenik bis zu den Inseln Vrgada und Kornati und südlich bis Primošten reichenden Gewässern, an der auch kroatische Studenten und Biologen teilnahmen.
Das GRD-Patrouillenboot sowie ein für diesen Zweck gemietetes Segelboot fuhren jeweils unterschiedliche Routen ab, um simultan nach Delfinen Ausschau zu halten.
Fast täglich begegneten die Exkursionsteilnehmer den Meeressäugern, von denen 23 fotoidentifiziert werden konnten, fünf wurden sogar zweimal gesehen. Einer der identifizierten Großen Tümmler war bereits 2005 in derselben Gegend im Rahmen einer Diplomarbeit beobachtet worden.
Als wahrer „Delfinmagnet“ entpuppte sich die 500 m südlich der Insel Zlarin im Meer endende Kanalisation von Šibenik, wo die Exkursionsteilnehmer an drei aufeinanderfolgenden Tagen Große Tümmler sichteten. Die Wissenschaftler vermuten, dass das poröse Endteil des Rohres Fische anzieht, von denen wiederum Delfine angelockt werden. U.Kirsch |
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Trauriger Fund bei Pula - Harpunierter Delfin |
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August 2010 - Ein trauriger Fund wurde uns im Sommer gemeldet. Vor der istrischen Küste bei Pula trieb ein harpunierter Delfin, der zunächst sogar noch gelebt haben soll.
Polizei und örtliche Tierärzte, die das Tier aus dem Wasser zogen, vermuten aufgrund der Wunde, dass auf den Meeressäuger aus nächster Nähe von einem Boot aus geschossen wurde, möglicherweise als er in dessen Bugwelle ritt. Den Kadaver transportierte man für weitere Untersuchungen zu unseren kroatischen Projektpartnern in die tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb.
Meeressäuger sind in Kroatien gesetzlich geschützt. Sie dürfen nicht getötet, gejagt oder in sonstiger Weise belästigt werden. Verstöße werden mit bis zu knapp 5000 Euro Bußgeld geahndet. Der Fall wird nun strafrechtlich verfolgt. Der zuständige Inspektor hatte bereits 2007 eine Person zu Gericht gebracht, die bei Pula eine Delfinschule mit dem Motorboot belästigt hatte.
Ein weiterer toter Delfin wurde uns von einem Teilnehmer unserer Sichtungsbogenaktion gemeldet, der das Tier ebenfalls im August vor dem istrischen Rovinj auf dem Meer treibend entdeckte. Der Kadaver konnte von unseren Partner geborgen werden, die Untersuchungen der Todesursache sind derzeit noch im Gange.
In derartigen Fällen bittet die GRD darum, direkt unsere Partner vor Ort (VAL) zu kontaktieren. Denn nur so bestehen gute Chancen, den Kadaver zu bergen und die Todesursache herauszufinden. Ulrike Kirsch |
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Wir nehmen Abschied von Prof. Dr. Hrvoje Gomercic |
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Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Prof. Dr. Hrvoje Gomercic am 1. August 2010 im Alter von nur 70 Jahren von uns gegangen. Mit ihm haben wir einen herausragenden und engagierten Delfinschützer verloren.
Prof. Gomercic war uns Vorbild und Leitfigur, sein Tod reißt eine tiefe Lücke. Wir sind sehr traurig, auch weil er ein großes Ziel unseres Schutzprojekts, die Einrichtung des Delfinschutzzentrums auf der Insel Molat, nicht mehr miterleben wird. Wir werden die Meeressäugerschutzarbeit in Kroatien im Sinne von Hrvoje Gomercic fortführen und sein Andenken weitertragen.
Dr. Gomercic, Professor der Anatomie, Histologie und Embryologie an der Universität Zagreb, war ein Pionier im kroatischen Meeresschutz. Der an der Universität lehrende und forschende Tierarzt entdeckte das Aussterben der Mittelmeermönchsrobbe in der Adria sowie den drastischen Schwund der dortigen Delfinpopulationen. Ihm ist es zu verdanken, dass Delfine seit 1995 in Kroatien gesetzlich geschützt sind. Sein unermüdlicher Einsatz führte 1999 zum ersten deutsch-kroatischen Delfinschutzprojekt. Seither arbeiten wir mit seinem Team von der Uni Zagreb eng und erfolgreich zusammen.
Wir werden ihn vermissen. In tief empfundener Trauer und Dankbarkeit gilt unsere aufrichtige Anteilnahme der Familie. U.Kirsch |
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Insel Ugljan - Rettungsaktion fehlgeschlagen |
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Ein verletzter Delfin wurde im Juni 2010 bei der Insel Ugljan beobachtet. Der Große Tümmler hatte eine Verletzung an der Schwanzflosse und zog ein Seil hinter sich her.
Tom Gomercic, Tierarzt und Projektpartner, fuhr sofort an die Küste, um gemeinsam mit ortsansässigen Fischern Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Versuche, den Delfin einzufangen, um das Seil zu entfernen, schlugen aber leider fehl.
Ein paar Tage später wurde das Tier bei der Insel Dugi Otok gesichtet. Auch der zweite Fangversuch scheiterte. Zum Glück hatte sich das Seil zwischenzeitlich gelöst.
Allerdings war eine tiefe Schnittwunde im Bereich der Schwanzflosse zu erkennen. Der Tierarzt vermutet, dass sogar die oberen Sehnen durchtrennt sein könnten. Dies wäre auch eine Erklärung für das Schwimmverhalten des Großen Tümmlers, der sich relativ mühsam und fast nur noch an der Oberfläche fortbewegte.
Es bestehen Hoffnungen, dass die Verletzungen ohne Entzündung abheilen. Dann hätte der Delfin gute Chancen, auch mit einer funktionsunfähigen Fluke weiterzuleben. U.Kirsch
Fotos: © B. Puhov (Telašcica)/T. Gomercic (Ugljan) |
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Verletzter Delfin im Nationalpark |
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Eine ungewöhnliche Begegnung hatte ein aufmerksamer Fischer am Rande des Meeresnationalparks Telašcica in Mitteldalmatien Anfang Juni 2010: Er entdeckte einen verletzten Delfin.
Dank seiner Meldung an die Parkaufsicht gelang es einem Ranger, das Tier auf dem Meer wiederzufinden und sogar Aufnahmen von ihm zu machen. Sie lassen Verletzungen am Schwanzstiel sowie eine seltsame Kopfform erkennen.
Bei dem etwa 1,3 m langen Meeressäuger könnte es sich nach Einschätzung von Martina Duras, Tierärztin an der Uni Zagreb und Projektmitarbeiterin, um einen neugeborenen Rundkopfdelfin (Grampus griseus), eine in der Adria inzwischen recht seltene Art, oder um einen jüngeren Großen Tümmler (Tursiops truncatus) mit einer angeborenen Missbildung handeln. Unklar ist, wie er sich die Verletzungen zugezogen hat. Seine Überlebenschancen stehen nach Meinung der Expertin schlecht.
Der Delfin verließ den Nationalpark und schwamm im Žut-Kanal Richtung Süden. Danach verlor man ihn aus den Augen. U.Kirsch
Wer diesen Delfin sieht, wird gebeten, entweder unsere Projektpartner: Martina Duras (sie spricht deutsch: +385/95/9022613 oder +385/95/9022610) oder die Parkaufsicht von Telašcica (+385/23/377-096, +385/23/377-395 oder Handy +385/98/467-988) zu informieren. |
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Jagd auf Delfine mit Schrotflinte und Harpune |
"Nur ein toter Delfin ist ein guter Delfin".... Zwar heißt der Große Tümmler auf Kroatisch der "Gute Delfin" (dobri dupin), doch seit eh und je betrachten die meisten Fischer, wie fast überall auf der Welt, Delfine als Nahrungskonkurrenten.
So müssen die Meeressäuger häufig auch für den Rückgang der Fischbestände als Sündenböcke herhalten. Noch bis in die 1960er-Jahre vergab der damalige jugoslawische Staat "Kopfprämien" für jeden toten Delfin, weil sie die Fischernetze zerstörten und die Fangbeute der Fischer "klauten".
Zynisch gesehen hatte diese Strategie Erfolg: Die Delfinbestände brachen zusammen, von den einst drei mehr oder weniger residenten Arten hat nur der Große Tümmler in der Adria überlebt. Seine derzeitige Population wird auf etwa 220 Tiere geschätzt. Neben der direkten Bejagung von damals sind Meeresverschmutzung und Überfischung schuld am Arten- und Bestandsschwund in der Adria.
Ihr sagenhafter Fischreichtum gehört längst der Vergangenheit an. Sardinen, die einst wichtigste Beute im kroatischen Fischfang, sind ebenso selten geworden wie Schwertfische. Besonders schlimm sieht es beim Roten Thunfisch aus. Von den riesigen Schwärmen, die früher zum Laichen in die Buchten kamen und die bereits von Land aus zu erspähen waren, können die Fischer heute nur noch träumen.
Immer wieder stoßen unsere kroatischen Projektpartner auf Kadaver von Delfinen, die durch Menschenhand starben.
Erst im Sommer 2008 fand man einen toten Großen Tümmler mit drei Schrotkugeln im Hirn. Er trieb, bereits stark aufgebläht, im Meer vor Makarska in Mitteldalmatien.
Es handelte sich um ein etwa 3 Meter langes und 200 Kilogramm schweres Weibchen. Unsere Projektpartner – auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte unter Leitung von Prof. Hrvoje Gomercic von der Universität Zagreb – wurden direkt von der Polizei benachrichtigt und konnten das Tier für weitere Laboruntersuchungen in die kroatische Hauptstadt transportieren.
Delfine und andere Meeressäuger sind in Kroatien seit 1995 gesetzlich geschützt. Das Töten und Belästigen steht unter Strafe, doch leider werden die Täter nur selten gefasst. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Delfin durch Gewehrkugeln starb. 2004 fand man ein erschossenes Tier vor der Insel Korcula, einige Jahre zuvor eines vor der Küstenstadt Novigrad. Ein weiterer, im Mai 2008 bei der Insel Hvar geborgener Delfin kam wahrscheinlich durch eine Harpune ums Leben.
Silberstreif am Horizont Dennoch wächst die Anzahl der positiven Beispiele, die von einem größeren Bewusstsein für die Naturschätze vor der eigenen Haustür zeugen. Naturschutzverstöße werden inzwischen streng geahndet. Eine Geldbuße von umgerechnet etwa 1000 Euro oder wahlweise 24 Tage Gefängnis wurde beispielsweise gegen eine Person wegen Belästigung streng geschützter Arten verhängt.
Der Mann war vor Pula in Istrien mit seinem Schnellboot in eine 30-köpfige Delfinschule gerast und führte mitten unter den Tieren halsbrecherische Manöver vor dem sich ansammelnden Publikum an der Küste vor. Ein unter den Zuschauern weilender Polizist zeigte den Vorfall bei der Naturschutzbehörde in Rijeka an.
Helfen auch Sie mit, die Adria-Delfine vor dem Aussterben zu bewahren! Spenden mit dem Stichwort "Adria-Delfine" sowie Beiträge aus den Patenschaften für einen Adria-Delfin kommen diesem Schutzprojekt zugute. U.Kirsch
Funde von Meersessäugerkadavern 2008 (gelb: Großer Tümmler [17], blau: Streifendelfin [2], grün: Cuvier-Schnabelwal [1], rot: Mittelmeer Mönchsrobbe? [1]) |
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Dramatische Delfinrettung in der Krka |
Mai 2007 - Immer wieder verirren sich in Kroatien Delfine in Flüssen und finden nicht mehr den Weg zurück. Meist bezahlten sie den Ausflug in die unbekannten Gewässer mit dem Tod, weil sie im für sie ungeeigneten Brack- und Süßwasser nicht genug Nahrung finden.
In diesem Jahr jedoch gelang unseren Projektpartnern eine spektakuläre Rettungsaktion eines Delfinweibchens, das sich fast bis zu den Krka-Wasserfällen verirrt hatte. Anfang Mai tauchte die Tümmlerdame in dem am Unterlauf des Flusses Krka gelegenen Hafen Zaton, nordwestlich der Hafenstadt Sibenik, auf. Unbekümmert schwamm sie einige Tage lang zwischen Booten und Bojen umher und erregte schnell Aufmerksamkeit.
Das kroatische Fernsehen und so ziemlich alle Landeszeitungen berichteten über den ungewöhnlichen Gast. Natürlich eilte ein Team der Universität Zagreb, angeführt von Tierarzt Tomislav Gomercic, zum Ort des Geschehens. Da sich der Delfin gesund und munter zeigte, beschloss man abzuwarten, ob er vielleicht von allein wieder zur ca. 9 km entfernten Mündung der Krka bei Sibenik finden würde.
Es sah anfangs auch ganz danach aus, als das Tier den Hafen schließlich mit unbekanntem Ziel verließ. Doch etwa 14 Tage später war sie noch weiter im Landesinneren, in dem bei den Krka-Wasserfällen gelegenen Ort Skradin in der dortigen ACI-Marina angelangt. Nun war höchste Alarmstufe, denn lange konnte das nicht mehr gut gehen. Die Krka verengt sich bei Skradin auf bis zu 80 m, die Wassertiefe beträgt stellenweise nur 7 bis 8 m und das linke Flussufer ist sehr seicht.
In Windeseile trommelte Tomislav Gomercic ein Rettungsteam zusammen. Die ACI-Marina stellte ein Boot zur Verfügung und mit Unterstützung von Helfern der Marina und des Krka-Nationalparks startete die Rettungsaktion, begleitet von einem ungeheuren Medienspektakel.
Nachdem es gelungen war, den Delfin mit einem Netz im Hafenwasser zu fangen und auf das Transportboot zu bugsieren, fuhr das Boot sofort die Krka hinab Richtung Meer. An Bord wurde das Tier liebevoll umsorgt, der Körper ständig mit frischem Wasser gekühlt und vor Austrocknung geschützt.
"Nur am Anfang schlug sie ein paar Mal mit der Fluke, dann wurde sie ganz ruhig, als wüsste sie, dass wir ihr nichts Böses wollen", erzählt sichtlich berührt Tierarzt Tomislav Gomercic. Sogar ihr Maul öffnete sie bereitwillig, so konnte er feststellen, dass es ein sehr altes Tier war, denn die Zähne waren stark abgenutzt.
Ein Stück weit von der Krka-Mündung entfernt erfolgte dann die für alle Beteiligten erlösende Freilassung. Das Tümmlerweibchen zeigte sich keineswegs mitgenommen, hielt sich noch kurz in der Nähe des Bootes auf, dann schwamm sie davon. Sicherheitshalber warteten die Helfer, ob sie erneut in die Krka schwimmen würde.
Aber sie kehrte nicht wieder zurück, die Rettung war geglückt!
Die Begeisterung des Teams und der die Aktion begleitenden Journalisten und Kameraleute kannte schier keine Grenzen mehr.
Gut möglich, dass wir ihr eines Tages wieder begegnen. Wegen ihrer auffälligen Finne lässt sie sich nämlich sehr gut wieder erkennen.
U.Karlowski & U.Kirsch
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Ein seltener und trauriger Fund |
Gleich bei einer der ersten Delfinschutz-Patrouillen in der kroatischen Adria im Jahr 2004 entdeckten unsere Projektpartner einen toten gestrandeten Delfin. Es war ein weiblicher Streifendelfin (Stenella coeruleoalba), eine Art, die entlang der Küsten Kroatiens nur noch extrem selten gesichtet wird.
Tod und Strandung des Weibchens sorgten in den kroatischen Medien für einigen Wirbel. Denn die junge Mutter verlor entweder durch eine Krankheit ihr ungeborenes Baby oder starb an den Folgen des Aborts. Dieses doppelt tragische Schicksal ging vielen Menschen nahe, einige Zeitungen spekulierten gar, die Mutter sei vor Trauer um ihr verlorenes Baby gestorben.
Der traurige Fall zeigt, wie stark das Interesse an den Delfinen und ihrem Überlebenskampf in der kroatischen Öffentlichkeit gewachsen ist. Noch vor wenigen Jahren hätte diese Geschichte niemanden großartig interessiert. Wir wollen diese positive Entwicklung, die wir mit unserem Projekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine ausgelöst haben, jetzt ausbauen und verstärken.
Nach langer Vorbereitungszeit überwanden die Tierärzte Martina Duras und Tomislav Gomercic in diesem Frühjahr auch die letzte der vielen bürokratischen Hürden und feierten die Gründung einer eigenen kroatischen Delfinschutzorganisation namens VAL (Welle).
VAL bietet nun eine wesentlich bessere Plattform als die veterinärmedizinische Fakultät der Universität, um engagierte Menschen aus Kroatien in das Projekt einzubinden.
In enger Zusammenarbeit zwischen GRD, veterinärmedizinischer Fakultät und VAL wollen wir nun mit aller Kraft eines der Kernziele des Gesamtprojekts vorantreiben: den Aufbau einer Delfinschutz-Station an der Küste als dauerhafte Basis für die Einsätze unseres Patrouillenbootes und um die Öffentlichkeitsarbeit noch besser fokussieren zu können. U.Kirsch |
Sommer 2003 - Aufregung in der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb. Soeben erhielten die Wissenschaftler des Delfinschutz-Teams Mitteilung über die Sichtung eines Schwertwales in der Kvarner Bucht...
Weiße Flecken auf dem Körper des Tieres lassen den Anrufer vermuten, dass es sich um die auch als Orca bezeichnete Art handelt, bekannt aus dem Kinofilm "Free Willy". Nur wenige Stunden später brechen unsere Projektpartner unter Leitung von Prof. Hrvoje Gomercic auf, um sich vor Ort in der süd-östlich von Rijeka gelegenen Bucht "Bakarski zaljev" selbst ein Bild zu machen.
Dabei entpuppt sich der vermeintliche Schwertwal als ein in der Adria inzwischen recht selten gewordener Rundkopfdelfin (Grampus griseus). Diese Art kann eine Länge bis zu 4,30 Meter erreichen. Typisch ist ihr rundlicher Kopf mit einem kaum ausgeprägten Schnabel.
Je älter die Tiere sind, desto mehr ist ihr Körper von weißen Narben übersät, die sie sich im Laufe der Zeit durch Kämpfe mit Artgenossen, insbesondere durch Bisse, zuziehen. Aus der Ferne ist eine Verwechslung mit einem jungen Orca also durchaus möglich.
Dank der sofortigen Unterrichtung der Öffentlichkeit durch die Projektmitarbeiter halten Tageszeitungen und sogar die kroatische Tagesschau die Einheimischen über den Aufenthalt des unter Schutz stehenden Meeressäugers auf dem Laufenden, der zwischenzeitlich unsichtbar auf Tauchstation gegangen ist.
Drei Tage später entdeckt ein Taucher auf dem Meeresgrund nahe der östlich von Rijeka gelegenen Stadt Opatija einen toten Delfin. Bei der Obduktion kann der nach Zagreb transportierte Kadaver, anhand einer auffälligen Kerbe an der Schwanzfluke, als der vor kurzem noch lebend gesichtete Rundkopfdelfin identifiziert werden. Das junge Weibchen war aufgrund krankhafter Veränderungen der Gebärmutter gestorben.
Gegen natürliche Todesursachen sind die Delfinschützer machtlos. Um so wichtiger ist es, schädliche Einwirkungen durch den Menschen, wie beispielsweise Fischerei, zu reduzieren. Denn von den allein im letzten Quartal des Jahres 2001 insgesamt vier tot aufgefundenen Delfinen kamen vermutlich zwei durch Fischereiaktivitäten ums Leben. "Fünfzig Prozent der von uns untersuchten Delfine sterben durch menschlichen Einfluss", erklärt Prof. Gomercic. Sie ersticken in Fischernetzen oder an den Folgen von verschluckten Netzteilen. Daher sucht der engagierte Wissenschaftler das Gespräch mit Fischern, um sie über Schutzbestimmungen und -maßnahmen zu informieren.
Auch bei ihren regelmäßigen Ausfahrten aufs Meer halten die Forscher Ausschau nach potenziellen Störfaktoren. Denn nicht nur Fischerei, auch rücksichtslose Motorwassersportler können für die Meeressäuger zur Gefahr werden. Anstatt sichan einer Beobachtung aus angemessener Entfernung zu erfreuen, wird den Delfinen, aus Unwissenheit, oftmals mit Motorbooten hinterher gejagt und zu dicht und zu schnell auf "die Pelle" gerückt.
Nicht selten bedeuten diese Begegnungen für die Delfine Quälerei und Belästigung: Stress-Symptome, wie kräftiges Schlagen der Schwanzfluke, desorientiertes Umherschwimmen und dabei entstehende Kollisionen untereinander werden von uninformierten Laien nicht erkannt.
Zu dichte Annäherungen können zu u.U. auch tödlichen Verletzungen der Tiere durch die Propeller führen. U.Kirsch |
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Delfinzählung im Frühjahr 2003 |
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Gute Nachrichten gibt es von den Delfinen in der Adria: Die in den kroatischen Gewässern lebende Population Großer Tümmler ist stabil!
Nach gut vier Jahren wurde erstmals wieder eine Zählung der letzten in der gesamten Adria ständig lebenden Delfine durchgeführt. Im Parallelflug flogen unsere kroatischen Projektpartner mit vier kleinen Maschinen im März die gesamte Küste ab, um die Tiere aus der Luft zu zählen.
Erste Hochrechnungen ergaben, dass der Bestand, wie beim letzten Mal, bei ca. 220 Delfinen, die in etwa 40 Schulen leben, liegt.
Das jetzige Zählergebnis ist angesichts der im letzten Jahr registrierten 34 Totfunde von ganz besonderer Bedeutung. Die im Vergleich zu den Vorjahren hohe Totfund-Rate hängt wohl nicht mit einem vermehrten Delfinsterben zusammen, sondern spiegelt den stark gewachsenen Bekanntheitsgrad des Projekts wider.
Dies führte dazu, dass unsere Projektpartner mehr Meldungen als früher über die außergewöhnlichen Funde aus der Bevölkerung - also von Touristen, Einheimischen und lokalen Behörden - erhielten. U.Kirsch |
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Einen ungewöhnlichen Fund machten kroatische Fischer gegen Ende September 2002 vor der Insel Krk. Im Flachwasser einer dem Ferienort Baska vorgelagerten Insel stießen sie auf einen toten Finnwal.
Das über 11 Meter lange und mehr als 10 Tonnen schwere etwa 1 Jahr alte weibliche Jungtier wurde an Land geschleppt und dort von Prof. Gomercic und seinem Team von der Tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb, unseren Delfinschutz-Projektpartnern, obduziert.
Warum der offensichtlich gut genährte Wal strandete, werden erst noch ausstehende Labortests zeigen, da die Untersuchung des Kadavers keine Hinweise über die Todesursache erbrachte.
Dies ist der zweite Finnwal der innerhalb von 2 Jahren an der kroatischen Küste verendete.
Mit bis zu 26 Metern Länge und einem Gewicht zwischen 45 und 75 Tonnen sind Finnwale (Balaenoptera physalus) nach dem Blauwal die zweitgrößte Tierart der Erde und die einzigen Furchenwale, die ständig im Mittelmeer leben. Die in Kroatien streng geschützten Wale tauchen immer wieder entlang der Adria-Küste auf, vermutlich auf der Suche nach Nahrung. U. Karlowski |
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Finnwal in der Adria gerettet |
Eine eher seltene Begegnung hatten unsere Projektpartner im August 2002 während ihrer Delfinschutzarbeit in der kroatischen Adria.
Martina Duras und Tom Gomercic waren gerade eine halbe Stunde mit dem Boot unterwegs, um eine etwa acht Große Tümmler zählende Schule östlich der Insel Zut zu beobachten, als sie Nachricht über die Sichtung eines Finnwals (Balaenoptera physalus) nahe der südlich von Split gelegenen Stadt Makarska erhielten. Mit bis zu 25 Metern ist diese Art nach dem Blauwal das zweitgrößte Tier der Erde. Die Forscher informierten das Ministerium für Umweltschutz und Landesplanung über die außergewöhnliche Sichtung und machten sich sofort auf den Weg. Bei ihrem Eintreffen versuchten bereits zahlreiche Touristen, sich dem etwa 15 Meter langen Bartenwal mit Jetskies und Schnellbooten zu nähern.
Bis zum Eingreifen der Behörden konnten unsere kroatischen Partner mit dem seit Juni im Einsatz befindlichen GRD-Delfinschutzpatrouillenboot so erstmals konkrete Hilfestellung beim Schutz eines Meeressäugers leisten, indem sie die Neugierigen auf sicherer Distanz zum Wal hielten.
In der Zwischenzeit besprach Prof. Gomercic mit dem Ministerium Maßnahmen, um den Finnwal vor Belästigungen zu schützen. Über Radio und Fernsehen wurde die Bevölkerung über Schutzbestimmungen und richtiges Verhalten in der Umgebung des Tieres informiert. Beispielsweise darf sich im Umkreis von 200 Metern nur ein Boot, im Umkreis von 400 Metern nur drei Boote einem Wal nähern.
Einige Touristen, die ihn mit Schnellbooten dennoch störten, erhielten eine Strafe in Höhe von etwa 1400 DM. Im Auftrag des Ministeriums wurde daher von der Polizei ein Patrouillenboot eingesetzt, das das Tier während seines insgesamt 16tägigen Aufenthalts beschützte. Zusätzlich wurde der Schiffsverkehr im Kanal von Hvar kurzfristig gesperrt.
Biologische Untersuchungen ergaben, dass die Meeresregion zu dieser Zeit ein reiches Nahrungsangebot aufwies und den Finnwal - der einzige Furchenwal, der auch im Mittelmeer häufig anzutreffen ist - bis in die Adria geführt hat. U.Kirsch |
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