Am 26.1.2012 wurde an der kroatischen Küste bei Dubrovnik ein toter Streifendelfin gefunden. Der Kadaver trug keine sichtbaren äußeren Verletzungen. Er wurde nach Zagreb in die tierärztliche Fakultät transportiert, wo unsere Projektpartner die Todesursache herausfinden wollen.

Ob der 1,90 m lange und ca. 70 kg schwere Delfin möglicherweise durch die mysteriösen, seit vielen Wochen auftretenden Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik starb, wird dort hoffentlich geklärt werden können.

Mysteriöse Unterwasserdetonationen vor Dubrovnik
Taucher aus Dubrovnik hatten uns letzte Woche von Detonationsgeräuschen unter Wasser berichtet, die etwa alle acht Sekunden auftraten.

Der Lärm sei nahezu unerträglich, sagen sie. Recherchen des kroatischen Nachrichtenportals "Index.hr" zufolge setzte der kroatische Mineralöl- und Gaskonzern INA angeblich mit allen erforderlichen Genehmigungen 2-D- und 3-D-Seismikuntersuchungen bei der Suche nach Erdöl und Erdgas etwa 40 Seemeilen vor Dubrovnik ein.

Allerdings behauptet INA im Gespräch mit "Index.hr", dass man nichts mit den derzeitigen Detonationen zu tun habe.

Infernalischer Unterwasserlärm bei der Erdgas- und Erdölsuche
Bei der Suche nach fossilen Energiequellen feuern Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgas- oder Erdöllagerstätten befinden.

Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich.

Ein weiterer Streifendelfin wurde am Wochenende auf der Insel Korcula in Süddalmatien gefunden, in der Woche davor ein Streifendelfinkadaver weiter nördlich vor der Insel Susak.
Ulrike Kirsch