Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010. Geht es nach den Aussagen des derzeitigen kroatischen Wirtschaftsministers Tomislav Panenić, dann wird es keine Offshore-Förderung von Öl und Gas geben, wie er auf Nachfrage kroatischer Medien erklärte. "Ich kann bestätigen, dass die Ölförderung in der Adria nicht erwünscht ist", wird Panenić in der kroatischen Tageszeitung "Poslovni dnevnik" zitiert.

Wir danken allen, die ihre Stimme für den Schutz der Adria erhoben haben!
Neben dem niedrigen Ölpreis, der eine Offshore-Förderung derzeit unrentabel macht, ist es nicht zuletzt der wachsende Druck in der Öffentlichkeit, der diese Pläne immer unwahrscheinlicher werden lässt.

Neben mehreren in- und ausländischen Petitionen, wie u. a. die von uns auf change.org lancierte, führten kroatische Initiativen im ganzen Land Veranstaltungen durch, um die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass Offshore-Bohrungen in der Adria alles andere als der von der damaligen Regierung versprochene Heil bringende Segen in Form von Arbeitsplätzen und Wohlstand für alle seien, sondern lediglich ein enormes Risiko für den marinen Lebensraum und damit verbunden für den wichtigsten Wirtschaftszweig Kroatiens, den Tourismus, darstellten. Unterstützt wurden sie dabei von anerkannten Experten wie Nenad Duplančić, der sich seit Jahrzehnten beruflich mit den Umweltauswirkungen bei der Energieerzeugung befasst.

Doch es bleiben Zweifel
Allerdings fehlt bislang eine offizielle Stellungnahme der zuständigen Behörde, der Agentur für Kohlenwasserstoffe. Zudem wurden gleichzeitig – vom selben Minister - die Weichen für die Ölförderung an Land gestellt, zunächst wohl in Slawonien im Osten Kroatiens.

Die Abkehr von fossilen Energieträgern und Förderung regenerativer Energien im Sinne der langfristigen Ziele des Pariser Klimaabkommens 2015 zur Reduzierung der Erderwärmung sieht anders aus!
Ulrike Kirsch, Juni 2016

 

Zum Hintergrund:
Karte der Adria mit eingezeichneten Ölplattformen.Mit der Kampagne "Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria" setzt sich die GRD seit Ende 2014 gemeinsam mit kroatischen Initiativen dafür ein, dass die Adria von der Öl- und Gasförderung ausgenommen und vor den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt wird. Hierzu wurde unter anderem auf change.org die Petition "Hands off"! Die Adria darf nicht sterben!" gestartet.

Zudem warnten wir mit Stellungnahmen im Rahmen öffentlichen Anhörungen der kroatischen, slowenischen und italienischen Behörden vor den katastrophalen Folgen der geplanten Öl- und Gasförderung.

 

⇒ Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria! - Mit Video-Präsentation des Experten Nenad Duplančić