Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010.Ein vom österreichischen Mineralölkonzern OMV vor der Küste Neuseelands verursachter Ölunfall bedroht nach Angaben von NABU International Naturschutzstiftung das Überleben der weltweit letzten Maui-Delfine. OMV gehört auch zu den "Dreckigen 5", zu den Energiekonzernen, die eine Konzession für Erdöl-Probebohrungen in der kroatischen Adria erworben haben.

Der neuseeländische OMV-Ölunfall ereignete sich am bereits am 20. Februar etwa 70 Kilometer vor der Westküste der Nordinsel. Durch ein Leck in einem Förderschlauch eines schwimmenden Öllagers traten nach Aussagen von OMV etwa 300 Liter Rohöl aus, die sich innerhalb von drei Tagen auf eine Größe von zehn Kilometern ausbreiteten.

Dritte OMV-Ölhavarie in fünf Jahren
Laut NABU International Naturschutzstiftung war dies bereits die dritte OMV-Havarie in dem sensiblen Meeresgebiet innerhalb von fünf Jahren. Der Ölteppich stellt eine große Gefahr für die in nur 30 Kilometern Entfernung Maui-Delfine - die seltensten Meeresdelfine der Welt - Blauwale und seltene endemische Albatrosse und Sturmvögel dar.

Keine Ölförderung in sensiblen Meeresgebieten
Die GRD unterstützt die Forderung der NABU International Naturschutzstiftung, die Ölförderung in sensiblen Meeresgewässern konsequent zu verbieten. Doch wie in Kroatien beugt sich auch die neuseeländische Regierung aus Profitgier dem wirtschaftlichen Druck und der Lobbymacht international agierender Ölkonzerne. So erhielt der OMV-Konzern, der auch Tankstellen in Deutschland betreibt, vor kurzem die Genehmigung für sieben weitere Offshore-Bohrlöcher.

OMV-Ölunfälle könnten bald auch die letzten Adria-Delfine gefährden
OMV-Ölunfälle drohen auch in der kroatischen Adria, wo noch etwa 220 Große Tümmler - die Adria-Delfine - als kleiner Rest einer einst zahl- und artenreichen Delfinfauna überlebt haben. Noch in diesem Jahr könnte OMV mit ersten Probebohrungen in der Adria beginnen. Die GRD befürchtet, dass es bereits dabei zu schwerwiegenden Schädigungen des Meeresökosystems kommt.

Bei Probebohrungen gelangen mehr toxische Flüssigkeiten und Bohrschlamm ins Meer als während der Erschließung, da die Löcher meist tiefer sind, langsamer gebohrt werden und größere Durchmesser besitzen.

Kampagne "Rettet die Adria!"
Mit der Kampagne "Rettet die Adria" will die GRD gemeinsam mit kroatischen Initiativen die Förderung von Erdöl und Erdgas in der kroatischen Adria verhindern. "Unser gemeinsames Ziel ist es, die kroatische Regierung zum Umdenken zu bewegen.

Die Adria muss vor der Öl- und Gasförderung und den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt werden", erklärt der Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.
GRD-Presse, 10.03.2015