Haus mit dem Delfinschutzzentrum auf der Insel Molat.Pressemitteilung, 25.07.2013 - Anfang Juli feierte die GRD zusammen mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und der kroatischen Naturschutzorganisation VAL die Einweihung ihres Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat in Kroatien.

Neben Pressevertretern gehörten zu den etwa 40 Gästen auch Repräsentanten von Behörden und Instituten aus Zagreb, Zadar und von der Insel Molat.

Auch die Einwohner zeigten sich interessiert an der neuen Einrichtung auf ihrer Insel. "Wir unterstützen diese Initiative und freuen uns, dass sie hier in unserer Gemeinde stattfindet", erklärt Denis Mračić, Vorsitzender der örtlichen Gemeindevertretung dem kroatischen Fernsehen HRT 1.

Mit dem feierlichen Durchschneiden des Bands am Haupteingang wurde das Zentrum offiziell eröffnet. Nach einem Rundgang und einer kurzen Präsentation des Projektmitarbeiters Tom Gomerčić über das deutsch-kroatische Gemeinschaftsprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" von seinen Anfängen im Jahr 1999 bis zum heutigen Tage rundete ein kleines Büffet die Einweihung ab.

Noch ist das Zentrum nur mit dem Notwendigsten ausgestattet, um Feldarbeit vor Ort durchzuführen, und auch das Infozentrum hat mit Postern, Broschüren und dem Schädel eines Großen Tümmlers eine erste Grundlage geschaffen, wenngleich einige Dinge, u.a. Arbeitseinrichtungen und –geräte und weitere Exponate noch fehlen.

"Das Zentrum stellt einen wichtigen Meilenstein in unseren Delfinschutzbemühungen in Kroatien dar. Es dient mit seiner strategisch günstigen Lage in Norddalmatien nicht nur als feste Basis für die Feldarbeit, sondern soll Einheimischen und Touristen die Möglichkeit bieten, sich über die Meeressäuger zu informieren, die in den kroatischen Küstengewässern leben", erklärt die GRD-Projektleiterin Ulrike Kirsch.

Zum Hintergrund:
Drei Adria-Tümmler tollen im Wasser, dahinter in sehr langsamer Fahrt das Projekt-Zodiac mit Martina Duras und Tomislav Gomercic an Bord, die das wilde Treiben beobachten.Mit ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren. Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) and der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind.

Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten. Obwohl die Meeressäuger seit 1995 gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50% durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

Beitrag im TV-Magazin "More" auf HRT1
Auch wenn man kein Kroatisch versteht, vermittelt dieser kurze Bericht (ab ca. 5:25 Min.) auf dem kroatischen Sender HRT 1 sehr schöne Impressionen von der Einweihungsfeier unseres Delfinschutzzentrums auf der Insel Molat.

Es wird über die Delfinschutz- und –forschungsarbeit unserer kroatischen Partner berichtet (es kommen dort unsere Partner Tom Gomerčić und Martina Đuras von der kroatischen NGO VAL und Darinka Škrtić von der Universität Zagreb sowie Ulrich Karlowski von der GRD zu Wort) und die Bedeutung des Delfinschutzzentrums im Rahmen unseres Projekts zur "Rettung der letzten Adria-Delfine".

⇒ TV-Magazin "More" vom 7.7.2013

 

Bericht von der Eröffnung des Delfinschutzzentrums 04.07.2013

Vier gut gelaunte kroatische Studentinnen der Universität Zagreb sitzen nebeneinander an Bord eines kleinen Schiffes während der Überfahrt zur Insel Molat. The Fourth of July – ein Feiertag, auch für uns! - Einweihung des Delfinschutzzentrums auf der norddalmatinischen Insel Molat am 4. Juli 2013

Als wolle uns der Wind noch einmal vor Augen führen, wie "beschwerlich" der Weg zum Ziel war, bläst er am Tag der Einweihungsfeier unseres Delfinschutzzentrums – und zwar nur an diesem Tag in dieser Woche – besonders kräftig.

Das kleine Boot stampft durch die Wellen – kommt es überhaupt noch von der Stelle? Ungefähr 18 Seemeilen (ca. 33 km) trennen die vom Massentourismus bislang verschonte Insel Molat, in deren gleichnamigem Hauptort das neue Zentrum steht, von der Küstenstadt Zadar, unserem "Heimathafen". Von hier starten wir zu der am frühen Abend angesetzten Feier.

Die etwa 20 geladenen Gäste landen nach zweieinhalb Stunden Überfahrt mit halbstündiger Verspätung wohlbehalten im Hafen von Molat. Ein Teil der kroatischen Delfinschützer, die in den vergangenen Tagen noch eifrig letzte Vorbereitungen trafen, erwartet uns dort bereits.

Vorsicht, Kamera!
Vor der Kameralinse des kroatischen Fernsehens HRT 1, das diesen für uns historischen Moment in Bildern festhält, bewegt sich der Tross entlang des Hafenkais, der von nur wenigen Restaurants, ein, zwei Künstlerateliers und einer kleinen Touristeninfo gesäumt wird. Begleitet werden wir von "dupini"-Rufen – das kroatische Wort für Delfine – der neugierigen Beisteher. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, was die Insel Neues zu bieten hat.

Band durchschnitten
Eine Frau durchtrennt das Band zur Eröffnung des Zentrums, ein Kind steht hinter ihr und hält ein Kissen, auf dem die Schere lag.Nach wenigen Minuten Fußmarsch erreichen wir das in der Dorfmitte gelegene Zentrum, wo unsere Projektpartnerin Martina Đuras die Gäste begrüßt. Zu den Pressevertretern und Repräsentanten verschiedener Nationalparks und Behörden der Region haben sich auch einige Dorfbewohner gesellt.

Mit dem nun folgenden feierlichen Durchschneiden des Bands am Haupteingang wird das Zentrum offiziell eröffnet.

Danach geht es gesammelt zur Dorfschule, wo Projektmitarbeiter Tomislav Gomerčić eine kurze bebilderte Präsentation über unser Delfinschutzprojekt von seinen Anfängen bis zum heutigen Tage und die nicht immer geradlinige Entstehungsgeschichte des Zentrums gibt.

Im Anschluss folgt eine kleine Rundtour durch das Zentrumsgebäude:
Es besteht aus einem Haupthaus mit zwei Schlafräumen und Bad im ersten Stockwerk und einem großen Arbeitsraum im Erdgeschoss sowie einem über den Hof gelegenen Nebenhäuschen, dem bislang nur teilweise renovierten Infozentrum. Dies beherbergt derzeit neben Postern, Broschüren und anderem Infomaterial über die Delfinschutz- und –forschungsarbeit auch einen Schädel eines Großen Tümmlers.

Die Grundlagen sind damit geschaffen, es fehlen allerding noch einige Dinge, u.a. Arbeitseinrichtungen und –geräte und weitere Exponate für da Infozentrum. Dies soll nun in den kommenden Monaten noch realisiert werden.

Glücklich und zufrieden
Ein kleines, liebevoll zubereitetes Büfett rundet die Feier ab und schon heißt es wieder Abschied nehmen. Der Wind hat sich gelegt, ein wunderschöner Sonnenuntergang begleitet unsere Rückfahrt – ein auch symbolisch gesehen perfekter Abschluss für einen gelungenen Auftakt!

Alle sind rundum zufrieden mit der Einweihung des lang ersehnten Zentrums, das einen wichtigen Meilenstein in unseren Delfinschutzbemühungen in Kroatien darstellt.

Denn in der Tat war es ein beschwerlicher Weg bis zu diesem Moment, gezeichnet von bürokratischen Hindernissen und finanziellen Engpässen, die immer wieder für Verzögerungen und Umplanungen sorgten. Vor allem freuen wir uns auch über das große Interesse der Inselbewohner, die den Plänen der Delfinschützer bislang nicht unbedingt aufgeschlossen und wohlwollend gegenüberstanden.

Abendstimmung: Eine tief rote Sonne geht über dem Meer unter, am Horizont erstreckt sich die zerklüftete Silhouette der Küste. "Den Effekt der Feier auf die Bewohner haben wir schon am selben Abend und auch am nächsten Morgen gespürt. Wir hatten eine Menge von lokalen Besuchern und alle nur mit schönen Worten. Das hat uns besonders gefreut", erklärt Martina Đuras. Wir hoffen, dass damit das Eis gebrochen wurde und das Zentrum einer erfolgreichen Zukunft entgegenblickt! Denn erfolgreicher Delfinschutz braucht Akzeptanz bei Bevölkerung und Touristen.

Großer Dank!
Wir danken allen Spendern und Delfinpaten von ganzem Herzen, die mit ihrer Unterstützung dazu beitragen haben, dass wir dieses wichtige Ziel im Rahmen unseres Projekts zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" erreichen konnten!
Ulrike Kirsch